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Full text of "Der erste Clemensbrief"

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TEXTE  UND  UNTEESUCHÜNGEN 

ZUR  GESCHICHTE.  DER 

ALTCHRISTLICHEN  LITERATUR 

ARCHIV  FÜR  DIE  VON  DER  KIRCHENVÄTER-COMMISSION 

DER  KGL.  PREDSSISCHEN  AKADEMIE  DER  WISSENSCHAFTEN  UNTERNOMMENE 

AUSGABE  DER  ÄLTEREN  CHRISTLICHEN  SCHRIFTSTELLER 

HERAUSGEGEBEN  VON 

OSCAR  VON  &EBHAEDT  und  ADOLF  HAEMCK 

NEUE  FOLGE.  FÜNFTER  BAND 

DER  GANZEN  REIHE  XX.  BAND 


LEIPZIG 

J.  C.  HINRICHS'scHE  BÜCHHANDLUNG 

1901 


■7•  5.0 


Inhalt  des  fünften  Bandes, 

(Der  ganzen  Reihe  XX.  Band.) 


Knopf,   Rudolf,    Der  erste  Clemensbrief  untersucht  und  heraus- 
gegeben.   IV,  194  S.    1899. 

Holl,  Karl,  Fragmente  vornicänischer  Kirchenväter  aus  den  Sacra 


Heft  1. 
Heft  2. 


Harnaok,  Adolf,  Die  Pfaffschen  Irenäus-Fragmente  als  Fälschungen 
Pfaff's  nachgewiesen. — Miscellen  zu  den  apostolischen  Vätern, 
den  Acta  Pauli,  Apelles,  dem  Muratorischen  Fragment,  den  J>  Heft  3. 
Pseudocyprianischen    Schriften    und    Claudianus    Mamertus. 
III,  148  S.    1900. 

Schmidt,  Carl,   Plotin's  Stellung  zum  Gnosticismus  und  kirch- 
lichen Christentum.    X,  90  S.     1900. 


Schmidt,    Carl,    Fragmente    einer    Schrift    des    Märtyrerbischofs 
Petrus  von  Alexandrien.     50  S.     1901. 

Stählin,   Otto,   Zur  handschriftlichen  Überlieferung  des  Clemens 

Alexandrinus.    8  S.     1900. 


)  Heft  4. 


DER 


ERSTE  CLEMENSBRIEF 


UNTERSUCHT  UND  HERAUSGEGEBEN 


VON 


Lic    RUDOLF  KNOPF 


LEIPZIG 

J.  C.  HINRICHS'scHE  BUCHHANDLUNG 
1899 


TEXTE  UND  UNTERSUCHUNGEN 

ZUR  GESCHICHTE  DER  ALTCHRISTLICHEN  LITERATUR 

ARCHIV  FÜR  DIE  VON  DER  KlßCHENVlTER-COMMISSION 

DER  KGL.  PREÜSSISCHEN  AKADEMIE  DER  WISSENSCHAFTEN  UNTERNOMMENE 

AUSGABE  DER  ÄLTEREN  CHRISTLICHEN  SCHRIFTSTELLER 

HERAUSGEGEBEN  VON 

OSCAR  V.  GEBHARDT  UND  ADOLF  HARNACK. 

NEDE  FOLGE.    V.  BAND,  HEFT  1. 


VOEWORT. 

Die  vorliegende  Arbeit  verdankt  in  allen  ihren  Teilen  ihre 
Entstehung  Anregungen  meines  hochverehrten  Lehrers  Herrn 
Prof.  Adolf  Harnack.  Ferner  bekenne  ich  dankbar,  für  die 
litterarhistorische  Untersuchung,  die  die  letzten  40  Seiten  aus- 
füllt, mancherlei  Förderung  aus  Wrede's  schöner  Monographie: 
Untersuchungen  zum  ersten  Klemensbriefe  (Göttingen  1S91),  em- 
pfangen zu  haben. 

Für  Unterstützung  bei  Erledigung  der  Correcturbogen  bin 
ich  meinem  Freunde  Heinrich  Weinel,  Privatdozenten  zu  Berlin, 
dankbar  verbunden. 

Lic.  Rudolf  Knopf. 


INHALTSYERZEICHNIS. 


Seite 

Prolegomena 1 

Vorbemerkung 1 

I.  Die  Codices 2 

IL  Die  Ausgaben 12 

III.  Die  Textesgestaltungen  und  der  Wert  der  einzelnen  Zeugen  19 

IV.  Verwandtschaft  und  Genealogie  der  Texteszeugen    ....  ϋ4 
V.  Die  Lücke  in  Α vö 

VI.  Clemens  Alexandrinus  als  Texteszeuge 83 

Excurs  zu  I  Clem.  2i 85 

Text 94 

Anhänge  zum  textkritischen  Apparate 149 

Der  litterarische  Charakter  des  ersten  Clemensbriefes 156 


Prolegomena. 

Yorbemerkung.  ' 

Wie  es  bis  Tor  wenif^en  Jahren  noch  schien,  war  der  erste 
Clemensbrief  die  längste  Zeit  hindurch,  vom  6.  bis  zum  17.  Jahr- 
hundert, dem  christlichen  Abendlande  vollständig  unbekannt. 
Zum  erstenmale  Avieder  nach  langem  Zwischenräume  wurde  der 
Westen  mit  ihm  bekannt  gemacht  durch  den  grossen  Uncial- 
bibelcodex,  den  Alexandrinus.  Dieser  enthält  aber  die  beiden 
Clemeusbriefe  nur  unvollständig,  verschiedene  Blätter  fehlen, 
ausserdem  ist  auch  der  erhaltene  Text  an  vielen  Stellen  ver- 
stümmelt und  unleserlich.  Nur  in  dieser  unzulänghcheu  Form 
war  von  1633  bis  1875,  also  fast  durch  250  Jahre,  der  Avichtigste 
Teil  der  clementinischen  Litteratur  zugänglich,  und  man  konnte 
füglich  keine  allzu  grossen  Hoffnungen  hegen,  jemals  noch  die 
Briefe  vollständig  zu  bekommen.  Da  wurde  unerwartet  zu  Ende 
des  Jahres  1875  die  Patristik  durch  eine  wertvolle  Gabe  der 
anatolischen  Kirche  bereichert:  Philotheos  Bryennios,  damals 
Metropolit  zu  Serrä,  gab  in  diesem  Jahre  aus  einem  von  ihm 
in  Koustantinopel  gefundenen  Sammelcodex  den  vollständigen 
Text  der  beiden  Clemensbriefe  heraus.  Bald  nachher,  ungefähr 
Mitte  1876,  Avurde  in  Cambridge  in  einem  syrischen  Bibelcodex 
eine  vollständige  syrische  Übersetzung  beider  Briefe  entdeckt. 
Auf  Grund  dieser  drei  orientalischen  Texteszeugen  war  es  mög- 
lich, den  Text  dieser  zwei  altchristlichen  Urkunden  in  aus- 
gezeichneter Weise  herzustellen.  Unerwartet  aber  fand  sich  nun 
noch  in  der  abendländischen  Kirche,  von  der  ja  einst  die  Briefe 
ausgegangen  waren,  eine  alte  lateinische  Übersetzung  des  ersten 
Clemensbriefes  allein.  Im  Seminare  zu  Namur  in  Belgien  ent- 
deckte sie  der  Benedictiner  Germain  Morin  in  einem  Sammel- 
codex,   der    aus    dem    belgischen    Kloster   Florennes    stammte. 

Texte  u.  Untersuchungen.    N.  F.  V,  1.  1 


2  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

Damit  war  erstens  die  bisher  herrschende  Ansicht,  dass  die 
Clemensbriefe  vor  dem  17.  Jahrh.  nicht  ins  Lateinische  übersetzt 
worden,  mithin  dem  Occident  gänzlich  unbekannt  geblieben 
seien,  wenigstens  für  den  ungleich  wichtigeren  und  umfang- 
reicheren ersten  Clemensbrief  widerlegt,  sodann  aber  ward  ims 
noch  ein  vierter  wertvoller  Texteszeuge  für  I.  Clem.  geschenkt, 
der  die  bisherige  schon  an  sich  sehr  gute  Überlieferung  im 
grossen  und  ganzen  bestätigt,  eine  Reihe  zweifelhafter  Stellen 
entscheidet  und  an  einigen  Stellen  allein  die  in  den  andern 
Überlieferungsgestalten  entstellte  ursprüngliche  Lesart  erkennen 
lässt.  Hauptzweck  der  vorliegenden  Arbeit  ist  es,  die  lateinische 
Übersetzung  in  Verbindung  mit  der  syrischen  und  den  beiden 
griechischen  Codices  zur  Herstellung  des  uns  —  bis  jetzt  — 
erreichbaren  ältesten  Textes  zu  verwenden,  sowie  das  Material, 
das  uns  der  neue  Zeuge  für  die  Beurteilung  des  Wertes  und 
der  Verwandtschaft  der  einzelnen  Zeugen  liefert,  zu  benützen. 


I.   Die  Codices. 

1.    Der   Codex  Alexandrinus. 

Der  am  längsten  bekannte  Texteszeuge  für  I.  Clem.  ist  der 
Codex  Alexandrinus,  die  griechische  Bibel  enthaltend.  Seine 
Geschichte  ist  in  den  Hauptzügen  bekannt.  Er  ist  höchst  wahr- 
scheinlich in  Ägypten  entstanden,  wie  aus  einzelnen  Buchstaben, 
die  die  ägyptische  Form  der  griechischen  Uncialen  aufweisen,  zu 
entnehmen  ist.  Dem  Inhaltsverzeichnisse  auf  dem  ersten  Blatte 
des  Codex  ist  in  arabischer  Sprache  eine  Bemerkung  beigefügt, 
die  behauptet,  der  Codex  sei  von  der  Hand  der  Märtyrerin  Thekla 
geschrieben,  eine  Behauptung,  die  im  lateinischen  Begleitschreiben 
des  Cyrill,  das  ebenfalls  dem  ersten  Bande  des  Codex  vor- 
geheftet ist,  noch  etwas  ausführlicher  wiederholt  wird.  Wenn 
dieser  Tradition  irgendwelche  Beachtung  zu  schenken  ist,  so 
wird  vielleicht  aus  ihr  zu  schliessen  sein,  dass  der  Codex  in 
einem  Kloster  der  heiligen  Thekla  —  in  welchem,  ist  ungewiss 
- —  geschrieben  wurde. 

Was    die  Zeit   seiner  Entstehung    anlangt,    so   wird    er  von 


ProlegomeiKi.     Ι.  Die  Codices.  ;} 

den  meisten  Sachverständigen  ins  5.  Jahrli.  gesetzt.  So  urteilen 
Tischendori,  Gregory,  Tregelles,  Scrivener  u.  a.,  Scrivener  wäre 
sogar  geneigt,  u.  U.  die  Handschrift  ins  4.  Jahrh.  zu  setzen, 
während  umgekehrt  Hilgenfeld  sie  dem  6.  Jahrh.  zuweist.  Im 
Jahre  1098  wurde  der  Codex  dem  alexandrinischeu  Patriarchen- 
stuhle zum  Geschenke  gemacht.  Doch  ist  das  Datum  nicht 
ganz  sicher,  es  beruht  auf  einer  späten  lateinischen  Notiz  im 
Codex  aus  der  2.  Hälfte  des  17.  Jahrh.:  Donum  datum  cubiculo 
Patriarchali  anno  814  Martyrum  +  A.  D.  284  =  1098;  aus  einer 
andern  Eintragung  scheint  +  1300  als  terminus  ad  quem  für 
die  Dedicatiou  der  Handschrift  an  das  Patriarchat  hervorzu- 
gehen. 

Λ"οη  dem  alexandrinischeu  Aufenthalte  her  führt  der  Codex 
seinen  Namen.  Mit  Cyrillus  Lukaris,  der  seit  1602  Patriarch 
von  Alexandrien  war,  wanderte  der  Codex  im  Jahre  1621,  als 
Cyrill  Patriarch  von  Konstantinopel  wurde,  zu  dem  neuen  Sitz 
des  Kirchenfürsten.  Von  Konstantinopel  aus  gab  1628  der  näm- 
liche Patriarch  die  Handschrift  der  englischen  Gesandtschaft 
unter  Thomas  Roe  als  Geschenk  an  Karl  I.  mit.  In  London 
bildete  der  Alexandrinus  zunächst  durch  mehr  als  °j^  Jahr- 
hunderte einen  Bestandteil  der  königlichen  Bibliothek,  bis  er 
1757  ins  Britische  Museum  gebracht  wurde,  wo  er  auch  gegen- 
wärtig noch  aufbewahrt  wird. 

Der  Codex,  mit  deutlichen,  zierlichen  üncialen  in  scriptio 
continua  auf  Pergament  in  Folio,  die  Seite  zu  je  2  Columnen 
mit  durchschnittlich  50  Zeilen  in  der  Columne  geschrieben,  um- 
fasst  auf  773  Blättern,  die  in  vier  Bände  geteilt  sind,  das  alte 
und  das  neue  Testament.  Die  drei  ersten  Bände  enthalten  die 
LXX,  der  vierte  umfasst  die  neutestamentlichen  Bücher.  Sigel 
der  Handschrift  ist  bei  den  Textkritikern  der  LXX  und  des  neuen 
Testamentes  der  Buchstabe  Α  (Alexandrinus).  Von  den  vier 
Bänden  des  Codex  interessiert  uns  hier  nur  der  letzte.  Er  zählt 
143  Blätter,  die  den  eigentlichen  Text  enthalten.  Ausserdem 
sind  mehrere  Blätter  vorgeheftet,  von  denen  eines  in  ganz  junger 
Hand  mit  lateinischer  Cursivschrift  das  Inhaltsverzeichnis  des 
Bandes  enthält:  Evangelien,  Apostelgeschichte,  katholische  Briefe, 
Paulusbriefe  und  die  beidpn  Clemensbriefe.  Aus  dem  viel  älteren 
griechischen  Inhaltsverzeichnisse  vor  dem  ersten  Bande  geht  in- 
dessen hervor,  dass  ursprünglich  hinter  den  Clemensbriefen  noch 

1* 


4  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

die  18  Salomopsalmen  standen.  Der  Schluss  dieses  Inhaltsver- 
zeichnisses lautet  nämlich: 

ΛΠΟΚΛΑγλ^ΊΟ  [ICÜA]NNO^ 
KAHHeNTOC  e[niCT]OAH  Α 
KAHMGNTOC  θ[ΠΙΟΤΟΑ]Η   Β 

[ΟΜ]θγ   BIß  AI  Α  [ ] 

λΙ^ΑΑΜΟΙ   COAOMCÜNTOC 
IH 

Die  letzten  Blätter  des  Codex,  von  fol.  170  an  (nach  alter 
Zählung),  die  den  Text  von  IL  Clem  12  5  {τοντο  /.βγει  κτλ.)  bis 
Schluss  sowie  die  Salomopsalmen  enthielten,  sind  verloren  ge- 
gangen. Aber  nicht  nur  am  Schlüsse  haben  wir  den  Verlust 
einiger  Blätter  zu  beklagen,  sondern  auch  an  anderen  Stelleu 
des  Bandes  zeigen  sich  bedauerhche  Lücken.  So  fehlen  im 
Texte  des  neuen  Testamentes  Mt  li — 25  g,  Joh.  650—852,  2.  Cor. 
4 13 — 12  7,  und  noch  viel  schlimmer  ist  es  dem  Texte  des•  ersten 
Clemensbriefes  ergangen.  Der  Brief  folgt,  wie  schon  erwähnt, 
der  Johannesapokalypse.  Er  beginnt  auf  fol.  159^  col.  I.  Der 
erhaltene  Teil  umfasst  neun  Blätter  und  eine  Columne,  so  dass 
der  Brief  mit  Blatt  168*  col.  I  endet.  Die  Überschrift  ist  zum 
Teil  unleserlich,  sie  lautet: 

. . .  cKOf iNGioyc  a; 

Die  Unterschrift  ist  vollkommen  deutlich: 

XAHMeNTOC  nfOC  )<0 

flNGlOyC  eniCTOAH 

A. 

Im  Texte  des  Briefes  ist  zunächst  eine  grosse  Lücke  durch 
den    Verlust    eines    ganzen    Blattes    entstanden,    das    zwischen 

foL  167  und  foL  168  ausfiel:  c.  57  g  bis  c.  634  [ται.  ccv&^  ών 

αοηνεΰοαι  λο  . .]  fehlen.  Sodann  sind  durch  Abnützung  der  inneren 
Ecken  an  vielen  Stellen  Wortteile  oder  ganze  AVörter  ausgefallen. 
Dasselbe  ist  auch  öfters  mitten  in  den  Blättern  geschehen;  von 
dem  spröde  gewordenen  Pergamente  sind  die  Buchstaben  abge- 
sprungen, oder  das  Pergament  ist  schadhaft  und  löcherig  ge- 
worden, und  es  haben  sich  so  zahlreiche  Lücken  gebildet.  End- 
lich hat  der  unvorsichtige  Gebrauch  von  Gallustinktur  durch  den 


Prolegomena.     1.  Die  Codices.  5 

ersten  Herausgeber  Patrik  Young  grosse  schwarze  Fleckeu  in 
der  Handschrift  hinterlassen,  so  dass  ganze  Partien  unleserHch 
geworden  sind;  besonders  fol.  159S  162^  163^  16δ^  166^  167*^ 
sind  durch  dies  Verfahren  sehr  stark  mitgenommen  worden. 
Ahnliches  gilt  von  Π.  Clem.,  um  auch  diesen  zu  erwähnen: 
schadhafte  Stellen,  Lücken,  Flecken  machen  den  erhaltenen  Text 
lückenhaft,  ferner  fehlt,  wie  oben  bemerkt,  c.  12  5  ff.  In  solchem 
Zustande  ist  der  älteste  und  bis  vor  kurzem  einzige  Texteszeuge 
erhalten. 

2.    Der   Codex   Constantiuopolitanus. 

Die  lauge  Zeit  hindurch  so  mangelhafte  Kenntnis  des 
Clemenstextes  wurde  unvermutet  durch  ein  Ende  1875  erschie- 
nenes Buch  des  schon  erwähnten  Patriarchen  Bryennios  vervoll- 
ständigt. Der  Band  trägt  den  Titel:  Τον  Iv  αγίοις  πατρός  τ/μών 
Κλ//μεντος  επιοκόττου  ''Ρώμης  αί  όνο  προς  Κορίν&ίονς  έπιοτο- 
λαί.  Έκ  γειρογράφον  της  εν  Φαναρίω  Κίονοταντινονπόλεως 
βιβλίοϋ^/'/κης    τον  Παναγίον    Τάφον   ννν    πρώτον    εκδίδόμεναι 

πλι'ιρεις νπο  Φιλοΰ^έον  Βρνεννίον  ....   Έν  Κωνοταντι- 

νονπόλεί  1875. 

Der  Sammelcodex,  dem  Bryennios  den  Text  seiner  wert- 
vollen Edition  entnahm,  war  Nr.  456  der  dem  jerusalemer  Pa- 
triarchate gehörenden  ..Bibliothek  des  heiligen  Grabes"  zu  Kon- 
tantinopel.  Gegenwärtig  wird  der  Codex  in  Jerusalem  aufbewahrt 
als  No.  54  der  Heiligeograbes-Bibliothek.  Die  Handschrift  ist 
auf  Pergament  in  Oktav  (19  cm  :  15  cm)  mit  CursiA^schrift  ge- 
schrieben, sie  enthält  auf  ihren  120  Blättern  zu  durchschnittlich 
je  23  Zeilen,  die  in  einer  Columne  stehen,  eine  Reihe  von 
höchst  wichtigen  Litteraturdenkmalen  der  ältesten*  Christenheit. 
Der  Inhalt  des  Codex  ist  folgender: 

fol.  1^—32^  die  αννοψις  της  παλαιάς  όιαΰ-ηκης  von  Jo- 
hannes Chrysostomus. 

fol.  33* — Sl*'  der  Barnaba.sbrief, 

fol.  51^ — 70*  der  erste  Clemensbrief, 

fol.  70* — 76*  der  zweite  Clemensbrief, 

fol  76*— SOb  die  Didache, 

fol.  81*— 82*  Brief  der  Maria  von  Kassobola  an  Ignatius 
von  Antiochien, 

fol.    S2* — 120*     die    Ignatiusbriefe     in     der     interpolierten 


β  Enopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

Sammlung  imd  zAvar  in  der  Reihenfolge:  an  Maria,  an  die 
Trauen ser,  an  die  Magnesier,  \m  die  Tarsener,  an  die  Philipper, 
an  die  Philadelphier,  an  die  Smyrnäer,  an  Polykarp,  an  die  An- 
tiochener,  an  Heron,  an  die  Eplieser,  an  die  Römer. 

Abfassiingszeit  imd  Schreiber  der  Handschrift  sind  uns  be- 
kannt. Eine  Notiz  auf  dem  letzten  Blatte  des  Codex  —  sie  ist 
in  der  Clemensausgabe  des  Bryennios  facsimiliert  wiedergegeben 
—  belehrt  uns,  dass  der  Band  Dienstag,  den  1 1.  Juni  des  Jahres 
0564  (der  byzantynischen  Ära  =  1056  n.  Chr.)  von  der  Hand  des 
Schnellschreibers  Leo  beendet  wurde  \^Ετίλειο)ϋ•η  μηνΐ  %vvico 
εις  τας  la.  ημέραν  γ .  Ινδ.  ϋ^ .  ετονς  Οτφξο'.  χειρί  Λέοντος  νο- 
ταρίον  καϊ  αλείτον].  Geschrieben  wurde  der  Codex  wohl  in 
Konstantinopel,  und  er  bildete  sicher  schon  seit  geraumer  Zeit 
einen  Bestandteil  der  Phanarbibliothek  des  Jerusalemer  Patri- 
archates.    Sonst  ist  von  seinen  Schicksalen  nichts  bekannt. 

Als  Sigel  des  Codex  hat  Bryennios  und,  ihm  folgend, 
Hilgenfeld  den  Buchstaben  I  gebraucht  (ΐεροοολυμιτικός).  Diese 
Bezeichnung  hat  jetzt,  wo  die  Handschrift  sich  auch  thatsäch- 
lich  in  Jerusalem  befindet,  an  Berechtigung  gewonnen.  Dennoch 
habe  ich,  Gebhardt-Harnack  und  Lightfoot  folgend,  das  Sigel 
C  (Constantinopolitanus)  gewählt,  denn  in  Konstantinopel  ist  der 
Codex  wohl  die  längste  Zeit  gewesen,  und  dort  wurde  er  auch 
gefunden.  Ein  photographisches  Facsimile  der  die  Clemensbriefe 
enthaltenden  Codexblätter  hat  Lightfoot  am  Schlüsse  seiner 
Clemensausgabe  gegeben. 

3.    Der  syrische   Codex. 

Wenige  Monate  nach  dem  Erscheinen  von  Bryennios'  Edi- 
tion, am  17.  Juni  1876,  teilte  R.  L.  Bensly  gleichzeitig  in 
„Academy"  und  „Athenaeum"  mit,  dass  er  in  einer  kürzlich  von 
der  Cambridger  Universitätsbibliothek  erstandenen  syrischen 
Bibelhandschrift  eine  vollständige  syrische  Übersetzung  der 
beiden  Clemensbriefe  entdeckt  habe.  Der  betreffende  Codex 
hatte  zur  Privatbibliothek  des  verstorbenen  Pariser  Orientalisten 
Julius  Mohl  gehört,  aus  dessen  Nachlasse  ihn  die  Cambridger 
Universitätsbibliothek  erwarb.  Bensly  hatte  in  seiner  Ankündi- 
gung versprochen,  die  syrische  Übersetzung  der  Clemensbriefe 
möglichst  rasch  erscheinen  zu  lassen,  indessen  ist  die  Veröffent- 


Prolegomena.    Ι.  Die  Codices.  7 

lichung  bis  jetzt  noch  nicht  erfolgt,  Bensly  selbst  ist  inzwisclien 
gestorben.  Doch  hat  Lightfoot  für  seine  letzte  Ausgabe  der 
beiden  Clemensbriefe  den  Text  von  S  (mit  diesem  Sigel  bezeich- 
nete er  den  Syrus)  unter  dem  Beistande  Benslys  sorgfältig 
untersucht  und  seine  Lesarten  verzeichnet.  Auch  hat  der  näm- 
liche Gelehrte  im  1.  Bande  der  Edition  eine  genaue  Beschreibung 
der  Handschrift  gegeben.  Den  Angaben  Lightfoots  ist  folgendes 
zu  entnehmen. 

Der  Codex  [Signatur:  Add  MSS  1700  der  Cambridger  Uni- 
versitätsbibliothek] ist  eine  Pergamenthandschrift,  24  :  16  cm,  jede 
Seite  hat  zwei  Columnen  von  durchschnittlich  38  Zeilen.  Den 
Inhalt  des  Bandes  bildet  das  neue  Testament  und  zwar  in  der 
Charklensischen  Recension  der  Philoxeniana.  Die  ßeihenfolge 
der  Bücher  ist: 

1.  Die  vier  Evangelien;  daran  angehängt  die  Leidens- 
geschichte, δια  τεϋΰάρων  dargestellt; 

2.  Apostelgeschichte  und  katholische  Briefe.  Am  Schlüsse 
dieser  Abteilung,  hinter  dem  Judasbriefe,  stehen  L  u.  IL  Clem.; 

3.  Die  Paulusbriefe  samt  dem  Hebräerbriefe,  der  den 
Schluss  bildet. 

Die  Apokalypse  fehlt.  Die  drei  angeführten  Abteilungen 
sind  deutlich  voneinander  getrennt,  jede  derselben  hat  ihre 
eigene  Unterschrift  und  ein  eigenes  Lectionenverzeichnis.  Auf 
der  Columne  b  der  letzten  Seite  des  Manuscripts  steht  eine 
längere  Unterschrift  zum  ganzen  Buche.  Sie  belehrt  uns,  dass 
die  Handschrift  auf  Kosten  und  zu  Nutzen  des  keuschen  Mönches 
und  frommen  Priesters  in  der  Stadt  Edessa,  Rabban  Basil,  ge- 
nannt Bar  Michael,  von  dem  Mönche  Sahda  im  Kloster  der 
Mönche  des  heiligen  Berges  zu  Edessa  geschrieben  wurde.  Als 
Zeitpunkt  der  Vollendung  der  Handschrift  gibt  die  Unterschrift 
das  Jahr  14S1  der  Griechen  (d.  h.  der  Seleucidenära)  an,  das  dem 
Jahre  1169/70  n.  Chr.  entspricht. 

Über  die  Schicksale  der  Handschrift  ist  absolut  nichts  be- 
kannt. Höchst  merkwürdig  ist  nur,  dass  die  Entdeckung  nicht 
schon  früher  gemacht  wurde. 

Die  Clemensbriefe  stehen  mit  Apostelgeschichte  und  katho- 
hschen  Briefen  in  der  nämlichen  Abteilung,  die  Lectionenein- 
teilung  geht  durch  alle  diese  Schriften  gleichmässig  hindurch. 
Der  Abschreiber  wenigstens  hat  beide  Briefe  für  kanonisch  an- 


8  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

gesellen  und  auch  wahrscheinlich,  wie  aus  der  gemeinsamen 
Unterschrift  am  Ende  zu  schliessen  ist,  gemeint,  dass  sie  schon 
in  der  Philoxeniana  mit  übersetzt  und  auch  durch  Thomas  von 
Charkel  mit  recensiert  worden  seien.  Doch  ist  diese  Annahme 
falsch.  Vornehmlich  zwei  Gründe  sprechen  dagegen:  1.  Die 
Übersetzung  der  Clemensbriefe  ist  anders  geartet  als  die  philo- 
xenianisch-charkleusische  Bibelübersetzung.  2.  Jede  der  drei 
grossen  Abteilungen,  Evangelien,  Apostelgeschichte  u.  katholische 
Briefe,  Paulusbriefe,  hat  ihre  eigene  Unterschrift,  die  den  Tradi- 
tionsbericht hinsichtlich  der  Übersetzung  und  der  Recension 
bringt.  Die  Clemensbriefe,  die  in  der  mittleren  Abteilung  stehen, 
entbehren  jeder  Unterschrift,  denn  die  Unterschrift  zur  zweiten 
Abteilung  steht  bereits  hinter  dem  Judasbriefe.  Die  Tradition 
wusste  nichts  über  die  Verbindung  der  Clemensbriefe  mit  der 
syrischen  Bibelübersetzung. 

Die  Clemensbriefe  sind  also  kein  ursprünglicher  Bestandteil 
des  philoxenianisch-charklensischen  neuen  Testamentes  gewesen, 
sondern  scheinen  erst  später,  und  zwar  offenbar  ganz  vereinzelt, 
der  syrischen  Bibel•  einverleibt  worden  zu  sein.  Ausser  unserm 
Codex  lässt  sich  kein  anderes  direktes  oder  indirektes  Zeugnis 
für  kanonische  Wertung  der  Clemensbriefe  in  der  syrischen 
Kirche  nachweisen.  Wann,  wo  und  von  wem  die  Übersetzung 
angefertigt  wurde,  lässt  sich  nicht  sagen.  Bensly  meint,  sie  sei 
aus  der  Schule  des  Jakob  von  Edessa,  gestorben  1019  d.  Gr. 
(=  708  n.  Chr.).  Auf  jeden  Fall  bildet  sie  einen  Teil  der 
reichen  syrisch-christlichen  Nationallitteratur,  die  sich  die  mono- 
physitische  Kirche  Syriens  durch  Übersetzungen  aus  dem  Grie- 
chischen herstellte. 

4.    Die  lateinische  Übersetzung. 

Zu  den  drei  orientalischen  Texteszeugen  trat  in  unserm 
Jahrzehnte  noch  ein  vierter,  ein  abendländischer.  Am  An- 
fang des  Jahres  1894  liess  der  Benedictiner  Germain  Moriu  in 
Maredsous  als  zweiten  Band  seiner  Sammlung:  Anecdota  Mared- 
solana  ein  Buch  erscheinen  unter  dem  Titel:  Sancti  Clementis 
Romani  ad  Corinthios  epistulae  versio  latina  antiquissima.  Morin 
entjiahm  den  Text  seiner  Veröffentlichung  einem  Codex,  den  er 
Ende  1893    in   der  Bibliothek  des   Priesterseminares   zu  Namur 


ProlegomeDa.    Ι.  Die  Codices.  g 

gefunden  hatte.  Der  Band  hatte  ursprünglich  einen  Teil  der 
Klosterbibliothek  von  Florennes  gebildet,  wie  aus  dem  Titel  auf 
dem  ersten  Blatte  hervorgeht:  Liber  Sancti  Johannis  Baptiste 
Florinensis  Cenobii.  Die  Handschrift  stammt  aus  dem  11.  oder 
Anfang  des  12.  Jahrhunderts  und  besteht  aus  127  Pergament- 
blättern, 30-5  cm:  21  cm.  Die  einzelnen  Seiten  sind  mit  je  einer 
Columne  von  durchschnittlich  einigen  30  Zeilen  beschrieben.  Der 
Inhalt  des  Codex,  der  wie  C  ein  Sammelcodex  ist,  umfasst 
folgende  Stücke: 

1.  Praefatio  Rufini  in  historia  Clementis  papae. 

2.  Die  10  Bücher  der  historia  Clementis  papae  (d.  h.  die 
Recognitiones). 

3.  Epistola  beati  Clementis  ad  Jacobum  fratrem  Domini. 

4.  Epistola  Clementis  ad  Corintios. 

5.  Libellus  Bedan  presbyteri  de  locis  sanctis. 

H.  Die  passio  s.  Longini  (dies  letzte  Stück  der  Sammlung 
ist  von  anderer  Hand  als  die  vorhergehenden  geschrieben). 

Der  eigentümliche  Inhalt  des  Codex,  zusammengehalten  mit 
der  Nachricht,  dass  er  einst  Eigentum  des  Florinensis  cenobii 
gewesen  sei,  gibt  eine  Handhabe,  einige  Vermutungen  über  die 
Entstehung  der  Handschrift  aufzustellen  (vgl.  Harnack  in  den 
Sitz.-Ber.  der  k.  preuss.  Akademie  der  Wissenschaften  zu  Berlin 
1894  S.  261  ff.  u.  S.  601  ff.).  Das  Kloster  von  Florennes  wurde 
von  Gerhard  (Rheimser  Kanonikus,  seit  1012  Bischof  von  Cam- 
brai)  zu  Beginn  des  11.  Jahrh.  gegründet  und  der  Leitung  des 
Abtes  Richard  von  Verdun,  eines  berühmten  Hauptes  der  clu- 
niacensischen  Reformpartei,  unterstellt.  Unsere  Handschrift  nun 
gehört  wahrscheinlich  dem  11.  Jahrh.  an.  Wenn  dem  so  ist, 
dann  ist  sie  nicht  viel  später  als  das  Kloster  selbst  entstanden. 
Ja,  es  sind  Zeichen  vorhanden,  die  den  Codex,  oder  aber  seine 
Vorlage,  direkt  mit  dem  Abte  Richard  in  Verbindung  bringen. 
Erstens  steht  es  fest,  dass  im  Gegensatz  zu  den  ungebildeten, 
weltlich  gesinnten  Klerikerkreisen  die  Männer  der  Reform  in 
löblichem  Eifer  auf  Hebung  der  Bildung  in  den  Klöstern  ihres 
Machtbereiches  bedacht  waren.  Dazu  war  aber  vor  allen  Dingen 
die  Beschaffung  einer  Bibliothek  nötig.  Weiter:  Der  Codex 
stellt  in  seinem  überwiegenden  Teile  ein  Corpus  Clementinum 
dar,  von  seinen  127  Blättern  enthalten  über  116  nur  Clementina. 
Clemens    aber,   jener    sagenhaft    verherrlichte  Papst    der    Christ- 


10  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

liehen  Urzeit,  ist  samt  seineu  Collegen  der  nämlichen  Periode  mit 
Vorliebe  in  den  Reformkreisen  gefeiert  worden.  Die  Thatsache 
also,  dass  wir  hier  eine  deutliche  Zusammenstellung  clementi- 
nischer  Litteratur  haben,  weist  entschieden  auf  einen  Mann  der 
Reform  als  den  Urheber  der  Sammlung  hin.  Endhch  ist  noch 
folgendes  zu  beachten:  Auf  den  letzten  Blättern  des  Codex  steht 
der  Libellus  Bedan  presbyteri  de  locis  sanctis  und  die  passio 
Longini.  Die  erste  Schrift  enthält  palästinensische  Geographie 
und  Archäologie,  die  zweite  eine  palästinensische  Märtyrer- 
legende. Beide  also  führen  uns  ins  heilige  Land.  Nun  wissen 
wir  aber,  dass  Richard  von  Verdun  in  der  That  eine  Kreuzfahrt 
unternommen  hat  (c.  17 ff.  der  Vita  Richardi  ed.  Wattenbach  in 
den  Monumenta  Germaniae,  Script.  XI  p.  280 — 290).  —  Auf 
Hebung  der  Bildung  bei  seinen  Mönchen  musste  Richard  bedacht 
sein,  Clemens  und  das  heilige  Land  waren  sicher  zwei  Brenn- 
punkte seines  Interesses:  so  wird  es  sehr  wahrscheinlich,  dass 
der  Coijex  oder  wenigstens  seine  direkte  Vorlage,  die  die  näm- 
lichen Stücke  umfasste,  auf  Richards  Anweisungen  zusammen- 
gestellt wurde.  Soviel  lässt  sich  über  die  Entstehung  der  Hand- 
schrift mutmassen.  Sonst  ist  von  ihrer  Geschichte  nichts  bekannt, 
auch  nicht,  wann  und  wie  sie  an  ihren  gegenwärtigen  Aufent- 
haltsort kam. 

Bemerkenswert  ist  nur  noch,  dass  Avir  den  lateinischen 
Clemensbrief  noch  in  einem  andern  alten  belgischen  Kloster 
nachweisen  können.  Der  Katalog  des  Klosters  Lobbes,  der  im 
Britischen  Museum  aufbewahrt  wird  und  aus  dem  Jahre  1049 
datiert  ist,  zählt  die  vetus  Latina  des  Clemensbriefes  mit  noch 
einigen  anderen  altkirchlichen  Werken  (aber  nicht  denselben  wie 
im  Florennes'schen  Codex)  als  in  einem  Bande  vereinigt  auf. 
Da  die  Clemensübersetzung  oftenbar  im  Abendlande  ziemlich 
selten  war,  da  die  beiden  Klöster,  Florennes  und  Lobbes,  nahe 
bei  einander  liegen,  da  endlich  auch  die  Zeit,  in  der  unsere 
Übersetzung  in  den  Bibliotheken  beider  nachzuweisen  ist,  die 
nämliche  ist,  so  scheint  die  Annahme  nicht  abzuweisen,  dass 
beide  Abschriften  der  altlateinischen  Übersetzung  des  ersten 
Clemensbriefes  in  nahem  genealogischen  Verhältnisse  stehen. 
Sollten  sie  im  ersten  Grade  mit  einander  verwandt  sein,  so  wird 
wohl  die  Paternität  dem  Lobbes'schen  Codex  zuzuerkennen  sein, 
weil   dieser   den  Clemensbrief  ganz  losgelöst  aus   der  so   natür- 


Prolegomena.     Ι.  Die  Codices.  lU 

liehen  Verbindung  mit  den  Recognitionen  bietet,  während  die 
Florennes"sche  Handschrift  diese  Verbindung  aufweist.  Es  ist 
viel  -wahrscheinlicher,  dass  der  Zusammensteller  des  letzteren 
Codex,  sammelnd,  die  ihm  erreichbaren  Stücke  der  clementinischen 
Litteratur  zu  einem  Corpus  vereinigte,  als  dass  der  Abschreiber 
von  Lobbes  die  Verbindung  des  Clementinum  zerriss.  Den  Codex 
Lobiensis  werden  wir  wohl  nie  für  die  vetus  Latina  zum 
1.  Clemensbriefe  verwenden  können;  die  Bibliothek  dieses  Klosters 
ist  zum  grössten  Teile  durch  einen  grossen  Brand  1546  ver- 
nichtet worden.  Nicht  ausgeschlossen  aber  ist  die  Hoffnung, 
dass  sich  noch  in  einem  anderen  belgischen  oder  nordfranzösischen 
Kloster  eine  Handschrift  unserer  Übersetzung  findet. 

Das  einzig  wertvolle  Stück  des  Codex  Florinensis  ist  das 
vierte,  eben  unsere  epistola  Clementis  ad  Corintios.  Sie  beginnt 
in  der  Handschrift  auf  Fol.  104  b  unten  (c.  I2  enim  e  peregre 
steht  bereits  auf  dem  folgenden  Blatte)  und  endet  Fol.  117  a 
bald  nach  der  Mitte  der  Seite,  umfasst  also  25  Seiten  der  Hand- 
schrift. Der  Text  der  Übersetzung  ist  vollständig  erhalten,  ab- 
gesehen natürlich  von  kleineren  Auslassungen,  die  der  Unacht- 
samkeit der  aufeinanderfolgenden  Abschreiber  zur  Last  fallen. 
Der  Text  ist  leicht  zu  lesen,  keine  einzige  Stelle  ist  verwischt, 
befleckt  oder  durch  Zerstörung  des  Pergamentes  unleserlich. 
Morin  hat  in  seiner  Ausgabe  sich  im  allgemeinen  streng  an  die 
von  der  Handschrift  gebotene  Textesgestalt  gehalten,  nur  ganz 
offenkundige,  sinnlose  Schreibfehler  hat  er  verbessert,  im  übrigen 
aber  alle  Souderlichkeiten,  orthographische  Inconsequenzen  (die 
sehr  zahlreich  sind)  beibehalten.  Seine  Abweichungen  vom 
überlieferten  Texte  hat  er  sorgfältig  angegeben,  desgleichen  die 
Correcturen  erster  und  späterer  Hand,  die  .sich  in  der  Hand- 
schrift finden,  so  dass  man  aus  seiner  Ausgabe  ein  genaues  Bild 
der  Textesüberlieferung  gewinnt, 

Sigel  dieses  jüngst  entdeckten  abendländischen  Texteszeugen 
möge,  in  Consequenz  der  Lightfootschen  Bezeichnung  des  Syrers, 
der  Buchstabe  L  (Latinus)  sein. 


12  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 


IL   Die  Ausgaben. 

In  der  Gescliichte  der  Ausgaben  des  L  Clem.  bildet  das 
Jahr  1875,  das  zum  erstenmale  einen  zweiten  Texteszeugen  und 
einen  vollständigen  Text  brachte,  den  AVendepunkt.  Vor  Bry- 
ennios  hatten  es  die  Herausgeber  mit  einem  unvollständigen  und 
auch  in  dem,  was  erhalten  war,  vielfach  verstümmelten  und 
lückenhaften  Texte  zu  thun  gehabt.  Diese  Ausgaben  sind  natür- 
lich durch  die  neueren  Funde  veraltet  und  haben  nur  ein  rein 
historisches  Interesse.  Der  Conjectur,  der  naturgemäss  bei  der 
Textesbeschaffenheit  von  Α  ein  weites  Feld  gegeben  war,  bedarf 
es  nun  nicht  mehr,  oder  vorsichtiger  ausgedrückt:  so  wie  der 
Text  jetzt  von  unseren  vier  Zeugen  dargeboten  wird,  ist  darin 
keine  Stelle  vorhanden,  die  uns  zwingend  zur  Conjectur  nötigte. 
Eine  geringfügige  Ausnahme  bildet  höchstens  4δΰ  εϊπωμεν,  wo 
S  εϊπω,  Α  εϊπομεν,  L  ebenfalls  είπομεν  (dicimus),  C  εϊποιμεν 
hat  (33?  bleibe  ich  bei  ϊόωμεν,  das  alle  Texteszeugen  haben). 

Die  beiden  Clemensbriefe  haben,  wie  dies  bei  dem  Stande 
der  Überlieferung  natürlich  war,  auch  vor  1875  im  allgemeinen 
dieselben  Ausgaben  erlebt.  Nur  wenige  Herausgeber  haben  sich 
vor  Bryennios  damit  begnügt,  den  im  Codex  Α  vollständiger 
erhaltenen  I.  Clem.  allein  zu  edieren,  weitaus  die  meisten  haben, 
wenn  auch  teilweise  nur  unter  dem  Titel  von  fragmenta  und 
reliquiae  die  in  Α  erhaltenen  Teile  des  zweiten  Briefes  mit 
herausgegeben.  Das  Verzeichnis  der  Editoren,  bis  zum  Jahre  1875 
fortgeführt,  ist  bei  Gebhardt-Harnack,  Patr.  apost.  opera  fasc.  I 
part  I  ed.  II,  1876  pag.  XVIII  f  zu  finden.  Ausführlicher  hat 
Hilgenfeld  die  vor  seiner  zweiten  Edition  erschienenen  Ausgaben 
charakterisiert  in  Clementis  Romani  Epistulae  (Nov.  Test,  extra 
canonem  receptum)  ed.  II  1876  pag.  Xlllff.  Über  alle  Ausgaben, 
auch  die  nach  Bryennios  erschienenen,  gibt  Lightfoot  im  ersten 
Bande  seines  S.  Clement  of  Rome,  London  1890,  pag.  400—405, 
Rechenschaft  unter  dem  Titel:  The  printed  text  and  editions. 

Die  zahlreichen  Editionen  vor  Bryennios  beruhen  nur  zum 
Teile  auf  selbständiger  EntziÖ'erung  des  Codex  Α  durch  die 
Herausgeber,  die  meisten  der  letzteren  begnügten  sich  damit, 
die  Ausgaben  von  Vorgängern,  mehr  oder  minder  durch  eigene 
Conjecturen  verbessert,  herauszugeben.    Alle  Editionen  zwischen 


ProlegomeDa.     II.  Die  Ausgaben.  13 

Junius  und  Bryennios  anzuführen,  ist  unnötig,  sie  können  an 
den  angegebenen  Orten  nachgesehen  werden.  Hier  mögen  im 
folgenden  nur  diejenigen  Herausgeber  erwähnt  werden,  die  durch 
eigene  Beschäftigung  mit  dem  Codex  Α  eine  allmählich  wachsende, 
auf  positiver  Grundlage  beruhende  Kenntnis  des  Textes  ver- 
mittelten. 

Die  editio  princeps  des  I.  Clem.  erfolgte,  wie  schon  erwähnt, 
durch  Patrik  Young:  Clementis  ad  Corinthios  epistola  prior.  Ex 
laceris  reliquiis  vetustissimi  exemplaris  Bibliothecae  Regiae  eruit, 
lacunas  explevit,  Latine  vertit  et  notis  brevioribus  illustravit 
Patricius  Junius.  Oxonii  1633.  Young  hatte  die  Handschrift 
für  seine  Verhältnisse  geschickt  gelesen  und  die  Lücken  im  Texte 
mit  recht  guten  eigenen  Conjecturen  ausgefüllt,  die  er  durch 
roten  Druck  kenntlich  machte.  Leider  hat  er  aber  infolge  des 
erwähnten  Gallustincturverfahrens  seinen  Nachfolgern  eine  sehr 
verschlechterte  Handschrift  hinterlassen.  Um  die  immerhin  zahl- 
reichen, bei  einer  editio  princeps  entschuldbaren  Fehler  der 
Young'schen  Ausgabe  zu  verbessern,  verglichen  Mill  und  Grabe 
den  Codex  aufs  neue.  Auf  Grund  ihrer  Collationen  und  nach 
eigener  mehrmaliger  Vergleichung  Hess  Wotton  1718  zu  Cam- 
bridge die  Clemensbriefe  aufs  neue  erscheinen.  Die  Ausgabe  ist 
sehr  sorgfältig  gearbeitet,  mit  ausführlichem  Commentare  ver- 
sehen, der  Anmerkungen  von  Young,  Cotelerius  und  Bois  bringt. 
Wotton  wollte,  soweit  der  Text  erhalten  und  lesbar  war,  nur 
diesen  wiedergeben,  und  zwar  Buchstaben  für  Buchstaben,  bloss 
die  Abkürzungen  löste  er  auf  und  offenbare  Verschreibungen, 
orthographische  Fehler  u.  ä.  verbesserte  er.  Die  nun  schon  mit 
einem  ziemlichen  Grade  von  Genauigkeit  entzifferte  Handschrift 
nahm  in  unserem  Jahrhundert  Jacobson  aufs  neue  vor  und  ver- 
wandte die  Ergebnisse  dieser  Durcharbeitung  für  den  Clemens- 
text in  seiner  Ausgabe  des  Clemens,  Ignatius  und  Polykarp: 
S.  Clementis  Romani,  S.  Ignatii,  S.  Polycarpi,  Patrum  aposto- 
licorum,  quae  supersunt.  Oxon.  1838  (2.  Ausgabe  1840,  3.  1847, 
4.  1863). 

Für  die  EntzifiFerung  der  Handschrift  war  durch  die  Be- 
mühungen der  genannten  Männer  schon  viel  gethan.  Um  nun 
aber  auch  weiteren  Kreisen  eine  klare  Anschauung  von  dem 
Aussehen  und  der  Beschaffenheit  der  Clemenspartien  im  Codex  Α 
zu  verschaffen  und  zugleich  der  Textkritik  ein  wertvolles  Werk- 


14  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

zeug  an  die  Hand  zu  geben,  sahen  sich  die  Curatoren  des  Briti- 
schen Museums  auf  ein  Memorandum  von  Oxforder  und  Cam- 
bridger Professoren  hin  veranlasst,  Sir  Frederick  Madden  mit  der 
photographischen  Vervielfältigung  der  betreffenden  Blätter  des 
Codex  Α  zu  beauftragen.  Die  Photographieen  erschienen  1856 
unter  dem  Titel:  Photographic  Facsimiles  of  the  remains  of  the 
epistles  of  Clement  of  Rome.  Allein  diese  photographische  Ver- 
vielfältigung ist  ziemlich  unbrauchbar.  Tischendorf,  der  1865  in 
London  eines  von  den  wenigen  Exemplaren  dieser  Ausgabe  zum 
Geschenke  erhielt,  berichtet  (in  der  Vorrede  zum  Appendix), 
dass  uon  tam  litteras  photographus  quam  maculas  reddiderit. 
Unde  factum  est,  iit  de  undecim  foliis  illis  paginae  novem  maculis 
nigris  plus  minus  deformatae  ex  manibus  photographi  prodirent, 
quattuor  vero  paucis  exceptis  ad  eruendam  scripturam  adhiberi  vix 
possent.  Die  Gallusflecken  erscheinen  auf  der  Photographie  ganz 
schwarz,  so  dass  auch  Partien,  die  in  der  Handschrift  selbst 
durch  die  Flecken  hindurch  zn  erkennen  sind,  in  der  Wiedergabe 
absolut  nicht  zu  lesen  sind.  Um  ein  brauchbareres  Facsimile 
herzustellen,  liess  Tischendorf  die  die  Clemensbriefe  enthaltenden 
Codexblätter,  mit  facsimiiierten  Typen  gedruckt,  zu  Leipzig  1867 
erscheinen,  und  zwar  als  Teil  seines  Appendix  Codicum  Celeber- 
rimorum  Sinaitici,  Vaticani,  Alexandrini.  Tischendorfs  geübten 
Augen  war  es  gelungen,  noch  eine  ganze  Reihe  bisher  über- 
sehener Abweichungen  des  Codex  von  den  Ausgaben  zu  ent- 
decken und  im  Facsimile  zur  Darstellung  zu  bringen,  sowie  an 
einigen  bisher  noch  nicht  entzifferten  Stellen  den  Text  trotz 
aller  Schwierigkeit  herauszulesen.  Einzelne  Versehen  und  Über- 
sehen, die  im  Texte  des  Facsimiles  nicht  mehr  zu  ändern  waren, 
stellte  er  in  der  Vorrede  nachträglich  richtig. 

Inzwischen  hatte  Lightfoot  den  Codex  durch  Vansittart  noch 
einmal  gründlich  vergleichen  lassen  und  das  Ergebnis  der  Colla- 
tion  dann  mit  dem  Texte  des  Tischendorf'schen  Appendix 
zusammengehalten.  Für  die  Fälle,  in  denen  die  beiden  differierten, 
verglich  Lightfoot  selbst  nochmals  die  Handschrift  genau.  Das 
Ergebnis  seiner  Bemühungen  legte  er  im  Texte  seiner  ersten 
Ausgabe  von  S.  Clement  of  Rome  (London  1869)  nieder. 

Tischendorf  gab  daraufhin  repetitis  curis  den  Clemenstext 
von  Α  nochmals  heraus :  Clementis  Romani  Epistulae  (Leipzig  1 873). 
Die    Differenzen,    die    nun    noch    zwischen    ihm    und    Lightfoot 


Prolegomena.     II.  Die  Ausgaben.  15 

bestanden,  machte  Wriglit  zum  Gegenstande  einer  neuen  Unter- 
suchung. Die  Ergebnisse  dieser,  sowie  einer  wiederholten  eigenen 
Vergleichung  konnte  Lightfoot  noch  in  seinem  Appendix  von 
1S76  verwenden  und  in  seiner  posthumen  zweiten  Ausgabe  des 
S.  Clement  of  Rome,  die  1890  zu  London  erschien,  ist  das  ab- 
schliessende Resultat  seiner  Bemühungen  hinsichtlich  des  Codex  Α 
mit  niedergelegt.  Über  Tischendorf  und  Lightfoot  hinaus  wird 
%vohl  nichts  mehr  zur  Entzifferung  der  oft  schwer  zu  lesenden 
Handschrift  gethan  werden.  Durch  die  Bemühungen  dieser 
beiden  Männer  ist  die  Textesgestalt  des  L  Clem.  (und  auch  des 
11.  Clem.,  soweit  dieser  erhalten),  wie  sie  der  Codex  Α  bietet, 
endgiltig  festgestellt  worden.  Nachträglich  ist  noch  zu  erwähnen, 
dass  nun  auch  der  berechtigte  Wunsch  nach  einem  guten  Fac- 
simile  in  Erfüllung  gegangen  ist.  λ^οη  englischer  Seite  her  ist 
ein  vortreffliches  Facsimile,  und  zwar  des  gesamten  Codex  Α 
(Α.  Τ.  u.  Ν.  Τ.),  in  vier  Bänden  erschienen:  Facsimile  of  the 
Codex  Alexandrinus,  London  1879 ff.  Published  bj  order  of  the 
Trustees  and  sold  at  the  British  Museum.  Band  IV,  der  zuerst 
erschien,  enthält  N.  T.  und  Clemensbriefe. 

So  war  durch  die  sich  ablösende  Arbeit  von  Generationen 
die  Textesgestalt,  die  der  einzige  Zeuge  bot,  ermittelt,  als  das 
Jahr  1875  die  Clemensedition  des  Bryennios  brachte.  Abgesehen 
davon,  dass  jetzt  die  noch  fehlenden  Partien  der  Clemensbriefe 
beigebracht  waren,  wurde  nun  erst  die  Möglichkeit  gegeben, 
die  Ausgaben  nicht  mehr  nur  durch  immerhin  individuelle  und 
stets  unsichere  Conjecturen  von  einander  abweichen  zu  lassen, 
sondern  ihnen  durch  prinzipielle  Stellung  zu  den  Textzeugen 
eine  verschiedenartige  Ausgestaltung  zu  geben.  Darum  gewinnt 
von  jetzt  ab  jede  einzelne  Ausgabe  erhöhtes  Literesse.  Im 
folgenden  sollen  diese  Editionen  seit  Bryennios  aufgeführt  und 
kurz  charakterisiert  werden. 

Bryennios  selbst  hatte  mit  seiner  Edition  keinesAvegs  eine 
einfache  Wiedergabe  des  C-Textes  bezweckt.  Durch  Auswahl 
zwischen  den  Lesarten  von  Α  und  C  stellte  er  eine  kritische  Aus- 
gabe her.  Dabei  ist  er  in  der  Hauptsache  seinem  neuentdeckten 
Codex  C  gefolgt,  den  er  entschieden  vor  Α  bevorzugt  hat. 

In  dieser  AVertung  der  beiden  Zeugen  fand  Bryennios  einen 
Nachfolger  an  Hilgenfeld,  der  1876  im  Novum  Testamentum 
extra    canonem    receptum    fasc,    1    die    Clemensbriefe    neu    (eine 


15  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

frühere  Ausgabe  war  bereits  1866  erschienen)  herausgab.  Hilgen- 
feld  zieht  noch  bedeutend  consequ enter  als  Bryennios  die  Über- 
lieferung von  C  derjenigen  von  Α  vor.  Codicem  J,  salva  codicis 
Α  laude,  pluris  aestumandum  esse  censui,  urteilt  er  in  den  Prole- 
gomenen  (p.  XXII  unten).  Nur  an  verhältnismässig  wenigen 
Stellen  folgt  Hilgenfeld  dem  Codex  A.  Die  wichtigsten  der- 
selben sind  Proleg.  p.  XX  s  angeführt.  Im  übrigen  hält  er  sich, 
auch  was  orthographische  Kleinigkeiten,  ν  εφελκνοτιχόν ,  den 
Gebrauch  von  οντω  und  όντως  und  andere  Euphonismen  be- 
trifft, fast  durchgängig  an  C. 

Im  gleichen  Jahre  mit  Hilgenfelds  2.  Ausgabe  veröffent- 
lichten von  Gebhardt  und  Harnack  eine  neue  Ausgabe  der  Cle- 
mensbriefe, um  ihre  ebenfalls  durch  den  Fund  des  Bryennios 
antiquierte  Edition  von  1875  auf  der  Höhe  zu  halten:  Clementis 
Romani  ad  Corinthios  quae  dicuntur  epistulae.  Textum  ad  fidem 
codicum  et  Alexandrini  et  Constantinopolitani  nuper  inventi  re- 
censuerunt  et  illustraverunt  Oscar  de  Gebhardt,  Adolfus  Har- 
nack (Patrum  Apost.  Opera  fasc.  I  partis  I  ed.  11)  Lips.  1876. 
Die  Stellung  der  Herausgeber  zu  den  beiden  Autoritäten  des 
Textes  hat  v.  Gebhardt  in  den  Prolegomenen  (p.  XV)  mit  den 
Worten  ausgesprochen:  .  .  .  si  omnia  menda  sine  discrimine  in 
rationem  inducere  velis,  Alexandrinum  etiam  vitiosiorem  esse 
dices.  Sed  justo  judicio  varias  utriusque  codicis  lectiones  per- 
pendens,  facile  tibi  persuadebis,  genuina  auctoris  verba  plerumque 
ab  Alexandrino  servata  esse,  und  auch  nach  Harnack  (Theol. 
Lit.-Zeit.  1876  Sp.  99)  „kann  darüber  kein  Zweifel  bestehen,  dass 

zwar  dem  Werte  nach  beide  Codd ziemlich  gleich  stehen, 

in  den  meisten  zweifelhaften  Fällen  jedoch  Α  den  ursprüng- 
licheren Text  bewahrt  hat",  und  es  ist  durch  diese  Thatsache, 
„wo  innere  Gründe  die  Wahl  einer  der  beiden  gebotenen  Les- 
arten nicht  stützen"  die  Entscheidung  zu  guusten  von  Α  prä- 
judiciert.  Doch  findet  auch  C  eine  gebührende  Berücksichtigung, 
so  dass  diese  Ausgabe  einen  guten  Mitteltext  bietet,  der  —  um 
es  gleich  vorwegnehmend  zu  sagen  —  in  der  Mehrzahl  der 
zweifelhaften  Fälle  von  den  später  aufgefundenen  Autoritäten  S 
und  L  bestätigt  wird.  Zur  Conjectur  und  Emendation  haben 
diese  Editoren  nur  an  wenigen  Stellen  gegriffen,  soviel  ich  sehen 
konnte,  nur  15  5  vor  γλώοοαν  jC/f /«λορ^/,ί/ο^'α  praem.  (mit  Lightf.) 
ίξολεϋρενϋαι  κνριος   πάντα   τα   χείλη   τα  όόλια;   20  5  κλίματα 


Prolegomena.    II.  Die  Ausgaben.  ^7 

statt  χρίματα,  diese  Conjectur,  gegen  die  alle  4  Zeugen  sind, 
ist  unhaltbar;  32-2  Ig  αυτοϋ  <i  AC  k^  αυτών,  ibid.  add.  τε  a.  xdi 
λενΐται;  33?  εϊόομεν  statt  ϊόομεν;  40  3  ^τάντα  γινόμενα  <C  AC 
πάντα  τα  γινόμενα,  die  emendierte  Lesart  wird  durch  LS  be- 
stätigt; 43  3  add.  ως  nach  ώοαντως.  Verhältnismässig  zahl- 
reicher sind  naturgemäss  die  Abweichungen  vom  überlieferten 
Texte  in  der  grossen  Lücke  von  A,  c.  57;  Schluss  bis  64  An- 
fang, wo  C  die  einzige  Autorität  war.  Über  die  Behandlung 
dieses  Abschnittes  seitens  der  Herausgeber  vgl.  Abschnitt  V 
dieser  Prolegomena. 

Im  Jahre  1S77  haben  dann  die  Editoren  in  der  Vorrede  zur 
1.  Auflage  der  editio  minor  ihres  Werkes  sich  nachträglich  mit 
einer  Anzahl  (11  Stellen)  der  von  Lightfoot  im  Appendix  zu- 
gänglich gemachten  Lesarten  des  S  für  einverstanden  erklärt 
oder  sie  wenigstens  als  lectiones  non  neglegendae  notiert. 

Im  Gegensatz  zu  der  Mittelstellung  zwischen  Α  und  C,  die 
von  Gebhardt  und  Harnack  einnahmen,  hat  sich  Lightfoot  im 
Appendix  und  in  der  2.  Ausgabe  des  Clemens  (die  erste  war,  wie  er- 
wähnt, bereits  1869  erschienen)  entschieden  auf  die  Seite  des 
Codex  Α  gestellt.  Der  Appendix  erschien  1877  in  London 
unter  dem  Titel:  S.  Clement  of  Rome.  An  Appendix  containing 
the  newly  recovered  portions.  With  introductions,  notes  and 
translations.  By  J.  B.  Lightfoot.  Die  2.  Ausgabe  wurde  erst 
nach  dem  Tode  des  gelehrten  Lordbischofs  (f  1889)  veröif ent- 
licht: S.  Clement  of  Rome.  Α  revised  text  with  introductions, 
notes,  dissertations  and  translations.  By  the  late  J.  B.  Light- 
foot D.  D.  etc.  2  Bände,  London  1890.  Lightfoot  hat  sich  für 
die  Textkritik  des  Clemens  ein  grosses  Verdienst  dadurch  er- 
worben, dass  er  zuerst,  und  zwar  schon  im  Appendix,  den  text- 
kritischen Apparat  durch  die  Variauten  des  S  bereicherte.  Durch 
ihn  wurden  die  Lesarten  dieser  Handschrift  erstmalig  und  bis 
jetzt  auch  das  einzige  Mal  allgemein  zugänglich  gemacht.  Light- 
foot hat  aber  seine  Ausgabe  noch  dadurch  besonders  wertvoll 
gemacht,  dass  er  sie  mit  dem  ausführlichsten  und  reichsten  Com- 
mentare,  den  wir  bis  jetzt  über  diese  altchristlichen  Denkmale 
besitzen,  versah.  Alles  in  allem  ist  und  bleibt  wohl  noch  für 
geraume  Zeit  Lightfoots  Ausgabe,  trotz  der  gleich  zu  erörternden 
allzu  grossen  Bevorzugung  von  A,  ihrer  Vielseitigkeit  wegen  die 
Musterausgabe  des  Clemens  Romanus. 

Texte  n.  Untersuchungen.    N.  F.  V,  i.  2 


18  Knopf.  Der  erste  Clemensbrief. 

Seine  Stellung  zu  den  drei  Texteszeugen  A,  C  und  S  hat 
Lightfoot  ausführlich  im  1.  Bande  des  „S.  Clement  of  Rome", 
3.  Abhandlung  „Manuscripts  and  Versions",  dargelegt.  Lightfoot 
ist  bei  seinen  Untersuchungen  zu  folgenden  Resultaten  gekommen: 
Α  hat  bei  weitem  den  besten  Text  und  verdient  soviel  Autorität, 
wie  C  und  S  zusammengenommen.  C  hat  nur  an  wenigen  Stellen 
gegen  Α  den  richtigen  Text  erhalten,  „in  all  points  which  vi- 
tally  affect  the  trustworthiness  of  a  MS,  it  must  certainly  yield 
the  palm  to  the  Alexandrian."  Gegen  Α  und  S  kann  C  nicht 
aufkommen:  mit  C  <;  AS  hest  Lightfoot  nur  2  4,  μετά  όεονς  <C. 
μετ  k)Jovq  AS.  Dennoch  ist  C  wertvoll,  da  er  kein  Descendent 
von  A,  sondern  selbständige  Autorität  ist.  —  S,  als  Texteszeuge 
betrachtet,  vereinigt  zwei  Elemente  in  sich,  er  stellt  einerseits 
eine  sehr  alte,  zuverlässige  Überlieferung  dar,  die  meist  mit  Α 
übereinstimmt  und  stellenweise  gegen  Α  und  C  die  ursprüng- 
liche Lesart  aufweist  (die  Stellen,  wo  er  mit  S  <<  AC  geht 
oder  gehen  möchte,  hat  Lightfoot  im  betreffenden  Abschnitte 
p.  139f.  aufgeführt).  Andrerseits  hat  S  schon  in  seiner  griechi- 
schen Vorlage  einen  recht  fehlerhaften  Text  gehabt  und  ist 
dann  in  seiner  weiteren  „syrischen  Vergangenheit"  noch  mehr 
degeneriert.  Doch  ist  auch  S  selbständige  Autorität  und  kein 
gradliniger  Nachkomme  des  Α  oder  eines  früheren  Typus 
T^on  C.  — 

Diesen  Grundsätzen  gemäss,  hat  Lightfoot  die  Textesrecen- 
sion  unternommen.  Conjecturen  nahm  er,  wenn  schon  in  be- 
schränkter Anzahl,  in  den  Text  auf.  Soweit  ich  finde,  liest  er 
e  conjectura  nur  folgendes:  23  5  απ  άληθ-είας  statt  επ  άλ?]&^είας 
AC  (wenn  dies  kein  Druckfehler  oder  ein  sonstiges  Übersehen 
ist,  denn  es  fehlt  jede  Begründung  der  Conjectur);  17  4  ?/  tj  ζω?) 
<;  AC  (Clem.)  ?)  Ca>?);  33?  είόομεν  <  ϊόομεν  (mit  Young  u.  a.); 
38  2  hinter  οαρχϊ  add.  7jtco  καΐ  (nach  Laurents  Vorschlag);  40 2 
hinter  λειτουργίας  add.  επιμελώς;  442  επιμονην  <C  επινομην 
Α,  επιδομην  C,  επί  όοκιμην  S;  4So  add.  //'το?  γοργός  εν  εργοις 
hinter  εν  διακριθεί  λόγων  (doch  ist  das  keine  reine  Conjectur, 
die  Lesart  ist  bezeugt  durch  den  Alexandrinischen  Clemens). 
Dazu  treten  in  der  A-Lücke  einige  Einfügungen  in  den  Text  von 
von  CS,  darüber  vgl.  unten  Abschnitt  V. 

Ausserdem  schlägt  Lightfoot  in  den  Noten  noch  verschie- 
dene Änderungen  vor,  z.  B.  44  6  τετηρημενης  statt  τετιμημε'νης, 


Prolegomena.    III.  Die  Textesgestaltungen  etc.  19 

20  5  Streicliung  von  κρίματα  oder  Umänderung  in  καύματα,  auch 
mit  den  /iaväiöeg  καΐ  Δίρκαι  6  2  ist  er  unzufrieden.  Der  Fehler 
bei  Lightfoots  trefflicher  Ausgabe  ist  nur  seine  ungebührliche 
Bevorzugung  von  A,  die  er  zäh  und  folgerichtig  durchführt. 
Doch  um  die  Begründung  zu  diesem  Vorwurfe  zu  liefern,  müssen 
wir  im  folgenden  die  Textesbeschaffenheit  aller  vier  Zeugen  und 
ihre  Zuverlässigkeit  ausführlich  und  im  einzelnen  zur  Darstellung 
bringen,  wobei  wir  uns  freilich  mit  dem  Beweismateriale  nur 
auf  I  Clem.  beschränken  müssen,  da  nur  für  diesen  durch  die 
Auffindung  von  L  neue  Gesichtspunkte  und  neuer  Stoff  für  die 
Beurteilung  und  Abwägung  der  Zeugen  gegeben  ist. 


III.   Die  Textesgestaltungen 
und  der  Wert  der  einzelnen  Zeugen. 

l.    Der  Text  des   Codex  A. 

Α  bietet,  wie  bei  seinem  hohen  Alter  von  vornherein  wahr- 
scheinlich ist,  im  allgemeinen  einen  vorzüglichen  Text.  Wenn 
mau  freilich  die  einzelnen  Abweichungen  des  Α  von  einem 
kritisch  hergestellten  Texte  zählt,  so  kann  man  ein  langes  Register 
zusammenstellen.  Aber  die  Zahl  reduciert  sich  rasch,  sobald  man 
zwischen  Varianten  und  offenbaren  Fehlern  scheidet.  Fehler, 
orthographische  und  grammatische,  Solöcismen,  Wiederholungen 
und  Auslassungen  hat  sich  der  Schreiber  von  Α  in  grosser  An- 
zahl zu  Schulden  kommen  lassen,  er  muss  seine  Arbeit  sehr 
gedankenlos  gemacht  haben  und  ausserdem  ziemlich  ungebildet 
gewesen  sein.  Um  nur  ein  Beispiel  vorweg  zu  nehmen:  er 
schreibt  innerhalb  weniger  Kapitel  λειτουργία  viermal  mit  ver- 
schiedener Orthographie,  c,  402  lesen  wir  λειτονργίΐας,  c.  40o 
λειτουργιαι,  c  41i  /.ιτονργιας,  c.  446  λιτονργειαςί 

Sehr  zahlreich  ist  zunächst  eine  Kategorie  von  orthographi- 
schen Fehlern,  die  auf  Verwechselung  gleich  klingender  Vocale 
und  Diphthonge  beruht.  Ich  möchte  aus  dieser  Thatsache,  von 
der  ja  eben  ein  krasses  Beispiel  gegeben  wurde,  den  Schluss 
ziehen,    dass    die  Handschrift  nach  einem  Dictate  gefertigt  ist, 

2* 


20  Knopf,  Der  erste  Clemeusbrief. 

das  scheint  die  nächstliegende  Erklärung  dieser  Erscheinung 
zu  sein. 

Verwechselt  werden  infolge  von  Ittacismus  zunächst  und 
zwar  am  häufigsten  ει  und  t.  —  Einfaches  ι  statt  ει  steht  in 
sehr  vielen  Fällen,  vgl.  z.  B.  34  απολειπι,  5i  νποόιγματων,  lli 
ϋ^ιον,  163  ανηγγιλείμεν ,  2l5  αλαζονια,  32i  ιλικριν[ως] ,  352 
εγκρατια,  40i  οψιλομεν,  45i  φιλονικοι,  5θ4  ταμία,  56ι  επεικια 
U.  ,Μΐ'ία,  65ι  ενοτα&ιας.  Auf  diesem  Ittacismus  beruht  offenbar 
auch  41 1  εν  αγαΒ-η  ΰννειόηοιν,  zugleich  ein  Beispiel  für  die 
Flüchtigkeit  des  Schreibers. 

Der  umgekehrte  Fall,  nämlich  ει  statt  i,  ist  nicht  so  häufig, 
wie  der  frühere,  dennoch  aber  nicht  selten,  vgl.:  li  βραόεων, 
25  ειλεικρινείς,  9i  οικτειρμονς,  16i6  εκείνηϋαν,  2θ6  όημωυργειαν, 
26ι  επαγγελειας,  27?  ποιηΰειν,  44ι  ερεις,  50ι  εξηγηθείς,  55^ 
Ιουόειϋ-,  562  νονϋ-ετηοεις,  6ο  ι  ταχειο. 

Einigemal  findet  sich  ferner  die  Verwechselung  von  ?;  und  i, 
nämlich:  li  αιφνηόωνς,  l3  κα&ικονοαν,  4ii  ηνληοΰ-ηοαν,  82 
προοτηϋ-εις,  39 1  μνκτιρηζου6ιν(^.\  474  προϋκληΟεις. 

Auch  7;  und  εί  werden  vertauscht:  11 1  κριϋ-ηοης  (so  wenig- 
stens Tisch  endorf  und  Wright,  Lightfoot  dagegen  glaubt  κριϋ^ειοης 
zu  erkennen)  18  4  νικηθείς  statt  νικηοης. 

Viele  Beispiele  lassen  sich  für  eine  verwandte  Art  von  Ver- 
wechselung, nämlich  die  von  ai  und  ε  beibringen.  Dabei  wird,  um- 
gekehrt wie  bei  der  Vertauschung  von  ει  und  i,  in  der  Mehrzahl 
der  in  Betracht  kommenden  Fälle  der  Diphthong  an  die  Stelle 
des  einfachen  Vocals  gesetzt,  besonders  in  den  Flexionsendungen. 
Beispiele  von  ai  statt  ε  vgl.:  I3  εποιειται,  2?  αιτοιμοι,  Ae  παιδιον 
und  παιδιφ,  84  sind  sämtlich  Deponensimperative  wie  Deponens- 
infinitive geschrieben,  also  Xovöaödai,  γενεοΟ^αι  u.  s.  w.,  145 
αιπερομενον,  18i  ελαιει  u.  I82  ελαιος,  252  ορναιον  u.  2&ΐορναιου, 
32i  όωραιων,  41 1  παραικβαινοιν ,  455  ενκλαιως,  522  ναιον, 
543  κλαιος. 

Andererseits  finden  wir  ε  für  αι:  25  ακερεοι,  5 1  γεννεα, 
145  αιπερομενον^  235  εξεφνης,  395  επεοεν,  399  ε^ερετοί, 
523  επικαλεοε.  Aus  der  Verwechselung  von  ε  statt  αί  ist  wohl 
auch  155  αναϋτηΟομεν  für  άναοτήοομαι  zu  erklären,  αναϋτηοομε 
vermittelte  den  Formenübergang. 

Alle  diese  Verwechselungen  sind  in  gleichzeitigen  und  spä- 
teren Handschriften    zahlreich    anzutreffen.     In    den   eigentlichen 


Prolegomena.     III.  Uie  Textesgestaltungen  etc.  21 

textkritischen  Apparat  gehören  sie  nicht  hinein.  Ich  habe  sie 
darum  nur  anhangsweise  zusammengestellt. 

Sehr  nahe  lag  auch  für  einen  nach  Dictat  Schreibenden 
die  Verwechselung  von  ο  und  ω  (die  spätere  Sprache  spricht 
das  ω  so  kurz  aus  wie  daso):  172  ταπεινοφρωνων,  25ά βαΟταζον, 
4δ4  μιαρον  (doch  dies  zweifellos  mit  veranlasst  durch  das  vorher- 
gehende Tcov),  45  ΰ  Βίπομεν,  543  τ  όπως. 

Ebenfalls  nicht  unschwer  aus  Verhören  und  Verschreiben 
sind  folgende  Fehler  zu  erklären:  oo  statt  ov  83  λαω  αγιω\ 
OL  statt  ai  51-2  οικιαις;  ο  statt  α  442  u.  s  μετοξυ,  568  οψε- 
ται;  ε  statt  ο  22  εόεόετο,  16ιι  εψεται,  16ΐ7  ελ&οντος  (letz- 
terer Fehler  umso  leichter,  als  αντον  unmittelbar  vorher- 
geht), 40  5  δεδεται;  auch  καταλιλιας  statt  κατ  αλαλίας  355  und 
Ol  statt  ov  51 5  gehören  mit  in  die  Kategorie  der  Vocal- 
versehen. 

Zu  einer  anderen  Gattung  von  Fehlern  sind  diejenigen  zu 
rechnen,  die  die  Folgen  von  Auslassungen  oder  Wiederholungen 
einzelner  Buchstaben,  Silben  und  ganzer  Wörter  sind:  2i  εοτερ- 
νιομενοί  statt  ένεατερνιΟμενοι,  2z  πεποηιϋ-ηΰεως  st.  πεποίΟ-ηοεως, 
25  αμαμνηϋΐκακοί  st.  άμνηοίκακοι,  3 1  όοθ-η  st.  έόό&•η,  7 1  νπο- 
μνηοκοντες  st.  νπομιμντιΟκοντες  (doch  ist  die  Form,  die  Α  hat, 
nicht  einzig  dastehend),  84  {δι\ελεχϋ'€ομεν  st.  όίελεγχ&ώμεν, 
11 2  ετερογνωμος  st.  ετερογνώ μονός,  122  εκπεφΰ^εντων  st. 
έκπεμφ{^εντ€ον,  126  τοτοεγος  st.  το  τέγος,  253  τελεντηκοτος 
st.  τετελεντηκότος,  292  αρι&ον  st.  άρι&μόν ,  30 1  «/ι^ους  st. 
αί^ά/ϊ^ους,  324  7]μερας  st.  ημετέρας,  34g  λιτουργουν  st.  ελίί- 
τοΰρ/ουΐ'^  33?  οτίτο  st.  ori^  356  /Moj^  st.  μόνον,  358  αόελφονοοον 
st.  αδελφοί;  οου,  366  τωϋ-εληματιτω&ελημα  .  .  st.  τω  ϋ^εληματι, 
453  επυταϋϋ^αί  st.  επίοταθ&αι,  45?  Οτντμοι  st.  θτνγ7]τοί,  485 
διακριακριοει  st.  διακριθεί,  50  6  μακακαριοι  st.  μακάριοι. 

Andere,"  zum  Teil  sehr  leicht  erklärliche,  Verschreibungen 
sind:  I2  επιεικηνν  st.  επιεική  εν,  3 1  απεγαλακτιΟεν  st.  α:7ελάκ- 
τιοεν,  19 1  α.?.λας  st.  άΐλά  (veranlasst  durch  das  vorhergehende 
7}//ας)  20?  κρνματα  st.  κύματα,  20  9  με&οπωρινοι  st.  μετοπώ- 
ρινοι.  235  εξαιχν7]ς  st.  εζ,αίφνης,  30?  εδεηΰ-η  st.  έ(5όί^//  (offenbar 
ein  Hörfehler,  merkwürdig  ist  nur,  dass  dieselbe  Verwechselung 
einer  Form  von  δέομαι  u.  δίδομι  noch  einmal  vorkommt,  40δ 
(ίείίεταί  st.  (ίε(ίοτ«ί),  33?  εγγοις  st.  εργοις.  358  εξαβαλλες  st. 
εξ,έβαλλες,  Mi  καταξιωϋ-7]μεν  st.  κατηξΐώ&^ΐ}μεν,  44g  μεταγαγετε 


22  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

st.  μετηγάγετε,  öli  οταρ  st.  όταν,  65 1  ανεπεμψατε  st.  ανα- 
πέμψατε. 

In  Α  fehlt  ferner  nicht  die  in  vielen  Handschriften  so  zahl- 
reich vorkommende  Verwechselung  von  Casusendungen.  Einige 
dieser  Fälle  wurden  schon  weiter  oben  notiert,  vgl.  aber  noch: 
li  ξενοις  st.  ξ^νης  (weil  τοις  εκλεκτοίς  folgt),  132  εν  αυτή  st. 
εν  αντώ ,  21 5  εγκανχωμενοι  st.  έγκανχωμένοις  (trotzdem  un- 
mittelbar vorher  richtig  επαιρομενοις),  25-2  μονογενής  st.  μονο- 
γενές (an  dem  Masculinum  war  wohl  das  vorhergehende  φοίνιξ 
schuld),  395  οητον  τρόπος  st.  οητος  τρόπον.  432  κεκοΟμημενω 
st.  κεκοθμ?]μένΐ]  (der  vorhergehende  Dativ  τω  ένόόξο)  ονόματι 
veranlasste  den  Fehler),  \\i  μεμαρτνρημενοις  si.  με  μαρτυρημένους 
(es  folgt  gleich  darauf  πολλοίς  χρόνοις). 

Auch  ungrammatischer  und  solöcistischer  Formen  ermangelt 
Α  nicht.  Falsche  Metaplasmen  finden  wir,  zum  Teil  durch  die 
Nachbarschaft  veranlasst  I2  u.  29i  επιεικην  st.  επιεική,  l2  αθφαλ7]ν 
st.  άοφαλΐ],  14δ  αοεβην  st.  άοεβη.  Doch  sind  gerade  diese 
Accusativbildungen  in  der  κοινή  nicht  ungewöhnlich,  vgl.  z.  B. 
Rom.  4  δ,  wo  Tischendorf  mit  xD*  G  άοεβην  liest.  Solöcismen  sind 
weiter  18?  πλυνιεις  st.  πλύνεις  (gesprochen  plinis,  vgl.  auch  die 
doppelte  Schreibung  von  Wörtern  wie  υγίεια  und  υγεία,  ταμιείον 
und  ταμείον),  21 2  λνχνον  st.  λύχνος,  263  τ)]ν  Οαρκαν  st.  την 
οάρκα,  42  4  καϋ-εϋτανον  st.  καϋ-ίοτανον.  Solöcistisch  ist  auch  382 
εντρεπετω  st.  έντρεπέοϋ-ω  (doch  behalten  Lightfoot  u.  v.  Gebhardt- 
Harnack  die  Form  des  Α  bei). 

Aus  dem  gegebenen  ist  zu  entnehmen,  wie  beschaffen  und 
wie  zahlreich  die  Fehler  von  Α  sind,  aber  gerade  ihre  Art  muss 
uns  im  übrigen  ein  gutes  Zutrauen  zu  dem  Texte  des  Codex 
einflössen.  Wir  erkennen  aus  den  Fehlern,  dass  ein  halbgebil- 
deter Schreiber  mit  grosser  Leichtfertigkeit  seiner  Aufgabe  sich 
entledigt  hat.  Aber  eben  weil  er  ihr  gleichgiltig  und  verständ- 
nislos gegenüberstand,  hatte  er  weder  Interesse  noch  Fähigkeit, 
irgendwie  dem,  was  er  hörte  (oder  auch  in  der  Vorlage  sah) 
durch  eigene  „Verbesserungen"  aufzuhelfen,  Avie  dies  im  folgenden 
für  C  sich  wird  nachweisen  lassen.  Der  Schreiber  hatte  weder 
Verständnis,  noch  Lust,  noch  Fähigkeit,  seine  Vorlage  zu  corri- 
gieren,  und  darum  hat  er  auch  von  allen  vier  Textzeugen  das 
geringste  Sondereigentum,  sobald  man  die  eben  charakterisierten 
Nachlässigkeits-   und  Flüchtigkeitsfehler  in  Abrechnung  bringt. 


Prolegomeria.     III.  Die  Textesgestaltungen  etc.  23 

Freilich  kommt  noch  iu  Betracht,  dass  in  Α  ein  ganzes  Blatt 
fehlt,  auf  dem  seine  Lesarten  also  nicht  festzustellen  sind,  und 
dass  er  sonst  auch  im  erhaltenen  Texte  an  vielen  Stellen,  weil 
sie  unleserlich  sind,  nicht  zu  controllieren  ist. 

Von  wirklichen  schwerwiegenden  Fehlern  zeigt  uns  Α  allein 
verhältnismässig  wenige.  Indessen  so  zuverlässig,  Avie  es  Lightfoot 
schildert,  („one  or  two  deeper  corruptions  remain")  ist  Α  nicht. 
Wo  er  allein  gegen  die  drei  anderen  Autoritäten  steht,  werden 
wir  ihm  in  fast  allen  Fällen  Unrecht  geben  müssen,  und  diese 
Fälle  sind  an  Zahl  doch  nicht  so  vereinzelt. 

Vielleicht  noch  in  die  Kategorie  der  einfachen  Schreibfehler 
gehören  34  απολειπι  statt  άπολιπείν  und  23  εξετείνατε  statt 
έξετείνετε  (dies  war,  wenn  flüchtig  gesprochen,  leicht  zu  ver- 
hören). Sehr  leicht  ist  auch  nach  den  schon  oben  aufgezählten 
Casusverwechselungen  die  an  sich  keineswegs  sinnlose  Variante 
26  τοις  πληοίον  statt  τών  πληοίον  zu  erklären,  denn  unmittelbar 
vorher  steht  ein  Dativ  τοις  παραπτοψαοιν,  der  den  Fehler  ver- 
anlasste. 

Glossen  und  Erleichterungen  hat  Α  an  einigen  Stellen  auf- 
zuweisen: 21 6  fügt  er  ημών  hinter  πρεοβντεροις  hinzu;  354 
ergänzt  er,  gemäss  348  {τοις  νπομένονΟίν  αυτόν),  zu  τών 
υπομενόντων  ebenfalls  αυτόν;  38:  macht  ein  καΐ  hinter  καθ-οίς 
die  Diction  flüssiger,  51  s  steht  εν  γ(]  Αιγύπτου  (vgl.  532  εκ  γης 
Αιγύπτου),  wo  die  anderen  Autoritäten  nur  εν  Αίγύπτφ  haben; 
556  macht  Α  durch  Veränderung  des  ήττον  in  ηττονι  den  Satz 
straffer,  während  er  umgekehrt  474  aus  ηττονα  (CS;  dub  L)  ein 
ήττον  macht  (wohl  des  folgenden  άμαρτίαν  wegen). 

Auch  die  fast  unvermeidlichen  Auslassungen  wegen  Homöo- 
teleutons  fehlen  in  Α  nicht.  So  ist  34  της  καρδίας  hinter  τας 
έπι&υμίας  ausgefallen;  344  fehlt  hinter  /),w«g  das  absolut  nötige 
πιοτεύοντας]  51 1  hat  der  gleiche  Ausgang  den  Wegfall  von 
κ(ά  Ιποίηοαμεν  hinter  παρεπεΰαμεν  verursacht.  An  zwei  Stellen 
fehlen,  wahrscheinlich  auch  propter  homoeoteleuton,  die  Adjectiva, 
nämlich  33?  εργοις  (das  zweite)  om.  άγα&οϊς,  und  452  fehlt 
ιεράς  zwischen  τάς  und  γραφάς. 

Andere  kleinere  Auslassungen  aus  Nachlässigkeit  finden  sich 
noch  hie  und  da:  6ια  fehlt  4ii  vor  ζήλος  und  anscheinend  auch. 
35 δ  vor  πίοτεως]  128  ist  das  οτι  hinter  αγαπ?μοί  ausgefallen, 
vielleicht  wegen  der  Ähnlichkeit  ΑΓΑΠΗΤΟΙ  ΟΤΙ;    29 1  fehlt. 


24  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

das  7]μας  hinter  μέρος  u.  ä.  Umgekehrt  verdankt  das  au  sich 
ganz  sinngemässe  γε  hinter  εφ  ημίν  33 1  wahrscheinHch  einer 
Dittographie  der  ersten  Silbe  des  nächsten  Wortes  γενηϋ-ηναι 
seine  Entstehung. 

An  Umstellungen  weist  Α  folgende  Beispiele  auf:  84  λέγει 
ούτως  für  όντως  λέγει,  16 2  ΧριΟτος  Ίηοονς  statt  ^Ιηοονς  Χρι- 
ύτός,  482  ανεοργυΐα  εις  ζωήν  statt  εις  ζωην  ανεφγνΐα. 

Als  andere  zum  Teil  leicht  zu  erklärende  Souderlesarten 
von  Α  sind  anzuführen:  204  επ  αυτήν  statt  επ  αντης, 
41  1  ενχαριοτείτω  statt  ευαρεοτείτω ,  44 1  επί  für  περί 
(vor  τον  ονόματος  της  επιοχοπης;  hat  das  επί  von  επι- 
σκοπής irgend  eingewirkt?),  474  προϋήνεγκεν  für  επηνεγκεν. 
Unsicher  ist  49 1  τΐιρηαάτω  statt  που/οάτω,  da  der  Codex  hier 
verschieden  gelesen  wird.  Merkwürdig  ist  382  μητμμελειτω, 
wo  die  anderen  Texteszeugen  τημελείτω  haben.  Vor  Bryennios 
lasen  die  Herausgeber  gewöhnlich  μη  άτΐ]μελείτω.  Ob  Α  hier 
eine  einfache  Verschreibuug  (statt  THME ....  ΜΗΊΈ .  .  .  und 
dann  bei  Correctur  Stehenbleiben  des  MH;  das  Μ  statt  Η  eben- 
falls versehen)  oder  eine  verschriebene  tertiäre  Lesart  bietet  (aus 
τημελείτω  wurde  άτημελείτω .  und  dann  zur  Compensierung 
wurde  μη  vorgesetzt),  will  ich  nicht  entscheiden,  beides  ist  mög- 
lich. Wahrscheinlich  aus  sehr  grosser  Unaufmerksamkeit  ist 
21 7  φ€ονής  statt  θίγεις  zu  erklären  (fast  unmittelbar  vorher  steht 
γ?.ο}ΰθης).  30 1  άγίον  statt  αγία  (wie  die  drei  anderen  lesen; 
der  Ausdruck  nimmt  die  letzten  beiden  Worte  von  c.  29  wieder 
auf)  ist  entweder  Schreibfehler,  das  ov  der  Endung  veranlasst 
durch  das  folgende  ovv  —  oder  es  ist  absichtliche  \^erbesserung, 
um  durch  diese  Wendung  das  μερίς  κυρίου  292  wieder  aufzu- 
nehmen. Als  Verwechselung  infolge  Synonyms  ist  333  προ- 
δημιουργηοας  für  προετοιμάοας  zu  beurteilen.  Welchem  Um- 
stände endlich  die  vielbehandelte  Variante  2i  τοις  έφοόίοις  τοΰ 
&εοϋ  Α  «<  τοΙς  εφοόίοις  τοΰ  Χριοτοΰ,  wie  mit  CLS  zu  lesen 
ist,  ihren  Ursprung  verdankt,  wage  ich  nicht  sicher  zu  ent- 
scheiden. Tendenziöse  mouophysitische  Correctur  liegt  kaum 
vor,  eher  ist  die  Lesart  durch  ein  Versehen  (ΘΓ  statt  XY)  ent- 
standen, oder  sie  ist  naive  Correctur  eines  Abschreibers,  dem 
das  ΧριΟτοΰ  neben  τοις  εφοόίοις  weniger  passend  erschien  als 
ein  ΰ-εοΰ  (vgl.  den  Excurs). 

Endlich  ist  auch  Α  in  den  Citaten  nicht  frei  von  dem  ge- 


Prolegomena.     III.  Die  Textesgestaltungen  etc.  25 

wohnlichen  Fehler  fast  aller  Handschriften:  er  harmonisiert,  d.h. 
er  bessert  die  ursprüngliche  Form  des  Citates  hie  und  da  nach 
einer  ihm  geläufigen  Form  des  LXX  textes  i)  aus.  Doch  ist  Α 
hier  im  ganzen  ziemlich  zuverlässig,  und  es  lassen  sich  nicht 
viele  Fälle  von  Harmonismen  finden.  Doch  vgl.:  43  Οννίπεϋεν 
το  πρόοωπον  αντον  ■<  Α  οννέπεοεν  τω  ττροοώπφ  αντον  (LXX 
Gen.  4 δ);  125  κνριος  6  &εος  ■<  Α  κύριος  6  ϋ-εος  υμών  (LXX 
Jos.  2ιι);  13 1  αλλ  ο  κανχώ μένος  <C  Α  αλλ'  η  6  καυχοψενος 
(cf.  LXX  Jer.  924  1.  Reg.  2 ίο);  163  αντω  είδος  <C  Α  είδος  αντώ 
(LXX  Jes.  532  είδος  αντώ,  nur  Q  αντώ  είδος);  223  χείλη  οον 
<  Α  χείλ?]  (LXX  φ  33u  Χ*β);  283  ον  εκεί  ει  <  Α  ου  εΐ  εκεί 
(LXX  ψ  1388  i<*AB),  50 6  co  ον  μη  λογίοηται  κνριος  άμαρτίαν 
<C  Α  ον  ον  μη  κτλ.  (LXX  ψ  31 2  ον  κτλ.,  nur  Χ«,  a  ßa 
haben  φ). 

Als  Zeichen  für  die  Vorzüglichkeit  und  Unabhängigkeit  des 
A-Textes  sei  schliesslich  noch  erwähnt,  dass  Α  an  einigen  Stellen 
gegen  die  3  andern  Texteszeugen  den  ursprünglichen  Wortlaut 
erhalten  hat,  so  12i  '^Paaß  ή  πόρνη  -<  GL  S  '^Paaß  ή  επιλεγόμενη 
πόρνη,  ferner  an  einigen  Citatstellen,  wie  4io  Τις  οε  κατέοτηοεν 
κριτην  <C  CLS  Τις  οε  κατέοτηοεν  άρχοντα  (LXX  Εχ,  2ΐ4), 
565  ελαιον  δε  αμαρτωλών  <C,  GLS  Ιλαιον  δε  αμαρτωλοί) 
(LXX  ψ  1405),  vielleicht  auch  348  ιμοίμαοεν  <C  CLS  add. 
κνριος,  Clem.  ΑΙ.  add.  ο  θ-εός  (cf.  Ι  Kor.  29),  und  sicher  ibid. 
οφϋ^αλμός  <!  CLS  Clem.  AI.  praem.  α  (ebenfalls  nach  I  Kor.  29). 

2.   Der  Text  des   Codex   C. 

Im  Gegensatze  zu  dem  flüchtig  und  verständnislos  geschrie- 
benen Α  macht  C  auf  den  ersten  Blick  einen  sehr  vorteilhaften 
Eindruck.  Der  Berufsschreiber  [νοτάριος)  Leo,  der  den  Codex 
abfasste,  war  offenbar  mit  voller  Aufmerksamkeit  bei  der  Sache. 
Für  seine  Gewandtheit  spricht  schon  die  schöne  äussere  Form 
seiner  flüchtigen  und  zierlichen  Schrift,  der  Mangel  von  Cor- 
rekturen,  sowie  die  zahlreichenKür  zungen,  die  der  Schreiber 
fehlerlos  anwendet.    Bei  seiner  offenbaren  Bildung  und  Belesen- 


1)  Ich  citiere  hier  und  im  folgenden  die  LXX  nach  der  Ausgabe  von 
Swete:  The  Old  Testament  in  Greek  according  to  the  Septuagint.  3  Bände, 
Cambridge  1887—94. 


26  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

heit^)  hat  er  es  verstanden,  einen  zum  grössten  Teile  wohl- 
geglätteten  und  sinnvollen  Text  herzustellen.  Aber  gerade  dieser 
Umstand,  dass  der  Text  der  Briefe  im  Codex  C  offenbar  nach 
subjectiven  Geschmacks-  und  Sprachurteilen  emendiert  ist,  macht 
diese  Handschrift  neben  Α  zur  minderwertigen  Autorität.  Worin 
die  Änderungen  des  C  bestehen,  soll  im  folgenden  zunächst  dar- 
gestellt werden. 

Die  Emendationen  am  überlieferten  Texte  sind  erstlich  ein- 
mal rein  formeller  Art.  Der  Schreiber  hat  sich  bemüht,  ein 
möglichst  reines  Griechisch  zu  schreiben.  Mit  peinlicher  Sorg- 
falt hat  er,  wenige  Ausnahmen  abgerechnet,  die  Regeln  über  die 
Euphonie  so  weit  beachtet,  dass  er  stets  das  ν  έφελκνϋτικόν, 
in  der  späteren  Gräcität  unterschiedslos  vor  consonantischem  und 
vocalischem  Anlaut  gesetzt,  vor  Consonanten  weglässt,  dass  er 
ferner  im  allgemeinen  όντως  vor  vocalisch,  οντω  vor  conso- 
nantisch  anlautenden  Wörtern  gebraucht,  doch  ist  er  darin  nicht 
consequent. 

Ebenfalls  aus  Gründen  des  Wohllautes  und  mehr  an  die 
klassische  Sprache  sich  anlehnend,  schreibt  C:  204  παμπλη&η 
statt  πανπληΟ^η,  233  ονμβίβ?]κεν  statt  Ονΐ'βεβηκεν,  375  ονμπνεΐ 
stat  οννπνεΐ.  Das  Bestreben,  die  κοινή  διάλεκτος  mehr  den 
klassischen  Mustern  ähnlich  zu  machen,  lässt  sich  auch  sonst 
an  vielen  Einzelheiten  beobachten.  Statt  der  schwachen  Formen 
ειϋηλϋ-αμεν  und  προείλαντο  setzt  C  383  und  575  die  starken 
εΐοηλ&ομεν  und  προειλοντο;  122  stehen  die  klassischen  attischen 
Formen  ονλληψομένονς  und  ΟνλληφΘ-έντες  statt  der  späteren 
(jonischen)  ονλλημψομενονς  und  ονλλημφϋ^έντες;  408  wird  r^ 
νπερτατφ  βουλήοει  in  τγι  υπέρτατη]  βουληϋει  verbessert.  Zur 
Zeit  des  Schreibers  gebräuchlichere  oder  nach  seinem  Urteile 
richtigere  Formen  sind  ferner:  64  εξερρίζωοε  statt  εξερίζωΟεν, 
103  καταράοϋομαι  statt  καταράοομαι,  ΐ)ο&ερρνοατο  statt  ερυΟατο; 
vgl.   ferner   die    auch    sonst   leicht  mögliche  Verdoppelung   der 


1)  An  und  für  sich  ist  auch  die  Möglichkeit  zuzugestehen,  dass  der 
Schreiber  schon  einen  kritisch  revidierten  Text  vor  sich  hatte.  Dann  ist 
sein  Werk  nur  die  sorgfältige  und  saubere  Abschrift  seiner  Vorlage. 
Dass  er  indessen  direkt  im  Auftrage  und  unter  den  Augen  eines  gelehrten 
Bücherfreundes  schrieb,  ist  kaum  anzunehmen,  da  er  sonst  wohl  den  Namen 
seines  Gönners    in    der  Unterschrift  neben  seinem  eigenen  erwähnt  hätte. 


Prolegomena.     ΠΙ.  Die  Textesgestaltungen  etc.  27 

Licßiida  imd  des  Zischers  zwischen  zwei  Vocalen  in  145  θ/κατά/Ι- 
λειμμα  <C  εγκατάλεφμα,  17 1  Έλιοΰαιέ  <<  Έλιοαιέ,  20  ίο  u.  60 1 
άΐνναος  <C  atvccoq,  55 g  όωόεχάφνλλον  <C  0€θδεκάφνλον.  Auf 
puristische  Neigungen  sind  weiter  zurückzuführen:  4^  125  6  av 
statt  εάν,  4io  χ&^ές  <C  έ'χ^έ'ς,  132  ελεείτε  <C  ελεΰτε,  134  Λτράοΐ' 
<C  JtQCivv,  308  πραότης  <C  πραΰτης,  144  u.  533  das  Verbum 
έξολοϋ-ρενω  {εξολοϋ^ρεν&ηΟονται  und  έξολοϋ-ρενοαι)  <C  £^o- 
λε&ρενω,  10?  y/^ρεί  <<  /^ρ«,  11 2  κρί^Μο:  <<  κρίμα,  20 ίο  νγιείαν 
<C  νγείαν  (also  ist  auch  61 1  νγείαν  ζα  lesen,  C  υγιείαν,  def.  Α), 
volleres  α^-ας  statt  des  einfachen  jr«c  steht  254,  324,  μνοαράν 
<Z.  μνοεράν  30ι,  χράται  <C  χρ7/ται  375,  γλ(όττης  <  γλώοοης 
572,  καϋ-είρχϋ-ηΰαν  <C  κατείρχϋ^ηοαν  45?.  Höchst  willkürlich 
ist  51  δ  532  die  hebraisiereude  Form  Μωοης  gesetzt,  trotzdem  in 
unmittelbarer  Nachbarschaft  (51 3  und  532  u.  4)  und  auch  sonst 
immer  die  gewöhnlichere  Form  Νοϋοης  von  C  gebraucht  wird. 

Von  oi'thographischen  Fehlern,  Itacismen  u.  s.  f.  ist  C  fast 
ganz  frei.  Zu  notieren  ist  an  diesem  Punkte  höchstens:  62  όε\ρ 
καΐ  statt  Δίρκαι,  welches  Wort  in  der  Minuskelschrift  zerrissen 
wurde  und  ganz  unverstanden  blieb,  ferner  I63  πεδίον  C  ■< 
παιόίον,  21?  473,4  502  πρόοκληοις  C  <C  πρόοκλιοις,  565  ελεον 
<C  ελαιον,  56 14  παμβι'μανονΟι  <C  παμβότανον  (ein  sehr  seltenes 
Wort);  64  ist  ημείς  statt  ημάς  verschrieben  und  65 1  wird  der 
römische  Abgesandte  Fortunatus  zu  einem  Φονρτοννατος. 

Wenn  wir  uns  von  diesen  mehr  äusserlichen  Eigentümlich- 
keiten des  Codex  zu  seinem  eigentlichen  Sondereigentum  an 
Varianten  wenden,  die  er  gegen  die  drei  anderen  Autoritäten 
aufweist,  so  finden  wir  da  zunächst  unsere  schon  gemachte  Be- 
obachtung bestätigt:  C  in  seiner  jetzigen  Form  Aveist  zahlreiche 
Spuren  einer  nachbessernden,  glättenden  Hand  auf.  Ausserdem 
sind  die  gewöhnlichen  Fehler  der  Handschriften  zu  finden,  näm- 
lich Auslassungen,  infolge  Homöoteleutons  und  aus  anderen 
Gründen,  Umstellungen,  Glossen,  offenbare  Versehen  u.  ä. 

Zu  der  ersten  Klasse,  den  absichtlichen  Correcturen,  den 
Glättungen  und  feineren  Wendungen,  den  grammatischen  und 
rhetorischen  Abrundungen  möchte  ich  u.  a.  folgende  rechnen: 
li  τας  .  .  .  γενομένας  y.ad^  ήμόίν  ονμφοράςΟ  <C  τ«ς  .  .  .  γενο- 
μένας  ημίν  Ονμφοράς;  4?  κατειργάοαντο  <C  κατείργάοατο,  weil 
ζήλος  κάί  φΰ^όνος  Subjekte;  7ι  και  γαρ  εν  <C  εν  γαρ;  126 
παραγενομένονς   <C   τταραγινομενονς]    132    όντως    (wie    in    den 


28  Knopf,  Der  erste  Clemeusbrief. 

Parallelsätzeu  viermal  au  entsprechender  Stelle  steht j  <<  iv 
αυτώ\  2δδ  πλΊ]ρουμένον  <C  πίπλ7}οωμίνον,  21  δ  Jioit/Oai  <^ 
jtoif'josi,  30 1  άγια  .  .  .  μέρη  <!  αγία  .  .  .  μερίς  (ein  Plural  ist 
Subjekt),  333  ev  τη  ...  .  ουνέΰει  <C  τη  ...  .  ovviosi,  41 2  ϋ^νοίαι 
.  .  .  πλημμελημάτων  <C  ^voiac  .  .  .  πλημμελείας,  432  αντοςίόηοεν 
<C  αντας  εόηΟίν,  446  πολιτενοαμένονς  <C  πολιτευόμενους.  474 
άνόρΐ  όεοοχιμαομένω  (oder  vielmehr  eigentlich  μεμαρτυρημένορ) 
παρ  αυτών  <C.  άνόρΐ  δεδοχιμαομένο^  παρ  αυτοΙς\  496  της 
ψυχής  <^τών  ψυχών  (weil  auch  vorher  της  οαρκός  sing.);  51 5 
οι  ηγούμενοι  αυτοϋ  <C  οι  ΐ)γούμενοι  Αιγύπτου  (weil  auch  vorher 
7)  ϋτρατια  αύτοΰ),  5δ2  εις  δουλείας  (wegen  πολλοί)  <<  εις 
δουλείαν.  Absichtliche  Correctur  ist  ferner  142  αίρέοεις  <C 
ερεις,  doch  muss  sie  älteren  Datums  sein,  da  sie  auch  Nicon 
Raithensis  (11.  Jhrh.)  hat. 

Eigentümlich  ist  ferner  unserem  Codex  die  oftmalige  Er- 
setzung von  7)μεϊς  und  seinen  Casus  durch  die  entsprechenden 
Formen  von  ύμεΐς,  vgl.  z.  B.  14 1,  306,  469,  47?,  48 1,  495,  505. 
Lightfoot  leitet  diese  Eigentümlichkeit  aus  dem  Umstände 
her,  dass  der  Brief  in  öffentlicher  A^orlesung  gebraucht  wurde, 
bei  der  „the  appeals  in  the  letter  gain  in  directness  bj  the 
Substitution  of  the  second  person",  sie  kann  aber  ebensogut, 
ohne  Rücksicht  auf  die  öffentliche  Verlesung,  eine  am  Schreib- 
pulte entstandene  klerikale  Correctur  sein. 

Neben  diesen  bewusst  und  mit  Absicht  vollzogenen  Ver- 
änderungen des  überlieferten  Textes  finden  wir  dann  weiter  im 
Sondereigentum  des  C  die  gewöhnlichen  Fehler  der  Handschriften. 
Von  Umstellungen  verzeichne  ich  375  εΰτιν  ουδέν  <C  ουδέν 
εοτίν\  Ali  δεδοκιμαομένοις  .  .  .  μεμαρτυρημένω  -<  μεμαρτυρη- 
μένοίς  .  .  .  δεδοκιμαομένω;  496  "Ίηοοΰς  Χρωτός  ύπερ  τιμών  •< 
ύπερ  ι)μών  ^Ιηοοΰς  Χριοτός.  Glossen  und  Zusätze  sind:  355 
τα  άγαϋ-α  καϊ  εύάρεοτα  αύτω  και  εύπρόοδεκτα  <C  τα  εύάρεΟτα 
και  εύπρόοδεκτα  αύτφ ,  ferner  40  3  ίν  .  .  .  εύπρόοδεκτα  εΐη 
add  C  πάντα  (das  erst  kurz  vorher  steht)  u.  a.  m. 

Auslassungen  sind  nicht  selten,  zum  Teil  anscheinend  ab- 
sichtlich von  nachbessernder  Hand  vorgenommen.  Auslassungen 
sind:  I3  om.  ύμίόν;  4i  in  der  Citationsformel  om.  ούτως;  4i3 
om.  βαΟιλέως  Ίοραηλ,  weil  überflüssig  hinter  Σαούλ;  10 α  om. 
ην  hinter  γην;  10 τ  τω  ϋ-εώ  om.,  weil  Opfer  selbstverständlich 
Gott  dargebracht  werden;  I81  in  der  Citationsformel  om.  6  ϋ-εός; 


Prolegomena.    III.  Die  Textesgestaltungen  etc.  29 


24 1  Ίηϋονν  <C  Ίηϋονν  Χρίύτυν;  254  έπιπτάς  om.;  30?  της 
πράξεως  <C  της  αγα&ης  πράξεως;  30 8  τοις  κατηραμένοις:  om. 
vjco  τον  ϋ-εον;  32^  κοά  ημείς  ονν  δια  ϋ^εληματος  αντον  om. 
per  homoeotel.;  324  und  457  in  der  Doxologie  εις  τονς  αιώνας 
<C  εις  τους  αιώνας  τών  αιώνων;  355  πλεονεξίαν  om.  per  hom.; 
39 1  άφρονες  καΐ  απαίδευτοι  και  μωροί  <C  άφρονες  και  άονν- 
ετοι  και  μωροί  και  απαίδευτοι;  44-2  om.  άνδρες;  45?  om.  εις 
hinter  πλήρεις;  55 ß  om.  δεοπότην  hinter  παντεπόπτην. 

Eine  besondere  Art  von  Auslassung  betrifft  die  Citate.  In 
einer  Reihe  von  Fällen  verkürzte  sich  der  Schreiber  von  C  (oder 
fand  er  es  schon  in  seiner  Vorlage  so?)  seine  Arbeit  dadurch, 
dass  er  bei  längeren  Citaten  nur  den  Anfang  und  —  aber  nicht 
immer  —  den  Schluss  aufnahm,  das  übrige  aber  einfach  fortliess. 
Auf  diese  Weise  hat  er  z.  B.  18 3—17,  222 — 7,  358— u,  523  (von 
κα\  επικάλεΟαι  bis  δοξάοεις  με)  weggelassen.  Im  Citate  27? 
findet  sich  ebenfalls  eine  nicht  unbedeutende  Kürzung,  und  es 
ist  durch  Zusammenziehung  des  Endes  des  verstümmelten  Citates 
mit  den  Anfangsworten  des  nächsten  Kapitels  eine  arge  Ver- 
wirrung entstanden.  Daraus  ist;,  wenigstens  für  diese  Stelle,  zu 
schliessen,  dass  die  Verkürzung  älteren  Datums  ist,  und  C  nicht 
mehr  den  vollständigen  Text  vor  sich  hatte,  c.  228  ist  der  Rest 
des  verkürzten  Citates  mit  είτα  angefügt,  das  darum  nicht  (wie 
Lightfoot  es  thut)  in  den  Text  aufzunehmen  ist,  wenn  auch  S 
etwas  ähnliches  (anscheinend  και  πάλιν)  an  dieser  Stelle  zu 
haben    scheint;    das    είτα   besagt   nur:    „und  dann"    nämlich  am 

Ende  der  angeführten  Bibelstellen,   folgt  noch Auch  35 12 

init.  hat  C  nach  seiner  Auslassung  den  Schluss  des  Citates  mit 
καϊ  εν  τω  τέλει  —  „am  Ende"  sc,  des  Citates  steht  noch  — 
eingeführt. 

Endlich  hat  C  in  seinem  Sondereigentum  noch  eine  Reihe 
von  offenbaren  Fehlern  aufzuweisen,  die  natürlich  keineswegs 
alle  dem  letzten  Schreiber  zur  Last  fallen,  sondern  zum  grössten 
Teile  wohl  schon  in  seiner  Vorlage  standen.  Denn  der  Schreiber 
Leo  hat  wohl  kaum  aus  Unachtsamkeit  und  Leichtfertigkeit  seine 
Vorlage  schlecht  copiert.  In  die  Reihe  dieser  Fehler  stelle  ich 
das  sinnlose  παρ'  ι)μΙν  statt  παρ  ύμίν  l3,  ferner  23  ϋ-είας  <C 
ούίας,  24  μετά  δέους  <i  μετ  ελέους,  6-2  δε\ρ  καϊ  <^  Δίρκαι,  21 1 
εις  κρίματα  ουν  ήμίν  <^  εΙς  κρίμα  παΟιν  ήμίν,  233  πόρρω  γε 
γενέοϋ-ω   «<   πόρρο)  γενέο&ω   (vgl.  dieselbe  Dittographie  für  Α 


30  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

33 1);  32-2  τάς,Βί  <C  ^όξ7],  333  τι]  Ιαυτών  όιατάξεί  <C  ^-^7  Ιαντον 
διατάξει  (kann  aber  auch  absichtliche  .,\^erbesserung"  der  ζώα 
wegen  sein);  373  νποταοοόμενα  <C  επιταΟοόμενα]  476  άγάπ7]ς 
<<  ά/ω/^ς,  50  2  καταδιώξω  <<  καταξιώο?^.  55 1  υπομνήματα  <C 
υποδείγματα  u.  a. 

Einige  dieser  Fehler  weisen  noch  deutlich  auf  die  Majuskel- 
vorlage hin,  die  ja  natürlich  zu'  irgend  einer  Zeit  unter  den  Vor- 
fahren (dass  Leo  selber  noch  einen  Majuskelcodex  zur  Vorlage 
gehabt  habe,  ist  mit  nichts  zu  beweisen)  des  C  war,  vgl.  23 
eeiAC  für  OCIAC,  24MeTAAeOYC  für  MeTGAGoyc, 
21 1  eiCKfIMATACYNHMIN  statt  .  .  .  GICKflMAnACINH- 
HIN,  436  CüCTe  für  eiCTO  (diesen  Fehler  hat  auch  S  an 
dieser  Stelle),  476  ΑΓΑΠΗΟ  <  ArCÜFHC  (wahrscheinlich 
zuerst  aus  ArCÜFHC:  ArCOnHC  —  dass  Γ,  von  einem  mit 
verticalem  Striche  beginnenden  Buchstaben  gefolgt,  zu  Π  wird, 
ist  ein  häufiger  Fehler  —  und  dann  tertiär  die  naheliegende  und 
leichte  Correctur:  ΑΓΑΠΗΟ). 

An  Citatsharmonisierungen  endlich,  dem  unvermeidlichen 
Fehler  aller  Handschriften,  weist  C  allein  nicht  viele  Beispiele 
auf.  Dennoch  kommen  solche  vor,  vgl.  152  οντος  6  λαός  <C  C 
ο  λαός  ούτος  (LXX  Jes.  29i3,  cf.  Mt  158);  346  π).ήρης  παΟα  η 
χτίοις  της  δόξης  αυτοΰ  <<  C  Jiäöa  7)  γη  (LXX  Jes.  63);  35 12 
το  θωτ7)ριον  του  ϋ-εοΰ  <C  C  το  οωτι)ρι6ν  μου  (LXX  φ  4023 
nach  «c.  aX).  574  d-λίψις  καϊ  πολιορκία  <<  C  ϋ-λύψις  καΐ  οτενο- 
χωρία  καϊ  πολιορκία  (aus  Rm.  29  835). 

Alles  in  allem  gibt  sich  uns  C  in  seinem  Sondereigentum 
als  eine  revidierte  und  emendierte  Handschrift  zu  erkennen,  die 
eben  dieses  Umstandes,  sowie  ihrer  bedeutend  späteren  Ent- 
stehungszeit wegen  weit  hinter  Α  zurückstehen  muss.  C  allein, 
gegen  die  drei  anderen,  hat  an  keiner  Stelle  die  ursprüngliche 
Lesart  erhalten;  2i,  an  der  einzigen  Stelle,  die  ernstlich  in  Be- 
tracht kommen  könnte,  ist  das  μετ  ελέους  von  ALS  beizube- 
halten, das  μετά  δέους  von  C,  das  an  und  für  sich  sehr  gut  in 
den  Zusammenhang  hineinpasst,  ist  entweder  sinngemässe  „Ver- 
besserung" oder  einfacher  Schreibfehler  (MGTAAGO^^C  << 
MeTeAeoyC,  vgl.  oben). 


Prolegoinena.     III.  Die  Textesgestaltuugeu  etc.  31 

3.    Der  Text  des  Codex  S. 

S  ist  eine  Übersetzung  und  schon  als  solche  nur  ein  Textes- 
zeuge zweiter  Ordnung.  Indem  wir  ihn  zur  Recension  des 
Textes  verwenden,  müssen  wir,  soweit  dies  überhaupt  möglich 
ist,  trennen  zwischen  dem,  was  au  etwaigen  Varianten  in  dem 
S  vorliegenden  griechischen  Texte  stand  —  wir  bezeichnen  ihn 
der  Kürze  wegen  im  folgenden  mit  dem  Sigel  Σ  —  und  dem, 
was  Eigentum  des  Übersetzers  ist,  sowie  endlich  dem,  was  in 
der  neuen  Form,  in  der  fremden  Sprache  an  spontanen  Ver- 
wilderungen und  absichtlichen  Veränderungen  sich  eingestellt 
hat.  Zählten  Avir  einfach  alle  Stellen  der  syrischen  Übersetzung, 
die  nicht  genau  den  aus  den  andern  Autoritäten  zur  Genüge 
bekannten  Text  des  Originals  wiedergeben,  so  wäre  die  Zahl 
der  \'^arianten  eine  enorme.  Aber  durch  eine  Reihe  von  Be- 
obachtungen, die  wir  über  die  Übersetzungsart  des  S  machen 
können,  und  durch  Aufstellung  demgemässer  Richtlinien  für  die 
Verwertung  der  S -Varianten  wird  diese  Zahl  ganz  erheblich 
verringert. 

Die  Hauptpunkte,  die  wir  bei  der  Schätzung  und  Verwer- 
tung von  S  im  Auge  zu  behalten  haben,  sind  folgende: 

1.  Der  Übersetzer  ist  durch  die  Armut  der  syrischen  Sprache 
in  der  Notlage,  viele  Stellen  seines  Originals  nur  unvollkommen 
und  ungenau  wiedergeben  zu  können.  Die  Eigentümlichkeiten 
des  syrischen  Idioms,  die  hier  in  Betracht  kommen,  sind  diese: 
Das  syrische  Verbum  ist  viel  formenarmer  als  das  griechische. 
Die  Unterscheidung  des  Aorists  vom  Perfectum,  des  Futurums 
vom  Conjunctiv,  die  Auseinanderhaltung  der  verschiedenen  Zeiten 
in  den  Infinitiv-  und  Conjunctivformen  ist  unmöglich.  Ob  also 
in  Σ  2δ3  τετελεντ7]κ6τος  oder  τελεντηοαντος,  16  π  τ/ jroi7/öa?- 
μεν  oder  τι  ποιηοομεν,  1ι  βλαφϋ-ηναι  oder  βλάπτεο&αι,  13  3  Οτ?]• 
ρίζομεν  oder  θτ)ΐ(;)ίζωμεν  stand,  können  wir  aus  S  nicht  mehr 
erschliessen. 

Ferner  zeigt  sich  die  Armut  der  syrischen  Sprache  darin 
als  störend,  dass  S  eine  Reihe  von  griechischen  Wörtern,  be- 
sonders Composita  und  Decomposita,  nicht  ebenfalls  durch  ein 
einziges  Wort  wiedergeben  kann,  sondern  dass  er,  um  den  Sinn 
und  die  Kraft  dieser  Wörter  einigermassen  entsprechend  zur 
Darstellung   zu  bringen,   zu  langstieligen  Umschreibungen  seine 


32  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

Zuflucht  nehmen  muss.  So  übersetzt  S  z.  B.  20  i  tl  των  όε- 
όογματιΟμένων  νπ  αντοΰ  durch  aliquid  eorum,  quae  visa  sunt 
Deo  et  decreta  sunt  ab  illo,  20  6  παρεκβαίνει  exit  aut  trans- 
greditur,  25  i  παράδοξον  gloriosum  et  stupendum,  25  3  άνατρε- 
φόμενος  nutritus  et  adultus,  30  3  ομόνοιαν  consensum  et  pari- 
tatem  animi,  34  4  παρειμένους  solutos  et  laxos,  59  3  άρχεγονον 
Caput  (principium)  et  creatorem.  Eng  mit  dieser  Unfähigkeit 
des  Syrischen  hängt  eine  andere  Eigentümlichkeit  der  Über- 
setzung zusammen.  Wo  von  zwei  nebeneinanderstehenden  Par- 
allelausdrücken der  erste  einer  Umschreibung  bedurfte,  der  zweite 
hingegen  nicht,  stand  der  Übersetzer  nicht  an,  um  der  deut- 
licheren und  leichteren  Diction  willen  die  betreffenden  Ausdrücke 
umzustellen.  So  übersetzt  er  30  8  ταπεινοφροοννη  καΐ  πραντης 
mit  dementia  et  humilitas  cogitationis,  36  2  αμωμον  καΐ  νπερ- 
τάτην  mit  altissimam  et  quae  sine  labe,  ib.  άοννετος  καΐ  εΟκο- 
τ€ομένη  mit  tenebrosa  et  quae  sine  intellectu,  64  μεγαλοπρεπές 
καΐ  αγιον  mit  sanctum  et  decens  in  magnitudine  et  gloriosum. 
Nur  wo  für  den  Übersetzer  keine  Nötigung  für  eine  solche  Um- 
stellung vorlag,  werden  wir  die  Möglichkeit  einer  v.  1.  in  Σ 
anerkennen  müssen,  wie  z.  B.  in  12  5  ο  γαρ  φόβος  και  6  τρό- 
μος ACL  <C  ό  γαρ  τρόμος  και  6  φόβος  Σ[?). 

Weiter  ist  der  Übersetzer  durch  die  Mangelhaftigkeit 
seiner  Sprache  gezwungen,  einzelne  im  Griechischen  verschieden 
modifizierte  Worte  durch  die  gleichen  Ausdrücke  wiederzugeben, 
wodurch  es  in  einzelnen  schwankenden  Fällen  unmöglich  ist, 
festzustellen,  was  er  eigentlich  las.  So  ist  es  unsicher,  ob  in  Σ 
1 3  νόμοις  stand  oder  νομίμοις,  13  4  τα  λόγια  oder  τονς  λόγους, 
15  2  απεοτιν  oder  απέχει,  41 3  βουληϋεως  oder  βουλής  η.  a.  m. 
Endlich  verlangt  das  Syrische  in  einer  Reihe  von  Substan- 
tiven, die  durch  die  nämliche  Präposition  regiert  werden,  Wieder- 
holung dieser  Präposition  vor  jedem  der  Substantive,  so  dass 
auch  in  diesem  Falle  bei  unsicherer  Lesart  von  S  keine  Ent- 
scheidung zu  holen  ist. 

Auch  eine  rein  der  Grammatik  und  der  conventioneilen 
Schreibweise  angehörige  Eigentümlichkeit  des  Syrischen  macht 
Sicherheit  über  die  Lesart  in  Σ  stellenweise  unmöglich.  Beim 
Status  emphaticus  der  Masculina  und  auch  beim  status  con- 
structus  der  feminina  sind  Singular-  und  Pluralformen  im  Con- 
sonantentexte  gleich.   Um  indessen  auch  im  unpunktierten  Texte 


Prolegomeua.     III.  Die  Textesgestaltungen  etc.  33 

eine  Unterscheidung  zu  ermöglichen,  wird  in  den  Pluralformen 
über  das  betreffende  Wort  das  kleine  Zeichen  des  Ribui  (")  ge- 
setzt. Dies  Zeichen  wird  nun  aber  oft,  wie  vielfache  Erfahrung 
an  syrischen  Handschriften  zeigt,  weggelassen,  wo  es  hingehört, 
und  hingesetzt,  wo  es  nicht  stehen  sollte.  Dieselbe  Uugenauig- 
keit  lässt  sich  auch  an  unserer  Handschrift  des  öfteren  consta- 
tieren,  und  wo  ein  Plural  nur  von  einem  Ribui  abhängt,  ist  bei 
S  niemals  mit  Sicherheit  zu  sagen,  was  ursprünglich  und  somit 
in  Σ  dastand;  I2  muss  der  Singular  in  lege  (für  tp  τοις  νόμι- 
μοι^ oder  ti^  τοΙς  2'όμοις)  anscheinend  durch  ein  Kibui  in  den 
Plural  verwandelt  werden;  42  4  steht  ein  falsches  Ribui,  statt 
spiritu  sanctos  ist  spiritu  sancto  zu  lesen;  53-2  γώνίχψα  (das 
freilich  auch  L  hat)  ist  sehr  leicht  durch  Ribui  in  '/ωνίΰματα 
(AC)  zu  corrigieren. 

2.  Aber  auch,  wo  er  nicht  durch  den  andersartigen  Charakter 
seiner  Sprache  gezwungen  ist,  erlaubt  sich  der  Übersetzer  des 
öfteren  mit  seiner  A'Orlage  sehr  frei  umzugehen.  Er  neigt  ganz 
offenbar  zu  Wortfülle  und  Umständlichkeit,  darum  paraphra- 
siert  er  auch  da,  wo  er  eigentlich  gar  nicht  dazu  gezwungen 
■wäre.  Das  trefflichste  Beispiel,  diese  seine  Eigentümlichkeit  zu 
belegen,  findet  sich  nicht  im  I  Clem.,  sondern  im  II  Clem.,  wo 
παοα-ζίονειν  αυτόν  των  εντολών  3  4  wiedergegeben  wird  mit 
ueffligemus  et  spernemus  raandata  ejus,  dum  remisse  agiraus 
neque  facimus  ea.  Aber  auch  der  I  Clem.  weist  verschiedene 
Licenzen  dieser  Art  auf,  vgl.  15  1  μεΰ^  υποχρίοεως  cum  assump- 
tioue  personarum  et  illusione;  21 4  μη  λευτοτακτεΐν  τιμάς  άπο 
τον  ϋ-εληματος  αυτόν  ne  rebellantes  et  deserentes  ordinem  fa- 
ciamus  aliquid  extra  voluntatem  ejus;  48  1  επΙ  την  οεμνην  της 
φιλαόελφίας  ημών  άγνην  άγωγην  άποκαταοτηοη  ήμΰς  restituat 
UOS  ad  priorem  illam  modestiam  nostram  amoris  fraternitatis  et 
ad  puram  illam  convei'sationem;  55  1  πολλοί  βαοολεΐς  καΐ  ηγού- 
μενοι λοιμιχον  τίνος  ενοτάντος  καιρόν  multi  reges  et  duces  de 
principibus  populorum  si  quando  tempus  afflictionis  aut  famis 
(^'erwechslung  von  λοιμός  und  λαμός)  alicujus  instaret  po- 
pulo  u.  a.  m. 

3.  Weiter  aber  hat  S  die  Eigentümlichkeit,  Glossen  und  Zu- 
sätze au  passendem  und  unpassendem  Orte  einzufügen.    Doch  ist 
bei  Constatierung  dieser  Randbemerkungen  des  Übersetzers  oder 
späterer  Abschreiber  Vorsicht   zu    gebrauchen.     Es    ist    nämlich 
Texte  u.  UnteisachuDgen.   N.  F.  V,  i.  'ό 


34  Knopf,  Der  erste  Clemeusbrief. 

keineswegs  sicher,  ob  nicht  ein  Teil  dieser  erläuternden  Zusätze 
bereits  in  Σ  stand,  sodass  der  Übersetzer  an  ihnen  unschuldig 
wäre.  Wo  es  also  nicht,  nach  den  sonst  bekannten  Eigentüm- 
lichkeiten von  S,  auf  der  Hand  liegt,  dass  er  die  Zusätze  aus 
eigenem  beigefügt  hat,  sind  sie  im  Apparate  zu  verzeichnen,  und 
wir  müssen,  was  sie  betriflft,  die  Möglichkeit  einer  v.  1.  in  Σ 
offen  lassen.  Eine  Stelle  freilich  in  S  schafft,  was  Glossen  an- 
langt, ein  starkes  Präjudiz  gegen  die  Übersetzung:  1 1  wird  das 
griechische  Wort  οτάοις  als  Fremdwort  in  der  Übersetzung 
beibehalten,  aber  durch  die  in  den  Text  aufgenommene 
Glosse  erläutert:  hoc  autem  est  tumultus.  Hier  ist  die  Hand 
eines  Syrers  unverkennbar  und  dieser  Umstand  muss  uns  auch 
inbezug  auf  andere  Glossen  und  Zusätze  in  S  misstrauisch 
machen. 

Dies  die  Hauptregeln  für  die  Benutzung  von  S;  wenden 
wir  uns  nun  der  Betrachtung  seiner  Varianten  zu.  S  hat  auch 
nach  Abzug  der  offenbar  dem  Übersetzer  und  der  syrischen 
Überlieferung  zufallenden  Eigentümlichkeiten  ein  ziemlich  grosses 
Sondereigentum.  Nicht  unbedeutend  ist  zunächst  die  Zahl  der 
Glossen  und  Erklärungen  —  um  mit  diesen  anzufangen  — ,  die 
sich  allenthalben  in  den  Text  eingestreut  finden.  S  zeigt  das 
Bestreben,  den  Text  recht  deutlich  und  unzweideutig  zu  machen, 
zu  schwach  scheinende  Ausdrücke  durch  gewichtige  Zusätze  zu 
verstärken,  einzelne  Ausdrücke  und  ganze  Sätze  abzurunden.  Vgl. 
als  Beispiele  dafür:  11 1  dominator  universi  <;  όεοπότης;  19 1 
verba  dei  <C  λόγια  αυτόν,  ähnlich  50  2  misericordiae  dei  <C  τον 
ελέους  αυτοΰ;  weiter  zählt  hierher  16  2  ταπεινοφρονών  add.  ve- 
nit  {ήλ.&εν)•,  25  2  χρόνου  τοϋ  βίου  add.  suae;  25  3  αίρει  τον  οη- 
κον  εκείνον  add.  circum  se;  25  3  διανύει  <C  migrat  volans;  25  5 
Ol  ιερείς  add.  qui  ex  Aegypto;  34?  τ(]  ϋυνειόήοει  <C  in  una 
conscientia;  37  2  τα  όιαταϋοόμενα  τρΥΆβυα.  omnia;  4ΐ2προοφερε- 
ται  <C  otferuntur  sacrificia;  42  3  λαβόντες  add.  apostoli;  43  2 
των  φυλών  add.  omnium  Israelis;  46  5  πόλεμοι  τε  add.  et  pugnae; 
51  2  φόβου  add.  dei;  52  1  αυτώ  add.  solum;  64  τω  ονόματι  add. 
sancto;  ibid.  άρχιερέως  add.  magni.  —  Dem  Zwecke  der  Ver- 
deutlichung dienen  auch  die  öfteren  Zusätze  von  Pronomen,  z.  B. 
19  2  πράξεων  add.  harum;  ibid.  κόομον  add.  hujus  (analog  383); 
25  2  τελεντζί  add.  in  illo;  besonders  von  Personalpronomen:  21  3 
εγγύς   add.  nobis;    24  2  γινομένην  add.  nobis;    51 1  της  ελπίοος 


Prolegomena.     III.  Die  Textesgestaltungen  etc.  35 

add.  nostrae;  54-2  εκχωρώ  praem.  ego;  δδ  1  £νέγκ€ομΒν  add. 
vobis;  δδ4  τ//ς  πόλεως  <C  urbe  sua. 

Ausser  diesen  Zusätzen  zu  einzelnen  Satzteilen  finden  wir 
aber  bei  S  auch  Zusätze  von  Partikeln,  wodurch  die  Diction 
geglättet  werden  soll,  vgl.  17 1  προς  τούτοις  add.  6έ;  2Uio  άπό- 
lavOLV  add.  τε;  21?  βονλ7]μα  <<  occä  βονλημα  (was  die  ganze 
Construction  verändert);  31 3  ηόεως  <C  καϊ  ήδέως;  362  ηνεώ- 
χΟ-ηοαν  <C  ^cu  ηνεώχϋ-ηοαν;  Ali  όΰω  add.  γάρ;  4δ2  ενκεκύφατε 
■<  ει  ενκεκύφατε  (wodurch  die  beiden  asyndetisch  aneinander- 
gereihten Hauptsätze  zu  einer  hypothetischen  Periode  werden); 
δδό  τον  λαον  praem.  öta  (propter,  aus  dem  zweiten  gen.  obiect. 
wird  ein  Parallelglied);  δδβ  παντεπόπτην  δεοπότην  <<  S  παν- 
τεπόπτην  καΐ  δεοπότην;  64  εγκράτείαν,  άγνείαν  <C  S  και 
εγκράτειαν  καΐ  αγνείαν. 

Ein  leichtflüssiges  Element  der  Rede  sind  die  Vocative  der 
Anrede:  αγαπητοί,  αδελφοί.  Es  darf  uns  also  nicht  wundern, 
wenn  S  mit  diesen  Redebestandteilen  frei  umgeht,  sie  ausläset 
und  hinzusetzt,  auch  Vertauschung  beider  Ausdrücke  kommt 
vor;  vgl.  li  αγαπητοί  om.;  4;  αγαπητοί  statt  αδελφοί;  192 
πράξεων  add.  αδελφοί  άγαπΐ]τοί\  3δδ  om,  αγαπητοί',  40 1  τούτων 
add.  αδελφοί;  50 2  οϋν  add.  αγαπητοί;  δ3ι  γάρ  add.  αδελφοί, 
während  hinter  γραφάς  das  αγαπητοί  weggelassen  ist  (ähnlich  li). 
—  S  hat  ferner  die  schon  bei  C  constatierte  und  erklärte  Eigen- 
tümlichkeit aufzuweisen,  dass  das  den  Redenden  oder  Schreibenden 
miteinschli essende  ημείς  in  das  direktere  und  entgegensetzende 
νμείς  verwandelt  wird,  so  342  νμας  <C  W^i,  362  νμών  (hinter 
ηνεοτ/β-ηοαν)  <<  ημών. 

Natürlich  fehlen  neben  den  zufälligen  und  absichtlichen 
Zusätzen  auch  nicht  die  Auslassungen.  Diese  nicht  minder  wie 
die  Glossen  und  Einschiebungen  dienen  zum  Teil  dazu^  den  Text 
zu  glätten,  zum  Teil  sind  sie  zufälliger  Art.  Die  Grenze  zwischen 
beiden  ist  natürlich  nicht  scharf  zu  ziehen.  Da  sie  aber  haupt- 
sächlich die  die  Stilverknüpfungen  in  hervorragender  Weise 
modificierenden  Partikeln  betreffen,  so  werden  wir  in  ihnen  zum 
guten  Teile  absichtliche  Auslassungen  zu  erkennen  haben.  Die 
unbeabsichtigte  Auslassung  per  homoeoteleuton  ist  äusserst  selten 
in  S,  die  Orientalen  haben  im  ganzen  und  grossen  immer  treuer 
copiert  als  die  Griechen. 

Weglassung   von  Partikeln  und  anderen  Worten  finden  wir 

3* 


36  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

z.  B.  75  om.  xal  vor  καταμαϋ^ώμεν  (sehr  leicht  in  Σ  möghch); 
127  om.  καΐ  έλπίζονοιν  hinter  τοις  πίοτενονοιν;  21  e  Jtaiösiav 
τον  Q-tov  statt  Jtaiotiav  τον  φόβον  τον  ϋ^εον;  22ι  όε  om.;  2S4 
U.  29 1  ovf  om.;  383  καΐ  τίνες  om.  hinter  ποίοι;  384  κατά  πάντα 
om.  als  überflüssig  neben  dem  kurz  vorher  stehenden  πάντα\ 
4l2  προοφέρονταί  om.;  446  άμέμπτως  om.;  476  αίοχρά  αγαπητοί 
om.,  51-2  όέ  εαντών  om.;  6δι  Βίτο]να  om. 

In  den  Doxologien  erlaubt  sich  S  zuweilen  nicht  unbedeu- 
tende Kürzungen.  Sie  sind  leicht  erklärlich,  weil  jeder  Ab- 
schreiber und  auch  der  Übersetzer  feste  Formeln  der  Doxologie 
im  Kopfe  hatte,  nach  denen  sie  bewusst  oder  unbeAvusst  die  ihnen 
vorliegenden  ummodelten.  Die  Verkürzungen  der  Doxologien, 
die  im  folgenden  aufgeführt  werden,  Λveisen  auf  dieselbe  Hand 
zurück,  denn  sie  reducieren  die  ursprünglicheren  umfangreicheren 
Grundformen  auf  denselben  schlichten  Typus:  20 12  φ  ί]  ό6ξ.((. 
καΐ  η  μεγαλωονν^ι  εις  τονς  αιώνας  των  αίοίνων.  αμ7/ν  <^  ο) 
η  δόξα  εις  τονς  αιώνας  τών  αιώνων,  αμήν;  64  statt  όιον  αντώ 
δόξα,  μεγαλωοννη,  κράτος  και  τιμή  καϊ  ννν  καΐ  εις  τονς  αίο^νας 
τών  αιώνων,  άμην  <C  δι  ον  αντώ  παοα  δόξα  εις  τονς  αιώνας; 
6δ2  statt  δι  ον  αντώ  δόξα,  τιμή,  κράτος  και  μεγαλωοννϊ], 
ϋ^ρόνος  αιώνιος  από  τών  αίώνο^ν  εις  τονς  αΊώ>νας  το)ν  αιώνων, 
άμην  <C  δι    ον  αντώ  δόξα  εις  τονς  αιώνας  τών  αίώνο^ν,  άμην. 

In  all  den  bis  jetzt  aufgezählten  Fällen  ist  es,  wie  schon 
bemerkt,  nicht  möglich,  genau  zu  bestimmen,  was  von  den  Zu- 
sätzen und  Auslassungen  schon  den  Text  von  Σ  verunstaltete 
und  was  erst  späteres  Verderbnis  ist.  Es  gibt  aber  eine  Reiht• 
von  Stellen,  an  denen  klar  ist,  dass  sie  bereits  in  Σ  verderbt 
waren,  und  von  anderen,  die  zwar  in  Σ  richtig  dastanden,  von 
dem  Übersetzer  jedoch  falsch  verstanden  und  falsch  wiedergegeben 
wurden.  22  wird  der  Plural  plenae  .  .  .  effusiones  (der  nicht  von 
blossem  Ribui  abhängt)  am  einfachsten  durch  Itacismus  in  Σ 
erklärt:  πλήρεις  εκχνοείς  für  πλήρΊΐς  εκγνοις;  2i  stand  in  Σ 
εκόντες  statt  άκοντες;  83  im  Citate  ειπούν  statt  είπόν;  9i  an- 
scheinend γινόμενοι  für  γενόμενοι;  ib.  άπολείποντες  für  άπο- 
λιπόντες;  92  τελείονς  für  τελεαος;  11 1  anscheinend  κρ'ιοιν  für 
κόλαοιν;  14 1  ΰ-είον  für  00ων  und  ähnlich  21 8  ϋ-είως  im- οοίως 
(den  gleichen,  durch  Majuskelschreibung  leicht  erklärlichen, 
Fehler  hatte  C  23),  Π 2  άτενίοω  für  ατενίζων;  20 1  δικαΐ€Οοει 
für  διοικηθεί;  20 3  δια  für  δί/α;  20 ίο  ονλλήψεις  inv  οννελενοεις; 


Prolegomena.     III.  Die  Textesgestaltungen  etc.  37 

243  anscheiuend  κοιμάται  {τις)  ννκτος  άν'ιοταται  ημέρας  für 
κοιμάται  iw^  άν'ιοταται  ημέρα;  245  την  γην  ξηράν  statt  την 
7Ψ'  ^'yί'«■)  337  ίκοιμ/Ίϋ-7ιθαι^ ϊϊ\τ ίκοομι'ιϋ-ηοαν;  36-2 έ7Όπτριζο)με}}^α 
(allenfalls  auch  ένοπτριοόμεΰ-α  oder  Ινοπτριοώμεϋ^α)  für  hojt. 
τριζόμεϋ-α-,  373  νπαρχοι  für  έπαρχοι  (doch  kann  dies  auch  am 
Übersetzer  liegen);  395  επεοον  für  επαιοεν;  42 ö  κενώς  für 
καινώς;  4bi  vjro  των  μιαρίΤίν  καΐ  άδίκΐον  ζηλον  άνειληγότων 
für  νπο  των  μιαρον  καϊ  αδικον  ζηλον  άνειληφότων,  485  ein 
thörichter,  aber  leicht  zu  erklärender  Irrtum:  ητω  δυνατός, 
γνώοιν  εζει,  πονείτω  οοφός  statt  ητω  δυνατός  γνώοιν  εξ^υτεΐν, 
ητω  θο(ί.ός\  495  ευαρεοτείν  für  ευάρεοτον,  55 1  λιμικοϋ  (oder  ein 
stammverwandtes  Wort)  für  λοιμικοϋ.  In  fast  allen  diesen  Fällen 
wird  das  Verderbnis  wohl  schon  in  Σ  gewesen  sein,  doch  ist 
immerhin  die  Möglichkeit  zuzugeben,  dass  einiges  in  Σ  richtig 
überliefert  war,  aber  vom  Übersetzer  falsch  gelesen  wurde. 

Anders  steht  es  mit  einer  Anzahl  von  Lesarten,  die  deutlich 
zur  Emendatiou  einer  schon  verdorbenen  Textesstelle  eingeführt 
wurden.  Sie  möchte  ich  zum  guten  Teile  dem  Übersetzer  zu- 
schreiben. Denn  ein  Abschreiber  konnte  allenfalls  Fehler  seiner 
Vorlage  auch  in  seine  Abschrift  aufnehmen,  ein  Übersetzer  hin- 
gegen musste  in  das,  was  er  bieten  wollte,  Zusammenhang  und 
Sinn  bringen  und  musste  versuchen,  einen  anscheinend  verderbten 
Text  zu  emendieren.  Beispiele  solcher  tertiären  Lesarten  sind: 
2-2  εγ'ινοντο  statt  έγίνετο,  in  Anbequemung  an  den  fehlerhaften 
Plural  πλήρεις  εκγΰοείς;  30  s  έγκρατενόμενοι  απο  παντός 
φιϋ^νριομοϋ  καϊ  χαταλαλιας  πόρρω  εαυτών  ποιοϋντες  statt 
εγκρατευομενοι  απο  παντός  ψιϋυριύμοϋ  καϊ  καταλαλιας  πόρρω 
Ιαυτονς  ποιοϋντες,  das  als  accus,  gefasste  καταλαλιάς  machte  die 
Correctur  Ιαυτών  nötig;  35 12  αυτοΐς  st.  αυτώ  wegen  des  voran- 
gehenden Plurals  ούνετε  in  ν.  11;  399  επεοον  αύτοΰ  statt  επαιοεν 
αυτούς,  Zwischenlesart  war  επεοεν;  40 3  ενευδοκηοει.. .  είναι  statt 
εν  εύδοκηοει  .  .  .  είη,  ενευδοκηοει  als  ein  \Vort  und  als  Verbum 
gefasst,  verlangte  die  Emendation  slvai\  405  τοΙς  άρχιερεϋοιν 
st.  τω  άρχιερεί,  veranlasst  durch  den  Plural  ϊδιαι  λειτουργίαι 
und  dann  vor  allem  durch  die  Beziehung  der  Stelle  auf  die 
christlichen  Bischöfe;  42 1  01  άπόοτολοι  ημΐν  εύηγγελίοαντο  statt 
.  .  .  εύηγγελίοϋ^ηΟαν ,  der  ungeschickte  und  falsche  Dativ  t)ulv 
scheint  diesen  Fehler  veranlasst  zu  haben;  45 1  περί  των  μη 
ανηκόντων     εις     Οίοτηρίαν     statt     περϊ     των     ανηκόντων    εις 


38  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

ϋωτηρίαν,  die  Emendation  entstand,  weil  φίλόνίΐκοι  und  ζ?)λωταί 
sensu  malo  und  εοτε  als  Indicativ,  nicht  als  Imperativ  gefasst 
wurden;  495  ονόενΐ  εναρωτεΐν  έοτιν  τω  ϋ^εω  statt  ονδεν 
ενάρεϋτόν  έοτιν  τω  &εω  (Mittellesart  war  εναρεοτεϊΐ');  δΟι 
έξ?]γηϋίς  τις  ίκανη  statt  εξηγηοΐς.     Τις  ικανός  .  .  . 

Endlich  finden  wir  in  S  eigentümliche  Übersetzungen,  die 
nicht  auf  einer  falschen  Lesart  oder  einer  unrichtigen  Emendation 
des  überlieferten  Textes  beruhen,  sondern  auf  einer  falschen 
Übersetzung  des  richtigen  ^-textes.  Falls,  wie  mir  wahrschein- 
lich scheint,  Σ  eine  Majuskelhandschrift  war,  so  sind  diese  zum 
Teile  aus  schlecht  gelesenem  Texte  erklärlich,  vgl.  unter  den 
eben  angeführten  Beispielen  403  ενενδοκηϋει  und  50 1  εξηγηοίς 
τις,  ferner  26  lAIA  als  ioicc  statt  löia  gefasst,  7-i  οτι  id  quod 
(o  τι),  77  OIJE  als  οΐδε  statt  oi  δε.  342  εξ  αντον  neutrisch, 
nicht  auf  Gott,  sondern  auf  προ&νμονς  είναι  bezogen,  55 6  cov 
γάριν  εκινδννενοεν  ex  iis  propter  quae  erat  (jDopnlus)  in  periculo, 
weil  der  Übersetzer  den  ad  sensum  Plural  cov  nicht  verstand. 

Die  anscheinend  höchst  seltsamen  Lesarten  394  παίδων 
<  S  operum  (»<'.t=L2»-  statt  r^.ia.:^) '),  51 1  έποιήοαμεν  <;  S 
transgressi  sumus  (Verwechselung  von  ."|a.i^  u.  ίη.ί^)  erklären 
sich  leicht  und  einfach  durch  falsche  Punktation  des  an  und  für 
sich  richtigen  Consonantentextes,  394  war  der  Fehler  um  so 
leichter,  als  εργ€ον  operum  unmittelbar  zuvor  steht. 

Trotzdem  S  an  vielen  Stellen,  wie  aus  dem  beigebrachten 
Materiale  zu  ersehen  war,  ein  sehr  entstelltes  und  verzerrtes 
Bild  der  ursprünglichen  Überlieferung  bietet,  so  ist  dennoch  neben 
diesem  secundären  Elemente  ein  gutes  primäres  nicht  zu  ver- 
kennen. Wie  dasselbe  beschaffen  war,  wird  erst  im  folgenden 
bei  Besprechung  der  Verwandtschaft  unserer  verschiedenen  Textes- 
zeugen darzulegen  sein;  hier  möge  nur  die  Thatsache  verzeichnet 
werden,  dass  au  einer  Stelle  S  allein  die  richtige  Lesart  ei'halten 
hat:  155  hat  das  allerdings  bedeutende  Homöoteleuton  τα  χείλ?^ 
τα  δόλια  arge  Verwirrung  bei  AOL  und  Clem.  AI.  angerichtet: 
sie  lassen  alle  die  Worte  τα  λαλοΰντα  ...  τα  δόλια^  aus  und 
bessern  dann  mannigfach  an  dem  verkrüppelten  Texte  herum. 
Nur  S  hat  hier  den  richtigen  Text  bewahrt.  Der  Fehler  muss 
uralt    sein;    da   ihn    L  und  Clem.  AI.    schon    in    ihren  Vorlagen 


1)  Vgl.  dieselbe  Verwechselung  Mt  11 19  u.  Luk.  1(5  35. 


Prolegomena.     ΙΠ.  Die  Testesgestaltungen  etc.  39 

hatten  und  beide  Griechen  ihn  aufweisen,  war  er  offenbar  schon 
im  2.  Jahrb.  vorhanden.  Von  den  übrigen  durch  S  <<  Α  C  ge- 
botenen Lesarten,  die  Lightfoot  für  richtig  erklärte  und  in  seinen 
Text  aufnahm  (ihr  Verzeichnis  in  S.Clement  I  S.  139f.),  sind 
einige  dadurch,  dass  sie  L  bestätigte,  zweifellos  geworden,  andere 
freilich  müssen  verworfen  werden. 

Zum  Schlüsse  noch  ein  Wort  über  die  Citate  bei  S.  In 
ihnen  findet  sich  eine  beträchtliche  Zahl  von  Abweichungen  vom 
ursprüughchen  Texte.  Das  kann  uns  nicht  wunder  nehmen, 
wenn  wir  die  nicht  allzu  kurze  Textesgeschichte  von  S  bedenken. 
Schon  in  Σ  konnte  nach  der  LXX  geändert  werden,  und  ebenso 
in  S  selbst  dann  nach  Peshitto.  Für  uns  beanspruchen  nur  die 
Fälle  der  ersten  Art  einiges  Interesse.  An  einer  ganzen  Reihe 
von  Stellen  sehen  wir  S  mit  LXX  gegen  die  drei  anderen  zu- 
sammenstimmen. Diese  Varianten  können  —  doch  ist  auch  dies 
nicht  unbedingt  nötig  —  zum  Teil  schon  in  Σ  gestanden  haben. 
Als  Beispiele  vgl.  83  εαν  ώοιν  <<  S  y.al  lav  ό)θιν  (cf.  LXX 
Jes.  lis);  10  g  τονς  άοτέρας  <C  add.  S  του  ουρανού  (cf.  LXX 
z.  ß.  Gen.  22i7,  Ex.  32i3,  Deut,  lio  u.  a.,  auch  Hebr.  11 12);  126 
0001  γάρ  <<  S  et  omnes  illi  qui,  καΐ  oool  (cf.  LXX  Jos.  2 19,  an 
entsprechender  Stelle,  y.al  Ιοταί  πας  oa  αν  κτλ.);  163  πάρα  το 
ίΐδος  των  άνϋ-ρώποίν  <C  S  πάρα  πάντας  άν&^ρώπους  (LXX 
Jes.  533  πάρα  τους  υΐονς  των  άν&ρο?πων  u.  Χ  πάρα  πάντας 
τους  υΙους  των  άν&ροίπων);  16?  υπέρ  των  αμαρτιών  •<  S 
ταϊς  άμαρτίαις  (LXX  Jes.  536);  Ι69  ηχεί  <C  S  ηχ&•η  (LXX  Jes.  53s, 
doch  Q™e  ηχεί);  226  όφ&αλμοί  <  S  οτι  οφϋ^αλμοί  (cf  LXX  ψ 
33ΐ6  J?  ϋ*;  N^^-a  Aß  om.  οτι);  27?  αναγγέλλει  <  S  άναγγελεΐ 
(cf.  LXX  \p  ISs  AU);  436  τοϋ  άλ7]&ίνοϋ  και  μόνου  <^  S  τοϋ 
μόνου  άληϋ-ινοΰ  (Joh.  ITs;  cf.  auch  Rom.  I627  μόνσ)  6οφω)\  533 
εαοον  <;  S  χαΐ  εαοον  (cf.  LXX  Ex.  32 10  καϊ  νϋν  εαοον  ebenso 
Deut.  9u,  wo  indessen  AF  nur  εαοον  haben);  56 1  των  .  .  . 
υπαργόντων  <<  S  qui  .  .  .  apprehensi  sunt,  των  .  .  .  προλημψϋ-έν- 
το^ν  (cf.  Gal.  61..  εαν  καϊ  προλ?]μφϋ^^  ανϋ-ρο:>πος  εν  τινι  παρα- 
πτο)ματι). 

4.    Der  Text  des  Codex  L. 

Die  lateinische  Übersetzung  hat,  ähnlich  der  syrischen,  eine 
Doppelschichte.  Die  untere  ist  höchst  altertümlich,  und  ihr 
sind   gewichtige,    ursprüngliche  Lesarten    von  hohem  Werte  zu 


40  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

entnehmen.  Über  sie  schiebt  sich  abei-  verdeckend  und  ent- 
stellend eine  neuere  Textesbildung,  die  im  Laufe  der  Jahrhun- 
derte, die  zwischen  der  Übersetzung;  des  Briefes  und  der  Nieder- 
schrift unseres  Codex  liegen,  allmählich,  von  absichtlich  oder 
unabsichtlich  wirkender  Hand  verschuldet,  über  die  ursprüng- 
liche Schicht  darübergewuchert  ist.  Denn  fast  ein  Jahrtausend 
liegt  zwischen  der  Übersetzung  von  I  Clem,  und  der  Ab- 
fassung der  sie  enthaltenden  Handschrift.  Das  letzte  Urteil 
über  die  Entstehuugszeit  der  altlateinischen  Übersetzung  von 
I  Clem.  ist  zwar  noch  nicht  gesprochen  worden.  Doch  haben 
sich  für  sehr  hohes  Alter  gewichtige  Stimmen  erhoben.  Für  das 
2.  Jhrh.  erklären  sich  der  Herausgeber  Morin  (bald  nach  Ab- 
fassung des  griechischen  Originals)  und  Harnack  (lieber  vor  als 
nach  150  vgl.  1.  c.  S.  263),  auch  v.  Gebhardt  (Deutsche  Lit.- 
Zeitung  1S94  Nr.  18)  und  Hilgenfeld  (Wochenschrift  f.  klass. 
Phil.  1S94  Nr.  16)  sind  diesem  frühen  Ansätze  nicht  abgeneigt; 
Haussleiter  (Theol.  Litt.-Blatt  1S94  Nr.  15)  rechnet  diese  vetus 
Latina  ohne  genauere  Angabe  zu  den  ältesten  lateinischen  Über- 
setzungen; V.  Wöliflin  (Archiv  für  Lexikographie  IX  Heft  1)  Aveist 
sie  aus  Gründen  der  Lexikographie  und  des  Syntaxgebrauches 
dem  Zeitalter  Tertullians  zu;  Sandaj  (im  „Guardian  vom  2S.  3. 
1894)  ist  in  unbestimmter  Weise  für  den  Zeitraum  200—350 
eingetreten,  den  indessen  Harnack  (1.  c.  609  f.)  durch  den  IS' ach- 
weis, dass  schon  Lactanz  unsere  Übersetzung  benutzte,  um 
50  Jahre  abgekürzt  hat.  Zahn  (Theol.  Litt.-Blatt  1894  Nr.  17>, 
der  die  Übersetzung  auch  im  5.  Jahrb.  sehr  wohl  begreiflich 
findet,  steht  ziemlich  allein  mit  diesem  Ansätze.  Die  Aussicht, 
auf  rein  philologischem  Wege  die  Entstehungszeit  unserer  Über- 
setzung genau  feststellen  zu  können,  ist  bei  dem  geringen  Um- 
fange der  uns  erhaltenen  altchristlichen  vulgärlateinischen  Litte- 
ratur  recht  kümmerlich.  Die  sachlichen  Gründe,  die  Harnack 
(Sitzungsberichte  der  Kön.  preuss.  Akademie  der  Wissenschaften 
1894  S.  262 f.  u.  S.  611  ff.)  für  seinen  Ansatz  beigebracht  hat. 
sind  sehr  plausibel.  Für  die  textkritische  Verwertung  der  Über- 
setzung ist  übrigens  die  genaue  Feststellung  ihres  Entstehungs- 
zeitpunktes gleichgültig,  sie  ist  nur  für  den  Litterarhistoriker 
und  den  Sprachgelehrten  von  Belang.  Begnügen  wir  uns  mit 
der  Einsicht,  dass  die  Übersetzung  zwischen  c.  150 — 230,  und 
zwar   höchst    wahrscheinlich    in  Rom    (vgl.  dazu  noch  Harnack 


Prolegomena.     III.  Die  Textesgestaltungen  etc.  41 

1.  c.  614  Anm.  1),  entstanden  ist.  Für  unsern  Zweck  ist  es  nur 
von  Interesse,  die  Beschaflenheit  der  griechischen  Vorlage  unse- 
res Textes  festzustellen.  Diese  Vorlage  ist  vorzüglich  und  re- 
präsentiert eine  kaum  noch  veränderte  Textesgestalt  von  I  Clem., 
sodass  wir  von  hier  aus  gegen  eine  möglichst  zeitige  Ansetzung 
des  Lateiners  nichts  einzuvirenden  haben. 

Die  erste  Aufgabe  der  Untersuchung  ist,  die  Massstäbe  zur 
Auffindung  dessen,  was  wertlose  Zuthat  oder  Veränderung  des 
Übersetzers  oder  eines  späteren  Abschreibers  ist,  und  dessen,  was 
als  Bestandteil  der  griechischen  Vorlage  des  Übersetzers  —  wir 
bezeichnen  sie  der  Kürze  wegen  im  folgenden  mit  Λ  —  höchste 
Beachtung  verdient. 

Es  wird  sich  deshalb  zunächst  darum  handeln,  die  Gestalt 
der  Überlieferung,  sodann  die  Art  und  Weise  der  Übersetzung 
zu  charakterisieren. 

Von  der  Gestaltung  der  Überlieferung  gibt  uns  Morins  Aus- 
gabe ein  hinreichend  deutliches  Bild.  Da  der  Text  nur  in  einem 
einzigen  Exemplare  erhalten  ist,  fehlt  uns  jedes  Mittel  einer 
äusseren  Textkritik.  Wie  der  Text  uns  gegenwärtig  vorliegt, 
ist  er  bereits  durch  verschiedene  Hände  von  aufeinander  folgen- 
den Abschreibern  gegangen  und  mannigfach  entstellt.  Und  zwar 
ist  es  zunächst  eine  Reihe  von  Ausserlicbkeiten,  von  orthogra- 
jihischen  Besonderheiten ,  die  wir  uns  bei  der  Verwertung  der 
Übersetzung  vor  Augen  halten  müssen.  Von  den  zahlreichen 
orthographischen  Inconsequenzen  zwar,  die  die  Form  und  Be- 
deutung des  betreffenden  Wortes  nicht  zweifelhaft  machen,  ist 
hier  ganz  abzusehen.  Sie  sind  für  die  Textkritik  belanglos 
und  beweisen  nur,  dass  der  letzte  (und  vielleicht  auch  schon 
frühere)  Abschreiber  seine  Arbeit  ziemlich  sorglos  anfertigte. 
Aber  gerade  dies  muss  uns  ja,  nach  dem  schon  für  Α  aufge- 
stellten Kanon,  ein  gutes  \^orurteil  für  die  Uninteressiertheit 
und  infolgedessen  für  die  Zuverlässigkeit  des  Mannes  erwecken. 
Der  Curiosität  wegen  mögen  hier  nur  einige  Inconsecjuenzen  der 
Rechtschreibung  verzeichnet  werden:  In  der  Überschrift  lesen 
wir  Corintios,  in  der  unmittelbar  darauf  folgenden  Zuschrift  Cho- 
rinthum,  47  e  hingegen  Corinthiorum  und  analog  in  der  Unter- 
schrift Corinthios;  stets  schreibt  L  obaudire  (19  mal),  obaudientia 
(3  mal)  und  obauditio  (2  mal),  doch  in  den  Schlusskapiteln  oboe- 
dire  (60  4  62  3  682)  und  oboedientia  (63  1);  penitentia  findet  sich 


42  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

neben  poenitentia,  7  4,  5,  g  ist  das  Wort  dreimal  hintereinander 
verschieden  geschrieben:  penitentiam,  poenitenciae,  poeniteutiam: 
der  Schreiber  hat  immer  herere,  hingegen  aeclesia;  22  6  finden 
wir  praeces,  36  1  precum;  11 1,  2  175  21i  lesen  wir  dampnare  und 
dampnatio,  hingegen  51 3  damnatio;  ti  und  ci  in  der  Endsilbe 
wechseln;  die  Verdoppelung  der  Consonanten  wird  willkürlich 
angewendet,  vgl.  10  6  Stellas,  32-2  stellae,  hingegen  20  3stelarum 
und  umgekehrt  44  3,4,6  45  7  51 2  633  querela,  17  3  hingegen 
querella;  die  Assimilation  von  η  in  der  Vorsilbe  in  erfolgt  un- 
regelmässig, vgl.  1 1  14  1  30  1  inmundus,  28  1  immundus. 

Doch  mit  diesen  kurzen  Bemerkungen  über  die  rein  ortho- 
graphischen Ausserlichkeiten  sei  es  genug,  die  richtige  Form 
liegt  in  allen  diesen  Fällen  auf  der  Hand.  Aber  auch  wo  eine 
anscheinend  unsinnige  oder  falsche  Form  entstanden  ist,  lässt 
sich  mit  Rücksicht  auf  die  orthographischen  und  graphischen 
Eigentümlichkeiten  der  Handschrift,  die  sie  mit  vielen  mittelalter- 
lichen Codices  teilt,  leicht  das  Richtige  herstellen.  Häufig  ist  die\'^er- 
wechselung  von  ähnlich  aussehenden  oder  ähnlich  klingenden  Buch- 
staben, vgl.  z.  B.  45  7  cesserunt  für  gesserunt,  dagegen  3  1  ingrassavit 
für  incrassavit;  51 1  reficimus  für  deficimus,  57  2reponite  für  de- 
ponite,  dagegen  48 1  deducat  für  reducat;  li  lesen  wir  incessi 
sunt,  anscheinend  ein  Hörfehler  für  incensi  sunt;  47  5  steht  vitae 
für  vide;  ei  für  es  findet  sich  zweimal:  20  2  impedient  ei  für  im- 
pedientes,  44  2  accipient  ei  für  accipientes;  et  für  ei  2  1  adtenden- 
tes  et  statt  adtendentes  ei  (doch  scheint  mir  hier  die  Sache 
nicht  ganz  sicher  zu  sein)  und  64  per  quem  est  et  gloria  statt 
—  ei  gloria,  umgekehrt  vgl.  14 1  ei  sanctum  statt  et  sanctum; 
56  9  steht  forti  statt  ferri,  nach  dem  Facsimileblatte,  das  dem 
Morinschen  Texte  beigegeben  ist,  ein  sehr  leicht  möglicher 
Verlesungsfehler  (vgl.  im  Facsimile  Z.  6  das  forti  und  dann  die 
Silbe  er.  z.  B.  in  veritatis  Z.  3  u.  ö.).  Durch  Unachtsamkeit  des 
Schreibers  sind  ferner  in  einer  Reihe  von  Fällen  einzelne  Silben 
eingefügt,  verdoppelt  oder  ausgelassen,  vgl.  darüber  den  Morin- 
schen Index  s.  v.  syllaba. 

Eine  besondere  Gruppe  von  Fehlern  bilden  die  falschen 
Declinations-  und  Flexionsformen,  die  durch  unrichtige  Schreibung 
bei  Substantiven  und  Verben  erfolgen.  Hierher  gehört  die  an- 
scheinende Verwechselung  von  Ablativ  und  Accusativ,  die,  weil 
das  Schluss-m  nicht  mehr  ausgesprochen  wurde  und  auch  in  der 


Prolegomena.     III.  Die  Textesgestaltungen  etc.  43 

Schriftsprache  uur  als  Linie  über  dem  letzten  Vocale  figurierte, 
leicht  erklärlich  ist.  Statt  Accusativs  einen  scheinbaren  Ablativ 
vgl.,  besonders  krass,  vreil  unmittelbar  vorher  der  Accusativ 
richtig  steht,  25  3  portat  illam  .  ,  .  usque  in  Aegiptum  in  colouia 
.  .  .  und  viele  andere  Fälle.  Das  Umgekehrte,  Accusativ  statt 
Ablativs,  steht  z.  B.  46  cum  essent  in  campum,  128  prophetia 
fuit  in  mulierem.  —  In  der  Conjugation  entstehen  durch  Beta- 
cismus  Verwechselungen  von  Perfect-  und  Futurformen  bei 
Verben  der  1.  und  2.  Conjugation,  vgl.  z.  B.  168  euarrauit  für 
enarrabit,  35 12  honorificauit  für  honorificabit,  57?  habitauit  für 
habitabit  (umgekehrt  b  statt  u  kommt  in  der  Flexionsendung 
nicht  vor,  doch  vgl.  44  3  imbidia  für  inuidia  und  I83  labia  für 
laua).  Diese  scheinbare  Abweichung  ist  selbstverständlich  nicht 
als  \''ariante  zu  verzeichnen,  und  ebensowenig  ist  im  allgemeinen 
eine  andere  scheinbare  v.  1.  zu  buchen,  die  durch  die,  auch  sonst 
in  der  Handschrift  vorkommende,  Verwechselung  von  e  und  i 
in  der  Flexionsendung  entsteht.  Verba  der  3.  Conjugation  er- 
halten dadurch  Futur-  statt  Präsensformen  und  umgekehrt:  so 
steht  275  dicit  für  dicet,  51  i  depascit  für  depascet,  umgekehrt 
23 1  tribuet  für  tribuit,  39?  tradet  für  tradit,  593  dissolues  für 
dissoluis.  51 1  steht  infolge  der  gleichen  Lautverwechselung  eine 
Präsensform  statt  eines  Perfectums:  deficimus  (oder  eigentlich 
reficimus)  st.  defecimus. 

Abgesehen  von  diesen  leicht  auszuscheidenden  orthographi- 
schen und  lautlichen  Eigentümlichkeiten  weist  aber  die  Hand- 
schrift noch  eine  Reihe  schwererer  Verderbnisse  auf.  Die  meisten 
derselben  hat  Morin  an  der  Hand  des  griechischen  Textes  corri- 
giert  und  die  wiederhergestellte  Lesart  in  seinen  Text  aufge- 
nommen, die  falsche  hingegen  in  den  Anmerkungen  verzeichnet. 
Beispiele  solcher  Entstellungen  sind:  I62  Scriptum  est  majestas 
Dei  statt  Sceptrum  majestatis  Dei;  40 δ  plebs  ejus  homo  statt 
plebeius  homo;  502f.  ..  sine  humana  voluptate.  lunocuae  fere 
sepe  uationes  omnes  .  .  .  statt  .  .  .  sine  humana  voluptate  innocui. 
Generationes  omnes  .  .  .  u.  a.  (cf.  Morin  S.  VIII  f.)'). 


1)  Im  allgemeinen  sind  Morins  Änderungen  geschickt  und  passend, 
nur  einige  Kleinigkeiten  hätte  er  noch  in  den  Text  aufnehmen  und  einige 
Änderungen  weglassen  sollen.  Die  Stellen,  an  denen  ich  anders  als  Mo- 
rins Text  es  hat,  lese,  habe  ich  anhangsweise  zusammengestellt,  meist  auch 
im  Apparate  angemerkt. 


44  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief'. 

Unklar  und  offenbar  recht  verderbt  sind  ferner  noch  einige 
Stellen,  denen  aber  anscheinend  sehr  schwer  aufzuhelfen  ist: 

34  •  .  .  et  negabat  omnia  mandata  ejus  ambulare  uoluerunt 
non  digne  Christo.  Die  Stelle  ist  sicher  erst  in  L  verderbt  worden 
(gegen  Morin,  der  anscheinend  für  die  Entstellung  Α  verant- 
Avortlich  macht).  Zur  Erklärung  des  schwierigen  negabat  und 
der  \Veglassung  von  ev  τοις  νομίμοις  möchte  ich  folgenden 
Weg  einschlagen.  Der  Übersetzer  hatte  richtig  wiedergegeben: 
NEC  LNLEG  ITIMIS  MANDATORUM  EIÜS  ...  Die  cartou- 
chierten  Buchstaben  waren  unleserlich  geworden,  NEC  ...  IT 
las  ein  Abschreiber,  nach  dem  vorhergehenden  caliginabatur,  als 
negabat  (C  u.  G  oft  verwechselt!)  und  gestaltete  dann  die 
nächsten,  Avahrscheinlich  auch  schwer  zu  entziffernden  Worte 
um:  aus  IMIS  machte  er  OMNIA,  statt  des  nun  sinnlosen 
Genitivs  mandatorum  setzte  er  den  Accusativ.  Für  das  voluerunt, 
das  an  Stelle  von  μηδέ  jroXiTSvsoü-ai  steht,  habe  ich  keine  Er- 
klärung finden  können,  möglich,  dass  der  Übersetzer  in  Α  statt 
πολιτενεοϋ-αι  etwa  βονλεοΘ-αι  hatte.  Sinnlos  und  offenbar  ent- 
stellt ist  ferner  373  de  inequis,  ebenso  15 1  qui  cum  que  u,  a.  m. 

Das  ist  in  kurzen  Zügen  die  äussere  Gestalt  der  Über- 
lieferung unserer  Übersetzung.  Im  allgemeinen  hat  sie  die  ur- 
sprünglichen Züge  ziemlich  treu  bewahrt  und  den  Text  fast 
unversehrt  und  in  leidlicher  Verfassung  erhalten. 

Unsere  weitere  Aufgabe  wird  nun  sein,  festzustellen,  was  von 
den  zahlreichen  Variauten,  die  L,  am  bisher  feststehenden  Texte 
gemessen,  aufweist,  dem  Übersetzer  und  späteren  Abschreibern 
zufällt,  und  was  wir  mit  Sicherheit  oder  wenigstens  mit  über- 
wiegender Wahrscheinlichkeit  der  griechischen  Vorlage  des 
Übersetzers  zuweisen  können.  Doch  gilt  auch  hier  das  bereits 
für  S  bemerkte:  in  vielen  Fällen  ist  die  Scheidung  zwischen 
Übersetzung  und  Vorlage  nicht  durchzuführen. 

Um  nuii  zunächst  festzustellen,  was  wir  L  selbst  zuschreiben 
dürfen,  müssen  wir  im  allgemeinen  die  Art  der  Übersetzung  im 
Verhältnis  zum  Urtext  charakterisieren.  —  Der  Übersetzer  hat 
sich  offenbar  ziemlich  genau  an  den  Wortlaut  seiner  Vorlage 
gehalten.  Von  dem  phrasenreichen  Wortschwall,  den  S  stellen- 
weise so  lästig  aufweist,  finden  wir  bei  L  nichts.  Wort  für 
Wort  fast  hat  der  Übersetzer  den  griechischen  Text  übertragen. 
In  jedem  Satze    blickt  deutlich  durch  die  Hülle  der  lateinischen 


Prolegotueua.     III.  Die  Textesgestaltungen  etc.  45 

Sprache  das  Griechisch  derA^orlage  hindurch,  v,  Wölif liu  hat  in 
seiner  Recension  (die  lat.  Übers,  d.  Br.  des  Cl.  an  die  Cor.  1S94) 
auf  die  tenacitas  verborum  aufmerksam  gemacht,  die  sich  deut- 
lich an  der  Übersetzung  zeigt.  Sie  gibt  sich  zu  erkennen 
zunächst  durch  das  Beibehalten  von  zahlreichen  Fremdwörtern 
aus  dem  Griechischen,  die  eben  einfach  hinübergenommen  wurden: 
angelus,  apostolus,  athleta,  blasphemia,  episcopus,  evangelizare, 
martyrium.  moechia,  presbyteri,  scandalum,  sceptrum,  ysopus 
würden  wir  ja  noch  nicht  so  auffällig  finden,  auffälliger  sind 
aber  z.  B.  brauiuni  5,5  (=  βραβείον)  und  scema  7i  (=  οκάμμα), 
beides  übrigens  Athletenausdrücke,  ferner  dieta  56 13  (=  δίαιτα, 
im  Citate),  holocaustum  18it>  (=  ολοκαύτωμα,  auch  im  Citate), 
abyssus  2O5,  2S3,  593,  plaga  (=  πληγι]  1Ö3,  4,  5,  10  im  Citate), 
melotes  17 1  u.  a.  —  Weiter  zeigt  sich  ein  Einfluss  des  Griechi- 
schen im  Bestreben,  das  griechische  Wort  womöglich  durch  ein 
lateinisches  desselben  Stammes  wiederzugeben,  cf.  tremere  134 
für  τρέμειν,  lucerna  21 2  (=  λύχνος),  eructo  27?  {=^  έρβνγω)^ 
plebs  542  {=^τληϋος),  peste  instante  55 1  (=  λοιμικον  .  .  Iv- 
οτάντος  καιρόν),  sobrius  und  sobrietas622,  633,  64i  {^οώφρων 
u.  Οίοφροοννη)  u,  s.  w.  Sogar  zu  falschen  Etymologien  hat 
dies  Bestreben  den  Übersetzer  verleitet,  so  wenn  er  z.  B.  308  u. 
572  αν&άόίΐα  mit  audacia  wiedergibt,  oder  143  γλνκντης  mit 
indulgentia  (weil  er  an  indulcentia  dachte). 

Nach  Möglichkeit  hat  der  Übersetzer  ferner  die  Wortfolge 
seiner  Vorlage  beobachtet.  Die  Unterscheidung  der  Zeiten  (Impf, 
durch  Impf.,  Aorist  u.  Prfct.  durch  Prfct.)  ist  eine  ziemlich  zu- 
verlässige, cf.  z.  B.  den  genau  beachteten  Tempuswechsel  292 
u.  ä.  (ungenau  ist  dagegen  anscheinend  die  Wiedergabe  in  25 — h, 
233  und  wenigen  anderen  Fällen).  Bei  diesem  engen  Anschlüsse 
an  das  Griechische  laufen  naturgemäss  auch  zahlreiche  Gräcismen 
in  den  Constructionen  mit  unter.  Man  merkt  es  dem  Latein  des 
Übersetzers  an,  dass  es  noch  wenig  zur  Ausprägung  christlicher 
Gedankenreihen  und  Begriffe  gebraucht  ist.  Den  Ohren,  für  die 
diese  Übersetzung  berechnet  war,  muss  das  Griechische  als  Ge- 
meindesprache noch  etwas  geläufiges  gewesen  sein.  Unsere 
Übersetzung  teilt  diese  Eigentümlichkeit  mit  anderen  Bestand- 
teilen dervortertullianschenoccidentalischenÜbersetzungslitteratur: 
der  Itala,  der  ßarnabas-  und  der  Hermasübersetzung. 

Die  Gräcismen  erschöpfend  anzugeben,  würde  zu  weit  führen. 


46  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

Hier  nur  eine  Reihe  markanter  Erscheinungen.  Nicht  selten  ist 
in  unserer  Übersetzung  der  absolute  Genitiv,  vgl.  43-2  conten- 
dentium  tribuum  (obwohl  im  vorhergehenden  Gliede  richtiger 
der  abl.  absol.  steht),  484  multarum  igitur  portarum  patentium. 
Auch  der  comparative  Genitiv  ist  zu  belegen,  862  major  ange- 
lorum,  51 2  magisque  sui  querelara  adferunt  traditae  nobis  bonae 
et  justae  coucordiae  (doch  ist  im  letzten  Falle  die  Sache  nicht 
ganz  sicher,  es  kann  auch  quam  ausgefallen  sein}. 

Der  Übersetzer  construiert  ut  consec,  wie  ωοτε,  mit  folgen- 
dem Infinitive:  45?  in  tantum  contendentes  furoris  ut  eos  qui 
justo  et  sine  querela  propositu  servientes  Deo  in  poenas  im- 
mittere,  47?  ita  ut  et  blasphemiam  inferri  nomini  Domini  .... 
vobisque  periculum  immittere.  Er  nimmt  den  griechischen 
Instrumentaldativ  ins  Lateinische  hinüber:  233  non  credentes 
animae  (=  oi  διοτάζοντες  τγι  ψνχ^]),  333  magnificae  enim  virtuti 
suae  caelos  instituit  (trotzdem  unmittelbar  darnach  im  ParaUel- 
gliede  incomprehensibili  prudentia  sua),  34  7  congregati  conscientiae 
(=  ονναχϋ-εντες  τ[]  οννειόηοεή.  Im  übrigen  vgl.  noch  folgende 
per  saturam  angeführte  Constructionen  und  Übersetzungen:  insc. 
consistenti  Chorinthum  (=  τ(]  JcaQOixovo?]  Κόριν&ον);  li  in  tan- 
tum temeritatis  (=  εις  τοοοντον  άπονοίας)\  475  quietum  fra- 
ternitatis  (=  το  οεμνον  της  φιλαόελφίας,  dagg.  21?  το  επιεικές 
της  γλοίοοης  αυτών  durch  quietam  linguam  suam);  2i  in  pectore 
habebatis  et  in  visceribus  {=ενεοτερνιομένοι  ητε  τοις  οπλάγχνοις) ; 
23 1  habet  viscera  ad  timentes  eum  (=  έχει  onlayyya  επϊ  τονς 
φοΐ3ον μένους  αυτ6ν)\  49  fecit  . .  . .  usque  ad  mortem  fugari 
(=  εποίηϋεν  μέχρι  ϋ-ανάτου  oicox&r/vcd);  61  bis  viris  sancte 
conversantibus  convenerunt  (=  τούτοις  τοις  άνόράϋΐν  οοίως 
πολιτενοαμένοις  οννηϋ-ροίοΰ•?/);  12?  adjecerunt  monstrare(=  ji-ρο- 
οέϋεντο  όεικννναι);  Ιό  β  confidenter  agam  in  eo  (Citat,  =  τναρ- 
ρηοιάΰομαι  εν  αύτω);  2δδ  scripturas  temporum  (=  άναγραφάς 
των  χρόνων);  362  scientiae  gustare  (=  γνώοεως  .  .  .  γεύααθϋ•αι)', 
383  de  quo  monumento  et  tenebris  (=  εκ  ποίου  τάφου  καϊ 
οκότους);  41 2  pro  pontifice  et  illorum  praedictorum  ministrorum 
(=  δια  τοΰ  άρχιερέως  και  των  προειρημένων  λειτουργών);  Ali 
in  alienigenas  qui  sunt  a  nobis  (=  εΙς  τους  ΙτεροκλινεΙς  —  bez. 
Λ  anscheinend  ετερογενείς  —  υπάρχοντας  αφ'  ημών);  504 
postulavit .  .  .  dimitti  se  abire  in  castra  alienigenarum  {=  ητη- 
οατο  .  .  .  έα^ηναι  αυτήν  εξελϋ-εΐν  εις  την  παρεμβολην  τών 
αλλοφύλων). 


Prolegomena.     ΠΙ.  Die  Textesgestaltungen  etc.  47 

Abgesehen  von  den  Gräcismen  weist  der  jetzt  vorliegende 
Text  von  L,  gemessen  an  den  Wortbildungen  und  Regeln  der 
klassischen  Sprache,  zahlreiche  Barbarismen  und  Solöcismen  auf: 
Fehler  in  den  Casus,  im  Numerus,  in  den  Pronomen  (Reflexiv- 
pronomen und  is  Avird  promiscue  gebraucht),  Passivbildungen 
von  Deponentien  u.  s.  w.  Über  diese  Art  von  Besonderheiten 
können  wir  uns  um  so  kürzer  fassen,  als  sie  in  einem  vulgär- 
lateinischen Schriftstücke  selbstverständlich  sind,  und  ausserdem 
sicher  nur  ein  Teil  von  ihnen  auf  das  Kerbholz  des  Übersetzers 
zu  schneiden  ist,  die  übrigen  dagegen  der  9  Jahrhunderte  alten 
Überlieferung  zufallen.  Für  die  Textkritik  sind  natürlich  Bar- 
barismen und  Gräcismen  gleichermassen  irrelevant;  wenn  wir 
nur  den  griechischen  Urtext  erkennen,  ist  uns  die  lateinische 
Form  ganz  gleichgültig. 

Soviel  über  den  Charakter  der  Übersetzung  im  allgemeinen 
AVeiter  muss  uns  nun  die  Frage  nach  dem  Verhältnisse  der 
lateinischen  Übersetzung  zu  ihrer  Vorlage  beschäftigen,  concret 
gesprochen,  die  Frage,  was  aus  der  grossen  Zahl  der  L-varianten 
dem  Übersetzer  und  der  Überlieferung  zufällt,  und  was  wir  mit 
annähernder  Sicherheit  bereits  für  Λ  reclamieren  können,  wobei 
natürlich  eine  reinliche  Scheidung  nicht  zu  erzielen  ist.  In  einer 
ziemlich  grossen  Anzahl  von  Fällen  wird  so  die  Frage:  L  oder  yi? 
eine  offene  bleiben  müssen.  Dennoch  ist  eine  Reihe  von  Grund- 
zügen und  Grundthatsachen  klar,  die  die  Sondergestaltung  des 
L  betreffen,  und  durch  sie  wird  auch  in  vielen  anderen  Fällen, 
wo  die  Scheidung  nicht  mehr  so  einfach  ist,  ein  Präjudiz 
geschaffen. 

1.  Der  Übersetzer  war  durch  seine  minder  reiche  und  ge- 
gliederte Sprache  gezwungen,  manche  griechische  Ausdrücke  nur 
unvollkommen  Aviederzugeben  oder  sie  zu  umschreiben.  Dadurch 
wird  L  (vgl.  das  Analoge  bei  S)  in  einer  ganzen  Reihe  von 
Fällen  ein  zweifelhafter  Zeuge  für  den  griechischen  Text. 
Er  kann  erstlich  einmal  keinen  Unterschied  zwischen  Aorist 
und  Perfectum  machen.  Für  dergleichen  Varianten  (vgl.  12  g 
Α  ελάληοας  <<  C  λελάλ?]κας,  128  Α  γεγονεν  <<  C  ΙγενιΊ{)•η, 
253  Α  τετελεντΐ/κότος  <C  C  τελεντηοαντος^  40 4  Α  προοτεταγμέ- 
νοίς  <C  C  προοταγεΐΟί  u.  ä.)  versagen  demnach  beide  Über- 
setzungen, L  wie  S.  L  muss  auch  den  gnomischen  Aorist  immer 
mit  dem  Präsens  übersetzen:  28 1  C  άπολίπωμεν  <C  Α  άJtoλεί- 
πωμεν  ist  L  mit  seinem  relinquamus  zweifelhaft. 


4g  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

Besonders  empfiudlicli  wird  der  geringere  Formenreichtum  der 
lateinischen  Sprache  da,  wo  es  sich  um  die  Wiedergabe  von 
Participien  handelt:  Prtc.  praes.  act.,  prtc.  aor.  u.  perf.  act.  und 
prtc.  pass.  fut.  kann  L  gar  nicht  direkt  wiedergeben.  Er  muss 
zu  Umschreibungen  greifen  (gewöhnlich  durch  Relativum,  aber 
auch  anders,  vgl.  πάντα  γινόμενα  4θ3  omnia  facieudo;  άπο- 
ϋ^έμενοι  jräoav  άλαζονείαν  13i  deposita  omni  gloria,  ähnl.  lOä 
u.  ö.;  merkwürdig  ist  61 1  γινώο'κοντας  cognito)  oder  aber  das 
Parti cipium  eines  anderen  Tempus  nehmen  (Prtc.  prfc.  pass. 
für  prtc.  praes.  pass.,  prtc.  praes.  act.  für  prtc.  aor.  oder  prfc. 
act.,  auch  allenfalls  mit  passiver  Wendung  prtc.  prfc.  pass.  für 
prtc.  aor.  oder  prfc.  act.,  vgl.  123  ειοδεξαμεν?/  αυτούς  acceptos 
eos,  34  ζηλον  άνειληφότας  zelum  receptum).  Wiederum  versagt 
hier  L  in  einer  Reihe  zweifelhafter  Fälle,  vgl.  446  πολιτευό- 
μενους AS  <C  πολιτενοαμένους  C  (operantes  L);  25 δ  πεπληρωμένου 
Α  S  <C  πληρουμενου  C  (suppleto  L). 

Eine  dritte  Art,  wie  L  das  Participiuni  wiedergiebt,  ist 
die  durch  Coordiuation  mit  dem  Hauptverbum  (vgl.  7i  ύπομνί/Ο- 
κοντες  conmonemus,  30 3  εργοις  δικαιούμενοι  operibus  justis 
justincemur,  572  άποΟ^έμενοι  deponite  u.  a.,  vgl.  noch  9i,  I62, 
382).  Auf  diese  letztere  Beobachtung  gestützt,  mit  gleichzeitiger 
Berücksichtigung  einer  syntaktischen  Eigentümlichkeit  des  Cle- 
mens, absolute  Participien  anzuwenden  (vgl.  11 1  πρόόί/λον 
ποιηοας,  13 1  μεμν?]μύ•οι.  35-3  —  nach  berichtigtem  Texte  — 
ύποπίπτοντα,  vgl.  auch  593  άνοΊξ.ας)^  habe  ich  85  die  Eiu- 
schiebung  von  ην,  das  L  allein  bietet,  hinter  μεταοχείν  gewagt: 
es  entsteht  so  ein  Satz  mit  absolutem  Participium,  das  L  indessen 
nach  seiner  Art  mit  dem  verb.  finit.  —  vult  —  wiedergibt. 

Endlich  zwingt  die  Eigenart  der  Deponentien,  die  indessen 
oft  genug  bei  L  passiv  gebraucht  werden  (vgl.  Morins  Index 
s.  v.  deponens),  den  Übersetzer  zu  mancher  freieren  Wendung, 
cf.  4 13  εόιώχϋ^η  (a  Saul)  .  .  qui  persecutus  est  eum;  IIb  εκ  της 
βάτου  χρηματιομοϋ  αύτω  όιδομενου  cum  de  rubo  loquebatur 
cum  eo  u.  dgl. 

2.  Zu  den  eben  charakterisierten  Undeutlichkeiten  und  schein- 
baren Abweichungen  von  der  griechischen  Vorlage  wurde  L 
durch  die  Eigenart  seines  Idioms  gezwungen.  Bei  einer  anderen 
Art  von  Ungenauigkeiten  ist  die  Schuld  ungleich  mehr  die  des 
Übersetzers.     Es    zeigt    sich    nämlich    bei  näherer  Beobachtung, 


Prolegomena.     HI.  Die  Textesgestaltungen  etc.  41) 

dass  L  in  seinem  Wortschatze  nicht  zuverlässig  ist.  Er  über- 
setzt des  öfteren  mit  eben  demselben  Ausdrucke  verschiedene 
griechische  Wörter,  andererseits  führt  er  für  den  nämlichen  Aus- 
druck des  Originales  verschiedene  Übertragungen  ein.  Aus  der 
grossen  Zahl  von  Beispielen,  die  sich  für  diese  Eigentümlichkeit 
anführen  lassen,  mögen  folgende  teilweise  sehr  charakteristische 
genügen:  contumatia  3-2,  142  οτάοις,  35 5  καταλαλίά  (?),  465, 
δ1 1  όιχοοταοία,  Ali  jtqOoxXioiq;  superbus  und  superbia  im 
allgemeinen  νπίρί/φοα'ος  und  νπερηφανία,  doch  auch  Übersetzung 
von  αλαζονεία  bez.  άλαζονενεο&αι  2i,  14 1,  21 5,  und  von  jtQo- 
πετής  li;  indulgentia  9i  χρηύτότ?]ς.  143  γλνκντ7]ς,  21i  ευ^ρ- 
γεοία  (auch  23i  ευεργετικός  =  indulgens);  mens  2s  ßovZ/j  (13i  in 
mente  \vdheamus  =  μεμν?]μενοή,  355,  362  διάνοια.  51 3  im  nämlichen 
Satze  καρδίαν . . .  καρδία  cor . . .  mentes.  —  Umgekehrt  vgl.:  οεμνός 
li  und  1-2  sanctus,  475  quietus,  48 1  innocuus;  πανάρετος  I2 
omnium  virtutum,  477  magnificus,  573  laudabilis;  πρόοκλιοις 
21?  μη  κατά  προΟκλίοεις  non  favorabiles  in  quosdam,  473 
proelium,  aber  zwei  Wörter  darauf  474  contumatia,  50  2  humana 
voluptas  (=  πρόοκλιοις  άνϋ•ρωπίνη)\  μεγαλοπρεπής  l2,  9i?, 
457,  61 1,  64  magnificus,  92,  192  magnus.  —  Diese  Beobachtung 
ist  hie  und  da  für  die  Textkritik  von  Interesse.  Wir  können 
an  manchen  Stellen  aus  der  Übersetzung  nicht  auf  das  zurück- 
schliessen,  was  in  Α  stand,  vgl.  z.  B.  308  petulantia  et  audatia 
et  contumelia  et  temeritas  kann,  wenn  nicht  einer  der  vier 
Parallelausdrücke  Glosse  ist,  ebenso  gut  ανΟ^άόεια  και  ϋ^ράοος 
καΐ  νβρις  καϊ  τόλμα  wie  αν&άδεια  καΐ  ϋ-ράϋος  και  τόλμα  και  από- 
νοια  wiedergeben.  Ferner  bedingt  verschiedenartige  Übersetzung 
auch  ganz  nahe  bei  einander  stehender  Wörter  noch  lange  nicht 
eine  v.  1  ,  so  wenn  51 3  (wie  schon  erwähnt)  καρδία  .  .  .  καρδία 
mit  cor.  .  .  .  mentes  wiedergegeben  wird,  39 1  hingegen  ταΐς 
όιανοίαις  durch  cordibus,  ähnlich  53 1  έπίοταϋθ-ε  γαρ  και  καλώς 
επίύτααϋ-ε  mit  scitis  enim  et  bene  didicistis.  Umgekehrt  ver- 
langen gleiche  Ausdrücke  der  Übersetzung  nicht  gleiche  Aus- 
drücke der  Vorlage,  so  424,  50 s  municipiura  für  χώρα  und  χώρος, 
AI  2  u.  3  scripsit  für  εγραψεν  und  επέοτειλεν  u.  a.  Doch  kann 
L  auch  sehr  peinlich  übersetzen,  λόγια  gibt  er  stets  durch  eloquia 
Avieder  (19 1,  53 1,  623;  13 1  las  er  offenbar  λόγους  wie  C  u.  LXX), 
λόγος  hingegen  nie  durch  eloquium,  sondern  durch  verbum,  sermo, 
loquela. 

Texte  und  Untersuchungen.  X.  F.  V,  1.  4 


50  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

3.  Aber  abgesehen  von  diesen  Freiheiten  der  Formen  und 
der  Worte  hat  L,  mit  den  anderen  Codices  verglichen,  noch  in 
einer  bedeutenden  Reihe  von  Stellen  grössere  oder  genngere 
materielle  Abweichungen  aufzuweisen,  die  wir  nur  zum  Teile  als 
bereits  in  Α  vorhanden  anerkennen  können;  weitaus  die  meisten 
dieser  Varianten  fallen  der  Übersetzung  und  der  Überliefe- 
rung zu. 

a.  L  hat  zwar  im  allgemeinen  fast  wortgetreu  übersetzt, 
erlaubt  sich  aber  doch  bisweilen  Verkürzungen.  Diese  lagen 
freilich  zum  Teil  sehr  nahe,  so  "le  Jtäoa  Οτάοίς  καΐ  πάν  οχίομα 
omnis  scissura  et  contentio,  13  3  τ  αντί]  τ(]  έντολΐ]  καΐ  τοΙς 
παραγγέλμαϋιν  τούτους  bis  mandatis  et  praeceptis,  244  πώς 
καϊ  τίνα  τρόπον  quomodo.  Schwieriger  ist  ΓΙ  2  εις  τοντο  οημεΐον 
έτέϋης  ωοτε  ysvtod-cu  αυτήν  οτηλην  αλός  facta  est  statua  et 
monumentum  salis  (der  Übersetzer  hat  offenbar  οημεΐον  missver- 
standen und  es  durch  monumentum  wiedergegeben  —  monu- 
mentum ist  383  τάφος,  504  ϋηκη  — ,  die  Verkürzung  ist  dann 
bei  den  nun  coordinierten  Parallelausdrückeu  erklärlich),  vgl. 
ferner  I2  κενάς  καϊ  ματαίας  vanas,  20  6  το  κύτος  της  άπειρον 
ϋ-αλάοϋης  infinitum  mare,  26 1  εν  πεποι&ηοεί  πίοτεως  άγα&ής 
bona  fide,  382  ο  άγνος  εν  τη  οαρκΐ  qui  castitatem  servat,  41 3 
παρά  το  κα&ηκον  της  βονλ7/θεως  extra  voluntatem,  45?  υπέρ- 
μαχος καϊ  υπεραοπιοτης  propugnator  (doch  kann  hier  in  Α  oder 
L  ein  Textfehler  vorliegen),  48 1  ΐλεως  γενόμενος  επικαταλλαγη 
ημίν  hat  nobis  propicius,  544  οί  πολιτευόμενοι,  την  άμεταμέλη- 
τον  πολιτείαν  τον  ΰ-εον  qui  sine  poenitentia  conversati  sunt. 

Andererseits  fehlen  nicht  paraphrastisch  erweiternde  Über- 
setzungen, von  denen  indessen  einige  vielleicht  schon  in  Α  be- 
gründet waren,  während  andere  durch  Glossen  von  Abschreibern 
entstanden  sein  mögen,  vgl.  als  Beispiele  17 3  ϋ-εοοεβ/'/ς  timens 
et  colens  Deum,  21?  ϊοην  et  aequalem  et  similem,  22 1  προοκα- 
λείταί  vocat  et  hortatur,  23 1  άπλη  simplici  et  sincera  (merk- 
würdige Häufung  au  nahe  beieinander  liegenden  Stellen),  37» 
λάβωμεν  το  ϋώμα  ημών  sumamus  exemplum  a  corpore  nostro, 
51 3  περϊ  τών  παραπτο^μάτεον  propter  peccata  et  delicta  (doch 
könnte  καϊ  άμαρτημάτο^ν  leicht  bei  ACS  ausgefallen  sein  per 
hom.),  486  το  κοινωφελές  πάοιν  quod  commode  (!)  et  utile  est 
Omnibus,  5l2  περιπίπτειν  vagari  et  committere,  582  εν  ταπει- 
νοφροούνη  cum  humilitate  et  modestia;  vgl.  auch  das  Hendiadyoin 


Prolegomena.     III.  Die  Textesgestaltungen  etc.  5| 

cum  instantia  et  tranquillitate  für  das  Oxymoron  μίτ  εχτενοϋς 
επιεικείας  5S2  und  62-2. 

b.  Sehr  zahlreich  sind  in  L  die  Glossen  und  Erklärungen, 
Ersetzungen  von  Pronomen  durch  Substantive  und  was  sonst 
noch  dazu  dient,  den  Text  zu  verdeutlichen  und  Schwankungen 
des  Sinnes  zu  vermeiden.  Besonders  zahlreich  sind  die  Zusätze 
von  Pronomen  zu  Verben,  Substantiven  und  Adjectiven,  vgl.  I2 
ενοέβειαν  add,  vestram,  -γνώύιν  add.  vestram,  Is  οιγ,ον  add.  suam, 
2i  οπλάγγνοις  add.  vestris,  84  απεοτιν  add.  ab  eis,  13i  κυρίου 
add.  nostri,  193  όιάνοιαν  add.  nostro,  20 2  τεταγμένον  add.  sibi, 
21 1  ευάρεϋτα  add.  illi,  21 9  άνελεΐ  αυτήν  add.  a  nobis,  '60 1  μαρ- 
τυρία add.  nobis,  372  τα  διαταϋοόμενα  add.  illis,  55 1  πολίτας 
add.  suos,  56 1  αγίους  add.  ejus,  63 1  προοελϋ όντας  add.  vos.  — 
Auffällig  oft  wird  das  einfache  Pronomen  αυτός  is,  wenn  es  ein 
tV-fog  vertritt,  durch  Dens  ersetzt,  vgl.  24  αυτοϋ  Dei,  ebenso  28, 
73  ενώπιον  τοϋ  ποίί/ϋαντος  ημάς  coram  Deo  qui  fecit  nos,  92 
αυτοϋ  Dei,  204  υπ'  αυτοϋ  Dei,  206  αύτον  Dei  u.  s.  w.  21ϋ, 
23δ,  275,  28i,  282,  29i,  31i,  382  (für  έτερος)  384.  Diese  Art  von 
Erleichterung  ist  offenbar  erst  späteren  Datums,  die  Hand,  die 
sie  vornahm,  hat  ihre  Thätigkeit  von  c.  39  an  eingestellt.  Dass 
der  Übersetzer  von  der  Schuld  an  diesen  Änderungen  freizu- 
sprechen ist,  folgt  besonders  aus  c.  34 1:  in  dem  ganz  allgemein 
gehaltenen  Beispiele  vom  Arbeitgeber  hatte  der  Übersetzer  τω 
εργοπαρέκτχ]  αυτοϋ  durch  ad  eum  qui  ei  praestat  perficienda 
opera  wiedergegeben,  die  glossierende  Hand  machte  dann  aus 
ad  eum  mit  leichter  Änderung  das  gar  nicht  contextgemässe 
ad  Deum. 

Auch  die  nicht  unbeträchtliche  Anzahl  der  sonstigen  Glossen 
werden  wir  darum  getrost  zum  guten  Teile  der  lateinischen  Über- 
lieferung und  nicht  schon  der  Übersetzung  oder  garyi  zuschreiben 
können.  Als  Beispiele  von  Zusätzen  (nicht  Ersetzungen)  vgl.  81, 
11 1,  12 1,  3l3  in  der  Aufzählung  der  alttestam entlichen  Muster- 
bilder das  verknüpfende  item,  analog  245  διαλύεται  .  είτ  .  .  . 
ρ  r  im  um  resolvitur,  deinde  .  .  . ,  11 2  beim  Beispiele  von  Lots 
ΛVeibe  quomodo  et  als  Einführung,  wo  die  anderen  einfaches  γάρ 
haben,  ferner  die  Hinzufügung  (nicht  die  schon  erwähnte  er- 
setzende Einfügung)  von  Dens  und  seiner  Casus  in  einer  Reihe 
von  Fällen:  93  υπακοΐ]  add.  Deo,  IO2  υπακοής  add.  Dei,  10? 
ίοειξεν  αυτώ   add.   Dens,    II2   ετερογνώμονος  in   Deum    dubia, 

4* 


52  Kuopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

17δ  όοξαο&^είς  add.  a  Deo,  19 1  rjraxo//^  add.  Dei  (später  werden 
diese  Zusätze  selten),  endlich  noch  Si  άγίον  add.  omnes,  II2  της 
γυναικός  uxor  Loth,  142  x'ivOvvov  add.  animae  nostrae,  172  xal 
φίλος  ττροοηγορενθ-ί/  et  ideo  araicus  Dei  cognomiuatus  est,  24i 
ΊηΟονν  Χριοτόν  add.  filium  suum,  245  εκ  τον  Ινός  add.  grano, 
30 1  νεωτερίΟμονς  omnes  adinventiones ,  38  3  κόομον  hunc 
mundum,  582  θωζομέν€ον  add.  gentium,  (334  φροντίς  add.  semper. 
—  Mehr  der  Stilglättung  als  der  Verdeutlichung  dient  das  vor 
einem  conjunctivus  hortativus  eingeschobene  ut.  das  demselben 
eine  feste  Rection  gibt:  21 7  vor  το  άξιαγάπητον . . .  ένόειξάοί^αοαΐ'. 
21 8  vor  μα&έτωοαν.  59^  vor  /rcöTcoöar,  vgl.  auch  2i  das  ut 
vor  και  τα  παϋ-ηματα.  Überhaupt  sind  die  Fälle  zahlreich,  in 
denen  in  L  zur  Grlättung  des  Stils  Zusätze,  besonders  natürlich 
in  den  Partikeln  gemacht  werden;  um  einige  Beispiele  zu 
nennen:  2i  ηόιον  et  libenter,  82  διωγμός  et  persecutio,  πόλεμος 
et  proelium,  IIa  ετερογνο) μονός  et  cum  esset  .  .  ,  dubia,  2l8  τιώς 
et  quomodo,  244  λάβωμεν  τους  καρπούς  videamus  et  fructum 
61 3  ταντα  et  haec,  ferner  Zusetzung  von  enim  11 1  ^οιήοας  fecit 
enim,  276  πάντα  omnia  enim;  Ersetzung  des  schwächeren  τε 
durch  enim  2i  πάντες  τε  omnes  enim  40  2  τάς  τε  προοφοράς 
oblationes  enim;  vgl.  endlich  308  επιείκεια  nam  dementia  (nam 
advers.  =  όε)  u.  dgl.  mehr. 

c.  Neben  den  glossierenden  Zusätzen  finden  sich,  jedoch  in 
lange  nicht  so  grosser  Anzahl,  Auslassangen  einzelner  Wörter. 
Flüchtigkeitsfehler,  Rücksicht  auf  die  Forderungen  der  lateinischen 
Sprache,  absichtliche  Glättungen  haben  diese  Auslassungen  ver- 
ursacht; li  καΐ  επαλλ.ηλονς  und  25  καϊ  άμνηοΊκακοι  passt  das 
και  nicht  mehr  in  die  lateinische  Übersetzung,  ebenso  60 1  ελεημον 
καϊ  οίκτίρμον  raisericors  miserator,  vgl.  auch  20  u  ο  μέγας 
δημιουργός  καϊ  δεοπότης  creator  magnus  deus;  17 1  u.  3  steht 
beidemal  für.£T<  δε  και  einfaches  et;  26 1  όπου  και  δι  όρνέου 
ubi  per  avem,  306  και  μη  Ig  αυτών  non  a  nobis,  883  άναλογι- 
οοψεϋ^α  ου  ν  und  884  ταντα  ου  ν  om.  ουν,  532  κα\  ποιήοαντος 
om.  και  (sicher  ein  Flüchtigkeitsfehler),  543  και  πας  τόπος 
omnis  locus  (vorhergeht  adquirit  bez.  adquiret),  555  παραδοϋοα 
ovv  tradens  se.  Andere  kleine  Auslassungen  sind:  73  das  drei- 
malige τι  nur  das  erstemal  übersetzt,  64  μεγάλας  om.,  72  παρα- 
δόοεο^ς  ημών  doctrinae.  13 1  μάλιοτα  μεμνημένοι  in  mente  habea- 
mus,    21 1   με&'   ομονοίας   om..    21 3  των  εννοιών  ημο^ν  cogita- 


Pi-olegomena.     ΠΙ.  Die  Textesgestaltungen  etc.  53 

tionum,  35 2  λαμπρότης  εν  oixaioOvvtj  om.  (5  Parallelglieder), 
083  TOP  κόϋμον  αντον  orbem  terrarum,  ibid.  τας  ενεργεοίας 
αντον  bona,  43-2  απέϋ^ετο  (ΐ,ντάς  posuit  (nach  dem  αντάς  der 
vorhergehenden  Zeile  das  zweite  αυτάς  als  überflüssig  empfunden), 
.59-2  των  εκλεκτών  αντον  electorum,  59  4  νομής  öov  pascuae, 
(30 1  τας  ανομίας  ημών  iniquitates  (nostras  neben  nobis  über- 
flüssig), 622  ομονοονντας  αμνηοικακως  concordes. 

Es  fehlen  auch  nicht  die  Auslassungen  propter  homoeote- 
leuton.  Doch  kann  schon  hie  und  da  ein  Fehler  dieser  Art  in 
Λ  selbst  vorhanden  gewesen  sein.  Als  Beispiele  vgl.  2?  άμετα- 
μέλιμοί  ητε  έτΛ  :πάοη  άγαϋ-οποιΐα  om.  (αγαϋ-οποιΐα  opere  bono 
oder  —  nach  33 1  —  facto  bono  gibt  mit  opere  bono  desselben 
Satzes  ein  gutes  Homöoteleuton) ;  II2  ετερογνώμονος  νπαρχονοης 
καΐ  ονκ  εν  ομόνοια  L  nur  dubia  (om.  et  non  in  concordia,  frei- 
lich ein  sehr  schvraches  Homöoteleuton);  192  ενεργεοίαις  τε  om. 
L.  (et  beneficiis  hinter  donis);  21  s  τι  αγάπη  άγνη  παρά  τω  ϋ^εώ 
δύναται  ora.  L  (vorhergeht  quid  potest  humiliatio  apud  Deum, 
ausgelassen  ist  quid  potest  Caritas  sancta  apud  Deum);  24 δ 
fehlt  etwa  unumquodcjue  seminum  quae  nuda  et  arida  ceciderunt 
in  terra  wegen  des  unmittelbar  vorhergehenden  in  terra;  272 
fehlt  hinter  μη  ψενόεΰθαι  (non  mentiri)  alles  bis  μη  ιρενοαοϋ-αι 
(^non  mentiri)  eingeschlossen;  273  u.  4  fehlt  εγγνς  αντώ  έοτιν. 
τα  πάντα,  weil  L  ursprünglich  (in  anderer  Folge  als  A)  hatte: 
omnia  [prope  illum  sunt.  Omnia]  verbo  majestatis  etc.  .  .  .  ;  432 
fehlt  hinter  εις  την  ϋκηνην:  τον  μαρτνρίον  έπΙ  την  τραπέζαν 
τον  ϋ-εοϋ  και  κλείοας  την  οκηνην  (ob  schon  in  Α  nicht  vor- 
handen?); 45s  fehlt  ganz,  weil  dieser  Vers  zwischen  dem  doppelten 
εις  τονς  αίοονας  τών  αιώνων.  άμΐ]ν  steht. 

d.  Endlich  haben  wir  bei  L,  ähnlich  wie  schon  bei  S,  eine 
Reihe  von  Abweichungen  in  den  „festen  Formeln"  zu  constatieren, 
nämlich  bei  der  Anrede,  der  Citationsformel  und  der  Doxologie. 
Als  Beispiele  von  Abänderungen  in  dem  Vocative  der  Anrede 
notiere  ich:  143  εαντοίς  add.  fratres;  35 1  αγαπητοί  im  Satze 
verschoben,  ähnlich  das  αδελφοί  52 1;  statt  (άνδρες)  αγαπητοί 
hat  er  IG17,  21i,  24i,  242,  436,  50i  fratres,  umgekehrt  steht  für 
(Ιδε?.φοί  41 2  dilecti  u.  45  u  caris.simi  (L  übersetzt  αγαπητοί  ge- 
wöhnlich durch  den  Superlativ  carissimi,  oft  carissimi  mihi,  auch 
dilectissimi).  —  In  der  Citationsformel  übersetzt  L  die  Präsentia 
λέγει    und    ίρηοίν    fast    durchweg    mit  dem    Perfectum    dixit  — 


54  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

Ausnahmen  nur  348,  425,  463,  522  u.  3,  563  u.  e,  573,  zum  Teil 
leicht  erklärlich  — ,  sogar  174  κατηγορεί  λέγουν  detraxit  dicens 
Abgesehen  von  dieser  ständigen  Variante  (wenn  raan  das  so 
nennen  kann)  hat  L  in  diesen  Formeln  noch  viele  Abweichungen, 
vgl.  3i  το  γεγραμμενον  scriptura  (doch  13 1  z.B.  quod  scriptum 
est),  138  φηοΐν  γαρ  6  άγιος  λόγος  dixit  enim  Dens  (563  richtig 
sie  enim  dicit  sanctus  sermo),  152  λέγβί  γάρ  πον  dixit  enim  Dens 
{πον  in  der  Citationsformel  wird  auch  21 2,  282,  425  nicht  über- 
setzt), 153  xal  πάλιν  et  iterum  dixit,  16 15  κα\  πάλιν  αντός  φηοιν 
om.  αυτός,  233  η  γραφή  αντη  οπον  λέγει  scriptura  haec  quae 
dixit,  262  λέγει  γάρ  πον  sicut  scriptum  est  inpropheta,  263  .  .  Ίώβ 
λέγει  .  .  dixit  in  Job,  30 2  fehlt  φηοίν,  so  dass  der  Citations- 
charakter  des  Satzes  verloren  geht,  ähnlich  346  λέγει  γάρ  η  γραψΊ] 
om.,  363  γέγραπται  γαρ  όντως  scriptum  est  enim,  364  είπεν 
ο  όεϋπότ7]ς  dixit,  522  φηο\ν  γάρ  ο  εκλεχτός  Δανείό  quid  dicit 
enim  electus  Dauid  (cf.  Rom.  43  Gal.  430). 

Nicht  so  zahlreich  sind  die  Abweichungen  in  den  Doxo- 
logien.  Die  Doxologien  stimmen  im  ganzen  mit  dem  griechi- 
schen Texte  überein.  Als  leicht  erklärliche  Abänderungen  vgl. 
z.  B.  32  5  δόξ,α  honor  et  gloria,  38  4  δόξ,α  honor,  majestas.  Merk- 
würdig ist  20 12,  wo  ACS  die  Doxologie  in  der  Form  haben 
.  .  .  Ιηοον  Χριϋτον'  φ  η  δόξα  και  η  μεγαλωοννη  [om  S  κα\  η 
μεγαλοίΟννη]  εις  τονς  αιώνας  των  akovojv,  L  hingegen  .  .  .  Jhe- 
sum  Xristum,  per  quem  Deo  et  Patri  sit  honor  majestas  in 
secula  seculorum.  Da  einerseits  schwerlich  ein  dogmatisches 
Interesse  diese  ümbiegung  der  Doxologie  veranlasst  haben  kann 
(50  7  hat  auch  L  die  Doxologie  an  Christus),  andererseits  dem 
Verfasser  des  Briefes  die  Doxologie  an  Gott  durch  Christus 
geläufiger  ist  (c.  582,  61 3,  64,  65  2),  so  habe  ich  es  gewagt,  die 
Lesart  von  L  in  der  Form  δι  ov  αντω  (Deo  et  Patri  ist  glossie- 
rende Erweiterung  vgl.  S.  51)  η  δόξα  κα\  η  μεγαλωϋννη  εις  τοί-ς 
αιώνας  τών  αιώνων  in  den  Text  zu  nehmen.  Etwas  bedenklich 
macht  nur  45  7,  wo  das  ursprüngliche  (o  νψιΟτος  .  .  .)  φ  η  δόξ(ί 
εις  τονς  αιώνας  τών  akovcov  in  der  L-Übersetzung  zu  (Ex- 
celsus  .  .  .)  cui  honor  per  Dominum  nostrum  Jhesum  Xristum  in 
secula  seculorum  erweitert  erscheint.  Sonst  ist  über  die  Doxo- 
logien nichts  bemerkenswertes  anzuführen. 

Wir  haben  schon  oben  (S.  51)  die  Behauptung  aufge- 
stellt,   dass    der  ursprüngliche    Text    von   L,    wie    er   aus    der 


Prolegomeua.     III.  Die  Textesgestaltungen  etc.  55 

Hand  des  Übersetzers  hervorging,  an  einer  Reihe  von  Stellen 
durch  eine  spätere  Hand,  die  zusetzte  und  ersetzte,  verändert 
ΛΛ^orden  sei.  Die  Art  von  Nachbesserungen,  die  wir  dort  er- 
Avähnten,  erfolgte  aus  formellen  Gründen  der  Deutlichkeit  und 
Textesabrundung.  Aber  auch  abgesehen  von  diesen  Verände- 
rungen Aveist  der  jetzt  vorliegende  L-Text  an  verschiedenen  Stelleu 
materielle  Umgestaltungen  aus  dogmatischen  oder  hierarchischen 
Interessen  auf.  So  vor  allem  in  dem  grossen  Gemeindegebete 
an  den  Stellen  c.  60  4  und  61 1,  2,  wie  Harnack  (Sitz.-Ber.  der 
Berl.  Ak.  der  Wiss.  1894  S.  266  flF.  u.  S.  61 9  ff.)  gezeigt  hat.  Am 
geringsten  ist  die  Fälschung  in  61 2,  wo  wir  für  κϋριε  (vor  όι- 
EVxhvvov)  in  L  ordine  und  statt  όιέποντες  et  gentes  lesen.  Diese 
Stellen  können  klerikal  verfälscht  sein,  ordine  bezöge  sich  dann 
auf  den  Klerus  der  römischen  Universalkirche,  durch  den 
der  Geist  der  Fürsten  geleitet  werden  soll,  und  et  gentes 
ginge  dann  auf  die  Völker  des  Abendlandes,  für  die  der  rö- 
mische Bischof  um  Friedfertigkeit  und  Sanftmut  fleht.  Aber 
Avenn  ordine  hier  nicht  Corruptel,  sondern  willkürliche  Änderung 
sein  soll,  dann  muss  man  das  gleiche  auch  60  1  annehmen,  wo 
statt  tu  Domine  orbem  terrae  creasti  vielmehr  tu  ordinem  orbis 
terrae  creasti  überliefert  ist,  und  an  dieser  Stelle  musste 
die  Fälschung  doch  recht  ferne  liegen.  Auch  et  gentes  für 
agentes  ist  in  einem  Codex,  der  doch  eine  ziemliche  Anzahl  von 
Schreibfehlern  aufweist,  nichts  auffallendes,  (es  handelt  sich  um 
Α  statt  ET,  das  der  Codex  hat).  Immerhin  ist  eine  Fälschung 
an  den  genannten  Stellen  nicht  direkt  undenkbar  und  unmöglich. 
Sicher  aber  ist  in  den  andern  beiden  der  angeführten  \^erse  eine 
tischende  Überarbeitung  anzunehmen.  Zunächst  in  60  4  fehlt 
hinter  principibus  et  ducibus  {τοις  τε  αρχονοιν  καΐ  ηγονμένοίς) 
das  ημών  des  griechischen  Textes,  was  um  so  auffälliger  ist, 
als  L  doch,  wie  wir  oben  sahen,  viel  eher  die  Tendenz  hat, 
Pronomen  zuzu.setzen,  als  sie  wegzulassen.  Vollends  klar  ist 
die  willkürliche  Änderung  in  61  1.  Stellen  wir  den  Grund- 
text und  die  Übersetzung  nebeneinander,  so  sehen  wir  deutlich, 
worum  es  sich  handelt: 

L.  Der  berichtigte  Grundtext. 

Tu,  Domine,  dedisti  potesta-         Ql  ι  Συ.  όίΰποτα.εοίοκαςτην 
tem    regni    (om.   αντοΐς)    per     εξονοίαν  της  βαοιλείας  αν  τ  οι  ς 


56  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

magnificum  et  inenarrabile  im-  Oia  τον  μίγαλοπρεπονς  και 
perium  tuum  ut  cognito  datam  άνίχδιψ/ητου  κράτους  oov,  εις 
nobis  a  te  (om.  αυτό  lg)  το  γινοίοκοντας  ττ/μάς  την  υπό 
gloriam  et  honorem  subditi  oov  αυτοίς  όεόομένην  όόξαν 
sint  (om.  αυτοίς)  nihil  re-  καΐ  τιμήν  υποτάοοεοΟ-αι 
sistentes  voluntati  tuae;  quibus  αντοίς  ur/öiv  ενάντιου  μένους 
das  nobis  salutem  et  pacem  et  τω  ϋ^εληματί  θου.  οίς  όός, 
concordiam,  trauquillitatem,  ut  κύριε,  ύγείαν,  ειρηνην,  όμό- 
agant  quod  a  te  illis  datum  est  voiav,  εύϋτάϋ  ειαν ,  εις  το  όιέ- 
regnum  sine  oifensione.  πειν  αυτούς  την  υπο  θου  δεόο- 

μένην  αύτοίς  τ/γεμονίαν  άπροϋ- 

κόχως. 

Art  und  Absicht  der  Fälschung  ist  klar.  Während  in  dem 
von  CS  überlieferten  Texte  die  römische  Gemeinde  zu  Gott 
fleht,  er  möge  ihr  Gehorsam  gegen  die  von  ihm  auf  Erden  ein- 
gesetzten Herrscher  und  Fürsten  bescheren,  ist  im  lateinischen 
Texte  durch  verhältnissmässig  geringfügige  Änderungen  die 
Sache  in  ihr  Gegenteil  verkehrt  worden:  im  Sinne  der  clunia- 
censischen  Reformpartei  bittet  ein  römischer  Papst,  der  berühmte 
Clemens,  Gott  möge  den  Herrschern  der  Welt  den  rechten  Ge- 
horsam gegen  die  „uns",  d.  h.  der  Kirche,  verliehene  Machtvoll- 
kommenheit ins  Herz  pflanzen.  Die  Thatsache,  dass  hier  eine 
Fälschung  vorliegt,  ist  kaum  abzustreiten.  Es  musste  ja  für  die 
Gottesstaatstheoretiker  höchst  anstössig  sein,  einen  römischen 
Bischof  in  dieser  Weise  für  „unsere  Fürsten  und  Herrscher" 
beten  zu  sehen.  Freilich  ist  die  Änderung  nicht  mit  Consequenz 
durchgeführt,  am  Schlüsse  ist  quod  a  te  illis  datum  est  regnum 
beibehalten,  obv^^ohl  ja  das  agant  nun  gar  kein  logisches  Subject 
hat,  ebenso  ist  60 4  oboedientes  factos  .  .  .  principibus  etiam  et 
ducibus  stehen  geblieben  —  doch  om.  nostris  — ,  aber  das  war 
schwer  zu  ändern,  und  ausserdem  dachte  sich  der  Fälscher  als 
Subject  vor  allem  nur  die  omnes  habitantes  super  terram,  weniger 
die  an  erster  Stelle  des  Satzes  genannten  nos. 

Aber  auch  noch  an  andern  Stellen  hat  nachbessernde  Hand  au- 
stössiges  eliminiert.  Unmittelbare  Parallele  zur  Auslassung  des 
ημών  hinter  τοις  τε  αρχονϋιν  και  ήγουμένοίς  60  4  ist  die  Weg- 
lassung des  nämlichen  Pronomen  hinter  τοις  ηγουμένοις  c.  37  2. 
Bei    der    doppelten    Wiederholung    ist    zufälliger    Irrtum    aus- 


Prolegomena.     ΠΙ.  Die  Textesgestaltungen  etc.  57 

geschlossen,  und  wir  werden  hier  wie  dort  dieselbe  Hand  zu  er- 
kennen haben,  die  zur  Zeit  der  cluniacensischen  Reformbewegung 
oder  vielleicht  schon  im  9.  Jhrh.,  nach  Pseudoisidor.  den  Text 
tendenziös  „verbesserte". 

Abgesehen  von  den  klerikalen  Fälschungen  hat  spätere 
Überarbeitung  auch  an  zwei  Stellen  in  dogmatischer  Hinsicht 
am  ursprünglichen  Wortlaute  Anstoss  genommen  und  diesen 
deshalb  corrigiert:  20«  01  μετ  αυτόν  κόομοι  omnis  orbis  terrarum 
und  28  2  ποίος  όε  κόομος  όέξ,εταί  τίνα  των  αντομολονντων 
αχ  αντον  et  quae  creatura  recipiet  eum  qui  recessit  a  Deo.  Spätere 
Rechtgläubigkeit  hat  bekanntlich  an  der  Lehre  von  einer  Welt 
jenseits  des  Oceans  und  von  Antipoden  Anstoss  genommen  und 
aus  diesen  Bedenken  heraus,  die  wir  in  der  abendländischen 
Kirche  schon  früh  nachweisen  können  (cf.  Lightf.  zur  1.  Stelle) 
ist  die  Änderung  der  beiden  citierten  Stellen  zu  erklären.  Sie 
kann  bereits  sehr  frühzeitig  erfolgt  sein,  denn  schon  Tertullian 
(adv.  Herm.  25  Schi.  De  pallio  2  Anfang)  verwirft  die  Lehre  vom 
alius  orbis. 

Endlich  ist  noch  einer  Kategorie  von  Fehlern  zu  gedenken, 
die  bereits  von  dem  Übersetzer  in  den  Text  gebracht  worden 
sind,  ich  meine  die  falschen  Übersetzungen.  Einzelne  Wörter  und 
Formen  sowie  ganze  Constructionen  sind  dadurch  verdorben 
worden,  und  stellenweise  wurde  es  nötig,  in  dem  der  falsch  ver- 
standenen Stelle  folgenden  Texte  Änderungen  vorzunehmen.  Als 
Beispiele  von  falschen  Übersetzungen  vgl. :  1 3  επιτρέπετε  per- 
mittentes  (was  das  Wort  freilich  auch  heissen  kann)  statt  man- 
dantes;  7 4  wird  τίμιον,  das  sich  auf  αίμα  bezieht,  als  abso- 
lutes Neutrum  gefasst  (quam  praeclarum  sit);  14 1  τοΙς  εν 
αλαζονεία  wird  als  zusammengehörig  gefasst  (superbis)  und  das 
folgende  dann  einfach  Wort  für  Wort  übersetzt;  19  1  των  το- 
οούτων  y.al  τοιούτων  όντως  μεμαρτνρΐ/μενων  wird  als  gen.  abs. 
genommen,  wodurch  im  folgenden  dann  Änderungen  nötig 
werden  (die  ganze  Stelle  ist  sehr  verderbt);  37  5  wird  das  αλλά 
nur  im  Gegensatz  zu  τα  όε  ελάχιοτα  κτλ.  gefasst,  diesem  Satz 
wird  ein  concessives  quamvis  vorgesetzt  und  die  Folge  davon 
ist  ein  schiefer  Sinn;  44  g  fasst  L  ορώμεν  als  Conjunctiv  (doch 
kann  hier  auch  Fehler  eines  Abschreibers  vorliegen);  45  λ  wird 
επίϋταοϋ-ε  noch  zum  vorhergehenden  Satze  gezogen,  das  τας 
δια  .  .  .  musste    dann    relativ    gefasst    werden    (quas    per  Spiritu 


58  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

sancto  cognouistis  (Weymann  1)  will  den  Punkt  schon  hinter  sancto 
setzen.  Der  Übersetzer  hat  nach  ihm  wörtlich  und  richtig,  frei- 
lich abscheulich  übertragen);  47  g  αίοχρά  .  .  .  αίϋχρα  και  ανάξια 
als  Femininum  statt  Neutrum  gefasst  turpis  .  .  .  turpis  et  indigua: 
50  3  wird  ΑΛΛΟΙ  als  αλ)Μΐ  (alii)  statt  αλλ'  ol  gelesen;  61 2  wird 
δίέποντξς  absolut  gefasst,  την  ....  έξονοίαν  zu  τνγχάνωΰΐν  als 
Accusativobjekt  gezogen,  ϊλεώ  öov  muss  dann  als  absoluter  Ge- 
nitiv mit  propicio  (seil,  te)  illis  wiedergegeben  werden. 

Diese  Fehler  bestätigen  den  auch  aus  anderen  Beobachtungen 
(v.  Wöliflin  weist  vor  allem  auf  die  AUitterationen  hin)  sich  er- 
gebenden Schluss,  dass  der  Übersetzer  lateinischer,  nicht  griechi- 
scher Muttersprache  war. 

Die  im  vorhergehenden  aufgezählten  Eigentümlichkeiten  von 
L,  die  unvollkommenen  und  falschen  Übersetzungen,  die  Glossen 
und  Paraphrasen,  die  Auslassungen  und  Fälschungen  gehören 
der  lateinischen  Textesgeschichte  an.  Wollen  wir  den  griechi- 
schen Text,  der  dem  Übersetzer  vorlag,  ermitteln,  so  haben  wir 
all  diese  Entstellungen  in  Abzug  zu  bringen,  sie  sind  für  die 
Kritik  des  griechischen  Textes  belanglos.  Aber  durch  die 
mannigfach  verderbende  und  verderbte  Übersetzung  hindurch 
erkennen  wir  deutlich  in  Λ  einen  sehr  altertümlichen  und  guten 
Text,  dessen  Lesarten  zum  guten  Teile  von  anderen  Texteszeugen 
oder  von  Clemens  Alex,  bestätigt  werden.  Darüber  wird  im 
folgenden  (S.  64  ff.)  noch  zu  handeln  sein.  Aber  Λ  hat  auch 
an  verschiedenen  Stellen  allein  den  ursprünglichen  Text  bewahrt, 
der  in  den  andern  Autoritäten  verderbt  ist,  und  den  wieder 
herzustellen  ich  nicht  gezögert  habe.  Die  in  Betracht  kommen- 
den Stellen  sind: 

6 1  πολλας  αίκίας  καΐ  βαοάνονς  (multas  poenas  et  tor- 
menta)  <i  ACS  πολλαΐς  αΐκίαις  καϊ  βαϋάνοις; 

8.5  ην  εΟτήριξεν  (quam  firmavit)  <C  ACS  om.  ην  (über 
diese  Stelle  vgl.  S.  48); 

10  7  το  οροα  ο  (montem  quem)  <^  ACS  tv  των  ορέων  ων  (LXX) ; 

20  12  ÖL  ov  αντω  (per  quem  Deo  et  Patri)  <^  ACS  ω  (vgl. 
das  S.  54  über  diese  Stelle  bemerkte); 

21 Λ  είόώμεν  (sciamus)  <^  ACS  ϊδοομεν  (ein  leicht  erklär- 
licher Itacismus); 


1)  Blätter  für  d.  bayer.  Gymn.     XXX.     189S,  6/7 


Prolegomena.     III.  Die  Textesgestaltungen  etc.  59 

27.5  ort  άτε  (quia  cum)  <^  ACS  οτε,  der  Zusammenbang 
verlangt  das  οτι,  sein  Wegfall  ist  leicht  erklärlich  (cf.  I  Kor. 
12-2,  wo  G  om.  οτε,  Κ*  om.  ότι); 

37  4  καϊ  εν  άλλψ.οις  χρηΟις,  (et  aliud  alio  opus  est)  <<  ACS 
xßl  εν  τοντοις  χρηοις,  das  τούτοις  ist  sinnlos  und  ohne  Pointe. 
εν  άλληλοις  erscheint  ausserdem  noch  gedeckt  durch  I  Kor.  12  25, 
da  ja  Clemens  in  seinem  Bilde  vom  Leibe  ganz  unzweifelhaft 
von  I  Kor.  abhängt  und  er  ausserdem  gerade  an  der  fraglichen 
Stelle  I  Kor.  12  21  u.  25  nachgeahmt  hat  (den  μεγάλοι  u.  μικροί 
entsprechen  I  Kor.  die  ενοχημονα  und  νϋτερονμενα.  unzweifel- 
haft wird  die  Verwandtschaft  durch  I  Clem.  ονγκραοίς  τις  εοτιν 
h'  sräoiv  gegenüber  von  1  Kor.  άλλα  ο  ϋ^εος  ϋννεκραοεν  το 
ύώμα); 

42  1  ?)μών  (nostri)  <C  ACS  ι)μίν,  „it  might  be  a  question 
however  whether  we  should  not  read  ημών,  as  in  the  opening 
of  §  44",  bemerkt•  Lightfoot  bereits  zur  Stelle; 

42  4  y.al  τονς  νπακονοντας  τ(]  βονληοει  τον  &εοϋ  (oder 
«υτοΰ?)  βαπτίζοιηες  (eos  qui  obaudiebant  voluntati  Dei  bapti- 
zantes)  <C  ACS  om.  per  hom.  mit  κ7]ρνϋθοντες.  Dass  aber  das 
eingeschobene  oder  etwas  ähnliches  zu  lesen  ist,  beweist  αντών 
hinter  άπαρχάς,  das  jetzt  erst  einen  festen  Haken  bekommt.  Über 
das  και,  das  ich  gegen  den  Wortlaut  der  lateinischen  Über- 
setzung vorangestellt  habe  vgl.  die  Anmerkung  im  Apparate; 

45 1  ist  vielleicht  mit  L  φρόνιμοι  oder  οννετοί  (prudentes) 
zu  lesen  <i  ACS  φιλ.όνεικοι,  auf  jeden  Fall  hat  L  eine  sehr 
beachtenswerte  Variante; 

46  7  τοϋ  κυρίου  'lt]Oov  (Domini  Jhesu)  <C  Α  ^Ι}]θοΰ  τον  κυ- 
ρίου ημών,  CS  τοϋ  κυρίου  ημών  Ίηοοΰ  Χριοτοΰ; 

47  2  τίνα  τρόπον  (quem  ad  modum)  <^  ACS  τι  πρώτον. 
auf  die  Frage  τίνα  τρόπον  antwortet  dann  im  folgenden  πνεν- 
ματικώς. 

(Über  die  Lesarten  in  der  A-Lücke  vgl.  den  betreffenden 
Abschnitt). 

Doch  war  auch  dieser  sehr  alte  Text  von  Fehlern  nicht 
ganz  frei,  wenn  sie  schon  nicht  sehr  zahlreich  waren.  Freilich 
muss  man  bei  Constatierung  derselben  .sehr  vorsichtig  sein.  L 
übersetzt  notorisch  oft  höchst  merkwürdig,  und  sodann  ist  für 
die  meisten  der  in  Betracht  kommenden  Fälle  die  Möglichkeit 
offenzulassen,    dass    nicht    im    Texte    selbst    der    Fehler   steckte, 


gQ  Knopf.  Der  erste  Cleniensbrief. 

sondern  dass  der  Übersetzer  eiazelne  Stellen  verlas.  Im  folgen- 
den sollen  einige  Stellen  angeführt  Λverden,  an  denen  anscheinend 
der  ^1-Text  bereits  verdorben  war. 

2  4  übersetzt  L  εΙς  το  ocoZ^od-ai  .  .  .  τον  άρι&μον  mit  ut 
salvi  essetis  ....  cum  numero.  In  Α  scheint  vor  τον  άρι&μόν 
ein  Gvv  gestanden  zu  haben,  das  durch  Dittographie  der  ersten 
Silbe  des  vorhergehenden  οννείόήοεως  leicht  erklärlich  ist; 

2  8  übersetzt  L  τ(]  παναρέτω  xcä  Οεβαϋμίο)  πολιτεία  χεκοομη- 
μένοί  mit  omni  decore  cultus  ornati.  v.  Gebhardt  schlägt  decoro 
vor,  aber  πανάρετος  wird  niemals  so  übersetzt,  auch  ist  dann 
der  Wegfall  von  xßl  οεβαομ'ιω  nicht  erklärt.  Ich  möchte  eine 
andere  Erklärung  vorschlagen.  Die  Stelle  kann  in  Λ  oder  viel- 
leicht schon  in  einer  früheren  Handschrift  verstümmelt  ge- 
wesen sein: 

THnANA('eTCÜI<AICeBACMICünOAITeiA. 

Fielen  die  Buchstaben,  unter  die  Punkte,  gesetzt  sind,  weg 
so  konnte  das  übrigbleibende  leicht  als  τχι  πανκοομ'ιω  πολιτεία 
(oder  so  ähnlich)  gelesen  und  dementsprechend  übersetzt  werden; 

4 13  hatte  Λ  anscheinend  αδελφών  (L  fratribus)  statt  αλλο- 
φύλων; 

142  επιόώμεν  εαντονς  übersetzt  L  exequamur,  was  wohl  in 
exaequamur  zu  ändern  sein  wird  und  dann  Übersetzung  von 
εξ,ιοώμεν  εαυτούς  oder  έπίοώμεν  Ιαντονς  ist; 

18-2  άλλα  y.al  αντος  λ.έγει:  et  tarnen  hie  dixit,  deutet  auf 
ούτος  in    i; 

324  κατειργαοάμε&α  <C  L  dinumeravimus  lasst  auf  χατη- 
ρι&μηοάμεϋ^α  {κατελογιοάμεθ^α  Morin)  in  Λ  schliessen; 

333  φοιτώντα  <C  L  quae  crescunt,  Α  hatte  demnach 
φντώντα; 

345  νποταοΟοψεϋ-α  <C.  L  subdita,  also  Α  vielleicht  νποταο- 
οόμενα  oder  mit  einem  kleinen  Fehler:  νποταοοώμενα. 

372  πώς  εντάκτως,  πώ)ς  ενείκτως,  πώς  νποτεταγμένως 
επιτελοϋοιν  τα  όιαταοοόμενα  <C  L  quam  mansuete  obaudiunt 
et  jussa  faciunt  quae  praecipiuntur  illis.  Der  Text  in  L  macht 
den  Eindruck,  ganz  geschlossen  und  ursprünglich  zu  sein ,  Α 
muss  dann  ziemlich  entstellt  gcAvesen  sein,  ein  Glied  scheint 
—  bei  dem  sechsfachen  Homöoteleuton  nicht  verwunderlich  — 
ausgefallen  zu  sein,  ausserdem  stand  wahrscheinlich  επιτεταγμένα 
επιτελοϋοιν  statt  υποτεταγμενως  επιτελοϋοιν; 


Prolegomena.     III.  Die  Textesgestaltungeu  etc.  ßl 

382  avajtX7]QOJ&7j  <C  L  impletura  est,  άνεπληρώϋ-η; 

40 1  deutet  das  merkwürdige  prospexistis  (neben  nobis)  auf 
έγκεκνφατε.  oder  έγκεκνφοτε  statt  εγκεκνφότες.  Der  Fehler  ist 
leicht  erklärlich,  da  εις  folgt; 

433  εις  το  ίερατενειν  καΐ  λειτονργεΐν  αυτω  <C  in  pontifi- 
catum  derservire  illi,  hat  offenbar  καΐ  in  Λ  gefehlt; 

506  παντεπόπτην  <C  L  omuium  genitorem,  lässt  auf  etwas 
wie  παντοτόκον  in  Λ  schliessen; 

Die  Fehler,  die  Λ  in  der  A-Lücke  aufwies,  werden  an  ihrer 
Stelle  noch  besonders  besprochen  werden.  Über  die  fehlerhaften 
Lesarten,  die  Λ  mit  einem  der  anderen  Texteszeugen  teilt,  vgl. 
S.  64  if. 

Zum  Schlüsse  auch  hier  wieder  eine  Bemerkung  über  die 
Citate  in  L.  L  weicht  in  ihnen  sehr  stark  von  dem  durch  Be- 
nutzung der  anderen  Autoritäten  herzustellenden,  mutmasslich 
ursprünglichen  Wortlaute  ab.  Bei  der  langen  Textesgeschichte, 
die  die  Handschrift  hat,  ist  dies  ja  auch  nicht  verwunderlich. 
Es  können  verschiedene  Gestalten  des  Bibeltextes  verändernd  ein- 
gewirkt haben:  in  Λ  selbst  Avaren  vielleicht  schon  stellenAveise  die 
oft  recht  freien  Citate  des  Briefes  nach  LXX  corrigiert,  sodann 
kann  der  Übersetzer  sich  durch  LXX  oder  Itala  haben  beein- 
flussen lassen  (über  sein  Verhältnis  zur  Itala  vgl.  die  Bemerkungen 
von  Sanday  in  „The  Guardian"  2S.  März  1894),  endlich  werden 
Abschreiber  des  nun  lateinischen  Textes  nach  Itala  oder  nach 
Vulgata  harmonisiert  haben.  Im  folgenden  soll  an  einer  Reihe 
von  Beispielen  der  Einfluss  von  LXX  oder  Vulgata  gezeigt 
werden.  Die  sehr  verworrene  und  schwierige  Frage  nach  dem 
Italatexte,  die  uns  zu  weit  in  ein  dunkles  philologisches  Gebiet 
hineinführen  würde,  glaubte  ich  um  so  eher  unberücksichtigt 
lassen  zu  können,  als  ja  die  vorhieronymianischen  altlateinischen 
Bibelübersetzungen  nach  der  LXX  gefertigt  waren.  Wo  Harmo- 
nismus mit  LXX  vorliegt,  müssen  wir  immer  auch  die  Möglich- 
keit eines  Harmonismus  mit  Itala  offen  lassen.  Aus  der  langen 
Reihe  von  Beispielen,  die  man  bezüglich  der  Besonderheiten  des 
L  in  den  Citaten  anführen  könnte,  mögen  folgende  genügen.  Sie 
werden  hinreichen,  den  Eindruck  zu  erwecken,  dass  L  in  den 
Citaten  im  ganzen  ein  recht  wenig  verlässlicher  Texteszeuge  ist '): 


1)  Die  Vulgata  eitiere  ich  nach  der  Ausgabe  vonTi.schendorf,Leipzigl873. 


ß2  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

3i  .  .  Ιπλατννθ^η  και  Ιπαχΰνϋ-η  <C  L  ingrassavit  se  et  elatus 
tactus  est  (LXX  Deut.  32 15  επαγνν&η ,  ΙπλατννΟ^η,  Vulg.  iu- 
crassatus  .  .  .  dilatatus';  33  ol  άτιμοι  kjtl  τους  έντιμους,  οί 
αοοξοι  επΙ  τους  ένόόξονς,  οί  άφρονες  επΙ  τονς  φρόνιμους,  οί 
νέοι  ε  πι  τους  πρεοβυτε'ρους  <C  L  vulgares  contra  honoratos. 
non  gloriosi  supra  glorioses,  stulti  supra  prudentes,  sicjuvenes 
contra  seniores  (LXX  Jes.  35  το  jtaiö'iov  προς  τον  πρεοβύτην, 
6  άτιμος  προς  τον  Ιντιμον,  Vulg.  puer  contra  senem  et  igno- 
bilis  contra  nobilem);    4 10  μη  ανελείν  .  .  .  <  L  aut  occidere  .  . 

LXX  Exod.  2 14  μη  άνελεΙν,  doch  AF  ;/);  4^2  Άβειροίν  <  L  add. 
cum  tabernaculis  (LXX  Num.  16  30  αυτούς  καϊ  τους  οίκους 
αυτών  και  τας  οκηνας  αυτών,  Vulg.  Num.  16  32  illos  cum  taber- 
naculis suis);  82  λέγει  κύριος  ου  βουλομαι  ■<  L  dixit  Dominus, 
quia  nolo  (LXX  Ezech.  I832  διότι  ου  ϋ-έλω  .  .  \^ulg.  quia  nolo); 
|103  απελϋ-ε  εις  την  γήν  <C  L  exi  .  .  .  et  vade  in  terrani  (LXX 
Gen.  12i  =  ACS,  doch  Ε  .  .  .  απελϋ-ε  .  .  .  καΐ  όεϋρο  εις  την 
γην,  ebenso  Act.  73,  Vulg.  Gen.  222  et  vade  in  terram  visionis) ; 

Ιϋδ  καΐ  ποιηοω  το  Οπέρμα  Οου  ώς  την  αμμον  της  γης'  ει 
δύναται  τις  ε^αριϋ-μηοαι  την  αμμον  της  γης,  χαΐ  το  Οπέρμα 
οου  εξαριϋ-μη{)•/]ϋεται  -<  L  et  faciam  semen  tuum  sicut  harenam 
maris  quae  non  dinumerabitur  (cf.  Gen.  32i2  LXX  και  ϋ-ήοω 
το  οπέρμα  οου  ως  την  αμμον  της  ϋ-αλάοοης,  ή  ουκ  αριϋμηϋήοεται 
άπο  τοϋ  πλήΟ-ονς,  Vulg.  .  .  .  arenam  maris  quae  prae  multitudine 
numerari  non  potest);  10 6  ούτως  εΟται  .  .  .  <I  L  praem.  Et 
dixit  Dens:  sie  erit  . .  .  (Gen.  155  LXX  καϊ  είπεν  •  ουτοος 
εοται  .  .  .  ,  Vulg.  Et  dixit  ei:  sie  erit  .  .  .);  123  εκρυψεν  εις  το 
νπερώον  νπο  την  λινοκαλάμην  <<  L  abscondidit  in  pergula 
domus  suae  (Jos.  26  LXX  αυτή  δε  άνεβίβαοεν  αυτούς  επϊ  το 
δώμα  και  εκρυψεν  αυτούς  εν  τη  λινοκαλάμη  τη  εοτοιβαομένη 
αύτη  επϊ  τοϋ  δώματος,  Vulg.  Ipsa  autem  fecit  ascendere 
viros  in  solarium  domus  suae  opperuitque  eos  stipula  lini  quae 
ibi  erat);  ;14δ  οτι  έοτίν  ένκατάλειμμα  .  .  .  <  L  quoniam  sunt 
reliquiae  .  .  7(cf. ψ  3638  LXX  ενκαταλε'ιμματα  (ν.  37  ένκατάλειμμα), 
Vulg.  φ  3637  sunt  reliquiae  homini  pacifico);  I616  ελάληοαν 
εν  χείλεοιν,  έκίνηοαν  κεφαλήν  <C  L  locuti  sunt  labiis  et  moverunt 
Caput  (ψ  21 8  LXX  =  ACS,  doch  hat  V  καϊ  έκίνηοαν,  Vulg. 
locuti  sunt  labiis  et  moverunt  caput);  :l8i3  έπιοτρέιρουοιν  επί 
οε  ■<  L  ad  te  convertentur  {ψ  50 15  επί  οε  έπιοτρέψουοιν.  Vulg. 
ad  te  convertentur;    2(J2  καϊ  έκοιμηϋην  καϊ  ύπνωοα,  έζηγέρϋην, 


Prolegomeua.     III.  Die  Textesgestaltungen  etc.  (33 

υτι  ov  μετ    έμον  εΖ  <<  L  ego  dormivi  et  soporatus  sum,  exsur- 
rexi,  quoniam  tu,  Dom  ine,  mecuni  es  {ψ  3  g  LXX  εγώ  εκοιμήϋ-ην 
καΐ  νπνωοα,    έξηγερϋ7/ν,  ότι  κύριος  άντιλήμψεταί  μον,  Vulg. 
ego  dormivi  et  soporatus  sum  et  exsurrexi  quia  Dominus  sus. 
cepit  me;  κνριε  in  v.  2,  4,  8,  Domine  v.  2,  4,  7);  1343  άποόονναι 
εκάοτφ  κατά  το  έργον  αντοΰ  <C  L  reddere  unicuique  secundum 
opera    sua    (Prov.    24 12    ος  άποόίόοίΟΐν  εκάοτο)  κατά  τά  έργα 
αυτόν   (Rom.    26),    Vulg.   reddetque    homini  juxta  opera   sua); 
346  μύριαι  μυριάδες  ....  χίλιαι  χιλιάδες  <C  L  milia  milium  .  .  . 
dena   milia    milium    (Dan.    7 10   LXX    χίλιαι   χιλαάδες  .  .  .  μνριαι 
μυριάδες,  \^ulg.  millia  millium  .  .  .  decies  millies  centena  millia); 
35 6    ov   μόνον    δε    οι  πράοοοντες  αυτά  αλλά  καΐ  οι  οννενδο- 
κοϋντες  αντοίς  <C  L  ηοη  tantum  faciunt  ea  sed  etiam  con- 
sentiunt  facientibus  (Rom.  I32  ov  μόνον  αντά  ποιονοιν  αλλά 
και  οννενδοκοϋοιν   τοις  ποιονΟΐν.     ^'^ulg.  et  ηοη  solum  qui  ea 
faciunt  sed  etiam  qui  consentiunt  facientibus);  I363  6  ποιών  .  .  . 
τονς  Χειτονργους  αυτοϋ  πυρός  φλ,όγα  <^  L  qui  facit .  .  .  mini- 
stros    suos  ignem  urentem    {ψ   1034  LXX  ο  ποιών  .  .  τους  λει- 
τουργούς αυτοϋ  πΰρ  φλέγον  (nur  Α*  πυρός  φλέγα  (!)),   Vulg. 
qui  facis  .  .  .  ministros  tuos  ignem  urentem);  '395  eg  ών  και  αυτοί 
εκ    τον    αντοΰ    πηλον   έομέν  <C,  L  ex  quo  et  ipsi  luto  sumus 
(Hiob  4 19  LXX  =  ACS,  doch  Α  εξ  ο  ν  και  αυτοί  έομεν  εκ  τον 
αυτοϋ  πη)Μϋ\    J398  .  .  ρίζας  βάλλοντας  <!  L  radicem  mittentes 
(Hiob  δ 3  LXX  ρίζαν  βάλλοντας,  Vulg.  firma  radice);    408  κρεΐττον 
ην    αυτώ    περιτεϋ-ηναι    μύλον  <C  L   melius   eras  illi  circumdari 
molam    collo    ejus   (Mt.  186,  Mc.  942,  Lc.  ίΊ2..περΙ  τόν  τρά- 
χηλ.ον    αυτοϋ.    Vulg.  Mc.  942    collo  ejus);    56?  επαιοεν  και  ai 
χείρες  αυτοϋ  ίάοαντο  <C  L  percutiet  et  manus  ejus  sälvabuut 
(Hiob  5 18  LXX  =  ACS,  doch  Α  πατάξει  και  αί  χείρες  αυτοϋ 
ίάοονται,  Vulg.  percutit  et  manus  ejus  sanabunt);    56 u  τά  δε 
τέκνα  οου  ωοπερ  .  .  .  <C  L  filii  vero  tui  erunt  sicut .  .  .  (Hiob  525 
τά  δε  τέκνα  οου  εοται  οίοπερ  .  .);    574  τοις  δε  εμοϊς  ελέγχοις 
>]πειϋ-ηοατε  ■<  L    meis    autem   increpationibus  ηοη  intendebatis 
(LXX  üAC  Prov.  I20  ου  προοείχετε). 


54  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 


IV.    Verwandtschaft  und  Genealogie 
der  Texteszeugen. 

Wir  haben  im  vorhergehenden  versucht,  eine  Anschauung 
vom  Werte  der  einzelnen  Texteszeugen,  an  und  für  sich  be- 
trachtet, zu  gewinnen  und  die  Frage  nach  der  Bedeutung  des 
Sondereigentums  jeder  Handschrift  zu  ermitteln.  Es  erübrigt 
uns  nun  noch,  die  gegenseitige  Verwandtschaft  der  Texteszeugen 
darzulegen  und  das  in  den  bisherigen  Ausführungen  gewonnene 
Resultat  zu  ergänzen  und  zusammenzustellen.  Das  Material, 
das  uns  für  diese  Untersuchung  vorliegt,  ist  ein  bedeutend  ge- 
ringeres als  das  für  die  Beurteilung  der  einzelnen  Hand- 
schriften zu  Gebote  stehende.  Schon  ein  flüchtiger  Blick  in 
den  textkritischen  Apparat  zeigt,  dass  bei  der  überwiegen- 
den Zahl  von  Varianten  ein  Zeuge  gegen  die  drei  anderen 
oder  mindestens  gegen  zwei  derselben  steht,  während  der 
dritte  zweifelhaft  ist  oder  fehlt.  Dennoch  reicht  im  ganzen 
und  grossen  das  vorhandene  Material  hin,  sich  ein  Bild  von  den 
gegenseitigen  Beziehungen  der  vier  "Überlieferungsformen  zu 
machen.  — 

1.    AC  <  LS. 

1.  AC  haben  den  ursprünglichen  Text  in  einer  Anzahl  von 
Fällen  bewahrt,  wo  L  S  ihn  nicht  mehr  haben.  Da  diese  beiden 
in  gleicher  Weise  von  AC  abweichen,  werden  in  einigen  dieser 
Fälle  —  doch  nicht  in  allen  —  die  Fehler  schon  in  den  griechi- 
schen Vorlagen  Α  und  Σ  gestanden  haben.  Denn  die  Annahme 
einer  Correctur  der  Übersetzungen  nach  anderen  griechischen 
Handschriften  ist  schwierig.  Folgendes  sind  die  Beispiele  für 
diese  Gruppierung: 

1 3  Α  C  άμοίμω  καΐ  οεμντ}  καΐ  cr/i'fj  <  L  S  (wahrscheinlich) 
αμώμφ  καΧ  ayvij: 

hl  άπ7]λλάγη  τον  κόομον  <C  LS  απ7]λλάγη  τον  κόομον  τοντον: 
belehrend  ist  383,  wo  εις  τον  κόομον  zweimal  vorkommt  und  L 
beim  ersten,  S  beim  zweiten  Male  hunc  hinzufügt.  Das  Demon- 
strativpronomen kann  also  auch  δ?  spätere  Glosse  von  Abschreibern 


Prolegomena.  IV.  Verwandtschaft  und  Genealogie  der  Texteszeugen.  ß5 

sein,  da  wir  ja  auch  sonst  genau  denselben  Zusatz  bei  L  und 
S  unabhängig  constatieren  können. 

57  εις  τον  αγιον  τόπον  έπορενϋ-η  <<  LS  εις  τον  άγων 
τόπον  Ιπηρ^?]  (oder  άνελημφΟ-ΐ],  receptus  est  L,  susceptus  est  S) 
Auch  hier  kann  die  Lesart  in  L  und  S  unabhängig  von  einander 
entstanden  sein,  der  Ausdruck  kommt  öfters  im  A.  und  N.  T. 
vor  [ijt7jQ&r]  Act.  I9;  άνελημφΰ-η  4  Reg.  29,  Sir.  489,  49i6 
und  noch  öfters  in  LXX,  ferner  Mc.  I619,  Act.  lä,  In,  I22, 
1.  Tim.  3 16); 

74  μετανοίας  χάριν  <C  LS  μετάνοίαν.  Unabhängiges  Ent- 
stehen der  V.  1.  ist  möglich.  In  L  kann  das  Auge  eines  Ab- 
schreibers von  poeniten[tiae|  zu  [gra]tia  hinübergeglitten  sein,  in 
S  stand  r^^g-ii^  vor  r^^oa*^.*»,  konnte  also  leicht  wegfallen; 

11 1  ποιηοας  <C  L  S  εποίηοεν  ist  nur  Übersetzungs Variante, 
bei  einem  absoluten  Participium  sehr  natürlich; 

124  καΐ  λεγόντων  <C  LS  add.  αντγι^  für  S  vgl.  die  Beispiele 
S.  34  f.,  für  L  die  S.  51; 

125  in  der  sehr  frei  erzählten  Rahabgeschichte  τοις  κατοι- 
κονοιν  αντΊ]ν  <C  L  terram  istam,  S  terram.  Schon  die  ver- 
schiedene Form  des  Glossems,  das  aus  der  vorhergehenden  Zeile 
eingedrungen  ist,  macht  Unabhängigkeit  höchst  wahrscheinlich; 

.  234  y.di  μετά  ταντα  ο//φα^  <C  L  S  είτα  ομφαξ  (apokryphes 
Citat ;  das  είτα  in  L  S  veranlasst  durch  das  viermalige  είτα  der 
Parallelglieder). 

2Si  ίνα  .  .  .  οκεπαο&ώμεν  από  τών  μελλόντων  κριμάτων 
<^  L  S  ίνα  .  .  .  οκεπαοϋ-ώμεν  από  τον  μέλλοντος  κρίματος 
(Act.  2425  τον  κρίματος  τον  μέλλοντος;  vgl.  ferner  den  Singular 
Hebr.  62  κρίματος  alojviov,  im  N.  T.  kommt  κρίμα  26  mal  im 
Singular,  nur  2  mal  im  Plural  vor,  Rom.  11 33,  I.  Kor.  67,  in  LXX 
überwiegt  ebenfalls  der  Singular,  so  dass  auch  hier  unabhängiger 
Harmonismus  denkbar  ist); 

442  δια  ταύτη V  ovv  την  αίτίαν  <^  L  S  om.  ovv;  vielleicht 
lasen  sie  öia  ταντην  αίτίαν,  om.  ovv  την  per  hom. ; 

556  το  δο^όεκάφνλον  τον  Ιοραήλ  <C  L  gentem  Israel,  S 
tribum  Israel  (offenbar  nur  Übersetzungsvariante); 

572  άποο^έμενοι  την  αλαζόνα  .  .  .  (sc.  αν&•άόειαν)  <C  L  S 
άπο&έμενοι  την  άλαζονείαν. 

Das  sind  im  ganzen  12  Varianten,  von  denen  indess  die 
Mehrzahl  Übersetzungsvarianten  oder  unabhängig  von  einander 
Texte  u.  Uutersucliuiigen.  N.  F.  V,  i.  5 


55  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

entstandene  Glosseme  sind,  so  dass,  m.  E.,  kaum  mehr  als  3  bis 
4  Varianten  übrig  bleiben,  in  denen  L  S  gegenüber  Α  C  gemein- 
sames altes  Verderbnis  aufweisen.  L  und  S  gehören  also,  das 
können  wir  aus  diesem  Thatbestande  schliessen,  zwei  von  einander 
ziemlich  unabhängigen  Textesfamilien  an.  Die  Berührungen  in 
den  Citaten,  die  öfters  vorkommen,  besagen  nicht  viel,  da  Har- 
monisierungen unabhängig  von  einander  den  gleichen  Text  be- 
wirken müssen  und  L  S  notorisch  sehr  stark  harmonisieren.  Als 
Beispiele  von  gemeinsamen  Citatsharmonismen  vgl.: 

4i  προβάτων  <C  add.  LS  αντον  (LXX  Gen.  -ii); 

84  δεντε  καΙ  όιελεγχ&ώμεν  <C  om.  LS  •καί  (ν.  1.  LXX  Jes.  1  is 
ViAQr  yMi,  om.  B); 

145  y.al  εξεζητηοα  τον  τόπον  αντοΰ  χαΐ  ονχ  ενρον  <C  LS 
καΐ  εξεζ'ητ/]θα  αυτόν  κάί  ονχ  ενρεϋ-?/  6  τόπος  αυτόν  (LXX 
ψ  3636;  Clem.  A1.  =  LS); 

173  δίκαιος  καΐ  αμεμπτος  ■<  om.  καϊ  LS;  (LXX  Hiob   li); 

ib.  από  παντός  κακοΰ  <C  L  S  από  παντός  πονηρού  πράγ- 
ματος (LXX  ibid.); 

18 15  το  οτόμα  μου  ανοίξεις  καϊ  τα  χείλη  μου  άναγγελεϊ  την 
αϊνεοίν  οον  <!  LS  τα  χείλη  ...  το  οτόμα  (LXX  ψ  50η); 

277  ουκ  εΐοΐν  λόγοι  ουδέ  λαλιαί  <C  LS  . .  λαλιαί  .  .  .  λόγοι 
(LXX  ψ  184); 

29-2  εγενήθ-η  μερίς  κυρίου  <<  LS  καϊ  εγ ενηϋ- η  μερ\ς  κυρίου 
(LXX  Deut.  329); 

359  υπέλαβες,  άνομε  {Α,  def.  C)  <;  L  S  νπελαβες  άνομίαν 
(LXX  φ  49-21,  nur  i<*  hat  άνομε); 

399  ά  γαρ  έκείνοις  ήτοίμαοται  <c;  L  S  «  γαρ  εκείνοι  ιμοί- 
μαοαν  (LXX  Hiob  56  Βϋ  ά  γαρ  εκείνοι  οννήγαγον.  Α  ά  γαρ 
εκείνοι  εϋ-εριοαν); 

523  εν  ημέρα  ϋ-λίψεώς  θου  <C  om.  LS  οου  (LXX  ψ  49 15  Β); 

532  εποίηοαν  ΙαυτοΙς  χωνευμντα  <!  L  S  καϊ  έποί?/θαν  ίαυ- 
τοΐς  γώνευμα  (LXX  Deut.  9 12  και  εποίηοαν  Ιαυτοΐς  χώνενμα. 
4  Reg.  17 16  Hos.  132  dasselbe); 

533  {εαοόν  με)  εξολεϋ-ρεΰοαι  αυτούς  <i  ■■  καϊ  εξολε&ρεύοω 
αυτούς  .  .  .  L,  .  .  εξολεβ-ρεύοω  αυτούς  S  (LXX  vgl.  Ex.  32 10  καϊ 
νΰν  εαοόν  με  καϊ  .  .  .  εκτρίψω  αυτούς); 

574  ..  .  καϊ  ούχ  ύπηκούοατε  <<  L  S  και  ούχ  ύπ7]κούετε  (LXX 
Prov.  1 24  Β  ύπηκούοατε,  Α  ^  ύπηκούετε). 


Prolegomena.    IV.  Verwandtschaft  und  Genealogie  der  Texteszeugen.  Q-J 

2.  Mussten  λυιγ  in  den  angeführten  Fällen  den  beiden  Griechen 
den  \'^orzug  zuerkennen,  so  sind  doch  andererseits  —  abgesehen 
von  den  Citaten  —  auch  jene  Stellen  ebenso  häufig,  an  denen 
die  Übersetzungen  den  richtigen  Text  bewahrt  haben,  vgl.: 

li  ωΟτε  το  .  .  .  όνομα  υμών  μεγάλως  βλαφΟ-ηναι  <C.  Α 
βλαοφημη&ήναι,  C  .  .  .  βλαΰφΐ]μηείθ&αι.  Nur  nach  längerem 
Zögern  habe  ich  die  Lesart  von  L  S  vorgezogen,  aber  1.  βλάπτειν 
το  όνομα  kommt  vor,  vgl.  Antiph.  apud  Athen.  13  pag.  572  Α 
al  μεν  αλλαι  τοννομα  (της  εταίρας)  βλάπτουοι  τοις  τρόποις, 
2.  βλαοφημεΐν  neben  όνομα  ist  des  Haruionismus  sehr  verdächtig, 
Rom.  2-24,  Apok.  ISe,  16 9,  Jak.  2?; 

4 12  ζήλος  <C  AC  öia  ζήλος  (C  öta  ζήλον); 

74  ρ3ς  εοτιν  τ'ιμιον  τω  πατρϊ  αντον  <^  Α  .  .  .  τω  ϋ•εφ 
καΐ  πατρί  αντον,  C  τω  πατρί  αντον  τω  θ-εω; 

21ι  .  .  .  μή  αΐ  ενεργεοίαι  αντον...  γένωνται  εις  κρίμα 
ήμίν  <<  Α  εις  κρίμα  παϋιν  ημΐν,  C  εΙς  κρίματα  ονν  ημίν 
(jtäotv  in  Α  scheint  Glosse  zu  sein,  die  Lesart  von  C  ist  aus 
der  von  Α  entstanden:  .  .  .  Kf IMAriACINHMlN  <  KflMA- 
TACyNHMIN); 

21 8  τα  τέκνα  ημών  <C  AC  τα  τέκνα  υμών; 

25-2  τον  χρόνον  τον  βίον  <^  AC  om.  τον  βίον; 

322  Ig  αντον  γαρ  ιερείς  <<  AC  ε§  αντών  γαρ  ιερείς; 

352  καΐ  ταντα  νποπίπτοντα  <C  Α  καΐ  ταντα  νπέπιπτεν 
πάντα,  C  καΐ  ταντα  -υποπίπτει  πάντα  (über  den  Gebrauch  des 
absoluten  Participiums  bei  Clemens  vgl.  das  S.  48  gesagte); 

402  τάς  τε  προϋφορας  και  λειτονργίας  ονκ  εική  η  ατάκτως 
έκέλευοεν  γίνεοϋ-αι  <C  AC  τάς  τε  προοφορας  και  λειτονργίας 
έπιτελεϊο&αι  και  ονκ  εική  η  ατάκτως  έκέλενβεν  γίνεθΰ•αι.  Das 
έπιτελεϊοϋ-αι  ist  aus  40 3  init.  hier  eingedrungen; 

403  πάντα  γινόμενα  ■<;  Α  C  mit  Dittographie  πάντα  τα 
γινόμενα; 

469  τονς  όε  πάντας  ημάς  <C  AC  om.  δέ; 

64  εις  τονς  αΙώνας  <!  AC  εις  πάντας  τονς  αιώνας.  Die 
Form  der  Doxologie,  die  LS  haben,  ist  die  gewöhnliche  bei 
Clemens,  πάντας  ist  Glosse; 

Dazu  kommen  noch  einige  Stellen,  in  denen  Clemens  Alex, 
die  Lesart  von  LS  bestätigt,' vgl.  darüber  im  folgenden. 

In  den  Citaten  finden  sich  fast  gar  keine  AC  gemeinsamen 

5* 


ß§  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

Harmonismen.     Die  beiden  Griechen  sind  in  diesem  Punkte  viel 
zuverlässiger  als  die  Übersetzungen. 

Im  ganzen  und  grossen  ergibt  sich  uns  aus  dieser  Verglei- 
chung  von  AC  <;  LS: 

1.  Die  Übersetzungen  gehen  auf  griechische  Vorlagen  zurück, 
die  von    einander  im  wesentlichen  unabhängig  sind. 

2.  Die  Bezeugung  durch  LS  hält  der  durch  AC  an  Wert 
das  Gleichgewicht,  ausgenommen  in  den  Citaten,  wo  LS  gegen- 
über AC  bedeutend  inferior  sind. 

2.   AL  <  CS. 

Bei  dieser  Gruppierung  stehen  auf  der  einen  Seite  die  besten, 
auf  der  andern  die  beiden  minderwertigen  Texteszeugen.  Die 
Entscheidung  ist  für  diese  Fälle  nicht  schwer.  Durchweg  wird 
AL  gegenüber  CS  vorzuziehen  sein.  Die  Lesarten  dieser  tragen 
z.  T.  den  secundären  Charakter  offen  zur  Schau,  wodurch  auch 
für  jene  Fälle,  die  sich  durch  innere  Gründe  nicht  entscheiden 
lassen,  ein  Präjudiz  zu  gunsten  von  AL  geschaffen  wird,  ganz 
abgesehen  von  dem  höheren  Alter  des  A-  und  L-textes.  Vgl.  für 
diese  Textesbezeugung  folgende  Beispiele: 

bei.  το  ysvvalov  της  πίϋτεως  αντον  κ?.έος  ελαβεν,  όι- 
χαιοοννην  όίόάξας  .  .  <C  CS  ...  .  κλέος  ελαβεν  δίκαιοΰυνης 
όίόάξας  .  .  .; 

8  4  όιελεγγβώμεν  «<  CS  όιαλεχϋ^ώμεν; 

19 1  των  τοΟούτοον  ονν  καϊ  τοιούτων  <C  CS  των  τοιούτων 
ονν  καϊ  τοΰοντων; 

20  10  άνεμων  ϋτα&μοί  <Ζ  C  ανέμων  τε  οταϋ^μοί,  S  άνεμοι 
τ  ε  οταΘ-μών;  die  nächsten  beiden  Sätze  werden  thatsächlich  mit 
τ  ε  verknüpft; 

21 9  όταν  ϋ-έλγι  άνελεΐ  αντην  <C  CS  όταν  ϋ-έλί]  αναιρεί 
αυτήν; 

22  8  fügen  AL  das  neue  Citat  aus  ψ  32  lo  ohne  weitere  Ver- 
knüpfung an  das  vorhergehende  an,  CS  dagegen  schieben  vor 
πολλαί  ein  είτα  (oder  S  anscheinend  καϊ  πάλιν  et  iterum)  ein. 
Gegen  Lightfoot,  der  είτα  in  den  Text  aufnimmt,  ist  zu  be- 
merken, dass  die  Bezeugung  für  die  Weglassung  stärker  ist,  dass 
C  und  S  untereinander  anscheinend  nicht  übereinstimmen,  indem 
S  καϊ   πάλιν  voraussetzt,    und  dass  das  είτα  in  C  höchst  wahr- 


Prolegomena.  IV.  Verwandtschaft  und  Genealogie  der  Texteszeugen.  59 

scheinlich  nur  den  Schkiss  der  in  dieser  Handschrift  stark  ver- 
kürzten alttestamentlichen  Anführungen  markiert  (vgl.  dazu 
S.  29); 

25  3  οκοίληξ  τις  γεννάται  <C  CS  θχώλί]§  τις  έγγενάται; 

30?  της  άγα&ης  πράξεως  ημών  <C  CS  .  .  .  νμών, 

32  2    τα    όε    λοιπά    οκηπτρα  <C  CS  τά  τε  λοιπά  ΰκήπτρα; 

33  8  εξ  όλης  ίοχνος  ι)μών  έργαΰωμεϋ^α  .  .  .  <<  CS  praem. 
και  vor  εξ  όλης; 

35  4  των  επηγγελμένων  δωρεών  <C  CS  τών  δωρεών  τών 
επηγγελμένων; 

35  5  φιλοδοξίαν  <<  CS  άφιλοξενίαν.  Λ  hat  an  dieser  Stelle 
sicher  φιλοδοξίαν  gehabt,  das  L  mit  inhumilitatera  wiedergibt. 
Inhumilitas  und  inhurailis  kommen  sonst  nicht  mehr  in  L  vor, 
aber  humilitas,  humiliare  se  .  .  .  entspricht  durchwegs  einem  τα~ 
πεινοφροονρη,  ταπεινοφρονεϊν  .  .  .,  inhumilitas,  das  Gegenteil 
von  humilitas,  kann  nur  das  Gegenteil  von  ταπεινοφροϋννη 
wiedergeben,  aber  nimmer  άφιλοξενία,  für  das  doch  inhospitali- 
tas  zugebote  stand.  (Dies  gegen  v.  Wölfflin,  S.  87,  der  inhumili- 
tas für  die  Übersetzung  von  άφιλοξενία  hält).  Was  Α  anlangt, 
der  nicht  φιλοδοξίαν,  sondern  φιλοξενίαν  bietet,  so  ist  diese  seine 
Lesart  leichter  aus  ί^ιλοδοξίαν  als  aus  αφιλοξενιαν  zu  erklären, 
denn  wenn  auch  im  letzteren  Falle  nur  ein  Buchstabe  wegge- 
lassen zu  werden  brauchte,  so  wird  doch  dadurch  die  Verkeh- 
rung des  Wortes  in  sein  Gegenteil  eine  so  handgreifliche,  dass 
dieser  Fehler  mir  unwahrscheinlicher  erscheint  als  der  andere. 
Der  Zusammenhang  spricht  "eher  für  φιλοδοξίαν,  bedenklich  ist 
nur,  dass  unmittelbar  vorher  κενοδοξ'ιαν  steht. 

38  1  Σωξέο&ω  ovv  ημοιν  'όλον  το  οώμα  εν  Χριΰτώ  Ιηοοϋ 
<C  CS  ...  εν  Χριοτώ    (hier    könnte  man  allerdings  schwanken); 

43  6  εις  το  δοξαο&ηναι  <C  CS  ωοτε  δοξαο&ηναι  (CüCTG 
st.  GICTO;   doch  ist  die  Lesart  von  Λ  und  ^  nicht  ganz  sicher); 

44  2  εαν  κοιμηϋ^ώ>αιν  <C  CS  εάν  τίνες  κοιμηϋ-όίοιν; 

50  3  της  βαϋιλείας  τον  Χριϋτον  (doch  Α  nicht  ganz  sicher, 
Tisch.  ZF,  Lightf.  dub.)  <  CS  harmonisierend  nach  dem  un- 
gleich häufigeren  r.  /9.  τοϋ  ϋ-εοΰ; 

50  δ  μακάριοι  εομεν  .  .  .  ει  .  .  .  εποιονμεν  -<  CS  mehr  nach 
der  Grammatik  μακάριοι  ημεν  .  .  .  ει  .  .  .  εποιονμεν; 

Auch  in  den  Citaten  weisen  CS  eine  Anzahl  von  secundären, 
der  LXX  angenäherten  Lesarten  auf,  vgl.: 


70  Knopf,  Der  erste  Clemens brief. 

4  10  η  όικαοτην  <^  CS  xal  διχαοτήν  (LXX  Ex  2  u  xai  Öi- 
ααοτην,  nur  F  η  όικ.); 

16  5  ...  ετρανματίοϋ^η  όιά  τας  αμαρτίας  ημών  και  μεμα- 
λάκιοται  δια  τας  ανομίας  ημών  <C  CS  .  .  .  .  ανομίας  .  .  .  αμαρ- 
τίας .  .  .  (LXX  Jes.  53  5  Β  αμαρτίας  .  .  .  ανομίας,  XAQ  ανομίας  .  .  . 
αμαρτίας); 

22  8  τονς  όε  ελπίζοντας  <C  CS  τον  δε  ελπίζοντα  .  .  .  (LXX 
ψ  31  ίο); 

348  .  .  τοΙς  υπομενονοιν  αυτόν  ■<;  CS  ...  τοις  άγαπ(:οθίν 
αυτόν  (Ι  Kor.  2  9); 

35?  επΙ  ατόματός  οου  (doch  Α  μου)  <C  CS  δια  Οτόματός 
οου  (LXX  φ  49  ig). 

Aus  diesem  Verhältnisse  folgt  für  S,  dass  seine  griechische 
Vorlage,  so  trefflich  sie  auch  im  allgemeinen  war,  doch  an  einer 
Anzahl  von  Stellen  mit  secundären  Lesarten,  die  auf  der  Ent- 
wicklungslinie zu  C  hin  liegen,  durchsetzt  war.  C  betreffend 
wird  durch  den  dargelegten  Sachverhalt  das  schon  aus  andern 
Indicien  gewonnene  Urteil  bestätigt,  dass  C  secundären  Cha- 
rakters ist. 

3.   AS  <  CL. 

Es  sind  die  verhältnismässig  seltensten  Fälle  von  2  <C  2 
bezeugten  Varianten,  die  einander  in  dieser  Gruppierung  gegen- 
überstehen. Die  Bezeugung  ist  an  und  für  sich  eine  gleich- 
wertige, innere  Gründe  müssen  den  Ausschlag  geben,  wo  diese 
fehlen,  ist  die  Entscheidung  zweifelhaft. 

1.  AS  hat  gegen  CL  die  richtige  Lesart  an  folgenden  Stellen 
erhalten: 

19 1  τας  προ  7)μών  γενεάς  <C  C  τους  προ  ημσ>ν,  L  τους 
προ  ημών  εν  τη  γενεά.; 

54 1  τις  ούν  εν  υμίν  γενναίος  <<  CL  τις  oiw  ημίν  γενναίος; 

2.  Zahlreicher  sind  die  Stellen,  an  denen  CL  <<  AS  recht  zu 
geben  ist,  so: 

li  περιοτάοεις  <C  AS  περιπτώθεις\ 

li  vor  βράδιον  ist  kein  Vocativ  der  Anrede  einzuschieben, 
Α  hat  αδελφοί  S  αγαπητοί,  neben  dem  αγαπητοί  hinter  πραγ- 
μάτοίν  ein  A^öllig  unnötiger  Zusatz; 

64  .  .  .  πόλεις  μεγύλας  κατέοκαψεν <i-^^  •  •  •  πόλεις  μεγάλας 
κατέοτρεψεν,  doch  vielleicht  haben  AS  das  richtige. 


Prolegomena.  IV.  Yerwaiicltscbaft  und  Genealogie  der  Texteszeugen.  71 

74  (  ...  το  αίμα  τον  Χριοτον  .  .  .  μετανοίαα  χάριν)  επηνεγχεν 
<;  AS  νπηνεγχεν. 

19 1  των  τοοοντων  καΐ  τοιούτων  μεμαρτνρημένων  <C  Α 
Ijraem.  όντως  vor  μί μαρτνρη μένων ^  S  και  όντως;  schon  die 
verschiedene  Form  macht  Glosse  wahrscheinlich,  die  hinter  dem 
—  όντων  des  vorhergehenden  Wortes  sehr  leicht  möglich  Avar; 

454  των  μιαρον  .  .  .  ζηλον  άνειληφότων  ■<  των  μιαρών  .  .  . 
ζήλον  άνειληφότων  (S  hat  auch  καΐ  άόίκων,  wo  Α  richtig 
καΐ  αόικον  bietet); 

64  ϋωφροΟννην  <C  AS  και  ΟωφροΟννην  (doch  hat  S  über- 
haupt Polysyndeton  au  der  Stelle); 

602  των  κεκλημενοίΡ  νπο  τον  &εον  Öi^  αντον  <C  AS  .... 
καΐ  όι    αντον. 

Die  Constatierung  der  Thatsache,  dass  C  in  einigen  Fällen, 
in  denen  er  nicht  mit  A,  sondern  mit  L  geht,  die  richtige  Lesart 
erhalten  hat,  ist  wichtig  für  die  Beurteilung  der  jüngeren  grie- 
chischen Handschrift.  Wir  sahen  bereits,  dass  C  allein  keine 
richtige  Sonderlesart  hat,  dass  er,  wo  er  bei  geteilter  Bezeugung 
die  richtige  Lesart  hat,  mit  Α  geht,  mit  dem  er  indes  LS  gegen- 
über eine  Reihe  gemeinsamer  Fehler  hat,  dass  er  in  keinem 
Falle  mit  S  zusammen  gegen  AL  aufkommen  kann.  Durch  alle 
diese  Thatsachen  wird  der  Wert  von  C  stark  gedrückt.  Da  er 
in  dubiis  die  richtige  Lesart  mit  Α  gemeinsam  erhalten  hat,  so 
liegt  der  Schluss  nahe,  C  sei  keine  selbständige  Textesautorität, 
sondern  nur  ein  degenerierter  Abkömmling  von  A.  Dadurch 
indessen,  dass  bei  einem  Teile  der  Lesarten,  in  denen  bisher  AS  <^C 
standen,  die  Lesart  von  C  durch  L  als  die  richtige  bestätigt  wird, 
wird  C  wieder  etwas  gehoben,  und  es  kann  seine  relative  Selb- 
ständigkeit   S    und  besonders  Α  gegenüber  festgehalten  werden. 

Fassen  wir  nun  am  Schlüsse  unserer  Untersuchungen  über 
die  Texteszeugen,  einzeln  sowohl  als  auf  ihre  Verwandtschaft  hin 
geprüft,  die  Ergebnisse  zusammen,  so  ergeben  sich  uns  folgende 
Resultate,  die  für  die  Textesrecension  normgebend  sind  (vgl. 
auch  Lightf  I,  142  ff.): 


2.  Von  diesen  vier  Zeugen  geht  L  auf  den  verhältnismässig 
ursprünglichsten  und  ältesten  Text  zurück.  Doch  ist  die  Gestalt 
dieser  Vorlage  im   einzelnen   oft  schwer  zu  erkennen.     Wo  wir 


72  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

sie  aber  mittelbar  durch  die  im  Laufe  der  Zeit  ziemlich  ent- 
stellte und  veränderte  Übersetzung  hindurch  zu  erkennen  ver- 
mögen, sind  ihre  Lesarten  von  höchstem  Werte  und  dieser 
abendländische  Texteszeuge  hält  den  drei  morgenländischen  das 
Gleichgewicht. 

3.  λ^οη  den  Orientalen  hat  Α  den  besten  Text,  abgesehen 
von  den  zahlreichen  orthographischen  Fehlern  und  Verschrei- 
bungen. 

4.  C  repräsentiert  einen  späten,  stark  veränderten  und  über- 
arbeiteten Text,  der  zu  Α  in  relativ  nächster  Verwandtschaft 
steht,  dennoch  aber  diesem  gegenüber  selbständige  Züge  aufzu- 
weisen hat. 

5.  S  hat  wie  L  zwei  Elemente,  die  Uuzuverlässigkeiten  und 
Entstellungen  fallen  vornehmlich  der  ziemlich  freien  Übersetzung 
und  ihrer  Textesgeschichte  zu.  Der  zu  Grunde  liegende  grie- 
chische Text  der  Vorlage  war  eine  Mittelgestalt  zwischen  Α  und 
C,  doch  näher  bei  Α  als  bei  C  liegend. 

6.  Bei  geteilter  Bezeugung  ist  die  durch  AL  die  beste,  die 
an  Wert  CS  weit  zurücklässt.  Dann  folgt  die  durch  LS,  die 
besser  ist  als  die  andere  durch  AC;  AS  hält  CL  ungefähr  das 
Gleichgewicht.  Fälle  der  letzteren  Art  sind  indes  ziemlich 
selten,  da  C  und  L  die  am  weitesten  voneinander  entfernten 
Textesgestaltungen  repräsentieren. 

7.  In  den  Citaten  sinkt  der  AVert  von  L  und  S  bedeutend, 
da  beide  Übersetzungen  erwiesenermassen  in  weitgehender  Weise 
harmonisieren. 

8.  Die  eigentümlichen  Verwandtschaftsverhältnisse  unserer 
Texteszeugen  (AC,  AL,  AS,  CS,  CL,  LS  stehen  stellenweise  bei- 
sammen) nötigen  zur  Annahme,  dass  wir  es  in  ihnen  nicht  mit 
direkten  Descendenten  eines  gemeinsamen  Urtypus  zu  thun  haben, 
sondern  dass,  wie  mir  scheint,  mindestens  zwei  einen  Mischtext 
repräsentieren,  der  durch  Hineincorrigieren  von  Lesarten  einer 
andern  Familie  entstanden  ist.  Möge  das  Folgende  als  ein  Ver- 
such zur  Erklärung  dieser  schon  etwas  verwickeiteren  Verhält- 
nisse gelten,  der  indes  nicht  den  Anspruch  auf  absolute  Gültig- 
keit macht. 

Der  gemeinsame  Urtypus,  auf  den  ACS  zurückgehen,  geht, 
wie  Lightfoot  gezeigt  hat  ivgl.  1.  c.  sub  7),  bis  zum  Ende  des 
2.  Jahrhunderts  zurück.     Neben  diesen  Typus  stellt  sich  als  Re- 


Prolegomena.   IV.  Verwandtschaft  und  Genealogie  der  Texteszeugen.     73 

Präsentant  einer  abendländischen  Textesgestaltung L,  der  anfeinen 
griechischen  Grundtext  A,  wahrscheinlich  aus  der  Mitte  des 
2.  Jahrhunderts,  zurückgeht.  Diese  beiden  Typen,  A,  und  der 
den  3  Orientalen  zu  Grunde  liegende,  O,  gehen  entweder  direkt, 
ohne  dass  sich  ihre  Vorgänger  berühren,  auf  den  Urtypus,  den 
Brief  der  römischen  Gemeinde  an  die  korinthische,  zurück,  oder 
auf  einen    geraeinsamen    abgeleiteten ,   der  indes  nicht  weit  von 

dem   Urtypus   abstand:    Ο  Α   (vgl.   zu   diesen  Ausführungen    den 
I  Clem.  iUrtypus) 

o2 


Cod.  Alex.     * 


/  Lesarten  a 


mit  Lesarten 
aus  der 
OA-linie 


uer  j 
lie  / 


C^ 


aus  der 
occidentalischen 
Linie  eingedrungen. 


mit  Lesarten  aus 
\,  der  OA-linie 


Cod.  Constant. 


Cod.  Cantabrig. 


Cod.  Florin. 


eingefügten  Stammbaum).  Nimmt  man  einen  gemeinsamen 
Typus  OA  an,  dann  muss  man  auch  die  Möglichkeit  zugeben, 
dass  stellenweise  sämtliche  vier  Texteszeugen  gemeinsame  Ent- 
stellungen gegenüber  der  ursprünglichen  Gestalt  haben.  (Sollte 
dies  bei  ϊόωμεν  33?  der  Fall  sein?  Ich  habe  indessen  diese  ein- 
stimmig bezeugte  Form  beibehalten  und  nicht  εϊδομεν  geschrieben. 
Die  Verwechselung  der  Formen  von  οΐόα  und  tiöov  ist  be- 
kanntlich sehr  häufig.)  Von  dem  Typus  0  haben  sich  ΑΟΣ 
abgezweigt,  und  zwar  so,  dass  Α  die  relativ  reinste  Form  dieser 


74  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

Überlieferung  darstellt.  C  und  Σ  zeigen  AL  gegenüber  wohl 
eine  Anzahl  gemeinsamer  Fehler,  in  keinem  Falle  aber  eine  ur- 
sprüngliche, richtige  Lesart.  Daher  ist  es  wahrscheinlich,  dass 
sie  auf  einen  gemeinsamen,  bereits  degenerierten  Abkömmling 
von  0:€Σ  zurückgehen.  Da  sie  indes  jede  einzeln  und  auch 
beide  gemeinsam,  mit  Α  zusammengehalten,  in  einer  Anzahl  von 
Fällen  die  richtige  Lesart  Α  gegenüber  haben,  so  muss  man,  da 
man  diese  Erscheinung  nur  sehr  teilweise  aus  Degeneration  des 
Α  von  0  erklären  kann ,  annehmen,  dass  auf  irgend  einer  Stufe 
der  Entwickelung  von  0  zu  C2  occidentalische  Lesarten  aus  der 
yl-Linie  durch  Seitencollation  eindrangen  (ob  im  Gefolge  der 
Bibelvarianten,  die  nachweisbar  seit  dem  3.  Jahrb.  aus  den  abend- 
ländischen Handschriften  in  die  morgenländischen  aufgenommen 
wurden?).  So  haben  wir,  ausser  der  Annahme  einer  Degeneration 
des  Α  von  0,  noch  einen  zweiten  "Weg,  die  Lesarten  CLS  <<  Α 
zu  erklären.  Doch  sind  auch  falsche  Lesarten  aus  dem  occiden- 
talischen  Texte  in  ΟΣ  eingedrungen,  wie  12 1  η  έπιλίγομεν?] 
πόρνη  statt  ?)  πόρνη.  Weder  C  noch  Σ  sind  indes  reine  De- 
scendenten  ihres  gemeinsamen  Typus  ΟΣ,  sondern  sowohl  auf 
der  Linie  C^  zu  C  als  auf  der  ΟΣ  zu  Σ  sind  Seitenlesarten  aus 
A,  oder  vielmehr  einem  A^orläufer  oder  Abkömmling  von  Α  ein- 
gedrvmgen,  die  in  jeder  der  beiden  Linien  die  eingetragenen 
occidentalischen  Lesarten  wieder  teilweise  verdrängten,  und  die 
zum  Teile  richtig,  zum  Teile  falsch  waren.  Halten  wir  uns  dies 
gegenseitige  Verhältnis  vor  Augen,  so  erklärt  sich  uns: 

1.  dass  CS  gegenüber  AL  nie  den  ursprünglichen  Text  haben, 

2.  dass  sowohl  AC  gegen  LS  und  AS  gegen  LC  als  auch 
LS  gegen  AC  und  LC  gegen  AS  richtige  Lesarten  aufweisen. 

9.  Durch  die  Entdeckung  des  L  sind  wir  imstande,  den  schon 
vorher  durch  die  drei  andern  Texteszeugen  vorzüglich  herzu- 
stellenden Text  an  einigen  Punkten  nicht  unwesentlich  zu  ver- 
bessern, so  däss  wir  nunmehr  bei  einem  Texte  angelangt  sind, 
der  im  ungünstigsten  Falle  nur  um  wenige  Jahrzehnte  von  dem 
ursprünglichen  Texte  entfernt  ist.  Die  Überlieferung  unseres 
Briefes  ist  im  verkleinerten  Massstabe  ein  Abbild  der  Überliefe- 
rung des  neuen  Testamentes,  sofern  wir  hier  einen  griechischen 
Majuskel-  und  einen  Minuskelcodex,  ferner  eine  orientalische 
und  eine  occidentalische  Übersetzung  als  Texteszeugen  haben 
und  der  Conjectur  wenig  Raum  gelassen  ist. 


Prolegomena.     V.  Die  Lücke  in  Δ.  75 


V.  Die  Lücke  in  Α  (c.  57  Schi.— 64  Anf.). 

Eine  abgesonderte  Betrachtung  verlaugt  das  Verhältnis  der 
Bezeugung  in  der  grossen  Lücke  des  A,  c.  57  Schi. — 64  Anf. 
Ich  halte  es  für  methodisch  richtiger,  die  textkritische  Über- 
lieferung dieser  Kapitel  besonders  zu  behandeln.  Denn  L  hat 
uns  hier  an  einer  grösseren  Anzahl  von  Stellen  die  Entscheidung 
gebracht,  die  bisher  bei  dem  Umstände,  dass  wir  nur  die  beiden 
schwächeren  Texteszeugen  für  die  Textesherstellung  besassen, 
unmöglich  war.  Nun  ist  in  L  ein  sehr  guter  und  alter  Textes- 
zeuge hinzugekommen,  und  nachdem  wir  uns  im  vorhergehenden 
ein  Bild  von  der  Sonderart  und  der  Verwandtschaft  der  Zeugen 
gemacht  haben,  wollen  wir  nun  zur  Verwendung  der  dreifachen 
Überlieferung  in  den  genannten  Kapiteln  schreiten.  Α  lässt  uns 
hier  im  Stiche,  aber  auch  Clem.  ΑΙ.,  der  an  vielen  Stellen  des 
Briefes  mitging,  hat  aus  diesen  Schlusskapiteln  nur  ein  einziges 
kurzes  Citat  (1  Clem  57?,  vgl.  Strom.  II  22  p.  501  Schi,  ο  όε 
έμον  άκονον  καταοκηνώοει  Ιπ  IIx'lÖl  πίποιΟώς).  Nur  Basilius 
d.  Gr.  citiert  de  Spiritu  sancto  29  unter  den  Zeugnissen  der 
Alten  für  die  τριάς  einen  Satz  aus  I  Cl.  58  2  mit  den  Worten: 
\4λλα  και  6  K?Jifirjg  άρχαϊκο^τερον  Zfj,  φηοίν,  6  ^εος  και  ο 
κνριος  Ίηϋονς  Χρωτός  καΐ  το  πνεύμα  το  άγων.  Dies  ist  die 
einzige  patristische  Anführung  aus  diesen  Clemeuscapiteln.  Da 
endlich  in  ihnen  mit  Ausnahme  des  kurzen  Stückchens  57  7 
kein  direktes  LXX-Citat  vorkommt  —  an  Anspielungen  auf  alt- 
testamentliche  Stellen  mangelt  es  freilich  nicht  — ,  fehlt  uns 
auch  dieses  Correctiv,  das  uns  sonst  an  vielen  Stellen  des  Briefes 
zur  Seite  stand. 

Zum  erstenmale  wurden  die  in  Α  fehlenden  Kapitel  des 
Briefes  von  Bryennios  aus  dem  Codex  C  beigebracht.  Bryenuios 
hat  in  seiner  Ausgabe  vom  Jahre  1875  den  Text  seines  einzigen 
Zeugen  fast  ganz  unverändert  aufgenommen,  nur  c.  60 1  las  er 
cdvaov  <C  C  άένναον,  und  an  3  Stellen  schlug  er  zur  Glättung 
des  Textes  kurze  Einschaltungen  vor,  nämlich  593  vor  ελπΊζειν: 
Joe.  όέοποτα,  604  vor  υπηκόους  γενομένους:  καΐ  οώοον  ΐ/μας, 
endlich  62 1  hinter  όιενϋ^ύνειν  als  Object  την  βουλην  αυτών. 

Die  deutschen  Herausgeber,    die  nach  Bryennios   den  Brief 


76  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

edierten,  hielten  sich  ebenfalls  im  grossen  und  ganzen  recht 
genau  an  den  C-text.  v.  Gebhardt-Harnack  schlugen  in  ihrer 
zweiten  Ausgabe  vor:  594  βοηθ-όν  ϋε  statt  βθ7]ϋ^6ν,  6θ4  allenfalls 
παντοκρατορίκφ  statt  παντοκράτορι,  62 1  wollten  sie  hinter 
οιεν&ννείν  ein  αυτόν  (sc.  τον  βίον)  einfügen,  63 1  7)ονχαθάθης 
statt  ηονχάοαντες  schreiben.  Diese  Vorschläge  machten  sie  nur 
in  den  Anmerkungen,  directe  in  den  Text  selbst  aufgenommene 
Emendationen  finden  sich  bei  ihnen  bloss  594  άοϋ-ενεϊς  für  aoe- 
βεΐς,  60 1  ϋωζομένοις  für  ορο^μενοις  (ν.  Gebhardt  hatte  οιριομένοιζ 
vorgeschlagen),  60 4  νπηκόοις  γινομένοις  für  υπηκόους  γινόμε- 
νους, 622  ευαρεοτεΐν  für  ευ/^αριοτεΐν.  Dazu  kommt  in  der 
editio  minor  repetita  καϋ-άριοον  60  2  für  καϋ-αρεΐς. 

Hilgenfeld  änderte  am  C-texte  folgendes:  593  ανοιξον  statt 
άνοίξας,  594  άξιοΰμεν  add.  θε,  60 1  ερομενοις  statt  όρο^μενοις, 
60 4  {ημών)  επικαλουμένων  ϋε  εν  πίοτει  καΐ  άληϋ-εία  αυτών 
υπηκόων  γινομένων  statt  επικαλουμένων  θε  αυτών  εν  πίοτει 
καϊ  άληϋ-εία  νπιγκόους  γινόμενους,  ib.  παντοκρατορίκφ  statt 
παντοκράτορι,  ib.  τοις  όε  αρχουοιν  statt  τοις  τε  αρχουοιν,  62 1 
όιευϋ^ύνειν  add.  την  πορείαν  αυτών,  622  ευαρεοτεΐν  statt  ευχο 
ριοτεΐν. 

Lightfoot  endlich,  der  sowohl  für  seinen  Appendix  (1S77) 
als  auch  für  seine  zweite,  posthume  Ausgabe  (1890)  neben  dem 
Codex  C  den  Cambridger  S  benutzen  konnte,  ist  an  einer  grösseren 
Anzahl  von  Stellen  vom  Texte  der  konstantinopolitanischen 
Handschrift  abgewichen,  indem  er  eine  Reihe  von  Varianten  S 
<;  C  aufnahm,  an  emigen  Stellen  auch  <<  C  S  emendierte.  So 
hat  er  folgende,  vom  C-texte  abweichende  Lesarten  einge- 
führt: 

a.  S  <<  C:  57?  έπ'  έλπίόι  add.  πεποι&οός,  593  εν  ύψηλοϊς 
statt  εν  υψίοτοις  (doch  ist  dies  mehr  Emendation),  ö9i  άξιοϋμεν 
add. öf, 60  2  καϋ-άριοον  statt  καϋ-αρεΐς.  ihJv  όοιότητι  add.  και  δικαιο- 
οννη  καϊ  άπλότητι,  60 4  επικαλουμένων  οε  αυτών  add.  οο'ιως, 
62 1  add.  καϊ  ante  τών  ώφελιμωτάτ€ον,  622  ευαρεοτεΐν  statt  ευγα- 
ριΟτεΐν  (62  2  και  προς  πάντας  άνϋ-ροίπους  ist  so  gut  wie  reine 
Emendation,  denn  S  musste  für  jeden  Fall  die  Präposition  wieder- 
holen), 63 1  άναπληρώοαντας  προοκλιϋ^ηναι  τοις  υπαρχουοιν 
άρχηγοΐς  τών  ψυχόίν  ημ€~)ν  statt  άναπληρώοαι,  633  επέμιραμεν 
όε  και  άνδρας  statt  επέμψαμεν  όε  ανόρας.  ib.  οϊτινες  καϊ  μάρ- 
τυρες statt  οΐτινες  μάρτυρες. 


Prolegomena.     V.  Die  Lücke  iu  A.  77 

b.  Emendiert  hat  Lighti'oot  an  folgenden  Stellen:  593  vor 
ελπίζίΐν:  Δος  ?////>,  xvqlb  eingefügt,  59^  γνώτωΟαν  add.  öt.  60 1 
atvaov  statt  άένναον,  60^  vor  vjt?]xoovg:  ωϋτε  οώζεοϋ^αι  ΐιμας 
eingefügt,  62 1  όΐίν&ύνειν  add.  την  ττορείαν  αυτών.  Um  seine 
Einfügungen  593,  60i,  62 1  zu  rechtfertigen,  hat  der  scharfsinnige 
Herausgeber  eine  an  sich  ganz  plausibele  Theorie  aufgestellt, 
die  das  Entstehen  jener  Lücken  zu  erklären  hat.  Die  drei  Stelleu 
sind  durch  ungefähr  gleich  grosse  Zwischenräume  von  einander 
getrennt,  Lightfoot  meint  nun,  dass  in  dem  von  ihm  postulierten 
Archetyp  von  (A)  C  S  jene  drei  Stellen  in  der  untersten  Zeile  je 
einer  Seite  standen  und  hier  durch  Verstümmelung  der  Blätter 
unleserlich  wurden  oder  wegfielen.  Diese  Theorie  lässt  sich  dann 
auch  noch  auf  eine  Stelle  von  Π  Clem.  anwenden,  wo  Lightfoot 
142  hinter  ανωϋ-εν  ein  λεγονοιν,  όηλον  suppliert.  Angesichts 
des  sehr  alten,  einem  anderen  Typus  angehörenden  L,  der  an 
keiner  der  Stellen  des  1.  Briefes  eine  Lücke  aufweist,  sondern 
an  allen  3  Stellen  mit  C  S  geht,  fallen  Lightfoots  Vorschläge  (in 
denen  ihm  übrigens  Bryennios  und  auch  teilweise  Hilgenfeld 
vorangegangen  sind)  dahin,  v.  Gebhardt  hat  mit  seinen  Zwei- 
feln, die  er  in  der  Recension  des  Appendix  (Theol.  Lit.  1877, 
359  unten  u.  f)  hinsichtlich  der  Lightfoot'schen  Ergänzungen 
und  ihrer  Begründung  aussprach,  Recht  behalten. 


Nachdem  wir  so  das  Vorgehen  der  früheren  Herausgeber 
kurz  charakterisiert  haben,  wollen  wir  nun  positiv  unsere  Aus- 
wahl aus  den  Varianten  der  3  Texteszeugen  begründen.  Es  sind 
im  ganzen  etwa  100  schwankende  Lesarten,  um  die  es  sich 
handelt.  Den  geringsten  Sonderbesitz  bietet  C,  die  beiden  anderen 
sind  eben  erst  durch  das  Medium  einer  zweiten  Sprache  hindurch- 
gegangen und  haben  an  verhältnismässig  mehr  Stellen  Trübungen 
und  Änderungen  erfahren. 

C  weist  auch  in  der  Lücke  einige  von  seinen  oben  charak- 
terisierten Eigentümlichkeiten  auf: 

1.  C  harmonisiert  57?  im  Citate,  indem  er  mit  LXX  (Prov.  I33) 
πεποίϋώς  weglässt. 

2.  Er  verstärkt  den  Positiv  der  Adjective:  58 1  jtavayUo 
statt  άγίω,  ib.  οοιώτατον  st.  ooiov.  62  3  ελλογφωτάτοις  st. 
ελλογίμοίς. 


78  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

3.  Glättungen  scheinen  zu  sein:  60 1  om.  γάρ  hinter  ov  (der 
Satz  ist  auch  thatsächlich  keine  scharfe  Begründung),  62-2  ϋ^εον 
χαϊ  κτίοτην  st.  χτίοτην  ϋ^εον  (das  και  scheint  zur  Erleichterung 
der  Accusativreihe  eingefügt  zu  sein,  lässt  man  es  mit  L  S  fort, 
so  wird  auch  der  Mangel  des  προς  vor  πάντας  erträglich). 

4.  Ausserdem  beweisen  auch  hier  den  secundären  Charakter 
der  C- Überlieferung  eine  Reihe  von  Fehlern,  vgl.  594  άξ,ωνμεν 
om.  Οε,  594  άϋεβεΐς  st.  άο&ενείς,  60 1  πιοτός  st.  χρηΟτός,  60 a 
κα&αρεϊς  st.  καϋ-άριοον  (Mittellesart  war  wohl  κα^^-άρείσοι^,  Lightf.), 
6O4  αυτών  om.  οσ/ως,  62-3  ενχαρίΟτεΐν  st.  εναρεοτείν  (vgl.  den 
nämlichen  Fehler  in  Α  c.  41 1). 

5.  60  Schluss  und  61  Anfang  ist  falsch  interpungiert,  Light- 
foots  Änderung  wird  von  L  bestätigt,  S  ist  zweifelhaft. 

Doch  hat  C  an  einigen  Stellen  gegen  L  S  die  richtige  Les- 
art, nämlich  592  Ίηϋοϋ  Χρίϋτον  <^  LS  add.  τοϋ  κυρίου  ?)μών, 
594  τους  ταπεινούς  έλέ7]οον,  was  L  S  anscheinend  propter 
homoeotel.  mit  οώοον  weglassen  (doch  kann  leicht  auch  bei  C 
glossierende  Erweiterung  vorliegen).  Auch  593  C  ευεργέτην  st. 
εύρετήν  L  S  möchte  ich  für  richtig  halten;  593  init.  endlich  όνομα 
6 ου  wird  auch  dem  C  recht  zu  geben  sein,  LS  haben  όνομα 
αυτοΰ,  aber  S  führt  durch  die  ganze  Periode  593  die  3.  Person 
durch,  und  in  L  scheint  nomen  suum  durch  nominis  sui  der  vor- 
hergehenden Zeile  veranlasst  zu  sein. 


Von  S  hat  Lightfoot  in  der  Lücke  die  Varianten  besonders 
reichlich  und  sorgfältig  verzeichnet,  da  dieser  ihm  ja  hier  neben 
C  der  einzige  Texteszeuge  war.  Durch  die  neue  Autorität  von 
L  aber  wird  die  Mehrzahl  dieser  Varianten  als  Sondereigentum 
der  syrischen  Übersetzung  erwiesen,  die  ihre  sonst  constatierbare 
Eigenart  auch  in  diesen  Kapiteln  bewahrt  hat. 

1.  Paraphrastische  Übersetzungen  sind  z.  B.  57?  εξεταομος 
άοεβεΐς  όλεϊ  <C  S  inquisitio  impiorum  perdit  ipsos,  61 1  όός  <C 
S  precamur  ut  des,  63 1  ύπο&εΐναι  τον  τράχηλον  <<  S  inclinemus 
Collum  nostrum  et  subjiciamus  nos,  63 1  ηβυχάοαντες  <C  S 
quiescentes  et  tranquilli. 

2.  Glossen  und  Zusätze  sind  "zahlreich,  vgl.  582  ουμβουλήν 
add.  fratres,  592  αθ^ραυϋτον  add.  deus,  593  όνομα  οου  add.  sanc- 
tum,    594  init.  όεοποτα  <C  domine  bone,    594  Schi,  ο  παις  Οου 


Prolegomena.     V.  Die  Lücke  in  A.  79 

add.  dilectus,  60i  κόομον  add.  hujus,  61 1  ίόωκας  add.  illis,  622 
τόπον  add.  scripturae  (sie!),  63 1  μώμου  add.  et  scandalo,  682 
άγαλλίαοιν  add.  magnam,  682  γεγραμμενοις  add.  vobis.  Erweitert 
erscheinen  auch  zwei  Stellen  in  S,  die  Lightfoot  für  ursprünglich 
angesehen  hat  und  demgemäss  rückübersetzt  seinem  Texte  ein- 
verleibt hat,  60 2  εν  6θωτ7]τι  καρδίας  <[  S  in  sanctitate  et  in 
justitia  et  in  simplicitate  cordis  (Lightfoot  εν  όοιότητι  καΐ  δικαιο- 
Gvvrj  καϊ  άπλότί/τί  καρδίας,  nicht  ohne  Widerspruch  seitens 
ν.  Gebhardts  1.  c.  859),  ferner  681  άναπληρώοαι  <^  S  implentes 
inclinemur  illis  qui  sunt  duces  animarum  nostrarum  (Lightfoot 
άναπληρώοαντες  προοκλίθ-ήναι  τοις  νπάρχονοιν  άρχηγοίς  — 
ϊ)γονμένοίς  will  Wrede,  Untersuchungen  zum  Ι  Clem.  S.  9  -^ 
των  ψυχών  ?)μών),  diese  Erweiterung  von  S,  die  gegen  L  C  nicht 
zu  halten  ist,  hat  stark  klerikalen  Beigeschmack  (inclinemur.  duces 
animarum). 

8.  Einige  Varianten  erklären  sich  sehr  leicht  durch  Versehen 
eines  syrischen  Abschreibers,  so  592  εκάλεοεν  ημάς  <C  S  vocavit 
me  (oJ  st.  r<i),  60 3  εν  είρήν?]  <<  S  pacis  (n  st.  s),  5S2  hat  S 
κύριος  doppelt  am  Ende  der  einen  und  am  Anfang  der  nächsten 
Zeile. 

4.  Glättungen  und  Verbesserungen  sind  unverkennbar:  593 
της  καρδίας  <C  S  cordium;  dann  vor  allem  die  consequente  Durch- 
führung der  8.  Person  598  in  Pronomen  und  Verbmn  (während 
GL  allmählichen  Übergang  haben);  Folge  davon  ist,  dass  594 
der  Übergang  in  die  2.  Person  eigens  durch  eine  Glosse  markiert 
werden  muss:  vor  άξιοΰμεν  schiebt  S  ein  et  dicemus  illi  cum 
supplicatione.  Hierher  gehören  auch  Kleinigkeiten,  wie  60 1  Οοφός 
st,  0  οοφός,  weil  6  vor  den  anderen  Gliedern  fehlt,  ibid.  om.  και 
vor  οννετός  aus  analogem  Grunde  u.  a.  m. 

5.  Einiges  ist  ungenau  und  falsch  übersetzt,  vgl.  593  δια- 
λνοντα  <i  dissipantem,  ib.  των  κινδνν ενόντων  <C  eorum  qui 
affliguntur,  623  ελλογίμοις  <C  doctis  (dieselbe  falsche  Auffassung 
von  ελλόγιμος  auch  443). 

6.  Bei  einigen  Stellen  ist  es  unsicher,  wen  die  Schuld  der 
abweichenden  Lesart  trifft,  ob  ein  Versehen  des  Übersetzers  vor- 
liegt oder  ob  nicht  bereits  der  Fehler  in  der  griechischen  Vorlage 
steckte,  so  58 2  om.  καϊ  προοτάγματα  hinter  δικαιοίματ,α,  593 
εϋ^νών  <  S  άνϋ-ροίπων  (eGNCUN  <  ANCüNj,  594  έπιφά- 
νηϋ^ι  <i  S  έπιοτρά(ρηϋ•ι  und  dann  die  beiden  hauptsächlich  auf 


gO  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

falscher  Majuskelabteilung  beruhenden  Abweichungen  ij  Ol  cor 
statt  7/dtov  623  und  ib.  Ιττηόη  Οαφώς  ?j  .  όεΐ  μεν  γαρ  {γαρ  vor 
γράφειν  leicht)  γράφειν  statt  επειδή  οαφώς  7]όείμεν  γράψειν  .  .  . 
Eine  ursprüngliche  Lesart  gegen  die  beiden  anderen  Codices 
hat  S  an  keiner  Stelle  aufzuweisen. 


Auch  bei  L  vermissen  wir  in  den  Lückenkapiteln  die  für 
diese  Übersetzung  charakteristischen  Varianten  nicht. 

1.  593  finden  wir  τον  ποιονντα  τατιεινονς  εις  ΰψος  <C  L  qui 
facis  humile  in  excelsis.  Das  könnte  Schreibfehler  sein,  ist 
aber  wahrscheinlich  Harmonismus,  vgl.  Ez.  2126  vxpcooaa  το 
ταπεινόν. 

2.  Freiere  Übersetzungen  sind  593  εις  νψος  in  excelsis  (wohl 
harmonisierend),  ibid.  τον  .  .  .  Οωτηρα  <C  et  .  .  .  salvator  (weil  mit 
dem  vorhergehenden  in  einen  Satz  gebracht),  594  τονς  πλανο) μέ- 
νους τοϋ  λαοΰ  οον  <C  errantes  a  populo  tuo,  60  3  εις  άγαϋ-α 
in  bono,  604  τοις  κατοικονοιν  την  γήν  <<  habitantibus  super 
terram. 

3.  Glossen  und  Erleichterungen  sind:  582  εν  ταπεινοφροοΰνγι 
<^  cum  humilitate  et  modestia,  61 1  είρηνην,  ομόνοιαν  <I  et 
pacem  et  concordiam,  61 3  ταντα  καϊ  περιοοοτερα  <C  et  haec  et 
plura,  623  γράψειν  ημάς  <C  scribere  vobis  (vobis  entweder  Um- 
änderung eines  ursprünglichen  nos,  oder  aber  es  war  das  ημάς 
ursprünglich  gar  nicht  übersetzt  und  vobis  ist  späteres  Glossera), 
634  φροντίς  •<  add.  semper. 

4.  Verderbnisse  und  Auslassungen  finden  wir:  61 2  κατά  το 
καλόν  <C  L  juxta  te  bonum,  622  μετανοίας  καϊ  γνηοίας  αγάπης 
και  εγκράτειας  ■<  L  nur  poenitentia,  om.  ρ.  hom.  et  sincera 
caritate  et  continentia  (oder  temperantia),  682  την  άϋ^έμιτον  τον 
ζήλους  υμών  όργην  <C  L  inlicite  (=  —  tae)  emulationis  vestrae 
iracundiam  (inlicitae  wohl  aus  inlicita). 

5.  Nicht  mit  Sicherheit  L  oder  Α  zuzuschreiben  sind  folgende 
Lesarten:  58 1  της  μεγαλωούνης  <<  L  justitiae,  582  die  Umstellung 
ornatus  ...  et  deputatus  statt  εντεταγμένος  και  ελλόγιμος,  582 
"ΐηοον  Χριοτοϋ  <C  Xristum  (dies  vielleicht  richtig),  Q2i  ένάρετον 
<C  L  perpetuam  (das  wäre  nach  442  u.  5  τελείαν). 

6.  Die  Lesarten,  die  yl  <  C  ^  hatte,  sind,  wenn  auch  nicht 
alle  richtig,    so  doch  höchst  beachtenswert.     Ausser  dem  schon 


Prolegomena.     V.  Die  Lücke  in  A.  81 

aDgeführten  Χριοτον  statt  ^Ιηοον  ΧριΟτον  582  scheint  Α  noch 
folgende  abweichende  Lesarten  gehabt  zu  haben:  59 1  αχιοτή- 
οωΟιν  (diffident)  statt  άπίΐΟ^ηοωΰΐν  CS;  ib.  ivocooovoiv  εαυτούς 
(se  tradent)  <^  C  S  ενδηοονοιν  Ιαντονς  (nach  längerem  Schwan- 
ken habe  ich  mich  für  ^νόώϋονοιν  entschieden,  denn  nach  der 
tjbersetzungsart  des  L  scheint  mir  kein  Zweifel  zu  sein,  dass  er 
in  Α  ein  Compositum  von  όίόομί  las,  ενόιδόναι  εαυτόν  kommt 
vor  (vgl.  die  Wörterbücher),  endlich  hat  Clem.  selbst  14-2  sjiioi- 
όόναι  gebraucht;  Verwechselung  von  δέω  und  δίδωμι  vgl.  auch 
40 δ  δέδοται  CLS  <C  δέδεται  Α,  siehe  auch  22  εδέδοτο  <C  Α 
έδέδετο);  623  hatte  Α  offenbar  δοκίμοις  <C  C  S  έλλογίμοις  (C 
έλλογιμωτάτοις);  582  wird  Α  xal  6  κύριος  Ίηοοΰς  Χρίϋτός 
durch  Basilius  (1.  c.)  als  richtig  bestätigt  gegen  CS  xal  ζ^  ο 
κύριος  Ίηοοΰς  ΧριΟτός. 

Über  die  in  Folge  der  Fälschung  c.  60  u.  61  abAveichenden 
Lesarten  des  L  ist  schon  oben  (S.  55  f.)  gehandelt  worden. 


Die  Emendationen  und  Einfügungen  am  C-texte,  die  frühere 
Herausgeber  vornahmen,  sind  also,  wie  wir  sahen,  nur  zum  Teile 
von  den  beiden  neuen  Textesautoritäteu  bestätigt  worden. 

60 1  όρωμένοις,  wofür  οωζομένοις  (Harnack),  ώριομένοις 
(ν.  Gebhardt),  ερωμένοις  (Hilgenfeld) ,  οΟιουμένοις  (Zahn)  vor- 
geschlagen wurde,  muss  bleiben, 

60  J:  υπηκόους  γινόμενους,  dem  durch  Änderung  in  υπηκόοις 
γινομενοις  (ν.  Gebhardt- Harnack),  .  .  .  αυτών  υπηκόων  γινο- 
μένων (Hilgenfeld),  sowie  durch  Vorschiebung  von  xal  οώοον 
ημάς  (Bryennios)  oder  ωΟτε  οώζεϋϋ-αι  ημάς  (Lightfoot)  aufge- 
holfen werden  sollte,  muss  ebenfalls  bleiben  und  als  freier  Accu- 
sativ  erklärt  werden. 

Die  Schwierigkeit  von  62 1  διευί^υνειν  endlich,  wozu  als 
Object  Bryennios  und  Lightfoot  την  βουλην  αυτών,  ν.  Geb- 
hardt-Harnack  αυτόν  (sc.  τον  βίον)  ergänzten,  wird  in  anderer, 
nicht  vorhergesehener  Weise,  aus  dem  Wege  geräumt:  εΙς  ist 
zu  streichen,  und  mit  Umstellung  ist  τοις  d-έλουθιν  ενάρετον 
βίον  .  .  .  διευϋύνειν  zu  lesen. 

Bryenrios'  und  Lightfoot 's  Einschiebungen  haben  sich  so  an 
keinem  Punkte  bestätigt,  denn  auch  593  ist  weder  Αός,  δέοποτα, 
noch  Αός  ημίν,  κΰριε,  einzuschieben.    Lightfoots  schon  erwähnte 

Texte  u.  Cntersuchungen.    N.  F.  V,  l•  6 


82  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

Ansiebt  über  die  Entstebung  der  angenommenen  Lücken  ist 
angesicbts  der  dreifacben  Überlieferung,  die  von  keiner  Lücke 
weiss,  fallen  zu  lassen. 


VI.    Clemens  Alexandrinus  als  Texteszeuge. 

Am  Scblusse  dieser  Prolegomena  möge  noeb  eine  kurze  Be- 
merkung über  den  textkritiscben  Wert  der  Citate  des  Clemens 
Alexandrinus  aus  unserm  Briefe  steben.  Unter  allen  Kircben- 
vätern  bat  der  jüngere  Clemens  den  Brief  seines  römiscben 
Namensvetters  am  meisten  benützt.  Die  spätere  Zeit  bat  den 
„römiscben  Biscbof"  mebr  gelobt  als  gelesen  oder  vielmebr  sieb 
beim  Lesen  mebr  an  die  umfangreicbe  apokrypbiscbe  Litteratur 
gebalten,  die  sieb  an  den  Namen  des  Clemens  Rom.  gebeftet  hat. 
Den  Gebrauch,  den  Clemens  AI.  vom  Briefe  macht,  notiert  schon 
Euseb.  b.  e.  Λ'^Ι  13  g:  χέγρηταί  cJ'  kv  αυτοΐς  (sc.  den  Στρωμα- 
τεΐς)  καΐ  ταΐς  άπο  των  αντιλεγομένων  γραφών  μαρτυρίαΐς. 
της  τε  λεγομένης  Σολομώντος  οοψ'ιας  κάί  της  'itjOov  τον  Σί- 
ραχ  και  της  προς  'Εβραίους  έπιοτολης  της  τε  Βαρνάβα  και 
Κλημεντος  καΐ  Ίονόα.  —  Der  Text,  den  Clemens  ΑΙ.  be- 
nutzte, war  gut  und  alt.  Freilich  hat  er  den  Brief  oft  nur  sehr 
frei  citiert^  hat  dessen  Worte  in  den  Zusammenhang  seiner  eigenen 
Ausführungen  eingefügt,  auszugsweise  und  stillschweigend  ihn 
benutzt,  ohne  ihn  förmlich  zu  citieren.  Das  Verzeichnis  der 
Stellen,  an  denen  Clemens  AI.  den  älteren  Clemens  eitiert  oder 
von  ihm  abhängig  ist,  findet  sieb  bei  Lightfoot  I  S.  158 if.,  und 
vollständiger  bei  Harnack:  Gesch.  der  altcbristl.  Lit.  I  1,  S,  41  f., 
vgl.  auch  Bryeunios  in  seiner  Clemensausgabe,  Prolegomena 
p.  ρκβ' ΰ.     Es  sind  folgende  Stellen,  die  in  Betracht  kommen  ^): 

Strom.  I,  1,  15  κατά  τον  ευκλεη  και  Οεμνον  της  παραόό- 
οεως  κανόνα  (tacite)  =  Ι  C1.  7  2; 

Strom.  Ι,  7,  38  αντη  ι/  πνλη  —  εν  οΟιοτητι  und  ?/τω  τις  πι- 
οτος  —  ητω  γοργός  εν  Ιργοις  =  Ι  C1.  48  4  f.; 


1)  Ich  citiere  Cleru.  ΑΙ.    nach    der  Ausgabe    von  Reinh.  Klotz,    Lpz.' 
1831  f.  in  2  Bänden. 


Prolegomena.    VI.  Clemens  Alexandrinus  als  Textzeuge.  §3 

Strom.  II,  15,  65  γέγραπται  γαρ  μακάριοι  —  öia  ΊηΟον 
ΧρίΟτον  τον  κυρίου  ημών  (tacite)  =  Ι  C1.  50  g  f. ; 

Strom.  IV,  6,  32  f.  είδον  γάρ,  φηοΐ  —  ουκ  επαιρομένων  επΙ 
το  ποίμνιον  αυτόν  (tacite)  =  Ι  C1.  14  5— 16  ι; 

Strom.  IV  17—19,  105—119  ΝαΙ  μην  Ιν  τη  προς  Κο- 
ρινθίους —  τη  ϋ^ελεία  προς  τον  ϋ-εον  δει'ιϋει  άπαϋ-ή  όιεφνλαξεν 
=  einer  Reihe  von  Clemensstellen,  teils  wörtlieli,  teils  im  Aus- 
zuge, teils  ausdrücklich  (3  mal:  §  105,  110,  111),  teils  stillschwei- 
gend, aus  I  Cl.  cc.  1,  9—13,  17,  18,  21,  22,  36,  38,  40,  41,  4S, 
49,  50-53,  55; 

Strom.  V,  12,  80  Άλλα  καν  τη  προς  ΚορινΘ^ίους  —  οΐ  μετ 
αυτόν  κόομοι  =  Ι  C1.  20  s; 

Strom.  VI,  8,  64  ανοίξατε  μοι  πνλας  όικαιοΟννης  —  πάν- 
τες οι  εΐϋελϋ-όντες  (als  ρητον  τοΰ  προφήτου  Βαρνάβα)  = 
Ι  C1.  48  2  ff; 

Strom.  VI,  8,  65  εϋτω  τοίνυν  πίΟτός  —  ο  Κλημης  εν  τη 
προς  Κορινθ^ίους  φηοί  =  Ι  C1.  48  5  f.; 

Ausserdem  vgl.  Anklänge  bei  geringerer  formeller  Abhängig- 
keit: Strom.  III,  18,  107  =  I  Cl.  46  8  (Herrenwort  Mt  26-24  + 
18  6),  Strom.  IV,  22,  135  =  I  Cl.  28  3  34  3,  s,  Strom.  V,  8,  52  = 
I  Cl.  46  3  u.  2. 

Wie  schon  erwähnt,  sind  diese  Anführungen  des  Clemens 
AI.  nur  sehr  zum  Teile  genau  und  ausdrücklich,  oft  verwendet 
er  sie  sehr  frei,  in  den  LXX-Citaten  finden  sich  I  Clera.  gegen- 
über zahlreiche  Harmonismen,  manches  mag  auch  erst  im  Laufe 
der  Textesfortpflanzung  von  Clemens  AI.  verändert  worden  sein. 
Trotzdem  vermögen  wir  noch  zu  erkennen,  dass  Clemens  AI. 
alte,  primäre  Lesarten  hat,  die  mit  unsern  besten  Texteszeugen 
übereinstimmen  und  bei  der  Entscheidung  der  Varianten  sehr 
schwer  ins  Gewicht  fallen.  Die  bedeutsamsten  dieser  Lesarten, 
in  denen  Clemens  AI.  mit  einem  oder  zweien  unserer  Textes- 
zeugen zusammengeht  und  das  ursprüngliche  bewahrt  hat,  sind 
folgende: 

I3  τοις  νομίμοις  L  Clem.  <!  τοις  νόμοις  Α  C,  dub.  S; 

12 1  'Paaß  t)  πόρνη  Α  Clem.  <;  ^Ραάβ  η  επιλεγόμενη  πόρνη 
CLS; 

152  άπεοτιν  Α  L  Clem.  ■<  απέχει  C  Nie.  (LXX  Jes.  29 13),  dub.  S  ; 

155  παρ  ημΐν  Α  Clem.  <i  παρ'  ημών  CS  (LXX  ψ  11 5), 
dub.  L; 

6* 


g4  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

15  g  εζ^  ϋωτηρίφ  L  Clem.  <<  εν  Οωτηρίςί  Α,  dub.  S,  om.  C 
(v.  1.  LXX  ψ  11 6  εν  Οωτηρία  ^ί*  Β,  εν  ύωτ7]ρίφ  Χ«•  ^AR^); 

173  χακον  AC  Clem.  <C  πονηρού  πράγματος  LS  (LXX 
Hiob  li);  ^ 

175  εκ  της  βάτον  L  Clem.  -<  έπΙ  τον  της  βάτου  C,  επϊ 
της  (oder  τον)  βάτον  S,  def.  Α  £  .  .  . .  βατον  (Lc.  2037  επϊ  της 
βάτον,  Mc.  1226  επϊ  τον  βάτον,  cf.  auch  Lightfoot  zur  Stelle); 

218  ημών  LS  Clem.  <<  υμών  Α  C; 

21 9  ερευνητής  γαρ  .  .  L  Clem.  <<  AC  add.  εϋτιν,  dub.  S; 
228   τονς  δε   ελπίζοντας  AL  Clem.  <<!  τον  όε  ελπίζοντα 

CS  (LXX  ψ  31io); 

283  εκεί  ι]  δεξ,ίά  ύον  AS  Clem.  <;  6ν  εκεί  εΐ  C,  ibi  manus 
tua  tenebit  me  L  (CL  harmonisieren,  jeder  anders,  mit  LXX 
φ  138); 

382  λόγοίς  μόνον  LClem.  <<  εν  λόγοις  Α  C,  om.  μόνον 
Α  CS  (hinsichtlich  des  εν  ist  S  dub.); 

382  εν  Ιργοις  Α  Clem.  <;  Ιργοις  CL,  dub.  S; 

468  των  εκλεκτών  μον  όιαϋτρεψαί  LS  Clem.  <^  τών  μικρών 
μου  οκανόαλίοαι  AC  (nach  Mi  ISe,  Mc.  942,  Lc.  172); 

48 1  καΐ  άγνην  LS  Clem.  <<  άγνην  om.  καΐ  AC; 

486  τοϋοντω  γαρ  AS  Clem.  <C  om.  γαρ  CL; 

495  ενάρεοτον  L  Clem.  <;  ενάρεοτόν  έΰτιν  AC  (vgl.  auch 
oben  21 9),  ευαρεοτεΐν  έοτιν  S; 

50 1  της  τελειότητος  αυτής  Α  Clem.  -<  της  τελειότητος 
αντοϋ  C,  dub.  L,  της  αυτής  τελεώτητος  S; 

50 3  τής  βαϋιλείας  του  Χριϋτοΰ  L  Clem.  -<  τής  βαϋιλείας 
τοϋ  ϋ^εον  C  S  (Α  dub.,  nach  Tischendorf  XF,  nach  Lightfoot 
unleserlich) ; 

51 1  όιά  τ  ίνας  παρεμπτώοεις  τοϋ  άντικείμένουΙίΟΙαπϊ.  (Clem. 
übrigens  τάς  statt  τινας)  <<  Α  C  S  όιά  τίνος  τών  τοΰ  αντι- 
κειμένου. 

In  den  angeführten  Stellen  geht  Clemens  AI.  fünf-  bez. 
sechsmal  mit  L  allein  zusammen  (175,  21  o,  382,  495,  503,  51 1, 
in  50 3  ist  indess  Α  dub.)  gegen  die  anderen  Texteszeugen,  ein 
Beweis  dafür,  wie  mir  scheint,  dass  der  Text  des  Clemens  AI. 
noch  über  den  schon  fehlerhaften  gemeinsamen  Grundtypus 
der  Orientalen  hinausgeht,  mindestens  einer  anderen  Familie 
angehört,  die  teils  mit  L,  teils  mit  ACS  verwandt  ist.  Im 
übrigen  bestätigt  die  Heranziehung  des  Clemens  AI.  unser  bereits 


Prolegomena.     Excurs  zu  I  Clem.  2i:  τοΐ;  έφοδϊοις  τον  Χριστον.  S5 

gewonnenes  Resultat:  L  hat  einen  vortrefflichen,  alten  Text 
zugrunde  liegend;  AL  ist  eine  vorzügliche  Combination;  LS  ist 
ebenfalls  eine  sehr  gute  Bezeugung  (vgl.  2l8,  48 1,  besonders 
aber  468);  ungünstig  ist  der  festgestellte  Thatbestand  für  C,  der 
nur  an  1  Stelle  (17  3  mit  Α  zugleich)  mit  Clemens  zusammen- 
genommen ursprüngliche  Lesart  hat.  Auf  einer  Hilfslinie  ge- 
winnen wir  also  eine  sehr  erfreuliche  Bestätigung  unserer  un- 
abhängig davon,  durch  Vergleichung  der  Zeugen  untereinander, 
gewonnenen  Resultate. 


Excurs  zu  I  Clem.  2i. 

Über  die  Lesarten:  τοΙς  Ιφοδίοις  τον  ΧρίΟτον 
und  τοις  εφοδίοις  τον  d-εοΰ. 

Durch  die  neue  Bezeugung,  die  L  der  Lesart  τον  ΧρίΟτον 
zu  teil  werden  lässt,  wird  das  bisherige  Gleichgewicht  der 
äusseren  Bezeugung  (A  O^tov  <<  CS  Χριοτον)  entschieden  zu 
gunsten  von  τον  Χριοτον  verschoben.  Die  Controverse  über  die 
Lesart  brach  aus,  als  der  Codex  C  bekannt  wurde: 

Bryennios  zog  die  Lesart  der  von  ihm  entdeckten  Hand- 
schrift vor,  die  Variante  des  Α  erklärte  er,  ohne  seine  Ansicht 
ausführlicher  zu  begründen,  für  monophysitische  Änderung.  Ihm 
folgte  Hilgenfeld.  Zu  gunsten  der  älteren  Handschrift  dagegen 
entschieden  sich  v.  Gebhardt  und  Harnack  (vgl.  ihre  Ausgabe 
und  dazu  noch  Harnack  in  Theol,  Lit.,  1874  Nr.  4,  Spalte  99 
unten  f.)  sowie  Lightfoot,  der  das  ϋ-εον  gegen  C  u.  S  aufrecht 
hält  (vgl.  die  Note  zur  Stelle  in  seiner  Ausgabe  von  1890). 

Die  äusseren  und  inneren  Gründe,  die  für  und  wider  beide 
Lesarten  geltend  gemacht  worden  sind,  zu  besprechen,  abzuwägen 
und  darnach  die  Entscheidung  zu  treffen,  ist  Zweck  der  folgen- 
den Ausführung. 

Als  Belegstellen  für  die  eine  oder  die  andere  der  beiden 
Lesarten  ist  zunächst  je  eine  patristische  Stelle,  die  sich  über 
die  Christologie  des  I  Clem.  äussert,  herangezogen  worden.  Für 
die  Lesart  ΧρίΟτον   lässt   sich    eine  Stelle    aus   der  Bibliotheca 


86  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

des  Photius  anführen,  der  cod.  126  den  1.  und  2.  Clemensbrief 
und  den  Brief  des  Polykarp  an  die  Philipper  —  alle  drei  waren 
in  demselben  βιβλιδάριον  enthalten  —  bespricht  und  über  I  Clem. 
nach  kurzer  Inhaltsangabe  und  Kritik  des  Stiles  urteilt,  man 
könne  den  Autor  tadeln,  weil  er  von  Welten  jenseits  des  Oceans 
spreche  (in  c.  20  8),  sodann  weil  er  die  Phönixfabel  als  wahre 
Geschichte  verwende,  (c.  25),  endlich  drittens,  οτι  αρχιερέα  καϊ 
προθτάτ7]ν  τον  κΰριον  ημών  Ίηϋονν  Χρίΰτον  εξονομάζων  ουόε 
τας  ϋ^εοπρεπεΐς  καϊ  νψηλοτέρας  άφηκε  περί  αντον  φωνάς.  Doch 
entschuldigt  er  ihn  sogleich  auch  vor  etwaigen  Angriffen  auf 
die  Orthodoxie:  ov  μην  ουδ^  απαρακαλνπτωζ  αυτόν  ονδαμή  εν 
τούτοις  βλαϋφημεΐ.  Photius  wirft  also  dem  Clemens  vor,  dass 
er  Christus  nicht  als  Gott  bezeichne,  folglich,  kann  man  schliessen, 
hat  er  in  seinem  Texte  nicht  ϋ^εον  sondern  Χριοτον  gelesen  und 
wird  uns  so  indirect  ein  Zeuge  für  Χριοτον.  Allein  gegen 
diesen  Schluss  lassen  sich  doch  Bedenken  geltend  machen. 
Christus  wird  c.  2  i  bei  der  Lesart  ϋεον  nur  in  sehr  indirecter 
Weise  Gott  genannt.  Zwischen  den  Sätzen  mit  den  Ausdrücken 
εφόδια  τον  -θ^εον  und  παϋηματα  αυτόν  steht  noch  ein  Haupt- 
satz samt  Participialsatz  dazwischen,  der  den  indifferenten  Aus- 
druck λόγους  αντον  enthält.  Das  αντον  bei  λόγονς  kai^in  an 
und  für  sich  sowohl  durch  ϋ-εον  als  durch  Χριβτον  ersetzt 
werden,  Clemens  selber  redet  von  λόγος  ϋ-εον  (vgl  27  4,  42  3, 
auch  19 1,  53 1,  62  3)  und  von  λόγοι  Χριοτον  oder  "ΐηοοϋ  (vgl. 
13  1,  3,  46  7).  Es  ist  leicht  erklärlich,  dass  diese  neutrale  Bezeich- 
nung für  einen  rasch  darüber  hinweglesenden  —  und  ein  solcher 
war  Photius  sicher,  der  in  der  Zeit  seiner  assyrischen  Gesandt- 
schaft dem  Tarasios  über  279  Codices  referierte  —  die  Veran- 
lassung wurde,  beim  αυτοΰ  hinter  παθήματα  unbewusst  nicht 
mehr  ϋεοΰ  sondern  Χριοτον  zu  supplieren.  Sodann  wird  das 
Zeugnis  des  Photius  dadurch  entwertet,  dass  er  ja  erst  um  die 
Mitte  des  9.  Jhrh.  herum  jene  Codices  las  und  so  an  unserer 
Stelle  möglicherweise  einen  späten,  entstellten  Text  vor  sich 
hatte.  Wenn  wir  auch  dem  Photius,  der  ja  damals  noch  als 
Gardeobrist,  kaiserlicher  Sekretär  und  Senator  ein  Laie  war, 
keineswegs  theologische  Schulung  und  die  nötige  Akribie  ab- 
sprechen wollen,  so  ist  doch  sein  Zeugnis  in  diesem  Punkte  aus 
den  dargelegten  Gründen  nicht  allzu  hoch  zu  werten. 

Aber   noch   viel   weniger  als  man  die  Aussage  des  Photius 


Prolegomena.     Excurs   zu  I  Clem.  2i:   τοις  ΒψοδΙοις  τον  Χριοτον.   S7 

für  Χριϋτοΰ  verwerten  kann,  lässt  sich  die  von  Lightfoot  an- 
gezogene Eusebstelle  (li.  e.  V  284)  für  die  Lesart  ϋ^εον  ver- 
wenden. Der  betreffende  Satz  lautet:  Ka\  αδελφών  da  τίνων 
εοτϊ  γράμματα  πρεϋβντερα  των  Βίκτορος  χρόνοιν,  α  εκείνοι 
προς  τα  εϋ-νη  νπερ  της  άληϋ-είας  και  προς  τάς  τότε  αίρέοεις 
έγραψαν'  λεγο)  όε  Ίονΰτίνον  καΐ  Μιλτιάοου  καΐ  Τατιανον  καϊ 
Κλημεντος  καϊ  ετέρων  πλει6ν€ον,  εν  οις  άπαΰί  ϋ^εολογεΐται  6 
Χριοτός.  Euseb  citiert  an  der  Stelle  ein  älteres,  die  Häresie 
des  Artemon  bestreitendes  Werk,  wahrscheinlich  Hippolyts  kleines 
Labyrinth.  —  Lightfoot  hat  in  seiner  ausführlichen  Note  zu 
I  Clem.  2 1  den  Hippolytsatz  nur  in  sehr  massvoller  und  be- 
sonnener Weise  für  ϋ^εον  ins  Treffen  geführt.  Thatsächlich  ist 
er  absolut  nicht  zu  verwenden.  Erstlich  einmal  scheint  es  un- 
denkbar, dass  an  unserer  Stelle  mit  Κλημεντος  der  römische 
Clemens  gemeint  sein  könne.  Gegen  diese  Annahme  spricht 
einmal  die  Reihenfolge  und  die  Zusammenstellung  der  Namen 
Justin,  Miltiades,  Tatian,  Clemens,  im  nächsten  Satz  dann  Ire- 
näus  und  Melito  (τα  γαρ  Ειρηναίου  τε  καϊ  Μελίτωνος  καϊ  των 
λοιπών  τις  αγνοεί  βιβλία  .  .  .;).    Lightfoot  selbst  muss  zugeben 

it    may    be    urged   that  the  order  of  the  uames  ....  points 

to  the  Alexandrian  Clement".  Sodann  fällt  der  Κλήμης  des 
Hippolyt  ganz  deutlich  in  die  Kategorie  jener  Brüder  hinein, 
die  προς  τα  εϋ-νη  νπερ  της  άληϋ^είας  καϊ  προς  τάς  τότε  αίρέ- 
οεις  έγραψαν.  Nun  ist  Clem.  ΑΙ.  in  der  That  ein  hervorragen- 
der Apologet,  Clem.  Rom.  aber  weder  Apologet  noch  Ketzer- 
bestreiter (ausser  man  nimmt  an,  Hippolyt  habe  die  Gleichung 
οχίϋμα  =  αϊρεΟις,  dann  wäre  Clem.  Rom.  allerdings  ein  Vor- 
kämpfer gegen  Häresie).  Hippolyt  führt  in  seinem  Traditions- 
beweise offenbar  drei  Instanzen  an:  1.  die  γραφαΐ  αγιαί,  2.  die 
γράμματα  άόελφ(7)ν,  3.  die  ψαλμοί  και  ο^όαΐ  υπό  αδελφών  πι- 
οτών γραφεΐοαι.  Hat  er  in  seiner  Aufzählung  überhaupt  an 
Clemens  Rom.  gedacht,  so  hat  er  dessen  Schreiben  unter  die 
γραφαΐ  άγιαι  eingerechnet.  Der  etwa  zu  machende  Einwurf, 
dass  Clemens  AI.  dem  Abendland  lange  Zeit  hindurch  unbekannt 
blieb  —  thatsächlich  wird  er  erst  Avieder  von  den  sehr  gelehrten 
Männern  Rufin  und  Hieronymus  erwähnt  —  hat  nicht  viel  zu 
bedeuten,  denn  Hippolyt  war  ein  griechisch  gebildeter  Mann 
und  im  Westen  der  gelehrteste  Theologe  unter  seinen  Zeit- 
genossen. —  Dass  Hippolyt  im  nächsten  Satze  die  Zeitfolge  von 


'§§  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

Melito  und  Irenäus  umkehrt,  bat  bei  der  Zeitnäbe  dieser  beiden 
Männer  nicbt  viel  zu  sagen.  Wabrscbeinbcb  baben  sacblicbe 
Gründe  die  Umstellung  veranlasst.  Irenäus  und  Melito  erbalten 
dadurch,  dass  sie  mit  rhetorischer  Frage  (.  .  .  τις  αγνοεί  βιβλία  .  .;) 
genannt  werden,  eine  besondere  Auszeichnung,  Irenäus  aber  wird 
noch  vor  Melito  hervorgehoben,  weil  er  dem  Hippolyt  als  der 
bedeutendere  galt  (vgl.  die  Urteile  Hippolyts  über  Iren,  und 
seine  schriftstellerische  Abhängigkeit  von  diesem  bei  Harnack. 
Altchrist].  Lit.  I  1  p.  266  f.). 

Aber  selbst,  wenn  wir  annehmen,  Hippolyt  habe  den  Cle- 
mens Rom.  aufgeführt,  so  folgt  daraus  noch  keineswegs  eine  Be- 
zeugung der  Lesart  ϋ^εοΰ.  Unter  ϋ-εολογεΐν  τον  Χριοτόν  ver- 
steht Hippolyt  doch  nur  die  pneumatische  Logoschristologie, 
und  da  giebt  ihm  wahrlich  der  1.  Clemensbrief  genug  Veran- 
lassung, seinen  Verfasser  unter  die  Christustheologen  zu  setzen 
(vgl.  die  christologischen  Aussagen  des  Briefes  cc.  16  u.  36, 
ferner  c.  42  i  f.,  die  trinitarischen  Formeln  46  6,  582;  in  13  3  φηϋΐν 
γαρ  6  αγως  λόγος,  27  4  εν  λόγο^  της  μεγαλ€θθννης  αντοΰ  θυν- 
εοτηϋατο  τα  πάντα,  56  3  ούτως  γάρ  φ7]οΐν  6  άγιος  λόγος  musste 
jeder  durch  dogmatische  Brille  Lesende  die  Logoschristologie 
finden).  Umgekehrt  muss  man  sagen,  dass  der  auch  die  Modalisten 
bekämpfende  Hippolyt  schwerlich  der  Lesart  &εον  wegen  den 
Clemens  gelobt  hätte.  Gegen  die  άναίρεοις  οικονομίας  hat 
Hippolyt  selbst  polemisiert  und  aus  Stellen  wie  die  unsere  mit 
der  Lesart  ϋ^εοϋ  konnten  Modalisten  leicht  ihre  Folgerungen 
ziehen:  αρα  ovv  επαϋ-εν  6  πατήρ  und  Αυτός  εΟτιν  Χριοτος  ό 
πατήρ,  αυτός  υιός,  αυτός  εγενηϋ^η,  αυτός  επα&^εν,  αυτός  εαυ- 
τόν ηγειρεν.  Doch  vergleiche  zu  diesem  Punkte  andererseits 
ebendesselben  Hippolyt  Stelle,  gegen  die  adoptianischen  Theo- 
dotianer  gerichtet,  bei  Euseb.  V28ii:  ο  γαρ  ενϋπλαγχνος  &εός 
καΙ  κύριος  ημών  ^Ιηοονς  Χριοτός  ουκ  εβούλετο  εξω  εκκληοίας 
γενόμενον  άπολεοΟ^αι  μάρτυρα  των  ιδίων  πα&ών. 


Ι 


Die  äussere  Bezeugung  durch  andere  Autoren  bringt  also 
weder  für  die  eine  noch  für  die  andere  Lesart  irgendwelche  ent- 
scheidende Momente.  Wir  sind  demnach,  wenn  wir  ausser  der 
überwiegenden  Bezeugung  des  Χριΰτοΰ  durch  die  Textesautori- 
täten noch  andere  Stützen  der  Lesart  suchen,  auf  innere  Gründe 
angewiesen. 


Prolegomena.    Excurs  zu  ΐ  Clem.  2i:   τοις  έφοδίοις  τον  Χρίστου.   §9 

1.  Zunächst  müssen  wir  fragen,  Avas  εφόδια  τον  ϋ^εον  be- 
deutet und  wie  es  sich  in  den  Zusammenhang  der  Stelle  liinein- 
fügt.  Ιφόδια  τον  ϋ^εον  kann,  bei  Annahme  dieser  Lesart,  nicht 
a,nders  erklärt  werden,  als  durch  wörtliche  Auffassung  von  εφό- 
δια =  sumptus  viae,  τα  προς  την  οδον  επιτήδεια  άναλοίματα; 
εφόδια  τον  ΰ-εον  ist  dann  dasjenige  an  irdischen  Gütern,  was 
Gott  den  Christen  für  die  Zeit  ihrer  Pilgerreise,  ihrer  παροικία 
und  παρεπιδημία,  als  Zehrgeld  anweist.  So  wird  die  Stelle  er- 
klärt von  Harnack  (viaticum  dei,  quod  ad  corpus  sustentandum 
pertinet)  und  Lightfoot  (the  provision  which  God  has  supplied 
for  the  journey  of  life).  Für  diese  Auffassung  von  εφόδια  spricht 
der  vorangehende  Participialsatz  ηδιον  δίδοντες  r  λαμβάνοντες, 
in  dem  offenbar  von  irdischen  Gütern  und  deren  Gebrauche  die 
Rede  ist.  Der  Sinn  der  Stelle  ist  dann  glatt  und  einfach  der: 
Ihr  wäret  demütig  gesinnt  und  überhöbet  euch  nicht,  gabt  lieber 
selbst,  als  dass  ihr  an  euch  rafftet,  und  wäret  ganz  zufrieden  mit 
dem  Anteil  an  Lebensgütern,  den  euch  Gott  für  eure  kurze 
Lebensreise  angewiesen  hatte.  Mit  άρκούμενοι  ist  der  erste  Satz 
abgeschlossen.  Hinter  diesem  Worte  ist  zu  in terpun gieren,  und 
im  folgenden  beginnt  der  zweite  Satz,  in  dem  dann  der  Autor 
die  Betrachtung  auf  diejenigen  Dinge  hinlenkt,  die  im  Gegen- 
satze zur  äusseren  Demut  und  Geduld,  Genügsamkeit  und  Be- 
scheidenheit den  inneren  Wert  und  den  inneren  Reichtum 
der  Christen  ausmachen,  auf  die  unsichtbaren  Güter,  die  Gott 
ihnen  als  Ersatz  für  ihren  leiblichen  Mangel  gewährt  hatte:  die 
λόγοι  ΰ-εον  im  Herzen  der  Christen,  seine  παΰηματα  vor  ihren 
Augen,  in  deren  Folge  dann  ειρήνη,  πό&ος  εις  άγαθ^οποιΐαν. 
ίχχνοις  πνεύματος  η.  s.  w.  So  erhält  die  Stelle  einen  straffen 
Zusammenhang,  mit  dem  wir  an  sich  wohl  zufrieden  sein  könnten. 
Daran,  dass  Christus,  der  ja  eigentlich  in  dem  αντον  hinter  πα- 
ϋ-ηματα  steckt,  indirect  Gott  genannt  wird,  haben  wir  uns  bei 
einem  so  alten  Schriftstücke  gar  nicht  zu  stossen  (vgl.  darüber 
die  Stellensammlung  bei  Lightfoot  1.  c.  S.  15  sub  3).  Der 
„naive  Modalismus'",  der  dann  an  dieser  Stelle  durchblickt,  ist 
an  und  für  sich  nichts  absonderliches  und  befremdliches. 

2.  Versuchen  wir  nun  weiter  die  Bedeutung  von  εφόδια  und 
den  Zusammenhang  der  Stelle  bei  der  Lesart  Χοιοτον  zu  ermit- 
teln. Es  ist  klar,  dass  εφόδια  dann  nicht  wörtlich  zu  fassen  ist, 
sondern    in    übertragener   Bedeutung.      Christus    übermittelt    der 


90  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

Gemeinde  nie  irdische,  sondern  nur  religiöse  und  geistige  Güter. 
Parallelstellen,  in  denen  das  Wort  in  der  nämlichen  Bedeutung: 
geistliches  Wegegeld,  Zehrmittel  gebraucht  wird,  sind  in  der 
kirchlichen  Gräcität  nicht  selten,  vgl.  folgende  Stellen  (meist  aus 
Suicerus'  Thesaurus  geschöpft). 

Ir.  prooem.  c.  3,  verspricht,  εφόδια  δονναι  προς  το  ijti- 
δεικννειν  αυτήν  (sc.  την  γνώμην  των  αιρετικών)  ψευδή. 

Giern.  ΑΙ.  Protr.  10,  100  το  οίκεϊον  αυτοΰ  (sc.  τοΰ  ϋ-εον) 
και  εξ,αίρετον  καΐ  Ιδιωματικον  πάρα  τα  άλλα  ζώα  κατειλημ- 
μένοι αυταρκες  εφόδιο  ν  αιώνων,  ϋ^εοϋέβειαν  . .  . 

Eus.  VIII  10,2  (im  Briefe  des  Märtyrers  Phileas  aus  der  Zeit 
der  diokletianischen  Christenverfolgung)...  τον  μεν  κυριον  ημών 
^Ιηϋοϋν  Χριοτόν  ευρόντες  (sc.  οι  μάρτυρες)  ενανϋ-ρωπήοαντα  δι 
ημάς,  ίνα  παϋαν  μεν  άμαρτίαν  εκκόψτ;],  εφόδια  δε  τής  εις  τήν 
αΐώνιον  ζωήν  είϋόδου  ήμίν  κατάϋ-ηται. 

Clem.  Hom.  16  u  ετι  δε  και  εκ  πατέρων  έφοδιαζόμενοι 
τών  γραφών  τα  άληϋ-ή  ένα  μόνον  οϊδαμεν  τον  πεποιηκότα 
τους  τε  ουρανούς  και  τήν  γήν. 

Clem.  ep.  ad  Jac.  6  .  .  τ«  γαρ  ουμφέροντα  έφοδιάζειν 
δια  τήν  άοχολίαν  ου  δυνηί>εΊς. 

Petri  ep.  ad  Jac,  2  .  .  Ί]μών  άδελφοΐς  τάς  βίβλους  μου  τών 
κηρυγμάτων  δος  μετά  τοΰ  ομοίου  τής  αγωγής  μυστηρίου,  \ινα] 
και  τους  βουλομένους  το  τής  διδαοκαλίας  άναδέξαοΘ^αι  μέρος 
εφοδιάζωοιν. 

Basilii  ep.  56  (57)  ad  Meletium  .  .  .  ει  δε  καταξιωϋείημεν 
ταΐς  ϋαϊς  προϋευχαϊς,  έ'ως  έομεν  επϊ  γής  καΐ  τής  κατ  οφθαλ- 
μούς ΰυντνχίας  και  παρ  αυτής  τής  ζοίαης  φωνής  λαβείν  ώφέ- 
λαμα  διδάγματα  η  εφόδια  προς  τε  τον  ένεϋτώτα  αιώνα  καϊ 
τον  μέλλοντα,    τοΰτο    αν  μέγιΰτον  τών  άγαθ^ών  έκρίναμεν  .  .  . 

Cyr.  (ν.  Jerus.)  Cat.  5  12  .  .  .  έχειν  τε  ταύτην  (sc.  την  πί- 
Οτιν)  εφόδιο  ν  εν  παντί  τω  χρόνφ  τής  ζωής  .  .  . 

Isid.  Peius,  ep.  II,  73  (ad  Paulum  presbyterum)  την  άνά- 
γνωοιν  τών  ιερών  γραφών  εφόδιο  ν  ήγοΰ  τής  Οωτηρίας  τρέ- 
φουϋαν  παραδείγμαΟιν  ευδοκίμοις  το  φιλόκαλον  καϊ  άνδρώδες 
τών  μετά  οπουδής  άκροωμένων. 

Basil.  Sei.  or.  21,  2  πόοης  ούν  άξιοι  κατηγορίας  ημείς,  εν 
αμέλεια  το  τής  οωτηρίας  προδιδόντες  εφόδιον  (sc.  τήν  προ- 
οευγήν); 


Prolegomena.     Excurs  zu  I  Clem.  2i:   τοις  έφοδίοις  τον  Χριστοί:  91 

eiusd.  or.  δ,  2  Τοις  μενονν  Νινεν'ιταις  χ'οτερον  τριήμερου 
μετανοίας  διάοτημα  γεγονε  jiqoc  ΰοοτηρίαν  εφοόιον. 

Aus  der  Reihe  dieser  Beispiele  geht  wohl  zur  Genüge  her- 
vor, dass  εφόόίον  in  übertragener  Bedeutung  kein  seltenes  Wort 
bei  den  griechischen  Kirchenschriftstellern  ist.  Die  specielle 
Beziehung  des  Wortes  auf  das  Abendmahl,  die  auch  vorkommt 
(can.  Nie.  13  u.  ö.),  lassen  wir  dabei  ganz  aus  dem  Spiele,  da  sie 
unserer  Stelle  entschieden  fern  liegt. 

In  LXX  u.  XT.  ist  das  εφόόιον  in  übertragener  Bedeutung 
nicht  zu  finden,  im  NT.  fehlt  das  Compositum  ganz,  LXX  hat 
εφόδων  bez.  εφοόιάζειν  nur  im  buchstäblichen  Sinne  Dt  15  u 

U.    Jos.    9  12. 

Fasst  man  nun  εφόδων  in  übertragener  Bedeutung,  so  erhält 
man  als  Sinn  der  Worte  εφόδια  τον  Χρωτον:  Mittel  und  Dar- 
reichungen, durch  die  Christus  seine  Gläubigen  auf  ihrer  Pilger- 
reise geistlich  stärkt  und  aufrecht  erhält.  Fügen  wir  nun  diesen 
Sinn  in  den  Zusammenhang  der  ganzen  Stelle  ein,  so  ergiebt 
sich,  paraphrastisch  wiedergegeben,  folgende  Gedankenreihe:  De- 
mütig wäret  ihr  ohne  Überhebung,  euch  lieber  unterordnend  als 
andern  befehlend,  lieber  von  eurem  irdischen  Gute  mitteilend  als 
es  zu  vergrössern  bestrebt.  Denn  es  lag  euch  nichts  an  äusserem 
Besitze,  Christus  reichte  euch  dar,  was  zu  eurer  Befriedigung 
diente.  So  gewendet,  giebt  die  Stelle  eine  feine  Pointe:  mit  τοις 
εφοόίοίς  κτλ.  wird  die  Betrachtung  vom  Irdisch-materiellen  weg 
auf  das  Geistliche  und  Übersinnliche  gelenkt,  und  es  wird  gezeigt, 
worin  einst  der  die  korinthische  Gemeinde  befriedigende  Reich- 
tum bestand.  —  Für  Χριοτον  spricht  also  1.  die  überwiegende 
Bezeugung;  2.giebt  die  Verbindungmittri-odiOi^keinenbefremdlichen 
und  unerhörten  Sinn,  sondern  wir  erhalten  im  Gegenteile  bei 
unserer  Lesart  eine  feine,  auf  die  εντροπη  der  Korinther  hin- 
zielende Wendung.  Aus  diesen  Gründen  stehe  ich  nicht  an,  die 
Lesart  Χρωτον  für  die  richtige  zu  halten. 

Die  Verbindung  der  Sätze  hat  dann  (mit  Hilgenfeld)  in  der 
Weise  zu  erfolgen,  dass  der  Einschnitt  ZAvischen  den  beiden 
Hauptsätzen  πάντες . . .  εταπεινοφρονείτε  und  ενεοτερνωμένοι  ητε 
erst  hinter  προοίχοντες,  nicht  schon  hinter  άρκονμενοι  zu  setzen 
ist.  Ein  durchschlagendes  Bedenken  gegen  diese  Interpunction 
hat  Lightfoot  nicht  beigebracht,  wenn  er  meint,  dass  προβέγοντες 
dann  ein  unbeholfener  Zusatz  sei.     Darüber  haben  wir  mit  dem 


92  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

Schriftsteller  nicht  zu  rechten.  Wenn  auch  in  der  That  :τροο- 
έχοντες  hinter  άρκονμενοι  etwas  abfällt,  so  ist  es  doch  keines- 
wegs unerträglich  und  bei  dem  übertragenen  Sinne,  den  wir  für 
εφοδίοίς  annahmen,  sehr  wohl  möglich.  Für  unsere  Interpunc- 
tion  spricht  aber  weiter  erstlich  der  Parallelismus  der  Sätze.  Es 
stehen  vor  τοις  εφοόίοις  zwei  Paare  von  Participien:  νποταοΰό- 
μενοι . . .  νποτάαοοντες,  und  δίδοντες  . .  λαμβάνοντες;  durch 
unsere  Satzteilung  erbalten  wir  dann  noch  an  dritter  Stelle  ein 
Participienpaar:  άρκονμενοι . .  προοέχοντες.  Sodann  spricht  für 
unsere  Interpunction  der  Umstand,  dass  bei  der  andern  Satztei- 
lung der  Accusativ  τους  λόγους  in  seiner  Beziehung  unklar  wird. 
Dass  dem  so  ist,  beweisen  die  verschiedenen  Auffassungen,  die 
der  Satz  erfahren  hat.  Lightfoot  zieht  λόγους  αυτοΰ  sowohl  zu 
προοέχοντες  als  zu  ένεοτερνιομενοι  ητε  (,,And  giving  heed  unto 
His  words,  you  laid  them  up  diligentJy  in  your  hearts").  προο- 
έχειν  wird  zwar  gewöhnlich,  je  nach  der  Bedeutung,  mit  Dativ, 
Genitiv,  εΙς,  από,  Infinitiv  und  μη  verbunden,  aber  auch  der 
Accusativ  kommt  vor,  vgl.  Hiob  13  6,  φ  9  38,  φ  77 1,  Jes  1  ίο,  so 
dass  dieser  \^erbindung  grammatisch  nichts  im  Wege  steht. 
Lipsius  und  Harnack  dagegen  supplieren  aus  dem  αυτοΰ  ein  αυτόν 
zu  ενεοτερνιομένοί  ητε  und  ziehen  λόγους  αυτοΰ  nur  zu  προο- 
έχοντες (Harnack:  et  ad  verba  ejus  diligenter  animum  adverten- 
tes,  amore  cum  complexi  eratis  . . .).  Umgekehrt  zieht  die  alt- 
lateinische Übersetzung  τους  λόγους  αυτοΰ  zu  ενεοτερνιομένοί 
7/τε  und  ergänzt  zu  προοέχοντες  ein  αύτφ  (et  adtendentes  ei 
verba  illius  in  pectore  habebatis  ...  .1  Als  vierte  Möglichkeit 
bleibt  noch,  προοέχοντες  absolut  zu  fassen  (Beispiele  für  diesen 
Gebrauch  ψ  79  i,  Sir.  13  is,  Mich.  1 2,  Zach.  7  11,  Mal.  3i6,  Dan. 
9 19)  und  τους  λόγους  αυτοΰ  mit  ενεοτερνιομένοί  zusammenzu- 
nehmen. All  dies  Schwanken  der  Beziehung  und  diese  Unsicher- 
heit des  grammatischen  Baues  fällt  bei  der  anderen  Satzteilung 
fort,  προοέχοντες  erhält  sein  Dativobjekt,  das  ja  bei  diesem 
Worte  bedeutend  häufiger  steht  als  ein  Accusativobject,  ebenfalls 
mit  in  τοις  έφοδίοις. 

Es  erübrigt  uns  nur  noch,  ein  Wort  über  die  Beweggründe 
zu  reden,  die  die  Variante  in  Α  verursacht  haben  können.  Bry- 
ennios  hat  in  seiner  Ausgabe,  S.  7,  Note  3,  seine  Meinung  so 
ausgesprochen:  αντη  των  ονομάτων  εν  τω  αλεξανδρινό  χειρο- 
γράφου  η  μεταλλαγή  έργον  είναι  δοχεϊ  μοι  των  Μονοφυοιτών 


Prolegomena.     Escurs  zu  1  Cleiu.  2i:  τοις  εφοδίοις  τον  Χριστον.  93 

//  γονν  των  άλεξανόριΐ'ών  ϋ-εολόγοον,  των  επΙ  της  ε'  Ικατ.  το 
ϋ^εϊον  εν  τω  Χριοτφ  εναντίον  της  ετέρας  εξ  Αντιοχείας  ϋ^εο- 
λογικής  άκρότητος  καΐ  υπερβολής  προβαλλομένων  και  μάλλον 
Θεον  η  Χριοτον  τον  κνριον  εξονομάζειν  φιλονντων.  Ich  stimme 
Lightfoot  vollkommen  bei,  der  dagegen  geltend  macht:  1.  dass 
durch  die  Fälschung  doch  nur  auf  Umwegen  eine  Stütze  für  die 
monophysitische  Dogmatik  erlangt  wird,  während  es  viel  ein- 
facher gewesen  wäre,  direkt  das  αντον  bei  πα&7]ματα  in  ein  ϋ^εον 
zu  verwandeln,  oder  das  fälschende  Rohr  an  einer  andern  Stelle 
des  Briefes  arbeiten  zu  lassen,  dass  2.  aber  des  Bryennios  Er- 
klärung deshalb  unwahrscheinlich  ist,  weil  zur  Entstehungszeit 
des  Α  der  monophysitische  Streit  noch  nicht  so  sehr  im  Gange 
war,  dass  die  Ägypter  im  Eifer  um  ihre  Lehre  sich  beim  Ab- 
schreiben von  Bibelhandschriften  zu  Fälschungen  hätten  bewegen 
lassen  sollen. 

Ich  halte  die  Änderung  für  eine  zufällige  oder  eine  naive. 
XF  verlas  oder  verschrieb  ein  Copist  in  Θ1',  oder  er  fand,  weil 
er  εφόδια  als  auf  des  Leibes  Nahrung  und  Notdurft  bezüglich 
auffasste,  dass  XF  für  diese  Bedeutung  nicht  recht  passe  und 
änderte  es  —  vielleicht  halb  unbewusst,  jedenfalls  ohne  tieferes 
dogmatisches  Interesse  —  in  &F  um.  Beispiele  für  dergleichen 
zufällige  oder  verbessern  sollende  Änderungen  des  XF  in  0F 
und  umgekehrt  sind  ja  nicht  selten. 

An  einer  andern  Stelle  unseres  Briefes  haben  wir  einen  ganz 
analogen  Fall:  50  3  haben  AL  της  βαοιλείας  τοΰ  Χριϋτοϋ,  wäh- 
rend CS  της  βαοιλείας  τον  ϋ-εον  bieten,  weil  letztere  Verbindung 
einem  früheren  Abschreiber  offenbar  als  die  geläufigere  und 
passendere  erschien.  Freilich  soll  nicht  verschwiegen  werden, 
dass  z,  B.  Joh.  19  4o  der  nämliche  Codex  Α  &εον  statt  Ιηοον 
aufweist  und  zwar  in  einem  Zusammenhange  (ελαβον  ovv  το 
οώμα  τον  ϋ-εον),  dessen  Klangfarbe  eine  Änderung  aus  gewissen 
Glaubensinteressen  nicht  ausschliesst. 


KAHMENT02  ΠΡΟΣ  Κ0ΡΙΧΘΙ()Υ2  Α. 

Sigla  der  Handschrißen: 

Α  =  Codex  Alexandrinus  (δ.  Jahrb.). 

C  =  Codes  Constantiuopolitanus  (datiert  1056  n.  Chr.). 

L  =  Codex  Florinensis  (11. — 12.  Jahrb.,  die  altlateinische  Übersetzung 

des  I  Clem.  enthaltend). 
S  ^  Codex  Cantabrigensis   (datiert  1169/70,   die   syrische  Übersetzung 

der  beiden  Clemensbriefe  enthaltend). 

'^H  εκκλ7]θία    τον  d^sov  i)  παροικονοα  'Ρώμην  τ^  έκκληΰία 

τον  &εον  τ(]  παροικονο?^]  Κόρινϋ^ον,  κλητοίς  τιγιαΟμένοις  εν  ϋ-ε- 

ληματι  ^εον  όια  τον  κνρίον  ημών  Ιηΰον  Χρίΰτον.   χάρις  νμϊν 

καΐ  είρην?]  άπο  παντοκράτορος  ϋ-εον  όια  Ίηΰον  Χριϋτον  πλη- 

5  ϋ-ννϋ^είη. 

Ι.  Αιά  τας  αιφνίδιους  καΐ  επάλληλους  γενομενας  ημίν 
ϋνμφοράς  καΐ  περιοτάοεις,  βράόιον  νομίζομεν  επιοτροφην 
πεποιηοθ-αι  περϊ  των  επιζητούμενων  παρ'  υμίν  πραγμάτων, 
αγαπητοί,  της  τε  αλλότριας  καΐ  ξ^νης  τοις  εκλεκτοίς  τον  ϋ-εον, 
10  μιαρας  καΐ  άνοοίον  Οτάϋεως,  ην  ολίγα  προΟωπα  προπετη  καΐ 
αν&άόη  νπάρχοντα  εις  τοϋοντον  απονοίας  έξέκαυοαν,  ιόΰτε  το 
οεμνον  καΐ  περιβόητον  καΐ  πάϋιν  άνϋ•ρο)ποις  άξ,ιαγάπητον  όνομα 
υμών   μεγάλως    βλαφΟ-ηναι.      2.    τις  γαρ  παρεπιόημηϋας  προς 

Insc.  ...Σ  κορίνθιους  Α  Α;  Κλημεντος  προς  Κοριν&ιονς  ά  C;  Ιη- 
cipit  Epistola  Ciementis  ad  Corintios  L;  Epistula  catholica  Clementis,  disci- 
puli  Petri  apostoli,  quae  ad  ecclesiani  Corinthiorum  S. 

2  ηγιασμενοις]  sanctis  L  |  4  παντοκρατορος]  Α;  τον  παντοκρατορος 
C  1  Ιηοον  Χριοτον]  Christum  Jhesum  L  |  6  γενομενας]  CL;  γινομεναςί^)  S; 
def.  Α  I  ημιν]  κα&  ημών  C  |  7  περιστάσεις]  CL;  περιπτώσεις  AS;  add.  αδελ- 
φοί Α,  αγαπητοί  S  |  νομίζομεν]  videmur  (νομιζομεθ-α)  L  |  8  παρ  νμιν  πραγ- 
ματιον]  Α;  πραγμάτων  παρ  νμινΟ  |  9  αγαπητοί]  om.  S  |  ξένης]  ξενοις  Α  \ 
11  ώστε]  add.  etiam  L  |  12  και  πασιν]  om.  και  L  |  13  βλαφΟ-ηναϊ]  LS  (est 
lesum,  Δ^λλΑϋ);  βλασφημη^ηναι  Α,  βλασφημεισθ-αι  C  (vgl.  Prol.  S.  67). 


Text.    c.  li  bis  II 4.  95 

νμας  την  πανάρετον  χαί  βεβαίαν  νμών  πίοτιν  ουκ  εόοχίμαοεν; 
την  τε  οώφρονα  καϊ  επιεική  εν  Χριϋτω  ενοέβειαν  ουκ  εϋ-αν- 
μαοεν;  καϊ  το  μεγαλοπρεπές  της  φιλοξενίας  νμών  ηϋ-ος  ουκ 
εκηρνξεν;  και  την  τελείαν  και  άοφαλη  γνώοιν  ουκ  εμακαριΰεν; 
3.  άπροθ€οπολημπτως  γαρ  πάντα  εποιείτε,  καϊ  εν  τοις  νομ'ι-  5 
μοις  τον  &εον  επορενεοϋ-ε,  νποταΟϋόμενοι  τοις  ηγουμένοις  νμών 
καϊ  τιμήν  την  καϋηκονααν  απονέμοντες  τοις  παρ  νμΐν  πρεο- 
βντεροίς'  νέοις  τε  μέτρια  καϊ  οεμνα  νοείν  επετρέπετε'  γνναιξίν 
τε  εν  άμώμω  καϊ  οεμνη  καϊ  αγνή  ΟννειόηΟει  πάντα  επιτελείν 
παρηγγέλλετε ,  Οτεργονοας  καϋηκόντως  τους  άνδρας  Ιαντών  ίο 
εν  τε  τώ  κανόνι  της  νποταγΊ]ς  νπαρχονΟας  τα  κατά  τον  οίκον 
οεμνώς  οίκονργεϊν  έόιόάοκετε,  πάνν  οωφρονονοας. 

Π.  Πάντες  τε  εταπεινοφρονείτε  μηδέν  άλαζονενόμενοι,  νπο- 
ταοοόμενοι  μάλλον  η  νποτάοοοντες ,  ηδιον  δίδοντες  η  λαμβά- 
νοντες, τοϊς  εφοδ'ιοις  τον  Χριοτοΰ  αρκονμενοι  καϊ  προΰέχοντες'  ιό 
τονς  λόγονς  αντον  επιμελώς  ενεοτερνιομένοι  ήτε  τοις  Οπλάγ- 
χνοις.  καϊ  τα  πα&ήματα  αντον  7)ν  προ  οφ&^αλμών  νμών. 
2.  Οντως  εΙρηνη  βαϋ^εΐα  καϊ  λιπαρά  έδέδοτο  πάϋΐν  καϊ  άκορε- 
ϋτος  πόϋ-ος  εις  άγαθ^οποιίαν ,  καϊ  πλήρης  πνεύματος  αγίου  εκ- 
χνοίς  επϊ  πάντας  εγίνετο'  3.  μεοτοί  τε  όοίας  βουλής  εν  άγαϋ-η  20 
προϋ^υμίςί  μετ  ενοεβονς  πεποιϋ-ηοεως  έξετείνετε  τάς  χείρας 
νμών  προς  τον  παντοκράτορα  Ο^εόν ,  Ικετενοντες  αντον  ϊλεων 
γενέοΰ^αι   εϊ  τι  άκοντες  r/μάρτετε.     4.  άγων  ην  νμϊν  τ/μέρας  τε 

1  νμωΐ'  7ΐΐστη>]  AC;  τίΐστιν  v/iojv  Clem  |  2  επιεική  εν]  επιεικηνν  Α  \ 
ενοέβειαν]  add.  vestram  L  |  υνκ]  om.  S  )  4  και  1"]  aut  L  |  αοφαλη]  αοφαλιρ 
Α  Ι  γνωοιν^  add.  vestram  L  |  5  απροαίοπολΐ]μ7ΐτως]  Α;  απ^οοοίτιηλητίτοίς  C 
Clem  Ι  εν]  CLS  Clem;  om.  Α  |  νομιμοις]  L  Clem;,  νομοιςΑΟ;  dub.  S  |  6  ετιο- 
ρενεαΟ-ε  CLS  Clem;  πορενεοθ^αι  Α  |  νμων]  om.  C  |  7  νμιν]  ημιν  C  |  8  επε- 
τρέπετε] permitteutes  L  [επιτρέποντες^^)  |  9  αμωμω  και  οεμνι^  και  αγν^]  AC: 
αμίομω  και  ayvtj  L  \χ.  S  C?)  |  11  οίκον]  add.  suamL  |  12  οικονργειν]  AC*  u. 
wahrsch.  LS;  οικονρειν  C**  |  πανν]  om.  L  ]  13  τε]  enim  L  |  14  νποτασσοντες] 
add.  et  L  I  15  Χριστον]  θ-εον  Α  (vgl.  den  Excurs  z.  St.)  |  IG  επιμελώς] 
om.  L  I  ενεοτερνιομένοι]  CL;  εοτερνιομενοι  Α;  dub.  S  |  οπλαγχνοις]  add. 
vestris  L  |  17  και]  ut  et  L  |  18  εόεδοτο]  CS;  εόεδετο  Α;  dabatur  L  {εδι- 
όοτο'^  doch  vgl.  S.  96  Z.  10)  |  19  πλήρης  .  ..  εκχνοις . . .  εγινετο]  AC;  plenae 
effusiones .  . .  evant  S;  plenitudo  . .  .  largior  erat  L  |  20  όσιας]  {)•ειας  C  ' 
εν]  om.  L  |  21  πεποιΟ^ηοευις]  πεποιηϋ-ηοεοίς  Α  |  εξετεινετε]  CS  u.  wahrsch. 
L  (expandentes  neben  eratis  pleni);  εξετεινατε  Α  |  22  ιλεο)ν]  CL;  ιλεο^ς  Α; 
dub.  S;  add.  vobis  L  |  23  άκοντες]  AC ;  ignorantes  L  {αγνοονντες'?  cf.  Hebr.  δ  2, 
2  Makk.  11 31,  Sirach  δΐ8);  εκοντες  S  |  ημαρτετε]  AC;  peccabatis  (ημαρ- 
τανετε)  S;  L  (peccaretis)  dub. 


96  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

καϊ  ννχτος  νπερ  ττάοης  της  άδελφότητος,  εις  το  ϋώζεΰϋ^αι  μετ 
ελέους    καΐ    ουνειδηοεως    τον    άριΰ^μον    των   εκλεκτών   αντον. 

5.  ειλικρινείς   καϊ    ακέραιοι  ήτε  και   άμνηοίκακοι  εις  αλλήλους. 

6.  Jtäoa    Οτάοις  καϊ  παν  οχίομα  βόελνκτον  ην  υμίν.     επί  τοις 
5  παραπτίόμαοιν  των  πληοΊον  εττενϋεΐτε'  τα  υοτερηματα  αυτών 

Ιδια  εκρίνετε.  7.  άμεταμέλητοι  ητε  επί  πάθη  άγα&οποιιςι,  έτοι- 
μοι εις  παν  έργον  αγαθόν.  8.  τη  παναρέτω  και  ϋεβαϋμ'ιφ 
πολιτεία  κεκοομημένοι  πάντα  εν  τω  φόβω  αυτοΰ  επετελείτε' 
τα  προοτάγματα  καϊ  τα  δικαιώματα  τοΰ  κυρίου  επΙ  τα  πλάτη 

10  της  καρδίας  υμώ)ν  εγέγραπτο. 

III.  ΠαΟα  δόξ(^  και  πλατυομος  εδόθη  υμΐν,  καϊ  έπετελέϋ&η 
το  γεγραμμένον'  "Εφαγεν  καϊ  επιεν,  καϊ  επλατνν&η  καϊ  εηαχνν&η, 
%αι  άπελάκτιΰεν  υ  ηγαπημενος.  2.  Εχ  τούτου  ζηλ^ος  καϊ  φθόνος 
καϊ    ερις   καϊ    Οτάοις,    διωγμός   καϊ   άκαταοταοία,    πόλεμος  καϊ 

15  αιχμαλωϋία.  3.  όντως  έπηγέρϋ-ηΟαν  οι  'άτιμοι  επϊ  τονς  έντιμους, 
οι  άδοξοι  επϊ  τους  ένδοξους,  οι  άφρονες  επϊ  τους  φρόνιμους, 
οι  νέοι  επϊ  τους  πρεοβυτέρους.  4.  δια  τοϋτο  πόρρω  άπεΰτιν 
η  δικαιοούνη  καϊ  ειρηνΐ],  εν  τω  άπολιπεΐν  εκαοτον  τον  φόβον 
τοΰ  ϋ^εοΰ  καϊ   εν  τη  πίοτει  αυτοΰ  αμβλυο^πηοαι,  μηδέ  εν  τοις 

20  νομίμοις  τών  προοταγμάτων  αυτοΰ  πορεύεοθαι  μηδέ  πολιτευε- 
Οθαι  κατά.  το  καθ-ήκον  τώ  Χριΰτω,  αλλά  εκαοτον  βαδίζειν  κατά 

III,  1)  Deut.  32  ΐ5.  -  3)  Jes.  3  5.  —  4)  Sap.  Π,  24. 

1  ουίζεοΟ^αι .  . .  τον  αρι&μον]  ut  salvi  essetis  .  .  .  cum  numero  L  |  μεν 
ελεονς]  μετά  όεονς  C  |  2  οννειό?ίθεως]  cum  bona  conscientia  L  |  αντον]  Dei  L  | 
8  και  2"]  wird  von  L  nicht  übersetzt  |  αμνησικακοι]αμαμνηοικακοιΑ  \  4  πάσα 
οταοις  και  παν  οχίομα]  omnis  scissura  {οχίομα)  et  contentio  [οτασις)  L  |  ην] 
om.  Α  Ι  επι]  et  propter  L  |  5  των  7i?.)jaioi']  τοις  n)j]Giov  A;  add.  vestrorum  L  | 
τα  νστερηματα]  et  peccata  L  |  6  ίδια]  GL;  ίδια  S;  dub.  Α  [ΙΔΙΑ]  \  άμετα- 
μέλητοι .  .  .  αγα&οτΐοιια]  om.  L  |  7  τη  .  .  .  πολιτεία]  omni  decore  cultus 
L  I  οεβαομιω]  Α  u.  S  (?) ;  οεβασμιωτατί^  C  |  8  αιΛον]  Dei  L  |  9  τον  κνριον] 
Dei  L  I  επι  τα  πλάτη]  in  latitudine  L  |  10  εγέγραπτο]  inscribebantur  L  \ 
11  πλατνομος]  altitudo  L  |  εδο^-η]  δοθ-η  Α  |  12  το  γεγραμμένον]  scriptura 
L  1  επλατνν&η  και  επαχνν&η]  ingrassavit  se  et  elatus  factus  est  L  [επα- 
χννΟ-η,  επλατνν&η  LXX)  1  18  απελακτιαεν]  απεγαλακτισεν  Α  |  14  και 
ερις]  AL;  ερις  CS  |  διο)γμος]  et  persecutio  L  |  πόλεμος]  et  proelium  L  | 
15  επι  10]  contra  L  [προς,  nach  LXX)  \  11  oi  νέοι]  sie  juvenes  L  | 
επι  20]  contra  L  (LXX)  |  απεοτιν]  AS  (est);  απεστη  C,  recessit  L  [αφε- 
οτηκεν  LXX);  add,  ab  eis  L  ]  18  απολιπειν]  απολειπΐ  Α  1  19 f.  μηδέ  εν 
.  .  .  .  Χριοτο)]  et  negabat  omnia  mandata  ejus  ambulare  voluerunt  non 
digne  Xristo  L. 


Text.    c.  Π  4  bis  IV  12.  97 

τας  επι&νμίας  της  καρόίας  αντον  της  πονηρας,  ξηλον  αοικον 
καΐ  άοεβη  άνειληφότας,  öl  ον  καΐ  &άνατος  εΐαηλ&εν  εις  τον 
κόΰμον. 

W.  Γέγραπται  γαρ  όντως'  Και  εγενετο  μείτ  -ημέρας  ηνεγκεν 
Καϊν  απυ  των  καρπών  της  γης  Ό^ναίαν  τώ  ■Θ'εώ,  και  "Αβελ  ηνεγκεν  5 
καϊ  αντος  απο  των  πρωτοτόκων  των  προβάτων  καϊ  άπυ  των  ΰτεάτων 
αυτών.  2.  και  επεΐδεν  υ  ^εος  επϊ  "Αβελ  καϊ  ετά  τοΐς  δώροις  αντον, 
επϊ  δε  Κάιν  και  επϊ  ταΐς  &νΰίαις  αντον  ον  προσεαχεν.  3.  καϊ  ελν- 
πηϋη  Καϊν  λίαν  καϊ  ΰννεπεαεν  το  πρυαωπον  αντον.  4.  καϊ  είπεν  υ 
ϋ-εος  προς  Κάϊν'  '^Ινατί  περίλνπος  εγενον,  καϊ  ΐνατί  ΰννεπεαεν  το  προ-  ίο 
αωπον  βον;  ονκ  εαν  ορϋώς  προαενεγκης,  ορ&ώς  δε  μη  διελης,  ημαρτες; 
5.  ηΰνχαβον'  προς  οε  ?;  αποοτροφη  αντον,  καϊ  ΰν  αρξεις  αντον.  6.  καϊ 
είπεν  Κάϊν  προς" Αβελ  τον  αδελφυν  (νύτοΰ'  /Ιιέλϋ-ωμεν  εις  το  πεδίον,  καϊ 
εγενετο  εν  τώ  είναι  αντονς  εντωπεδίω  ανίατη  Κάϊν  επϊ"Αβελτ6ν  άδελφον 
αντον  καϊ  άπέκτεινεν  αντόν.  7.  Όράτε.  αδελφοί,  ζηλος  καϊ  φ&όνος  ΐδ 
άόελφοκτονίαν  κατειργάοατο.  S.  Δια  ζηλος  6  πατήρ  ι)μών  Ια- 
κώβ άπέδρα  άπο  προοώπου  Ήοαν  τον  αδελφού  αντον.  9.  ζή- 
λος εποίηοεν  Ίθ3θηφ  μέχρι  θανάτου  διοχ&ήναί  καϊ  μέχρι  δον- 
λείας  ελϋ-εΐν.  10.  ζηλος  φυγείν  ηνάγκααεν  Μίονοην  άπο  προο- 
ώπον  Φαραώ  βαοιλέως  Αιγύπτου  εν  τώ  ακονΟαι  αυτόν  απο  2ο 
τοΰ  ομοφύλου'  Τις  αε  κατεατηαεν  κριτην  η  δικαατην  εφ  ημών;  μη 
ανελείν  με  αν  ϋ^έλεις,  ον  τρόπον  άνεΐλες  εχ&ες  τον  Αιγνπτιον,  11.  δια 
ζηλος  Ααρών  και  Μαριάμ  εξω  της  παρεμβολής  ?]νλίΰθ•ηοαν. 
12.  ζήλος  Δαϋσ.ν  καΙ.\4βειρών  ζώντας  κατηγαγεν  εις  αδου,  δια 
το   Οταΰΐάοαι  αυτούς  προς  τον  ϋ-εράποντα  τοΰ  ϋ-εον  Μωϋοην.  25 

IV,  1  sqq.)  Gen.  4  3—8.  —  8)  Gen.  27  4ΐ  sqq.  —  9)  Gen.  37.  —  10)  Ex. 
2  14.  —  11)  Num.  12.  —  12)  Num.  16. 

1  της  καρδίας]  om.  Ä  |  ζηλον]  et  zelum  L  |  ανειληφοτας]  receptum  L  | 
2  και  2"]  om.  S  |  4  ovτoJς]  om.  C  |  5  τω  S-εω]  AS;  τω  κνριω  GL  (LXX)  | 
6  και  αντος]  om.  L  |  προβατοη']  AC;  add.  αντον  LS  (LXX)  |  9  το  πρόσωπον] 
τω  προσωπω  Α  (LXX)  ]  11  εαν]  Α;  αν  C  |  ορΘ-ωςόε]  et .  .  .  recte  L  |  12  αρξεις 
αντον]  ALS  iLXX);  αντον  αρξβις  C  ]  13  όίελ&ο}μεν]  add.  δη  S  (so  auch  einige 
LXX  Handschriften)  ]  15  οράτε]  intellegite  L  |  αδελφοί]  αγαπητοί  S  |  ζηλος 
quia  zelus  L  |  16  κατειργασατο]  κατειργασαντο  C  |  ζηλος]  Α;  ζηλον 
C  Ι  19  ελΘ-ειν]  C  u.  anscheinend  LS;  εισελ&ειν  Α  ]  21  ομοφνλον]  add. 
suo  L  1  κριτην]  Α;  άρχοντα  CLS  (LXX)  1  »/]  AL  (LXX  F);  και  CS  |  μη] 
aut  {η)  L  (LXXAF)  ]  22  ε/βες]  Α;  χ&ες  C  |  δια]  om.  Α  |  23  ζηλος] 
Α;  ζηλον  C  1  24  ζηλος]  LS;  δια  ζηλος  Α,  δια  ζηλον  C  |  Αβειρων] 
add.  cum  tabernaculis  L  (Num.  16  3o)  |  25  προς  τον]  add.  fidelem  L  (cf. 
c.  17  5  43 1). 

Texte  u.  Untersuchungen.    N".  F.  V,  1.  7 


98  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

13.  δια    ζήλος  Δανύδ   ψϋ^όνον   εοχίν  ον  μόνον  νπο  των  αλλο- 
φύλων, ά//α  y.al  νπο  Σαονλ  βαοιλέο^ς  ^Ιοραηλ  εόιώχϋ•?]. 

V.  Αλλ  ίνα  των  αρχαίων  νττοόίίγματων  πανοοίμε&α,  ελ.- 
&ωμεν   επϊ   τους   εγγιοτα   γενομένους   άΘ•).ητάς'    λάβω  μεν   της 

δ  γενεάς  ημών  τα  γενναία  υποδείγματα.  2.  Δια  ζηλ.ον  y.al  φ\9ό- 
νον  οι  μέγιοτοί  y.al  δικαιότατοι  Οτυλοι  εόιο^χ&ηΟαν  καΐ  εως 
d-ανάτου  ηΟ-ληοαν.  3.  Αάβωμεν  προ  όφ&αλμών  ημών  τους 
άγαϋ-ους  άποΟτόλ.ους'  4.  Πέτρον,  ος  δια  ζηλον  αδικον  ονχ  tva 
ονδε  δυο  αλλά  πλ.είονας  ύπήνεγκεν  πόνους,  καΐ  ουτο)  μαρτυρή- 

10  βας  επορεν&η  εις  τον  όφειλ.όμενον  τόπον  της  δόξης-  5.  Δια 
ζήλον  και  εριν  Παϋλος  υπομονής  βραβεΐον  νπέδειξεν.  6.  επτά- 
κις  δεομα  φορέοας,  φυγαδευϋ^είς,  λ.ιϋ^αϋϋείς.  κήρυξ,  γενόμενος 
εν  τε  τη  άνατο/.η  καΐ  εν  τη  δναει.  το  γενναΐον  της  πίοτεως 
αντοΰ   κλέος   ελαβεν,    7.   δικαιοουνην    διδάξας    ολ.ον    τον  κόϋ- 

15  μον,  καΐ  έπΙ  το  τέρμα  της  δυοεως  ελ.ϋ^ών  καΐ  μαρτυρηΟας  επΙ 
τών  ηγουμένο^ν ,  όντως  άπηλ.λΛγη  τοΰ  κόομον  καΐ  εις  τον 
άγιον  τόπον  έπορενϋ-η .  νπομονης  γενόμενος  μέγιοτος  νπο- 
γραμμός. 

VI.  Τούτοις    τοις   άνδράοιν   ούίως   πολιτενοαμένοις  Οννη- 
20  ϋ-ροίοϋ-η  πολ,ν  πλη&ος  εκλεκτών,  οΐτινες  f  πολ'λας  αΐκίας  και 

13)  Ι  Reg.  19  sqq. 

1  ζί/Λος]  Α;  ξί/λον  C  |  Δανεώ\  δαδ  AC;  {Δανίΐδ  Lightf.,  Δανώ  Gbh.- 
Hmck.,  Διφώ  Hlgf.)  |  ντίο\  Α;  αηο  C  |  «λλο φίλων]  fratribus  {αδελφών 
oder  ομοφν/,ων)  L  |  2  νπο  Σαονλ]  Α;  αηο  τον  Σαονλ  C  |  βασύ.είος  Ιοραη?.] 
cm.  C  Ι  3  των  αρχαίων  νηοδειγματων]  priorum  exempla  L  (las  er  των  των 
αργαιων  ντίοδειγματων'?)  \  β  μέγιστοι] οτοι  Α  (verschiedene  Aus- 
füllung der  Lücke  durch  die  Editoren  vor  Bryennios)  |  δικαιότατοι]  for- 
tissimaeL  (γενναιότατοι  oder  δννατωτατοι^Ί)  |  8  αγα&ονς]  bonos  et  fortes 

L  I  Πετρον  ος]  CL; ος  Α;   Petrus  S  |   9  ονδε  δυο]   non    duos  L    {ov 

δνο7)  I  ντΐίρεγκεν]  C  (doch  νπηνεγκε)  S  (tulit);  dub.  A,  einige  sahen  νπε- 
μεινεν,  andere  ντΐηνεγκεν;  passus  est  L  (offenb.  ντιηνεγκεν)  |  11  vπεδειξe^'] 

XGN  A,  doch  lasen  Mill  und  Jacobson  noch  ein  V"  am  Anfange. 

ί-πέδειξεν  scheint  auch  Macarius  Magn.  (Apocr.  IV  14)  vorauszusetzen 
(vgl.  Lightf,  z.  St.);  εδειξεν  C;  dub.  L  (ostendit);  ΤΤΐιΛΟ  tulit,  portavit  S 
(νπεσχεν?)  \  13rf]AC;  omS;  dub.  L  |  14:  δικαιοσννην]  AL;  δικαιοοίΎηςΟΒ 
15  επι  το  τέρμα]  ab  Oriente  usque  ad  fines  L  ]  επι  των  ηγονμενων  όντως] 
sie  a  potentibus  L  {όντως  αηο  των  ηγονμενων)  \  16  τον  κοομον]  AC;  ab 
hoc  seculo  LS  |  17  εnoρεvfl•η]  AC;  εηηρΟ-η  LS  re-(bez.  sus-)ceptus  est)  | 
μεγιατος.  magnum  L  |  20  ηολν  πλ7]0-ος]  magnae  turbae  L  |  ηολλας  αικιας 
και  βααανονς]  L;  ηολλαις  αικιαις  και  βασανοις  ACS. 


Text.     c.  IV  13  bis  VII  7.  99 

βαοάνονς  j  δια  ζήλος  jraf^ovTsg  υπόδειγμα  κάλλιοτον  Ιγένοντο 
εν  ημίν.  2.  Ata  ζήλος  διωχϋ-ΰοαι  γυναίκες  /ίαναίδες  χαϊ  ΑΙρ- 
και,  αίκίΰματα  δείνα  καΐ  ανόύια  παϋ-ονοαί,  επϊ  τον  τ^ς  πίοτεως 
βέβαιον  δρόμον  κατ7]ντηθαν  κάί  ελαβον  γέρας  γενναϊον  αϊ  ά- 
Ο&ενεΐς  τω  οώματι.  3.  ζήλος  άπηλλοτρΊο:>οεν  γαμετας  ανδρών  5 
καΐ  ί'/λΛοίωΟεν  το  ρ?}&•εν  ύτιο  τοϋ  πατρός  ημών  Αδάμ'  Τούτο 
ννν  όστοΰν  εκ  των  υΟτεων  μου  καΐ  βαρξ,  εκ  της  ααρκός  μον.  4.  ζήλος 
και  ερις  πόλεις  μεγάλας  κατέοκαψεν  καΐ  εϋ-νη  μεγάλα  εξερί- 
ζωοεν. 

ΥΙΙ.   Ταϋτα,    αγαπητοί,   ου  μόνον  υμάς  νουθ-ετοΰντες  επι-  ίο 
ϋτέλλομεν ,    άλλίι   και    εαυτούς   υπομιμνηοκοντες'    εν   γαρ    τώ 
αυτώ  έομεν  ΰκάμματι,  και  6  αυτός  άγων  ?)μϊν  επίκειται.  1.  Διό 
άπολίπωμεν   τας   κενας  κάί  ματαίας  φροντίδας,    καϊ  ελϋ-ωμεν 
επϊ    τον    ευκλεη   καϊ    Οεμνόν    της   παραδόϋεως   ημών   κανόνα, 
3.  και  ϊδωμεν  τι  καλόν  καϊ  τι  τερπνόν  καϊ  τι  προοδεκτόν  ενώ-  ΐ5 
πιον    τοϋ   ποιηύαντος   ημάς.     4.   άτενίϋωμεν  εις  τό   αίμα   τοϋ 
Χριϋτοΰ  και  γνώμεν  ως  εϋτιν  τίμιον  τώ  πατρϊ  αυτοΰ,  ότι  δια 
την    ημετέραν    οωτηρίαν    έκχυϋεν  παντι  τω  κόομω  μετανοίας 
χάριν  επηνεγκεν.   5.  διέλ&ο^μεν  εις  τάς  γενεάς  πάοας  καϊ  κατα- 
μάϋ^ωμεν  ότι  εν  γενεΐι.  και  γενεά  μετανοίας  τόπον  έδωκεν  6  δεϋπό-  2ο 
της  τοις  βουλομένοις  έπιϋτραφηναι  έπ'  αυτόν.  6.  Νώε  εκι'ιρυξεν 
μετάνοιαν,    καϊ   οι  υπακούοαντες  έθώ&-ηθαν.     7.  Ίωνάς   Νινευ- 

VI,  3)  Gen.  2,  23. 

1  'ζ,ιβοζ]  Α;  L,ri/.ov  C  |  υπόδειγμα  κάλλιστοι']  magno  exemplo  L  \ 
2  εν  ημιν]  nobis  L  |  ζήλος]  Α;  ζηλον  C  |  Aioxca]  δείρ  και  C  |  Αιρκαι]  add. 
et  L  (dittographiertes  και'ί)  \  4  γενναϊον]  magnuin  L  |  7  οστεοη•]  Α  (doch 
οσταιων);  οστών  C  \  8  μεγα).ας]  om.  L  |  κατεσκαψεν]  C  (doch  κατεσκαψε) 
L;  κατεστρεχρεν  AS  |  εξεριί,ο^σεν]  Α;  εξερριζωσε  C  |  11  ντΐομιμνησκοντες]  C; 
νττομνησκοντες  Α;  L  übersetzt  übrigens  das  Pitc.  durch  Verb,  finit.  con- 
monemus  |  εν  γαρ]  και  γαρ  εν  C  1  12  άγων  ημιν]  CL;  ημιν  αγυ)ν  Α;  dub. 
S  Ι  13  ατίολιπωμεν]  C;  απολειπωμεν  Α  |  κενας  και  ματαίας]  vanas  L  | 
14  ημών]  om.  L  \  Ιό  τι  ...  τι ...  τι]  L  übersetzt  nur  das  erste  τι  \  ενώπιον 
τον]  coram  Deo  L  |  17  τω  πατρι  αντον]  LS;  τω  Q-εω  [και  πατρ]ι  αντον  Α; 
τω  πατρι  αντον  τω  iHo)  C  |  οτΐ]  id  quod  S  (ο  τι)  \  18  μετάνοιας  /,αριν] 
AC;  μετάνοιαν  LS  (doch  kann  bei  beiden  der  Fehler  sehr  leicht  erst  in 
•einer  Abschrift  der  ursprünglich  richtigen  Übersetzung  entstanden  sein, 
Prol.  S.  65)  I  19  επηνεγκεν]  C  (επηνεγκε)  L  (intulit);  νπηνεγκεν  Α,  sustulit 
S  I  διελΟ-ωμεν  εις]  Α  (.  .  .  .  ωμεν  εις)  LS(?);  διελΟ-ωμεν  om.  εις  C  |  και]  om. 
S  Ι  20  εΐ'  γενεά  και  γενεά]  in  secula  L  |  ο  δεσπότης]  AC;  omnibus  L;  om.  S. 


IQQ  Knopf,  Der  erste  Cleinensbrief. 

ιταις  καταΟτροφην  εκηρνξ,ξν,  οί  os  μετανοήοαντες  hm  τοΐ^ 
άμαρτημαοιν  αντών  εξιλάοαντο  τον  {}^ε6ν  Ικετενϋαντες  καΐ  ελα- 
βον  οωτηρίαν,  καίπερ  αλλότριοι  τον  ϋ^εοΰ  οντες. 

VIII.  Οί   λειτουργοί   της  χάριτος  τον  ϋ^εον  δια  πνενματος 
5  άγ'ιον   περΧ   μετανοίας   ελάληοαν ,    2.  και  αντος  όε  6  όεοποτης 

των  απαντούν  περϊ  μετανοίας  ελάλ.ηοεν  μετά  όρκον'  Ζώ  γαρ 
ενω,  λεγεί  κύριος,  ον  βονλομαι  τον  -θάνατον  τον  αμαρτωλού  ως  τί/ν 
μετάνοιαν,  προΟτιϋ-εϊς  καΙ  γνώμην  άγα9•ην  3.  Μετανοτιβατε,  οίκος 
Ίβραηλ,  άπο   της  ανομίας  νμών.    είπον  τοΓ?  νίοΐς  τον  λαον   μον'   Έ,αν 

10  ώβιν  αί  αμαρτίαι  νμών  άπο  της  γης  εως  τοΰ  ονρανον ,  καΐ  εαν  ώαιν 
πνρρότεραι  κόκκου  καϊ  μελανώτεραι  οάκκον ,  κα\  επιβτραφητε  προς  με 
εξ  όλης  της  'ψνχης  καϊ  εϊπητε'  Πάτερ,  επακονΰομαί  ίψών  ώς  λαον 
άγίον.  4.  καϊ  εν  ετέρω  τόπορ  όντως  λ.έγεί'  Λονΰαΰ9ε  κα\  καΟ-α- 
ρο\   γενεβ&ε,    άφέλεαϋ-ε   τάς   πονηρίας   απο  των  'ψυχών  νμών  απέναντι 

15  των  οφ&αλμών  μον'  πανΰαΰ&ε  άπο  των  πονηριών  νμών,  μα&ετε  καλόν 
ποιεΐν,  εκζητηαατε  κρίοιν,  ρνβαΰϋ-ε  άδικονμενον,  κρίνατε  ορφανω  καϊ 
δικαιώΰατε  χηραν,  κα\  δεντε  κα\  δΐΐλεγχ&ώμεν,  λέγει  κύριος'  κα\  εάν 
ώαιν  αί  αμαρτίαι  νμών  ως  φοινικονν,  ώς  χιόνα  λευκανώ,  εάν  δε  ώβιν 
ώς  κόκκινον,  ώς  εριον  λευκανώ ,   κα\  εάν  ϋ•ελητε  καϊ   ειαα•/.ονα7]τέ  μον^ 

20  τά  άγα&α  της  γης  ψάγεϋ&ε,  εάν  δε  μη  ϋ^έλητε  μηδέ  είΰακούΰητέ  μον, 
μάχαιρα  νμάς  κατέδεται'  το  γάρ  βτόμα  κυρίου  ελάληβεν  ταΰτα.  5.  Παν- 
τας  ονν  τονς  αγαπητούς  αντον  βονλόμενος  μετανοίας  μετα- 
Οχειν,  f  ην  -Tf  εΟτήριξεν  τω  παντοκρατορικφ  βονληματι  αντον. 

IX.  Αιο  νπακονοωμεν  τη  μεγαλοτιρεπεί  καϊ  ενόόξω  βονλη- 

VIII,  2)  Ezech.  33  ιι.  —  3)  unde?  —  4)  Jes.  1 16— 20. 

1  οι  δε]  CL  (et .  .);  ο"όε8;  dub.  Α  2  ικετενσαντεςΙΑ.;  ικετενοι•τεςΟη.8(?); 
dub.  L  1  4  oi  λειτουργοί]  Item  ministri  L  |  5  αγιον]  add.  omnes  L  |  δεσπότης] 
Deus  L  1  6  μετά  ορκον]  AC;  μεθ-  ορκον  Bryennios  u.  a.  |  γαρ]  AS;  om.  CL 
(LXX)  I  7  ov  βονλομαι]  quia  nolo  L  |  9  της  ανομίας]  peccataL  (als  ob  των 
ανομίίον)  \  νμο}ν]  τον  λαον  μον  C  |  είπον]  L  (die);  είπον  C;  dub  Α;  εΙπων 
S  (dura  dicis  tu)  |  εαν]  καν  oder  και  εαν  S  |  11  και  1"]  vel  L  1  12  ψνχης] 
καρδίας  Α  |  λαον  αγιον]  C  Clem.;  λαω  αγιω  Α  |  13  όντως  λέγει]  λέγει  όν- 
τως Α  Ι  και  2^]  Α;  om.  CLS  (LXX)  |  14  αφελεο»ε]  Α  (doch  αφελεσ&αι); 
αφελετε  C  |  νμων]  add.  et  L  |  16  και]  om.  S  |  17  χηραν]  CL(?);  χήρα  Α;  dub. 
S  Ι  και  2"]  AC;  om.  SL  \  διελεγχβωμεί']  L  (disputemus);  .  .  ελεγβωμεν  Α; 
διαλεχβίομεν  CS  (loquamur  cum  alterutro)  |  κνριος]  om.  Α  |  18  ωσιν2'^]  om. 
L  I  20  φαγεοθ-ε]  manducabitis  L  (doch  kaum  εδεοθ-ε)  \  εαν  δε]  quod  si  L 
(0  [ει(α•?)  1  21  γαρ]  om.  S  (Pesh)  |  22  αντον]  L  wieder  Deus  |  βονλομενο;]  vult 
L  I  23  ην]  L;  om.  ACS  (vgl.  Prol.  S.  48)  |  το)  παντοκρατορικω]  omnipotens  L. 


Text.    c.  VII 7  bis  Xü.  101 

ösi  αντον.  καϊ  Ιχέταί  γενόμενοι  τον  ελέους  χαί  της  χρηοτότη- 
τος  αντον  προοπέοωμεν  y.al  επιϋτρεψωμεν  επί  τονς  οίκτιρμονς 
αντον,  άπολιπόντες  την  ματαιοπονίαν  την  τε  εριν  καϊ  το  εις 
ϋ^άνατον  άγον  ζήλος.  2.  Άτενίοωμεν  εις  τονς  τελείους  λειτονρ- 
γίραντας  τη  μεγαλοπρεπεί  δόξη  αντον.  3.  λάβωμεν  Ένώχ,  ος  5 
εν  νπακοη  δίκαιος  ενρεθ^είς  μετετέ&η,  καϊ  ονχ  ενρέθ-η  αντοΰ 
ϋ^άνατος.  4.  β^ώε  πιϋτος  ενρεϋ-εϊς  όια  της  λειτονργίας  αντον 
παλιγγενεοίαν  κόϋμφ  εκήρνξεν,  καϊ  διέϋωΟεν  δι  αντον  ο  δε- 
ϋπότης  τα  εΐοελϋ^όντα  εν  ομόνοια  ζώα  εις  την  κιβο^τόν. 

Χ.  'Αβραάμ.  6  φίλιος  προΟαγορευθ-είς,  πΐϋτος  ενρέ&η  εν  τω  ίο 
αντον   νπηκοον  γενέο&αι  τοις  ()ημα6ιν  τον  ϋ-εον.     2.  οντος  δι 
νπακοης    έξηλϋ-εν   εκ   της   γης    αντον    καϊ   εκ   της    ονγγενείας 
αντον   καϊ  εκ  τον  οίκον  τον  πατρός  αντον,   όπως  γην  ολίγην 
καϊ    ονγγένειαν  άο&ενη  καϊ  οίκον  μικρόν  καταλιπών  κληρονο- 
μηοη    τας   επαγγελίας    τον  ϋ-εον.     λέγει   γαρ  αντω  •     3.  "Απζλ&ζ  ΐ5 
Ικ   της   γης  βου  καϊ  εκ  της  ονγγενείας  ΰου  καϊ  εκ  τον  οίκου  τον  πα- 
τρός ΰον  εις  την  γην  ην  αν  gol  δεί'ξω,  καΐ  ποιηθώ  σε  εις  ε'&νος  μέγα 
ααϊ   ευλορ;σω    σε   καϊ  μεγαλννώ   το  ονομά  ΰου,    καϊ  εβη   ευλογημένος' 
καϊ  ευλογηθώ  τους  ενλογονντάς  σε   καϊ  καταράαομαι  τονς  καταρωμένους 
σε,  καϊ  ευλογη&ηΰονται  εν  6θϊ  παΰαι  αϊ  φνλαϊ  της  γης.    4.  και  πάλιν  20 
εν   τω    διαχωριϋ&^ηναι    αντον    άπο  Αώτ    είπεν    αντω   ο  ϋεος' 
ΆναβλέχΙ>ας  τοις  όφΰ•αλμοΐς  6ου  ϊδε  απο  του  τόπου  ου  νΰν  ΰύ  εΐ  προς 
βορραν    καϊ   λίβα   καϊ  ανατολάς  καϊ  ϋ•άλαΰΰαν'    ort  παΰαν  την  γην  rjv 
ΰυ    οράς,    ΰοϊ    δοίΰω   αυτήν  καϊ  τω  ΰπέρματί  βου  εως  αιώνος.     5.  και 

IX,  3)  Gen.  δ  24.  —  4)  Gen.  6  8  sqq.  —  Χ,  1)  Jes.  41  8.  Π  Chron.  20  7. 
3)  Gen.  12ι-3.  —  4)  Gen.  13ΐ4— 16. 

1  γενόμενοι]  AC;  γινόμενοι  (?)  S;  dub.  L  |  3  απολιποντες]  απο- 
'/.ειτΐοντες  (?)  S  ι  4  τελείως]  τέλειους  S  \  5  τ/j  μεγαλοπρεπει  öogfj  αντον]  αντον 
TJ/  μεγαλοπρεπει  όοξι/  Clem.  |  αντον]  Dei  L  |  6  εν]  propter  L  (επι'ί)  \  υπα- 
κοή] add.  Deo  L  |  ενρε&η]  invenitur  L  (Hebr.  11 5  ηνρίσκετο)  \  1  θάνατος] 
Α;  ο  9-ανατος  C  |  δια  της  λειτουργίας]  εν  tj;  'λειτουργία  C  |  8  δεσπότης] 
AC;  dominus  universi  S  (der  δεσπότης  auch  an  anderen  Stellen  mit  dieser 
Glosse  übersetzt);  Deus  L  |  9  εισε?.Θ^οντα]  add,  cum  eo  L  |  10  πιστός]  πιατις  Α 
12  υπακοής]  add.  Dei  L  |  14  μικρόν]  minima  L  |  15  αντο)]  add.  Deus  L 
απελΟ-ε]  exiL(LXX)  |  17  εις]  et  vadeinL  |  \^  καταρασομαι]  Α;  καταρασοο- 
μαι  C   Ι  καταραοομαι  τονς  καταρυ)μενονς  σε]  qui  te  maledixerint  maledi- 

cam  L  (LXX)  |  21  αντον]  Abraham  L  |  22  αναβλεψας  .  .  .  ιδε]  respice 

et  Tide  L    (LXX  XAB)   |   ει]    stas  L  1   23  ην]  om.  C   1  24  αιώνος]    Α;  τον 
αιώνος  C. 


102  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

ποιηβω  το  βπΐρμα  Gov  ώς  την  αμμον  της  γης'  ει  δύναται  τις  εξαριϋ•- 
μηβαί  την  αμμον  της  γης,  και  το  ΰπερμα  αον  εξαρι&μη&ήοεται.  6.  xccl 
πάλιν  λέγει'  Έ'ξηγαγεν  ο  ϋ-εος  τον  Άβρααμ  καϊ  είπεν  αντω'  ^Ανά- 
βλε'ψον  εις  τον  ονρανον  καϊ  αρί&μηΰον  τους  άατερας ,  ει  δννηΰϊ]  εξα 
5  ρι&μηΰαι  αντονς'  όντως  εοταί  το  ΰπερμα  αον,  επίΰτείοεν  δε  Άβρααμ 
τω  -θεω,  καΐ  ελογίΰ^η  αντω  εις  δικαιοβννην.  7.  όΐα  πίοτίν  και  φΐ- 
λοξενίαν  εδόϋη  αντω  νιος  εν  γηρα,  και  όι  νπαχοης  προοη- 
νεγκεν  αυτόν  Ο^νοίαν  τω  βεφ  προς  f  το  ορός,  ο  f  εόειξεν  αντω. 

XI.  Jia  φιλοξενίαν  κα\  ενοίβειαν  Λώτ  εϋώϋ-η  εκ  Σοόόμοον 
10  ττις    περιγώρου  πάοης  κρι&είϋης  δια  πνρος  καΐ  ϋ^είον    πρόδη- 

λον  ποιηοας  6  δεοπότης  οτι  τονς  ελπίζοντας  επ'  αντον  ουκ 
εγκαταλείπει,  τονς  δε  Ιτεροκλινεΐς  νπ.άρχοντας  εις  κόλαΟιν  και 
αΐκιϋμον  τί&7]θιν.  2•  οννεξελϋ-ονοης  γαρ  αντω  της  γυναικός 
ίτερογνωμονος  νπαρχονοης  και  ουκ  εν  ομόνοια^  εις  τοΰτο  Οη- 
15  μείον  έτεϋ^η  ωοτε  γενέϋϋ-αι  αυτήν  Οτήλην  άλος  εως  της  ημέρας 
ταύτης,  εις  το  γνωοτον  είναι  παΰιν  ότι  οι  δίψυχοι  και  οι  δι- 
Οτάζοντες  περί  της  τοϋ  ϋ^εοΰ  δυνάμεως  εις  κρίμα  καΐ  εις  οη- 
μείωοιν  πάοαις  ταΐς  γενεαΐς  γίνονται. 

XII.  Δια   πίοτιν    καϊ    φιλοξενίαν    εϋώθ-η   'Ρααβ   r)    πόρνη. 

6)  Gen.  1δ  5  sq.  —  7)  Gen.  21  sq.  —  XI,  1)  Gen.  19.  —  XII,  1  sqq.) 
Jos.  2. 

1  της  )'?;ς]  maris  L  |  ει  όνναται  ....  εξαριΘ-μηθ-ηοεται]  L  nur  quae  non 
clinumerabitur  |  3  εξ7]γαγεν]  Α;  add.  όε  CLS  |  4  τονς  αοτερας]  add.  τον 
ονρανον  S  |  δ  αντονς]  add.  et  dixit  Dens  L  |  δε]  et  L  (LXX)  |  6  δια]  et 
propter  L  |  7  γηρα]  Α;  γη  ρε  ι  C  |  8  τω  ϋ-εω]  ASL  (doch  dieser  hinter  νηα- 
κοης);  om.  C  \  προς]  Α;  εις  C;  super  {επή  S;  dub.  L  (in,  was  προς,  εις 
oder  επί  sein  kann)  |  το  ορός  ο]  L  (montem  quem);  εν  των  ορέων  ο]  ACS 
LXX  Ι  αντω]  add.  Deus  L  |  9  δια]  item  quia . .  .  erat  L  [  11  ποιησας] 
AC ;  LS  übersetzen  als  ob  εποιηοεν  (doch  wird  das  nur  Übersetzungsvariante 
sein)  I  ποιησας]  add.  enim  L  |  ο  δεσπότης]  Deus  L  |  επ'  αντον]  AS(?)  εις 
αντον  C;  dub.  L  (in)  |  12  εγκαταλείπει]  derelinquet  L  (εγκαταλείψει;  doch 
wird  derelinquit  zu  corrigieren  sein)  |  τονς  .  .  .  τιΘ-ησιν]  traduntur  L  |  κο- 
λαοιν]  κρίσιν  (?)  S  |  13  γαρ]  quomodo  et  L  |  της  γνναικος]  uxor  Loth  L 
und  add.  et  |  14  ετερογνο)μονος]0;  ετερογνοίμος  (oaer -γνωμον)  Α;  praem. 
in  Deum  L  |  και  ονκ  εν  ομόνοια]  om,  L  |  εις  τοντο  ...  bis  αλός]  L  stark 
verkürzend:  facta  est  statua  {στήλη)  et  monumentum  (σημειον)  salis  | 
τοντο]  AS;  om.  C  |  17  κρίμα]  κρίμα  C  |  εις  2"]  in  L  nicht  übersetzt  |  19  δια] 
item  propter  L  |  φιλοξενιαν]  Α;  δια  φιλοξενιαν  CS  (doch  ist  die  Wieder- 
holung der  Präposition  im  Syrischen  notwendig);  dub.  L,  der  die  4  ersten 
Worte  des  Kapitels  übersetzt:  item  propter  fidem  quia  hospitalis  erat  | 
η  πόρνη]  Α  Clem.;  //  επιλεγόμενη  πόρνη  CLS. 


Text.    c.  Χό  bis  ΧΐΙ  6.  103 

2.  εκπεμφϋ^έντων  γαρ  νπο  Ίηοοϋ  τον  τοϋ  Λτινη  χαταοχόπων  εις 
την  Ιεριχώ.  Ιγνω  6  βαοιλευς  της  'γης  οτι  ηκαϋιν  καταΟκο- 
ττενοαι  την  χώραν  αυτών,  καϊ  έξεπεμψεν  άνδρας  τους  ουλλημ- 
ψομένους  αντονς,  όπως  ουλλημφΘ^εντες  ϋ^ανατωϋ-ώοιν.  3.  ή 
ούν  φιλόξενος  ^Ρα(φ  είοόεξαμενη  αυτούς  εκρυψεν  εις  το  νπερ-  5 
φον  υπο  την  λινο/ίαλάμην.  4.  έπίΟταϋ^έντων  δε  των  παρά 
τοϋ  βαΟιλέως  καϊ  λεγόντων  Προς  θε  είοηλϋ^ον  οι  κατάύκοποι 
της  γης  ημών  εξάγαγε  αυτούς,  ο  γαρ  βαοιλευς  όντως  κελ,εύει' 
ηδε  άπεκρίϋ-η'  ΕίοΓβ&ον  μεν  οι  άνδρες  ους  ζητείτε  προς  με, 
άλλα  ενθ-έως  άπηλΟ-ον  καϊ  πορεύονται  τ(]  όδώ'  ύποδεικνύουΟα  ίο 
αντοϊς  εναλλάξ.  5.  καϊ  είπεν  προς  τους  άνδρας'  Γινώοκουοα 
γινώοκω  εγώ  ότι  κύριος  ό  &ε6ς  παραδίδωοιν  ύμϊν  την  γην 
ταύτη  ν  ο  γαρ  φόβος  και  ο  τρόμος  υμών  έπεπεοεν  τοις  κατοι- 
κοϋοιν  αύτην.  ώς  εάν  ούν  γένηται  λαβείν  αύτην  υμάς,  διαοώ- 
οατέ  με  και  τον  οίκον  τοϋ  πατρός  μου.  6.  καϊ  είπαν  αύτη'  ΐ5 
"Εοται  ούτως  oic  ελ.άληύας  ημίν.  οος  εάν  ούν  γνώς  παραγινο- 
μενους  ημάς,  Ουνάξεις  πάντας  τους  οούς  υπό  το  Οτεγος  αου, 
και   διαοωι}^ηθονται'    όοοι   γάρ    εάν   εύρε&ώοιν  εξω  της  οικίας, 

1  εκπεμψΟ^εντων]    εκτιεφ&εντων    Α    (älinliche   Schwankungen   in  der 
Orthographie  bei  μ  vor  Labialen  vgl.  12  2  σνλλημιρομένονς  u.  ονλ?.ημφ9•εν- 
τες,  sowie  l3  α7ίροσω7ΐθ?.ημπτως)  \  τον  τον]  Α;  τον  C  |  2  την]  Α;  om.  C 
εγνω]  L  übersetzt,  als  hätte  er  gelesen:    γνονς  κτλ.  oder  κεα  γνοντος  τον 
βαοί?.εως  κτλ.  \  της  γης]  civitatis  Jericho  L  |  3  αντο)ν]  om.  L  |  και]  om.  L 
εξεπεμχρεν]  Α;  επεμψεν  C;  dub.  LS  |  σνλλημχρομενος,  σνλλημφθ-εντες]  ονλλψ 
ψομενονς,    σνλλημφί^εντες   Α;    ονλληχρομενονς,    ονλληφΟ-εντες  C  |  4:  οηως 
ονλλημφί)-εντες   Ο^ανατοί^ωοιν]    L  einfach  et  occiderent  (als  ob  και  d-ανατω- 
σοντας)   \  6  νπο  την  λινοκαλαμην]  domus  suae  L   ]   7  λεγόντων]  AC;  add. 
ei  LS  I  8  αντονς]  add.  et  moriantur  L  |  όντως]  ..  τως  Α;  οντω  C  (L  über- 
setzt   οιτως   κελενει:    hoc  .  .  .  jussit)   |   9  ηδε]  L  (illa);    ή  δε  CS;    dub.  Α 
10  άλλα]  αλλ'  C;  vac.  Α  |  antßU-ov]  A;  εξηλθ-ον  C;  dub.  LS  |  11  ενα?.λαξ] 

Α  hat   nach   Tisch,  εκ |  εναλλάξ]    add.   et  sie  illos  avertit  L  ]  είπεν] 

add.  Raab  L  |  άνδρας]  homines  Israhelitas  quos  absconderat  L  |  12  εγω] 
AS;  om.  CL  I  θ•εος]  add.  υ^Μων  Α  |  παραδιδυ^οιν]  tradet  L  (doch  vgl.  das 
zu  S.  102  Z.  12  bemerkte  und  Prol.  S.  43)  |  την  γην]  CLS;  [την  ηο]λιν  Α  |  13  φο- 
βος,  τρόμος]  τρόμος,  (ροβος  S  |  14  αντην]  AC;  terram  S;  terram  istam  L  , 
εαν]  Α;  ßvC  |  γενηται .  .  .  νμας]  erit  vobis  L  |  15  αντ^/]  om.  L  |  16  ελα?.ησας] 
Α;  ?.ελαληκας  C  |  ημιν]  om.  L  |  ως]  in  S  nicht  übersetzt  |  εαν]  λ;  αν  C  \ 
παραγινομενονς]  παραγενομενονς  C  17  παντας  τονς  σονς]  L  hat  nur  omnes 
το  οτεγος]  CL  (domum);  το  τεγος  (oder  vielmehr  τοτοεγος)  Α;  tectum 
domus  S  Ι  σοι•]  om.  C  |  18  oaoL  γαρ]  et  omnes  illi  qui  {και  oooi)  S  |  aar] 
av  C  I  ενρείί^ωοίν]  erunt  L  |  οικίας]  add.  tuam  L. 


104  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

άπο?.οννταί.  7.  xal  προοεθ^εντο  αντί]  όοϋναι  ο?]μεΐον,  όπως 
εχχρεμάο?^  εκ  τον  οϊκον  αντης  κόκκινον,  πρόδηλον  ποωΰντες 
ότι  όιά  τον  αίματος  τον  κνρίον  λντρωοις  εΟται  jcäöiv  τοις. 
πιοτενονοιν  καΐ  ελπίζ,ονοιν  επΙ  τον  ϋ-εόν.    8.  Όρατε,  αγαπητοί' 

5  οτί  ον  μόνον  π'ιϋτις  άλλα  και  προφητεία  εν  τη  γνναικι  γε- 
γονεν. 

XIII.  Ταπείνοφρον7]ΰωμεν  ούν,  άδελ.φοί,  άποΟ-έμενοι  πΰϋαν 
άλαζονείαν  και  τύφος  και  άφροΟννην  καΐ  όργάς^  και  ποιηοω- 
μεν  το  γεγραμμένον  λέγει  γαρ  το  πνενμα  το  άγιον    Μη  καν- 

10  χάο&ω  6  αοφος  εν  τη  ΰοφία  αντον  μηδέ  6  ιΰχνρος  εν  τη  ίΰχνΐ  κντοϋ 
μηδέ  6  πλούΰιος  εν  τω  πλονκρ  αύτον  ^  αλλ'  6  κανχώμενος  εν  κνρίω 
κανχάϋ&ω,  τον  εκζ7]τεΐν  αυτόν  καΐ  ποιεΐν  %ρίμα  κα\  δικαίοουνην'  μα- 
λιΟτα  μεμνημένοι  των  λόγων  τον  κνρίον  "Ίηϋοΰ ,  ους  ελάληοεν 
διδάοκων   επιείκειαν   καϊ   μακρο&νμίαν.     2.   όντως    γαρ    είπεν 

15  Έλεάτε  ίνα  ελεη&ήτε^  άφίετε  ίνα  άφε&?)  νμΐν'  ώς  ποιείτε^  όντως 
ποΐί]θ7/σετο;ί.  νμΐν'  ώς  δίδοτε,  όντως  δο&ήΰεται  νμΐν'  ως  κρίνετε,  όντως 
κρι&ηβεΰ'&ε'  ώς  χρηΰτενεο&ε,  ούτως  χρηβτεν&ηΰεται  νμΐν'  ω  μετρώ  με- 
τρεΐτε,  εν  αντω  μετρη&ηβεται  νμΐν.  3.  Ταντη  τη  εντολη  και  τοΐς 
παραγγελμαϋιν  τούτοις  ϋτηρίξωμεν  εαντονς  εις  το  πορενεύϋ-αι 

20  νπηκόονς    όντας   τοΐς  άγιοπρεπέϋι  λόγοις  αντον,   ταπεινοφρο- 


XIII)  1)  Jer.  9,  23  sq.  Ι  Reg.  2,  10.  —  2)  Mt.  5,  7.  6,  14.  7,  1 
Luc.  (3,  31.  37. sq. 


1  αυτί^ί  δούναι]  monstrare  ei  L  {όεικννναί  avTtj)  \  όπως]  quod  (relat.) 
L  1  2  εκκρεμαο?]]  CS  u.  L  (?  suspenderet) ;  κρεμάω,]  Α  1  3  κνρων\  χριοτον 
S  Ι  4  ^at  ελπιζονσιν]  om.-S  |  5  οτι  om.  Α  |  αΧλα  καί\  άλλα  Α  [  γεγονεν]  Α; 
εγενηδη  C;  dub.  LS  1  8  τνφος]  Α;  τνφον  C  |  οργάς]  ira  L  [οργην^Ί)  \  11  αλλ' 
ο]  C;  «λλ  η  ο  Κ;  dub.  LS  |  12  αντον]  om.  L  ]  κρίμα  και  δικαιοσννην]  aequi- 
tates  et  justitias  ejus  L  |  μάλιστα]  om.  L  |  13  κνρίον]  add.  nostri  L  | 
Ιησον]  add.  Xristi  L  |  14  διδασκο)ν]  add.  mansuetudinem  et  L  |  15  ελεατε] 
Α;  ελεείτε  C  |  αφιετε]  Α;  αφετε  C  |  ως]  add.  aliis  L  |  όντως]  C;  οντω  Α  | 
οντω]  add.  etL  |  16  οντίος  1"]  add.  etL  1  κρίνετε]  add.  de  aliis  L  |  17  ο}ςχρη- 
οτενεσθ^ε . . .  νμιν]  om.  L  |  ω  μετρώ  . .  νμιν]  steht  bei  C' vor  ως  κρίνετε  |  18  εν 
axrco)]  LS;  εν  αντη  Α;  ούτως  C;om.  Clem.  |  t«wj;  τ/j  εντολ?,]]  bis  mandatis 
L  I  τοντοις]  in  L  nicht  übersetzt  |  19  ατηριξωμεν]  Α;  ατηριζωμεν  C  | 
ττορενεσ&αι]  πορενεσθ-ε  C  ]  πυρενεοΘ•αι]  add.  in  eis  L,  der  übrigens  auch 
übersetzt,  als  hätte  er  gelesen:  πορενομενονς  .  . .  νπηκοονς  είναι  (.  .  .  ambu- 
lantes obaudiamus)  |  20  τοις  αγιοπρεπεαι  λογοις]  verbo  sanctitatis  L 
ταπεινοφρονονντες]  L,  als  ob  και  ταπεινοφρονειν. 


ν 


^       or 


*^':;L 

Test.    c.  XIlG  bis  XV 2.  105 

νοΰντες'    φηοΐν  γαρ  6  άγιος  λόγος'     4.  Έ-χι  τίνα  επφΚίιΐ^ω,   «λλ' 
η  επϊ  τον  πρανν  χαϊ  ηΰνχι-ον  και  τρέμοντα  μου  τα  λογία; 

XIV.  ΔΊχΜίον    ονν   καΐ    οΟιον.    άνδρες  αδελφοί,    ν-τηκόονς 
ημάς  μάλλον  γενεαθ-αι  τω  θ-εφ  η  τοις  εν  αλαζονεία  καΐ  άκατα- 
ύταοία  μυοερον  ζήλους  άοχηγοΐς  έξακολονθ-εϊν.     2.  βλάβην  γαρ   5 
ου    την   τυχοϋοαν .    μάλλον  δε  κίνδυνον  υποίοομεν  μεγαν.    εαν 
ριφοκινδύνο>ς   έπιδώμεν  εαυτούς   τοις  d-ελήμαθιν  των  άνΟ-οοί- 
jcmv  οϊτινες  εξακοντίζουΟιν  εις  ερεις  καΐ  Οτάοεις,  εις  το  απαλ- 
λ,οτρίώοαι    ήμας    τοΰ   καλώς  έχοντος.     3.  χρηοτευοώμεί^α  εαυ- 
τοΤς   κατά    την    ευϋπλαγχνίαν   και  γλυκύτητα  τοΰ  ποιηοαντος  ίο 
ή  μας.     4.  γέγραπται  γάρ'  ΧοΎΐΰτοΧ  εβονται  οίκητορες  γης,   'άκακοι  δε 
νπολειφ&ιίβονται    ίπ     αυτής'    οι    δε   παρανομούντες  έξολεθ•ρευθ•ηΰονται 
απ     αυτής.     δ.  καΐ    πάλιν    λέγει'    ΕΙδον    αβεβή   νπερυψοΰμενον    και 
επαιρόμενον    ώς    τας    κέδρους    τοΰ  ^Ιιβάνου'    καΐ  παρήλ&ον ,    και  ίδου 
ουκ  ήν,  και  εξεζ^'μηΰα  τον  τόπον  αυτοΰ  %α\  ούχ  ενρον.     φυλαΰΰε  ακα-  ΐ5 
κίαν  καΐ  ϊδε  ευθύτητα.,  οτι  εβτίν  εγκατάΚειμμα  ανϋ•ρωπω  ειρηνικω. 

XV.  Τοίνυν  κολληΒ^ώμεν  τοις  μετ  ευοεβείας  είρηνεύουοιν, 
καΐ  μη  τοις  μεθ^'  νποκρίοεως  βουλομένοις  είρήνην.  2.  λέγει  γάρ 
jtoV    Ούτος  6  λαός  τοΐς  χείλεΰίν  με  τίμα,  η   δε  καρδία   αυτών  πόρρω 


4)  Jes.  66,  2.  —  XIV,  4)  Prov.  2,  21  sq.    Ps.  36,  9.   38.  —  δι  Ps.  36, 
3δ  sqq.  —  XV,  2)  Jes.  29,  13. 

1  0  ayio;  λόγος]  Deus  L  1  2  τιραιν]  Α;  ποαον  C  |  πρανν]  humilem 
L  {ταπεινον  LXX)  |  τα  λογία]  Α;  τους  λογονς  CL  (LXX);  dub.  S  |  3  όσων] 
■θ-ειον  S  Ι  4  ημάς]  νμας  C  |  γενεσθ-αι]  bei  L  nicht  übersetzt  |  γενεσθ-αι  τω 
θ-εω]  Α;  reo  Ο-εο)  γενεα^αι  CS  |  5  ζηλονς]  Α;  ζt]λov  C  |  βλαβην,  κινδννον] 
periculum,  interitum  L  1  6  την  τνχονσαν]  minimum  L  |  κινδνΐΌν]  add. 
animae  nostrae  L  |  7  επιδωμεν  εαντονς]  exequamur  L  (=  exaequamur,  επ- 
oder  εξιοωμεν  εαντονς)  \  8  ερεις]  LS;  εριν  Α;  αίρρσείςΟΝϊοοη  |  ειςτο]λΆ;  τον 
Nicon  1  9  τον  κα7.ως  έχοντος]  a  bonis  Dei  L  |  εαντοις]  αντοις  Α  |  εαντοις]  add. 
fratresL  ]  10  γ/.νκντ)ίτα]γ?.νκητηταΟ  \  τον  ποιησαντος  ημάς]  ejus  qmfecitnos 
Deus  L  Ι  11  άκακοι  δε]  et  innocentes  L  (LXX  Α)  |  12  01  δε  . . .  απ  αντης]  om. 
S  per  hom.  |  εξολεΘ^ρεν&ησονται]  Α;  εξολοϋ^ρενθ-ησονται  C  |  18  άσεβη]  Α  (doch 
ααεβην);  τον  άσεβη  C  Clem.  (mit  LXX  x<'•  »  AT)  \  15  εξεζητησα]  AC;  εζη- 
τησα]  Clem.  (LXX)  ]  τον  τόπον  αντον  και  ονχ  ενρον]  AC;  αντον  και  ονχ 
€νρε&η  Ο  τόπος  αντον]  LS  Clem.  (LXX)  1  16  εγκαταλεψμα]  Clem.;  ενκα- 
ταλιμμα  Α;  εγκαταλλειμμα  C  (L  hat  übrigeng  Plural:  sunt  reliquiae) 
17  κολλη^υ)μεν]  ACL;  ακολονθ-ησωμεν  Nicon  ]  μετ'  ευσέβειας]  cum  que  L 
(Textverderbnis)  |  19  πον]  Deus  L  |  οντος  ο  λαός]  Α  u.  wahrsch.  LS ;  0  λαός 
Όντος  C  Ι  τοις  χειλεσιν]  ALS  Clem.;  τω  στοματι  C  ]  τι.α«"^  diligit  L. 


106  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

απεβην  απ  εμού.  3.  xal  πάλιν  Τω  ατόματί  αντών  ενλογονααν,  rrj 
δε  καρδία  αντών  κατηρώντο.  4.  χαΐ  πάλιν  λ^έγει'  Ήγάπηΰαν  αυτόν 
τω  Οτοματι  αυτών,  και  τη  γλώΰϋη  αυτών  έψενοαντο  αυτόν,  η  δε  καρ- 
δία αυτών  ουκ  ευ&εΐα  μετ  αυτοΰ,  ούδε  επιΰτώ&ηΟαν  εν  τή  δια&ηκη 
5  αυτοΰ.  5.  δίά  τοΰτο  άλαλα  γενη&ητω  τα  χείλη  τα  δόλια'  τα  λαλονντα 
κατά  τον  δικαίου  ανομίαν.  χάί  πάλιν'  Έ^ολε&ρενοαι  κύριος  πάντα 
τα  χείλη  τα  δόλια,  γλώσβαν  μεγαλορημονα,  τους  είπόντας'  Την  γλώββαν 
ημών  μεγαλυνονμεν,  τα  χείλη  ημών  παρ  ημΐν  εοτίν'  τίς  ημών  κνριός 
ίΰτιν ;    6.  απο    της    ταλαιπωρίας    των    πτωχών  καϊ  τον  ατεναγμον  των 

10  πενήτων  νυν  άναΟτηοομαι,  λέγει  κύριος'  ^ηβομαι  εν  Οωτηρίω.  7.  παρ• 
ρηαιάαομαι  εν  αντώ. 

XVI.  Ταπεινοφρονονντων  γάο  Ιοτιν  6  ΧριΟτός,  ονκ  έπαιρο- 
μενων  έπΙ  το  ποίμνιον  αντον.  2.  το  οκηπτρον  της  μεγαλ.ω- 
οννης    τον   &εον,    6    κνριος   Ίηοονς    Χριοτός,    ονκ   ηλϋ-εν   εν 

15  κόμπο)  αλαζονείας  ονδε  νπερηφανίας ,  καίπερ.  δυνάμενος,  άλλα 
ταπεινοφρονών ,  καϋ^ώς  το  πνενμα  το  άγιον  περί  αντον  ελά- 
ληΟεν  φηοΐν  γάρ'  3.  Κύριε,  τίς  επίΰτεναεν  tjj  άκοη  ημών;  και  ο 
βραχίων    κυρίου  τίνι    άπε/.αλνφϋ-η]    άνηγγείλαμεν    εναντίον    αντον,    ως 

3)  Ps.  61,  δ.  —  4)  Ps.  77,  3(5  sq.  —  5  sqq.)  Ps.  30,  19.  11,  3  sqq.  — 
XVI,  3  sqq.)  Jes.  53,  1—12. 

1  απεστιν]  Α  Clem.  L  (?);  απέχει  C  Nicon ;  dub.  S  |  πάλη•]  acld.  dixit 
L  I  ενλογονσαν]  Α;  8ν?.ογονν0;  ενλογονσι  C\em.  |  τη  δε]  AC  Clem.;  και  τ?} 
L(?)  S  (LXX)  Ι  2  κατηρωντο]  C;  κατηρωντο  od.  κατηρονντο  Α;  καταροηται 
Clem.  Ι  3  τω]  εν  τω  Clem.  |  εψενσαντο]  ALS  Clem. ;  ε^'εξαν  C  |  4  ονκ]  add. 
fait  L  Ι  μετ  αντον]  cum  Deo  L  |  5  δια  τοντο]  CLS  Clem.;  om.  Α  |  γενη- 
ϋ-ητυ}]  Α  Clem.;  γενη&ειη  C  |  τα  χείλη]  πάντα  τα  γ,ειλη  Clem.  |  τα  λα- 
λονντα   τα  δόλια]  S;  om.  ACL  Clem.  per  hom.  (cf.  Prol.  S.  3Sf.)  1  7  γλωα- 

aav  μεγαλορημονα  τους  ειποντας]  AS;  και  γλωσοαν  μεγαλορημονα  τονς 
ειηοντας  Clem.;  γλωοαα  μεγαλορημων  και  πάλιν  τονς  ειποντας  C;  et 
lingua  magniloquia  qui  dixerunt  L  {και  γλυ>οαα  μεγαλορημων,  οι  ειπον- 
τεςΐ)  \  8  μεγαλννονμεν]  C  Clem.;  μεγαλννωμεν  Α;  dub.  S  |  την  γλωσοαν 
ημών  μεγαλννονμεν']  lingua  nostra  magnificabimur  L  |  παρ  ημιν]  Α  Clem.; 
παρ  ημών  CS;  a  nobis  L  (was  nicht  ττβρ  »/.«ων  wiedergeben  muss,  vgl.  Mo- 
rins  Anmerkung  zu  c.  1 1  de  quibus  desideratis)  |  ημοη>  2^]  nobis  L  |  9  της] 
om.  Clem.  |  και  τον]  CLS  Clem.;  και  απο  τον  Α  (LXX)  |  10  αναοτηοομαι] 
αναστηαομεν  Α  |  εν  αωτηρκο]  L  Clem.;  εν  σωτήρια  Α;  dub.  S;  om.  C  | 
13  της  μεγαλωσννης]  ACL;  om.  S  Hieron.  ]  14  ο  κνριος]  CL  Hieron;  add. 
ημών  Α;  dub.  S  |  Ιησονς  Χρίστος]  CLS  Hieron.;  Χρίστος  Ιησούς  Α  |  15  νπε- 
ρηφανιας]  cum  superbiaL  {εν  νπερηφανια)  |  νπερηφανιας]  Α;  νπερηψανειας 
C  Ι  16  ταπεινοψρονων]  ACL  Hieron.;  add.  ηλ^εν  S  |  18  ω^  παιδιον]  om.  L. 


Text.    c.  XV  2  bis  XVI  i5.  107 

παιδίον,  ως  ρίζα  εν  yj/  διψώοτ}'  ουκ  'εατιν  αντώ  είδος  ονδε  δόξα,  χαϊ 
εϊδομεν  αυτόν,  καΐ  ονκ  είχεν  είδος  ονδε  κάλλος,  αλλά  το  είδος  αντον 
ατιμον,  εχλεΐπον  παρά  το  είδος  των  ανθρώπων'  αν&ρωπος  εν  πληγΎ} 
ων  καΐ  πάνω  και  είδώς  φέρειν  μαλακίαν,  οτι  άπεΰτραπται  το  προβω- 
πον  αντον,  ητιμάαϋ'η  καΐ  ονκ  ελογίΰϋ•η.  4.  οντος  τάς  αμαρτίας  7)μών  δ 
φέρει  καϊ  περί  7]μών  υδνναται,  και  ημείς  ελογιοάμε&α  αντον  είναι  εν 
πόνω  κα\  εν  πληγ7]  καϊ  εν  κακώαει.  5.  αυτδς  δε  ετρανματίαϋ7]  δια 
τάς  αμαρτίας  7]μών  καϊ  μεμαλάκιβται  δια  τάς  ανομίας  ημών.  παιδεία 
ειρήνης  ημών  επ  αντόν'  τω  μώλωπι  αντον  ημεΐς  ίάϋ-ημεν.  6.  πάντες 
ως  πρόβατα  επλαν7}&ημεν,  ανϋ•ρωπος  τη  οδώ  αντον  επλανηΰ•η'  7.  καϊ  ίο 
κύριος  παρέδωκεν  αντόν  νπερ  των  αμαρτιών  ημών,  καϊ  αντος  Öia  το 
κεκακώΰϋ•αι  ονκ  ανοίγει  το  ΰτόμα.  ως  προβατον  επϊ  βφαγην  ηχΟ'η-, 
καϊ  ως  αμνός  εναντίον  τοΰ  κείραντος  άφωνος,  όντως  ουκ  ανοίγει  τό 
ΰτόμα  αντον.  εν  ττΙ  ταπεινωθεί  η  κρίαις  αντον  ηρ&η.  8.  την  γενεάν 
αντον  τις  διηγηβεταΐ;  ότι  αίρεται  άπό  της  γης  η  ζωη  αντον'  9.  απο  ΐ5 
τών  ανομιών  τον  λαον  μου  ηκει  εις  θάνατον.  10.  καϊ  δώβω  τονς 
πονηρονς  άντϊ  της  ταφής  αντον  καϊ  τονς  πλονοίους  αντϊ  τοΰ  9ανατου 
αντον'  ότι  άνομίαν  ονκ  εποίηοεν,  ονδε  ευρε&η  δόλος  εν  τω  οτοματι 
αντον.  καϊ  κνριος  βονλεται  κα9αρίβαι  αντόν  της  πληγής.  11.  εάν 
δώτε  περϊ  αμαρτίας,  η  ψυχή  υμών  υψεται  βπερμα  μακρόβιον.  12.  καϊ  κν-  20 
ριος  βονλεται  άφελεϊν  άπό  τον  πόνου  της  'ψνχης  αντον,  δεΐξαι  αντώ  φώς 
καϊ  πλάααι  τη  ΰννεαει,  δικαιώααι  δίκαιον  ευ  δονλενοντα  πολλοίς'  καϊ  τάς 
αμαρτίας  αντών  αντός  άνοίΰίΐ.  13.  δια  τοντο  αντός  κληρονομϊ]οει 
πολλονς  καϊ  τών  ιΰχνρών  μεριεΐ  ακνλα'  ανθ•'  ων  παρεδό&η  εις  θάνα- 
τον η  ιρν/η  αντον ^  καϊ  εν  τοις  άνόμοις  ελογίΰ&η'  14.  καϊ  αντος  25 
αμαρτίας  πολλών  άντίνεγκεν  καϊ  διά  τάς  αμαρτίας  αντών  παρεδό&η. 
15.  και   πάλιν  αντός  φηϋιν    'Εγώ    δε  ειμί  ακώλη'ξ  καϊ  ονκ  άνϋ•ρω- 

15)  Ps.  21  7—9. 

1  παιόιοί']  AS;  πεδίον  C  |  αντω  ειόος]  CLS(?);  είδος  αντο)  Α  (LXX)  [ 
2  καλλος\  gloriam  S  {δοξαν,  wie  in  der  vorhergehenden  Zeile)  |  3  ατιμον, 
εκλειπον]  deficiens  et  deformis  {ty.X.  και  ατιμ.)  L  |  το  είδος  των  αν^^ρωπων] 
παντας  ανΟ-ρωπονς  S  |  4•  και  2"]  om.  L  |  7  εν  1"  u.  2'^]  om.  L  |  8  αμαρτίας, 
ανομίας]  AL;  ανομίας,  αμαρτίας  CS  |  10  τ?/  οδω]  a  via  L  |  11  νπερ  των 
αμαρτιών]  ταις  αμαρτιαις  S  |  12  u.  13  ανοίγει]  aperuit  L  |  14  αντον]  om. 
L  Ι  εν  τι,ι  ταπεινώσει]  AC;  add,  αντον  L  (sua)  S  (ejus);  S  zieht  εν  ry  τα• 
πειν.  αντον  zum  vorhergehenden  Satze  |  την  γενεαν]  και  την  γενεαν  S  [ 
16  ηκει]  ηγβη  S  (LXX)  \  20  δωτε]  dederitis  vos  L  |  21  της  ψνχης]  AC; 
απο  της  ψνχης  S;  animam  L   |   αντον]  add.  et  L  ]   23  ανοισει]  portat  L  | 

25  εν   τοις]    CS  (3);    τοις  Α;    cum   L  (Lc.  22  37,  Mc.  1δ28  μετά  άνομων)  \ 

26  παρεδοΘ-η]  add.  morti  L  ]  27  αντος]  om.  L  |  εγω  δε]  AS;  om.  δε  CL. 


108  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

πος,  όνειδος  άΐ'θρώπο^ν  υμΪ  εξον&ενημα  λαοΰ.  16.  πάντες  ot  Ο-εωρονντες 
με  εξεμνκτηριβύν  με,  ίλάληΰαν  εν  χείλεβιν,  ίκίνηααν  κεφαλήν'  "Ηλπιβεν 
επΙ  κΰρίον,  ρναάα&ω  αντόν,  αωΰάτω  αυτόν,  οτι  &ελει  αυτόν.  17.  Ορατέ, 
άνδρες  αγαπητοί,  τις  6  νπογραμμος  6  δεδομένος  ι)μΙν.  εΐ  γαρ 
5  ο  κύριος  όντως  έταπεινοφρόνηοεν,  τι  ποιηοο^μεν  ι)μεΙς  οι  νπο 
τον  ζνγον  της  χάριτος  αντον  δι    αντον  έλϋ^όντες; 

XV1L  Μιμηταϊ  γενώμε&α  κάκείνων  οΐτινες  εν  δέρμαϋιν 
αίγείοις  και  μηλο^ταΐς  περιεπάτ?]θαν  κηρΰοοοντες  την  ελενοιν 
τοϋ  Χριϋτοΰ'    λέγομεν  δε  Ήλίαν  καΐ  ^Ελιααιέ,  ετι  δε  και  Ίεζε- 

10  κιηλ,  τους  προφητας.  ^ιρος  τούτοις  και  τους  μεμαρτνρημένονς. 
2.  έμαρτνρή&η  μεγάλως  Αβραάμ  καϊ  φίλος  προοηγορεύϋ-η  τον 
ϋ-εοΰ,  και  λέγει  ατενίζων  εις  την  δόξαν  τον  ϋ-εον  ταπεινο- 
φρονών  'Εγώ  δε  είμι  γη  καΐ  ύποδός.  3.  ετι  δε  και  περί  '/ώ/3 
όντως  γέγραπται'  Ίώβ  δε  ην  δίκαιος  καϊ  αμεμπτος,  άλη&ινός,  ■θεο- 

15  οεβής,  απεχόμενος  άπο  παντός  κακοϋ.  4.  αλλ  αντος  εαντον  κατη- 
γορεί λέγων'  Ουδείς  κα&αρος  απο  ρύπου,  ουδ  αν  μιας  7]μερας  ?/ 
ζωη  αντον.  5.  ΜωνΟης  πιστό?  εν  ολω  τω  οϊκω  αυτόν  εκληϋ•?].  και 
δια  της  νπηρεοίας  αντον  εκρινεν  ο  ϋ-εος  Αϊγνπτον  δια  των 
μαοτίγων     και      των     αίκιομάτων     αντών.       αλλά     κάκεϊνος 

XVII,  2)  Jes.  41  8.  Gen.  18  27.  —  3)  Job.  1 1.  —  4)  Job.  14  4  sq.  — 
5)  Num.  12  7.  Ex.  3. 11.  4,  10. 

2  εκινηοαν]  praem.  et  L  |  κεψαλψ]  add.  et  dixerunt  L  ]  3  ort]  ft  S 

4  άνδρες  αγαπητοί]  fratres  L  |  5  κνριθζ\  add.  noster  L  |  ποιηοωμεν]  AL; 
ποιησομεν  C;  dub.  S  |  β  ελθ-οντες]  LS;  βλ&οντος  Α  (wegen  αντον);  απελ- 
θόντες C  Ι  7  κακεινων]  cm.  και  L  |  8  ελενσιν]  βαοιλειαν  Clem.  (wie  50  3) 

9  Ελιααιε]  AL;  Ελιοσαιε  C;  Ελισααιον  Clem.  |  ετι  δε]  AS;  om.  CL  (letzterer 
übersetzt   indessen    auch  Ζ.  13  ετι  δε  και  mit  einfachem  et)   |  και  2»]  om. 

5  I  10  προς  τοντοις]  om.  L;  add.  ίε  S  |  11  εμαρτνρηθ-η]  add.  δε  C  |  και 
φύ.ος]  et  ideo  amicus  L  |  12  και  λέγει]  qui  dixit  L  (doch  wohl  nur  Über- 
setzungsvariante) I  ατενι'Ζ,ων]  Α;  ατενιοας  C;  intueudo  L  (höchst  wahrsch. 
ατενιζοη');  ατενίσω  S  |  ταπεινοφρονων  C;  ταπεινοψοωνων  Α  |  13  εγω  δε] 
ego  L  I  ετι  δε  y.cii]  et  L  |  14  όντως  γεγρατααι]  scriptum  est  sie  L  {γεγρ. 
ούτως?)  1  δε]  CS  Clem;  om.  A;  et  erat  Job  L  (LXX)  |  και]  AC  Clem; 
om.  LS  (LXX)  I  αλΐ]θ•ινος\  verax  homo  L  1  αληθ-ινος]  add.  και  Clem. 
θ^εοσεβης]  timens  et  colens  Deum  L  (was  aber  sicher  nur  paraphr.  Über- 
setzung  ist)   I   15  απεχο μένος]  praem.   et  L   |   κακόν]  AC  Clem.;    πονηρού 

πράγματος  LS  (LXX)   |  κατηγορεί  λέγων]  CL;  κατηγ Α;  κατήγορων 

λέγει  8{Ί)  |  16  ονδ  αν]  C;  def.A;  ονδ  ει  Clem.  |  ημέρας]  AC  Clem.  (LXX); 
add.  y  L  (fuerit).  ebenso  Lightf.  |  17  αντον  2o]  AS;  Dei  L;  om.  C  1  18  εκρι- 
νεν] κρίνει  S  (?)  \  19  αντων]  saevis  L  {δεινών  [?  cf.  c.  6  2]  oder  verderbt  aus 
suis?). 


Text.    c.  XVI 15  bis  XVm  11.  109 

όοξαϋϋ-εϊς  μεγάλως  ουκ  εμεγαλορημόνηοεν,  αλΐ  είπεν  εκ  της  βάτου 
χρηματιομον  αντω  όιδομένου'  Τις  ειμί  εγώ,  οη  με  πέμπεις;  εγώ 
δε  ειμί  ίβχνόφωνος  καϊ  βραδνγλωοαος.  6.  καΐ  ϋταλίν  λέγει'  Έγώ  δε 
είμι  ατμίς  άπο  πν&ρας. 

XVIII.     Τι  όε  είπωμεν  επϊ  τω  μεμαρτνρημένο)  Αανείδ;  εφ'   ό 
ον   είπεν  ο  ϋ-εος'     Ενρον  άνδρα  κατά   την  καρδίαν  μον,  ^ανεΐδ  τον 
τοΰ  Ίεοααί'    εν   ελεεί  αιωνίω  εχριβα  αυτόν.     2.  άλλα  καϊ  αντος  λέ- 
γει   προς  τον  ϋ-εον'   Έλέηαόν  με,   ο  'θ'εός,    κατά  το  μέγα  ελεός  αον, 
καϊ    κατά    το    πλή&ος   τών    οίκτιρμών  αον  ε'ξάλειψον  το  άνόμημά  μον. 
3.   επ)  πλειον  πλννόν  με  άπο  της  ανομίας  μον,  καϊ  από  της  αμαρτίας  ίο 
jLioii  καθ-άριΰόν  με'    οτι  την  άνομίαν  μον  εγώ  γινώΰκω,  καϊ  η  αμαρτία 
μου    ενώπιον    μον    εβτίν    διαπαντός.      4.    ΰοϊ    μονω    ημαρτον,    καϊ   το 
πονηρον     ενώπιον    ΰον     εποίηοα'    όπως    αν    δικαιωϋ•ΐΙς    εν     τοις    λό- 
γοις    ΰον    καϊ    νικηΰί^ς    εν    τω    κρίνεα&αί   σε.      δ.    ιδον    γαρ    εν    άνο- 
μίαις    ΰννελημφ&ην ,     καϊ    εν    άμαρτίαις    εκίβαηαεν    με    η    μητηρ    μον.  ΐ5 
6.     ίδον     γαρ     άλη&ειαν    ηγάπηαας'     τα    άδηλα    καϊ    τα    κρνφια    της 
οοφίας    εδηλωβάς   ^ot.       7.    ραντιεΐς    με    νΰΰώπω,    καϊ    καϋ•αριοΟ•ηΰο- 
μαι'    πλννείς   με,    καϊ    νπερ    χιόνα    λενκανϋ-ηαομαι.      8.    άκοντιεΐς    με 
άγαλλίαΰιν  καϊ  ενφροβννην,  άγαλλιάΰονται  οΰτά  τεταπεινωμενα.    9.  απυ- 
ΰτρεψον  το  πρόβωπόν  βον  άπο  τών  αμαρτιών  μον,  καϊ  πάβας  τάς  άνο-  20 
μίας    μον    εξάλειψον.     10.  καρδίαν   κα&αράν    κτίΰον  εν  εμοί,    ο  -θ^εο?, 
καϊ  πνενμα  εν&ες  εγκαίνιΰον  εν  τοις  εγκάτοις  μον.      11.  μη   άπορίιΐ^^ς 
με  απο  τον  προΰώπον  αον,  καϊ  το  πνενμα  τό  άγιόν  βον  μη  άντανελης 

β)  unde?  —  XVIII,  1)  Ps.  8821.  —  2)  Ps.  δθ3— 19. 

1  όοξασϋ-εις]  add.  a  Deo  L  |  εκ  τ//ς  βατον]  Clem.  L  (cum  de  rubo 
loquebatur  cum  eo,  auch  Clem.  hat  den  Satz  activ  gewendet:  προς  τον 
χρηματιζοντα  εκ  της  βατον);  βπι  της  (oder  τοϋ)  βατον  S;  επι  τον  της  βα• 
τον  C;  vac  Α  ε  .  .  .  .  βατον  {επι  scheint  Harmonismus  zu  sein  cf.  Lc.  20  37 
Mc.  12  26)  I  2  πέμπεις]  add.  ut  educam  plebem  tuam  L  |  εγω  όε]  quia  ego 
L\S  δε  2ü]  ACS  Clem;  om.  L  ]  4  κνί^ρας]  AC;  χύτρας  Clem.  |  5  ίε]  Et  .  .  . 
vero  L  ]  ειπωμβν]  Α;  ειποιμεν  C;  dicemus  {ερονμενΐ)  L  |  άανειδ]  δαδ  AC 
(ebenso  Z.  6)  \  εφ  ov]  Clem.  L  (propter  quem,  mit  propter  ist  in  derselben 
Zeile,  ferner  2  6  7  7  23  3  ein  επι,  freilich  c.  dat.,  wiedergegeben);  προς  ov 
ACS  1  6  0  S-εος]  om.  C  1  την  καρδίαν]  voluntatem  cordis  L  |  7  ελεεί]  Α  (doch 
ε7.αιεϊ)  CL;  ελαιω  Clem.  S  |  αντος]  hie  L  (οίκτος?)  |  8  0  θ-εος]  om.  L  ]  10  επι 
πλειον  . .  .  εξονί^ενησει  (S.  110  Ζ.  8)]  om.  C  |  12  ημαοτον]  AS;  add.  Deua 
meus  L  '  li:  νικήσεις]  ηκηοβις  Α  |  17  της  σοφίας]  AS;  salutis  L  {αωτηριαςί)  ' 
οοψιας]  add.  σον  Α  (LXX)  ]  18  πλννεις]  πλννιεις  Α  |  22  εγκατοις]  ενκα- 
τοις  Α. 


j^lQ  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

an  εμον.  12.  άπόδος  μοι  την  άγαλλίαΰιν  τον  Οωτηρίον  ΰον,  καΐ  πνεΰ- 
ματί  ηγεμονίκω  ΰτηρίβόν  με.  13.  διδάξω  ανόμους  τας  οοου?  6ον,  %αϊ 
άαεβεΐς  επιΰτ^ει\)ου6ΐν  επΙ  οε.  14.  ρύβαί  με  ε'ξ  αιμάτων,  6  Ό'εός ,  ο 
ϋ•εος  της  αωτηρίας  μον'  15.  άγαλλιάΰεται,  η  γλώβΰά  μον  την  δίκαιο- 
ι, ΰννην  ΰον.  κνριε,  το  ΰτόμα  μον  ανοίξεις,  κα\  τα  χείλη  μου  αναγγελεΐ 
την  αϊνεβίν  Οον,  16.  ότι  ει  η&εληβας  Ο^νΰίαν,  έδωκα  αν'  όλοκαντω- 
ματα  ονκ  ενδοκ7']ΰεις.  17.  ■^ναία  τω  ■Οΐω  πνενμα  ΰνντετριμμενον'  καρ- 
δίαν  ΰυντετριμμενην  ηαΐ  τεταπεινωμενην  6  -θεό?  ουκ  ε'ξου&ενωβει. 

XIX.  Των   τοΰοντων    ούν   καΐ   τοιούτων  με μαρτνρ?] μένων 
10  το  ταπεινόφρον   και    το    νποόεες   δια    της   υπακοής  ον  μόνον 

τιμάς  άλλα  καΐ  τας  προ  ημών  γενεάς  βελτίους  εποίηΟεν,  τους 
τε  καταόεξαμενονς  τα.  λόγια  αύτον  εν  φόβω  και  άληϋ-εία. 
2.  Πολλών  ούν  καΐ  μεγάλων  και  ενδόξων  μετειληφότες  πρά- 
ξεων   έπαναδράμωμεν    έπι    τον    εξ   αρχής  παραδεδομένον  ήμίν 

15  τής  είρϊ]ν7]ς  Οκοπόν,  καΐ  ατενίοωμεν  εις  τον  πατέρα  και  κτ'ι- 
Οτην  τον  ϋύμπαντος  κόομον,  και  ταϊς  μεγαλοπρεπέοι  και  νπερ- 
βαλλούοαις  αντον  δωρεαϊς  τής  είςη]νης  ενεργεΰίαις  τε  κολλη- 
d-ώμεν.  3.  ϊδωμεν  αντον  κατά  διάνοιαν,  και  εμβλέψωμεν  τοις 
ομμαοιν  τής  ψνχής  εις  το  μακρό&νμον  αντον  βούλημα'  νοήοω- 

20  μεν  πώς  άόργητος  υπάρχει  προς  παοαν  την  κτ'ιΟιν  αντον. 

XX.  Οί  ονρανοί  τή  διοικηθεί  αντον  ΰαλενόμενοι  εν  ειρήνη 
ύποτάϋΟονται  αύτώ'  Ί.  ήμερα  τε  καΐ  νύξ  τον  τεταγμένον  υπ 
αύτον  δρόμον  διανύονοιν,  μηδέν  άλλήλοίς  εμποδίζοντα.   3.  ήλιος 

3  επιοτρεψονοιν  επι  σε]  AS;  snt  οε  επιοτρεψονσιν  L  (LXX)  |  4  αγα?.- 
λιαοεται]  AS;  exaltabit  L  (doch  wird  exultabit  zu  lesen  sein)  |  5  το  οτομα, 
τα  χείλη]  Α;  τα  χείλη,  το  στάμα  LS  (LXX)  |  9  if.  Ίων  τοσούτων.... 
ετΐοιησεν]  L  hat  anscheinend  einen  verstümmelten  Text  vor  sich  gehabt, 
den  er  sich  zurechtlegte;  er  übersetzt,  als  ob  er  gelesen  hätte:  των  τοσού- 
των   μεμαρτνρημενων  και  ταπεινοφρονονντων  iha  της  νττακοης 

εποίησαν  (om.  και  το  ντίοδεες;  der  gen.  ])Oss.  als  gen.  absol.  gefasst)  |  το- 
σούτων, τοιούτων]  AL';  τοιούτων,  τοσούτων  CS  |  μεμαρτνρημενων]  CL; 
όντως  μεμ.  Α;  και  όντως  μεμ.  Ö  (das  όντως  hinter  τοιοντίον  leicht  er- 
klärlich) Ι  10  ταπεινοφρον]  C;  ταπεινοφρονον  Α  [ταπεινοφρονονν  Lighti.)  \ 
υπακοής]  add.  Dei  L  |  11  άλλα]  αλλάς  Α  |  τας  προ  ημών  γενεάς]  AS;  τους 
προ  ημοίν  εν  τ?/  γενεαίι-,  τους  προ  ημωνΟ  \  12  τε]  om.  S  |  αντον]  τονθ•εον 
S  Ι  13  πράξεων]  add.  τοντοη>,  αδελφοί  αγαπητοί  S  |  16  κοσμον]  hujus 
mundi  S  |  17  ενεργεσιαις  τε]  om.  L  |  κολληθνψεν]  consideremus  et  adhae- 
reamus  S  |  18  κατά  διάνοιαν]  sensu  nostro  L  |  19  της  χρνχης]  add. 
nostrae  L  ]  21  oi]  A;  om.  C  |  διοικήσει]  δικαιώσει  S  |  22  τεταγμένον]  add. 
sibi  L. 


Text.    c.  XVIITu  bis  XX  lo.  Hl 

τε  κ«ί  Οεληνη  άύτέρων  τε  χοροί  κατά  την  διαταγην  αχ^τον  εν 
ομόνοια  όίχα  πάοης  παρεκβάαεω^  Ιξελίϋοονοιν  τονς  ίπιτεταγ- 
μΐνονς  αντοϊς  οριομον^.  4.  γη  κνοφορονΰα  κατά  το  ϋ•ίλ7]μα 
αντον  τοις  ιδίοις  καιροϊς  την  πανπληϋ-η  ανϋ-ροίποις  τε  και 
d-ηροιν  καΐ  jräotv  τοις  ονοιν  επ  αντης  ζοίοις  ανατέλλει  τρο-  5 
φτ/ν.  μη  όιχοοτατοΰοα  μήδε  άλλοιοΐοά  τι  των  δεδογματιομενον 
νπ  αντον.  δ.  aßvoocov  τε  άνεξιγνίαοτα  και  νερτέρων  ανεκδιή- 
γητα κρίματα  τοις  αντοΐς  ϋυνεχεται  προοτάγμαΰιν.  6.  το  κύ- 
τος της  απείρου  &αλάθοης  κατά  την  δημιονργίαν  αντον  ανοτα- 
ϋ-εν  εις  τάς  ονναγωγάς  ον  παρεκβαίνει  τά  περιτεϋ-εψενα  αντ(ι  ίο 
κλεΐΰ^ρα,  αλλά  κα&ώς  διέταξεν  αντ^,  όντως  ποιεί.  7.  είπεν 
γάρ'  "Εως  ώδε  ηξΐΐς,  και  τά  κνματά  αον  εν  σοι.  βνντριβηβεται. 
8.  ωκεανός  απέραντος  άνΟ-ρώποις  καΐ  οι  μετ  αντον  κόομοι 
ταΐς  ανταΐς  ταγαΐς  τον  δεοπότον  διεν&ννονται,  9.  καιροί  εαρινοί 
και  ίίερινοΐκαΐ  μετοποιρινοϊ  και  χειμερινοί  εν  είρΖ/νη  μεταπαραδι-  ΐ5 
δόαοιν  άλ.λήλοις.  10.  ανέμων  Οταϋ-μοι  κατά  τον  ίδιον  καιρόν  την 
λειτονργίαν  αντών  απροοκόπως  έπιτελονΰιν.  αέναοι  τε  πηγαί. 
προς  απόλανοιν  και  νγείαν  δημιονργηϋ-εΐοαι ,  δίγ^α  ελλ.είψεως 
παρέχονται    τονς   προς   ζωής    άνθ^ροίποις  μαζονς.     τά  τε  ελά- 

XX,  7)  Job.  38 11. 

1  τε  και]  AS;  και  C;  dub.  L  |  αοηρν)ν  τε  χοροί]  AC;  et  stelarum 
Chorus  L;  αοτερες  τε  καί  χοροί  S  |  2  όιχα]  δια  S(?)  |  παρεκβασεως]  AL 
(praevaricatione;  41 1  παρεκβαινων  ebenfalls  durch  j^raevaricans);  egressu 
cursus  S  (=  παρεκβασεωςΐ);  παραβάσεως  C  (cf.  Arist.  Apol.  4:  ...τα 
αοτρα  .  .  .  ονπαραβαινονοι  τονς  ιόωνς  ορονς)  \  4  πανπ?.ηΟ-η]  Α;  τίαμπληθ-η 
C  Ι  δ  ετΓ  avτης]CL•{in  ea;  ετΐ  αντην  wäre  super  eam);  in  illa  S;  ετι  αντψ• 
Α.  \  1  V7C  αντον]  Dei  L  |  ανεξιχνίαστα]  iuexscrutibilia  qui  situ  L  (sicher 
ein  Verderbnis)  |  8  προαταγμαοιν]  add.  Dei  L  |  το  κντος  της  άπειρον  θ-α- 
λαοσης]  et  infinitum  mare  L  |  9  αντον]  Dei  L  |  10  σνναγωγας]  add.  suas  L  ' 
περιτεΘ^ειμενα]  παρατεθ-ειμενα  C  |  αιτ}/]  add.  Deus  L  |  11  ειπεν  γαρ]  quia 
dixit  mari  L  |  12  κνματα]  κρνματα  Α  |  ονντριβησεται]  Α;  σνντριβησονται 
G  Ι  13  απέραντος]  AC  Cleiii.,  Dion.  ΑΙ.,  Didym.,  L  (infinitus);  απερατος 
Orig.  S  I  απερ.  αν{}ρωποις]  CL  Clem.  Orig.;  αν9-ρ.  απερ.  Α  ]  οι  μετ  αντον 
κοομοι]  omnis  orbis  terrarum  L  1  14  ταγαις]  AC;  διαταγαις  Orig.  |  δεσπο- 
τον]  Domini  Dei  L  |  15  μετοπωρινοι]  μεϋ-οτΐίορινοι  Α  |  μεταπαραδιδοασιν] 
Α  u.  wahrscheinlich  LS;  μεταδιδοααιν  C  |  16  άνεμων]  AL;  add.  τε  CS  (der 
übersetzt,  als  hätte  er  άνεμοι  τε  αταθ-μων  gelesen)  |  την]  και  την  C  j 
17  αέναοι]  Α;  αενναοι  C  1  18  απόλανοιν]  AC;  add.  τε  S;  dub.  L  |  νγειαν] 
Α;  νγιειαν  C  |  11)  του,•  προς  ζωής  μαζονς]  AC  (doch  hat  dieser  ζωην); 
vitae  alimenta  L;  ea  quae  ad  vitam  S. 


112  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

χιοτα  των  ζώων  τας  οννελενοεις  αντών  iv  ομόνοια  και  Είρηνγ} 
ποιούνται.  11.  Ταντα  πάντα  6  μέγας  δημιουργός  και  όεοπότης 
των  απάντων  εν  είρην?]  και  ομόνοια  προοέταξεν  είναι,  ευεργε- 
τών τα  πάντα,"]  ύπερεκπεριοοώς  όε  ημάς  τους  προοπεφευγότας 

5  τοις  οίκτιρμοίς  αυτόν  δια  τοϋ  κυρίου  ημών  Ίηοον  Χριοτοΰ' 
12.  f  όί  ου  αυτώ  f  /}  δόξα  και  η  μεγαλωοΰνη  εις  τους  αιόίνας 
τών  αιώνων,     αμήν. 

XXI.  Όράτε,  αγαπητοί,  μη  αί  ευεργεαίαι  αντοΰ  αί  πολλαΐ 
γένωνται  εις  κρίμα    ημίν ,  εαν  μη  άξίως  αυτοΰ  πολιτευόμενοι 

10  τα  καλά  και  ευαρεοτα  ενώπιον  αυτοΰ  ποιώμεν  μεϋ•  ομονοίας. 
2.  λέγει  γαρ  που'  Πνενμα  κνρίον  λύχνος  ερευνών  τα  ταμιεΐα  της  γα~ 
ατρός.  3.  f  είδώμ&ν  f  πόίς  εγγύς  εΟτιν,  και  οτι  ουδέν  λέλήϋ-εν 
αυτόν  τών  εννοιών  ημών  ουδέ  τοίν  διαλογιβμών  ών  ποιονμεΟ-α. 
4.  δίκαιον  ουν  εοτϊν  μη  λειποτακτείν  ημάς  από  τοϋ  d-εληματος 

15  αυτοΰ.  5.  μάλλον  άν&ρώποις  άφροϋΐ  καΐ  άνοήτοις  καΐ  επαι- 
ρομενοις  και  έγκαυγο^μένοις  εν  αλαζονεία  τοϋ  λόγου  αυτών 
προοκόψωμεν  η  τω  ϋ-εώ.  6.  τον  κύριον  Ίηϋοΰν  Χριϋτόν,  ου 
το  αίμα  ύπερ  ημα>ν  εδό&η,  εντραπώμεν  τους  προηγουμένους 
ημών  αίδεο&ώμεν,    τους  πρεοβυτέρους  τιμ7]θωμεν,   τους  νέους 

20  παιδευοωμεν  την  παιδείαν  τοΰ  φόβου  τοΰ  ϋ-εοΰ,  τας  γυναίκας 

XXI,  2)  Pro  ν.  20,  27. 

1  οννελεναειςΐ  auxilia  S  {ονλλη-ψξΐς)  \  2  και  δεαποτης  των  απάντων] 
Deus  meus  L  |  4  τιροοτίεφενγοτας]  AS;  προοφενγοντας  C;  dub.  L  (qui  con- 
fugimus)  I  5  ημών]  om.  h  \  Q  δι  ov  αντίο]  per  quem  Deo  et  Patri  L;  o)  ALS 
(vgl.  Prol.  S.  54)  |  και  η  μεγαλωαννη]  ACL  (doch  dieser  om.  και) ;  om.  S  | 
8  αγαπητοί]  fratres  L  |  9  κρίμα  ημιν]  LS;  κρίμα  παοιν  ημιν  Α,  κριματα 
σνν  ημιν  C  (vgl.  Prol.  S.  67)  |  αντον]  om.  S  |  πολιτευόμενοι,  ποιωμεν]  con- 
versemur ,  facientes  L  |  10  εναρεοτα]  add.  illi  L  |  μεϋ-  ομονοίας]  om.  L  | 
11  πον]  om.  L  |  /.νχνος]  C  Clem.;  ?.νχνον  Α  |  ταμιεια]  AC;  ταμεία  Clem.  | 
της  γαατρος]  cordis  L  |  12  ειδωμεν]  L  (sciamus);  ιδωμεν  ACS  |  ειδϋ)μεν] 
add.  itaque  L  |  πως  εγγνς  εοτιν]  AC;  {οντοις  εγγίζει  τοις  δικαιοις  .  .  ο 
κνριος  Clem.);•  add.  nobis  S;  quia  ubique  prope  illum  sumus  L  |  οτι]  AC; 
om.  LS  I  13  ημών]  om.  L  |  15  μάλλον]  add.  de  S  1  16  εγκανχωμενοις]  εγ- 
κανχωμενοι  Α  |  εν  αλαζονεία  τον  λογον]  süperbe  ία  verbis  L  |  17  τω  &εω. 
τον  κνριον]  Deum  aut  Dominum  L  |  Χριστον]  AL;  om.  CS  Clem.  |  18  εδο- 
■9-ij]  ηγιαα&η  Clem.  |  εδοΘ-η,  εντραπώμεν  τοις  προι^γονμενονς  ημών  αιδε- 
σ&ωμεν  . . .]  datus  est.  Uereamur  eos  qui  prae  (eig.  pro)  nobis  sunt:  uerecun- 
demur  . .  .  L;  Clem.  hat  dieselbe  falsche  Abteilung  und  liest  και  αιδεσ&ωμεν 
κτλ.  1  19  πρεα^ντερονς]  add.  ημο^ν  Α  |  τιμηαωμεν]  honorem  illis  tribuentes 
L  Ι  20  του  φόβου]  om.  S  Clem.   |  τας  γυναίκας]  et  uxores  L. 


Text.     c.  XX  10  bis  XXII  6.  II3 

ημών  km  το  άγαϋ-υν  όιορ&€θθώμε&α'  7.  το  άξιοίγάπητον  της 
άγνείας  ήθ-ος  ενόείξάο&ωοαν,  το  άκεραιον  της  πραυτητος  αυτών 
βοίλημα  άποδειξάτωοαν,  το  επιεικές  της  γλ€Οοοης  αυτών  δια 
της  οιγης  φανερον  ποιηοάτωοαν  την  άγάττην  αυτών  μη  χατα 
προοχλίοεις,  άλλα  jiäöiv  τοις  φοβουμένοις  τον  &ε6ν  οοίως  ϊοην  5 
παρεγβτοοϋαν.  8.  τα  τέκνα  ημών  της  εν  Χριοτώ  παιδείας 
μεταλαμβανέτωοαν  μαϋ-έτωοαν  τι  ταπεινοφροοννη  παρά  ϋ-εώ 
ίοχίει.  τι  αγάπη  άγνη  παρά  &εώ  δύναται,  πώς  6  φόβος  αυτόν 
κάλος  καΐ  μέγας  και  OcSCmv  πάντας  τους  εν  αυτώ  οοίως  άνα- 
θτρε(ρομένους  εν  καϋ-αρα.  διάνοια.  9.  ερευνητής  γάρ  εννοιών  ίο 
καΐ  ενΰ-νμηοεων  ου  ί)  πνοή  αυτοΰ  εν  ημίν  έοτίν.  καΐ  όταν 
Ο-έλΐ]  άνελεϊ  αυτήν. 

XXII.  Ταϋτα  δε  πάντα  βέβαιοι  η  εν  ΧρίΟτώ  πίϋτις'  καΐ 
γάρ  αυτός  διά  τοϋ  πνεύματος  τοΰ  αγίου  ούτως  προοκαλείται 
ημάς'  ^svre,  τέκνα,  ακονοατέ  μον,  φόβον  κυρίου  όιόαςω  νμας.  2.  τις  ΐ5 
εστίν  αν&ρωττος  ο  ^ε'λων  ζωην,  αγαπών  ημέρας  Ιδεΐν  άγα&ας•  3•  παν- 
αον  την  γλώαααν  σου  άπο  κακοϋ,  καΐ  χίίλη  αου  τοΰ  μη  λαλιίααι  δόλον' 
4.  εκκλινον  απο  κακόν  καϊ  ποί'ί7()θν  αγαθόν,  5.  ζητηβον  είρηνην  κα\ 
δίωξον  αυτήν.  6.  οφθ•αλμοι  κυρίου  επΙ  δΐΥΜίους,  καϊ  ώτα  αυτοΰ  προς 
δίηΰιν    αυτών    ποόΰωπον   δε    κυρίου    im    ποίοΰντας   κακά,    τοΰ    ε'ξολε-  20 

XXIL  1  sqq.)  Ps.  33  12— 18. 

1  επι  το  αγαθ-ον]  ad  bona  L  |  το  αξιαγατιητον]  praem.  ut  L  |  της  αγνειας 
η&ος]  AC;  rjd-og  της  αγνειας  Clem.  mores  castitatis  L  (nach  Morins  Conj.)  |  2  το 
ακεραιον]  et  sinceram  L  |  3  βον/.ημα]  praem.  και  S  |  το  επιεικές]  et  quie- 
tam  L  I  4  οιγης]  φωνής  Α  |  5  ηροοκλιοεις]  ALS  Clem.;  προσκληθείς  C  | 
ιοην]  et  aequalem  et  similem  L  ]  6  ημών]  LS  Clem.;  νμων  AC  | 
7  μεταλαμβανέτωοαν]  AC;    μεταλαβετωοαν  Clem.   |  μα&ετωσαν]  praem.  ut 

L   1   ö-ewj    C  Clem ;  τω  θ-εω  Α   Ι,   8  τι  αγάπη δύναται  om.  L   |   πoJς] 

praem.  et  L  |  αντον]  τον  κνριον  Clem.  |  9  και  οωζων]  ACL;  et  liberans  et  sal- 
vans  S;  οοίζων  Clem.  |  οοιως]  θ-είως  S  |  10  εν  καθ-αρα  διάνοια]  ACS;  εν 
καθ^αρα  κάρδια  Clem.;  εν  καΟ-αρα  κάρδια  και  απλ^  διάνοια  L  (?  corde 
pure  et  cogitatione  sincera)  |  10  ερευνητής]  praem.  timor  .  .  .  Dei  L  | 
γαρ]  Clem.  L;  add.  εοτιν  AC;  dub.  S  |  11  ενΟ-νμησεων]  AC;  ενθ-νμηματων 
Clem.  \  ov  .  .  .  αντον]  Dei  cujus  L  |  12  ανελει]  AL  Clem.;  αναιρεί  CS  |  av- 
την]  add.  a  nobis  L  |  13  δε]  om.  S  |  Χριοτω]  Jhesum  Xristum  L  |  14  προσ- 
καλείται] vocat  et  hortatur  L  |  15  τις  εστίν  ...  bis  ερνσατο  αντον  (Ζ.  2 
der  nächsten  Seite)]  om.  C  |  16  ημέρας  ιδειν  αγα&ας]  videre  dies  bonos  L 
(LXX)  I  αγαπών]  praem.  et  L  |  17  και]  AL  Clem.;  om.  S  |  χείλη  σον]  LS 
Clem.;  om.  σον  Α  (ν.  1.  LXX)  |  19  οφθ-αλμοι^  AL  Clem.;  οτι  οφΟ^αλμοι  S 
(ν.  1.  LXX)  i  προς]  Α;  εις  Clem.  (LXX)  1  20  δε]  om.  L. 

Texte  u.  Untersuchungen.   N.  F.   V,  l.  8 


j^l4  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

^ρενΰαι   εκ  γης  το  μνημόΰνιον  αυτών.     7.  iy.έκQa'ξεv  6  δί'Λαιυς,  καΙ  ο 
κνριος    είΰηκουοεν   αυτόν   καϊ   εκ   πααάν  των   Ο-λίψεων  ερναατο  αυτόν. 
8.  πολλαϊ    αί  μάοτιγες  του  αμαρτωλού,    τους   6ε  ελπίζοντας  επΙ  κνριον 
έλεος  κυκλώβει. 
5  XXIII.    ο   οίκτίρμο^ν  κατά   πάντα  χαϊ  ευεργετικός  πατήρ 

έχει  Οπλάγχνα  επϊ  τους  φοβούμενους  αυτόν,  ήπίως  τ  ε  χαϊ 
προΰηνώς  τας  γ^άριτας  αυτοϋ  άποδιόοΐ  τοις  προοερχομενοίς 
αυτώ  άπλϊ]  διάνοια.  2.  διο  μη  διψνχώμεν,  μηδέ  Ινδαλλεο&ω  η 
ψυγη    7)μών    επϊ    ταΐς    υπερβαλλουοαις    χαϊ    ενδόξοις   δωρεαίς 

10  αυτοϋ.  3.  πόρρω  γενέοθ-ω  αφ'  ημών  ή  γραφή  αυτή,  οπού  λέγει' 
Ταλαίπωροι  εΐβιν  οι  δίιρνχοι,  οί  διοτάξοντες  xrj  -ψυχ^,  οι  λέγοντες' 
Ταύτα  ηκονΟαμεν  καϊ  επί  των  πατέρων  ημών,  καϊ  ίδου  γεγ7]ράκαμεν 
κα\  ουδίν  ημίν  τούτων  βυνβέβηκεν.  4.  'Ώ  ανόητοι,  ΰυμβάλετε  έαυτονς 
ξνλω'    λάβετε    αμπελον'    πρώτον    μεν    ψυλλοροεΐ,    είτα   βλαβτος   γίνεται, 

15  είτα  φνλλον,  είτα  ανΌ•ος,  καϊ  μετά  ταντα  ομφα'ξ,  είτα  βταφυλη  παρ- 
ίοτηκυΐα.  οράτε  οτι  εν  χαίρω  6λίγο3  εις  πέπειρον  χαταντα  6 
καρπός  τοϋ  ζ,ύλου.  5  επ'  ά?.η&είας  ταχύ  και  εξαίφνης  τελειω- 
ϋ^ήϋεται  το  βουλημα  αυτοϋ,  ουνεπιμαρτυρούοης  και  της  γραφής 
ότι  ταχν  ηξει  καϊ  ον  χρονιεΐ,  καϊ  εξαίφνης  ηξει  6  κύριος  εις  τον  ναον 

20  αυτόν,  καϊ  6  άγιος  ον  υμεϊς  προοδοκάτε. 

XXII,  8)  Ps.  3110.  —  XXIII,  3)  unde?  —  δ)  Jes.  13  22.  Mal.  3  ι. 

1  εκεκραξεν  κτλ]  Die  Clem.-Handschriften  haben:  εκεκραξεν  δε  ο 
κύριος  και  ειθΊ]κονσε,  ein  ofienb.  Verderbnis  |  2  Ο^λΜεων]  L  Clem.;  add. 
αυτόν  AS  |  αντον]  add.  S:  πολλαι  ul  θ-λιχρεις  τον  δίκαιον  και  εκ  πασών 
ρνσεται  αυτόν  ο  κνριος  (cf.  φ  33  20  LXX)  |  3  πολ?Μΐ\  AL;  praem.  είτα  C, 
et  iterum  S  (και  πάλιν)  \  πο7.λαΐ\  add.  μεν  γαρ,  om.  αι  Clem.  |  τον  αμαρ- 
τωλού] AC;  των  αμαρτωλών  Clem.  L  (LXX)  |  τους  δε  ελ,πιζοντας]  AL  Clem.; 
τον  δε  ελπιζοντα  CS  (LXX)  1  5  ο  οικτιρμων  κατά  πάντα]  misericors  ergo 
L  Ι  8  απλι^]  simplici  et  sincera  L  |  10  αντον]  in  nobis  add.  L  |  πόρρω]  add. 
ys  C  1  αντη]  αντον  C  |  οπον]  quaeL  |  11  τ?/  ψυχ??]  CL;  τψ  xpvx7jv  Α;  dub. 
S  1  12  ηκονααμεν  και]  audiebamus  L  1  13  οννβεβηκεν]  Α;  ονμβεβηκεν  C  ί 
14  πρώτον  μεν  φν?.?.οροει]  om.  C  |  μεν]  AS;  om.  L(?)  |  φνλ).οροει]  AS;  folia 
niittit  L  [φνλλοφνει  oder  φι?.λοψορει2)  \  είτα  βλαστός  γίνεται  είτα  φνλλον] 
om.  L  1  15  ανΟ-ος]  add.  γίνεται  L  (nascitur)  (übrigens  könnte  mit  deinde 
flos  nascitur  sehr  wolil  είτα  βλΜΟτος  γίνεται  übersetzt  sein,  cf.  43  4  ,?λα- 
οτησ/;/  floruerit,  43  5  βεβλ.αστηκνια  florida  und  die  Paraphrase  des  Johannes 
Diaconus  zu  c.  43 f.,  in  der  auch  βλαστανειν  durch  florere  wiedergegeben 
wird,  bei  Pitra:  Spicil.  Solesm.  1293,  In  diesem  Falle  om.L  εηα  φνλλ.ον 
είτα  avQ-ος)  \  και  μετά  ταντα]  AC;  είτα  LS  ]  ταντα]  add.  fit  L  |  17  ταχν] 
add.  enim  eritL  |  18  αντον]  Dei  L  |  και]  om.L  ]  19  οτι]  om.  L  |  εξαίφνης] 
εξαί'/νης  Α  |  ηξει]  venit  L  (LXX). 


Text.    c.  XXII 6  bis  XXV  3.  115 

XXIV.  ΚατανοηΟωμεν,  άγαπ)μοί,  πώς  6  όεοπότης  kjci- 
όείχνυται  Oi7jvaxc7jc  ήμίν  την  μέλλονϋαν  άνάοταοιν  totod-ai,  ης 
την  άπαρχην  εποιηοατο  τον  κυρών  'l7]öovv  ΧριΟτυν  Ικ  νεκρών 
αναθτ7]ϋας.  2.  Ιόωμεν ,  αγαπητοί,  την  κατά  καιρόν  γινομένην 
άνάοταοιν.  3.  ήμερα  και  ννξ  άνάΰταοιν  ήμΙν  όηλονΟιν  κοιμάται  5 
ή  ννξ,  άνΐϋταται  ημέρα,  ή  7)μέρα  απειοιν,  ννξ  επέρχεται.  4.  λά- 
βωμεν  τους  καρπούς•  ο  Οπόρος  πώς  και  τίνα  τρόπον  γίνεται; 

δ.   εξηλϋ-εν    ο   οπείρων  καΐ    εβαλεν  εΙς    την  γην  εκαοτον  τών 
ύπερματων    ατινα    πεϋόντα   εις  την  γην  ξηρά  και  γυμνά  δια- 
λύεται, είτ    εκ  της  όιαλύοεως  ή  μεγαλειότης  της  προνοίας  τον  ίο 
όεοποτου   ανίοτηοιν   αυτά,    και  εκ  τοΰ  ενός  πλείονα  αυξ,ει  κα\ 
εκφέρει  καρπόν. 

XXV.  Ιόωμεν  το  παράόοξον  ϋημείον  το  γινόμενον  εν  τοις 
άνατολικοίς  τόποις,  τουτέοτιν  τοις  περί  την  Άραβίαν.  2.  ορ- 
νεον  γαρ  εΟτιν  ο  προοονομάζεται  φοίνιξ'  τοΰτο  μονογενές  ΐ5 
υπάρχον  ζη  ετη  πεντακόοια,  γενόμενόν  τε  ήδη  προς  άπόλυοιν 
τοΰ  άποϋ-ανεΐν  αυτό.  ϋηκόν  εαυτώ  ποιεί  εκ  λιβάνου  καΐ  ομύρ- 
νης  καϊ  τών  λοιπών  αρωμάτων,  εις  ον  πληρωϋ-έντος  τοΰ  χρό- 
νου   τοΰ   βίου    είοέρχεται   καϊ    τελευτα.     3.  οηπομένης    δε   της 

1  αγατιητοί]  frafcres  L  |  ετίίόεικννται  öirjvexojq  τιμιν]  Α;  διηνεκος  ημι,ν 
ετίιδεικννοί  C;  monstrat  nobis  perpetuo  S;  L  hat  palam  facit ...  et  osten- 
dit  nobis  (paraphr.  oder  las  er  δεικτικωςΐ  Die  Ordnung  dieselbe  wie  bei 
A)  I  3  T7jv  απαρχην]  add.  ηδη  S  |  Χριατον]  om.  C;  add.  filium  suum  L 
4  αγαπητοί]  fratres  L  |  κατά  καιρόν]  C;  κατακαι ...  Α;  in  omni  tempore 
S;    L    übersetzt   κατά  καιρόν  γινομενην  mit  cotidianam   |   γινομενην]  add. 

t/μίν  S  I  5  άνάοταοιν δ)]λονθίν]  L  hat:    surrectionem    diei    et  noctis. 

Nox  dormitio  est  dies    surrectio   |  κοιμάται ήμερα]  S  übersetzt,  als 

ob  κοιμάται  [τις]  ννκτος  ανιοταται  ημέρας  \  6  τ/μερα]  ?/  ήμερα  C ;  ?;....  Α 

(Lightf.;  Tisch,  liest  η  ?]  .  . .)  \  η  ήμερα επέρχεται]    om.  L   |    7  τοις 

καρπονς]  et  fructum  L  |  πως  και  τίνα  τρόπον]  L  hat  nur  quomodo  j  8  εκα- 
οτον   γνμνα]  om.  L  |  9  ξηρά  και  γνμνα]  AC;  ξηραν  S  |  διαλνεται]  praem. 

primum  L  |  10  ?;  μεγαλειοτης  της  προνοίας  τον  δεοποτον]  majestas  Dei 
providentiae  suae  L  |  11  αντα]  illud  L  |  εκ  τον  ενός  πλείονα]  L  hat  diesen 
Zusatz  hinter  καρπον  u.  zw.  de  uno  grano  multuni  |  13  ιδιυμεν]  add.  et  L  | 
14  τοντεοτιν  εν  τοις  περί  τ//ν  Αραβιαν]  in  loco  Arabiae  L  |  15  εοτιν]  om. 
L  I  τοντο  μονογενές  νπαρχον  ζ{/]  L  hat:  et  est  unica  haecvivit  |  μονογενές] 

μονογενής  Α   |  16  τε]  Α  u.  L  (?  quae);  δε  CS  |  γενομενον αντο]  quae 

cum  appropiaverit  finis  mortis  ejus  L    (ist  fini  zu  lesen?)  |  \%  εις  ov 

γοονον]  et  ut  impletum  seit  esse  sibitempus  L  |  19  τον  ßiov]  LS;  om,  AC; 
add.  suae  S  |  εΐοερχεται]  ibi  intrat  L  |  τε?.εντα]  add.  in  illo  S  |  οηπομενης 
δε  της  οαρκος]  et  de  umore  carnis  ejus  L  ]  δε\  AS;  τε  C;  dub.  L  (et). 


[IQ  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

ααρκος  οκίόληξ  τις  γεννάται,  ος  εκ  της  ίκμάδος  τον  τετελεντ?/- 
κότος  ζώου  άνατρεφόμενος  πτεροφνεΓ  είτα  γενναίος  γενό- 
μενος αίρει  τον  οηκον  εκείνον  οπον  τα  οϋτα  τον  προγεγονό- 
τος   εοτίν,    καΐ    ταντα   βαϋτάζων    διαννει    άπο    της    "Αραβικής 

5  χωράς  εως  της  Αιγύπτου  εις  την  λεγομένην  "^Ηλιονπολιν.  4.  κοΧ 
ημέρας,  βλέποντος  πάντων,  επιπτας  επι  τον  τον  ηλίου  βω- 
μον  τίΟ^ηΰΐν  αυτά,  καΐ  όντως  εις  τουπίοω  άφορμα.  5.  οι  ονν 
ιερείς  επιοκέπτονται  τ  ας  άναγραφας  των  χρόνων,  καΐ  ενρί- 
Οκουύιν    αυτόν    πεντακοοιοοτοΰ    έτους   πεπληρωμένου   εληλν- 

10  {^έναι. 

XXVI.  3Ιέγα  και  ϋ-ανμαοτον  ουν  νομίζομεν  είναι,  ει  ο 
δημιουργός  των  απάντων  άνάοταΰιν  ποιήοεται  των  όο'ιως  αυτω 
δονλευοάντων  εν  πεποι&ηοει  πίοτειος  άγαΟ^ης,  οπού  καΐ  δι  όρ- 
νιου δείκνυϋιν  ήμίν  το  μεγαλεΐον  της  επαγγελίας  αυτοϋ;  2.  λε- 

15  γει  γάρ  που'  Καϊ  Ιξαναβτηαεις  με,  καϊ  εξομολογηοομαί  σοι,  και' 
Έκοιμη-9•7]ν  καϊ  νπνωαα,  ε'ξηγερ&^ιν,  οη  Ου  μετ  εμοΰ  iL  3.  καϊ 
πάλιν  Ίώβ  λέγει'  Καϊ  άναατηοεις  την  ΰάρκα  μον  ταντην  την  avar- 
τληΰαΰαν  ταντα  πάντα. 

XXVI,  2)  ΚαΙ  έξαν.  —  ool  unde?     Ps.  3  6.  22  4.  —  3)  Job.  19  26. 


εκ 


1  γενν(ααι]  AL;  εγγενναται  CS  (nascitur  in  ea)   |   oq]  όστις  S  (?)  |  oq 
.  .  .  (α-ατρεφομενος   πτεροφνεί]    qui   ibi    enutritur  et  tempore  suo  fit 
pinnatus  in  avem  qualis  ante  fuerat  L   |   τετελεντηκοτος]  τεί.εντψκοτος  Α; 

τελεντησαντος    C  |  2  είτα γενόμενος]    et  cum  fortis  factus  fuerit  L  | 

3  εκείνον]    add.    κνκλο&εν    αντον  S   |   τον    προγεγυνοτος]    prioris  corporis 
illius  L  I  i  ταντα]  illam  L    (sc.  thecam,    αηκον)  \  βαοταζων]  βασταζον  Α  | 
βαστάζων   διαννει]  portat  L   |   διαννει]   C;    διανενει  Α;    migrat  volans  S 
5  εις]  add.  coloniam  L   |   6  ημέρας]  interdie  palam  L  \  ηαντων]  Α;  απάν- 
των C  Ι  επιπτας]  AS;  om.  C;  advolat  et  consedet  L   |   7  τιΘ-ησιν]  ibi  ponit 

L  I  αντα]    eam  L    (cf.  Z.  4)   |   και   οντο)ς αφορμα]    et    iterum  rever- 

titur  unde  venit  L  |  ovv]  tunc  L  |  8  ιερείς]  add.  oi  τ>]ς  Αιγνπτον  S  |  9  ττε- 
π?.ΐ]ρίομενον]  πλψρονμενον  C  |  11  μέγα]  add.  ergo  L  \  ει]  add.  Deus  L  | 
13  δονλενσαντων]  δονλενοντων  L  (eorum  qui  serviunt)  ]  εν  πεποι&ηοει 
πίστεως  αγα&ης]  et  bona  fide  L  ]  και]  om.  L  |  14  7]μιν]  vobis  L  |  το  με- 
γαλεΐον] majestatem  et  veritatem  L  \  ?.εγει  γαρ  πον]  sicut  scriptum  est  in 
proplieta  L  |  15  και]  om.  L  |  και  3«]  et  iterum  scriptum  est  L  |  16  εκηι- 
μηθ-ην]  praem.  ego  L  |  εξηγερ&ην]  AL;  και  εξηγερ&ην  CS  ]  σν]  add.  Do- 
mine L  I  17  Ιωβ  λέγει]  dixit  in  Job  L  |  και]  om.  L  |  την  σάρκα  μον  ταν- 
την] corpus  meum  L  |  σάρκα]  σαρκαν  Α  |  αναντλησασαν]  Α;  αντλησασαν 
C  (ν.  1.  LXX);  passum  est  L;  toleravit  S  (lasen  LS  ανατλησασανΊ)  \  18  ταντα 
πάντα]  multa  mala  L. 


Text.    c.  XXV  3  bis  XXVIII  i.  117 

XX VII.  Ύαντί]  ovv  τγ/  Ιλπίδί  προοόεοεο&ωοαν  cd  ψνχαΐ 
ημών  τω  πιΟτω  Ιί>  ταΐς  Ιπαγγελίαίς  καΙ  τω  ÖLxaico  εν  τοις 
κρίμαοιν.  2.  ο  παραγγείλας  μη  ψενόεο&αι,  πολλώ  μάλλον  αντος  ον 
ψενΰεταί'  ουδέν  γαρ  αδύνατον  παρά  τω  θ-εω  ει  μη  το  ψενϋα- 
ö&at.  3.  άναζίοπνρηοάτω  ονν  ή  πίοτις  αυτόν  εν  ημίν,  και  .5 
νοηοωμεν  οτι  πάντα  εγγύς  αυτώ  Ιοτίν.  4.  εν  λ.ογο)  της  με- 
γαλωούνης  αυτόν  ουνεοτήοατο  τα  πάντα,  καΐ  εν  λόγο)  δύναται 
αυτά  καταοτρεψαι.  δ.  Τις  ερεΐ  αντώ'  Τι  ίποίηβας;  η  τις  άντι- 
ατηΰεται  τω  κοάτΐΐ  της  ίΰχνος  αντον;  οτΐ  οτε  β-έλεΐ  καΐ  ως  ϋ-έλ.εΐ 
ποιηθεί  πάντα,  καΐ  ονδεν  μη  παρελϋ-η  των  δεδογματιομένων  ίο 
νπ  αντον.  6.  πάντα  ενώπιον  αντον  εΐοίν.  και  ονδεν  λ.έληϋ^εν 
την  βονλην  αντον,  7.  ει  οί  υνρανοϊ  δίηγοϋνται  δό'ξην  θίον,  ποίηαιν 
δε  χειρών  αντον  αναγγέλλει  το  ατερίωμα'  η  ημέρα  τη  ιιμέρα  ερενγεται 
ρήμα,  καϊ  ννξ  ννκτΐ  αναγγέλλει  γνώαιν'  κα\  ουκ  είαιν  λόγοι  ονδε  λαλιαί, 
ών  ονχϊ  ακούονται  αί  φωναϊ  αυτών.  15 

ΧΧνίΙΙ.  πάντων  ονν  βλεπομένων  καϊ  άκονομενων ,  φοβη- 
ϋ^ώμεν    αντον   και    άπολίπωμεν    φαύλων  έργων  μιαρας  έπι&ν- 

ΧΧνΠ,  δ)  Sap.  1212.  11  22.  —  7)  Ps.  IS  2— 4. 

1  προοδβόεσΘ-ίοσαι]  AS;  nonooe/eod-ojoai•  C;  L  dub.:  erant  (wofür 
Älor.  hereant  liest,  schwerlich  mit  Recht,  da  haerere  immer  (7  mal)  κολ/.αοχ^σ.ι 
wiedergiebt  und  allemal  mit  dem  Dativ  verbunden  ist,  nicht  mit  ad) 
2  τω]  ad  Deum,  qui  .  .  .  L  |  εν  ταις]  Α;  ταις  C;  dub.  S  |  εν  ταις  επαγγελιαις] 
et  potens  L  |  τω  δικαιω]  Α;  δικαιω  Cu.  S(?);  dub.  L  |  εν  τοις  κριμασιν]  in 
judicando  L  {εν  τω  κρινεοΘ-αι)  \  3  ο]  add.  γαρ  L  (vor  παρ  ....  leicht  mög- 
lich)  I  πολλω   μάλλον ιρενσαοΘ^αι]    om.  L   |  4  τω  θ-εω]  Α ;    d-εω  C  | 

το  ψενσασθ-αι]  Au.  S{?);  ψεναασ&αι  C  |  6  εγγνς  αντω  εοτιν]  om.  Τι  \  7  τα 
τταντα]  Α  u.  S  (?);  πάντα  C;  om.  L  |  8  τις]  et  quis  L  |  9  ort  οτε]  L  (quia  cum); 
οτε  ACS  (vgl.  Prol.  S.  59)  |  Θ-ελει  1"]  volet  L  |  10  ποιήσει]  ποιηοαι  C  |  πάντα] 
add.  enim  L  |  11  νπ  αντον]  a  Deo  L  |  12  ot  ονρανοι]  Α;  om.  01  C  |  ποιη- 

οΐί']   opera  L   |   13    το   ατερεο}μα φοβηΟ-ωμεν  (Ζ.  16)]    το  στερέωμα' 

και  ακούονται  αι  φυη•αι  παντοη•  βλεπομενοίν  και  άκονομενων  φοβη^οιμεν 
κτλ.  C  Ι  η  ήμερα]  praem.  si  L  |  14  αναγγέλλει]  AL;  αναγγελει  S  |  λόγοι 
λαλιαι]  Α;  λαλιαι  λόγοι  LS  (LXX)  |  15  αι  φωναι\  AL;  ταις  φο)ναις  S 
(?  rOuoa)  Ι  L  beginnt  mit  Si  caeü  (ει  οι  ονρανοι  Ζ.  12)  den  Vordersatz 
einer  hypothetischen  Periode,  setzt  hinter  eorum  (αιτών  Ζ.  15)  keinen  Punkt 
und  lässt  mit  c.  28  den  Nachsatz  beginnen.  Auch  in  C  ist  offenbar  eine 
ähnliche  Construction  beabsichtigt.  Das  schwierige  ει  Ζ.  12  war  die  Ver- 
anlassung zu  dieser  Auffassung  des  Satzbaues  |  16  πάντων]  propter  omnia 
L  i  ovv]  AL;  τε  S;  om.  C  |  17  αντον]  Deum  L  |  απολιπίομεν]  C;  απολει- 
πο)μεν  Α  |  μιαρας]  βλαβερας  C. 


IIS  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

μίας,  ϊνα  τω  ελέει  αντον  οκεπαο&ώμεν  άπο  των  μελλόντων 
χρψατων.  2.  πον  γάρ  τις  ημών  δνναταί  φυγείν  άπο  της  κρα- 
ταιάς  χειρός  αντον;  ποίος  όε  κόομος  όέξεταί  τίνα  των  αντο- 
μολονντων    απ'    αντον;   λέγει    γάρ    πον   το    γραφείον   3.  Πού 

5  αφηξω  και  πον  κρνβΐιαομαι  άπο  τον  προΰωπον  βον ;  Ιάν  αναβώ  εις 
τον  ονρανόν ,  ον  εκεί  ει'  εαν  απέλθω  εις  τα  εβχατα  της  γης,  εκεί  η 
δε^α  60V  εαν  '/Μταατρωΰω  εις  τάς  άβναβονς,  εκεΐ  το  πνενμά  οον. 
4.  ποΐ  ονν  τις  άπέλϋ-tj  η  πον  άποόράο?]  άπο  τον  τα  πάντα 
εμπεριέχοντος; 

10  XXIX.  Προοέλϋ^ωμεν   ονν  αντώ  εν  οοιότητι  ψνχης,    αγνσ.ς 

καΐ  άμιάντονς  χείρας  αϊροντες  προς  αντόν,  άγαπώντες  τον 
επιεική  καϊ  ενοπλαγχνον  πατέρα  ημών,  ός  εκλογής  μέρος  ημάς 
έποίηΟεν  εαντω.  2.  οντω  γάρ  γέγραπταΐ'  Ότε  διεμεριξεν  ο 
νψίοτος    ε&νη,    ώς    δίέαπειρεν  νίονς  'Αδάμ,    εοτηοεν  όρια  έ&νών  κοτπ 

15  αρι&μον  αγγέλων  θ-εον.  εγενη&η  μερ\ς  κνρίον  λαό?  αντον  Ία•/.ώβ, 
αχοίνιβμα  κληρονομιάς  αντον  Ίαραηλ.  3.  καΐ  εν  ετέρορ  τόπω  λέγει' 
Ιδον  κνρίος  λαμβάνει  εαντώ  ε&νος  εκ  μέοον  ε3•νών,  ωβπερ  λαμβάνει 
αν&ρωπος  την  απαρχην  αντον  της  αλω'  και  έξελενβεται  εκ  τον  ε&νονς 
εκείνον  άγια  άγιων. 

20  XXX.  ^ίγία  ονν  μερίς  υπάρχοντες  ποιηϋωμεν  τα  τον  άγια- 

ομον   πάντα,    φενγοντες   καταλαλιάς,    μιαράς  τε  και  άνάγνονς 

XXVIII,  3)  Ps.  138  7  sqq.  —  XXIX,  2)  Deut.  32  8  sq.  —  3)  Deut.  4  34. 
14  2.  Num.  18  27.  II  Chr.  31 14.  Ezech.  48i2. 

1  των  μελλόντων  κριματων]  AC;  τον  μέλλοντος  κριματος  LS  |  2  δν- 
ναταί} poterit  L  |  3  κοομος]  creatura  L  ]  4  απ  αντον\  a  Deo  L  |  παν]  oru. 
L  Ι  δ  αφηξω]  ACS;   φιγω  (fugiam)  Clem.  L  (LXX)   |   τον]  AC;  om.  Clem. 

6  εκεί  'ει]  CLS  Clem.  (LXX  χ<=•  ^  RT);  ει  εκεί  Α  (LXX  Χ*  AB)  |  εαν]  et  si 
L  !  ταεογατα]  fundamentaL  (36  4  besser:  terminos)  |  γης]  &α?.ασσηςΟ\βιη. 
εκεί  η  δεξιά  σον]  Α  Clem.  S;  ibi  manus  tua  tenebit  me  L;   ov  εκεί  ει  C 

7  εαν]  et  si  L  Ι  καταστρώσω]    ACS;    descendero  L  {καταβω  Clem.  LXX) 
τας  αβνσσονς]  abysso  L  |  8  Ttoi]  A;  πον  C  |  ovv]  om.  S  |  ποι•]  add.  τις  C 
ατιοδρασα]  Α;  αποδράσει  C;  dub.  LS  (L  hat  fugiet.  aber  auch  απε?.&α  über- 
setzt er  mit  ibit)  |  τα  πάντα]  A;  πάντα  Cu.  S(?)  ]  10  oviA  om.  S  |  αντω]  ad 
Deum  L  |  αγνας]  purae  (αγνής)  L  |  11  αντον]  Deum  L  |  12  επιεικί}]  επιει- 
κην  Α  Ι  ημάς]  CS  u.  L  (dessen  nobis  wohl  in  nos  sibi  zu  ändern  ist);  om.  Α 
13  οντω]  Α;  οντοκ  C  j  15  αριθ-μον]  αρι&ον  Α  \  εγενηθ-η]  AC;  και  εγενη^-η 
LS    (LXX)   Ι   18    αντον   της   αλω]    areae  sibi  L  (parallel  zum  1.  Gliede)  | 
20  άγια  ovv  μερις]  LS;  άγια  ovv  μέρη  C;  αγιον  ovv  μερις  Α  |  21  πάντα] 
omnia  opera  L  |  καταλαλιας,   μιαρας  τε  και  αναγνονς  ονμπλοκας]  L  zieht 
μιαρας  τε  zu  καταλαί.ιας;   S  verbindet  μιαρας  τε  και  αναγνονς  mit  κατα- 
λαλιας  |  μιαρας  τε]  AS;  om.  τε  C;  dub.  L  |  αναγνονς]  αγνονς  Α. 


Text.    c.  XXVIII 1  bis  XXXI 3.  119 

ονμπλοκάξ,  μέΟ-ας  τε  και  νεωτεριομονς  καΐ  βόελνκτάς  επιθυ- 
μίας, μνοεράν  τε  μοιχείαν,  καΐ  βόελυκτην  ντιερηφανίαν.  2.  Θίός 
ya'o,  φ7]θΊν ,  νπΐοηφάνοις  οιντιτάαΰεται,  ταπεινοΐς  δε  δίδωβίν  χάριν' 
3.  Κολληΰ^ώμεν  ονν  εκείνοίς  οις  ?)  χάρις  άπο  τον  ΰ^εον  όέόο- 
ται'  ενόνοωμεϋ-α  την  ομόνοιαν  ταπεινοφροΐ'ονντες,  έγκρατενό-  5 
μενοι,  ccjto  παντός  ιρι&νριύμοϋ  και  καταλαλιας  πόρρω  εαυτούς 
ποιοϋντες,  εργοις  δικαιούμενοι  μη  λόγοις.  4.  λέγει  γάρ'  Ό  τα 
πολλά  λέγων  καί  αντακονΰεται'  η  ο  ενλαλος  οϊεται  είναι  δίκαιος; 
δ.  ενλογ7]μέΐ'ος  γεννητος  γυναικός  υλιγόβίος'  μτ]  πολνς  εν  ρημαοιν  γίνου. 
6.  Ό  έπαινος  ημών  εοτω  εν  ϋ-εφ,  καΐ  μη  εξ  αυτών  αυτεπαι-  ίο 
νετους  γαρ  μιοεΐ  6  &ε6ς.  7.  7]  μαρτυρία  της  άγαϋ-ης  πράξεως 
ημών  όιόόο&ω  υπ'  άλλων,  καθ^ώς  έόόϋ-η  τοις  πατράβιν  ημών 
τοις  όικαίοις.  8.  d-ράθος  και  αυθ-άόεια  και  τόλμα  τοις  κατηρα- 
μένοις  υπο  τοϋ  ϋ•εοΰ'  επιείκεια  και  ταπεινοφροούνη  καΐ  πραυ- 
της  παρά  τοις  ηυλογημενοις  υπο  τοϋ  ϋ^εοϋ.  ΐ5 

XXXI.  Κολληΰ^ώμεν  ονν  τ^  ευλογία  αυτοϋ,  καΐ  Ιδωμεν  τί- 
νες αι  6öo\  της  ευλογίας,  ανατυλίξωμεν  τά  απ  άρχης  γενό- 
μενα. 2.  τίνος  χάριν  ηύλογήϋ-η  ο  πατήρ  ?)μών  'Αβραάμ;  ουχί 
όικαιοούνην  και  άλιιϋ-ειαν  δια  πίοτείος  ποιήοας;  3.  Ίοαάκ  μετά 
π£ποιϋ•7]θεως    γινώϋκων    το    μέλλον   ηδέως   προοήγετο    ϋ-υοία.  20 

XXX,  2)  Prov.  3  34.  —  4)  Job.  11  2  sq.  —  XXXI,  3)  Gen.,  22  7  sq. 

1  σνμτίλοκας]  και  ανμπλοκας  S  |  και  νεωτεριομοις]  omnea  adinven- 
tiones  L  |  και  βδε?.νκτας]  ora.  και  L  |  2  μνσεραν]  Α;  μνσαραν  C  |  μνσεραν 
τε]  otn.  τε  Α  |  και]  om.  Α  |  Ο-εος  γαρ  φησιν]  quia  Deus  L  |  4  απο]  om» 
C  Ι  5  εγκρατενομενοι]  et  abstinentes  ab  omnibus  malis  L  |  6  ατίο]  et  ab 
L  1  καταλαλιας  .  .  .  εαντονς  ποιονντες]  S  verbindet  arco  παντός  ψιΟ^νρίομον 
mit  εγκρατενομενοι  und  übersetzt  als  läse  er:  καταλαλιας  .  .  .  εαντιον  noi- 
οιντες  \  7  εργοις]  add.  justis  L  |  μ?/]  CL;  praem.  και  AS  |  8  //]  Α;  et  L; 
f  i  C ;  j)  S  I  οιεται]  non  potet  (=  putet)  L  (μ?^  οιεσΘ-ω)  \  9  ευλογημένος  γεν- 
νητος γυναικός  ολιγοβιος]  Α;  γεννητος  γυναικός  ολιγοβιος  C;  benedictus 
natus  mulieris  L;  γεννητος  γεννητος  (."Ixl*  r^lxL»)  γυναικός  ολίγο  βίος  S  Ι 
10  ημο}ν]  υμών  C  |  &εω]  Α;  τω  &εω  C  |  και]  om.  L  |  11  γαρ]  om.  S  |  μαρ- 
τυρία] add.  nobisL  |  αγαθ-ης]  om.  C  |  12  ημών  1"]  AL;  υμιον  CS  |  εόοΟ-η]  εδε- 
ηϋ-η  Α  Ι  13  Ο-ρασος  και  αυΟ-αδεια,  και  τολμά]  petulantia  et  audatia  et  con- 
tumelia  et  temeritas  L  |  14  υπο  τον  9•εου]  om.  C  |  επιείκεια]  nam  dementia 
L  {επιείκεια  δε)  \  ταπεινοφροσύνη  και  πραυτης]  πραυτης  και  ταπεινοφρο- 
σύνη S(?)  1  πραυτης]  Α;  πραοτηςΟ  \  1β  αυτού]  Dei  L  |  18  ουχί ποιησας] 

nonne  propter  justitiam  et  veritatem  in  fide  quam  habuit  L  |  19  δια  πι- 
στειος]  AS;  in  fide  L;  om.  C  |  Ιοαακ]  praem.  item  L  |  20  /;^εως]  καιηδεως 
S  I  Θ-υαια]  ad  victimam  L  (Gen.  22  2,  7,  13). 


120  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

4.  'Ιακώβ  μετά  ταπεινοφροβΰνης  έξεχώρηοεν  της  γης  αντον 
δι  αδελφον  xcu  ε:τορενϋ•η  προς  Λαβαν  χαΐ  εδονλενοεν,  καΐ 
έδόΟ^η  αυτφ  το  δωδεκάοκηπτρον  τον  ^Ιοραι'β. 

XXXII.      Ο    εάν    τις    καθ'    ϊν    εκαΟτον    είλικρινώς    κατα- 

5  νοηοη,  επιγνώοεται  μεγαλεία  των  νπ  αυτοΰ  δεδομένων  δω- 
ρεών. 2.  ε^  αντον  γαρ  Ιερείς  και  Αενΐται  πάντες  οι  λειτονρ- 
γονντες  τω  ϋ-νοιαοτηρίΓΟ  τον  &εον'  εξ  αντον  6  κύριος  'ΐηοονς 
το  κατά  ϋάρκα'  έ^  αύτον  βαοιλείς  και  άρχοντες  καϊ  7)γονμενοι 
κατά  τον  'ΐονδαν'    τά   δε   λοιπά   ϋκήπτρα  αντον  ονκ  εν  μικρά. 

10  δόξ'^  νπάρχονοιν ,  ως  έπαγγειλαμένον  τον  ΰ-εον  οτι  "Εαται  το 
απεομα  αον  ώς  οι  αΰτερες  τον  ονρανον.  3.  Πάντες  OVV  εδοξ,άοΟ-ηΟαν 
καϊ  εμεγαλνν&ηοαν  ον  δι  αυτών  η  τών  έργων  αυτών  η  της  δι- 
καιοπραγίας  ης  κατειργάοαντο,  αλλά  διά  τοΰ  ϋ-εληματος  αύτον. 
4.  καϊ  ημείς  ούν,  διά  ϋ-ελήματος  αύτον  εν  Χριοτώ  'itjöov  κλη- 

15  Μέντες,  ού  δι  εαντών  δικαιούμεθ-α  ούδε  διά  της  ημετέρας 
οοφ'ιας  η  Οννέοεως  η  εύοεβείας  η  εργο^ν  ών  κατειργαοάμε&α  εν 
οϋιότητι  καρδίας,  αλλά  διά  της  πίοτεο^ς,  δι  ης  πάντας  τους 
απ'  αίθ3νος  6  παντοκράτωρ  ϋ-εος  έδικαίχοοεν'  ω  εϋτοι  η  δόξα 
εις  τους  αίόίνας  τών  αίο^νων.     αμήν. 

20  ΧΧΧΙΙΙ.    Τί  οίν  ποιήοωμεν,  αδελφοί•,  άργήοωμεν  άπο  της 

αγαθ^οποιΐας  καϊ  εγκαταλίπωμεν  την  άγάπην;  μηι}αμο)ς  τοντο 

4)  Gen.  2S  sq.  —  XXXII,  2)  Rom.  9,  δ.  Gen.  22,  17. 

1  Ιακώβ]  et  Jacob  L  |  2  αόί?.ψον]  acld.  suum  L  |  εδονλβνσεν]  add.  ei 
L  I  4  0  eav]  ο  avC,  quod  si  L;  quae  si  («  sav)  S;  def.  Α  |  βιλικρινως]  di- 
ligenter  L  ]  5  των  νπ  αντον  δεδομένων  δωρεών]  munerum  Dei  quae  ipse 
dedit  L  |  6  αντον]  LS;  αντων  AC  |  γαρ]  add.  sunt  nati  L  |  ιερείς]  Α;  οι 
ιερείς  C  ]  πάντες]  praem.  et  L  |  oi]  cm.  S  (?)  |  9  κατά]  praem.  oi  S  |  δε] 
AL;  τε  CS  |  αντον]  om.  C  |  ονκ]  nee  L  (ονδ"?)  \  10  δοξ^]  τάξει  C  |  τον 
&εον]  Α;  &εον  C  |  12  αντων  l^]  αντων  C  (hinter  έργων  hat  er  αντων) 
των]    L    wiederholt    vor   των   die  Präposition  (propter),    ebenso  vor  της  ■ 

13  αντον]    τον   &eov   S   |   14   και  ημείς θελήματος  αντον]    om.  C  ! 

15  ημετέρας]  ημέρας  Α  |  16  κατειργαααμε&α]  dinumeravimus  L  (κατη- 
ριβ-μηααμεθα  oder  κατελογιααμε&α'?)  |  17  παντας]  Α;  απαντάς  C  |  τονς] 
τον  Α  Ι  18  »;  δόξα]  honor  et  gloria  L  |  19  τονς  αιώνας  των  αιώνων]  αιώ- 
νας C  Ι  20  Τί  ονν  ποιησωμεν]  AS;  τι  ονν  ερονμεν  CL  (Rm  6  ι)  |  αδελφοί] 
αγαπητοί  CS  ]  αγρησωμεν,  εγκαταλίπωμεν]  αργηοωμεν,  εγκαταλειπωμεν 
Α;  αργησομεν,  καταλιπομεν  C;  cessabimus,  derelinquemus  (das  wäre  αργή- 
αομεν,  εγκαταλειψομεν,  doch  übersetzt  L  öfters  den  Couj.  mit  Fut.,  cf. 
284);  dub.  S  1  21  και]  om.  C. 


Text.    c.  XXXI  4  bis  XXXIU  8.  121 

iaOat  ο  όεοπότης  sc/  ημίν  γενηϋ-ηναί,  άλλα  Οπενοωμεν  μετά 
■εχτενείας  καΐ  ττροβ^νμίας  παν  έργον  άγαϋον  επιτελεϊν.  2.  αυτός 
γαρ  ο  δημιουργός  καΐ  όεΰπότης  των  απάντων  επΙ  τοις  εργοίς 
αυτόν  αγάλλ.εται.  3.  τω  γαρ  παμμεγεϋεύτάτφ  αυτοϋ  κράτει 
ουρανούς  εΟτηριϋεν  κσΐ  τι}  άκαταλ^πτω  αυτοϋ  Ουνέϋει  διεκόο-  5 
μηοεν  αυτούς'  γην  τ  ε  όιεγ^ώρΐϋεν  άπο  τοϋ  περιέχοντος  αυτήν 
ύδατος  και  ΐ}δραϋεν  επΙ  τον  άοφαλή  τοϋ  ιδίου  βουλήματος 
ϋ^εμέλιον,  τα  τε  εν  αύτ^  ζώα  φοιτώντα  τ(]  εαντοΰ  διατάξει 
Ικέλευοεν  είναι'  ϋ-άλαβοαν  και  τα  εν  αυτ(]  ζώα  προετοιμάοας 
^νεκλειοεν  τ(]  εαντοΰ  δυνάμει.  4.  έπΙ  πάοι  το  εξοχώτα-  ίο 
τον  και  παμμέγε&ες,  άνϋ-ρωπον,  ταϊς  ίεραϊς  καΐ  άμώμοις 
χεροΐν  επλαϋεν,  της  εαυτοΰ  εικόνος  χαρακτήρα.  5.  όντως  γάρ 
•φηΟΐν  ο  ϋ-εος'  Ποί^ίαωμεν  άν&ρωπον  κατ  εικόνα  καϊ  κα&'  υμοίωβιν 
ημετεραν.  και  εποί7]βεν  ο  ΰ•ε6ς  τον  αν&ρωπον,  αροεν  καΐ  &ηλν 
εποίηαεν  αυτούς.  6.  ταϋτα  οΰν  πάντα  τελειώοας  επι^νεοεν  αυτά  ΐ5 
y.al  7]νλογ?]ύεν  καϊ  είπεν'  Αυξάνεοϋ-ε  καϊ  πλη•&ννεα&ε.  1.  "ΐδωμεν 
ατι  εν  εργοις  άγαϋ-οις  πάντες  εκοομηϋ•7]ϋαν  οι  δίκαιοι,  και 
^ντος  δε  6  κύριος  εργοις  άγαϋοϊς  εαυτόν  κοομήοας  εχάρΐ]. 
'8.  έχοντες  οΰν  τοϋτον   τον  ύπογραμμον  άόκνως  προοέλ&ωμεν 

XXXIII,  5)  Gen.  1  26  sq.  —  6)  Gen.  1  28. 

1  εασαι  ο  δεσπότης]  Α  u.  L  (?);  ο  δεσπότης  εασαι  C;  dub.  S  |  γεν7]θ-ηναι] 
praem.  γε  Α  \  -ί  αγα?.λεται]  C  Leont.  Daniasc;  αγα?.?.ιαται  Α  |  παμμεγε&ε- 
•ατατω]  AC;  παμμέγεατατω  Leont.  Damasc.  |  5  εατηρισεν]  AC;  εοτηριξεν 
Leont.  Damasc.  |  τ^]  AL  Leont.  Damasc;  εν  τ^  C;  dub.  S  |  β  τί]  xlGL;  δε 
Leont.  Damasc.  |  διεχωρισεν]  C  Leont  ;  εχωρισεν  Damasc;  def.  Α;  dub.  LS 
7  ηδρασεν]  AC  Damasc;  εδρααεν  Leont.  |  ασφαλή]  diligentissiumm  L  |  ßov- 
ληματος]  AC;  consilii  L  (auf  jeden  Fall  ein  Wort  von  -\ίβονλ)•,  Ο^εληματος 
Leont.  Damasc;  dub.  S  ]  8  τα  τε  .  .  .  δυνάμει  (Ζ.  10)]  om.  Leont.  Damasc. 
τε]  vero  L  {δε)  \  φοιτώντα]  quae  .  .  .  crescunt  L  (φντωντα)  \  εαντον]  εαυ- 
τών C  1  9  προετοιμααας]  προόημι[ονργΐ]]σας  Α  |  10  επι  πααι παμ- 

μεγε&ες]  ACL;  επι  τούτοις  τον  εξοχωτατον  (εξοτατον  Leont.)  και  παμμε- 
γεθ-η  Leont.  Damasc.  S  |  11  παμμεγεθ-ες]  παμμεγεθ-εατατον  C  |  αν&ρωπον\ 
LS  Leont.  Damasc;  praem.  κατά  διανοιαν  AC  |  ταις  ιεραις]  ACL;  ιδιαις 
αντον  Leont.  Damasc.  |  13  εικόνα]  add.  Damasc.  ημετεραν,  das  er  hinter 
ομοιωσιν  auslässt  |  καθ^"  om.  L  |  15  ovv]  δε  L  (vero)  |  επ^^νεσεν]  AC;  επαι- 
νεσεν  Leont.;  εποιησεν Oamasc.  (wieAnf.  d.  Ζ)  |  16  ιδωμεν]  ACLS;  ειδομεν 
conj.  Joung,  v.  Gebh.,  Lightf.,  Bryen.  |  17  οτι]  οτιτο  Α  \  εργοις]  εγγοις  Α 
εκοσμη&ησαν]  εκοιμ7]&ησαν  S  ]  18  δε]  CS  (und  L,  der  και  .  .  .  δε  mit  et 
übersetzt,  ein  ovv  hätte  er  nicht  ausgelassen);  ovv  Α  |  αγα&οις]  om.  Α 
(L  hat  nostris,  aber  es  ist  wohl  bonis  zu  ändern). 


122  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

τω    ϋ•ελ7]ματι    αυτοΰ,    εξ    όλης    της  ίσχΰος   ημών  εργαοώμε&α 
έργον  δικαωΰύνης. 

\  XXXIV.    Ο  άγαϋ-ος  εργάτης  μετά  παρρηϋίας   λαμβάνει  τον 
άρτον  τον  έργον  αντον,   6  νωϋ-ρος  καΙ   παρειμένος  ονκ  άντο- 

5  φϋ-αλμεί  τω  έργοπαρέκτη  αντον.  2.  δέον  ονν  έοτίν  προΘ-νμονς 
η  μας  είναι  εις  άγα&οποίΐαν  εξ  αντον  γάρ  εϋτιν  τα  πάντα. 
3.  προλέγει  γαρ  ημίν  Ίδον  6  κΰρως  καϊ  6  μ,ίαϋ•6ς  αντον  που  προσ- 
ώπου αντον,  άποδονναι  εκάβτω  κατά  το  ε'ργον  αντον.  4.  προτρέ- 
πεται ονν    ημάς   πιοτενοντας    εξ  όλης  της  καρδίας  επ    αντώ, 

10  μη  άργονς  μηδέ  παρειμένονς  είναι  έπΙ  παν  έργον  άγαϋ-ον. 
5.  το  καύχημα  ημών  καΐ  η  παρρηϋία  εΟτω  εν  αντώ'  νποταοοώ- 
μεϋ-α  τω  ϋ-ελ?}ματι  αντον'  κατανοηαωμεν  το  πάν  πλή&ος  τών 
αγγέλων  αντον,  πώς  τω  ϋ-εληματι  αντον  λειτονργοΰϋιν  παρ- 
εΟτώτες.     6.  λέγει  γαρ  η  γραφή'  Μνριαι  μνριάδες  παρείΰτηκειααν 

15  αντώ,  και  χίλιαι  χιλιάδες  ελειτονργονν  αντώ,  καϊ  εκεκραγον'  "Αγιος 
άγιος  άγιος  κνριος  βαβαώ&,  πλήρης  παΰα  ί]  κτίΰις  της  δό^ης  αντον. 
7.  καΐ  ημείς  ονν,  εν  ομόνοια  επΙ  το  αντο  ϋυναχϋ-έντες  τη 
οννειδήοει,  ως  εξ  ενός  Οτόματος  βοι'ιΟο^μεν  προς  αντον  εκτενώς, 
εις    το    μετοχονς    ημάς    γενέο&αι    τών   μεγάλων    και    ενδόξων 

20  επαγγελιών  αντον.  8.  λέγει  γάρ'  Όφ&αλ(χυς  ονκ  είδεν  καΐ  ονς 
ονκ  ηκοναεν  καΐ  επι  καρδίαν  άν&ρώπυν  ονκ  άνίβη  υοα  ητοίμαΰεν 
Ί"  κνριος  "f  τοις  νπομένονβιν  αντόν. 

XXXV.    Ως  μακάρια  καΐ  ϋ•ανμαοτα  τα.  δόίρα  τον  ϋ-εον.  άγα- 

XXXIV,  3)  Jes.  40  ίο.  62  ιι.  —  6)  Dan.  7  ίο.  Jes.  ΰ  3.  —  8)  Ι  Cor.  2  9. 

1  εξ]  AL;  praem.  και  CS  |  της]  C;  om.  Α  |  4  ο]  add.  δε  S  |  αντοφΟαλ- 
μει]  add.  ad  Deum  L  \  Ο  //,u«c]  νμας8  \  εξ  αντον]  von  S  neutrisch  gefasst 
7  ο  κνριος]  λ;  κνριος  CC\em.  |  S  το  έργον]  A.CS;  τα  έργα  L  Clem.  \  9πιστεν- 
οντας]  om.  Α  |  10  μηόε]Οα•,  μήτε  Α;  dub.  L  |  11  νηοταασωμε&α]  subdita  L 
νποτασσομενα)  \  14  λέγει  γαρ  η  γραφή]  om.  L  |  μνριαι  μυριάδες,  χιλιαι 
χιλιάδες]  milia  milium,  dena  milia  milium  L  (LXX)  |  παρειστηκειοαν, 
ελειτονργονν]  OLA  (doch  dieser  λιτονργον);  adsistunt,  deserviunt  S  (als 
Präsentia)  ]  16  κνριος]  Dominus  Deus  L  |  πααα]  add.  majestate  L  |  κτισις] 
γη  C  (LXX)  I  17  τη  αννειδηοει]  in  una  conscientia  S  |  19  γενεο&αι]  esse 
possimusL  |  ένδοξων]  honorificentissimarum  L  1  20  οφθαλμός]  Α;  praem.  u 
CLS  Clem.  (I  Cor.  2  9)  |  και  .  .  .  ονκ]  das  zweimalige  και  .  .  .  ονκ  übersetzt  L 
mit  nee,  als  ob  ονδε  dastünde  (cf.  Jes.  54  4  LXX  ονδε)  \  21  ooa]  AC;  « 
Clem.  L;  om.  S  |  22  κνριος]  CLS;  ο  &εος  Clem.;  om.  Α  |  νπομενονοιν] 
AL;  αγαπωσιν  CS  Clem.  [  23  αγαπητοί]  von  L  hinter  θ^ανμαστα  über- 
setzt. 


Text.    c.  XXXIII 8  bis  XXXV  8.  123 

πητοί.  2.  ζωη  εν  άϋ-αναοία,  λαμπρότης  εν  öixcunovvt^].  άλΐ)&εια 
εν  παρρηοία.  πίοτις  εν  πεποίϋ-7]θει,  εγκράτεια  εν  άγιαομώ'  και 
ταΰτα  νποπίπτοντα  νπο  την  όιανοιαν  ημών.  3.  τίνα  ονν  αρα 
εοτίν  τα  ετοίμαζόμενα  τοις  νπομένονοιν;  ο  δημιουργός  καΐ 
:χατηρ  των  αιώνων  6  πανάγιος  αντος  γινωοκει  την  ποϋότητα  5 
καϊ  την  καλλονην  αυτών.  4.  7)μεΐς  οΰν  άγωνίϋώμεϋ-α  ευρε- 
ϋ-ηναι  εν  τω  άριϋ^μώ  τών  υπομενόντων,  όπως  μεταλάβωμεν 
των  επ7]γγελμένων  δωρεών.  5.  πώς  δε  εοται  τοϋτο,  αγαπητοί; 
έαν  εοτηριγμενη  η  η  διάνοια  ημών  πιοτώς  προς  τον  &ε6ν'  εάν 
εκζητώμεν  τα  ενάρεοτα  καϊ  ευπρόσδεκτα  αυτώ'  εάν  επιτελέ-  ίο 
οωμεν  τα  ανήκοντα  τη  άμώμω  βουληΟει  αυτοΰ  καϊ  άκολουϋ^ή- 
ϋωμεν  τη  όδώ  της  άληϋ^είας ,  άπορρίψαντες  αφ'  εαυτών  πάοαν 
άδικίαν  καϊ  πονηρίαν,  πλεονεξ,ίαν ,  ερεις,  κακοηΟ^είας  τε  καϊ 
δόλους,  ιρίϋ-υριϋμους  τε  καϊ  καταλαλιάς,  Ο-εοϋτυγίαν ,  υπερ- 
ηφανίαν  τε  καϊ  άλαζονείαν,  κενοδοξίαν  τε  καϊ  f  φιλοδοξίαν  |•  ΐό 

6.  ταΰτα  γαρ  οι  πραοΰοντες  οτυγητοί  τω  ϋ^εώ  υπαρχουοιν  ου 
μόνον  δε  οι  πράοοοντες  αυτά,  αλλά  καϊ  οι  ΰυνευδοκοΰντες  αυτοΐς. 

7.  λέγει  γαρ  η  γραφή'  Τω  δε  αμαρτωλώ  ιίπεν  υ  ϋ^ΐός'  Ίνοίτί  οίι 
δΐ7]γη  τα  διγ.αιώματά  μον  καϊ  αναλαμβάνεις  την  οια&ηκην  μον  ίπΐ 
οτόματός   ΰον ;    8.    ον   δε   εμίβησας   παιδείαν  ηα\   εί,εβαλες  τονς  λόγους  20 


XXXV,  δ)  Rom.  1  29—32.  —  7)  Ps.  49  16— 23. 

1  λαμπροτης  εν  oixaioavvjj]  om.  L  |  3  νποπιητοντα]  LS;  νπεπιπτεν 
πάντα  Α;  υποπίπτει  πάντα  C  (vgl.  Prol.  S.  ö7)  |  4-  τ«  ετοίμαζόμενα]  quae 
praeparabuntur  L  |  και  πατήρ  των  αιώνων  ο  πανάγιος]  των  αιώνων 
και  πατήρ  πανάγιος  C  |  5  ποσότητα]  qualitatem  L  (ποιότητα?)  \  7  υπομενόν- 
των] CL;  add.  αυτόν  Α;  add.  και  αγαπωντων  S  |  8  των  επηγγελμενων 
δωρεών]  AL;  των  δωρεών  των  επηγγελμενων  C  u.  S  (?)  |  β/απί^τοί]  om.  S 

9  εαν  10]  si  et  L  |  j/]  AL;  om.  C  |  πιστώς]  CL;  πίστεως  Α;  δια  πιστεως8  | 

10  εκζητωμεν]  Α;  εκζητηοωμεν  C  |  τα  εναρεστα  και  ευπρόσδεκτα  αντω] 
τα  αγα&α  και  ευαρεστα  αυτω  και  ευπρόσδεκτα  C  |  12  απορριψαντες]  si 
projicientes  L  |  13  και  πονηρίαν]  maliciam  et  L  |  πονηρίαν]  ανομιαν  Α  | 
πλεονεξιαν]  om.  C  |  14  καταλαλιας,  Ο-εοστνγιαν]  contumatias  et  contume- 
lias  L  (als  ob  στάσεις  και  υβριδας)  \  υπερηφανιαν  τε]  AC;  και  νπερηφανιαν 
S;  dub.  L  |  υπερηγανιαν  τε  και  αλαζονειαν,  κενοδοξιαν  τε\  superbiam  et 
vanam  gloriam  et  vanitates  L  |  15  φιλοδοξιαν]  L  (inhumilitatem);  φιλοξε- 
riav  Α  (was  schon  Birr  in  φιλοδοξιαν  änderte);  αφιλοξενιαν  CS  (vgl.  Prol. 
S.  69)  I  17  μόνον]  μον  Α  |  δε]  om.  L  |  αυτοις]  facientibus  L  |  19  διηγ•ξ}]λ•, 
εκδιηγ^  C;  dub.  LS  |  επι]  AL;  δια  CS  (LXX)  |  20  σου]  μον  Α  ]  συ  rff  .  .  . 
bis  ρνομενος  S.  124  Ζ.  81  om.  C  1  εξε βαλες]  LS;  εξαβαλλες  Α. 


124  Kuopf,  Der  erste  Clemensbnef. 

μου  εις  τα  οπίβω.  ει  ε&εώρεις  κλετιτην,  ουνετρεχες  αντα. ,  και  μετά 
μοιχών  την  μερίδα  βον  ετί&είς'  το  ατόμα  οον  ετιλεόνααεν  y.ayJav,  και 
1]  γλώοοα  ϋον  περιεπλεκεν  δολιοτητα'  κα&ήμενος  κατά  τον  αδελφού  ΰον 
κατελάλεις,  κα\  κατά  τον  νίον  της  μητρός  σου  ετί•9είς  οκάνδαλον. 
5  9.  ταντα  εποίηΰας,  καΐ  εβίγηβα'  νπελαβες,  άνομε,  οτι  ε'ΰομαί  ΰοι  όμοιος. 
10.  ελέγξω  σε  κ«1  παραατ^ίβω  σε  κατ«  πρόσωπον  ϋον.  11.  σώνετε  δι, 
ταντα,  οί  επιλαν&ανόμενοι  τον  &εον,  μηηοτε  άρπάσ»;  ώς  λέων,  καϊ  μη 
η  6  ρνόμενος.  12.  Ο-νβία  αίνέβεως  όο^άσει  με,  κα\  ε/.εΐ  όδος  ην  δείξω 
αντώ  το   βωτηριον  τον  ϋ^εον. 

10  XXXVI.  Αντη  η  οδός,  άγα:χ7]τοΊ.  εν  ι)  ενρομεν  το  οωτηριον 

ημών  Ιηοονν  Χρωτόν,  τον  άρ'χιερέα  των  :τροθφορών  ημών.  τον 
προοτάτ?]ν  χάί  βθ7/{^6ν  της  άο&ενείας  ημών.  2.  δια  τούτον 
ατενίζομεν  εις  τα  νψη  των  ουρανών  δια  τούτου  ενοπτριζό- 
μεϋ^α    την    αμωμον   καϊ   νπερτάτην    όψιν    αντον'    δια    τούτον 

15  ηνεφγβηϋαν  ημών  οί  οφϋ-αλμοϊ  riyc  καρδίας'  δια  τούτον  η 
άούνετος  καϊ  εοκοτωμένη  διάνοια  ημών  άναϋ-άλλει  εις  το  φώς' 
δια  τούτον  ηϋ-έληοεν  6  δεοπ6τ7]ς  της  ά&ανάτον  γνώοεως  ημάς 
γενϋαοϋ^αΐ'  ος  ων  απαύγασμα  της  μεγαλωοννης  αντον,  τοαοντω  μεί'ζων 

ΧΧΧΥΙ,  2)  Hebr.  1  3  sq. 


1  εις  τα  οπίσω]  AS:  post  te  L  {οτΐισω  σοτ?)  1  2  επ'/.εονασεν]  AL: 
en?.eoraZev  S  |  3  αδε?.φον]  αδε?.φονς  Α  |  5  άνομε]  Α  (LXXn*);  ανομιαι• 
LS  (LXX)  Ι  β  σε  κατά  πρόσωπον  σον]  Α;  ea  coram  te  L:  κατά  πρόσωπον 
σον  τας  αμαρτίας  σον  S  |  σννετε  δη]  et  intellegite  L  |  7  ταντα]  add.  omnes 
L  1  8  Θ-νσια  αινεσεως]  praem.  και  εν  τω  τέλει  C  |  //v]  in  qua  L  {)j  LXX  XB) 
9  «ιτω]  αντοις  S  |  τον  θ-εον]  μον  C  |  10  ro  σωτήριοι']  salutem  L  {σωτη- 
ριαν)  Ι  11  //,κων]  nobis  L  |  Ιησονν  Χριστον]  in  Jhesum  Christum  L  i  τον 
αρχιερέα  των  προσφορών  ημών  τον  προστατην]  pontificem  et  advocatum 
precum  nostrarum  L  (c.  402  προσφορά  durch  oblatio  übersetzt)  |  12  δια  τον- 
τον]  δια  τοντο  S  (hier  u.  Ζ.  13  u.  14)  |  13  ατενίζομεν]  CL:  ατενισωμεν  Α; 
ατενισωμεν  (be?.  ατενισωμεν)  oder  ατενισομεν  S  |  των  ονρανων]  add.  Dei 
L  Ι  ενοπτριζομεθ-α]  S  hat  wieder  entw.  Conj.  oder  Fut.  Ind.  1  14  δια  τον- 
τον]  add.  και  S  |  15  ηνεω/βησαν]  Α;  ανεωγβ-ησαν  C  i  ημών]  AC;  nobis  L; 
νμων  S  1  16  ασννετος  και  εσκοτωμενη]  umstellend  L:  tenebrosa  et  sine 
sensu  I  εσκοτωμενη]  AC;  εσκοτισμενη  Clem.  |  ανα&αλ?.ει]  refloruit  L 
εις  το  φως]  LS  Clem;  εις  το  &ανμαστον  αιτον  φως  Α;  εις  το  θ-ανμαστον 
φως  C  !  17  ο  δεσπότης]  Deus  L  |  της  αθ-ανατον  γνώσεως]  AC  Clem.:  im- 
mortalitatis  scientiae  L  (wahrsch.  aus  immortalis  scientiae  verschrieben); 
&ανατον  γνώσεως  S  |  18  ος  ων  .  .  .  μείζων  εστίν]  L  übersetzt,  als  hätte  er 
gehabt:  oc  εστίν  .  .  .  μειζιον. 


Text.    c.  XXXV  8  bis  XXXVII  δ. .  125 

εΟτϊν  αγγέλων  οοω  διαφορώτερον  όνομα  κεκληρονόμηκεν.  3.  γίγραπται 
γαρ  όντως'  ^0  ποιών  τονς  αγγέλους  «ύτοΰ  πνινματα  καΙ  τους  λει- 
τουργούς αυτόν  πυρός  φλόγα.  4.  sjil  όε  τω  νϊω  αντον  όντως 
ElJtSV  ο  δεΟποτίΐς'  Τΐός  μου  ει  βν,  εγώ  ΰημερον  γεγεννηκα  αε'  αΐτηΰαι 
τταρ'  ε  μου,  καΙ  δώοω  ΰοι  εϋ-νη  την  κληρονομίαν  ΰου  καΐ  την  καταΰχεαίν  5 
οον  τα  πε'ρκΓίΥ  της  γης.  5.  χάΐ  πάλιν  λέγει  προς  αντον  ΚάΟοΐ' 
εκ  δεξιών  μου,  εως  αν  ϋ•ώ  τονς  εχθρούς  βον  νποποδιον  των  ποδών  σοι  . 
6.  τίνες  ονν  οι  εγβροΊ;  οι  φανλοι  xcu  άντιταοοόμενοι  τω  ϋελη- 
ματι  αντοϋ. 

XXXVII.  Στρατενοώμεθ-α  ονν,  άνδρες  αδελφοί,  μετά  πάοης  ίο 
εχτενείας  εν  τοις  άμώμοις  προΟτάγμαοιν  αντον.  2.  χατανοψ 
Οωμεν  τονς  Οτρατενομένονς  τοις  ηγονμένοις  ημών,  πώς  εντα- 
χτως,  πώς  ενείχτως,  π(ας  νποτεταγμένως  επιτελονϋιν  τα  δια- 
ταοοόμενα.  3.  ον  πάντες  είοΐν  έπαρχοι  ονδε  χιλίαρχοι  ονδε 
εχατόνταρχοι  ονδε  πεντίμόνταρχοι  ονδε  το  χαϋ-εξης,  αλλ'  ΐ5 
εχαΰτος  εν  τω  ίδίορ  τάγματι  τά  έπιταοϋόμενα  νπο  τον  βαοιλέοίς 
χαΐ  τών  ηγονμένων  επιτελεί.  4.  οι  μεγάλοι  δίχα  τών  μιχρών 
ον  δννανται  είναι,  οντε  οι  μιχροί  δίχα  τών  μεγάλων  Ονγχρα- 
Οίς  τις  έοτιν  εν  πάοιν.  χαι  εν  f  άλλήλοις  f  χρηΟις.  5.  λάβο^μεν 
το  οώμα  ημ€ον  η  χε(ραλη  δίχα  τών  ποδών  ονδέν  εοτιν,  οντο^ς  20 

3)  Ps.  103  4.  Hebr.  1 7.  —  4)  Ps.  2  7  sq.  Hebr.  1 5.  —  δ)  Ps.  109 1. 
Hebr.  1,  13.  —  XXXVII,  δ)  I  Cor.  12  12  sqq. 

1  όιαφορυηβρον]  praecellentem  L  |  όνομα  κεκληρονομηκεν]  Α;  κεκλ. 
όνομα  CL  (Hebr.  1  4)  |  2  οντίος]  om.  L  |  3  πνρος  φλόγα]  Α;  φλόγα  πνρος 
C;  dub.  S;  L  (ignera  urentem)  citiert  nicht  nach  Hebr.,  sondern  nach  LXX 
[πνρ  φλέγον)  \  ετίί]  ad  L  (wie  Z.  G)  1  4  ο  δεοποτης]  om.  L  |  7  νποποδιον 
Tvjv  ποδίον]  sub  pedibus  L  |  8  εχθ-ροι]  add.  Dei  L  |  τω  ί^εληματι  αντον] 
τω  Ο-εληματι  τω  ϋ-ελημα  ....  Α  |  11  αμιομοις]  eminentibus  L  (aus  sine  macu- 

lis   verderbt?)  1  12  ημών]  om.  L  |  πως  εντακτως επιτελονσιν]  quam 

mansuete  obaudiunt  et  jussa  faciunt  L  (der  Fehler  sicher  mitver- 
scbuldet  durch  das  sechsfache  Homöoteleuton)  |  13  ενεικτως]  Α  (nach 
Tisch.;  Lightf.  will  ενεικτικο^ς  lesen),  leniter  S;  εκτικως  C  |  επιτελονσιν] 
Α;  τελονσιν  C;  dub.  LS  |  τα  διατασσόμενα]  AC;  praem.  πάντα  S;  add. 
illis  L  1  14  Ol']  et  non  L  |  έπαρχοι]  S  hat  ^-παργοι  als  griech.  Fremdwort, 
doch  darum  muss  nicht  in  seiner  griech.  Vorlage  dies  Wort  gestanden  haben  1 
15  πεντηκονταρχοι  ονδε  το  καθ-εξης]  quinquagenarii  nee  decuriones  nee  de  ine- 
quis  ceteri  L  1  16  επιτασσομενα]  νποταααομενα  C  |  li)  ev  αλληλοις  χρηοις]  L 
(aliud  alio  opus  est);  εν  τοντοις  χρηαις  ACS  (vgl.  Prol.  S.  δ9)  |  20  ονδεν 
εστίν]  Α  u.  wahrsch.  LS;  εστίν  ονδεν  C  |  όντως]  om.  L. 


126  -Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

ουόε  ol  πόδες  όίχα  της  κεφαλής'  τα  όε  ελάχιΟτα  μέλη  τον 
003 ματ ος  ημών  αναγκαία  και  εχιχρηϋτά  είοιν  όλο)  τω  οώματι' 
άλλα  πάντα  ΰννπνεΐ  καΐ  νποταγη  μια.  χρηται  εις  το  ΰώζεοϋ^αι 
όλον  το  οώμα. 

5  XXXVIII.   Σωζεϋ&ω   ονν  ημών  όλον  το  οώμα  εν  Χριοτώ 

Ίηοοϋ,  και  νποταθθέοϋ•ω  εκαοτος  τω  πλησίον  αντον,  καϋ-ώς 
έτέ&η  εν  τω  χαρίοματι  αυτόν.  2.  ο  ίοχνρός  τημελείτω  τον 
άοϋ-ενη,  ο  δε  άο&ενης  έντρεπέτω  τον  ίοχυρόν  ο  πλονοιος 
έπιχορ7]γείτω  τω  πτωχώ,   ο  δε  πτωχός  ενχαριοτείτω  τω  ϋ-εφ 

10  ότι  εδωκεν  αυτώ  δι  ου  άναπληρωϋ-η  αυτοΰ  το  υοτέρημα.  ο 
Οοφός  ενδεικννοθ-ω  την  Οοφ'ιαν  αυτοΰ  μη  λόγοις  μόνον  αλλ! 
εν  εργοις  άγαΟ-οΙς "  ο  ταπεινόφρων  μη  εαντώ  μαρτυρείτω,  άλ)! 
εάτω  νφ  ετέρου  εαυτόν  μαρτυρεϊο&αι'  ο  αγνός  εν  τη  οαρκϊ 
μη    άλαζονευέοϋ-ω ,   γινώοκων   ότι   ετερός  έοτιν   ό   έπιχορηγών 

15  αυτώ  την  έγκράτειαν.  3.  ^Αναλογιοώμε&α  ουν,  αδελφοί,  εκ 
ποίας  ύλης  έγενηΰ-ημεν,  ποιοι  και  τίνες  είθηλ9•αμεν  εις  τόν  κόο- 
μον  εκ  ποίου  τάφου  καΐ  Οκοτους  ο  πλαοας  ημάς  και  δημιουρ- 
γήοας  είοηγαγεν  εις  τόν  κοομον  αυτοΰ,  προετοιμαΟας  τας 
ευεργεοίας  αυτοΰ  πρΙν  ημάς  γει^νη{}ηναι.     4.  ταΰτα  οΰν  πάντα 

1  ελάχιστα]  minutiora  L  (cf.  die  Comparative  Ι  Cor.  12  23  ff.)  |  2  αναγ- 
καία] praem.  quam  vis  L  |  3  τίαντα]  om.  L  |  οννπνει]  Α;  ονμπνει  C  |  χρψ 
ταί]  Α;  χραται  C  ]  5  ημυ}ν\  nobis  L  |  6  Ιηοοχ-]  AL;  om.  CS  |  καί)•ωζ\  add. 
και  Α  1  7  τημελείτω]  μητμμελειτω  Α  [μη  ατημε7.ειτω  die  Editionen  vor 
Bryen.)  ]  8  εντρεπετω]  Α;  εντρεπεο&ω  C  |  10  αντψ]  add.  Dens  L  |  ανατίλη- 
ρω&ίί]  ανετΐληρωθ-η  L  (impletum  est)  |  11  λογοις]  L  Clem.;  εν  λογοις  AC; 
dub.  S  1  μόνον]  L  Clem.;  om.  ACS  |  αλλ]  sed  et  L  |  12  εν  εργοις]  Α  Clem.; 
εργοις  CL;  dub.  S  ]  τατΐεινοφρων]  C  Clem.;  ταπεινοφρονων  Α  u.  S  (?);  dub.  L  ! 
μη  εαντω  μαρτνρειτω]  AC;  μαρτνρειτω  μη  εαντω  Clem.;  μη  αντος  εαντω 
μαρτνρειτίο  anscheinend  L  |  13  εατω]  εν  τω  Clem.  |  νφ  έτερον  εαντον]  Α 
U.  anscheinend  L;  νφ  έτερον  αντον  Clem.;  εαντον  νφ  έτερον  C;  S  über- 
setzt den  Satz:  sed  ab  aliis  testimonium  detur  super  ipso  (μαρτνρεισθ-ω 
offenbar);  L  wendet  den  Infin.  Pass.  ins  Activum:  ut  alter  eum  laudet 
εν]  AC ;  om.  Clem. ;  dub.  S  \  εν  τ^  σαρκι]  om.  L  |  σαρκι]  add.  .  . .  και  Α 
(was  Laurent,  dem  Lightf.  folgt,  veranlasst,  hinter  οαρκι  ein  ητω  και  zu 
lesen)  |  14  έτερος]  Dens  L  ]  15  ovv]  om.  L  |  16  ποιοι  και  τίνες]  AC;  τίνες 
και  ποιοι  L  (qui  et  quales);  ποιοι  S  |  ειση).Θ•αμεν]  Α;  εισηλ&ομεν  C  1  τον 
κοομον]  hunc  mundum  L  |  17  ο  πλαοας  ημάς  και  όημιονργηοας]  L  umge- 
kehrt ο  δημιυνργησας  και  πλαοας  ημάς  (qui  creavit  et  finxit  nos)  |  18  τον 
κοσμον]  hunc  mundum  S  |  αντον]  om.  L  |  προετοιμαοας]  add.  nobis  L  |  τας 
ευεργεσίας  αντον]  om.  error,  add.  omnia  L  |  19  ovv]  om.  L  |  πάντα]  add. 
quae  L  (α,  der  letzte  Buchstabe  von  πάντα,  wiederholt). 


Text.     c.  XXXVII 5  bis  XXXIX  9.  127 

Ιξ  αντον  έχοντες  ύψείλομεν  χατά  πάντα  ενχαριοτεΐν  αντώ'   φ 
η  δόξα  εις  τους  εαώνας  των  αιώνων,     άμην. 

XXXIX.   "Αφρονες  και   άοννετοί  χαΐ  μωροί  καΐ  άπαίόεντοι 
γλενάζονοίν  ημάς  καΐ  μνκτηρίζουοιν,  εαντονς  βονλόμενοί  επαί- 
ρεοΘ^αι  ταΐς  όιανοίαις  αυτών.     2.   τι  γαρ  όΰναται  ϋ•ν7]τ6ς;  η  τις   5 
ιΰχνς  γηγενούς;  3.  γέγραπται  γάρ'  Ου%  ην  μορφή  προ   υφ&αλμών 
μου,  «λλ'   η  ανραν  καϊ  φωνην  ηκονον'    4.    Τί  γάρ;    μη  κα&αρος  εβταί 
βοοτος  έναντι  κυρίου;  η  ά/ιο   των  έργων  αύτοϋ  αμεμπτος  ανηρ;  ει  κατά 
παίδων  αυτοΰ  ου  πιβτευει,  κατά  δε  αγγέλων  αύτοϋ  ΰκολιόν  τι  επενόηβεν' 
ϊ).  ουρανός  δε  ου   καϋ•αρ6ς  ενώπιον  αυτοΰ'  εα  δε,  οι  κατοικοϋντες  οικίας  ίο 
ηηλίνας,    εξ  ων  καϊ  αυτοί  εκ  τοϋ  αύτοϋ  πηλοϋ  εβμέν.     επαιαεν  «ύτοΰ? 
οί/τός  τρόπον,   καϊ   άπο   πρωϊ'&εν   εως   εβπέρας    ούκ  έτι  ειβίν'  πάρα  το 
μη  δύναα&αι  αυτούς  εαυτοΐς  βοη&ηΰαΐ  άπώλοντο'  6.  ενεφΰβηβεν  αύτοϊς, 
■/.αϊ  ετελεΰτηΰαν  πάρα    το    μη    έχειν   αυτούς    οοφίαν.     7.  έπικάλεοαι  δε, 
εϊ  τις  ΰου  υπακούΰεται,  η  εϊ  τίνα  αγίων  αγγέλων  οψτ]'  καϊ  γαρ  άφρονα  ΐ5 
αναιρεί    όργη,    πεπλανημένον    δε    ■θ'ανατοί    ξηλος.     8.     εγώ    δε    εώρακα 
<χφρονας  ρίζας  βάλλοντας^  αλλ'  εύ&έως  εβρώϋ•η  αυτών  η  δίαιτα.    9.  πόρρω 
γενοιντο   οι    υίοϊ    αυτών    από    οωτηρίας'    κολαβριο&είηααν   επϊ    'ί^ύραις 
ΐΐοοόνων,    καϊ   ουκ    ε'αται    ο   εξαιρούμενος'    α    γαρ    εκείνοις   ητοίμαβται,  20 
■ό/καιοι  εδονται'  αύτοϊ  δε  εκ  κα/.ών  ουκ  ε'ίαίοετοι  εΰονται. 


XXXIX,  3)  Job.  416—18.  —  5)  Job.  1δΐ5.  4 19—5  5. 


1  εξ  αντον]  a  Deo  L  |  κατά  πάντα]  om.  S  |  2  δόξα]  honor,   majestas 

L   Ι  3  άφρονες απαιδεντοι]    άφρονες   και   απαιόειτοι  και  ßoJQOi  C 

4  ημάς]  om.  L  |  μνκτηριζονσιν]  μνκτιρηζοναιν  Α  |  δ  ταις  διανοιαις]  cordibus 
L  ίκαρδιαις)  |  6  γηγενονς]  terrigenis  L  [γηγενεοινΤ)  \  ονκ]  praem.  et  L  |  7  κα- 
θαρός]   corruptor  S  {r^\  1  >■> ;  κα&αιρετης  oder  φθ-ορος'?)  \  εοται]  εατιν  S 
8  έναντι]  Α  (LXX  χΑ);  εναντίον  C  (LXX  Β)  |  ε^]  AC;  ??  S;  om,  L  |  9  παι- 
δοη•]  operum  S  (falsche  Punctation)  |  αντον  1»]  Α;  εαντον  C   |   ον]  om.  S 
πιοτενει]   πιοτενσει  S   |    10  εα  δε  οι  κατοικονντες]  εα  δε  των  κατοικονντοη' 

L  (remittit  autem  inhabitantium)  |  11  εξ  ων εομεν]  εξ  ον  και  αντοι 

εκ  τον  αντον  πηλον  εομεν  L  (ex  quo  et  ipsi  luto  sumus)  |  επαιοεν  αντονς] 
επεσον  αντον  S  |  12  οητος  τρόπον]  σητον  τρόπος  Α  |  ετι]  om.  S  |  13  ßi- 
τοις]  eos  L  (αυτοΐ'ς  LXX  Κ*)  \  Ιό  ει]  η  S  \  σον]  CL  (LXX  Α);  σοι  AS  (LXX 
νΒ)  ι  οψ^]  AL;  οχρει  C;  dub.  S  |  16  εγω  δε]  om.  rfe  S  |  17  ρίζας]  radicem 
L((ji5ßv?)  Ι  βάλλοντας]  C  υ.  anscheinend  LS  (LXX);  βαλοντας  Α  |  εν&εως] 
Α:  εν&νς  C  (ν,  1.  LXX)  |  19  κολαβρισθ-ειησαν]  piecipitentur  autem  L 
20  7jaoovon']  inflmorum  L  |  εκεινοις  ητοιμαοταϊ'  AC;  εκείνοι  ητοιμαοαν 
LS  (mehr  nach  LXX). 


128  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

XL.  Προδήλων  ovv  ήμίν  όντων  τούτων,  καΐ  έγκεκνφότες 
εις  τα  βάΟ-η  της  &είας  γνωΰεως,  πάντα  τάξει  ποιείν  όφείλομεν 
όοα  ο  όεοπότης  έπιτελείν  έκέλενοεν  κατά  καιρονς  τεταγμένους' 
2.  τας  τε  προοφοράς  και  λειτουργίας  ουκ  εική  η  ατάκτως  έκέ- 

5  λενοεν  γίνεοϋ^αι,  αλλ'  ο]ριθμένοις  καιροίς  και  ωραις'  3.  ποΰ  τε 
και  δια  τίνων  έπιτελεΐαϋ-αι  ϋ-ελει,  αύτος  ωριοεν  τ(]  ύπερτάτο) 
αντοϋ  βουλήοει,  ϊν  οοίως  πάντα  γινόμενα  εν  ενδοκι]οει  εύπρόο- 
δεκτα  εϊη  τω  d-ελήματι  αυτοΰ.  4.  ϋί  οΰν  τοις  προοτεταγ- 
μένοις  καιροίς  ποιοΰντες   τάς  προοφοράς  αυτών  ευπρόσδεκτοι 

10  τ  ε  καΐ  μακάριοι'  τοις  γαρ  νομίμοις  τοϋ  δεϋπότου  άκολ.ου&οΰντες 
ου  διαμαρτάνουΟιν.  5.  τω  γαρ  άρχιερεΐ  ϊδιαι  λειτουργίαι  δεδο- 
μέναι  είοίν,  καΐ  τοις  ίερεϋΰιν  Ιδιος  6  τόπος  προΟτετακται,  καΐ 
Λευίταις  ϊδιαι  διακονίαι  επίκεινται'  ο  λαϊκός  άνϋ^ρωπος  τοις 
λαϊκοίς  προοτάγμαοιν  δεδοται. 

15  XLI.     Εκαϋτος   ημών,   αδελφοί,  εν    τω    ίδίω   τάγματι  ευ- 

αρεοτείτω  ϋ^εώ  εν  άγαΘ-χι  ύυνειδήοει  υπάρχων,  μη  παρεκβαίνων 
τον  ώριΰμένον  της  λειτουργίας  αντοϋ  κανόνα,  εν  ϋεμνότητι. 
2.  Ου  πανταχού,  αδελφοί,   προΰφέρονται  ϋ^υϋίαι  ένδελεχιομοΰ 

1  ?]μίν  οντίον]  AC;  ovzcov  ημιν  Clem.  |  tovtlov]  omnia  L  {πάντων)  | 
τοντων]  add.  αδελφοί  S  |  εγ^εκνφοτες]  εκκεκνφοτες  Clem.  |  εγκεκνφοτες] 
prospexistis  L  {εγκεκνφατε)  \  2  τα  βαΟ-η]  latitudinem  L  |  3  ooa]  sicut  S 
(ως)  I  δεοποτης]  L  übersetzt  hier  u.  Z.  10  dies  Wort  mit  paterfamilias;  las 
er  οικοδεσπότης?  \  4  τε]  enim  L  |  λειτουργίας]  LS;  add.  επιτελειοΟ-αι  και 
AC  I  δ  αλλ]  Α;  άλλα  C  |  ωραις'  που  τε]  ωραις  τε  που  S  |  6  &ελει]  voluit 
L  Ι  νπερτατίο]  magno  L  |  νπερτατω]  Α;  νπερτατί^  C  |  7  υ•]  om.  L  (doch  wird 
ut  einzufügen  sein)  |  πάντα]  LS;  πάντα  τα  AC  |  εν  ενδοκηοει  ευπρόσδεκτα 
ειη]  ενευδοκησει  ευπρόσδεκτα  είναι  S  (velit  ut  acceptibilia  sint)  |  8  ειη] 
add.  πάντα  C  |  προστεταγμενοις]  Α;  προαταγεισι  C  |  9  αντοη']  om.  L  |  ευ- 
πρόσδεκτοι] benedicti  L  (ευλογητοι)  |  10  νομιμοις]  legibus  L  [νομοις] 
11  ov]  nihil  L  {ουδεν'ί)  \  τω  .  .  αρχιερει]  τοις  .  .  αρχιερενσιν  S  |  12  ο  τόπος] 
Α;    τόπος  C   |   ίδιος  ο  τόπος]    S    scheint  gelesen  zu  haben    ιδίοις  τοποις  \ 

13  Αευιταις επίκεινται]  AC;    leuitis   suum    ministerium    propositum 

sit  L  {Αευιταις  ίδια  διακονία  επικεισΟ-ω,  doch  wird  sit  wohl  in  est  zu  ändern 
sein);  levitae  in  ministeriis  propriis  ponuntur  S  |  14  δεδοται]  δεδεται  Α 
und  alle  Editionen  |  15  ημίον]  υμιον  Α  |  ευαρεατειτω]  ευχαριστειτω  Α  (dass 
ευaρεστειτoJ  die  richtige  Lesart  ist,  folgt  auch,  wie  Harnack,  Texte  u.  Un- 
ters. II 5  S.  26,  gezei^  hat,  aus  dem  Zitate  unserer  Stelle  in  der  Quelle  Β 
der  apostolischen  Kirchenordnung:  έκαστος  εν  το)  ιδαο  τοπω  αρεοκειτίο 
το)  &είο.  62  2  hat  C  die  nä,mliche  Verwechselung  wie  hier  Α)  |  16•&?ω]Α;  reo 
ί}εω  C;  Domino  L  !  σννειδησει]  συνείδηση•  Α  |  μη  παρεκβαινιον]  etperficiens  L 
18  αδελφοί]  dilecti  L  [αγαπητοί]  \  προσφέρονται]  om.  S  |  ενδελεγ^ισμου]  εν- 
δελεχησμου  C. 


Test.    c.  XLi  bis  XLll4.  129 

■;/  ευχών  η  jtsgl  αμαρτίας  καΐ  πλημμαλείας,  άλ)^  η  εν  Ίερονοαλημ 
μόν}]'  κάκεΐ  όε  ουκ  εν  παντί  τυπω  προοφερεται,  αλ?'  εμπροο- 
ϋ^εν  τον  ναον  πρυς  το  ϋ-νοιαοτηρων,  μο^μοΟκοπηϋ^εν  το  προοφε- 
ρόμενον  δια  τοΰ  άρχιερέως  κα\  των  προειρημένων  λειτουργών. 
3.  οΐ  ονν  παρά  το  καΟ^ηκον  της  βουληϋεως  αυτοΰ  ποιοΰντές  5 
τι,  θάνατον  το  πρόοτιμον  εχουοιν.  4.  Οράτε,  αδελφοί'  ooco 
πλείονος  κατηξιώι^ημεν  γνώοεως,  τοοούτορ  μάλλον  υποκείμεϋ-α 
κινδύνο). 

XLII.  Οί  άπόοτολοί  ημών  ενηγγελίοϋ•?]ϋαν  από  τον  κυρίου 
Ίηοοϋ  Χριοτοΰ,  Ί?]θοΰς  6  Χριοτος  άπο  τον  ϋ-εον  εξ,επέμφΒ•?].  ίο 
2.  ο  ΧριΟτος  ούν  απο  τοΰ  ϋ-εοϋ,  καΐ  οΐ  αποοτολοι  απο  τον 
ΧριΟτοϋ•  εγένοντο  ονν  αμφότερα  εντάκτως  εκ  ϋ^εληματος 
ϋ^εοϋ.  3.  παραγγελίας  ούν  λαβόντες  καϊ  πληροφορηΟ-έντες  δια 
της  αναοταοεως  τοΰ  κυρίου  Ιηοοΰ  Χριοτοΰ  και  πιοτωθ-εντες 
kv  τω  λόγ€ρ  τοΰ  ϋ-εοΰ,  μετά  πληροφορίας  πνεύματος  αγίου  ΐδ 
ξξήλ&ον  εύαγγελιζόμενοι  την  βαοιλείαν  τοΰ  ϋ^εοΰ  μέλλειν  ερ- 
χεϋ&αι.  4.  κατά  χώρας  οΰν  καϊ  πόλεις  κηρύϋΰοντες  f  καΐ  τους 
υπακούοντας  τη  βουληοει  τοΰ  ϋ-εοΰ  βαπτίζοντες  f  καϋίοτανον  τάς 
άπαρχάς  αντών,  δοκιμάοαντες  τω  πνενματι.  εις  έπιΟκόπονς  και 


1  ίνχων]  Α;  προσηχων  C  ]  πλημμέλειας]  Α;  πλημμελημάτων  C  | 
2  μον^]  om.  C  |  προαψΕρ£ται\  offeruntur  sacrificia  S  |  3  μωμοοκοπηΟ^ΐν] 
prolatione  expiatur  L  |  4  δια]  pro  L  (als  ob  νπερ  oder  περί,  offenb.  beein- 
flusst  durch  Hebr.  δ  3,  7  27,  9  7)  |  των]  ceterorum  S  |  5  Oi]  qui  L  (doch 
übersetzt  er  ποιονντες  mit  facientes)  |  το  κα&ηκον  της  βουλήσεως]  voluntatem 
L  Ι  βονληοεως]λ;  βονλ7]ςϋ;  duh.LS  \  Q  οσω]3.άί\.γαρ8  |  7  πλείονος] plurimae 
L  Ι  κατηξιωΒημεν]  καταξιωθ^ημεν  Α  (nach  Tisch.;  Lightf.  dub.)  |  μάλλον  ιπο- 
κειμε&α]  AC;  νποκειμεϋ^α  μάλλον  Clem.  |  Ο  ημών]  L  (cf.  c.  44  ι);  ημιν  ACS 
(vgl.  Prol.  S.  59)  |  ενηγγε?.ιαΘ-ησαν]  evangelizarunt  S  |  τον  κνριον  Ιησον 
Λ'ριστον]  Jhesu  Xristo  Domino  nostro  L  ]  10  ο  Χρίστος]  Α;  om.  ο  C  |  εξε- 

πεμφϋ-η τον  &εον]    AS;    om.  C    per  hom.;    L    übersetzt    εξεπεμφ&η 

noch    durch   missus,    lässt    aber    dann    ο    Χρίστος &εον  και  aus    | 

13  ?Μβοντες]  add.  οι  απόστολοι  S  |  14  κνριον]  CL;  add.  ημών  Α;  dub.  S  | 
16  εναγγελιζομενοι]  evaugelizare  L  |  17  και  τονς  νπακονοντας  tj/  βονλη- 
ϋει  τον  Ο-εον  βαπτιζοντες]  L  (eos  qui  obaudiebant  voluntati  Dei  baptizan- 
tes);  om.  ACS  per  hom.  [νπακονειν  rj?  βονλησει  τον  &εον  ist  dem  Cl.  be- 
kannt cf.  c.  9i;  νπακονοντας  nicht  νποτασσομενονς  möchte  ich  auch  mit 
Rm.  10  16  (Ιό),  II  Thess.  l8  belegen;  das  verbindende  και  scheint  dui'ch 
den  Zusammenhang  gefordert,  L  ist  in  diesem  Punkte  nicht  ganz  zuver- 
lässig; vgl.  z,  St.  auch  Prol.  S.  Ö9)  1  18  καΟ^ιστανον]  καθ^εστανον  Α;  καθ^ι- 
στάν  C  |  19  τω  πνενματι]  spiritu  sanctos  S  (oder,  wenn  das  Ribui  zu 
tilgen  ist,  spiritu  sancto). 

Texte  u.  Untersuchungen.  N.  F.  V,  1.  9 


J3Q  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

όίακόνονς  των  μελλόντων  ττιΟτενειν.  δ.  χαϊ  τοντο  ον  καινώς' 
εκ  γαρ  όη  πολ.λών  χρόνων  εγέγραπτο  περί  επιοκόπίον  καΐ 
διακόνων,  όντως  γάρ  που  λέγει  η  γραφή'  Καταΰττιβω  τους  Ιπι- 
6/.όπονς  αυτών  εν  δίκηιοΰΰνη  και  τους  διακόνους  αυτών  εν  πίΰτει. 

5  XLIII.    ΕαΙ   τι  ϋ-αυμαοτον   ει  οί  εν  Χριοτφ  πιοτενΟ-έντες 

πάρα  &εοϋ  έργον  τοιούτο  κατέοτηοαν  τους  προειρ7]μένονς;  οπον 
και  ο  μακαριοα  πιοτος  θεράπων  εν  ολω  τω  οΓκω  Μωϋοης  τα  δια- 
τεταγμένα αυτω  πάντα  έοημειώοατο  εν  ταϊς  Ίεραΐς  βίβλοις,  φ 
καΐ  επ?]κολούϋ•ηθαν  οί  λοιποί  προφήται,    Ουνεπιμαρτυροΰντες 

10  τοϊς  υπ  αντοΰ  νενομοϋ-ετ7]μένοις.  2.  εκείνος  γάρ.  ζήλου  έμπε- 
οόντος  περϊ  της  ίερωοΰνης  και  οτααιαζονοών  των  φυλών  οποία 
αυτών  εϊη  τω  ένδοξο?  ονόματι  κεκοϋμ?]μένη .  έκέλευοεν  τους 
δώδεκα  φυλάρχους  προΰενεγκεΐν  αυτω  ράβδους  έπιγεγραμμένας 
εκάΰτης  φυλής  κατ    όνομα'  και  λ,αβών  αυτάς  εδηϋεν  και  έοφρά- 

ΐδ  γιοεν  τοις  δακτυλύοις  των  φυλάρχο^ν ,  καΐ  άπέϋετο  αυτας  εις 
την  οκηνην  τοΰ  μαρτυρίου  έπΙ  την  τράπεζαν  τον  ϋ-εοΰ'  3.  και 
κλ^είοας  την  οκηνην  έοφραγιοεν  τας  κλείδας  ο^οαυτο^ς  και  τάς 
ράβδους,  4.  και  είπεν  αυτοίς'  Ανδρες  αδελφοί,  ης  αν  φυλής  η 
ράβδος  βλαοττίϋη,  ταύτην  έκλέλεκται  ο  ϋ-εός  εΙς   το  ίερατεύειν 

20  καϊ  λειτονργείν  αυτω.  5.  πρωίας  δε  γενομένης  Ουνεκάλεοεν 
πάντα  τον  Ίϋραηλ,  τάς  εξακοοίας  χιλιάδας  τών  ανδρών,  κάϊ 
έπεδείξ,ατο  τοις  φυλάρχοις  τάς  Οφραγίδας,  καϊ  ηνοιξ,εν  την 
οκηνην  τοΰ  μαρτυρίου  καϊ  προεϊλεν  τάς  ράβδους'  και  ευρέθ-η 
η    ράβδος   ^Ααρών    ου   μόνον  βεβλαϋτηκυία ,   άλλα   καϊ   καρπον 

25  έχουοα.     6.    τι   δοκεϊτε,   αγαπητοί;   ου  προηδει  Μωϋοης  τοΰτσ 

LXII,  δ)  Jes.  60 17.  —  XLIIL  1)  Num.  12  7.  —  2)  Num.  17. 


1  καινως]  κενως  S  |  3  πον]  om.  L  |  6  τονς  προβιρημενονς]  illos 
L  (c.  41  2  und  44  2  übersetzt  er  vollständiger  illorum  predictorum 
und  illos  supradictos)  |  7  Ο^εραπων]  om.  L  |  9  επηκολονθ^ησαν]  AL 
(obsecuti  suntV,  ηκολον&ηοαν  C;  dub.  S  |  11  των  φνλων]  add.  πασών  [τον] 
Ιορα7]λ  S  1  12  τω]  hoc  L  |  κεκοσμημενη]  κεκοσμημενω  Α  (L  übersetzt 
übrigens   κεκοομημενη   mit   composita)   |   14   αντας]    αντος   C   |    15    τοις] 

äL;  εν  τοις  C  (Dittogr.);   dub.  S  |  αντας]  om.  L  |  16  τον  μαρτνριον 

οκηνην]  om.  L  per  hom.  |  18  ραβόονς]  &νρας  S  (Lightf.)  |  20  και]  om.  L, 
der  εις  το  κτλ.  durch  in  pontificatum  deservire  illi  wiedergiebt  |  21  τον] 
Α;  om.  C  |  22  επεδειξατο]  .  .  .  δίίξατο  Α;  επέδειξε  C  |  τας  σφραγίδας]  AC; 
om.  LS  (vielleicht  mit  Recht)  |  23  προεϊλεν]  προε  .  .  .  Α;  προειλε  C  | 
2δ  αγαπητοί]  fratres  L. 


Text.    c.  XLII4  bis  XLIVe.  131 

μίλλειν  ϊοεοϋ^αι;  μάλιοτα  ijötf  αλλ'  ίνα  μη  άκαταοταοία  γίντμαί 
tv  τω  'ΐοραηλ,  ovtco^  Ιποίηβεν.  εις  το  όοξαο&ηναι  το  όνομα 
τον  άληϋ^ινον  καΐ  μόνον'  φ  ι)  δόξα  εις  τονς  αιώνας  των 
αΙώνων.     αμήν. 

XLIV.    Και   οι   απόοτολοι  ημών   εγνωοαν   όιά   τον  κνρίον   δ 
7]μών  ΊηΟον   Χριοτον   οτι   ϊρις   Ιοται   περί   τον  ονόματος   της 
εηιοκοπης.     2.  όιά  ταντ?]ν  ονν  την  αιτ'ιαν  πρόγνωοιν  είληφότες 
τελε'ιαν  χατεοτηοαν  τονς  προειρημενονς,  καΐ  μεταξν  επινομην 
έδωκαν  όπως,  εαν  χοιμη&ο^ΰιν.  διαδεξο^νται  έτεροι   δεόοκιμαο- 
μένοι  άνδρες  την  λειτονργίαν  αντών.     3.  τονς  ονν  καταΰταϋ-εν-  ίο 
τας    νπ     εκείνων   η    μεταξν    νψ     ετέρων    ελλογίμων    ανδρών 
Οννενδοχηοάοης    της    εκκληοίας    πάοης,    και    λειτονργηοαντας 
άμέμπτως  τω  ποιμνίω    τον    ΧριΟτον   μετά    ταπεινοφροΰννης, 
ηονχο3ς   καΐ  άβανανοοος,  μεμαρτνρημένονς  τε  πολλοίς  χρόνοις 
νπό  πάντων,  τοντονς  ον  δικαίως  νομίζομεν  άποβάλλεοΟ^αι  της  ΐδ 
λειτονργίας.     4.    αμαρτία  γάρ  ον  μικρά   7)μΐν   εοται,    εάν  τονς 
άμέμπτως  και   όοίως  προοενεγκόντας  τά   δώρα  της  έπιοκοπης 
αποβάλω  μεν.     5.  μακάριοι   οί  προοδοιπορηοαντες  πρεοβντεροι. 
οΐτινες    έγκαρπον   καΐ    τελείαν    εϋχον    την    άνάλνοιν    ον    γάρ 
ενλαβοννται    μη    τις    αντονς    μεταοτηοη    από    τον   ιδρνμένον  2ο 
αντοίς    τόπον.      6.    όρώμεν   γάρ    οτι    ένίονς   νμείς   μετηγάγετε 


1  μελλΐΐν  εσεσ&(χι]  fieri  L  (42  3  u.  4  μελλβιν  genauer  mit  incipere 
übersetzt),  in  derselben  Zeile  wird  προ^δει  u.  tjöel  durch  sciebat  wiederge- 
geben 1  2  ειςτο]  Au.L(?);  ωστεΟυ.  S(?)  |  3  μονον]1ι;  add.  Arvpioi-C;  add. 
U-Bov  S  (der  nach  Joh.  17  13  τον  μόνον  αληΟ-ινον  &εον  übersetzt;  &εον  auch 
Rin  16  27);  def.  Α  |  5  κνριον]  Χριοτον  Α  (XV*  statt  KV')  |  (i  εσταήεστιν 
S(?)  !  περί]  CL  (pro  nicht  de  oder  super)  S(?);  επί  Α  |  τον  ονόματος]  add.  ?] 
(aut)  L  I  7  ovv]  AC;  om.  LS  |  S  μεταξν]  μετοξν  Α  |  επινομην]  AL  (lex): 
επιδομην  C;  επι  δοκιμην  od.  επι  δοκιμι;ι  S  |  ί)  έδωκαν]  C;  εδωκασιν  Α 
(woraus  einige  δεδωκασιν  machen)  |  κοιμη&ωσιν]  AL;  τίνες  praem.  CS  (ho- 
mines  ex  iis)  |  10  άνδρες]  om.  C  |  11  μεταξν]  μετοξν  Α  |  νφ  έτερων]  a 
quibusdam  L  (quidam  giebt  3  mal  τις  und  einmal  ενιοι  wieder)  |  ανδρών] 
add.  εκλελεγμενονς  S  |  14  ησνχως  και]  et  tacite  L  |  αβαναναως]  αβανααως 
C  I  μεμαρτνρημενονς]  μεμαρτνρημενοις  Α  |  τί]  om.  S  |  1δ  τοντονς]  add. 
ονν  S  Ι  δικαίως]  debere  L  (rffiv?)  |  αποβαλ?.εσ9-αι]  CL;  αττοβαλεσθ-αι  Α: 
S  hat  auch  ein  actives  Verbum  in  der  Übersetzung  |  1β  μικρά"  minimum 
L  I  εοται]  εοτιν  C  |  18  μακάριοι]  add.  γαρ  S  |  19  εγκαρποι]  fructum  L 
(καρπον  oder  verschrieben  aus  fructuosam)  |  20  τον  ιδρνμένον  αντοις]  illo 
L  (cf.  43 1  τοις  προειρημενονς)  |  21  ορωμεν]  videamus  L  |  μετηγάγετε] 
μεταγαγετε  Α. 

9* 


132  Kuopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

καλώς  πολιτίνο μένους  Ix  της  αμέμπτως  αντοΐς  τίτιμημένης 
λειτουργίας. 

XLV,  Φίλόνείκοι  ΐϋτε.  αδελφοί,  χμϊ  ζηλωταΐ  περ\  των 
ανηκόντων  εις  ϋωτηρίαν.     2.  ενκεκΰφατε  εις  τας  ίερας  γραφας 

5  τας  ά?.ηϋ^εΐς,  τας  όια  τοΰ  πνεύματος  τοΰ  αγίου.  3.  επίβταοϋ-ε 
οτι  ούδεν  αόικον  ούδε  παραπεποιημένον  γεγραπται  εν  αύταΐς. 
ουχ  εύρηοετε  δικαίους  άποβεβλημένους  άπο  οοίων  ανδρών. 
4.  εδιώχϋ7]θαν  δίκαιοι,  αλΐ  ύπο  ανόμων  εφυλακίοϋ^ηοαν,  αλλ" 
ύπο    άνοοίων    ελι&άο&ηοαν    υπό    παρανόμων    άπεκτάνΟ-ηϋαν 

10  υπό  τών  μιαρον  και  αδικον  ζηλον  ανειλ7]φοτων.  5.  ταΰτα 
πάΰχοντες  εύκλε(ϋς  ηνεγκαν.  6.  Ύί  γαρ  εϊπωμεν,  αδελφοί: 
Δανιήλ  υπό  τών  φοβούμενων  τόν  ϋ-εόν  εβλήϋ-η  εις  λάκκον 
λεόντων;  7.  //  Ανανίας  και  Αζαρίας  καΐ  Μΐύαηλ  υπό  τών 
ϋ^ρηοκευόντων  την  μεγαλοπρεπή    και    ενδοξον    ϋ-ρηοκείαν    τοΰ 

15  ύψίοτου  κατείργβηοαν  εις  κάμινον  πυρός;  μηδαμώς  τοΰτο  γέ- 
νοιτο, τίνες  ούν  οι  ταΰτα  δράοαντες;  οι  ϋτυγητοί  και  πάϋης 
κακίας  πλήρεις  εις  τοΰοΰτο  έξ,ι'ιριΟαν  ϋ-νμοϋ.  ωοτε  τους  εν  όοία 
και  άμώμω  προ&έοει  δουλεύοντας  τω  d-εώ  εις  αΐκίαν  περιβαλεΐν, 

XLV,  6)  Dan.  6  16  sq.  —  7)  Dan.  3  19  sqq. 

1  πο?.ιτενομενονς]  AS;  7ΐθ?ατενσαμενονς  C;  dub.  L  |  αμεμπτως]  ora. 
S  I  τετιμημενης]  facto  L  (wofür  Morin  functo  liest  mit  Berufung  auf  Tert. 
Praescr.  29:  tot  ministeria  perperam  functa)  |  3  φιλονεικοι]  prudentes  L 
{φρόνιμοι  oder  οννετοι,  was  vielleicht  richtig]  |  Ιστέ]  CL;  S  übersetzt  einen 
Indicativ;  dub.  Α  |  των  ανηκόντων]  CL;  .  .  ανηκόντων  Α;  μη  ανηκόντων S  \ 
4  ενκεκνφατε]  C  (doch  εγκεκνφατε)  h;  εν  .  .  .  τε  Κ;  ει  ενκεκνψατε  S  |  ιεράς] 

om.  Α  Ι  5  τας2^]  quas  L  Ι  επιαταα&ε]επιταα^•αι  Α.  \  επισταοΘ^ε ανταις]  L 

knüpft  mit  seinem  Relativum  quas  diesen  Satz  als  Nebensatz  an  den  vorher- 
gehenden I  6  γεγραπται]  AS;  γεγραπτο  C;  est  L  (scriptum  konnte  hinter 
fictum  leicht  ausfallen  |  7  ενρησετε]  ευρίσκετε  S  (?)  |  8  εφνλακιαθ^ηααν,  αλλ 
νπο  ανοσιών]  om.  L  |  9  νπο  παράνομων]  αλλ  νπο  παράνομων  S  ]  10  νπο] 
Α;  απο  C;  dub  LS;  praem.  αλλ  S  |  μιαρον]  CL;  μιαρων  AS  |  αδικον\  άδι- 
κων S  Ι  ταντα]  και  ταντα  S  |  11  πάσχοντες]  passi  L  |  ενκλεως]  fortiter  L  | 
ειπωμεν]  ειπώ  S;  ειπομεν  Α;  dicimus  L;  ειποιμεν  C  |  αδελφοί]  αγαπιμοι 
L  1  14  τον  νψιστον]  τον  κνριον  S  (ηώτϊβ.ι  für  r^lSOaTJSe.i)  j  15  κατειρχθ-η- 
ααν]  Α;  καθ-ειρχ&ησαν  C  |  16  στνγητοι]  στνητοι  Α  |  17  εις]  om.  C  |  18  αικιαν] 
poenas  L  (so  wird  62  αικισματα  übersetzt)  |  περιβαλεΐν]  AC;  immittere  L 
(was  freilich  55  6  das  von  Lightf.  geforderte  παραβαλλειν  wiedergiebt;  ob 
aber  L  auch  hier  παραβαλειν  las,  ist  darum  keineswegs  schon  entschieden. 
Gegen  Lightf.  Bedenken  hinsichtlich  der  Singularität  dieses  Gebrauches 
von  περιβαλλειν  (.  .  I  cannot  find  any  parallel)  vgl.  Euseb.  IX  1  5:  εις  τοσ- 
οντον  κινδννον  τονς  ανϋ-ρωπονς  περιβαλλειν);  jaciant  S. 


Text.    c.  XLIVe  bis  XL  VI  9.  133 

μη  είόότες  οτι  ο  νψιοτος  υπέρμαχος  καϊ  νπεραοπιϋτης  εΰτιν 
των  εν  καϋ-αρζί  οννειόηοει  /.ατρευόντο^ν  τω  πανάρετο)  ονόματι 
αυτόν'  ω  η  δόξα  εις  τους  αιώνας  των  αιοίνων.  αμήν.  8.  οΐ 
όε  υπομένοντες  εν  πεποι&ήοεί  δόξαν  καϊ  τιμήν  έκληρονομηοαν , 
επήρϋ•7]οάν  τ  ε  καϊ  έγγραφοι  έγένοντο  από  τοΰ  ϋ^εοϋ  εν  τω  δ 
μνημοθυν€ρ  αυτοϋ  εις  τους  αιώνας  των  αΧώνοηκ     αμήν. 

XLVI.  Ύοιοντοις  ούν  ΰποδείγμαοιν  κολλη&ήναι  καϊ  ημάς 
δει,  αδελφοί.  2.  γέγραπται  γαρ'  Κολλαο&ε  τοΐς  αγίοις,  Ζτι  οΐ 
κοιλωμένοι  αντοΐς  αγιαο&ήΰονται.  3.  καϊ  πάλιν  εν  ετέρφ  τοπο) 
λέγει'  Μετά  ανδρός  κ&ωον  α•&ωος  εΰτ],  κ«!  μετ  εκλεκτού  εκλεκτός  εβί],  ίο 
καϊ  μετά  ατρεβλον  διαβτρεψεις.  4.  κολληθ^ώμεν  ούν  τοις  αΰ-ώοις 
καϊ  δικαίοις'  εΐοϊν  δε  ούτοι  εκλεκτοϊ  τοΰ  &εοϋ.  5.  '^Ινατ'ι  ερεις 
καϊ  ϋνμοϊ  καϊ  διχοοταοίαι  καϊ  ϋχίοματα  πόλεμος  τε  εν  ύμϊν; 
Ö.  //  ουχί  ενα  ΰ-εόν  Ιχομεν  καϊ  %να  Χριοτόν  καϊ  εν  πνεΰμα  της 
χάριτος  το  εκχυ&εν  εφ'  ημάς;  καϊ  μία  κλήοις  εν  ΧριΟτώ;  ΐ5 
7.  ίνατί  διέλκομεν  καϊ  διαϋπώμεν  τα  μέλη  τον  Χριοτον  καϊ 
οταοιάζομεν  προς  το  ϋώμα  το  ϊδιον,  καϊ  εις  τοϋαντην  απονοιαν 
ερχόμεϋ^α  ωοτε  επιλαϋ-έοϋ-αι  ημάς  ότι  μέλη  εομεν  άλλήλο^ν; 
μνήοϋ-ητε  των  λόγων  τοΰ  κυρίου  Ίηοοϋ'  8.  είπεν  γάρ'  Ουαϊ  τω 
άν&ρώπφ  εκείνω'  καλόν  ην  αυτώ  εΐ  μη  εγεννη&η,  ή  ενα  των  εκλεκτών  20 
μου  ΰκανδαλίΰαι'  κρεΐττον  r}v  αντώ  πεοίτε&ηναι  μνλον  και  καταπον- 
τιο&ηναι  εις  την  ϋ•άλαβθαν,  ή  ενα  των  εκλεχτών  μον  διαοτρεψαι.     9.  το 


XLVI,  2)  unde?    —    3)  Ps.  17  26  sq.    —    S)  Mt.  26  24.   18  6.    Mc.  9  42. 
Luc.  17  2. 

1  υπέρμαχος  και  νπερααπιατης]  L  hat  nur  protector  j  2  σννειδηοει.] 
corde  L  ]  3  δόξα]  add.  per  Dominum  nostrum  Jhesum  Xristum  \j  \  των 
αιώνων]  om.  Q,  \  ol  δε  υπομένοντες  .  .  .  bis  αμήν  ijL.  6)  om.  L  per  hom. 
5  έγγραφοι]  CS  (der  έγγραφοι  s/fvovro  mit  scripti  sunt  wiedergiebt);  επα- 
φροί  Α  Ι  6  αντου]  CS;  αντων  Α  |  αμψ]  AC;  om.  S  |  7  ονν]  om.  S  |  και  ημάς] 
DOS  L  Ι  11  διαστρέψεις]  L  übersetzt,  vollständig  der  Anwendung  gemäss, 
die  Cl.  dem  Citate  hier  giebt,  passiv:  perverteris  |  12  τον  &εον]  a  Deo  L 
(ist  keine  Variante)  |  13  και  σχιαματα]  om.  και  L  |  πόλεμος  τε]  πόλε- 
μοι τε  και  μαχαι  S  (Jac.  4 1)  ]  1δ  κλ»/σ<ς]  invocatio  L  (st.  vocatio  oder 
επικλησιςΊ)  \  16  διε?.κυμεν]  διελκωμεν  C  |  19  τον  κνριον  Ιησον]  L  (Do- 
mini Jhesu);  Ιησον  τον  κνριον  ημών  Α;  τον  κνριον  ηαων  Ιησον  Χριοτον 
CS  (vgl.  32  2)  Ι  20  καλόν]  melius  L,  als  hätte  er  καλόν  .  .  .  μάλλον  gelesen 
(vgl.  Mc.  9  42)  I  αντοή  om.  L  |  μ??]  C  Clem.;  ονκ  Α  j  21  uv?.ov]  add.  collo 
ejus  L  I  22  την  (θάλασσαν]  AC;  om.  rj^v  Clem.  |  των  εκλεκτών  μον  όιαατρε- 
ψαι]  Clem.  LS;  των  μικρών  μον  σκανδαλισαι  AC. 


134  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

ϋχίομα  νμών  πολλονς  όαοτρειρεν.  πολλονα  εις  άΟ^νμίαν  εβαλει% 
πολλούς  εις  όιοταγμόν,  τονς  δε  πάντας  ημάς  εις  λνπην  και 
επίμονος  νμών  έϋτίν  ι)  ϋτάοις. 

XLVII.   'Αναλάβετε   την  επιοτολην  τοϋ  μακαρίου   Παύλου 

5  τοϋ  άποϋτόλου.  2.  f  τίνα  τρόπον  f  νμίν  εν  άρχ^  τοϋ  ευαγγελίου 
εγραψεν;  3.  επ'  άλη&είας  πνευματικός  επέύτειλεν  νμΙν  περί 
εαυτοϋ  τ  ε  καΐ  Κηφά  τε  και  Άπολλώ,  δια  το  και  τότε  προοκλί- 
Οεις  υμάς  πεποιηοΟ-αι.  4.  αλλ  7]  προοκλιοις  εκείνη  ηττονα 
άμαρτίαν  υμίν  επηνεγκεν'  προοεκλίθ^ητε  γαρ  άποοτόλοις  μεμαρ- 

10  τυρ7]^ιένοις  και  ανδρΐ  δεδοκιμαομένο)  παρ  αυτοΐς.  δ.  νυνί  δε 
κατανο?]ΰατε  τίνες  υμάς  όιε'ϋτρεψαν  καΐ  το  οεμνον  της  περι- 
βόητου φιλαδελφίας  υμών  έμείωϋαν.  6.  αίύχρά.  αγαπητοί,  και 
λίαν  αίοχρά,  καΐ  ανάξια  της  εν  Χριοτω  αγωγής,  άκούεοθ-αι  την 
βεβαιοτάτην   καϊ   άρχαίαν    Κορινθίων  εκκληϋίαν  δι    εν  η   δυο 

15  πρόϋωπα  Οταοιάζειν  προς  τους  πρεοβυτέρους.  7.  κα\  αϋτη  η 
ακοή  ου  μόνον  εις  ήμας  έχώρηοεν  άλλα  και  εις  τους  ετεροκλινείς 
υπάρχοντας  αφ'  7)μών,  ωΟτε  και  βλαΰφημίας  έπιφέρεοϋ-αι  τω 
ονόματι  κυρίου  δια  την  υμετέραν  άφροοϋνην.  ΙαυτοΙς  δε  κίνόν- 
νον  έπεξεργάζεοϋ-αι. 

20  XLV1IL    Έξ,άρωμεν  οϋν   τοϋτο   εν  τάχει  καϊ  προϋπέοωμεν 

XLVII,  3)  Ι  Cor.  1  ίο  sqq. 


2  δε]  LS;  om.  AC  ]  ημάς]  νμας  C  |  5  τίνα  τρόπον]  L  (quemadmodum); 
τι  πρώτον  ACS  (vgl.  Prol.  S.  59)  |  7  εαντον]  CL  (semetipso ?) ;  αντον  Α; 
dub.  S  Ι  τε  και  Κηφα  τε  και  Απολλω]  Α;  et  Cefae  et  Apollo  L  (ob  τ  ε  και 
oder  και  ist  zweifelhaft);  και  Κηφα  και  Απολλω  S;  και  Απο?.λω  και  Κηφα 
C  Ι  προοκλιαεις]  προσκληθείς  C  |  8  αλλ]  Α;  άλλα  C;  dub.  S;  L  hat  et  | 
προσκλισις]  προσκλήσεις  Α;  προσκλησις  C  |  7μτονα]  CS;  ήττον  Α;  om.  L  | 
9  επηνεγκεν]  C  u.  anscheinend  LS  (C  übrigens  επηνεγκε);  προσηνεγκεν 
Α  Ι  προσΕκλιί)-ητε]  προαεκλη&ητε  C  |  μεμαρτνρημενοις,  δεδοκιμασμενω] 
δεδοκιμασμενοις,  μεμαρτυρημενω  C  |  10  παρ  αντοις]  παρ  αντων  C  |  νννι 
δε]  nunc  vide  L  {νυν  ιδε)  \  11  αεμνον]  quietum  L  (επιεικές?)  \  περιβόητου] 
AC;  abundantis  L  {πεπληροφορημενης?);  om.  S  |  12  αισχρά,  αγαπητοί] 
AC;  turpis,  fratres  L  (der  αισχρά  beidemal  und  ανάξια  falsch  als  fem. 
sing,  aufgefasst  zu  haben  scheint);  om.  S  |  13  Χριστώ]  add.  Ιησον  S  I 
αγωγής]  αγάπης  C  ]  14  βεβαιοτάτην]  βεβαιότητα  S  (L  übersetzt  den  Su- 
perl.  mit  einf.  stabilitamj  |  και]  om.  S  |  16  ετεροκλινεις]  alienigenas  L 
(ετερογενείς'^)  |  17  ημών]  νμων  C  1  βλασφημίας]  blasphemiam  L  |  IS  εαν- 
τοις  δε]  Α;  εαντοις  τε  C;  vobisque  L  (dub.,  denn  ö7  3  übersetzt  er  δε  mit 
que);  et  vobis  ipsis  S  |  20  εν  ταχει]  quam  celerrime  L. 


Text.    c.  XLVI9  bis  XL1X3.  I35 

τω  δεοπότ?]  και  κλανΟίομεν  ίκετενοντες  αυτόν,  όπως  ίλεως 
γενόμενος  επικαταλλαγΐ]  ημίν  και  επι  την  οεμνην  της  φιλα- 
όελφίας  ημών  καΐ  άγνην  άγωγην  άποκαταΟτηοη  ημάς.  2.  πνλη 
γαρ  όικαιοοννης  εις  ζωην  άνεωγνίύ  Ιοτιν  αυτη,καθ-ώςγέγραπται' 
Ανοίξατε  (ΐοι  πνλας  δικαιοβννης'  είοελ&ών  εν  αυταΐς  εξο^ολογηοομαι  5 
τω  κνρίω.  3.  αυτή  η  πΰλη  τον  κνρίον,  δίκαιοι  είσελεναονται  εν  αντψ 
4.  Πολλών  ονν  πυλών  άνεοογυιόίν.  η  εν  όικαιοούν)]  αΰτη  εοτ]ν 
η  εν  Χριοτώ,  εν  jj  μακάριοι  πάντες  οι  ειοελ&όντες  καΐ  κατευ- 
θύνοντες την  πορείαν  αυτών  εν  όοιότητι  και  όικαιοούνη, 
άταράχως  πάντα  επιτελοϋντες.  5.  ήτω  τις  πιΟτός,  ητω  δυνατός  ίο 
γνώοιν  έξειπεΐν.  ητω  Οοφός  εν  διακριθεί  7.όγων,  ητω  αγνός  εν 
εργοις.  6.  τοοούτφ  γαρ  μάλλον  ταπεινοφρονεΐν  οφείλει,  όοω 
δοκεΐ  μάλλον  μείζίον  είναι,  καϊ  ζητεϊν  τό  κοινωφελές  παΟιν, 
y.al  μη  τό  εαυτοϋ. 

XLIX.    Ό    έχων    άγάπην    εν    Χριοτώ    ποιηοάτω    τα    τοΰ  ΐ5 
Χριοτοΰ  παραγγέλματα.     2.  τόν    δεομόν  της  αγάπης  τοΰ  {^εοϋ 
τις  δύναται  έξηγηΰαοΙ)-αΐ]  3.  τό  μεγαλείον  της  καλλονής  αύτοϋ 

XLVIir,  2)  Ps.  117  19  sq. 

1  ιλβως  γενομίτνος]  Α;  γενόμενος  ίλεως  C;  dub.  S;  L  übersetzt,  an- 
scheinend verkürzend,  ίλεως  γενόμενος  επικαταλλαγτ^  ημιν  mit  fiat  nobis 
propicius  |  2  ημιν]  νμιν  C  \  φιλαδελ<ριας]  φιλαν&ρωπιας  Clem.  |  3  ημών] 
ASClem.;  νμων€;  om.  L  |  και  αγνην]  LS  Clem.;  αγνην  AC  |  ημάς]  νμας 
C  Ι  4  £ίς  ζωην  ανεωγνια]  CLS;  ανεωγνια  εις  ζωην  Α  |  εστίν  αντη]  C  u.  S  (?); 
αντη  Α;  est  L  |  5  ανοίξατε]  aperi  S  ]  μοι]  ονν  Clem.  |  ειοελ&ων]  ACL; 
praem.  ινα  Clem.  S  |  εξομολογηοομαι]  CL  Clem.;  εξομολογηθώ μαι  AS 
7  ονν]  τοιννν  Clem.  Strom.  Ι,  7  38;  om.  Strom.  VI,  8  64  |  f  ν  δικαιοσνν^]  ad 
justitiam  L  (als  ob  εις  δικαιοσννην)  \  S  η  εν]  εν  S  (?)  |  κατενθ-ννοντες]  L 
vielleicht  κατεν&νναντες  \  9  οοιοτητι  και  όικαιοονν^]  δικαιοανν^^  και  οαιο• 

ζητι  L  Ι    10    ητω  δννατος αοφος]    der   griech.  Text    von  S    lautete 

verderbt:  ητω  δννατος,  γνώσιν  εξει,  πονειτω  αοφος  (Bensly)  |  11  διακρισει] 
όιακριακρισει  Α  (Tisch.;  Jacobson  διακριακριοιν)  \  ητω  αγνός  εν  εργοις] 
ACLS;  ητω  γοργός  εν  εργοις,  ητω  αγνός  Clem.  (Strom.  VI,  8  65;  hingegen 
Strom.  I,  7  38  fehlt  ητω  αγνός)  \  12  τοαοντω]  ACLS  Clem.;  τοσοντον 
Anton.  Max.  |  γαρ]  AS  Clem.;  τις  Anton.  Max.;  om.  CL  |  ταπεινοφρονεΐν 
Όφεό.ει]  ACL  Clem.;  οφείλει  ταπεινοφρονεΐν  Anton.  Max.;  dub.  S  1  οοω] 
ACL  Clem.;  όσον  Anton.  Max.;  dub.S  IS  μείζων]  AC  Clem.;  om.  Anton.  Max. 
(L  übersetzt  μάλλον  μείζων  durch  einfaches  majorem)  |  το  κοινωφελές] 
quod  commode  et  utile  est  L  (periphr.)  ]  14  εαντον]  sibi  L  {εαντω,  par- 
allel zu  παοιν)  \  15  ποιησατω]  Α  hat  nach  einigen  Editoren  τηρηαατω, 
•doch  Tisch,  ποιησατω,  dub.  Lightf.  |  17  καλλονής]   scientiae  [γνώσεως]  L, 


136  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

τ/ς  αρκετός  εξίίπείν:  4.  το  tnpoc  εις  ο  ανάγει  η  αγάττη  ανετ-δη]- 
y7]T0v  εϋτιν.  5.  αγάπη  γ.ολλα.  ημάς  τω  ϋ^εω,  αγάπη  καλύπτει 
πλήθος  αμαρτιών,  αγάπη  πάντα  ανέχεται,  πάντα  μακροϋ-υμεΓ 
ονόεν  βάνανοον  εν  αγάπη,  ονόεν  νπερηφανον  αγάπη  Οχίομα 
5  ουκ  έχει,  αγάπη  ον  Οταοιαζει,  αγαπί]  πάντα  ποιεί  εν  ομόνοια' 
εν  τη  αγάπη  έτελειώ&ηϋαν  πάντες  οι  εκλεκτοί  τον  ϋ^εον'  όίχα 
αγάπης  ονόεν  εναρεΟτον  τω  ϋ-εω.  6.  εν  αγάπη  προϋελαβετο 
τιμάς  ο  όεϋπότης'  όιά  την  άγάπην,  ην  εϋχεν  προς  ημάς,  το  αίμα 
αντον  έόωκεν  νπερ   ΐ/μών   Ιηϋονς   Χριοτος  ο  κνριος  ημών  εν 

10  ϋ-ελήματι  ■θεον,  και  την  οάρκα  νπερ  της  οαρκος  ημών  και  την 
ψνχην  νπερ  των  ψνγών  ημών. 

L.  Όρατε,  αγαπητοί,  πώς  μέγα  καΐ  ϋ^ανμαϋτόν  εβτιν  η 
αγάπη,  και  της  τελειότητος  αντής  ονκ  έΰτιν  έ^ηγηοις.  2.  τις 
ικανός   εν    αντη    ενρεϋ-ηναι,    ει  μη   ονς  αν  καταζ,ιώβη  ο  ϋ-εος; 

15  όεώμεϋ-α  ονν  και  αΐτωμεϋ^α  άπο  τον  ελέονς  αντον  ΐνα  εν  αγάπη 
ενρεϋ-ώμεν  όίχα  προϋκλίοεως  ανθρωπινής,  άμωμοι.  3.  Αι  γενεαΐ 
παΰαι  άπο  ^Αόάμ  έως  τηϋόε  της  ημέρας  παρηλϋον  άλΤ^  οι  εν 
αγάπη  τελειω&έντες  κατά  την  τον  θ-εον  χάριν  έχονΰΐν  χώρον 
ενοεβών  οϊ  φανερωϋ-ήϋονται  εν  τη  έπιϋκοπη  της  βαΟΐλείας  τον 

XLIX,  5)  1  Petr.  4  8.     Ι  Cor.  13  4.  7. 


2  εοτιν.  αγάπη]  ALClem.;  βατιν  η  αγάπη  C,  bei  dem  ebenso  wie  bei 
S  die  Interpungierung  der  Stelle  falsch  ist  |  3  π?.ηΘ-ος]  murum  S  (r^lOX.)  j 
μακροΟ^νμει]  sperat  L  {ελπίζει  1  Cor.  13  8)  |  7  εναρεστον]  Clem.  L;  add. 
εστίν  AC  (vielleicht  aus  Dittogr.,  doch  vgl.  21  9);  S  übersetzt  ονόεν  .... 
bis  &εο),  als  hätte  er  ονδενι  εναρεστειν  εατιν  τω  &εω  \  8  ημάς]  νμας  C  • 
ο  δεσπότης]  Dominus  omnium  L  |  εσχεν]  habet  L  [εχει'ί)  \  9  εδωκεν]  Α; 
όεδωκεν  C  j  νπερ  ημών  Ιησούς  Χρίστος]  Ιιιοονς  Χρίστος  νπερ  ημών  C 
11  των  ψνχων]  της  ψνχηςϋ  \  12  αγαπητοί]  fratresL  |  η  αγάπη]  Α;  αγάπη 
C  1  13  αντης]  Α  Clem.;  αντον  C;  dub.  L  (ejus);  της  αντης  τελειοτητος  S 
(ejusdem  perfectionis)  |  14  ει  μη]  add.  εν  αγαπι^  και  S,  der  übrigens  wieder 
durch  falsche  Interpungierung  die  ganze  Stelle  verdirbt  |  ονς]  quem  L 
av]  add.  αντος  Clem.  |  καταξίωση]  Α  (doch  ist  dieser  schwer  zu  entziffern) 

LS  Clem.;    καταδιωξτ^^  C   |    15  δεωμεΟ^α]  LS;    δεομε&α  C;  def.  Α &a 

ovv]  om.  L;  add.  αγαπητοί  S  |  αιτωμε&α]  αιτονμεί)^α  C  |  αντον]  τον  S-εον 
S  I  16  προσκλισεως]  Α;  voluptate  L;  adhaerentia  S;  προσκλήσεως  C  |  γε• 
λ'ραί]  add.  Jf  Clem.  |  17τ?/σ^^  της  ημέρας]  Clem.;  τησδε  ημέρας  Α;  της  ημέ- 
ρας τησδεC•,άuh.LH  \  άλλοι]  alii  L  {αλλοή  |  1S  χωρον]  ACS;  χωράν  Clem. 
U.  vielleicht  L  (municipium,  womit  42  4  χωρά  übersetzt  ist)  |  1!>  oi]  add. 
δε  C  j  φανερω&ησονται]  palam  facti  sunt  L  (εφανερωθ-ησαν'ί). 


Text.    c.  XLIX  3  bis  LI  3.  ]  37 

Χρίύτοΰ.  4.  γίγραπται  γάρ'  Είαίλ&ετε  ιίς  τα  ταμηα  μιχουν  οβον 
οΰον,  ί'ως  ον  παρίλϋ-)]  η  όργη  και  ό  ■&νμός  μον'  καϊ  μνηβ&ηαομαί 
ιΐμερας  αγαϋης,  '/.αϊ  αναβτησω  νμας  εκ  tcuv  Ί}ηχών  νμών.  5.  Μακαρίοί 
εομεν,  cr/amjToi,  d  τα  προΟτάγματα  τον  ϋεον  εποιονμεν  εν 
ομόνοια  άγάπηζ,  εις  το  άφεϋ^ηναι  ημϊν  δι  αγάπης  τας  αμαρτίας.  5 
6.  γέγραπται  γάρ'  Μακάριοι  ών  άφέ&ηααν  αί  ανομίαι  και  ών  επεκοί- 
λvφ^^y]Gav  αί  άμαρτίαι'  μακάριος  άνηρ  ω  ον  μη  λογίοψαι  κνριος 
άμαρτίαν,  ουδέ  εβτιν  εν  τω  ατόματι  αντον  δόλος.  7.  Οντος  ο  μαχα- 
ριομος  εγένετο  επΙ  τους  εκλελεγμένονς  νπο  τΌυ  θ^εον  δια 
^Ιηοον  Χριοτον  τον  κνρίον  ημών  φ  η  δόξα  εΙς  τονς  αιώνας  ίο 
των  αιώνων,     αμήν. 

LI.  "Οσ«  ονν  παρεπέοαμεν  καΐ  εποιήοαμεν  δια  τινας 
.ταρεμπτώοεις  τον  άντικειμενον,  άξιώοωμεν  άφεϋ-ηναι  ήμίν  και 
εκείνοι  δε  οϊτινες  αρχηγοί  ϋτάϋεως  καΐ  διχοοταοίας  ΙγενήΟ-ηύαν. 
οφείλονοιν  το  κοινον  της  ελπίδος  ΟκοπεΙν.  2.  οι  γαρ  μετά  ι& 
φόβου  καΐ  αγάπης  πολιτευόμενοι  εαυτούς  ϋ^έλουοιν  μάλλον 
αικίαις  περιπίπτειν  η  τους  πληοίον  μάλλον  δε  εαυτών  κατα- 
γνωοιν  φέρουοιν  ή  της  παραδεδομενης  ημΙν  καλώς  και  δικαίως 
όμοφχονίας.  3.  καλόν  γάρ  άνί^ρώπορ  εξομολογεΐοϋ-αι  περ\  τώ>ν 
παραπτωμάτοον  ή  οκληρνναι  την  καρδίαν  αντον.  καϋ^οος  εοκλη-  20 

L,  4)  Jes.  26  20.  Εζ.  37ι•>?  —  6)  Ps.  :]1  ι  sq. 

1  Αριστον]  Α  (Tiscli.;  Lightf.  hingegen  dub.)  L  Clem.;  iffot•  CS 
ειαε?.&ετε]  εισελ . . .  Α  (vielleicht  ειοε?.&ε  wieLXX)  |  ταμεία]  Α.{ταμια);  τα- 
μιεια  C  |  μικρόν  όσον  οοον]  L  einfach  pusillum  |  2  ο  Ο^νμος]  C;  θυ  .  .  .  Α 
(om.  ο)  Ι  4:  εο μεν]  Ali-,  ημενΟ,^  \  δ  ημιν]νμιν  G  |  β  μακάριοι]  μακακαριοι  λ 
7  ω]  ον  Α  (ω  hat  LXX  Χ*•  '^  Κ*)  |  9  νπο]  απο  Clem.  1  νπο  τον  θ-εον]  Dei 
L  (vgl.  umgekehlt  c.  46  4)  |  τον  ^εοι•]  Α  Clem.;  &£ovC  \  ύια  Ιηαον  Α'ριοτον 
τον  κνριον  ημών]  per  Dominum  nostrum  Jhesum  Xristum  L  ]  11  αμήν]  om. 
L  I  12  παρεπέοαμεν]  CL  (excidimus)  S;  πάρε  .  .  .  μεν  Α  |  και  εποιηααμεν] 
om.  Α;  S  hat  transgressi  sumus  (falsch  punctiert)  |  δια  τινας  παρεμπτω- 
αεις]  Clem.  (doch  hat  dieser  τας  st.  τινας)  L  (propter  quasdam  incursio- 
nes);  δια  τίνος  των  ACS  |  13  και  εκείνοι  δε]  illi  autem  L  |  15  της  ελπίδος] 
spei  nostrae  S  |  16  <foßov\  add,  dei  S  |  πυλιτενομενοι]  πολιτενσαμενοι  L 
(?  qui  .  .  .  conversati  sunt)  |  &ε?.ονσιν]  cogunt  (coarctant)  S  |  17  αικιαις]  que- 
stionibusL  {αιτιαις^  oder  ist  mit  v.  Gebb.  quassationibus  zu  lesen?.);  οικι- 
αιςλ,  das  indessen  nach  Tisch,  prima  manu  in  αικιαις  corrigiert  ist  |  περι- 
πίπτειν] vagari  et  conimittere  L  |  τονς  πλησίον]  τοις  πλησίον  S  \  δε  εαντων] 
om.  S  Ι  18  η]  om.  L  |  καλώς  και  δικαίως]  bonae  et  justae  {καλής  και  δί- 
καιας?) L  Ι  20  παραπτωμάτων]  peccata  et  delicta  L  (wohl  nur  periphr. 
Übersetzung,  kein  αμαρτηματο^ν  και  παραπτωμάτων  im  Gi'undtext)  |  εσ- 
κλ?ίρνν&η  η  κάρδια]  induratae  sunt  mentes  L  {διάνοια  st.  καρδια'ί). 


138  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

Qvvd-η  i)  καρδία  των  οταοίαοάντο^ν  προς  τον  ΰ-εράποντα  τον 
ϋ^εοϋ  Μωνοην  ων  το  κρίμα  πρόόηλον  ΙγενήΟ-η.  4.  κατεβηοαν 
γαρ  εις  aöov  ζώντες,  καϊ  'θ-άνατος  ποιμανίΐ  αντονς.  δ.  Φαραώ 
καΐ   7/  Οτρατια  αυτόν   καϊ  πάντες  οι  ηγούμενοι  Αιγύπτου,  τά 

δ  τε  άρματα  και  οί  άναβάται  αυτών,  ου  öl  αλλην  τίνα  αΐτίαν 
ΙβυΟ-ίοΰ^ηοαν  εις  ϋ-άλαοοαν  έρυϋ^ραν  καϊ  άπώλοντο.  άλλα  δια 
το  οκληρυν&ηναι  αυτών  τάς  άουνέτους  καρδίας  μετά  το  γενέοϋ-αι 
τά  αημεΐα  καϊ  τά  τέρατα  εν  Αίγυπτο)  διά  τον  ϋ-εράποντος  τοΰ 
ϋ^εον  Μωνοεως. 

10  LII.  \4προθδεης,  αδελφοί,  6  δεοπότ^ιςυπάργει  τόίν απάντων, 

ουδέν  ουδενος  χρ{]ζεί  ει  μη  το  έξομολογεΐοϋ-αι  αυτώ.  2.  φηοιν 
γάρ  ο  εκλ.εκτος  Ααυείδ'  Έξομολογηοοί-ΐαι  τω  γ.νρίω,  -λοΊ  άρΕοα  αντω 
νπβρ  μόοχον  νέον  yJfjcaa  εκφέροντα  y.ca  όπλάς'  ιδέτωααν  πτωχοϊ  καϊ 
ενφραν&ητωοαν.     3.  καϊ  πάλιν  λέγει'    Θναον  τώ  &εώ  S-νοίαν  αίνεΰεως 

15  y.ca  άπόδος  τώ  ν'ψίΰτω  τάς  ενχάς  βον'  καϊ  επικάλεβαί  με  εν  'ημερ(/ 
θλί'ψεως  σοί;,  και  ε'ξελονμαί  αε,  καϊ  δυξάαείς  με.  4.  ϋ^υβία  γάρ  τω  ϋ^εώ 
πνενμα  ονντετριμμενον. 

LI11.  Έπίοταοϋ-ε  γάρ  καϊ  καλούς  έπίοταΰθ^ε  τάς  Ιεράς  γραφας, 
αγαπητοί,   καϊ  ενκεκΰφατε  εΙς  τά  λόγια  τοΰ  ϋ-εοΰ.     προς  ανά- 

20  μνηοιν  ονν  ταντα  γράφομεν.     2.  Μοίϋϋέως  γάρ  άναβάντος  εις 

LT,  4)    Num.  16  31  sqq.    Ps.  48  u.    —    δ)  Es.  14  23  sqq.    Num.  12  7.  — 
LII,  2)  Ps.  6S  31  sqq.  —  3)  Ps.  49  u  sq.  —  4)  Ps.  50 19. 

1  οταοιαααντων]0,λΐ.Β  {^)•,οτααίαςοντων k;  anh. li  \  Ο^εραποντα]  av- 
ί)^ρωπον  C  |  2  εγενηθ-η]  est  L  |  3  ποιμανει]  depascit  L  (doch  ist  wohl  de- 
pascet  zu  lesen)  |  Φαραώ]  add.  quoque  L  |  4  Αιγύπτου]  αντον  C  |  5  avu- 
βαται]  αναβαταις  C  |  ov]  Oi  Α  |  7  αντων]  Α  hier;  hinter  καρδίας  C 
8  Αιγνπτω]  γ^^αιγν  ....  Α  |  9  Μωνοεως]  μωναεω  Α;  μωσεως  C  |  10  αδε'/.• 
φοι]  von  L  erst  hinter  απάντων  gesetzt  |  δεσπότης]  Deus  L  |  11  ονδεν  Α 
(.  .  δεν)  L;  om.  CS  |  το]  Α;  τον  C  1  αντω]  add.  μόνον  S  |  φησιν  γαρ]  quid 
dicit  enim  L  (cf.  Rm.  4  3  Gal.  4  3o)  |  12  ^ανειδ]  δάδ  AC   |    13  κέρατα  .  .  . 

.  .  ενφραν&ητωααν]   om.  C   |    15  και    επικαλεααι δοξααεις   με]    om. 

C  1  16  σου]  Α  Clem.;  om.  LS  (in  LXX  hat  X-  ^  ART  oov,  om.  N*  B) 
18  γαρ]  add.  αδελφοί  S  I  και]  om.  C  |  επιστασ&ε  2^]  didicistis  L  [έδιδα- 
|«σί^ί'?.  Das  1.  επιστασθ-ε  ist  mit  scitis  übersetzt)  |  19  αγαπητοί]  om.  S 
και  ενκεκΰφατε]  C  (doch  εγκεκ.)  S;  ....  εκνφατε  Α:  et  intonuistis  L  (wo- 
für Morin  et  introiuistis  vorschlägt,  v.  Gebh.  u.  Weymann  dagegen  nach 
c.  40  2  et  incubuistis)  |  προς]  C  u.  L  (V  ad);  dub.S;  def.  A,  vor  Bryenn.  lasen  die 
Editoren  εις,  u.  so  auch  noch  Lightf.  |  20  αναβαντος]  CLS  (doch  fallen 
die  beiden  Übersetzungen  nicht  schwer  ins  Gewicht);  αναβαινοντος  Α  ; 
εις]  CL;  .  .  .  ς  Α  (προς?);  ως  προς  oder  ως  εις  S. 


Text.     c.  LI  3  bis  UV  4.  139 

το  ορός  και  ποιηΟαντος  τεοόαράκοιηα  ημέρας  καϊ  τεοοαράκοντα 
νύκτας  tv  ν?/θτείςί  καϊ  ταπεινωθεί,  είπεν  προς  αυτόν  6  ϋ-εός' 
Κατάβη3•ι  το  τάχος  ivTSv&ev,  οη  7)νόμηΰεν  6  λαός  σου,  ονς  εξήγαγες 
εκ  γης  Αιγύπτου'  παρεβηΟαν  ταχύ  εκ  της  όδοΰ  ης  ενετέ ίλω  αντοΐς, 
εποίηοαν  εαντοίς  χωνενματα.  3.  καϊ  είπεν  κύριος  προς  αντον  5 
ΛελάλΎΐΥ.α  προς  ΰε  απα'ξ  καϊ  δΙς  λέγων'  Εωρακα  τον  λαον  τοΰτον,  καϊ 
ίδον  εβτιν  οκληροτράχ}]λος'  h'aaof  με  εξολε&ρενβαι  αυτούς^  καϊ  εξαλείψω 
το  όνομα  αυτών  ύποκάτω&εν  τοϋ  ουρανού  καϊ  ποιηθώ  σε  εΙς  ε&νος 
μέγα  καϊ  Ο^αυμαΰτον  καϊ  πολύ  μάλλον  i]  τοντο.  4.  χαΐ  είπεν  ΜωνΟης' 
Μϊ]δαμώς,  κύριε'  ίχφες  την  άμαρτίαν  τω  λαω  τούτω,  η  κάμε  εξάλειψον  ίο 
εκ  βίβλου  ζώντων.  5.  "<2  μεγάλης  αγάπης,  ω  τελειότητας  αν- 
υπερβλήτου, παρρηοιάζεται  ϋ^εράπων  προς  κύριον,  αιτείται 
άφεοιν  τω  πλήϋ^ει,  η  και  εαυτόν  εξαλειφϋ-fjvai  μετ  αυτών 
αξιοΐ. 

LIV.  Τίς  ούν  εν  υμΐν  γενναίος;  τις  ευοπλαγχνος;  τις  ΐ5 
πεπληρο(^ορημένος  άγάπης\  1.  είπάτω'  Ει  όι'  έμε  Οτάΰις  καϊ 
ερις  καϊ  οχίοματα,  εκχωρώ,  άπειμι  ου  εάν  βονληϋϋ-ε,  καϊ  ποιώ 
τα  προϋταοοόμενα  ύπο  τοϋ  πλήϋ-ους'  μόνον  το  ποίμνιον  τοϋ 
Χριοτοΰ  ειρηνευέτω  μετά  τών  καϋ-εΰταμένων  πρεοβυτερων. 
3.  τοϋτο  6  ποιήοας  Ιαυτώ  μέγα  κλέος  εν  Χρίΰτφ  περιποιι]οεται,  20 
καϊ  πάς  τόπος  όέζ,εται  αυτόν,  τον  γαρ  κυρίου  η  γη  καϊ  το  πλή- 
ρωμα αύτης.  4.  ταΰτα  οι  πολιτευόμενοι  την  άμεταμέλητον 
πολιτε'ιαν  τοϋ  ΰ-εοϋ  έποίηΟαν  και  ποιήοουϋιν. 

ΙΑΙΙ,  2)  Εχ.  34  28.  Deut.  Ο  9.  Εχ.  32  7  sq.  Deut.  9  12  sqq.  —  4)  Ex.  32  32. 
—  LIV,  3)  Ps.  23  1. 

1  και]  om.  L  |  τεαααρα-λοντα]  C;  def.  Α  (Lightf.  liest  τεασερακοντα) 

3  καταβηθ-c]  LS;  praem.  μωναη,  μωναη  Α,  μωοη  μωαη  C  |  ονς]   quem  L  : 

4  εκ  γης  Αιγύπτου]  εξ  Αιγνπτον  S  |  5  εποίηοαν]  AC;  praem.  και  LS  (ν. 
1.  LXX)  Ι  χωνενματα]  AC;  χωνενμα  L  (sculptilem)  S  |  7  εστίν]  εστί  C  Clem.; 
def.  Α  1  εστίν]  add.  L  populus  {λαός  LXXj  |  εασον]  praem.  και  S  |  εξολε• 
{)ρενααι]  .  .  .  εΟ-ρενσαι  Α;  εξολοΟ-ρενσαο  C  Clem.;  και  εξο?.ε[ο]&ρενσω  L; 
εξο?.ειθ]&ρενσω  S  |  9  πολύ]  plurimam  L  |  τοντο]  add.  est  L  |  ειπεν]  def. 
Α;  είπε  C  |  10  αψες]  praem.  sed  L  |  την  αμαρτιαν]  peccatum  hoc  S  |  τω 
λαω  τοντω]  huic  L  |  11  ω  1"]  AL;  om.  C;  dub.  S  |  12  Θ-εραπων]  δεσπό- 
της C  1  κνριον]  Deum  L  |  13  ??  και]  νβΐ  carte  L  j  15  νμιν]  AS;  ημιν  GL 
γενναίος]  praem.  tarn  L  |  ενσπλαγχνος]  praem.  tarn  L  |  10  και  .  .  και]  aut .. 
vel  L  1  17  σχίσματα]  scissura  L  |  εκχωρώ]  praem.  εγω  S(?)  |  20  περιποιη- 
σεται  και]  adquirit  L  ]  21  τόπος]  τ  όπως  Α.  \  κιριον]  add.  est  L  |  22  οι  πολι- 
τευόμενοι την  άμεταμέλητον  πολιτειαν  τον  '>εου]  L  einfach:  qui  sine 
poenitentia  conversati  .sunt  |  23  πολιτειαν  τον  ϋ-εον]  Α;  τον  θ-εον  πολι- 
τειαν C  1  ποιηαοναιν]  faciunt  L. 


140  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

LV.  Iva  δε  καΐ  νποόίίγματα  ld-νών  ενεγκωμεν  ϋΐο7Λο\ 
βαΟίλεΐς  και  ηγούμενοι,  λοιμικον  τίνος  ενοτάντος  καιρόν, 
γοηομοοοτηβ-έντες  παρέδωκαν  εαντονς  εις  {θάνατον,  ϊνα  ρνοεον- 
ται  δια  τον  εαντών  άφατος  τονς  πολίτας.     πολλοί  έξεγ^οίρηοαν 

5  ίδιων  πόλεων,  ίνα  μη  ϋταοιάζωοιν  επί  πλεϊον.  2.  επιοτάμεϋ^α 
πολλονς  εν  ΐιμΐν  παραδεδωκότας  Ιαντονς  εις  δεομύ,  όπως 
ετέρους  λντρώοονται'  πολλοί  εαντονς  παρέδωκαν  εις  δονλείαν. 
καΐ  λαβόντες  τας  τιμάς  αυτών  ετέρους  εψώμιΟαν.  3.  πολλαΐ 
γυναίκες  ένδυναμωϋ-είοαί  δια  της  χάριτος  τοΰ  θ^εοϋ  επετελέοαντο 

10  πολλά  ανδρεία.  4.  ΊουδΙΰ^  ή  μακάρια,  εν  ουγκλειομω  ονοης  της 
πόλεοος,  ητήοατο  πάρα  των  πρεοβυτέρων  εαΰ-ηναι  αυτήν  εξελ- 
ί^εΐν  εις  την  παρεμβολην  των  αλλοφύλων,  δ.  παραδοΰοα  ούν 
ι  αυτήν  τω  κινδυνω  έξήλϋ-εν  δι  αγάπη  ν  της  πατρίδος  καϊ  τοΰ 
λαοΰ  τοΰ  όντος  εν  ουγκλειομω,  καϊ  παρέδωκεν  κύριος  Όλοφέρνην 

15  εν  χειρί  ΰ^ηλείας.  6.  ούχ  ήττον  καϊ  η  τελεία  κατά  πίοτιν 
Έο&^ηρ  κινδννω  Ιαυτην  παρέβαλεν ,  ίνα  το  δo^δεκάφυλov  τον 
'ίοραηλ  μέλλον  άπολέοθ-αι  ρύοηται.  δια  γαρ  της  νηοτείας  και 
της  ταπεινώοεως  αυτής  τ^ξίο^οεν  τον  παντεπόπτην  δεοποτην, 
ϋ^εόν    των   αιώνων    ός   Ιδών    το    ταπεινον    της  ψυχής  αυτής 

20  έρύοατο  τον  λαόν  cov  χάριν  έκινδυνενοεν. 

LV,  4)  Judith  8  sqq.  —  6)  Esth.  7  sq.  4 16. 

1  υποδείγματα]  ALS  (der  indess  durch  Weglassung  von  Ribui  den 
Sing,  hat);  υπομνήματα  C  |  ενεγκωμεν]  add.  vobis  S  |  πολλοί  .  .  .  his καιρόν] 
S  paraphrasiert  stark:  multi  reges  et  magnates  e  principibus  populorum  qui 
cum   tempus  affiictionis  vel  famis    (Verwechselung  von  λοιμός  und  λιμός) 

alicujus  instaret  populo  \  2  λοιμικον καιρόν]  peste   quadam  instante 

per  tempus  L  (λοιμού  τίνος  εναταντος  δια  καιρόν'?)  \  4  πολιτας]  add.  suos 

L  Ι   b  επι  π?.ΐιον]  plurima  L  {επι  πλίίστον?)   1  7  πολλοί και]    multi 

se  ipsos  tradentes  in  servitudinem  L  (παραδεδωκοτες  om.  και)  \  παρέδωκαν] 
ALS;  εξεδωκαν  C  j  δονλείαν]  δουλείας  C  |  10  μακάρια]  beatissima  L 
11  πο?.εως]  add.  sua  S  |  12  ovv]  om.  L  |  13  εξηλΟ-εν]  abiit  L  [απηλΟ-εν"}) 
δι  αγαπην  της  πατρίδος  και  τον  λάου]  propter  amorem  civitatis patrumsuorum 
et  propter  populum  S  |  15  ήττον]  ηττονι  Α  {ηττονει);  Clem.  hat  πάλιν  τε 
αν,  was  auch  auf  ovy^  ήττον  zu  deuten  scheint  ]  16  το  δωδεκαφυλον]  Α; 
το  δωδεκαφνλ).ον  C;  gentem  L;  tribum  S  |  18  της]  Α;  om.  C  |  παντεπόπ- 
την] omnium  genitorem  L  {παντοκράτορα  oder  παντοτοκον'?)  |  δεοποτην 
&εον  των  αιώνων]  Α;  d-εον  των  αιώνων  C  (om.  δεοποτην);  Dominum  se- 
culorum  (om.  ί^εον)  L;  και  δεοποτην  των  αιώνων  θ^εον  S  j  20  ερνοατο] 
Α;  ερρνοατο  C  1  ων  χάριν  εκινδννεναεν]  AC  (nur  hat  C  εκινδννενσε)  h; 
(^propter  quem  periclitabatur) ;  S  übersetzt  das  ad  sensum  ων  falsch:  ex 
iis  propter  quae  erat  in  periculo. 


Text.    c.  LVi  bis  LVIis.  141 

LVI.  Kai  ημείς  ovv  εντνχωμεν  Jttgl  των  εν  τινι  τταραπτο^- 
ματι  νπαογ^όντων,  όπως  δοϋ-ΐ]  αντοΐς  επιείκεια  και  ταπει- 
νο(ρροθννη.  εις  το  είξαι  αντους  μ?)  ημΐν  άλλα  τω  ϋ^εληματι  τον 
ϋ^εοϋ.  όντως  γαρ  εοται  αντοίς  εγκαρπος  χαΐ  τελεία  ή  προς 
τον  ΰ-εον  και  τονς  άγ'ιονς  μετ  οίκτιρμών  μνεία.  2.  αναλά-  5 
βωμεν  παιδείαν,  εφ  i]  ονδείς  οφείλει  άγανακτεϊν,  άγαπιμοί.  ι) 
νονϋ-ετ7]ϋις  ην  ποιονμε&α  εις  άλλιβονς  καλή  εϋτιν  και  νπεράγαν 
ωφέλιμος'  κολλξί  γαρ  ημάς  τω  &εληματι  τον  &£θν.  3.  όντως 
γάρ  φηοιν  6  άγιος  λόγος "  Παιδενων  επαίδεναεν  με  6  κνριος,  κ«ι 
τώ  Ο-ανάτω  ον  παρέδωκεν  με.  4.  ον  γαρ  αγαπά  κ,νριος  παιδεύει,  ίο 
μαΰτιγοΐ  δε  πάντα  νίον  ον  παραδέχεται.  5.  Παιδενΰει  με  γάρ,  φηοίν, 
δίκαιος  εν  ελέει  και  ελέγξει  με,  ελαιον  δε  αμαρτωλών  μη  λιπανάιω  την 
'/.εφαλην  μον.  6.  και  πάλιν  λέγει'  Μακάριο;  άνθρωπος  ον  ηλεγξεν 
6  κύριος'  νον&έτημα  δε  παντοκράτορας  μη  άπαναίνον'  αυτός  γάρ  άλγεΐν 
ποίΐΐ.,  κα\  πάλιν  άποκαϋ•ίΰτηοίν'  7.  επαιβεν,  καϊ  ai  χείρες  αυτοί  ΐ5 
ίάααντο.  8.  εξάκις  εξ  αναγκών  ε'ξελεΐταί  σε,  εν  δε  τω  εβδόμ(ρ  ονχ  ά'ψεταί 
σου  κακόν.  9.  εν  λιμώ  ρνΰεταί  σε  ί'κ  ■θανάτου,  εν  πολεμώ  δε  εκ  χειρός 
αιδηρου  λύοει  σε'  10.  καϊ  άπο  μάΰτιγος  γλώΰβης  σε  κρύψει,  καϊ  ου 
μη  φοβη&7]α)^  κακών  επερχομένων.  11.  αδίκων  καϊ  ανόμων  καταγελάα^, 
από  δε  &ηρίων  αγρίων  ου  μη  φοβη&ϊ}ς.  12•  &ηρες  γάρ  άγριοι  είρηνεΰ-  20 
ΰονΰίν  σοι*  13.  είτα  γνώΰη  ότι  είρηνεύβει  σου  ο  οίκος'  η  δε  δίαιτα 
της  ΰκηνης  σου  ου  μη  άμάρτη,  14.  γνώΰτ]  δε  ότι  πολύ  το  ΰπερμα  σου, 
τ«    δε   τέκνα   σου   ωσπερ  το  7Γα|ΐι|!3ότανον  τοΰ  αγρού.      15.    ελευσ?;  δε  ε'ν 

LVI,  3)  Ps.  117  18.  —  4)  Prov.  3  12.  —  δ)  Ps.  140  5.  —  6)  Job.  5  17—26. 

2  νπαρχοντων]  qui  apprehensi  sunt  S  (cf.  Gal.  6 1  προλημφθ-^])  \  3  ημιν] 
vobis  L  I  4  γαρ]  cm.  L  |  η  προς  τον  &εον  y.ai  τονς  αγιονς]  sive  in  deum 
sive  in  sanctos  S  (η  ...  η  statt  και  .  .  .  και)  \  5  τον]  Α;  cm.  C  |  αγιονς] 
add.  ejus  L  |  6  αγαπητοί]  von  CL  scheu  zum  nächsten  Satz  gezogen 
11  παιδεύσει,  ε?.εγξει]  umgekehrt  L:  corripiet,  erudiet  |  12  δίκαιος]  κνριος 
C  I  ελαιον]  C  {ελεον)  LS;  ελαιος  (i.  e.  έλεος)  Α  |  αμαρτωλών]  Α;  αμαρτω- 
λού CLS  (LXX;  bei  S  hängt  der  Singular  nur  vom  Fehlen  des  Ribui  ab) 
13  ov]  Α  u.  LSf?);  add,  av  C  |  ηλεγξεν]  corripit  L  |  14  απαναινον]  reji- 
ciat  oder  rejiciamus  S  (Pesh)  |  αλγειν]  dolorem  L  |  15  αποκα&ιατησιν]  re- 
stituet  L  i  επαισεν]  percutiet  L  |  16  ιαοαντο]  salvabunt  L  |  ονχ  αίρεται] 
ονκ  οψεται  Α;  ον  μη  αψηται  C;  ηοη  tanget  L;  ηοη  attrectabit  S  | 
17  λιμω]  add.  ίε  S  |  εν  πο?.εμω]  a  hello  L  |  20  ου  μη  φοβηΘ-^ς]  Α;  ον 
ψοβη&ησ^  C;    LS  wieder  dub.,    wie  in  Ζ.  16   |   γαρ]  δε  S   \   21  ειρηνεύσει] 

AC;  ειρηνεύει  LS  \  η  δε  δίαιτα αμαρτ?^]  am.  S  \  22  σουΐ»]  AL;  om.  CS 

23  aov]  add.eruntL  (LXX)  |  παμβοτανον]  LXX;  παμβητανονΟ; τανον  Α. 


142  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

ταφω  ωΰπ^ρ  αΐτος  ώριμος,  κατά  καιρόν  Ό^Εριζόμενος,  η  ωΰπίρ  &ημωνια 
κλώνο?  καθ'  ωραν  6ννκομια&εΐαα.  16.  Βλέπετε,  άγαπΐ]τοί,  πόθος 
νπεραϋπιομός  εοτιν  τοις  παιδενομένοις  νπο  τον  όεοπότον'  πα- 
τήρ γαρ  άγαϋ-ος  ων  παιδεύει  εις  το  ελεηϋ-ηναι  ημΰς  δια  της 
5  οοίας  παιδείας  αύτον. 

LVIL  ^ΥμεΙς  ούν  οι  την  καταβολην  της  Οτάοεως  ποιηοαν- 
τες  νποτάγητε  τοις  πρεοβντέροις  και  παιδεΰϋ-ητε  εις  μετάνοιαν, 
κάμψαντες  τα  γόνατα  της  καρδίας  νμών.  2.  μάϋ^ετε  νποτάο- 
οεΟϋ^αι  άποϋ-έμενοι  την  αλαζόνα  και  νπερηφανον  της  γλώύβης 

10  νμών  αν&άδειαν'  αμεινον  γάρ  εοτιν  νμΐν  εν  τω  ποιμνίφ  τον 
Χρίύτον  μικρονς  και  ελλογίμονς  νμας  ενρεϋ^ηναι.  η  καϋ-'  νπερ- 
ογήν  δοκονντας  έκριφηναι  εκ  της  ελπίδος  αντον.  3.  οντωζ  γαρ 
λέγει  η  πανάρετος  Οοφια'  Ιοον  προηαομαι  νμιν  εμης  πνοής  ρήοιν, 
διδάξω    δε   νμάς  τον  εμον  λόγον.     4.  επειδή  εκάλονν   καϊ  ονχ  νπηκον- 

15  σατε,  και  ε'ξετεινον  λόγους  και  ου  προαείχετε ,  άλλα.  άκυρους  εποιείτε 
τάς  'εμάς  βουλάς,  τοΐς  δε  εμοΐς  ελεγχοις  ηπειϋ-ηαατε'  τοιγαρονν  κάγω 
ττ}  υμετέρα  απώλεια  επιγελάαομαι ,  καταχαρονμαι  δε  ηνίκα  αν  ερχηται 
υμΐν  ολε&ρος  καϊ  ως  αν  αφίκηται  υμϊν  άφνω  ■θόρυβος,  η  δε  κατα- 
στροφή όμοια  καταιγίδι  παρ]],  η  Ζταν  ερχηται  υμΐν  ■Θ'λίίρις  και  πολιορκία. 

20  5.  εΰται  γάρ  όταν  επικαλεαηα&έ  με,  εγώ  δε  ουκ  ειΰακούβομαι  υμών'  ζητη- 
ΰουαίν  με  κακοί,  καϊ  ουχ  ευρηβουβιν.  εμίβηΰαν  γάρ  αοφίαν,  τον  δε  φό- 
βον    τοϋ    κυρίου  ου  προείλαντο,    ουδέ  η'&ελον  εμαΐς  προΰέχειν  βουλαΐς 

LVIT,  3)  Prov.  1  23^33. 

2  αννκομισ&ειαα]  συ  .  .  .  α&εισα  Α;  σνγκομια&εισα  C  |  4  ε?.εηθ•ηναι] 
....  η&ηναι  Α,  was  vor  Bryenn.  zu  νονΟ^ετηΟ-ψαι  [πτοφηναι  Tisch.)  er- 
gänzt wurde  |  {)  απο&εμενοι]  deponite  L  (doch  wohl  nur  Übersetzungs- 
variante) I  αλαζόνα  και  νπερηφανον]  AC;  αλαζονειαν  και  νπερηφανιαν  L 
(elationem  et  superbiam;  doch  wird  vielleicht  superbam  zu  lesen  sein);^ 
αλαζονειαν  και  νπερ7ϊψανον8  \  γλώσσης]  λ;  γ/.ωττης  C  '\  10  νμιν]  νμαςίι 
11  μικρονς]  minimos  L  j  νμας]  C;  otu.  Α;  dub.  S:  L  hat  es  bereits  Z.  10 
hinter  εστίν  \  13  ιδον]  add.  γαρ  S  |  ρησιν]  ρήσεις  L  (?  verba)  \  14  διδάξω^ 
διδαξαι  C  |  νπηκοναατε]  AC;  υπηκονετε  LS  |  16  ηπειΘ-ησατε]  non  intende- 
batis  L    {ov  προσειχετε'?]   '.   17  καταχαρονμαι  δε]    add.    adversum  vos  L 

ηνικα    αν ολεϋ-ρος   και]    ora.  L   j   ηηκα    αν]  C;    def.  Α;   si    (ην)  S 

18  νμιν  1"]  AC;  νμων  S   j    10  παρ?^]  praem.  cum  L  (ως  αν  oder  όταν?) 
παρ^]  CL;  .  .  ρη  Α;  om.  S   1   όταν]  οταρ  Α  |   Θ-λιψις]  ALS  (doch  letzterer, 
da  er  paraphr.,  nicht  ganz  sicher);  add.  και  στενοχώρια  C  (Rm.  2  9  8  35) 
20  ζητησονοιν]  C  ίζητησovσι)L■,  ζητονσιν  S(?);  ζητ  ...  Α  |  22  τον]  Α;  om. 
C  I  προειλαντο]  Α  (προειλα  .  .  .);  προειλοντο  C. 


Text.    c.  LVIis  bis  LIX2.  143 

i μν/.τηριζον  δε  εμονς  έλεγχους.  6.  τοιγαρονν  εδονται  της  εαυτών  οδον 
τονς  καρπούς,  και  της  Ιαυτών  αβεβείας  πληα&ηΰονται.  7.  άν&'  ών 
γαρ  ^ιδίκουν  νηττίους  φονενϋ•η6ονται,  καΐ  εξεταΰμος  άαεβεΐς  υλεΐ'  ο  δε 
εμοϋ  άχούων  καταΰκηνώοει  επ  ελπίδί  πεποι&ώς  καΐ  ηουχάΰει  αφόβως 
ατιό  παντός  κακόν.  h 

LVIII.  ντιακονΰωμεν  ονν  τφ  αγίερ  καΐ  ένόοξω  ονόματι 
αντον  φνγοντες  τας  χροειρημίνας  όια  τΐ/ς  Οοφίας  τοις  απει- 
ϋ^οΰοιν  άπειλάς,  ϊνα  καταΟχηνοίοωμεν  πεποιΒοτες  επί  το  οοιον 
της  μεγαλωϋννης  αυτοΰ  όνομα.  2.  όεξαοϋ-ε  την  Ουμβονλην 
ημών,  χαΐ  εΟται  άμεταμέλητα  νμίν.  ζη  γαρ  6  -θ-εος  καΐ  6  ία 
κνρως  Ίηοονς  Χριοτος  καΐ  το  πνεύμα  το  άγιο  ν  η  τ  ε  πίοτις 
και  ι)  ελπϊς  των  εκλεκτών,  οτι  6  ποιήύας  εν  ταπεινοφροϋννΐ] 
μετ  εκτενούς  επιεικείας  άμεταμελητως  τα  νπο  τον  &εον  δεδο- 
μένα δικαιώματα  καΐ  προύτάγματα,  ούτος  εντεταγμένος  καΐ 
ελλόγιμος  έϋται  εις  τον  άριϋ-μον  τών  οωζομένων  δια  'ΐηοον  ι& 
Χριοτοΰ,  δι  ου  έϋτίν  αυτώ  η  δόξα  εις  τονς  αιώνας  τών  αΙώνο?ν. 
αμήν. 

LIX.  Έαν  δέ  τίνες  άπειϋ^ήοωΰιν  τοις  νπ"  αντον  δι  7ΐμώ)ν 
είρημένοις,  γινωΟκέτωΟαν  οτι  παραπτώοει  καϊ  κινδννω  ου 
μικρώ  εαντονς  ένδώοουοιν  2.  ημείς  δε  ά&ώοι  εοόμεϋ-α  άπο  20 
ταύτης  της  αμαρτίας  καϊ  αίτηοομε&α,  εκτενή  την  δέηΟιν  και 
ικεοίαν  ποιούμενοι,  όπως  τον  άρι&μόν  τον  κατηριΰ-μημένον 
το)ν  εκλεκτώ)ν  αυτοΰ  εν  όλορ  τω  κόομορ  διαφύλαξη  α&ρανοτον 
ο  δημιουργός  το^ν  άπάντο3ν  δια  τον  ήγαπημένον  παιδός  αντον 

2  πλ7]θ&ησονται]  Α  hat  fol.  167b  unten  πλησθ^ησον,  dann  fehlt  ein 
Blatt,  u.  erst  c.  64  setzt  die  Handschrift  wieder  ein  |  avd-  ων  γαρ]  quo- 
niam  L  (om.  ya^?)  |  3  ε^ίτασ^Μοςασί^είς  oAet]  CL;  inquisitio  perditorum  per- 
dit  ipsos  S  i  δε]  CS,  enim  {γαρ)  L  |  4  επ  ελπιδι]  CS ;  εν  ελπιδι  L  (in  spe  mit 
LXX  An)  I  πεποί&ως]  LS  Clem.;  om.  C  (LXX)  |  αψοβως  απο  παντός  κα- 
κόν] CS;  a  timore  malignitatis  L  [απο  φοβον  κακίας?)  |  6  αγιω]  LS;  πα- 
νάγια) C  Ι  7  ψνγοντες]  C ;  φενγοντες  S  (?) ;  L  (fugientes)  ist  dub.  |  8  oaiov] 
LS;  οσιωτατον  C  (S  ist  übrigens  nicht  ganz  sicher)  |  9  μεγαλωσννης]  CS; 
δικαιοσύνης  L  (justitiaej  1 10  ημών]  CL;  add.  fratres  S  και  2»]  L  Basil.;  add.  ζ^ 
CS  I  11  κνριος\  in  S  zweimal,  Ende  der  einen  und  Anfang  der  nächsten  Zeile 
12  εν  ταπεινοφροσύνη/]  L  periphr.  cum  humilitate  et  modestia  |  13  νπο] 
CS;  per  L  διαΊ)  \  14  και  προστάγματα]  CL;  om.  S  |  εντεταγμένος  και 
ελλογιμος]  CS;  ornatus  et  deputatus  L  {ελλογ.  κ.  εντεταγμ.)  \  15  σωζομε- 
λ•α>  ν]  CS;  add.  gentium  L  |  1ησον]08•,  om.  L  |  18  απείΘ^ησωσιν]€8•,  difiident 
(απιστηοωσιν)  L  j  20  ενδωοοναιν]  L  {tvaaent) ;  ενδηοοναιν  CS  |  23  αντον]  CS; 
om.  L  I  α&ρανστον]  CL;  add.  deus  S. 


144  Knopf,  Der  erste  Clemensbvief. 

Ίηϋον  ΧρίΟτον,  öt'  ov  έκάλεοεν  ημάς  άπο  οκότονς  εις  φως, 
άπο  άγνωοίας  εις  έπίγνωΰΐν  δόξης  ονόματος  αυτόν,  3.  ελπίζειν 
επί  το  άρχεγονον  πάϋης  κτίοεως  ονομά  0ου,  άνοίξας  τονς 
οφϋ-αλμονς  της  καρδίας  ημών  εις  το  γινώοκειν  ϋε  τον  μόνον 
5  νψιοτον  εν  υιρίϋτοις,  αγιον  εν  άγ'ιοις  άναπαυόμενον  τον  ταπει- 
νοϋντα  ΰβριν  υπερήφανων,  τον  όιαλυοντα  λογιϋμονς  έβ-νών, 
τον  ποιοΰντα  ταπεινούς  εις  υ'φος  και  τους  υψηλούς  ταπεινονντα- 
τον  πλουτ'ιζοντα  καϊ  πτωχίζοντα,  τον  άποκτείνοντακαΐ  οώζοντα 
και  ζην  ποιοΰντα,  μόνον  ευεργέτην  πνευμάτων  καϊ  ϋ^εον  πάοης 

10  οαρκός'  τον  επιβλέποντα  εν  ταΐς  άβνΟϋοις,  τον  έπόπτην 
άνθ-ρωπίνο^ν  έργων,  τον  των  κινδυνευόντων  βοηϋ•όν,  τον  των 
άπηλπιΟμένο^ν  οωτηρα,  τον  παντός  πνεύματος  κτίοτην  και 
επίοκοπον  τον  πληϋ^ύνοντα  ε&νη  επΙ  γΐ/ς  και  εχ  πάντων 
έκλεξάμενον  τους  αγαπώντας  6ε  δια  Ίηΰοΰ  Χριΰτοΰ  τοΰ  ηγαπη- 

15  μένου  παιδός  οου,  δι  ου  ημάς  επαίδευοας,  ήγίαΟας,  έτίμηοας. 
4.  άζίοϋμέν  6ε,  δέοποτα,  βοηϋ-ον  γενέ6ϋ•αι  και  αντιλήπτορα  ημών. 
τους  εν  θλίψει  ημών  6ώ6ον ,  τους  ταπεινούς  έλέη6ον,  τους 
πεπτωκότας  εγειρον,  τοις  δεομένοις  έπιφάνηθ-ι,  τους  άΰ&ενεϊς 
Ϊα6αι,  τους  πλανώ  μένους  τοΰ  λαοΰ  6ου  έπίοτρεψον   χόρτα6ον 

20  τους  πεινώντας,  λύτρω6αι  τους  δε6μίους  ημών,  έξανά6τη6ον 
τους  άο&ενοϋντας,  παρακάλεοον  τους  όλιγοιρυχοΰντας'  γνώτω- 
ΰάν   6ε   πάντα  τα  εϋ-νη  οτι    6υ    εΐ   ο    ϋ-εος   μόνος   καϊ   ΊηΟοΰς 


1  Λ'ριστον]  C;  add.  τον  κυρίου  ημών  LS  1  ημάς]  CL;  me  S  (nur  Ab - 
schreibfeliler)  |  απο]  CL;  praem.  xai  S  |  2  αντον,  ελπιζειν]  CLS;  die  neue 
Autorität  L  beweist,  dass  v.  Gebh.-Harn.  mit  Beibehaltung  des  über 
lieferten  Textes  im  Rechte  waren  gegenüber  Bryenn.  (add.  δος,  δεαποτα 
hinter  αντον)  u.  Lightf.  (add.  δοζ  ημιν,  κνριε  an  derselben  Stelle)  sowie 
gegenüber  Hilgenf.  (der  άνοιξαν  statt  ανοιξας  Ζ.  3  liest)  |  3  oov]  C;  αντον 
LS;  S  fügt  auch  noch  sanctum  hinzu  |  4  τ?/ς  καρδίας]  CL;  cordium  S  | 
σε]  CL;  eum  S  |  6  διαλνοντα]  CL;  dissipantem  S  ]  tifrcwr]  CL;  ανθ-ρωηων 
S  (eeNCüN  :  ANCÜN)  I  7  ταηεινονς]  CS;  humile  L  (Ez.  21-26)  |  εις 
νψος]  CS;  in  excelsis  L  |  8  και  σώζοντα]  L  (et  saluas),  S  (et  redimit);  om. 
C  1  9  ενεργετην]  C;  ενρετην  LS  |  &εον]  CS;  Dominum  L  |  10  τον  2«]  CS; 
praem.  et  L  |  14  σε]  CL;  eum  S  ]  15  aov]  CL;  ejus  S  ]  ημάς  ετΐαιδενσας, 
ηγιασας,  ετιμηοας]  CL;  instruxit  nos  et  sanctificavit  nos  et  honoravit  nos 
S  I  16  «iiOVjMfv]  CL;  praem.  et  dicemus  illi  cumsupplicatione  S  |  σε]  LS;  om. 
C  I  δέσποτα]  CL;  domine  bone  S  |  17  ημών]  CS;  om.  L  |  τους  ταπεινούς 
ελεηοον]  C;  om.  LS  |  18  επιφανηθ^ι]  CL;  επιατραφηχ9•ι  S  |  αοΘ-ενεις]  LS; 
ασεβείς  C  |  19  τον  λαον]  CS;  a  populo  L  (απο  τον  λαονί)  \  21  γνωτωσαν] 
CS;  ut  sciant  L  |  22  σε]  C;  bei  LS  nicht  übersetzt. 


Text.    c.  LIX  2  bis  LXI  i.  145 

Χηιοτυς    ο    παις    oov    και    ////fTc    ?.CiOQ    oov    καΐ   πρόβατα    της 
νομ7/ς  oov. 

LX.  Σν  γαρ  την  άίναον  τον  κόομου  ονΟταΟιν  δια  των 
ενεργούμενων  έφανεροποίηοας'  οί',  κνριε,  την  οίκονμένην  εκτί- 
οας,  ο  πιοτος  εν  πάοαις  ταΐς  γενεαΐς,  δίκαιος  εν  τοις  κρ'ιμαοιν,  5 
ϋ^ανμαοτος  εν  ιΟγνϊ  καΐ  μεγαλοπρέπεια,  6  ΰοφος  εν  τω  κτίζειν 
χαϊ  οννετος  εν  τω  τα  γενόμενα  Ιδράοαι,  6  άγαϋ-ος  εν  τοις 
ορωμένοις  καΐ  χρηϋτος  εν  τοις  πεποιϋ^όοιν  επΙ  0ε'  έλεημον  χαι 
οικτίρμον,  αφες  ημίν  τας  ανομίας  ημών  καΐ  τ  ας  αδικίας  και 
τα  παραπτώματα  καΐ  πλημμελείας.  2.  μη  λογίΟ)]  παοαν  άμαρ-  ίο 
τίαν  δούλων  ΰον  καΐ  παιδιϋκών ,  άλλα  κα&άριοον  ημάς  τον 
καϋ-αριομον  της  οης  άληϋ-είας  καΐ  κατενϋ^ννον  τα  διαβήματα 
ημών  εν  οοιότητι  καρδίας  πορεύεο&αι  καΐ  ποιεϊν  τα  καλά  καϊ 
ενάρεοτα   ενώπιον    Οον    και    ενώπιον    τών    αρχόντων    ημών. 

3.  ναι,    δέοποτα,    επίφανον    το    προοωπον   ΰον    εφ    ημάς  εις  ΐ5 
άγαϋ-α  εν  ειρήνη,   εις  το   οκεπαο&ήναι  7)μας  τη  χειρί  ΰον   τη 
κραταιά,   και   ρνοϋ^ήναι    από  πάϋης  αμαρτίας  τω  βραχίονί  οον 
τω  νψηλώ.  και  ρΰοαι  ημάς  από  τών  μιοούντων  ημάς  άδίκο)ς. 

4.  δός    ομόνοιαν   καϊ    είρήνην   ήμΙν   τε  καϊ  πάοιν  τοις  κατοι- 
κονοιν  την  γην.  καϋ-ώς  εδωκας  τοις  πατράοιν  ημών,  επικαλονμε-  20 
νων  οε  avTcov  οοίθ3ς  εν  πίοτει  καϊ  άληΒεία,  νπηκόονς  γινομένονς 
τω  παντοκράτορι  καϊ   ένδοξο)    ονόματι    ΰον,   τοις  τε  αρχονύΐν 
καϊ  ήγονμένοις  ημών  επϊ  της  γης. 

LXI.    Σν,    δέοποτα,    εδωκας    την    έξονοίαν   της   βαοιλείας 

1  ο  παις  σον\  CL  add.  dilectus  S  |  2  aoi^  CS;  om.  L  |  3  γαρ]  LS;  om.  C  , 
aevaov]  αενναον  C  (vgl.  c.  20  lo)  |  κοομοι•]  CL  add.  hujus  S  ]  4  κν^ίε,  την 
οικονμενην]  CS;  ordinem  orbis  terrae  L  |  6  ο  οοφος]  C;  οοφος  S  |  7  καυ] 
CL;  om.  S  |  8  χρηοτος\  L  (suavis),  S  (mitis,  benignus);  τίιοτος  C  |  ελεημον 
και  οικτιομον]  CS;  misericors  miserator  L  |  9  ήμουν]  CS;  om.  L  ]  11  κα- 
{)-αρισυν]  LS;  καθ^αρεις  C  \  13  β7>  οοιοτητι  καρδίας]  CL;  in  sanctitate  et  in 
justitia  et  in  simplicitate  cordisS  |  15  είς  αγαϋ-α]  CS;  in  bono  L  (εις  αγαθ-ον'ί) 
16  SV  eio}jV7^j]  CL;  pacis  S  (sicher  nur  Fehler  eines  syrischen  Abschrei- 
bers) I  20  την  γην]  CS;  super  terram  L  (επί  της γης7)  \  21  οοιως]  LS;  om.  C 
ντΐηκοονς  γινόμενους]  CSL;  die  Lesart  ist  schwer,  doch  zu  gut  bezeugt,  als 
dass  eine  Änderung  gestattet  wäre,  Lightf.  vergleicht  Eph.  1 17  f.  Act.  26  3 
22  παντοκράτορι  και  £vO()£Cp]L  (doch  ist  fjv^'o^«  nicht  ganz  sicher) ;  ενδοξω 
(oder  εντιμο)^)  και  παντοκράτορι  S  (nur  Übersetzungsvariante);  παντοκρά- 
τορι και  πανάρετο)  C  |  τοις  τε  .  .  .  77/c]  gehört  noch  zu  c.  60  4,  wie  Hort 
zuerst  gesehen.  L  bestätigt  diese  Teilung,  C  dagegen  zieht  diese  Worte  zu 
c.  61 1  I  τοιςτε]  CL;  και  τοις  S  |  23  ημοη']  CS;  om.  L  (hier  u.  weiterhin  vgl. 
für  L  Prol.  S.  55 tf.)  |  24  εδοικας]  CL;  add.  illis  S. 

Texte  u.  Cntersucliungen.  N.  F.  V,  l.  10 


146  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

avTOLQ  δια  τον  μεγαλοπρίπονς  καϊ  ανεκόιηγιμον  κράτους  οον, 
εις  το  γινώοκοντας  ημάς  την  νπο  Οον  αντοϊς  δεδομένην  δόξαν  καϊ 
τιμήν  νποτάοΰεοϋ-αι  αντοΐς,  μηδέν  εναντωνμένονς  τω  ϋ^εληματί 
οον'  οίς  δός,  κνριε,  νγείαν,  είρηνην,  ομόνοιαν.   ενοτάϋ-ειαν,  εΙς 

5  το  δίέπειν  αντονς  την  νπο  οον  δεδομένην  αυτοΐς  ηγεμονίαν 
άπροοκόπως.  2.  0ν  γάρ ,  δέοποτα  έπονράνιε,  βαϋίλεν  των 
αιώνων,  δ'ιδως  τοις  υίοΐς  των  ανθ-ρώπων  δοο,αν  και  τιμήν  καϊ 
ε^,ονοίαν  των  επϊ  της  γης  υπαρχόντων'  θν,  κνριε.  διεν&ννον 
την  βονλην  αντών  κατά  το  καλόν  καϊ  ευάρεοτον  ενώπιον  Οον, 

10  οπο)ς  διέποντες  εν  ειρήνη  καϊ  πραντητι  ενΟεβώς  την  νπο  οοϋ 
αυτοίς  δεδομένην  έξουοίαν  ϊλεώ  οου  τυγχάνωοιν.  3.  ο  μόνος 
δυνατός  ποιηοαι  ταϋτα  καϊ  περιΟΟοτερα  αγαΒ-α  μεϋ•  ημών,  οοϊ 
ε^ομολογονμεϋ-α  δια  τον  άρχιερέως  καϊ  προΟτάτον  τόϊν  ψύχουν 
ημών  Ίηϋοΰ  Χριοτοϋ,   δι     ον   οοι  η   δόξα  καϊ   ?/   μεγαλωοννη 

15  καϊ  ννν  καϊ  εις  γενεαν  γενεών  καϊ  εις  τονς  αίέονας  τόίν 
αιώνων,     άμην. 

LXII.  Περϊ  μεν  των  ανηκόντων  τη  ϋ•ρηθκεία  ημών  καϊ  τών 
ώφελιμωτάτων  τοις  ϋ-έλονϋιν  ένάρετον  βίον  ενΰεβώς  καϊ  δι- 
καίως διενϋ-ννειν ,    Ικανώς  επεΟτείλαμεν  νμίν,  άνδρες  αδελφοί. 

20  2.  περϊ  γαρ  πίοτεως  καϊ  μετανοίας  καϊ  γνηοίας  αγάπης  καϊ 
εγκράτειας  καϊ  ϋο^φροΟννης  καϊ  υπομονής  πάντα  τόπον  εψ7]- 
λαφηοαμεν.  νπομιμνηοκοντες  δείν  υμάς  εν  δικαιοούνη  καϊ  αλη- ■ 

1  αιτοις]  CS;  om.  L  |  2  ημάς]  L  übersetzt,  als  ob  αντονς  dastünde  j 
αντοις]  CS;  nobis  L  |  3  αντοις]  CS;  om.  L  |  4  οις]  CS;  quibus  .  .  nobis  L  | 
δος]  C;  das  L;  precamur  ut  des  S  |  κνριε]  CS;  om.  L  |  νγειαν]  νγιειαν  C  | 
ειρηνην  ofinvoiav]  CS;  et  pacem  et  concordiam  L  |  8  κνριε  διενθννον]  CS; 
ordine  dirige  L  |  9  κατά  το  καλόν]  CS;  juxta  te  bonum  L  (doch  ist  das 
te  wohl  nur  als  Dittographie  der  letzten  Silbe  von  juxta  anzusehen)  j 
10  διεποντες]  CS;  et  gentes  L  (agentes?)  |  11  ίλεω  σον  τνγχανωσιν]  C; 
tranquille  compotes  fiant  auxilii  quod  (est)  a  te  S  (paraphr.);  L  hat  ofienb. 
denselben  Text  wie  C  vor  sich  gehabt,  nur  übersetzt  er  falsch,  nämlich 
ίλί-ω  οον  als  -  absol.  Genitiv,  την  .  .  .  εξονοιαν  als  Object  zu  τνγχανωοιν 
οον]  CS;  add.  illis  L  |  12  rciiTc]  CS;  praem.  et  L  |  14  και]  CS;  om.  L  | 
15  και  εις  γενεαν  ...  bis  αιοη•ων]  CS;  in  secula  seculorum  L  |  γενεαν]  C; 
γενεάς  S  |  17  μεν]  CS;  ergo  {ovv)  L  |  και]  LS;  om.  C  |  18  ωψε7.ιμωτατων]  CS; 
utilia  L  |  τοις  θ-ελονσιν  εναρετον  ßiov  ενοεβως  και  δικαίως  διενθννειν]  L  u. 
oftenb.  S,  der  vielleicht  las:  των  ωφελιμοηατων  δη  εν  ανττ,]  (sc.  r?/  θρησκεία) 
τοις  Ο-ελονοιν  .  .  . ;  εις  εναρετον  βιον  τοις  S-ελονσιν  ενοεβως  κτλ.  C  |  εναρετον] 
CS;  τελειαν  L  (?  perpetuam)  |  20  και  γνήσιας  .  .  .  εγκράτειας]  CS;  om.  L  | 
21  εγκράτειας]  C;  S  viellleicht  νπερ  εγκράτειας  \  τόπον]  CL;  add.  scrip- 
turae  S. 


Test.    c.  LXIi  bis  LXIIIi.  147 

θ^εία  και  μακροϋ^νμ'ια  τω  παντοκράτορί  {^εφ  οοίως  ευαρίοτεΐν, 
ομονοονντας  αμνηΟικάκως  εν  άγάπΐ]  καΐ  εΙρην7]  μετά  εκτενούς 
εττιεικείας,  καΰ-ώς  και  οί  πρηδεόηλωμένοι  πατέρες  ημών  ενηρε- 
οτηοαν  ταπεινοφρονονντες  τα  προς  τον  πατέρα  καΐ  κτίοτην 
d^eov  καΐ  πάντας  άνΰ-ρώπονς.  3.  καϊ  ταντα  τοϋοντο)  ήδιον  5 
νπεμνήΰαμεν,  επειδή  οαφώς  ηδειμεν  γράφειν  ημάς  άνδράοιν 
πιοτοΐς  καϊ  έλλογίμοις  και  ενκεκνφόοιν  εις  τα  λόγια  της  παι- 
δείας τον  ϋ-εον. 

LXIII.    Θεμιτον    ούν   εΰτίν  τοις    τοιοντοις  και    τοοοντοις 
νποδείγμαΟιν  προοελϋ-όντας   υποθ-εΐναι   τον  τράχηλον  καϊ  τον  ίο 
της  υπακοής  τόπον  άναπληρώϋαι,  όπως  ηονχάοαντες  της  μα- 
ταίας   Οτάοεως    έπϊ   τον  προκείμενον  ημΐν  εν  άληϋ-εία  ΰκοπόν 
δίχα    παντός   μώμον   καταντη003μεν.     '2.  χαραν  γαρ  καϊ  άγαλ- 
λίαΟιν    ήμΐν  παρέξετε,  εαν  υπήκοοι  γενόμενοι   τοις  υφ"  ήμ€~)ν 
γεγραμμένοις    δια    τον    αγίου  πνεύματος  έκκόψητε  την  άθ-έμι-  ΐ5 
τον  τοΰ    ζήλους   υμών  όργήν  κατά   την  εντευξιν  ην  έποιηοά- 
μεϋ^α  περϊ  ειρήνης  καϊ  ομονοίας  εν  τηδε  τη  έπιϋτολη.    3.  επέμ- 
ψαμεν    δε    άνδρας     πιΰτους    καϊ    οώφρονας,     από    νεότητος 
άναΟτραφέντας    εως    γήρους    άμέμπτως    εν    ημΐν,    οϊτινες    καϊ 
μάρτυρες  εΟονται  μεταξύ  υμών  καϊ  ημών.    4.  τοΰτο  δε  έποιή-  20 
οαμεν  ΐνα  ειδήτε  οτι  παβα  ήμΐν  φροντϊς  καϊ  γέγονεν  καϊ  εΰτιν 
εις  το  εν  τάχει  υμάς  είρηνενύαι. 

1  εναρεατειν]  LS;  ενχαριοτειν  C  |  2  αμνησικακως]  CS;  om.  L  |  3  και] 
CL;  om.  και  S  |  4  τ«  προς]  CS;  τΐρος  L  |  κτιστην  θ•£ον]  creatorem  Deum 
L;  universi  creatorem  deum  S  [παγκτιοτην  θ-εον?);  Q-εον  και  κτιατην  C 
δ  παντας]  CL;  praem.  προς  S  (dem  Lightf.  folgt)  |  ηδιον]  C;  libenter  L 
(wie  c.  2i);  j^  δι  ων  (sint  per  ea  quae)  S  i  Q  επειόη  οαφως  }//όειμεν  γραφειν] 
CL;  S  wieder  mit  sinnloser  Abteilung:  επειδή  ααφο)ς  j/'  δει  (oder  εδει\ 
μεν  γαρ  γραφειν  (γαρ  vor  γραφειν  leicht  möglich)  |  ημάς]  CS;  vobis  L 
7  ελλογιμοις]  S  (doctis);  ε?.?.ογιμωτατοις  C;  δοκιμοις  L  (probatis)  |  ενκεκν- 
φόοιν εις  τα  ).ογια]  C  (doch  εγκεκ.]  S;  oboedientibus  eloquiis  L  10  προο- 
ελΟ•οντας]  CS;  add.  L  vos  νποΟ-ειναι  τον  τραχη?.ον]  CL;  inclinemus  Collum 
nostrum  et  subjiciamus  nos  S  11  αναπληρωοαι]  CL;  implentes  inclinemur 
illis  qui  sunt  duces  animarum  nostrarum  S  (ihm  folgend  Lightf. :  αναπλί)- 
ρο)θαντας  προοκλιΟ-ηναι  τοις  νπαρχονσιν  αρχηγοις  των  ipv/ojv  ημυ)ν) 
ηανχαοαντες]  CL;  quiescentes  et  tranquilli  S  |  13  μο)μον]  CL;  add.  et 
scandalo  S  |  αγαλλιαοιν]  CL;  add.  magnam  S  |  15  γεγραμμενοις]  CL;  add. 
vobis  S  1  την  αθ-εμιτον  τον]  CS;  L  übersetzt,  als  ob  την  τον  αΟ-εμιτον  \ 
16  εντενξιν]  CL;  supplicationem  et  exhortationem  S  |  18  δε]  CL;  add.  και 
S  I  19  και]  LS;  om.  C  |  20  μεταξν  νμων  και  ημών]  CS;  inter  nos  L  ]  21  (ρρον- 
τις]  CS;  add.  semper  L  |  22  εν  ταχει]  CS;  quam  celerius  L. 

10* 


148  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

LXIV.  Λοιπόν  6  πν.ντίπόπτης  ϋ-εος  καΙ  όίοπυτης  των 
πνευμάτων  χαΐ  κνρως  πάαης  οαρκός,  ο  έκλεξάμενος  τον  χύ- 
QLOV  Ίηοονν  Χριοτον  καϊ  ημάς  Ol  αντον  εις  λαον  περωνΟίον, 
όψη    πάθη    ψνχη    επικεκλημένη    το    μεγαλοπρεπές   καϊ    αγιον 

5  όνομα  αυτόν  πίοτιν,  φόβον,  είρήνην,  ύπομονην  καϊ  μακροϋν- 
μίαν,  εγκράτειαν,  άγνείαν,  ϋωφροούνην,  εις  ευαρεατηοιν  τω 
ονόματι  αυτοϋ  δια  τον  άρχιερέως  καϊ  προϋτάτον  ημών  Ίηοον 
ΧριΟτον,  δι  ου  αντω  δόξα,  μεγαλωϋννη,  κράτος  καϊ  τιμή,  καϊ 
ννν  καϊ  εις  τους  αιώνας  τών  αιο^νων.     άμην. 

10  LXV.  Ύονς  δε  άπεοταλμενονς  αφ'  ημών  Κλαύδιο  ν  "Εφηβο  ν 

καϊ  Ούαλέριον  Β'ιτο^να  ούν  καϊ  Φορτοννάτω  εν  ειρήνη  μετά 
χαράς  εν  τάχει  αναπέμψατε  προς  ημάς,  όπως  ϋ^αττον  την 
εύκταίαν  καϊ  επιποί^ητην  ημίν  είρηνην  καϊ  ομόνοιαν  άπαγ- 
γέλλωοιν,  εις  το  τάχιον  καϊ  ημάς  χαρΤ/ναι  περϊ  της  ενοταϋ^είας 

15  υμών. 

2.   ^Η  γάρις   τον   κνρ'ιον  ημώ>ν  'ΐηοον  ΧριΟτον  μεϋ'  υμών 

καϊ  μετά  πάντων  πανταχή  τών  κεκλημένων  νπο  τον  ϋ-εον  δι 

αντον'  δι  ον  αντω  δόξα,  τιμή,  κράτος  καϊ  μεγαλωϋννη,  ϋ-ρόνος 

αιώνιος,  άπο  τών  αιώνων  εΙς  τους  αιώνας  τών  αΙών€ον.  άμην. 

Κλημεντος  προς  Κοριν&ίονς  έπιΟτολη  ά. 

1    Αοιηον]    Α    (.  .  ιπον;    hier   setzt    Α    wieder   ein)   GL;    add.  δε  S 
3  ημάς]  ημείς  C  |  περωνσιυν]  aeternalem  L    {αιώνων)  |   4  μεγαλοπρεπές 
και    αγιον}    sanctum   et  decens  in  magnitudine  et  gloriosum  S  |  5  φοβον, 
ειρηνην,  νπομονην]  et  timorem  et  concordiam  et  amorem  et  patientiam  S 
και  μακροΘ^'μιαν]  om.  και  Α  ]  6  εγκρατειαν,  αγνειαν]    και  εγκρατειαν  και 
αγνειαν  S  |  οωφροσνν7]ν]  CL;  praem.  και  AS  |   7  ονόματι]  add.  sancto  S 
αρχιερεως]    add.  magni  S   |   8  δόξα]    praem.  πάσα  S   |   μεγαλίοσινη .  .  .  bis 
και  VW  και]  om.  S  ]  μεγαλοαννη]  CL;  praem.  και  Α  |  και  τιμή]  CL;  om. 
και  K\^  εις]  LS;    add.  παντας  AC  |  11  και  Οναλεριον]  «oCuir^Ar^O  S 
(Valerium  om.  και,  oder  etAlerium;  doch  istderFehler  einem  syrischen  Ab- 
schreiber,   der  ein  Ο  am  Anfang   vergass,    anzurechnen  |  Βιτίονα]   om.  S 
σιτκαι] ACL(unacum);  avvS\ Φορτοννατιο]  AL;  ΦονρτοννατωΟ-,ΈγηΙνιηΆΐο  S 
εν  ειρήνη  μετά  χαράς]  cum  pace  et  gaudioL  (wohl  nur  Übersetzungsvariante) 
12   αναπεμ-φατε]    ανεπεμψατε    Α    |    13  επιπο&ητην]    Α;    επιπυϋ•ητυν  C 
ειρηνην  και  ομόνοιαν]  ομόνοιαν  και  ειρηνην  S  |   απαγγελλωοιν]  Α;    απαγ- 
γειλυ)θιν  C  |  17  δι  αντον]  CL;  και  δι  αντον  AS  |  18  δι  ον]  cum  quo  L  |  τιμή 
...  bis  απο  των  αιώνων]  om.  S  |  τιμή  κράτος]  AC ;  et  honor  et  virtus  L 
19  αιώνων]  AC;  add.  et  nunc  et  L  |  εις]  AS;  και  εις  CL  (L  wegen  et  nunc) 
Unterschrift:  Κλημεντος  προς  Κορινΰ-ιονς  επιστολή  α'Α;  C  ohne  Unterschrift; 
epistola  Clementis    ad  Corinthios    explicit  L;    Finita  est   epistula  prima 
Clementis  quae  fuit  scripta  ab  eo  ad  Corinthios  e  Roma  S. 


Anhänge  zum  textkritisclien  Apparate. 


149 


Anhänge  zum  textkritischen  Apparate. 

1.   Verzeichnis   der  im  Apparate   nicht   angeführten 
Schreibfehler   des  Codex  A.') 


^4  G  αιφνηδιονς 

7  βραδειον 
ί)5  5  εποΐΒίται 

7  καθ-ικονΟαν 

18  λαπαρα 
■96  2  ελαιους 

3  stleixQcvecc 

ακερεοι 
G  αιτοιμοι 

8  επετελειταί 

19  πιοτι 
ί)7  7  επιόε 

13  παίδων  ■ 

14  παιδιω 

23  ηυληοΰ-ηϋαν 
■98  3  υποδιγματων 

5  γεννεα 

11  βραβίον 

13  πίΟταω^ς 
99  2  δίθ)χϋ•ίθαι 

7  οοταιων 

8  £ρ£ίς 

U  ενκλαιη 
1(10  4  λίτονργοι 
8  προοτη&εις 

13  λονθαοϋ-ai 

14  γενεοϋ-at 
αφελεοϋ-αι 

ΐδ  πανοαοϋ-αι 


100  16  ρνϋαΰϋ-αί 
20  φαγεϋΟ-αι 

ϋ-εληται 

101  1  ελαιους 

2  οικτειρμονς 
4  λίτουργ7}οαν- 
τας 

7  λιτονργιας 

12  ου/ζ^ί^^«? 

15  επαγγελειας 

102  8  οραιων 

10  κρί&-ηθης{?) 

ϋ-ιου 
17  Οημιωοιν 

104  8  αλαζονιαν 
14  επιείκιαν 
IG  κρίνεται 

17  χρηοτευεοϋ-αι 

105  4  αλαζονια 

8  οταϋις 

13  idOi» 

14  αιπερομενον 

106  ΐδ  αλαζονιας 

18  ανηγγιλαμεν 

107  3  εκλιπόν 
8  παίδια 

14  κριθείς 
20  εχρεται 

108  2  εκεινηϋαν 


\  108  14  αληϋ-εινος 
1  109  7  f^ctifi 
Ι  8  ελαιος 

\  9  οικτειρμων 

10  πλιον 

110  13  πραξαιων 

111  9  δημιουργειαν 
17  λειτονργειαν 

112  5  οικτειρμοις 
14  λιποτακτειν 

16  αλαζονια 

19  ναιονς 

20  παιδιαν 

113  2  αγνιας 
8  ίοχυί 

11  ενϋ-νμτ/ϋαιων 

114  2  ϋ-λιψαιων 

4  ελαιος 

5  οικτειρμων 
U  πεπιρον 

17  εξ,εφνης 

115  1  επιδικνυται 
14  ορναιον 

116  13  ορί^βίου 
14  δικνυοιν 

μεγάλων 
επαγγελ,ειας 

117  12  ποιηοειν 
119  2  μοιχιαν 


1)  Hier   und    im    folgenden  Anhange    beziehen   sich  die  Zahlen    auf 
Seiten  und  Zeilen  des  Textes  dieser  Ausgabe. 


150 


Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 


119  u  επιειχια 

127  11  επεοει^ 

135  12  οφιλει 

120  4  ιλίκριΐ'[ως] 

21  εξερετοί 

136  13  εξηγηθείς 

5  όωραιων 

128  2  οφιλομεν 

138  13  i^ßior 

6  λυτονργ[ουν]- 

4  λειτονργειας 

15  επικαλεοε 

τες 

13  επικινται 

18  επιοταοϋ-αι 

121  2  εκτενία[ς] 

IG  παραικβαινων 

139  17  βονληοθ-αι 

10  ενεκλιϋεν 

17  λιτονργιας 

20  κλαιος 

16  ανξανεοϋ^αΐ- 

129  1  πλημμελιας 

140  10  /ου^είο 

πληϋ^ννεο&αι 

4  λιτουργο^ν 

14  ονγχλιομοο 

122  8  προτρέπετε 

130  8  εθ7]μιωοατο 

15  ϋ-ηλιας 

13  λίτονργονϋίν 

17  κλιϋας 

141  2  επιεικια 

15  λιτονργουν 

25  όοκειται 

5  οικτειρμωρ 

123  8  όωραιων 

131   6  ερείς 

μνια 

u  καταλιλιας 

16  λιτονργιας 

6  παιδιαν 

15  αλαζονια 

132  2  λιτουργειας 

οφιλει 

20  παίδιαν 

3  φιλονικοι 

7  νονϋετηοεις 

124  12  αο&ενιας 

εοται 

142  5  ^τ[«£](ίίας 

126 11  ενόίκννοθ-ο) 

7  [ε]υρ?^οετβ£ 

20  επικαλεϋηοϋ-αε 

15  εγκρατιαν 

11  ενκλαιως 

148  6  αγνιαν 

127  1  οφιλομεν 

133  8  κολλαοϋ-αι 

14  ταχειο 

ενχαριοτι 

134  12  εμιωϋαν 

■  ενοταϋιας 

Π.  Verzeicl 

Ulis  der  Lücken  im 

Codex  Α.') 

94  1  Γ^7  Ικκ;ΐ//]σία 

94  8  Λ:ε^Γθί^[οί>•]αί 

98  7  6ιρθαλμώ[ν  η- 

[^Ρω//^/^] 

[^Γα]ρ'  υ/^ίi' 

μών] 

2  ^Γα[ροίκοΰ]ο^; 

9  [τ]•/] ς  τε 

8  άΛ:οοτόλου[ς 

?}7ί[ασ/ί£ν]οίς 

95  14  ■υΛοτάσ[ο]ο^'τες 

/Ζετροί^] 

3  [κυρ/ου  ήμ]ών 

;ία/ν/9ά[ί^]οζ^τες 

ουχ  [ε^ίζ  ου](ϊέ 

[χάρις  ν]μ1ν 

15  αρ[κ]ου,αεϊ^θί 

9  i;jr[/;i'£7xei']  :τό- 

4  Λ:αζ^τα[κράτο]- 

98  5  φ{^όνο[ν  οι  μέ• 

ϊΌνς 

ρος  ^ 

γι]θτοι 

(ααρτυ[ρ/)οο:ς] 

6  [Ζίίά  τάς] 

6  οτΰλ[θί  Μίω]- 

10  ο9)είλ[ο,«εζ^θϊ^] 

[/fi^OiwJeVctg 

χί^ηοαν 

11  ζ'^λοΙι^καίερίζ^] 

7  [Jrέρί]JΓτωö£ίς 

7  ϋ-ανάτο{ν  ηϋ^λ- 

[υ^Γε(ί6ί]^ε^' 

[yo/zJ/Co^ii^ 

7]θαν] 

12  [φυ/α](5'ευο'είς 

1)  Vgl.  auch  Lightfoots  Zusammenstellung:  S.Clement  II  S.  2G3— 267. 


Anhänge  zum  textkritischen  Apparate. 


151 


9S  12  '/[Bv6\^svoq 
13  l[v  τ?]]  όΰοει 

99  i  7ΐατηντ)][θαν\ 

6  τοντ[ο\ 

7  οοτέων  μ[ου\ 

11  νπομνηοχον- 

12  οκ«//,αα[τί] 
επΊχΕΐ[ταί\ 

13  κίνας  [y.aX\ 
ε?.ϋ^ω[μεν] 

U  τ[^ς  :π•«()α(ίό]- 

ο£ως 
ΐδ  [καΐ  ΪΟ€θ]μεν 
[και  τι  ^Γρο]σ- 
δ  έκτον         \ 
ΐϋ  ΐΐθΐ[Ί)οαντ]ος 
[άτενίθ]€ομεν 

17  [καΐ  γν]ώμεν 
τω    d-εω   [καΐ  Ι 

7τατρ]1 

18  [öiöTjiy^mi'        \ 
κό[ομ]€ρ 

19  [όιέλϋ•]ωμεν 
[και]  καταμά- 

&ωμεν 

20  /f^f«    [ii«]t 

εόω[κ]εν 

100  17  [(ί]ίελεχΟ-ί5//ε2^ 
18  [αί]    αμαρτίαί 

νμών  [cog] 
103  7  [ττροςοεείοή?.]- 
ϋ^ον 

8  [/ί^ς  ημών] 
βα[θΐλενς  ον]• 

τως 

9  [jMez^    οί    αν]- 

όρες 
10  [«;.;.«  ευϋ•έ]ο}ς 


103  10  .τορίυοι^[ταί 

τ^]  ϋόψ] 

11  εϊ'[αλΡ.ά|] 
7[ίΐ^09]οκουοα 

12  [κνριοςοϋ-εος] 
ν  μι  ν  [την  πο]- 

λιν 

13  [τρό]μος 
κα[τοι]κονθιν 

14  7fV[//Tai] 

104  10  ίογνϊ  αντο[ν] 
12  οίκαΐοΰνν[7]ν] 
U  οιόάοκω[ν] 

[ον]τεος 

15  ελε7]{^[ή]τε 
ώ[ς]  ποιείτε 

16  ποιηϋ•ι)ϋεταιν- 

μ[ΐν] 
δο&7]θεταί  [ν- 
μϊν] 

17  κριϋ^ήοε[ΰϋ^ε 

ως  χ]ρί^οτεΰ- 

χ()?/[οτευθ^?;]- 
οεται 

με[τρεΐτε] 

18  [ταυτ?/  τ]?7 

19  παραγγέλ[μα- 

οιν\ 
εαν[τους  ει\ς 

20  [οντα]ς 
αν[τον  τ]απεί- 

νοφρονοΰν- 
τες 

105  1  [φηοΙ]ν 

[έπι]βλέψω 

2  [7)ο]ύχιον 

3  [dijxcaot' 

106  2  Γκ1«ί  ^τά/ΙίΡ 


106   3  γλο)60)]  αν- 

[τ]ών 
3  [α]υτο3ί^ 

108  ΐδ  κατηγ[ορεϊ  λέ- 

γων] 

16  ρνπ[ονονο'αν] 

17  Cöi/}  αυτο[ΰ] 
[τω  οίκω] 

18  [^;Jr;/ρε]σί«ς 

19  [αικι]ομάτων 
κακε[ϊνος] 

109  1  εμ[εγα]λορ7ΐμό- 

ν7]οεν 
ε[κ  της]  βάτου 

2  οιδο[μέ]νον 
πέμπ[εις] 

3  (^^[aJdv/Jlroo- 

οος 

21  εξάλειψ[ον] 
εμο[ί] 

22  άΛ:ο[ρί]φ//ς 

23  [κα\τοπνεν]μα 
άντανέ[λι,]ςάπ' 

ε]μοΰ 

110  1  άγαλ[?ύαθιν 

τ]ον 

2  ['/)7ε,ί/ο]ί^ίκω 
διδά[ξο}    άνο]- 

μονς 

3  α[οε/3εί]ς 
[ρϋοαι] 

4  [οωτ]//ρίΌ:ς 

5  [άι^]θί$ε£ς 
«^^«/[/Ιελέί 

6  /)[ο•]ε'/!.?;ο«ς 

23  εμχοδί[ζ]οντα 


152 


Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 


111 

1  άοτέ[ρ]ων 

115  13  [1όω]μεν 

121 

8  αν[τΐί  ξ]ώα 

[α]ντον 

[γίν]ομεν()ν 

[διατ]αξει 

2  [π]αρεκβάοεως 

14  [το]ποις 

9  ΰ•ά?Μθ[ϋανκ]αΙ 

[το]νς 

116 

14  [;.]67« 

προδημι[ονρ- 

113 

20  jtQ[o6o3jrov  δε] 

15  aoL  [κ]α\ 

γη]οαζ 

[τοΰ  έξολε]- 

16  εξ7][γ]έρϋ•ην 

10  [(ίυ]ϊ^α,αεί 

ϋ^ρενοαι 

ει  [κα]1 

[κα]1 

114 

1  μνημ[6οννον\ 

17  [r?}]!^ 

11  [ai'ö^^ojjrjoi' 

ö[iy.caoz\ 

119 

20  πεποί\^ηο[εως 

122 

12    Μλ^^έ^-Ο-' 

2  αυτ[οΰ  xccl  εκ] 

■γινώ\ΰκων 

125 

5  κ\αΙ  την  κατά]- 

α[ντον  ερν]ϋα- 

Ύΐδε^ωα  προοη- 

οχεοιν 

το 

γε]το 

Q  τ[ης  γης]^ 

3  μάϋΐτιγες] 

120 

1  ταπίΐνοφρ[ο- 

αν[τον'κα&ον] 

έλ[πίζον]τας 

θΰνΐ]ς] 

7  [ϋ-ώ  τους] 

4  κνκλωοε[ι] 

αύ[τον  δι 

νποπ6δίθ[ν 

5  κ[αί  ενερ]γετί- 

άδελ]φον 

των  πο]δών 

κός 

2  [Αάβαν] 

8^[χ^ρο/] 

6  ε[πΙ  Tovc] 

3  εδόϋ•[η  αντω] 

άντίτααο[6με- 

[τε] 

[Ίθραηλ!'Όέάν] 

vol] 

7  αντ[ον] 

4  εϋ.ικρίν[ώς] 

ϋ•ελημα[τί  αυ- 

προοερχομέ- 

5  [με]γαλεΐα 

τού] 

νοι[ς] 

δεδομέ[νο3ν] 

10  α.νό[ρεζ  «όέλ]- 

115 

3  ά:ιαρχη[ν] 

6  ίερ6ί[?] 

φοί 

νεκ[ρώι>] 

λείτουρ7[οί;ζ^]- 

11  εκτενεία[ς     εν 

Α  καίΐρον] 

τες 

τοις] 

ό  7)μέρ[α  καΐ] 

17  ^Γίοτ[ε]θ9ς 

[αντον] 

δ7]λονο[ιν] 

21  ά7α9-ο.-τθί'ί''[«ς] 

12  θτρα[τενο]με- 

η[μέρα]  η 

121 

1  δεθπότ[?]α] 

νονς 

6  επέρίγβτία  λά- 

2  εκτενεία[ς] 

ηψών] 

βω]μεν 

άγαΜον] 

13  εϊ;εί;ίτιί>>^  oder 

7  [πώς  καΙ] 

3  δ[εοπό]τ7]ς 

-ικώς] 

8  [εξηλϋ^εν     6 

ερίγοις] 

επίτελο[υ]θίν 

ο[πείρ€ον 

4  αυτ[οί;]  κρατεί 

14  ^Γβ^τε[ς] 

\εκαθτο]ν 

5  6οτ/)(>ίοε[ΐ'] 

126 

4  ολο[ι^] 

9  πε[θ6ντα] 

ου[ΐ^έ'σ£ί($ίεκό]- 

5    θλ[θν] 

οί[αλνεται] 

ομηοεν 

6  νποταϋοέ- 

if)  μεγο.[λείότ]ΐ]ς 

6  [Λεχω]()ίσεΐ' 

o^\co] 

11  άνίϋ]τ7]θίν 

7  [ετΓί.  tJ oi^ 

καϋ•ώ[ς] 

πλεί[ονα] 

βον[λημα]τος 

12  ,Μαρτνρ£/τ[ο^] 

Änbänge  zum  textkritischen  Apparate. 


153 


1 2ß  13  ΐ(\αρ]τνρ8ΐθϋαί j 
οαρκι[...]κάίμη 

14  γινώο[χων  οτι 

ίτ]ερος  \ 

15  [αυτώ] 
άΐ'αλογι[ΰοί- 

μ]ΐ:ϋ^α 
ΐΰ  [νλης] 

τί[ι>ες     εί]θηλ- 
&αμεν  \ 

17  [εκ  jtoi]ov 
[6  jr?M]oac 

18  [είθί]]γαγεν 
[προ]ετοίμάθας 

19  [αυτ]οϋ 
[ταν]τα 

127  1  [ό\φείλομεν       ; 

[αν]τω  \ 

3  [ά]φρονες  \ 

128  3  έ[κελ]ενθεν 
13ο  :ίΐ   [καΙ  επήόείξα-, 

το 

22  [τ«α    6φρα]γΐ- 

όας 
τη[ν  Οκηνην] 

23  προε\ΐλεν  τας\ 

24  (>[«ii?(^oc] 

2δ  jr()[o7/d£i] 

131  1  [έοίσο-αί] 

άχ[αταοτα]οία 

2  ot'ra>[c    £:7τοί]- 

τ[ό  6νο]μα 

3  |(ίΟΐΌΙ'[.  .] 

132  1  πολιτενομί- 

ν[ονς\ 

3   r/ji^oi^fixfoi] 

περί  \τώνλ 


132  4  εί^|^κ£κΰφα]τε 
5  [τας  τοϋ] 

G  [οτί  ον\δεν 
παραπε[ποιη\- 
μένον 

7  [ουχ  ε]νρη6ετε 
άποβε[βλημ]έ-  Ι 

8  [εόι]α)χΘ•7]6αν    \ 
άνό[μω]ν  \ 

9  [άν\οΰΊων 
πα[ρα\νομων 

10  [t'jjro  των 
[ά]νείληφότων 

11  [£]υκ-^ε(5ς 
[r/]  γιχρ 

12  [ε\βληϋ•η 

13  [t/J  ^Αναν'ιας 

133  2  LJiCiji'^iif'Tra 

3  (5"os[a  £i]c 

4  νπο[μ]ένοντες 
11  [κ]ο1λη&ώμεν 

136  14  £υ(>έ[ι9"^^αί] 
[ο  ί^εός  (ίεω- 

15  άπ[ο  τοϋ  ελέ]- 

ους 

16  [ενρεθώμεν] 
άνϋ-ρω[πίνης] 

17  jräöa[i     aJto 

Άόίφ] 
παρη[λϋΌν] 

18  τε2εί090•εν[τες] 
εχο[νθίν] 

19  φανερ[ω&-ή- 
Οον\ται 

βαοιλ[εΙας] 


137  1  [Χρ<σΓ]οϋ 

εΖσε7[.9ετε] 

2  οθ[ον]  εως 
ηυ\μ6ς] 

3  ?/,αερ[ας] 
[εκ]  των 

4  [^Γροο]τ«/,(/ατα 
ε[ι^  ο]μονοί€ί 

5  «φε»9•^[ί.'αί] 

επεκα[?.ν]φ{)•η- 
οαν 

7  «|"ΐ^•//()] 

8  άμαρτία[ν] 

αντ[ον] 

9  ε[7ε]ί^ετο 

10  ημ[ών] 

11  «[i'cöJl^COi' 

12  [οΰ]ϊ^  παρε[πέ- 

οα]μεν 

13  [το]ΰ  «λΤίκίεί- 

μέ]νου 
[άφεϋ-ϊ/ναι    ψ 
^μΐν] 

14  ο'ΐτί[ν]ες 
άρχηγ[οΙ] 
έγεν[7]]ϋ-ηοαν 

19  τώ[ί^] 

138  2  [κρί]μα 

κατέβ[η\θαν 

3  CtÖii^JTfC 

ϋά[νατος  ποι- 
μανεΐ  α]ν- 
τονς 

4  Οτρα[τία     αν- 

τ]ον 
ήγονμε[νοι  Αί- 
γ]νπτον 

5  [άναβάΐται 


154 


Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 


13S  5  [α1τία]ν 

139  3  [τό  τά;ίος] 

!  142  4  τ[6  έλε])/&ηναΰ 

6  [iQvi^Q]av 

[ο  λαός  ο]ον 

5  π[αι]δείας 

7  [το    οκ'λ]ηρνν- 

4  [^4ί7υ^Γτο]υ 

Ι          6  [της]  ^ 

ϋ^ηναι 

[τ^ς  οδον] 

7  ■υ^Γοτά[7^/]τε 

άου[νέτου\ς 

5  [ε:;Γθ/7/οα]ι^ 

παι[δεν]&•ητε 

8  [τα  οημ]εΙα 

[και  εί^τε]ί^ 

ί          8  κά,Μν^β^['Γε?] 

[καϊ]  τα 

6  λελάλη[κα 

10  ανθ-άδ[εια]ν 

γ(/  ΑΙγν[πτου] 

^  προς] 

[εν]  τω 

[τοϋ  ο•]ερ«- 

[εώρακα] 

13  προήοομα[ι  ν- 

ποντοα 

7  [εατιν     ο]κλη- 

μΐ]ν  ^ 

9  [Μ]ωνοέω[ς\ 

ροτράχΐ]λος 

14  [de  νμα]ς 

10  [ό]  όεοπότης 

[με     έξολ]ε- 

έπ[ειδη     εκά- 

11  [ου]^έϊ' 

ϋ-ρενοαί 

λονν] 

[ίξ]ομολογεί- 

εξα[λείψω   τ]ό 

νπηκονοα[τε 

οϋ^αι 

8  νποκά[τω{^εν] 

καϊ    εξέτει]- 

12  [ο  £]κ2 εκτός 

[οε  εΙς   ε]{)-νος 

νον 

εξ,ομολογηϋο- 

9  [καϊ  πολ]ν 

15  [προοείχετε] 

[μ]αι 

[καϊ  είπεν 

επο[ιεΙτε     τας 

14  :?τ[ά]2ί^' 

Μ]ωνοης 

εμάς]^ 

«^[z^ejöscog 

10  [αφες  την] 

16  έμ[οίς    έλεγ- 

18 ε3ΐίθταο[ϋ•ε 

141 22  [το    Οπερ  μα 

χοι?] 

τ% 

αον] 

τοιγα[ρονν  κα- 

19  [καΙ      iVxjfxü- 

24  [το  παμβο]τα- 

γώ] 

φατε 

νον 

17  άπω?.εί[α  έπί- 

[d-εον  προς 

ελεν()[Ίΐ    όε  εν 

γελάοο]μαι 

ά]νάμνηθίν 

τά]φο) 

[ηνίκα  αν] 

20  [/ράφοιί/ει^] 

142  1  ωριμο[ς    κατά 

18  6λεϋ•ρο[ς     καϊ 

άναβαί[νοντος 

καί]ρ6ν 

ως  αν  ά]φΙ- 

εΙ]ς 

ωθ[περ  ίί^ημω]- 

κ?,ται 

139  1  πθίηοαν[τος 

νιά 

ϋ•[6ρνβος  ι)  δε] 

τεοοερ]ακον- 

2  ον[νκομι\οϋ^εΐ- 

19  κ[αταίγίδι  πα]- 

τα 

οα 

^  QV 

καϊ    τεο[οερά- 

αγαπη[τοϊ  πό- 

νμ[ΐν ϋ-λίψίς] 

κοντ]α 

θος] 

20  γ[αρ  όταν  επι]- 

2  [κα\  ταπείν]ώ- 

3  τ[οΐς   παίδεν]- 

καλεύηο&ε 

αει 

ομένοίς 

[ονκ   είοα]κον- 

[6  ϋ-εος] 

δεοπ6[τον  πα- 

οομαί 

3  [ΆΙωϋΙοΤ/  Μωϋ- 

τήρ  γαρ] 

ζητ[ηοονθιν] 

οι,              ! 

4  παιδε[ΰεί] 

21  ενρη[οονοιν] 

142  21  [τον  öh  φο\βον  143   ι 
22  7ΐροξίλα\ντο 

ονδΐ]  143; 

προθέχ[ί:ΐν 
βονλαΐς] 

143  1  εμον[ς  IXiy- 

χους]    .  148 


Anhänge  zum  testkritischen  Apparate 
148    : 


155 


τ //[ς  ίαντών\ 
χαι  της  ίαντών] 
-148  1  fehlt  ein 

Blatt: 
πληοΟ•ηοον[ταί 
....  λο]ίπον 
,  WmW 


■2  [πα\θης 

[το\ν  κύριοι' 
3  [εί]ς  λαον 

μεγαλο[π]ρ£- 

πες 

5    [jt]iOTlV 


III.  Verzeichnis  der  Änderungen,  die  am  Texte  der 
Morinschen  Ausgabe  des  Florinensis  vorzunehmen  sind. 

[Seiten-  und  Zeilenangabe  beziehen  sich  auf  die  genannte  Ausgabe.] 

S.  2,  Z.  6  fuit  st.  fuerit;  S.  2,  Z.  9  beatificavit  st.  beatifi- 
caverit;  S.  3,  Z.  3  add.  in  vor  innocenti;  S.  3,  Z.  5  et  st.  ut;  S.  8, 
Z.  9  Omnibus  (mit  dem  Codex)  st.  Dominus;  S.  8,  Z.  12  qui  st, 
quia;  S.  10,  Z.  15  ut  st.  et;  S.  13,  Z.  14  facietur  st.  f'aciet;  S.  14, 
Z.  5  add.  in  vor  inconstantia;  S.  14,  Z.  14  perient  st.  pereunt; 
S.  15,  Z.  1  qui  cum  pietate  st.  qui  cum  que;  S.  15,  Z.  12  salu- 
tare  st.  salutarem;  S.  17,  Z.  16  add.  sub  vor  jugo;  S.  22,  Z.  22 
prae  st.  pro;  S.  26,  Z.  4  fini  st.  finis;  S.  26,  Z.  5  add.  ut  vor 
impletum;  S.  27,  Z.  6  Morins  hereant  ist  schwerlich  richtig,  Co- 
dex: erant,  lies  erunt  und  ergänze  davor  ein  adstrictae  oder  dgl.; 
S.  27,  Z.  8  praecepit  st.  praecipit;  S.  27,  Z.  11  dicet  st.  dicit; 
S.  27,  Z.  13  praeteriet  st.  praeterient;  S.  27,  Z.  18  audiuntur  st. 
audiantur;  S.  28,  Z.  15  nos  sibi  st.  nobis;  S.  29,  Z.  14  et  st.  e; 
S.  31,  Z.  15  crescunt  st.  crescent;  S.  32,  Z.  4  bonis  st.  nostris; 
S.  39  S.  1  est  st.  sit;  S.  40,  Z.  10  de,  wenn  überhaupt  beizu- 
behalten, ist  mit  constituerunt  in  ein  Wort  zusammenzuziehen; 
S.  47,  Z.  16  defecimus  st.  deficimus;  S.  50,  Z.  3  adquiret  st.  ad- 
quirit;  S.  50,  Z.  9  monitionibus  oder  monitis  st.  monitionis; 
S.  51,  Z.  22  in  st.  a';  S.  52,  Z.  15  superbam  st.  superbiam; 
S.  52,  Z.  18  a  spt  ist  zu  streichen. 


Der   litterarische   Charakter   des   ersten 
Clemeusbriefes. 

Der  sogenannte  I.  Clemensbrief  giebt  sich  gleich  in  den  Ein- 
gangsworten als  ein  Brief  der  römischen  Gemeinde  an  die  korin- 
thische zu  erkennen.  In  der  korinthischen  Christenheit  sind 
Streitigkeiten  ausgebrochen,  die  den  lieblichen  Namen  der  Christen 
gewaltig  geschädigt  haben.  Die  Kunde  von  diesen  Zwistigkeiten 
ist  nach  Rom  gedrungen  und  hat  der  römischen  Gemeinde  An- 
lass  zu  ihrem  Schreiben  gegeben.  Dies  ist  der  feste  Punkt,  von 
dem  aus  das  Verständnis  des  Briefes  vorzuschreiten  hat.  Ehe 
wir  dem  Probleme  des  Briefes  näher  treten,  wollen  wir  zunächst 
die  Analyse  des  Schriftstückes  geben. 

Der  Brief  zerfällt  in  zwei  ungleich  grosse  Teile.  Im  ersten 
umfangreicheren  (cc.  1 — 38)  geht  der  Verfasser  von  dem  concreten 
Einzelfalle  aus,  der  ihm  die  Veranlassung  zum  Schreiben  gegeben 
hat,  bewegt  sich  aber  bald  in  ferner  liegenden  indirecten  Aus- 
führungen, die  in  allgemein  paränetischem  Tone  Briefsender  und 
Adressaten  gleichmässig  in  der  1.  Person  Pluralis  mahnen  (cf.  7i 
ταΰτα,  αγαπητοί,  ov  μόνον  υμάς  νονθ-ετοΰντες  έπίοτέλλομΕν, 
άλ?Μ  καΐ  ίαντονς  νπομιμνηοκοντες,  namentlich  von  c.  7 1  an 
wird  der  Ton  allgemein).  Nur  einigermassen  werden  die  zerfah- 
renen Ausführungen  durch  eine  hier  und  da  aufgesteckte  Bezie- 
hung auf  die  bestimmte  Veranlassung  zusammengehalten.  — 
Viel  concreter,  ad  hominem  gerichtet,  ist  der  2.  Teil  des  Briefes 
(cc.  39—65),  die  directe  2.  Person  Pluralis  wird  häufiger  ange- 
wandt, obgleich  auch  hier  des  \^erfassers  Eigenart  sich  in  den 
auf  breitester  Basis  angelegten  und  umständlichen  Beweisfüh- 
rungen ausspricht. 

Im  einzelnen  gestaltet  sich  der  Aufbau  des  Briefes  folgen- 
dermassen: 


Der  litterai-ische  Charakter  des  ersten  Clemensbriefes.  157 

Xach  Zuschrift  und  kurzer  einleitender  Bemerkung,  die  die 
A^eraulassung  des  Briefes  ausspricht  (1 1),  entwirft  der  Verfasser 
ein  Idealbild  von  dem  einst  herrlichen,  allgemein  gerühmten 
Gemeiudeleben  der  Korinther  (1 2 — 2  s),  das  leider  jetzt  durch 
einen  so  unerquicklichen  Umschlag  in  sein  Gegenteil  verkehrt 
worden  sei  (3).  c.  3^  wird  das  Stichwort  der  mm  folgenden 
Ausführung  gebraucht:  ζήλος.  Vor  neidischer  Eifersucht  warnen 
oc.  4 — 6  in  umfangreicher  Beispielsreihe,  deren  einzelne  Ausfüh- 
rungen der  alttestamentlichen  Heilsgeschichte,  dem  Leben  der 
Apostel,  der  christlichen  Zeitgeschichte  und  der  Profangeschichte 
(6  3  f. )  entnommen  sind.  —  Nach  kurzer  Umbiegung  der  mitzu- 
teilenden Warnungen  auch  auf  die  ermahnende  Gemeinde  (7 1) 
wird,  wieder  mit  Beispielen  und  alttestamentlichen  Anführungen, 
zur  Umkehr  und  Sinnesänderung  geraten  (7  2 — 8  5),  die  Gottes 
erhabener  und  herrlicher  Wille  von  uns  fordert.  Diesem  Willen 
gilt  es  gehorsam  zu  sein,  Enoch,  Noah  und  Abraham  wurden  in 
Gehorsam  gerecht  erfunden  (9i — 10  e).  Glauben,  Gastfreund- 
schaft und  Frömmigkeit  werden  von  Gott  hoch  belohnt,  wie 
Abrahams,  Lots  und  der  Hure  Kahab  Beispiele  zeigen  (10  7 — 128). 
13 1 — 10  7  mahnt  zu  Gott  gehorchender,  friedfertiger  Demut, 
Christus  und  die  Propheten,  Abraham  und  Hiob,  Moses  und 
David  sind  leuchtende  Vorbilder  von  Demut  (16—19),  ja  Gott 
selbst  ist  mild  und  langmütig  gegen  seine  Schöpfung,  die  in  Har- 
monie und  Frieden,  seinem  wohlthätigen  AVillen  gehorsam,  den 
Kreis  der  ihr  aufgetragenen  Thatigkeiten  abläuft  (19  2 — 20 12). 
Dem  wohlwollenden,  allezeit  nahen  Gotte  müssen  wir  uns  unter- 
werfen, ihm  ja  keinen  Anstoss  geben  (21 — 22).  —  cc.  23—27 
schildern  die  Wohlthaten,  die  Gott  den  Gläubigen  insbesondere 
(20  11  νχερεκπεριοοώς  όε  ημάς)  in  Aussicht  gestellt  hat  (Parusie 
und  vor  allem  Auferstehung),  und  an  denen  nicht  gezweifelt 
werden  darf.  Denn  das  Kommen  Christi  steht  fest  durch  das 
Verheissungswort  (23  5),  die  Auferstehung  durch  die  analogen 
Vorgänge  der  Natur  sowie  durch  die  alttestamentliche  Verheissung 
(24—26).  Nach  erneutem  (vgl.  21  3)  Hinweise  auf  die  Allgegen- 
wart Gottes  (28)  folgen  in  cc  29  u.  80  Mahnungen  zur  Liebe  zu 
Gott,  der  die  Christen  zu  seinem  auserw^ählten  Volke  gemacht 
hat,  und  die  Aufforderung,  die  Werke  der  Heiligung  zu  zeigen, 
nicht  bloss  prahlerische  und  leere  Worte  im  Munde  zu  führen.  — 

Die  nun  folgenden  Capitel  31—36  bilden  eine  leidliche  Ein- 


158  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

heit.  Sie  behandeln  das  Thema:  τίνες  cd  οδοϊ  της  ευλογίας.  Am 
Beispiele  der  Patriarchen  wird  gezeigt,  dass  Gerechtigkeit  und 
Wahrheit  durch  Glauben  zu  thun,  der  Weg  sei,  auf  dem  man 
zum  Heile  gelange.  Doch  mit  dieser  indifferenten  Formel  be- 
gnügt sich  der  Verfasser  nicht.  32  3 f.  wird  aus  dem  Beispiele 
der  Patriarchen  die  Behauptung  gezogen,  dass  sie  nicht  aus 
eigenem  Verdienste  sondern  nach  dem  AVillen  Gottes  durch  den 
Glauben  gerechtfertigt  seien.  Diese  paulinische  Formel  muss 
dann  aber  nach  30  3,  31  2  dahin  ergänzt  werden,  dass  die  Werke 
dennoch  mit  Eifer  zu  verrichten  seien,  wie  ja  auch  Gott  und  alle 
Gerechten  durch  Werke  hervorleuchten.  Darum  gilt  es  gehor- 
sames Thun  des  Willens  Gottes,  damit  wir  seiner  herrlichen 
Verheissungen  teilhaftig  werden  (cc.  33 — 35).  Mit  dieser  Aus- 
führung ist  die  Frage  31  1  gelöst  (vgl.  31 1  τίνες  ot  οόοΐ  της 
ευλογίας  und  36 1  αυτή  η  οδός  . .),  der  Weg  ist  aufgezeigt,  auf 
dem  das  Heil,  Jesus  Christus,  zu  finden  ist,  der  in  Worten  und 
Gedanken,  die  dem  Hebräerbriefe  entnommen  sind,  verherrlicht 
wird  (c.  36).  Die  beiden  letzten  Capitel  des  ersten  Teiles  (cc.  37 f.) 
knüpfen  an  den  letzten  Satz  von  c.  36  an:  Christi  Feind  ist,  wer 
sich  seinem  W^illen  entgegensetzt,  Gehorsam  ist  der  Schmuck  der 
Christengemeinde,  die  in  gegenseitiger  Unterordnung  (Beispiele: 
das  römische  Heer  und  die  Glieder  des  Leibes)  ihre  Gaben  und 
Kräfte  zu  verwenden  hat. 

So  betrachtet  zerfallt  der  ganze  erste  Teil  in  mehrere  breit 
angelegte  Ausführungen,  die  unter  einander  wenig  zusammen- 
hängen, cc.  1 — 3  lösen  sich  schriftstellerisch  leicht  aus  als  Ein- 
gang, cc.  4 — 6  warnen  vor  Eifersucht,  in  cc.  7 — 22  ist  das  immer 
wieder  durchschlagende  die  Mahnung  zum  Gehorsam  und  zur 
Demut,  cc.  23 — 30  schildern  die  Wohlthaten  Gottes,  wieder  mit 
paränetischem  Ausgange  in  Mahnungen  zur  Gottesfurcht  und 
Demut,  cc.  31 — 36  zeigen  den  Weg  zur  Gottgefälligkeit  und  zu 
Christus,  cc.  37 f.  preisen  wieder  Gehorsam  und  Unterordnung. 

Der  zweite  Teil,  in  der  Hauptsache  cc.  39 — 58,  erhält  dadurch 
straffere  Einheit,  dass  in  ihm  der  Hauptzweck  des  Briefes,  die 
Einheit  zu  Korinth  wiederherzustellen,  fester  im  Auge  behalten 
wird  und  alle  Ausführungen  sich  enger  mit  diesem  Thema  befassen. 

Die  sich  selbst  überhebende  Kraft  des  Erdgeborenen  ist 
nichts  vor  Gott.  Nur  Narren  blähen  sich  auf  im  Gefühle  ihrer 
eigenen  Stärke  und  Einsicht  (c.  39). 


Der  litterarische  Charakter  fies  ersten  Clemensbriefes.  159 

Die  Ordnung  des  Amtes  ist  aus  dem  Willen  Gottes,  der  ein 
Oott  der  Ordnung  ist,  hervorgegangen  (cc.  40  —44  3).  Denn  schon 
im  alten  Testament  hat  jeder  nur  an  seinem  Platze  und  in  seiner 
Ordnung  Gott  nahen  dürfen  (cc.  40  u.  41).  Das  Gemeindeamt  ist 
von  den  Aposteln,  die  doch  durch  den  Herrn  Christus  mit  Gott 
in  Zusammenhang  stehen,  eingerichtet,  ist  ausserdem  schon  im 
alten  Testament  ausdrücklich  geweissagt  (42),  auch  hat  Moses 
durch  ein  Λ¥under  dem  Volke  bewiesen,  dass  das  Priestertum 
göttlichen  Ursprunges  sei  (43).  Das  Amt  ist  von  den  Aposteln 
selbst  in  weiser  Vorsicht  eingesetzt  (44  1^ — -3). 

Edle  Männer  werden  nur  von  Bösewichtern  verdrängt,  wie 
die  Schrift  an  vielen  Beispielen  lehrt.  Aber  das  ist  offenbarer 
Frevel,  an  die  Heiligen  muss  man  sich  vielmehr  halten,  um  in 
ihrer  Gemeinschaft  geheiligt  zu  werden  (44  4 — 46  9). 

Schon  der  Apostel  hat  die  korinthische  Gemeinde  zur  Ein- 
heit gemahnt.  Hässlich  ist  es,  von  der  Spaltung  in  der  Gemeinde 
zu  hören  (47);  wir  wollen  sie  abthun  und  zu  Gott  zurückkehren 
(48),  die  einmütige,  demütige,  herrliche  Liebe  hilft  uns,  Gottes 
Vergebung  zu  erlangen  (49  u.  50). 

Waren  die  bisherigen  Ausführungen  an  die  VoUgeraeinde 
gerichtet,  so  gehen  cc.  51 — 56  mehr  auf  die  eigentlichen  Urheber 
des  Streites  (51 1  αρχηγοί  της  οτάθεο)ς).  Sie  sollen  reumütig 
Busse  thun,  denn  nur  Busse  verlangt  Gott  (51  u.  52);  Moses,  der 
Mann  Gottes,  hat  mit  seinem  sündigendem  Volke  den  Tod  leiden 
wollen  (53),  unter  euch,  ihr  Korinther,  werden  sich  doch  auch  Leute 
finden,  die  bereit  sind,  um  Beilegung  des  Zwistes  willen  auszu- 
wandern (54),  wo  doch  selbst  unter  den  Heiden  viele  sich  auf- 
geopfert haben,  ebenso  unter  uns  Christen;  sogar  Weiber,  wie 
Judith  und  Esther,  haben  mit  Gottes  Beistand  herrliche  Thaten 
für  die  Gesamtheit  ihres  Volkes  gethan  (55).  Betend  mahnen 
Avir,  die  Sünder  mögen  umkehren  (56).  c.  57  endlich  setzt  mit 
der  directen  Anrede  an  die  Urheber  des  Streites  ein:  μετανοεΐν 
und  νποτάϋθίϋ-αί\  wehe  dem,  der  Gott  ungehorsam  ist,  Heil  dem, 
der  sich  ihm  unterwirft  (57  u.  58). 

Wir  haben  als  Gottes  Vertreter  zu  euch  gesprochen,  tinden 
sich  dennoch  solche,  die  nicht  gehorchen,  so  werden  sie  schon 
ihren  Lohn  finden,  wir  können  nur  für  die  Erhaltung  der  Christen- 
zahl beten  (59 1  u.  2).  Dieser  Übergang  leitet  das  lange  Gebet 
ein,    dass    ziemlich    wirkungsvoll    den   Schluss    des    eigentlichen 


160  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

Briefes  bildet  (59  2—613);  Hinweis  auf  die  Erhabenheit  Gottes 
(593),  Bitte  um  allerlei  Gnadenerweisungen  (59  4),  erneuter  Preis' 
Gottes  (60 1),  Bitte  um  Sündenvergebung  (60  2)  und  um  Schutz 
vor  den  Bedrängern  (60  3),  Fürbitte  für  alle  Menschen,  insbesondere 
für  die  Herrscher.  (60  4  u.  61  1  f.)  und  feierliche  Exhomologese  (61 3) 
lösen  einander  ab. 

Die  nun  noch  folgenden  Capitel  (62  —  65)  bringen  keine  neuen 
Ausführungen  mehr.  c.  62  fasst  den  Inhalt  des  Schreibens  zu- 
sammen, c.  63  bittet  um  die  Freude,  die  Korinther  geeint  und 
Gott  gehorsam  zu  sehen  und  erwähnt  die  Sendung  vertrauens- 
würdiger Männer  zur  Schlichtung  des  Streites,  c,  64  bittet  Gott 
um  geistliche  Gaben  für  alle  Christen,  c.  65 1  nennt  die  Über- 
bringer des  Briefes,  die  ανόρες  πιοτοϊ  και  οώφρονίς  (63  3),  mit 
Namen,  c.  65  2  endet  mit  Gruss  und  Doxologie. 


Wie  schon  aus  dieser  Inhaltsangabe  hervorgeht,  hat  der 
Verfasser  des  Briefes  sich  seiner  Aufgabe  mit  grosser  UmständT 
lichkeit  erledigt.  Welch  eine  Fülle  von  Citateu,  von  Beispielen 
aus  allen  möglichen  Gebieten,  wie  häufige  AViederholuugen  von 
den  nämlichen  oder  verwandten  Gedankengängen!  In  dieser  Hin- 
sicht bildet  unser  Brief  das  genaue  Gegenteil  zum  kanonischen 
I  Korintherbriefe,  der,  an  Umfang  viel  geringer,  eine  über- 
raschende Fülle  von  concreten  Einzelfragen  zur  Entscheidung 
bringt.  Schon  die  weitschweifige  Form  des  I  Clem.  steht  in 
starkem  Widerspruch  zu  seiner  concreten  Veranlassung.  Und 
dieser  Eindruck  wird  noch  verstärkt  durch  die  Beobachtung, 
dass  viele  seiner  Ausführungen  in  gar  keinen  strengen  Zusammen- 
hang zu  der  Veranlassung  des  Briefes  gebracht  sind.  Λ'οη  diesem 
letzteren  AViderspruche  ist  allerdings  nur  der  erste  Hauptteil 
des  Briefes  gedrückt,  weniger  der  zweite,  in  dem  höchstens  das 
umfangreiche  Gebet  (cc.  59 — 61)  aus  dem  Rahmen  des  Ganzen 
herausfällt.  Das  Verhältnis  zwischen  der  concreten  λ  eranlassung 
und  der  weitschweifigen  Form  ist  eines  von  den  Hauptproblemen 
des  Briefes.  Wir  wollen  diesem  Probleme  im  folgenden  näher 
treten  und,  soweit  es  möglich  ist,  seine  Lösung  versuchen. 

Hierbei  ist  zunächst  die  Frage  von  Interesse,  auf  welchem 
Wege  denn  die  Römer  Kunde  von  den  korinthischen  Übelständen 
erhielten.     Verschiedene  Möglichkeiten  kommen  in  Betracht: 


Der  litteraripche  Charakter  des  ersten  Clemensbriefes.  Ίβ[ 

1.  Die  Koriuther  können  sich  schriftlich,  wie  einst  an  Paulus 
(I  Kor.  7  i),  an  die  Gemeinde  der  Welthauptstadt  gewandt  haben, 
um  sich  von  dort  eine  Entscheidung  zu  holen  (Lipsius,  De  Cle- 
mentis  Rom.  ep.  ad  Cor.  priore  disquisitio  S.  6  unten,  vgl.  auch 
S.  109  oben).  Eine  scheinbare  Stütze  könnte  diese  Ansicht  in  1 1 
περί  των  επιζητονμένων  παρ^  νμΐν  πραγμάτων  finden.  Aber 
παρ  νμΐν  heisst  „bei  euch",  nicht  „von  euch"  und  (:πιζ7]τονμί:Γα 
bedeutet  nicht  „Anfragen",  „Anliegen",  sondern  „in  Frage  stehende 
Dinge",  „strittige  Angelegenheiten"  (matters  of  dispute,  Lightfoot 
z.  St.).  Nichts  im  ganzen  Briefe  deutet  auf  ein  solches  in  aller 
Form  erfolgtes  Ansuchen  der  Korinther  hin,  und  die  Annahme 
wird  ausserdem  noch  von  der  sachlichen  Schwierigkeit  gedrückt, 
dass  in  jener  Zeit  eine  starke  apostolische  Gemeinde  in  dieser 
Weise  eine  Schwestergeraeinde  zur  Richterin  über  ihre  internen 
Gemeindeangelegenheiten  gemacht  haben  sollte.  Merkwürdig 
bleibt  aber,  dass  man  in  Rom  selbst  die  Sache  bereits  im  2.  Jahrh. 
so  aufgefasst  zu  haben  scheint:  die  altlateinische  Übersetzung 
des  Briefes  giebt  die  fragliche  Stelle  mit  de  quibus  desideratis 
wieder. 

2.  Weiter  könnte  man  annehmen,  eine  Gesandtschaft  sei  von 
Korinth  aus  nach  Rom  geschickt  worden.  Aber  soll  diese  offi- 
ziell von  der  Vollgemeinde  aus  erfolgt  sein,  so  ist  dagegen  das 
eben  erwähnte  sachliche  Bedenken  geltend  zu  machen,  ausserdem 
berechtigt  keine  Andeutung  des  Briefes  zu  dieser  Annahme.  Soll 
die  Gesandtschaft  nur  von  der  vergewaltigten  Gemeindeleitung 
ausgegangen  sein,  so  fehlt  wiederum  im  Briefe  selbst  jeder  Anhalt. 
Man  hat  zwar  (so  auch  Lightfoot  z.  St.)  in  dem  Fortunatus  65  i  den 
Korinther  von  1  Kor.  16  η  wiedererkennen  wollen  und  behauptet, 
dass  er  durch  das  ovv  xal  (statt  des  einfachen  xal  vor  Ουαλίριον) 
ausdrücklich  neben  die  zweigliedrige  römische  Gesandtschaft  ge- 
stellt und  von  ihr  unterschieden  werde,  aber  diese  Annahme  ist 
nicht  haltbar.  Diese  Combinationen  zwischen  den  uns  spärlich 
erhaltenen  Namen  von  Leuten  der  1.  und  2.  Generation  haben  immer 
etwas  missliches.  Der  Name  Fortunatus  ist  keineswegs  selten 
und  gut  lateinisch,  neben  den  beiden  anderen  lateinischen  Namen 
Claudius  und  Valerius  hat  er  für  Rom  absolut  nichts  befremd- 
liches. Σνν  yML  ist  in  der  Aufzählung  bei  Anknüpfung  des 
dritten  Mannes  auch  sonst  zu  belegen,  vgl.  Apoll.  Arg.  1 74  ovv 
xal  τρίτος  ηεν  Όϊλενς  (vorher  werden   Eurytion   und  Eribotes 

Texte  u.  Untersuchungen.    N.  F.  V,  1.  11 


152  Knopf,  Der  erste  Cleraensbrief. 

erwäliut)  und  Theoer.  Id.  Ί  2  ovv  y.di  τρίτος  άμ\ν  \4μνντας  ι  vorher 
Ιγώ  d.  i.  Theokrit  selber  und  Eukritos;  vgl.  übrigens  den  Thesau- 
rus Graecae  linguae  s.  v.  ovv  Spalte  11 6S  des  7.  Bandes).  End- 
lich wird  deutlich  an  unserer  Stelle  vorausgesetzt,  dass  auch 
Fortunatus  binnen  kurzem  in  Frieden  und  Freude  von  den  Korin- 
thern werde  zurückgesandt  werden,  er  war  also  offenbar  ein 
römischer  Christ.  —  Es  lässt  sich  demnach  die  Hypothese,  das 
Einschreiten  der  Römer  sei  durch  irgend  eine  persönliche  Auf- 
forderung aus  der  korinthischen  Gemeinde  heraus  veranlasst 
worden,  aus  dem  Briefe  selbst  mit  nichts  belegen. 

3.  Vielmehr•  sprechen  die  spärlichen  Andeutungen  des  Briefes 
über  diesen  Gegenstand  alle  dafür,  dass  die  Kunde  von  den 
Streitigkeiten  auf  anderm  Wege  nach  Rom  gekommen  sei.  Die 
in  Betracht  kommenden  Stellen  sind:  1 1  .  .  .  ωοτε  το  Οεμνον 
και  περιβόητον  καΐ  πΰοιν  άνϋ-ρώποις  άξιαγάπητον  όνομα 
νμών  μεγά/χος  βλαφθ-ηναι  und  ΑΙ  ά  f.  αίΰχρά,  αγαπητοί,  καΙ λίαν 
αίϋχρά,  καΐ  ανάξια  της  εν  Χριοτώ  άγοΓ/ής.  ακονεοϋ-αι  την 
βεβαιοτάτην  και  άρχαίαν  Κορινϋ^ίων  έκκληοίαν  όί'  εν  'η  όνο 
πρόοωπα  οταοιάζειν  προς  τους  πρεοβντέρους.  καϊ  αύτη  η  άκοη 
ον  μόνον  εις  ημάς  έχώρηοεν  άλλα  και  εις  τους  ετεροκλινεϊς 
υπάρχοντας  άφ  ημών,  ωοτε  καϊ  βλαοφημίας  έπιφερεοϋ-αι  τω 
ονόματι  κυρίου  δια  την  ύμετεραν  άφροοννην .  εαυτοϊς  δε  κίν- 
δυνον  επεξεργάζεοϋαι. 

In  der  ganzen  Christenheit,  ja  selbst  unter  den  Heiden  redet 
man  zum  grossen  Schaden  des  „Namens"  vom  Zwiste  der  Ko- 
rinther, der  (1 1  βράδιον,  46  9  επίμονος)  schon  längere  Zeit  hin- 
durch gedauert  hat.  Aber  es  ist  nicht  ein  vages,  allgemein  sich 
herumredendes  Gerücht,  das  die  Römer  zum  Einschreiten  be- 
wogen hat,  der  Brief  zeigt  eine,  wenn  auch  nicht  sehr  grosse, 
Kenntnis  von  Einzelheiten  des  Streites  (vgl.  darüber  unten),  die 
doch  eine  etwas  eingehendere  Kunde  voraussetzen,  als  sie  eine 
allgemeine  άκοη  bieten  konnte.  Man  wird  wohl  nicht  fehlgehen, 
wenn  mau  annimmt,  dass  die  Berichte  römischer  Christen,  die 
in  Korinth  gewesen  waren,  die  römische  Gemeinde  mit  dem  Zu- 
stande der  korinthischen  bekannt  gemacht  haben.  Bei  dem  starken 
Verkehre  zwischen  der  Welthauptstadt  und  dem  Welthafen 
Korinth  ist  dies  schon  von  vornherein  wahrscheinlich,  Λvird  aber 
noch  im  Briefe  selbst  nahegelegt  durch  1 2  τις  γαρ  παρεπιδη- 
μήοας  πξ>6ς  υμάς  την  πανάρετον  κτλ.     Diese  Form   der   rhe- 


Der  litterariscbe  Charakter  des  ersten  Clemensbriefes.  1(J3 

torischen  Einkleidung  wäre  nicht  gewählt  worden,  wenn  sie  nicht 
durch  die  Art  der  Berichterstattung  nahe  gelegen  hätte.  Denn 
den  verschwiegenen  Gegensatz  dazu  bildet  doch  offenbar:  wenn 
jetzt  ein  παρεπίδημος  von  Korinth  her  heimkommt,  so  er- 
zählt er  andere  Dinge.  —  Die  Constatierung  dieses  Sachver- 
haltes war  insofern  von  Bedentung,  als  für  die  Beantwortung 
der  Frage:  was  sollen  die  weitansgesponnenen  Ausführungen  des 
Briefes?  die  Beantwortung  der  Vorfrage  nicht  gleichgültig  ist: 
was  wusste  der  Verfasser  überhaupt  von  der  korinthischen  Ge- 
meinde? Wir  werden  ihm  eine  gewisse  Detailkenntnis  nicht 
absprechen  können,  zum  mindesten  hinsichtlich  des  Streites,  seiner 
Ursachen  (z.  B.  1 1,  3  s,  47  c),  seines  Verlaufes  (44  o),  seiner  Hart- 
näckigkeit (46 !)). 

Aber  weiter,  was  wusste  der  Verfasser  des  Briefes  und  die 
römische  Gemeinde  ausserdem  noch  von  den  korinthischen  Zu- 
ständen? Wir  sind  von  den  Paulusbriefen  und  anderen  urchrist- 
lichen Schriftstücken  her  gewohnt,  aus  kleinen  Andeutungen, 
unscheinbaren  Äusserungen  auf  thatsächliche  Zustände  zu  schliessen 
und  so  auf  indirectem  Wege  unsere  spärlichen  geschichtlichen 
Kenntnisse  zu  erweitern.  Es  ist  daher  nicht  ausgeblieben,  dass 
man  diese  Methode,  namentlich  in  früheren  Jahrzehnten,  auch 
auf  I  Clem.  angewandt  hat,  um  ihm  die  Farben  zu  einem  reichen 
und  buntbewegten  Bilde  des  korinthischen  Gemeindelebens  zu 
entnehmen.  Statt  mehrerer  mögen  im  folgenden  nur  die  Ver- 
suche von  Lipsius  und  Gundert  kurz  dargestellt  werden,  sie  geben 
ein  deutliches  Bild  dieser  Art  von  Quellenverwertung  des  I  Clem., 
namentlich  da  es  im  ganzen  und  grossen  ja  immer  wieder  die- 
selben Züge  sind,  die  in  dem  Bilde  charakteristisch  hervortreten. 
Bemerkenswert  ist  für  diese  Forscher  das  stete  Heranziehen  der 
kanonischen  Korintherbriefe  zur  Parallele,  die  in  der  That  durch 
manche  Stellen  von  I  Clem.  sehr  nahegelegt  wird.  Ob  sich  aber 
für  dieses  \^erhältnis,  namentlich  von  I  Kor.  und  I  Clem.,  nicht 
noch  eine  andere  Erklärung  geben  lässt,  werden  wir  später  noch 
zu  untersuchen  haben.  Gundert  (Zeitschrift  für  luth.  Theol.  und 
Kirche  1S53,  S.  638 ff..  1S54  S.  29ff.  und  S.  450ff.,  vgl  besonders 
den  2.  dieser  Aufsätze:  Die  objectiven  Voraussetzungen  des  Briefes) 
findet,  dass  die  άρχ^ιγοί  της  Οτάοεο^ς  paulinische  Heidenchristen 
waren,  die  die  paulinische  Losung  der  Freiheit  vom  Gesetz  und 
der  Gerechtigkeit  allein  aus  dem  Glauben  verkehrten,  indem  sie 

11* 


164  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

in  schroffster  Weise  die  Werke  verwarfen  (cc.  32 — 34).  Sie  leug- 
neten die  Wiederkunft  des  Herrn,  als  der  in  der  Glut  der  nero- 
nischen  Verfolgung  sehnlichst  Erwartete  noch  immer  mit  seinem 
Kommen  zögerte  (c.  23).  Aus  c.  11  (Lot  und  Lots  Weib)  schliesst 
G.  der  dort  vorkommenden  Ausdrücke  Ιτεροκλινείς,  όίψνχοί, 
όιϋτάζοντες  ττερί  της  τον  {^εον  δυνάμεως  wegen,  dass  auch  die 
Gegner  όίψνχοι  waren,  weil  ihre  Seele  noch  teilweise  an  der 
Welt  und  nicht  ganz  an  Christus  hing,  dass  sie  ετεροκλινεΐς 
waren,  weil  sie  ihr  Gesicht  noch  teilweise  dem  heidnischen  Sodom, 
d.  i.  der  gottlosen  Welt,  zugewandt  hatten  und  nicht  dem  Reiche 
Gottes,  dass  sie  endlich  διϋτάζοντες  waren,  weil  sie  am  Eintreten 
des  Gerichtes  zweifelten.  Aber  mehr  noch  als  an  der  Parusie 
zweifelten  sie  an  der  Auferstehung  (cc.  24 — 27),  „die  Mühe,  welche 
sich  Clemens  geben  muss,  um  seine  Leser  von  diesem  Gegenstande 
christlicher  Lehre  zu  überzeugen,  deutet  auf  einen  Kampf  gegen 
tiefeingewurzelte  Vorurteile,  wie  die  wiederholte  Anrede  άγαπ?/τοί 
und  die  communicative  Sprechweise  auf  die  grosse  Verbreitung 
jener  Zweifel  auch  unter  besser  Gesinnten"  (S.  38).  —  Mit  der 
gemeinsamen  Hoffnung  erkaltete  auch  die  Liebe,  die  Gegner 
zeigten  weder  υπακοή,  noch  φιλοξ,ενία,  noch  ταπεινοφροοΰνη. 
Mit  der  Widersetzlichkeit  gegen  die  Gemeindebeamten  verletzten 
sie  auch  den  Gehorsam  gegen  Gott  (cc.  9  u.  lü).  Sie  sind  ferner 
die  auf  ihre  Schätze  pochenden  Reichen  (I3i),  darum  vernach- 
lässigten sie  die  Pflicht  des  Wohlthuns  überhaupt  (c.  382)  und 
der  Gastfreundschaft  insbesondere  (10? — 12).  Das  schöne  Band 
der  Liebe,  das  auf  Grund  des  Abkommens  Gal.  2 10  die  Heiden- 
christen mit  den  armen  Brüdern  zu  Palästina  verknüpfte  (cf. 
I  Kor.  16iff.,  Π  Kor.  8  u.  9),  ist  so  gelockert,  dass  die  Korinther 
den  Palästinensern  keine  Gastfreundschaft  mehr  spenden  und  auch 
nichts  mehr  geben,  wenn  die  Palästinenser  nach  Korinth  kommen, 
um  dort  eine  λογία  zu  veranstalten.  Statt  christlicher  τo:Jrείi^oφρo- 
ϋύνη  legen  die  Gegner  vielmehr  Übermut  an  den  Tag,  der  sich 
zeigt  als  tolles,  unvorsichtiges  Benehmen  (άφροϋννη),  als  Rühmen 
mit  Weisheit,  Stärke  und  Reichtum,  als  Neuerungssucht,  Gesetzes- 
übertretung, profanes,  unheiliges  Leben,  Prahlerei,  Zungenhelden- 
tum (cc.  13  u.  14,  c.  30). 

Auch  in  der  Lehre  hatten  sie  ihre  Eigentümlichkeiten.  Darum 
heisst  es  von  ihrem  alttestamentlichen  Typus,  dem  Weibe  Lots,  1 1 1: 
ετερογνώ μονός  ύπαρχούοης  και  ουκ  εν  ομόνοια.   Sie premierten 


Dev  litterarisclie  Charakter  des  ersten  Clemensbriefes.  Iß5 

uämlich  die  Rechtfertigung  durch  den  Glauben  (4S5  ητο)  τις 
:;τιοτ6α)  in  einer  Weise,  dass  dadurch  die  christliche  Werkthätig- 
keit  ganz  in  den  Hintergrund  gedrängt  ward,  sahen  höhnisch 
auf  die  andern  herab  (darum  39  u.  31—34)  als  stolze  Ver- 
ächter des  Gesetzes,  die  selber  Erkenntnis  und  Weisheit  im  Über- 
fiuss  hätten  (4S5  ητω  δυνατός  γνώοιν  ίξειπεΐν,  ητω  οο(ρυς  εν 
διακριθεί  λόγων).  Sie  hatten  auch  absonderliche  asketische  Ideale 
und  Bestrebungen  (4S5  ητω  αγνός  εν  εργοις  und  382  ο  άγνος 
εν  τΤ]  oaQTci  κτλ),  hielten  sich  für  fähig  und  berechtigt,  kraft 
charismatischer  Begabung  die  Gemeindeangelegenheiten  zu  be- 
sorgen, und  nahmen  sicher  das  χάριϋμα  κνβερνηϋεο^ς  und  άντι- 
λημψεως  für  sich  in  Anspruch,  weshalb  sie  li  frech  und  an- 
massend  heissen  und  ihnen  4 — 6  Neid  und  Eifersucht  zugeschrieben 
wird.  Auch  den  Weibern  hatten  sie  gegen  die  Vorschrift 
1  Kor.  11  stf.,  1433b — 36  eine  gewisse  Teilnahme  an  den  öffentlichen 
Angelegenheiten  verstattet,  was  zu  groben  Missständen  führte 
(Gegensatz  von  einst  und  jetzt  aus  I2  Schi,  gegenüber  21g  f.  zu 
entnehmen).  * 

Dies  sind  die  Hauptzüge,  die  Guudert  ausgemittelt  hat,  ver- 
wandtes und  anderes  bringt  Lipsius  vor  (1.  c.  besonders  S.  lOSif.). 
Er  findet,  dass  die  Gegner  freche  und  stolze  Leute  waren,  die 
sich  selbst  lobten  (c.  41  u.  30 1  u.  off.  u.a.  St.),  und  zwar  waren 
sie  stolz  vornehmlich  auf  Glauben,  Weisheit,  Erkenntnis,  Keusch- 
heit (13 1,  3S2,  48 sf.),  die  schönsten  Gaben  des  Geistes,  die  ja 
auch  nach  I  Kor.  in  dieser  Gemeinde  zu  Hause  waren.  Ausser- 
dem heuchelten  sie  Friedensliebe  (15 1),  Demut  (382  6  ταπεινό- 
^ρων  μη  εαντφ  μαρτνρείτω  κτλ.),  infolge  ihrer  Anmassungen 
Avaren  sie  lieblos  (ζήλος  cc.  4 — 6),  zeigten  keine  Gastlichkeit 
(cc.  10?^ — 12,  c.  3δδ  nach  der  Lesart  άφιλοξ^νίαν),  obwohl  sie  reich 
Avaren  und  Geld  und  Gut  im  Überflusse  hatten  (o  χλονοως  13 1 
und  382).  Namentlich  den  palästinensischen  Christen  gegen- 
über vergassen  sie  Pauli  Anordnungen,  teils  aus  Herzenshärtig- 
keit,  teils  weil  die  Anordnung  jener  λογίαι  von  den  Presbytern 
ausging,  vielleicht  auch,  weil  sie,  die  paulinischen  Pneumatiker, 
die  beschränkten  Judenchristen  verachteten.  Aus  38  2  0  ττλον- 
οιος  επιχορηγείτω  τω  πτοτ/ω,  ο  δε  πτοτ/ος  ευχαριΟτείτω  τω 
ϋεω  οτι  εόωκεν  αντω  δι  ου  άναπληροϋττι  αντον  το  νβτέρΐ]μα, 
zusammengehalten  mit  Ι  Kor.  11  is — 22  ist  zu  schliessen,  dass 
anscheinend    die    an    dieser    Stelle    gerügten    Missstände    beim 


\QQ  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

Abendmahl  noch  fortdauerten.  Nach  30 1  war  bei  der  Menge 
der  Korinther  Schwelgerei,  Luxus  und  Begierde  zu  finden.  Leug- 
nung der  Auferstehung  möchte  Lipsius  den  Führern  der  Streit- 
partei nicht  zuschreiben  (S.  123  f.),  er  findet  in  den  Auferstehungs- 
capiteln  nur  eine  ausführliche  Schilderung  und  Begründung  der 
göttlichen  Gnadengaben. 

Doch  erkennt  er  in  23-2  όιο  μη  όίψυχώμεν,  μ?}όε  ίνόαλλεΰϋ-ω 
ή  ψνχη  ημών  επϊ  ταίς  νπερβαλλονΟαις  κα\  ενδόξοις  όοορεαΐς 
αντον  eine  Polemik  gegen  solche,  die  über  die  göttlichen  Be- 
lohnungen Zweifel  hegten,  und  solche,  die  sich  zu  viel  einbildeten 
ob  der  herrlichen  Gaben  Gottes  {ΙνόάλλεοΟαι  =  φνοιοΰοϋαι). 
Als  Träger  des  Streites  bezeichnet  er  jüngere  Leute  geringeren 
Standes  (c.  33  νέοι,  άτιμοι,  άδοξοι),  deren  Gebahren  noch  durch 
geschwätzige  und  verleumderische  Weiblein  unterstützt  wurde 
(21 6  f.). 

Die  Widerlegung  dieser  ins  einzelnste  gehenden  Ausführungen 
ist  nicht  schwer.  Es  ist  ja  freilich  an  sich  möglich,  dass  Aus- 
artungen, wie  sie  aus  dem  Briefe  erschlossen  wurden,  in  einer 
alten  Christengemeinde  vorkamen.  Aus  den  Idealschilderungen 
z.  B.  der  Ignatiusbriefe  und  auch  unseres  Briefes  in  den  Ein- 
gangscapiteln  dürfen  wir  uns  kein  geschichtliches  Bild  machen, 
nnd  gerade  aus  den  kanonischen  Korintherbriefen  geht  mit  aller 
Avünschenswerten  Deutlichkeit  hervor,  was  für  unklare  und  un- 
fertige Zustände  selbst  in  der  Zeit  der  „ersten  Liebe"  möglicli 
waren.  Die  Argumente  zur  Widerlegung  jener  Constructionen 
sind  vielmehr  dem  Briefe  selbst  zu  entnehmen.  Wenn  thatsäch- 
lich  diese  Missstände  vorkamen,  warum  bekämpft  sie  dann  der 
Verfasser  unseres  Briefes  nicht  direct  und  offen,  sondern  nur  in 
der  „communicativen  Sprechweise"?  Er  zeigt  ja,  dass  er  auch 
(vgl.  besonders  den  2.  Teil)  scharf  zufahren  kann.  Diese  leise- 
tretende, nur  auf  Beispielen  und  Citaten  behutsam  und  gemäch- 
lich einherschreitende  Bekämpfung  oder  vielmehr  communicative 
und  erbauliche  Mahnung  konnte  doch  keinen  besonderen  Ein- 
druck machen.  Und  die  ausser  dem  Schisma  angeblich  gerügten 
Missstände  (Hartherzigkeit,  Ungastlichkeit,  Auferstehungsleugnung 
und  Parusie Verwerfung,  Hervortreten  der  Weiber  an  die  Öffent- 
lichkeit, Beiseitesetzen  der  christlichen  Liebesthätigkeit  u.  dgl.) 
waren  doch  wahrlich  keine  Kleinigkeiten.  Wer  den  Brief  unbe- 
fangen   liest,    wird   sich  schwerlich  überzeugen  lassen,    dass  der 


Der  litterarisclie  Charakter  des  ersten  Clemensbriefes.  Iß7 

ganze  Abschnitt  cc.  7 — 20  sich  bewege  „in  der  Ermahnung  zu 
verschiedenen  einzelnen  christlichen  Tugenden,  welche  in  Korinth 
vernachlässigt  wurden"  (Gundert,  S.  30).  Wenn  auch  der  klar 
hervortretenden  Eigenart  des  Verfassers,  die  sich  in  umständ- 
lichem, oft  ermüdendem  Beweisverfahren  gefällt,  vieles  zugute 
gehalten  werden  kann,  so  müssen  wir  doch  sagen:  so  schreibt 
ein  Mann,  dem  positives  Material  vorliegt,  auf  das  er  sich  zurück- 
beziehen kann,  nicht.  Auch  in  den  folgenden  Abschnitten 
(23 — 27  u.  30 — 35)  vermag  man  keine  Spur  einer  Polemik  zu 
entdecken;  es  sind  einfach  thetische  Darlegungen  mit  Analogie- 
und  Schriftbeweisen,  ohne  dass  irgendwie  eine  deutliche  Spitze 
gegen  thatsächliche  Zustände  herauszufühlen  wäre.  Und  Avas 
soll  man  z.  B.  zu  einer  Deutung  sagen,  wie  sie  Gundert  bei 
11 1  versucht  hat?  Sie  macht  dem  Scharfsinn  und  der  Com- 
binationsgabe  des  Exegeten  mehr  Ehre  als  seinem  historischen 
Sinne  und  seiner  Fähigkeit,  Thatsachen  so  aufzufassen,  wie  sie 
sich  geben.  — 

Hinsichtlich  einzelner  Stellen,  die  zur  Construction  verwandt 
Avurden,  verweise  ich  auf  die  späteren  Ausführungen  und  bemerke 
hier  nur,  kurz  vorwegnehmend,  folgendes:  355  ist  ein  ganz  all- 
gemein gehaltener  Lasterkatalog  von  der  Art,  wie  sie  uns  öfters 
in  urchristlichen  Schriftstücken  begegnen  (vgl.  Rom.  l29ff., 
Gal.  5 19 ff.,  I  Kor.  Baff.,  II  Kor.  12 20,  II  Tim.  3 2 ff.,  Did.  5,  Herm. 
mand.  VIII  3  u.  5,  sim.  VI  5δ,  Barn.  20  u.  a.).  13 1  ist  Citat,  be- 
weist also  gar  nichts.  Dass  48  δ  eine  genauere  Schilderung  der 
Streithäuptlinge  vorliegen  solle,  ist  schwer  glaubhaft.  Der  Nach- 
druck der  Stelle  liegt  doch  auf  v.  6,  und  v.  5  hat  nur  den  Sinn, 
die  Sache  durch  Spezifizierung  anschaulich  zu  machen  (Gute 
Paraphrase  bei  Lightfoot:  If  a  man  has  any  special  gift,  let  him 
employ  it  for  the  common  good  and  not  as  a  means  of  self- 
assertion).  382  zeigt  in  durchgeführten  Satzpaaren  das  Idealbild 
eines  schönen,  harmonischen  Gemeindelebens.  Beide  letztange- 
führten Stellen  sind  höchstens  zu  verwenden,  wenn  man  die 
Frage  beantworten  will:  was  sieht  Clemens  als  besonders  aus- 
zeichnend in  der  Gemeinde  an,  was  könnte  einen  Christen  irgendwie 
über  die  Reihen  der  andern  hinausheben  (Wohlthun,  Geistes- 
begabung, Enthaltsamkeit  .  .  .).  2l6f.  bildet  den  Teil  einer  Haus- 
tafel und  ist  nach  dem  Muster  von  solchen  eingefügt,  sagt  also 
nichts    über    thatsächlich   vorhandene  Zustände.     Aus  der  Schil- 


168  Knopf,  Der  eiste  Clemensbiief. 

deruüg  der  Eiugangscapitel  ist  gar  nichts  historisch  sicheres  zu 
entnehmen.  Denn  es  ist  doch  auf  den  ersten  Blick  klar,  dass 
hier  in  rhetorischer  und  paränetischer  Absicht  Licht  und  Schatten 
höchst  willkürlich  verteilt  sind.  Will  man  sie  als  Quelle  für 
eine  historische  Schilderung  der  thatsächlichen  Gemeindeverhält- 
nisse benutzen,  so  erhält  man  auf  der  einen  Seite  einen  höchst 
vortrefflichen  Zustand,  der  ein  erfreuliches  Zeichen  wäre  für  den 
sittlich-religiösen  Fortschritt  der  korinthischen  Gemeinde  in  der 
Zeit  zwischen  den  kanonischen  Korintherbriefen  und  dem  Aus- 
bruche des  Streites,  während  dagegen  als  Kehrseite  sich  das  Bild 
einer  vollständig  zerspaltenen ,  in  innerer  Auflösung  begriffeneu 
Gemeinde  ergiebt,  in  der  jeder  thut,  was  er  will,  und  Gottes 
Gebot,  sowie  Christi  Lebensordnung  verachtet,  aus  der  Gottes- 
furcbt,  Glaube,  Gerechtigkeit  und  Friede  entflohen  sind,  so  dass 
man  sich  dann  wundern  müsste,  wie  denn  eigentlich  die  hoch- 
achtbare römische  Gemeinde  diese  zuchtlose  Bande  von  über- 
mütigen Frechlingen  mit  dem  Namen  der  „Geliebten"  und  der 
„Brüder'  beehren  und  sie  623  als  ανόρες  πιοτοί  -κάί  Ιλ?.όγφοί 
καΐ  ενκεκνφότες  εΙς  τα  λόγια  της  παιδείας  τοϋ  ϋεον  bezeichnen 
konnte.  Indem  Lipsius  aus  c.  Sa  die  Worte  άτιμοι  und  αόοξοι, 
die  überdies  noch  Citat  sind  (vgl.  Jes.  3δ  ό  άτιμος  προς  τον 
Ιντιμον  und  Ι  Kor.  4 ίο  νμείς  ένδοξοι,  ημείς  δε  άτιμοι),  als 
Bezeichnung  des  Standes  der  Aufrührer  fasst  (tenuioris  ordinis 
homines  S.  112  unten),  zerreibt  er  das  Argument  von  den  ΰΐλον- 
oioi  selber.  Denn  man  muss  doch  wohl  fragen,  wieso  denn  in 
der  aus  Griechen  und  Orientalen  bestehenden  Gemeinde  der 
grossen  Handelsstadt  Korinth  schwerreiche  Leute  als  zu  den 
niedern  Ständen  gehörig  angesehen  werden  konnten.  Und  will 
man  unter  den  άδοξοι  und  άτιμοι  nur  die  Parteigänger  der  reichen 
Anführer  verstehen,  so  ist  dem  entgegenzuhalten,  dass  harte, 
ungastliche  Reiche,  die  nach  Lipsius  sogar  in  den  Agapen,  genau 
wie  zu  Pauli  Zeiten,  die  Armen  beschämten,  schwerlich  unter 
den  kleinen  Leuten  der  Gemeinde  so  einen  Anhang  gefunden 
haben,  werden. 

Endlich  ist  aber  gegen  das  ganze  Verfahren  noch  dies  ein- 
zuwenden, dass  es  nicht  cousequent  durchgeführt  wird.  Lipsius 
z.  B.  hat  schon  —  unmethodisch  —  Polemik  gegen  Auferstehungs- 
leugner nicht  anerkennen  wollen,  obwohl  er  die  nicht  minder 
indirecte  Ausführung  über  πίοτις  und  έργα  als  auf  thatsächliche 


Der  litterarische  Charakter  des  ersten  Clemensbriefes.  1(39 

Zustände  hinzielend  anerkennt.  Aber  weiter:  nach  21?  Hessen 
es  die  Weiber  an  allen  möglichen  Tugenden  fehlen,  warum  findet 
man  denn  nicht  auch,  dass  die  Kinder,  die  doch  v.  8  in  einer 
Linie  mit  den  Weibern  genannt  werden,  ταπεινοφροϋννη,  αγάπη 
αγνή,  φόβος  ϋ^εον  vermissen  Hessen?  38-2  liest  man  eine  Mahnung 
an  die  αρχηγοί  heraus,  die  stark  waren  und  auf  die  Schwachen 
herabsahen,  die  reich  waren,  aber  sich  um  die  Armen  nicht 
kümmerten.  Aber  in  einem  Atem  werden  ja  an  unserer  Stelle 
auch  die  Schwachen  ermahnt,  auf  die  Starken  zu  achten,  und 
die  Armen  zur  Dankbarkeit  gegen  Gott  aufgemuntert.  Also 
Avaren  die  Aufrührer  reich  und  arm,  stark  und  schwach  zugleich! 
',M)i  wird  vollständig'  unmethodisch  verwertet.  Man  zieht  aus 
dieser  Stelle  nur  die  Laster  heran,  die  durch  verwandte  Züge  in 
dem  construierten  Phantasiebilde  gedeckt  sind:  καταλαλιάς, 
νεωτεριομους,  βόελυχτήν  νπερηφανίαν  lässt  man  gelten,  warum 
dann  aber  nicht  auch  die  μιαρας  καϊ  άνάγνονς  Ουμπλοκάς.  μεΰ-ας. 
βόε/.νκτας  έπιϋνμίας,  μυϋεραν  μοΓχείαρ?  u.  dgl.  m. 

So  lehrt  uns  also  eine  unbefangene  Betrachtung  des  Briefes, 
dass  wir  bei  Clemens  eine  genaue  und  bis  ins  einzelne  gehende 
Kenntnis  der  korinthischen  Gemeindeverhältnisse  nicht  voraus- 
setzen dürfen.  Die  Construction  der  Genannten  und  anderer 
(z.  B.  auch  Schenkels)  wurden  falsch,  weil  sie  von  mehreren 
falschen  Voraussetzungen  ausgingen:  die  eine  ist  die,  dass  der 
Verfasser  der  Briefe  eine  genaue  und  ausführliche  Kenntniss  der 
korinthischen  Gemeindeverhältnisse  gehabt  habe,  die  andere  die, 
dass  ein  in  den  Thatsachen  begründeter,  leicht  aufzudeckender 
Parallelismus  zwischen  den  in  unserm  Briefe  vorausgesetzten  und 
den  durch  1  Kor.  geforderten  Zuständen  bestehe,  die  dritte  das 
falsche  auf  den  Brief  ganz  und  gar  nicht  passende  Schema: 
Judenchristen,  Heidenchristen,  das  freilich  bei  LTntersuchungen 
vergangener  Jahrzehnte  unvermeidlich  war. 

Hinsichtlich  der  Einzelheiten  und  der  Nebenumstände  können 
Avir  dem  Gesagten  nach  uns  aus  den  Angaben  des  Briefes  kein 
historisch  zuverlässiges  Bild  der  korinthischen  Gemeinde  machen. 
Es  fragt  sich  nun  noch,  ob  und  was  wir  denn  über  den  einen 
grossen  Hauptpunkt,  über  die  Οτάϋις  der  αρχηγοί  eigentlich 
Avissen,  Streit  gab's  in  Korinth,  das  ist  klar;  aber  worüber,  bei 
welcher  Gelegenheit  ist  er  ausgebrochen,  wer  sind  die  Gegner, 
die  sich  in  Korinth  gegenüberstehen?    Ein  Teil  der  älteren  An- 


170  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

sichten  wurde  im  vorhergehenden  bereits  dargelegt,  über  sie  kann 
ich  mich  daher  kurz  fassen.  Schenkel  identifiziert  die  Opposi- 
tionspartei mit  den  Christusleuten  von  I  Kor.  I12.  Gundert  findet: 
„Solange  die  Verfolgung  (nämlich  die  neronische)  und  die  Furcht 
vor  derselben  dauerte,  war  die  korinthische  Gemeinde  ihren  Vor- 
gesetzten gehorsam,  einträchtig  und  glücklich  (c.  If.).  Aber  als 
das  drohende  Gewitter  sich  zu  zerstreuen  und  die  äussere  Gefahr 
zu  verschwinden  schien,  als  sich  die  während  der  Verfolgung 
mit  Sehnsucht  erwartete  Wiederkunft  des  Herrn  immer  weiter 
hinauszog  (c.  23),  da  wollten  den  weniger  fest  gegründeten 
Gemeindegliedern  die  hemmenden  Zügel  nicht  mehr  gefallen  .  .  . 
Die  gesetzliche  Strenge  des  bisherigen  Presbyteriums  erschien 
jetzt  als  unerträglicher  Druck  ....  Einige  begabtere  Führer 
traten  au  die  Spitze  der  Unzufriedenen,  und  ihrer  gewandten 
Redekunst  fiel  die  leicht  bewegliche  Menge  zu  (vgl.  c.  30  mit  47) 
...  so  gelang  es  ihnen  (den  Heidenchristen),  das  alte  Presbyte- 
rium  zu  sprengen,  indem  alle  missliebigen  Mitglieder  desselben 
von  der  Gemeinde  abgesetzt  wurden.  Der  Rest  Avar  ein  Spielball 
der  tvi]  όνο  πρόοωπα^  welche  als  Leiter  der  Bewegung  aufgetreten 
waren"  (1.  c.  S.  32  f.).  Knödel  (Studien  und  Kritt.  1862,  S.  768) 
glaubt  annehmen  zu  können,  dass  „die  Unruhestifter  zu  Korinth 
in  irgend  eine  Kirchenstrafe  verfallen  gewesen  waren,  über  die 
sie  aber  erbittert  wurden,  und  der  sie  aus  Hochmut  sich  nicht 
unterwerfen  wollten". 

Es  möge  genügen,  diese  Ansichten  anzuführen.  Sie  können 
gar  nicht  streng  widerlegt  werden,  da  das  Material  dazu  mangelt, 
aber  noch  weniger  können  sie  bewiesen,  ja  überhaupt  wahr- 
scheinlich gemacht  werden. 

Neben  diesen  älteren,  mehr  subjectiven  Einfällen  hat  sich 
aber  eine  constante  Linie  von  historischer  Auffassung  gebildet, 
die,  durch  Lipsius,  Hilgenfeld  begonnen,  in  neuster  Zeit  sehr 
scharfsinnig'  und  massvoll  von  Wrede  vertreten  wird.  An  die 
Stelle  des  Schemas:  Juden  Christentum,  Heidenchristentum  ist  ein 
anderes  getreten.  Der  korinthische  Streit  ist  nach  dieser  Auf- 
fassung nur  ein  Ausschnitt  aus  dem  grossen  und  —  schwächer 
oder  stärker  —  überall  nachweisbaren  Kampfe  zwischen  Amt 
und  Geist,  Institution  und  Enthusiasmus,  vgl.  schon  Lipsius 
S.  118  .  .  .  si  quid  video  ab  initio  non  tam  de  rebus  quam  de 
personis    disputatum    est.     Fuerunt    fortasse    ex  presbyteris,    qui 


Der  litterarische  Charakter  de?  ersten  Clemensbriefes.  17] 

disciplinam  ecciesiasticam  rigidius  astringere  conati,  imperiosiiis 
quam  prudentius  cum  reliquis  agerent.  Statim  consurrexerunt 
pneumatici,  injusta  se  pati  vociferantes.  presbyterorum  obedien- 
tiara  palam  abjicientes.  Presbyteri  muneris  auctoritate  nite- 
bantur,  pneumatici  Spiritus  Saucti  dona  jactitabant.  Uli  inter 
clevicos  et  laicos  diligenter  distinguebant;  hi  propter  charis- 
mata,  quibus  praediti  essent,  eandem  atque  penes  illos  esset 
in  ecclesia  auctoritatem  afFectabant.  Für  Hilgenfeld  vgl.  N.  T. 
extra  canonem  reo.  p.  XXXIX  und  Apost.  Väter  S.  78  f.  Die 
Übertreibungen  dieser  älteren  Forseber,  die  zu  viel  wissen  wollten, 
hat  Wrede  (S.  30  if.)  kritisiert  und  seine  eigene  Ansicht  dahin 
zusammengefasst,  dass  nur  im  allgemeinen  an  der  Thatsache 
eines  Gegensatzes  der  Pneumatiker  wider  das  Amt  festzuhalten 
sei,  dass  aber  jede  Ausdeutung  ins  einzelne  (namentlich  von 
cc.  38  u.  48)  aufzugeben  sei.  Clemens  kennt  nach  Wr.  nur  die 
allgemeine  Thatsache,  dass  in  Korinth  die  Träger  des  Wider- 
standes Pneumatiker  waren,  „die  Ausführung  des  Themas  aber 
ist  keine  Photographie  der  Führer,  sondern  sie  ist  allgemein 
gehalten.  Er  zählte  unter  dem  Einflüsse  des  ersten  Korinther- 
briefes  die  Dinge  auf,  die  für  ihn  und  seine  Zeit  überhaupt  unter 
den  Charismen  in  erster  Linie  standen"  (S.  35,  vgl.  überhaupt 
die  Ausführungen  S.  25 ff.).  Es  fragt  sich  nun  für  uns,  ob  die 
stark  gemässigte  Form,  in  der  Wr.  die  Theorie  vorträgt,  einen 
unanfechtbaren  Anhalt  im  Briefe  selbst  findet. 

Sie  hat  unzweifelhaft  schon  a  priori  dies  für  sich,  dass 
in  der  That,  sobald  wir  im  1.  oder  2.  Jhrh.  einen  principiellen 
Kampf  in  den  Gemeinden  geführt  sehen,  dieser  fast  immer  auf 
die  grosse  Auseinandersetzung  zwischen  Geist  und  Amt  zurück- 
kommt, oder  wenigstens  irgendwie  damit  zusammenhängt  (vgl. 
z.  B.  Π  u.  III  Job.,  Past.-Briefe,  Ignatianen,  den  grossen  Kampf 
der  Gnosis  und  des  Montanismus).  Und  so  ist  es  von  vornherein 
leicht  möglich,  dass  dies  Motiv  auch  irgendwie  in  den  inneren 
Kämpfen  der  korinthischen  Gemeinde  eine  Rolle  gespielt  habe. 
Das  ist  aber  auch,  m.  E.,  das  einzige,  was  wir  in  dieser  Hinsicht 
aufstellen  können.  Der  Brief  selbst  giebt  uns  darüber  keine 
irgendwie  verwendbaren  Aufschlüsse.  Die  drei  Stellen,  die  in 
Betracht  kommen,  sind  13i  {Ταπεινοφρονηαοίμεν  .  .  .  ποιείν 
κρίμα  καΐ  όικαίοϋννην) ,  (38  if.  Σωζίοϋ-co  ...  ο  Ιπίγορ?]γών 
αντφ  την  Ιγχράτειαν),  48 ό f.  (ητω  τις  .ττιοτος  .  .  .  μη  το  Ιαντον). 


172  Knopf,  Der  erste  Cleruensbrief. 

Die  Stellen  sind  schon  oben  charakterisiert  worden:  Die  erste 
von  ihnen  fällt  zunächst  ganz  fort,  denn  sie  ist  Citat  (I.  Sam.  2io, 
Jer.  923f.).  Die  zweite  steht  erstlich,  wie  Wr.  selbst  zugiebt,  in 
einem  ganz  allgemeinen  Zusammenhange,  χάριομα  wird  ohne  jede 
Rücksicht  auf  Geistesbegabung  gefasst  (sind  denn  αοϋενεία, 
jTlovToq,  πτωχίΐα,  ταπανοφροοννη  Geistesgaben?),  ausserdem 
ist  die  Stelle  materiell  abhängig  von  dem  Citate  13 1.  Auch  die 
dritte  Stelle  'beweist  nichts  weiter.  Der  Schlusssatz  von  c.  48 
spricht  doch  eine  ganz  allgemeine  Maxime  aus,  nichts  anderes 
als  was  z.  B.  c.  37  auch  gesagt  hatte.  Eine  bestimmte  Beziehung 
auf  c.  54  und  damit  ,,eine  entschiedene  Aufforderung,  die  vorher- 
gehenden Worte  (und  dann  auch  c  38)  bestimmt  auf  die  Partei- 
gänger zu  deuten",  vermag  ich  nicht  anzuerkennen.  Ausser 
diesen  ganz  indirecten  und  vagen  Ausführungen  haben  wir  nir- 
gends im  ganzen  Briefe  die  Spur  einer  Andeutung,  dass  die 
korinthischen  Missstände  irgendwie  auf  Geistesträger  zurück- 
gingen. Dies  negative  Argument  ist  um  so  entscheidender,  als 
doch  die  Autorität  der  Pneumatiker  um  diese  Zeit  in  den  Ge- 
meinden noch  eine  lebendige  war.  Wenn  Clemens  die  Spaltung 
für  ein  so  schweres  Vergehen  gegen  Gott  und  gegen  den  heiligen 
Christennamen  hielt,  wie  dies  aus  allen  Teilen  seines  Briefes 
hervorgeht,  und  wenn  er  weiter  bestimmt  wusste,  dass  diese 
Spaltung  auf  Geistesträger  zurückging,  wenn  er  endlich  sich 
bewusst  war,  selbst  ein  Geistesträger  zu  sein  und  in  der  Kraft 
des  Gottesgeistes  zu  schreiben  (59 1),  dann  musste  er  notwendiger- 
Aveise  nach  dem  Schema,  dass  wir  sonst  regelmässig  bei  der 
oiaxQLOiQ  πνευμάτων  angewendet  finden,  von  den  schlechten 
Früchten  auf  den  schlechten  Baum,  die  faule  Wurzel  zurück- 
schliessen  und  den  Geist  der  Gegner  als  einen  falschen  hinstellen. 
Jene  Zeit  kennt  einen  Geist  der  πλάνη,  einen  von  Dämonen 
geschickten,  irdischen,  vom  Teufel  in  die  Herzen  der  falschen 
Propheten  gesandten  Geist,  der  seinen  Träger  und  die  Gläubigen 
aus  dem  rechten  Wege  „hinausschleudern"  soll  (Barn.  2  lo),  der 
die  Ursache  aller  falschen  Lehre,  alles  Hochmutes,  aller  Unordnung 
und  Widergöttlichkeit  ist,  mit  dem  der  Einzelne  und  die  ganze 
Gemeinde  auf  das  entschiedenste  zu  kämpfen  hat.  Wo  irgend 
etwas  ungehöriges  in  den  Gemeinden  geschieht,  wird  es  auf  den 
verführenden  Teufelsgeist  bezogen  und  von  ihm  abgeleitet  (Beleg- 
stellen   sind    zahlreich   und  allbekannt).     Und  nun  soll  man  an- 


Der  littevarische  Cltaiakter  des  ersten  Clemensbriefes.  173 

nehmen,  dass  Clemens  den  korinthischen  Parteiführern,  die  gerade 
auf  ihre  Geistesbegabung  sich  berufend  so  schwere  Unordnung 
im  Gemeindeleben  anrichteten,  nicht  den  Vorwurf  des  Yerfiihrt- 
seins  durch  den  Teufelsgeist  gemacht  haben  sollte?  Das  erscheint 
doch  als  eine  schwierige  Annahme.  Es  müssten  Gründe  ganz 
besonderer  Art  sein,  die  den  Clemens  veranlassen,  diese  wirksame 
Waffe  der  Polemik  nicht  anzuwenden,  wenn  er  doch  in  der 
nämlichen  römischen  Gemeinde  lebt,  in  der  noch  ein  halbes  Jahr- 
hundert später  Hermas  seine  ausführlichen  Weisungen  über  echte 
und  falsche  Geistesträger  giebt  (mand.  XI). 

Wenn  wir  uns  also  der  Ansicht,  dass  aus  unserem  Briefe 
etwas  für  den  ekstatischen  Charakter  der  korinthischen  Oppo- 
sition zu  folgern  sei,  nicht  anschliessen  können,  so  müssen  wir 
dann  auch  die  noch  weiter  ins  Detail  gehende  Behauptung  Wr. 
zurückweisen,  dass  der  Cultus  das  Feld  gewesen  sein  müsse,  auf 
dem  die  „Führer"  und  die  Presbyter  als  Rivalen  zusammentrafen. 
Wr.  hat  für  seine  Anschauung  ohnehin  nur  Erwägungen  allge- 
meiner Art  (S.  48  f.)  beigebracht.  Seine  Auslegung  und  Auf- 
fassung von  cc.  40  u.  41  (S.  39  0'.)  ist  vorzüglich;  er  findet  mit 
Recht  in  diesen  Capiteln  nichts  weiter  als  die  allgemeine  Mah- 
nung des  Briefes:  Ordnung,  Sichselbstbescheiden,  keine  Anmassung 
über  die  von  Gott  einem  jeden  angewiesene  Stellung  hinaus. 
In  dieser  Beziehung  sind  unsere  Capitel  die  genaue  Parallele  zu 
c.  20,  nur  dass  hier  der  Stoff  aus  der  Betrachtung  der  Schöpfung, 
dort  aus  der  der  alttestamentlichen  Cultusordnung  genommen 
wird,  und  die  Mahnung  41 1  —  wo  übrigens  εναρεΟτύτω, 
jetzt  auch  noch  durch  L  gedeckt,  unanfechtbar  ist  —  könnte, 
etwas  anders  gewandt,  ebenso  gut  auch  c.  20  Schluss  stehen.  Der 
Begriff  der  Ordnung  ist  eben  für  Clemens  offenbar  ein  funda- 
mentaler. Er  ist  glücklich,  an  seinen  Beispielen  die  bis  ins  ein- 
zelne gehende  Anordnung  des  Gotteswillens  darlegen  zu  können. 
Das  Schema  τ/ι^ες,  πον,  jtote  haben  wir  daher  nicht  nur  cc.  40  f., 
sondern  ganz  deutlich  auch  c.  20  (vgl.  den  Wechsel  der  τίνες 
V.  2,  3,  9;  den  Ort  v.  3  τονς  επιτεταγ μένους  αντοΐς  υριϋμούς, 
ν.  6  τα  περιτεϋειμένα  αντ^  κ?.εΐ&ρα,  ν.  7  εως  εοόε;  endlich 
die  Zeitbestimmung  ν.  4  τοις  ιδίοις  καιροίς,  ν.  10  κατ«  τον 
ϊόιον  καιρόν).  Überhaupt  herrscht  in  den  Hauptbegriffen  beider 
Capitel  ein  weitgehender  Parallelismus,  vgl.  in  beiden  Ausdrücke 
wie  ϋ-έλειν,  ΰ•έλημα\  τάϋοειν,  επιτάϋΟειν  und  προΟτάοοειν  (so- 


174  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

wie  andere  Derivative  der  '\/'ταγ)\  λειτουργία;  έπίτελεϊν;  καιρός; 
παρεχβαοις  (20  s)  und  παρεχβαίνειν  (41  ι),  cc.  40  f.  hat  in  seinem 
Zusammenhange  nur  eine  ganz  allgemeine  Bedeutung,  c.  20  und 
cc.  40  f.  besagen  zusammengenommen  nichts  weiter  als  dies:  in 
der  Schöpfung  und  im  A.  B.  hat  Gott  eine  feste  Ordnung  aus- 
geprägt, folglich  müsst  ihr  in  der  Gemeinde  auch  eine  Ordnung 
haben,  vgl.  40 1  πάντα  τάξει  ποιείν  οφείλομεν. 

Wie  die  vorhergehenden  Ausführungen  gezeigt  haben,  ist 
aus  den  Angaben  des  Briefes  nichts  genaueres  über  Art  und 
Veranlassung  des  Streites  zu  entnehmen.  Was  wir  über  da;^ 
Schisma  erfahren,  ist  wenig.  In  Korinth  ist  ein  Streit  ausge- 
brochen; Avorüber  erfahren  wir  nicht,  es  war  vielleicht  auch  nicht 
so  leicht  und  kurz  zu  sagen.  Denn  die  Opposition  kann  eine 
Reihe  von  Momenten  in  sich  befasst  haben,  das  Leben  in  der  Ge- 
meinde war  ja  sicher  ein  mannigfaltiges  und  buntbewegtes.  So 
kann  verschiedenes  bei  den  Gegnern  zusammengekommen  sein: 
spezifische  Geistesbegabung  bei  einzelnen  (dies  abzuläugnen,  fällt 
mir  nicht  ein,  nur  zu  einer  prinzipiellen  Gegenüberstellung  von 
Amt  und  Geist  finde  ich  aus  den  Daten  des  Briefes  keine  Ver- 
anlassung), aber  auch  rein  rednerische  Fertigkeit,  Bildung  und 
bürgerliches  Ansehen,  Reichtum  und  gesellschaftliche  Stellung 
aber  auch  vielleicht  sozial  niedere  Stellung,  Armut,  die  sich  gegen 
Bevormundung  durch  die  Reichen  und  Mächtigeren  auflehnte 
(c.  38  2  lässt  beide  Möglichkeiten  zu,  aus  c.  3  3  ist  nichts  zu 
machen,  man  weiss  nicht,  auf  welchem  Gebiete  die  όοΒ,α  und 
τιμ7]  dort  gesucht  wird),  berechtigte  Opposition  gegen  die  An- 
massungen  der  Amtsträger,  persönliche  Reibereien  und  Eifer- 
süchteleien, ehrgeizige  Strebereien  (selbst  dies  ist  nicht  ausge- 
schlossen, vgl.  44  1  όνομα  της  επιοχοπης  mit  43 2  ζΐ]λον  εμπε- 
οόντος  περί  της  Ιερωοΰνης  χαΐ  ϋταΟιαζονϋών  των  φυλών,  οποία 
αυτών  εϊη  τω  ενδοΒ,ω  ονόματι  χεχοϋμημενη ,  vgl.  auch  den 
Gebrauch  von  ζήλος  hier  und  3  7—6)  und  dergl.  In  den  Streit 
der  Gemeinde  spielt  irgendwie  die  Stellung  der  Presbyter  hinein 
(klar  ausgesprochen  47  g  ...  την  βεβαιοτάτην  xal  άρ^αίαν  Κοριν- 
})•ίων  εχχληοίαν  όι  εν  η  οΰο  πρόοωπα  ϋταϋιάζειν  προς  τους 
πρεοβντερονς).  Einige  Presbyter  sind  von  der  Gemeinde  abge- 
setzt worden  (44  ej.  Diese  Thatsache  bewog  die  Römer  zu  ihrem 
Schreiben.  Der  Verfasser  des  Briefes  scheint  selber  keine  klare 
Anschauung  von  dem  Wesen  des  Streites  zu  haben,  nur  die  ver- 


Der  litterarische  Charaktir  des  ersten  Clemensbriefes.  175 

drängten  Presbyter  liegen  ihm  am  Herzen  sowie  die  traurige 
Thatsache,  dass  in  einer  Christengemeinde  überhaupt  Zwist  ent- 
standen sein  könne.  Ferner  ist,  was  den  Streit  anlaugt,  klar, 
dass  es  sich  nicht  um  die  Stellung  der  Presbyter  als  solcher  ge- 
handelt haben  kann,  denn  es  wurden  ja  nur  einige  Presbyter 
entfernt  (44  6  aviovg).  während  die  übrigen  anscheinend  im  Amte 
belassen  wurden.  In  diesen  Massnahmen  war  der  überwiegende 
Teil  der  Gemeinde  einig,  doch  ist  von  vornherein  wahrscheinlich, 
dass  ein  Teil  auch  auf  Seiten  der  abgesetzten  Presbyter  stand. 
Obwohl  wir  dies  im  Briefe  nicht  direct  erfahren,  so  scheint  es 
Clemens  doch  vorauszusetzen,  da  er  für  den  Streit  den  Namen 
οχίομα  braucht  (cf.  46  o,  auch  2  6,  46  5,  49  δ,  54  2,  ferner  πόλεμος 
3  2,  46  5).  An  die  Spitze  der  Opposition  hatten  sich  Führer  ge- 
stellt, wenige  an  Zahl  ('?  1 1  ολίγα  πρόοωπα,  47  g  tv  y  ovo 
πρόοωπα;  doch  können  diese  Ausdrücke  sehr  wohl  verächtlich 
übertreibend  gemeint  sein,  obwohl  ja  freilich  an  leitender  Stelle 
naturgemäss  nur  wenige  stehen).  Den  Führern  hing  die  Ge- 
meinde an,  der  daher  indirect  προθ€οπολ7]μχρία  vorgeworfen  wird 
(1 2  άπροοωπολημπτως).  Hier  möge  die  Frage  erlaubt  sein, 
ob  denn  Clemens  der  Gemeinde,  wenn  sie  den  όιαταγαί  von 
Pneumatikern  folgte,  kurzhin  προοωπολημψία  vorwerfen  konnte. 
Die  Redensart  wird  doch  sonst  nur  auf  äussere  Vorzüge  — 
Würde,  Stand,  Reichtum,  Zugehörigkeit  zum  auserw^ählten  Juden- 
volke und  dgl.  —  angeAvandt,  vgl.  Act.  10  34,  Rom.  2  n,  Gal.  2  6, 
Π  Kor.  10  7,  Jak.  2i  u.  9,  Eph.  69,  Kol.  4  25,  Jud.  ig,  I  Petr.  1 17, 
Barn.  4  12,  Mc.  12  u,  Mt.  22  ig,  Luc.  20  2  u.a.  Stellen.  Doch  ist 
freilich  auf  den  Gebrauch  des  Ausdruckes  bei  Clemens  kein  allzu 
grosser  Nachdruck  zu  legen,  da  er  nur  nebenbei  erfolgt  und 
aus  litterarischer  Reminiszenz  leicht  zu  erklären  ist.  Ort  für 
die  Austragung  der  Differenzen  war  natürlich  die  Gemeindever- 
sammlung, bei  der  die  aQ'/rjyoi  in  der  Macht  ihres  Wortes  den 
Presbytern  entgegentraten.  Darauf  lässt  57  if.,  die  directe  An- 
rede an  die  Führer,  schliessen,  in  der  neben  dem  blassen  νποτά- 
γητε  τοις  ττρεοβυτεροίς,  παιόενθ-ητε  εις  μετάνοιαν .  μάϋετε 
νποτάοΟίΟί^αί  als  einzige  concrete  Anschauung  hervortritt:  άπο- 
ϋ^έμενοι  την  αλαζόνα  καΐ  ντΐερΖ/φανον  της  γλώοϋης  υμών 
ανΰ-άόειαν. 

Wie   das  A^erhältnis   zwischen   den  Führern   und  ihren  An- 
hängern  war.    ist  unsicher.     Der   Brief   scheint   vorauszusetzen, 


176  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

dass  die  Gemeinde  die  verführte  war,  die  sich  von  stolzen,  auf- 
geblasenen Schwätzern  verleiten  Hess.  Ahnlich  meintauch  Wrede: 
,,Sie  (d.  i.  die  αρχηγοί)  müssen  irgendwie  in  einen  Gegensatz  gegen 
die  Presbyter  getreten  sein,  und  die  Gemeinde  ergriff  dann  ihre 
Partei"  (S.  25,  Beweisstellen  47  6  u.  54  if.,  auch  47  sf.,  142,  16  i, 
57  2).  Doch  kann  die  ganze  Art,  wie  Clemens  zwischen  Gemeinde 
und  Führern  scheidet,  diesen  dabei  die  Hauptlast  der  Schuld  auf- 
bürdend, sehr  wohl  ein  leicht  verständlicher,  naheliegender  schrift- 
stellerischer Kunstgriff  sein,  und  deswegen  hindert  uns  nichts, 
auch  die  Möglichkeit  offen  zu  lassen,  dass  die  αρχηγοί  nur  Stimm- 
führer der  Gemeindemehrheit  waren  und  der  in  dieser  vorhandenen 
Unzufriedenheit  Ausdruck  gaben.  — ■  Die  sittlichen  Vorwürfe, 
die  Clemens  auf  die  Gegner  häuft,  sind  vollends  unbeweisbar 
(vgl.  1 1,  14  1  f.,  15  1,  16  1,  21  5,  57  2).  Sie  gehen  im  wesentlichen 
auf  Stolz  und  Thorheit,  Selbstsucht  und  Lieblosigkeit  hinaus, 
und  wir  finden  in  ihnen  nur  das  auch  sonst  öfters  nachweisbare 
Häretiker-  und  Schismatikerschema  angewandt:  Aver  sich  abson- 
dert, sei  es  nun  in  Lehr-  oder  \^erfassungsfragen,  dem  fehlt 
1.  die  Demut,  2.  die  Liebe,  3.  die  Einsicht  (vgl.  mit  der  Charakte- 
risierung, die  Clemens  giebt,  z.  B.  11  Tim.  82—4,  auch  Ign. 
Eph.  53  0  ovv  μη  ίρχομενος  Ιπϊ  το  αυτό,  ούτος  ηδη  νττερη- 
φανεΐ).  Sehr  gut  Wr.  (S.  28 f.):  „Obendrein  sollte  es  selbstver- 
ständlich sein,  dass  die  Attribute,  mit  Avelchen  Clemens  seine 
Gegner  bedenkt,  uns  nicht  sagen,  wie  das  Verhalten  der  Führer 
war,  und  aus  welchen  Wurzeln  es  wirklich  hervorwuchs,  sondern 
wie  es  erscheinen  konnte  und  dem  Clemens  thatsächlich  erschien." 
Nicht  nur  in  Korinth,  bei  den  dort  vorausgesetzten  Unruhen 
und  Missständen,  haben  wir  den  Standpunkt  für  die  Beurteilung 
des  Briefes  und  seiner  Eigenart  zu  nehmen,  sondern  auch  in 
Rom  selbst.  Der  Gesichtspunkt,  unter  dem  I  Clem.  4 — 38  be- 
trachtet werden  muss,  ist  der,  dass  diese  Capitel  eine  homiletisch- 
paränetische- Gemeindeansprache  sein  wollen.^)  Die  Römer  haben 
sich  nicht  damit  begnügt,  nur  in  dem  einzelnen,  nächstliegenden 
Punkte  der  in  Verwirrung  geratenen  Schwestergemeinde  mahnend 
und  warnend  beizuspringen,  sondern  sie  geben  darüber  hinaus 
eine    weitgehende    Anweisung    über   den    gesamten    christlichen 


1)  Vgl.  dazu  das  Urteil  bei  Harnack,  Lit.-Gesch.  II  S.  444 f.,  der  ein- 
zelnen Partieen  den  „Charakter  von  Predigtstücken"  zuerkennt. 


Der  litterarisclie  Charakter  des  ersten  Clemensbriefes.  177 

Lebenswandel,  illustriert  durch  die  Beispiele  der  Väter,  d.  h.  der 
alttestamentlichen  Frommen.  Das  Bewusstsein,  dies  gethan  zu 
haben,  spricht  die  sendende  Gemeinde  selber  am  Schlüsse  des 
Briefes  aus:  62 1  f.  ττερί  μεν  των  ανηκόντων  τ(]  ϋ•ρ7]θκεία 
ημών,  των  ωφελφωτάτων  τοις  ϋ-έλονοιν  ένάρετον  βίον  ενϋεβώς 
καΐ  δικαίως  όιενΘ^ννειν  ίκανώς  επεΟτείλαμεν  νμΐν,  άνδρες 
αδελφοί,  περί  γαρ  κτλ. 

Diese  Annahme  allein  scheint  dem  eigentümlichen  Cha- 
rakter des  Briefes  gerecht  zu  werden,  der  so  concret  anfängt,  um 
alsbald  so  breit  auseinanderzufliessen,  und  es  sollen  nun  im 
folgenden  die  Erwägungen,  die  zu  dieser  Annahme  hinführen: 
zusammengetragen  werden. 

Zunächst  ist  es  der  Stil  überhaupt,  der  uns  die  Vermutung 
nahelegt,  wir  hätten  es  hier  mit  einem  predigtartigen  Mahn- 
schreiben zu  thun.  Man  schneide  die  3  ersten  Capitel  und  den 
zweiten  Teil  von  Cap.  40  ab  weg  und  niemand  wird  aus  den 
noch  übrig  bleibenden  Capiteln,  der  Hauptmasse  des  Briefes,  die 
geschichtliche  Veranlassung  des  Schreibens  herauslesen  können. 
Wir  finden  zwischen  c.  4  i  u.  44  6  nur  ganz  vereinzelt  eine  directe 
Anrede,  und  zwar  gerade  an  der  Stelle,  wo  der  Schriftsteller 
mitteilt,  er  wolle  seine  Mahnungen  nicht  bloss  an  die  Angeredeten 
richten,  sondern  ebenso  auch  an  den  Kreis,  in  dem  er  selber 
stehe  (7i  ου  μόνον  υμάς  νονϋ-ετοϋντες  επιοτέλλομεν,  άλλα 
καΐ  εαυτούς  ύπομιμνηΰκοντες;  21 1  οράτε  ist  mehr  rhetorisch 
und  wird  gleich  darauf  in  die  1.  Person  umgebogen;  21  s  ist  mit 
L  S  Clem.  AI.  ημών  zu  lesen  statt  υμών).  7 1  ist  eine  An- 
fangsparallele zur  oben  citierten  Schlussstelle  62 1  f.:  gleich  am 
Anfang  der  Ausführungen  wird  deutlich  die  Absicht  angekündigt, 
dies  Schreiben  zu  einem  für  alle  Christen  nützlichen  Mahnworte 
zu  machen.  Diese  lang  ausgesponnenen,  Sender  und  Empfänger 
gleichermassen  einschliessenden  Ausführungen  und  Mahnreihen 
sind  nicht  veranlasst  durch  thatsächlich  vorhandene  Übelstände, 
deren  Abschaffung  in  ganz  anderem  Tone  zu  fordern  war.  Zum 
Überflusse  sehen  wir  ja,  dass  der  Schriftsteller  sehr  wohl  eine 
andere  Tonart  anschlagen  konnte  (von  45  i  an,  vgl.  besonders 
die  scharfen  Worte  57  if).  Diese  Eigentümlichkeit  des  Stiles 
in  I  Clem.  steht  nicht  einzig  da,  sondern  unser  Brief  teilt  sie 
mit  mehreren  andern  altchristhchen  Briefen,  deren  Charakter  als 
allgemein  gehaltener,  ohne  besondere  Einzelveraulassung  ent- 
Texte u.  Untersuchungen.  N.  F.  V,  1.  12 


178  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

standeuer  Mahnschreiben   längst  erkannt  worden  ist.    Ich  meine 
Schriftstücke  Avie  I  Petr.,  Jak.,  II  Clem.,  Hebr.,  Barn. 

An  diese  allgemeine,  die  Tonart  der  ganzen  Ausführungen 
betreffende  Erwägung  schliesst  sich  eine  weitere  an,  die  auf  den 
Inhalt  des  Schreibens,  die  behandelten  Gegenstände  Bezug  hat. 
Da  fällt  uns  einmal,  ganz  äusserlich  betrachtet,  die  Vielseitigkeit 
der  Gegenstände  auf,  die  in  dem  in  Frage  stehenden  Briefteile 
zur  Behandlung  kommen.  Über  wie  vielerlei  handelt  nicht  der 
Römer:  vom  ζήλος  anfangend  spricht  er  über  Reue,  Glauben, 
Gehorsam,  Frömmigkeit,  Gastfreundschaft,  Demut,  Friedfertig- 
keit, Gottes  Schöpfergüte,  Zweifelsucht,  Farusie,  Auferstehung, 
Gottes  Ällgegenwart,  Heiligung,  Wege  des  Segens,  Glauben  und 
Werke,  A^erheissungen  Gottes,  Herrlichkeit  Christi,  Demut  in 
gegenseitiger  Unterordnung.  Wir  können  die  Behandlung  des 
einen  oder  andern  dieser  Gegenstände  verstehen,  aber  über  die 
Mehrzahl  fehlt  uns  im  Briefe  selbst  jede  Andeutung,  warum  sie 
denn  eigentlich  behandelt  werden.  Will  man  annehmen,  dass 
thatsächhche  Beziehungen  zu  Missständen  in  der  Gemeinde  vor- 
liegen, so  hat  man  die  Frage  freilich  gelöst,  aber  warum  dieser 
AVeg  ungangbar  ist,  ist  bereits  oben  gezeigt  worden.  Eine  Er- 
klärung können  wir  aber  augenblicklich  beibringen,  sobald  wir 
annehmen,  dass  wir  es  hier  mit  einer  homilienartigen  Abhand- 
lung zu  thun  haben.  Dann  wird  uns  einmal  die  Vielseitigkeit 
der  Gegenstände  erklärlich.  Die  Römer  haben  mit  der  Abfassung 
des  Schreibens  an  die  Schwestergemeinde  natürlich  einen  Mann 
betraut,  von  dessen  Fähigkeit  zu  mahnen  und  zu  erbauen  sie 
überzeugt  waren,  wahrscheinlich  einen  ihrer  Lehrer,  der  schon 
öfters  oder  regelmässig  in  der  Gemeindeversammlung  seine  Tüch- 
tigkeit für  den  beabsichtigien  Zweck  bewiesen  hatte.  Die  For- 
mierung der  Paränese,  die  Überleitungen,  die  Beweisführungen 
erfolgen  in  ganz  festen  Formen.  Die  FüUe  der  beigebrachten 
Beispiele  lässt  darauf  schliessen,  dass  dem  Verfasser  eine  bedeu- 
tende Übung  zu  eigen  ist,  dass  alle  die  behandelten  Gegenstände 
schon  früher  überdacht  und  beleuchtet  wurden.  Und  zwar  er- 
kennen wir  im  einzelnen  ganz  deutlich  eine  Anzahl  festumgrenzter, 
gegenseitig  und  zur  Hauptfrage  in  geringer  Beziehung  stehender 
Cyklen,  eine  Reihe  von  Themen,  die  behandelt  werden.  Sie  sind 
oben  in  der  Inhaltsangabe  schon  angedeutet  worden,  mögen  aber 
hier  nochmals  ausführlicher  beschrieben  werden.  Jedes  der  Stücke 


Der  littevarische  Charakter  des  ersten  Clemensbriefes.  179 

besteht  ans  kurzer,  oft  ganz  abrupt  einsetzender  Paränese,  sodann 
aus  dem  Kern,  der  aus  Citaten  und  Beispielen  bestehenden  Be- 
gründung, so  dass  unser  Briefteil  im  grossen  und  ganzen  den 
Charakter  eines  aus  einer  Anzahl  von  unabhängigen  Abhand- 
lungen zusammengesetzten  Ganzen  bekommt.  Die  einzelnen  Ab- 
handlungen sind  folgende: 

1.  ce.4i — 7i.  eine  Abhandlung  über  die  verderbliche  Wirkung 
des  ζήλος,  anknüpfend  an  die  letzten  Worte  von  c.  3:  ζηλον 
αόικον  και  άοεβϊ/  άνείληφότας,  δι  ον  και  ϋ^σ.νατος  είοη?.ϋ-ερ 
εις  τον  κόϋμον,  ausgehend  von  Gen.  43 — 8.  Die  einzelnen  Glieder 
der  Beispielreihe  sind:  Kain  und  Abel,  Jakob  und  Esau,  Joseph 
und  seine  Brüder,  Moses'  Flucht  vor  Pharao,  Aaron  und  Mirjam, 
Dathan  und  Abiron,  David  und  Saul.  Damit  bricht  die  Auf- 
zählung der  alttestamentlichenaus  ζήλος  leidenden  oder  seinetwegen 
bestraften  Personen  ab,  und  es  beginnt,  vom  Verfasser  selbst 
deutlich  markiert  (oi  αλλ"  ίνα  των  αρχαίων  υποδειγμάτων 
πανοοομεϋ-α  κτ).),  Fortsetzung  der  Reihe  aus  den  Erfahrungen 
der  jungen  Christenheit:  Die  guten  Apostel,  unter  ihnen  besonders 
Petrus  und  Paulus,  und  die  grosse  Schar  der  Märtyrer,  unter 
ihnen  besonders  die  „Danaiden  und  Dirken"  haben  des  ζΐβος 
wegen  Λ^erfolgung,  Leiden,  selbst  den  Tod  erlitten.  Hinweis  auf 
Ereignisse  des  bürgerlichen  Lebens  (gestörte  Ehen)  und  des 
öffentlichen  Lebens  (Kriegskatastrophen)  beendet  die  Aufzählung, 
an  die  7i  nur  noch  die  kurze  Bemerkung  geknüpft  wird:  dies 
hätten  die  Römer  gesagt,  nicht  nur  zur  Ermahnung  der  Korinther, 
sondern  auch  zu  eigenem  Nutz  und  Frommen,  da  auch  sie  in  der- 
selben Wettspielbahn  sich  abzumühen  hätten. 

2.  Wenige  kurze  überleitende  Worte  in  paränetischer  Form 
führen  hinüber  zur  nächsten  Abhandlung:  über  die  μετάνοια 
7-1— 8δ,  wieder  eine  Reihe  von  Exempeln  (Chinsti Opfertod,  Noahs 
und  Jonas'  Busspredigt,  der  Bussruf  der  Propheten),  und  3  Citate 
aus  heihger  Schrift,  die  Gottes  dringende  Mahnung  zur  Busse 
und  seinen  heiligen  Schwur,  dem  bussfertigen  Sünder  zu  verzeihen, 
zum  Ausdruck  bringen.  9i,  dem  Inhalt  und  dem  Baue  nach 
gleich  mit  72,  schliesst  den  Abschnitt  ab  und  sieht  mit  seinen 
letzten  Worten  CtQiv  και  το  εις  ϋ^άνατον  αγον  ζήλος)  auch  noch 
zurück  auf  den  1.  Teil  und  auf  die  Veranlassung  des  Briefes 
überhaupt. 

3.  Ziemlich    abrupt  setzt  die  3.  Abhandlung    ein:    über  die 

12* 


18Q  Knopf,  Der  erste  Clemeusbrief. 

jttOToi,  vjti'jxooL  und  φιλό^ίνοι  (92 — 128),  eigentlich  nur  Beispiele 
enthaltend  mit  verschwindender  Paränese.  Enoch,  Noah,  Abra- 
ham, Lot,  Rahab  finden  hier  Stelle  und  Erwähnung.  12?  am 
Ende  der  Rahabgeschichte  bedient  sich  der  Verfasser  auch  der 
höheren  Auslegekunst,  die  ihm  im  ganzen  bei  seiner  moralisti- 
schen Verwertung  der  heiligen  Schriften  fremd  ist. 

4.  Wiederum  abgerissen  (wir  verstehen  das  ovv  13 1  nicht) 
beginnt  die  folgende  umfangreichere  Abhandlung,  in  der  Haupt- 
sache den  W^ert  der  ταπεινοφροϋννη  an  Wort  und  Beispiel  klar 
machend  (13 1 — 19 1).  Gehorsam  und  Friedfertigkeit,  die  nebenbei 
auch  behandelt  werden  (133—156),  erscheinen  mehr  als  Spezia- 
lisierungen der  Demut.  Cap.  13 — 15  operiert  der  Verfasser  mit 
dem  directen  Mahnworte  des  A.  T.  und  des  Herrn,  in  der  ange- 
schlossenen Beispielsreihe  erscheinen  Christus,  die  Propheten  (mit 
Namen  erwähnt  Elias,  Elisa,  Ezechiel)  und  die,  denen  Gott  ein 
herrliches  Zeugnis  ausstellte,  und  die  doch  demütig  blieben: 
Abraham,  Hiob,  Moses,  David.  In  diesem  Teile  tritt  die  Beziehung 
auf  die  concreten  Zustände  in  Korinth  stärker  hervor  (vgl.  bes. 
14 1  f.  auch  15 1).  Interessant  ist  hier  (vgl.  auch  Wrede  S.  103)  die  Ver- 
wendung von  Christi  Wort  und  Leben,  Sein  Wort  (13  2)  erscheint 
in  einer  Linie  mit  dem  alttestamentlichen  Gotteswort,  sein  Leben 
liefert  (16)  ein  Beispiel  neben  dem  der  alttestamentlichen  Gottes- 
männer, wobei  es  gar  nicht  in  seiner  geschichtlichen  Lebendigkeit, 
sondern  nur  im  Spiegel  des  Prophetenwortes  zum  Ausdrucke  kommt. 

5.  Es  folgt  eine  Ausführung  über  Gottes  Ordnung  und  Güte 
als  Schöpfers  und  Erhalters  (c.  20).  19 2f.  leiten  zu  dieser  Schil- 
derung über.  Die  Anknüpfung  an  den  vorhergehenden  Teil 
(wieder  mit  ovv  192)  ist  auch  hier  hart  und  unmotiviert,  πολλαϊ 
Tcal  μεγάλαι  καϊ  ενόοξοί  πράξεις,  die  die  Christen  empfangen  hätten, 
sind  im  vorhergehenden  gar  nicht  erwähnt,  höchstens  das  eine, 
dass  der  Gehorsam  und  die  Demut  der  heiligen  Männer  früherer 
Zeiten  auch  alle  nachfolgenden  Geschlechter  besser  mache,  c.  20, 
die  eigentliche  Ausführung,  verleugnet,  obwohl  der  Stoff  der  Bei- 
spiele hier  aus  einem  ganz  anderen  Gebiete  genommen  ist  als 
in  den  früheren  Fällen,  in  seiner  ruhig  dahinfliessenden,  viel- 
gliedrigen  Aufzählung  doch  nicht  seine  Zugehörigkeit  zu  der- 
selben Art  homiletischer  Erbauung.  Sehr  beachtenswert  ist,  dass 
das  c.  20  mit  Doxologie  —  an  Gott,  nicht  an  Christus  —  schliesst. 
Wir  sind  gewohnt,  eine  Doxologie  nur  am  Ende  eines  grösseren 


Der  litterarische  Charakter  des  ersten  Clemensbriefes.  \^{ 

Abschnittes  vor  dem  Übergänge  zu  etwas  neuem  zu  finden.  Von 
einem  solchen  bedeutsamen  Abschnitte  kann  hier  nicht  die  Rede 
sein.  Unser  Teil  ist  den  übrigen,  derDoxologie  ermangelnden,  voll- 
kommen coordiniert,  zeichnet  sich  gerade  durch  besonders  geringen 
Umfang  aus,  und  zum  Überflusse  schliesst  der  Anfang  des 
nächsten  Capitels  sehr  eng  an  c.  20  an.  Sollte  die  Doxologie 
ein  Anzeichen  dafür  sein,  dass  dieser  Schöpfungshymnus  schon 
früher  eine  litterarische  Existenz  in  einem  anderen  Zusammenhange 
gehabt  habe  und  in  der  Hauptsache  etwas  einfach  übernommenes 
sei?  Diese  Annahme  ist  an  sich  recht  wahrscheinlich.  Be- 
wiesen kann  sie  freilich  nicht  werden,  der  Verfasser  kann  mit 
Benutzung  seiner  sonstigen  Übung  das  Stück  erst  im  Schreiben 
des  Briefes  selbst  zusammengestellt  haben  und  die  Doxologie 
aus  seelischem  Beweggrunde  (hervorquellender  Dank  bei  Er- 
innerung an  so  viele  Gutthaten  des  Schöpfers)  oder,  weil  es  bei 
dergleichen  hymnischen  Stücken  Stil  war,  angewandt  haben. 

Eng  angeschlossen  an  den  Preis  des  Schöpfergottes  erscheint 
die  Paränese  von  c.  20,  die  mit  der  Warnung,  Gottes  grosse  Güte 
nicht  zu  missbrauchen,  einsetzt.  Lieber  bei  Menschen  Anstoss 
erregen,  als  bei  dem  allezeit  nahen  und  allwissenden  Gotte. 
21 6 — ^9  bringt  dann  eine  Haustafel  in  ganz  conventionellen ,  fest 
geprägten  Formen.  Nicht  einmal  die  Anfangsmahnungen  dieser 
Tafel  (die  Leiter  und  Altesten  zu  ehren)  zeigen  eine  durch  die 
besondere  A'eranlassung  hervorgerufene  Individualität.  Wir  finden 
dergleichen  Mahnungen  auch  sonst  in  Verbindung  mit  den  Haus- 
tafeln oder  davon  abgesondert,  ohne  dass  wir  eine  eigene  Ver- 
anlassung für  sie  zu  erkennen  vermögen  (vgl.  I  Tim.  διν,  I  Petr.  δ  δ, 
Ι  Thess.  5i2f,  Hebr.  13?  u.  17). 

Ein  grösseres  Psalmencitat  (ψ  34 12 — is),  das  dem  präexistenten 
Christus  in  den  Mund  gelegt  wird,  bildet  den  Schluss  dieses  Teiles. 
Das  Gotteswort  soll  die  Mahnungen  von  c.  21  in  heiliger  authen- 
tischer Form  bekräftigen. 

6.  In  einem  ganz  leidlichen  Zusammenhange  mit  dem  vorher- 
gehenden Teile,  der  ja  von  Gottes  Schöpfergüte  sprach,  steht  der 
Anfang  des  nun  folgenden  Abschnittes  23 1 — 284:  Gott  giebt  seine 
Wohlthaten  mild  und  gütig,  nur  darf  man  an  ihnen  nicht  zweifeln. 
Damit  ist  das  Stichwort  der  ganzen  Ausführung  gefallen,  die 
sich  gegen  die  όιψνχία  wendet.  Mit  einem  Citate  aus  heiliger 
Schrift  wird  die  Unseligkeit  und  Unvernunft  der  Zweifler  über- 


182  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

haupt  geschildert  (233  f.).  Dann  wird  erstens  kurz  der  Zweifel 
an  der  Parusie  mit  einem  gleich  bereiten  combinierten  Citate 
aus  Jes.  u.  Mal.  abgethan,  und  hierauf  erfolgt  cc.  24 — 26  die  aus- 
führliche Widerlegung  der  Zweifel  an  der  Auferstehung:  Christi 
Auferstehung,  Beispiele  aus  den  alltäglichen  Naturvorgäugen 
(Tag  und  Nacht,  Saatkorn),  der  wundersame  Vogel  Phönix  werden 
herangezogen,  die  Zweifler  zu  widerlegen,  mit  einem  dreifachen 
beweisenden  Citate  aus  Gottes  Wort  —  auch  diese  Citate  kommen 
leicht  und  geAvandt  heraus  —  endet  das  Stück,  dem  c.  27 
dann  noch  zur  Bekräftigung  einige  Betrachtungen  über  Gottes 
Wahrhaftigkeit  und  Allmacht  angefügt  sind.  Grade  an  diesem 
Teile  tritt  besonders  stark  die  Incongruenz  zwischen  Veranlassung 
und  Inhalt  des  Schreibens  hervor.  Nicht  eine  Silbe  sonst  im 
ganzen  Briefe  lässt  nur  die  geringste  Andeutung  über  dergleichen 
Zweifel  der  Korinther  fallen.  Die  Ausführung  selber  in  ihrem 
ruhigen,  sachlichen  Tone  kann  man  durchaus  nicht  als  Polemik 
auffassen.  Wir  werden  nachher  noch  sehen,  dass  sich  ein  anders- 
artiger Beweggrund  für  die  Einschiebung  dieser  Ausführung  ergibt, 
nämlich  eine  gewisse  litterarische  Abhängigkeit  von  I  Kor.  Doch 
hindert  auch  dieser  nicht  die  Erkenntnis,  dass  wir  in  unserem 
Abschnitte  eine  gut  in  sich  geschlossene,  unabhängige  Abhand- 
lung über  die  Auferstehung  zu  erkennen  haben. 

7.  c.  28  ist  ein  Übergangsstück  zwischen  dem  vorhergehenden 
Teile,  an  dessen  Schluss  es  anknüpft,  und  dem  nächstfolgenden. 
Es  spricht  über  das  Unvermögen  des  Menschen,  vor  Gottes  All- 
gewalt zu  entrinnen,  wieder  mit  einem  Citate  {φ  139 7 if.)  bewei- 
send, eine  passende  Einleitung  zu  dem  folgenden  kurzen  Stücke 
(cc.  29  u.  30),  das  von  der  Erwählung  durch  Gott  und  der  durch 
diese  Thatsache  geforderten  Heiligung  des  Menschen  handelt. 
Den  ganz  allgemeinen  Charakter  des  Stückes,  das  auf  thatsäch- 
liche  Zustände  so  gut  wie  gar  keinen  Bezug  nimmt,  erkennen 
wir  am  besten  aus  30 1,  dessen  Lasterkatalog  (vgl.  oben  S.  163) 
wir  uns  ganz  und  gar  nicht  aus  besonderen  Missständen  der 
korinthischen  Gemeinde  erklären  können. 

8.  Es  folgt  ein  umfangreicheres  Stück  über  „die  Wege  des 
Segens",  äusserlich  angefügt  an  das  vorhergehende  durch  den 
Mittelbegriff  der  ευλογία  (vgl.  ηνλογημένοίς  308  Schluss).  Auf 
welchem  Wege  ist  das  Heil  zu  finden?  Dies  Thema  ist  bereits 
in  den  Schlussworten  von  3θ3  angeschlagen  {βργοις  δικαιούμενοι 


Der  litteravische  Charakter  des  ersten  Clemensbriefes.  183 

μη  /.όγοις),  und  die  Fi-age  wird  in  unserm  Abschnitte  auf  dop- 
pelte, für  das  nachpaulinische  Cliristentum  nicht  zwiespältige  Weise 
gelöst,  einmal  (31  f.)  durch  Hinweis  auf  den  Glaubensweg,  nach 
pauHnischer  Weise  und  Formel,  die  aber  sogleich  33i— s  durch 
Aufzeigung  des  Weges  der  Werke  in  die  allein  verständliche 
Fassung  gebracht  wird.  Die  Beweisführung  ist  in  beiden  Abschnitten 
gleichartig  der  des  ganzen  Briefes.  Sie  geht  in  ruhiger  sachlicher 
Weise  mit  Beispielen  vor  (die  3  Erzväter  als  Glaubenshelden 
3l2 — 323;  Gott  33-2—7,  und  alle  Gerechten  33?  als  Ausführer 
guter  Werke).  Ergänzt  und  recht  eindringlich  gemacht  werden 
diese  Ausführungen  über  den  rechten  Weg  durch  Betrachtungen 
über  die  Herrlichkeit  der  Güter,  die  man  auf  ihm  findet,  so  32 1  f. 
(die  δώρα  Jakobs),  323  (der  Lohn  Gottes  mit  Prophetencitat), 
34 1 — 8  (über  den  μιϋθ-ός,  gipfelnd  in  dem  Citate  von  den  unsag- 
baren Gaben  Gottes  I  Kor.  2n).  Das  letztgenannte  Citat  führt 
dann  direct  hinüber  zu  c.  35,  das  zusammenhängend  die  Beloh- 
nung und  Bestrafung  behandelt,  mit  nochmaliger  Charakterisierung 
der  οόος  της  άληϋ-είας  (ν.  δ)  und  der  Handlungsweise  des  Frev- 
lers (v.  5bf.,  V.  8  im  Citate).  Damit  ist  die  Frage  nach  dem  Wege 
des  Segens  gelöst,  der  Weg  aufgezeigt,  auf  dem  man  zu  Christus, 
dem  Heile,  gelangen  könne,  der  dann  in  Worten  und  Gedanken, 
die  zum  Teil  dem  Hebräerbriefe  entnommen  sind,  gepriesen  wird. 
Die  6  Kapitel  31 — 36  bilden  eine  gute  Einheit  —  man  könnte 
sie  überschreiben:  Art  und  Ziel  des  Heilsweges  — ,  wie  u.  a.  auch 
durch  die  Ausdrücke  οόοΐ  της  ευλογίας  am  Anfang  (31 1),  οόφ 
της  άληΘ-είας  im  Fortgange  (355),  οδός  .  .  .  εν  ?/  ευρομεν  το  0ω• 
τηρών  ημών  Ίηοονν  Χριοτόν  am  Ende  (36 1)  klar  gemacht  wird. 
Die  kurze  Doxologie  am  Ende  von  32  zeigt  nur  einen  kleinen 
Abschnitt  an.  Wiederum  beachte  man,  wie  theoretisch  die  Aus- 
führungen sind.  Nimmt  man  an,  sie  seien  aus  bestimmter  \^er- 
anlassung  hervorgegangen,  so  wird  man  wohl  grosse  Mühe  haben, 
herauszubekommen,  ob  eigentlich  die  Korinther  es  mehr  mit  dem 
Glauben  hielten  oder  gute  Thaten  vorzogen,  und  von  dem  Laster- 
kataloge 35  δ  gilt  das  im  vorhergehenden  zu  30 1  bemerkte. 

9.  cc.  37  u.  38,  die  beiden  letzten  der  in  Betracht  kommenden 
Capitel,  bilden  wieder  eine  kleine  Einheit  für  sich,  sind  aber  eng 
an  den  Schluss  von  c.  36  angehängt.  Den  Haken  hat  sich  der 
Verfasser  mit  dem  kleinen  Sätzchen  363  gemacht.  Die  beiden 
Capitel   enthalten   die  Aufforderung    zu  einmütigem,    gottgehor- 


184  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

Samen,  engen  Zusammenschlüsse  aller  Einzelnen  mit  dem  Ganzen. 
Als  Illustrationen  für  seine  Paränese  braucht  der  Verfasser  die 
Verhältnisse  des  römischen  Heeres  und  des  menschlichen  Leibes, 
das  letzte  Bild  in  deutlicher  Anlehnung  an  I  Kor.  12ufiF.  Die 
Spezialisierung  der  Pflichten  für  die  einzelnen  Gemeindegruppen 
ist  in  sehr  geringem  Grade  durch  die  concreten  Zustände  der 
korinthischen  Gemeinde  veranlasst  (vgl.  oben  S.  163),  doch 
steht  die  Behandlung  der  Frage  im  allgemeinen,  auch 
wenn  sie  im  einzelnen  noch  so  allgemein  theoretisch 
durchgeführt  ist,  immerhin  im  Zusammenhange  mit  der  thatsäch- 
lichen  Veranlassung  des  Briefes.  Das  Stück  schliesst  mit  Doxo- 
logie,  und  mit  c.  39  beginnt  der  zweite  Teil  des  Briefes,  der  den 
leitenden  Faden,  die  stete  Beziehung  zu  den  korinthischen  Vor- 
fällen, nicht  mehr  verliert. 

Dem  Versuche,  das  Verständnis  des  Briefes  durch  die  An- 
nahme zu  gewinnen,  wir  hätten  es  hier  in  der  Hauptsache  mit  einer 
homilienartigen  Abhandlung  zu  thun,  erweist  sich  weiter  die  Be- 
trachtung der  Art,  wie  der  Schriftsteller  das  A.T.  verwendet,  günstig. 
Clemens  ist  in  grossen  und  in  kleinen  Dingen  vom  A.  T.  sehr 
stark  abhängig  und  beeinflusst  (vgl,  zum  folgenden  Wrede  S.  58ff.). 
Wenn  dies  nun  auch  für  alle  jene  frühchristlichen  Schriftsteller 
zutrifft,  so  doch  für  Clemens  in  ganz  besonderem  Masse.  Wir 
haben  keine  altchristliche  Schrift,  in  der  die  Beziehungen  auf 
das  A.  T.  (directe  Citate,  Geschichten,  Anspielungen)  einen  so 
grossen  Teil  des  Ganzen  ausmachten.  Und  zwar  ist  Clemens 
nicht  nur  im  allgemeinen  von  alttestamentlichen  Anschauungen,  Be- 
griffen abhängig,  sondern  auch  von  einer  ganz  bestimmten  Tra- 
dition betreffend  die  Art  und  Weise  und  die  Auswahl  in  der 
Benutzung. 

Dies  gilt  zunächst  für  die  Citate.  Es  ist  ja  bekannt,  dass 
mau  bei  Betrachtung  der  alttestamentlichen  Citate  frühchristlicher 
Schriftsteller  findet,  wie  nur  ein  überraschend  geringer  Ausschnitt 
aus  dem  A.  T.  zur  steten  Verwendung  kommt.  Es  sind  in  der 
Hauptsache  immer  wieder  dieselben  Citate,  auf  die  die  Auswahl 
fällt.  Wir  haben  also  hier  sicher  eine  gewisse  Tradition,  die 
die  loci  probantes  für  die  Dogmatik  und  Ethik  zusammengeorduet 
hat.  Und  diese  Tradition  Avar  höchst  \vahrscheinlich  nicht  bloss 
eine  mündliche,  sondern  auch  eine  schriftliche.  Hatch  (Essays 
in  Biblical  Greek  Oxf.  1889,  5*^  lecture:    On    composite  quota- 


Der  litterarische  Charakter  des  ersten  Clemensbriefes.  1§5 

tioDS  from  the  Septuagint  S.  203 — 214,  vgl.  auch  Vollmer:  Die 
alttestameutlichen  Citate  bei  Paulus  S.  36 if.)  hat  es  durch  Zusammen- 
stellung combinierter  Citate  aus  Clem.  Rom.,  Barn.,  Justin  (u, 
Rm.  3 10 — is)  sehr  wahrscheinlich  gemacht,  dass  im  1.  u,  2.  Jahr- 
hundert als  ein  Erbe  der  hellenistischen  Synagoge  Auszüge,  kurze 
Handbtichlein  im  Umlauf  waren,  die  sachlich  geordnete  Auszüge 
aus  dem  A.  T.  enthielten.  Es  ist  ja  diese  Thatsache  nur  ein 
Ausschnitt  aus  einer  grossen  Fülle  von  Parallelerscheinungen, 
die  uns  auf  so  vielen  Gebieten  die  christliche  Kirche  als  Erbin 
des  Hellenismus  zeigen.  Von  der  gleichen  Tradition  ist  I  Clem. 
höchst  wahrscheinlich  abhängig  gewesen.  Jene  Citate,  die  er 
zur  Empfehlung  der  christlichen  Tugenden  und  zur  Erhärtung 
seiner  Behauptungen  aus  dem  heiligen  Buche  anführt,  hat  er 
nicht  erst  ad  hoc,  während  er  den  Brief  schrieb,  zusammengestellt, 
sondern  sie  waren  zum  guten  Teil,  sei  es  nun  schriftlich,  sei  es 
mündlich,  überliefert,  im  Gebrauche  für  die  Gemeindeparänese. 
Von  hier  aus  fällt  auch  ein  eigentümliches  Licht  auf  die  von 
Lightfoot  gerade  im  Hinblick  auf  die  genaue  Kenntnis  der  LXX 
seitens  des  Verfassers  geltend  gemachte  Behauptung,  der  Autor 
müsse  ein  hellenistischer  Jude  gewesen  sein  (S.  Clem.  1 59  f.).  Es 
fällt  uns  ja  nicht  bei,  dem  Verfasser  eine  genaue  Kenntnis  der 
griechischen  Bibel  abzusprechen,  aber  in  welchem  Grade  er  bei 
seinen  Anführungen  von  einer  bereits  vorliegenden  Überlieferung 
geleitet  war,  können  wir  gar  nicht  sagen,  da  uns  genauere  Pa- 
rallelciuellen  fehlen.  Sicher  ist,  dass  im  Sprachgebrauch  über- 
haupt, sowie  in  der  besonderen  Auswahl  der  Belegstellen  ein 
feststehender  Grebrauch  des  alten  Testamentes  bereits  vorhanden 
war.  Namentlich  die  ziemlich  häufigen  combinierten  Citate  (vgl. 
H-i,  104 — 6,  293,  343,  362ίϊ.  ...)  legen  die  Vermutung  sehr  nahe. 
dass  Clemens  in  der  Auswahl  seiner  Citate  von  einer  bereits  fest  - 
stehenden  Art  der  Verwendung  des  heiligen  Buches  für  die 
Gemeindeerbauung  abhängig  sei.  —  Dasselbe  gilt  auch  für  die 
Fälle,  in  denen  alttestamentliche  Beispiele  gebracht  werden.  Es  ist 
an  sich  wahrscheinlich,  dass  für  die  Haupttugenden  und  Haupt- 
laster, die  in  der  Gemeindeparänese  naturgemäss  oft  vorkamen, 
eine  feststehende  Auswahl  von  alttestamentlichen  Beispielen  sich 
sehr  rasch  bildete  —  oder  ebenfalls  übernommen  wurde  —  und  fort- 
tradierte. Exempel  sind  immer  nötig  für  die  Unterweisung,  mit 
der  eigenen  nationalen  Überlieferung  hatte  mau  gebrochen,    .sie 


1S6  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

konnte  bei  Normierung  einer  Lebensordnung  für  die  εκλεκτοί 
nicht  herangezogen  werden  (doch  vgl.  immerhin  fürIClem.:  64, 
20  5  —  κρίματα  kann  nicht  angezweifelt  werden,  der  Verfasser 
scheint  an  den  Tartarus  und  seine  Bewohner  zu  denken  —  25, 
55 1),  und  dem  schliesslich  doch  begrenzten  Stoffe  des  A.  T. 
gegenüber  musste  leicht  eine  in  den  Hauptzügen  bald  feststehende 
Auswahl  entstehen,  z.  T.  vielleicht  Neubildung,  z.  T.  auch  nur 
Weiterbildung  synagogaler  Praxis.  An  einzelnen  Punkten  können 
wir  ja  selbst  bei  vmsern  geringen  Quellen  Berührungen  in  der 
Auswahl  der  Beispiele  feststellen.  Abraham  und  Lot  als  Vor- 
bilder von  Gastfreundschaft  hat  auch  Hebr.  13-2  im  Auge,  von 
Rahab  spricht  Hebr.  11 31  n.  Jak.  225.  (Die  Gestalt  der  Rahab 
erscheint  ja  öfters  in  der  alten  christlichen  Litteratur,  Rahab  ist 
auch  in  den  Stammbaum  Jesu  eingefügt  worden  Mt.  I5).  Wir 
können  nun  beobachten,  dass  an  verschiedenen  Stellen  Clemens  in 
der  Beispielauswahl  sich  an  vorhergegangene  Schriftsteller  an- 
lehnt: 93— lOi  Enoch,  Noah,  Abraham  wie  Hebr.  II.5— s;  31,  die 
3  Patriarchen  wie  Hebr.  11 17 — 21;  17 1  die  Ziegen-  und  Schaffell- 
bekleideten wie  Hebr.  11 37.  Es  wird  uns  demnach  keine  grosse 
Überwindung  kosten,  gerade  für  unsern  Schriftsteller  auch  in  den 
andern  Beispielsketten  Abhängigkeit  von  Tradition  in  der  Stoif- 
auswahl  anzunehmen.  Man  merkt  es  Schritt  für  Schritt  dem 
Schriftsteller  an,  dass  er  Citate  und  Beispiele  für  all  das,  was 
ihm  auf  dem  Herzen  liegt,  parat  hat,  sie  nicht  sich  erst  beim 
Schreiben  zusammenzusuchen  hat. 

Was  uns  die  Erkenntnis  der  Thatsache,  dass  Clemens  bei  seiner 
Verwendung  des  A.  T.  von  Tradition  abhängig  ist,  lehrt,  ist 
dieses:  Auch  von  dieser  Seite  aus  betrachtet  erweist  sich  der 
Brief  nicht  als  ein  einfaches  Gelegenheitsschreiben,  sondern  als 
zugehörig  zu  der  allgemeinen  Erbauungslitteratur  des  nach- 
apostolischen Zeitalters.  Sein  Verfasser  ist  auch  hinsichtlich  der 
Auswahl  aus  dem  A.  T.  abhängig  und  getragen  von  einer  bereits 
gefestigten  Tradition  der  Gemeindeerbauung  und  hat  sich  seiner 
Aufgabe  der  fremden  Gemeinde  gegenüber  ähnlich  entledigt, 
wie  er  es  bei  vorhergegangenen  Gelegenheiten  der  eigenen  gegen- 
über gethan  hatte. 

Den  allgemein  erbaulichen  Charakter  des  Schreibens  zeigen 
uns  in  ausdrücklicher  Weise  endlich  auch  noch  einige  Einzel- 
heiten   im  Briefe    selbst.     Auf   zwei  dieser  Stellen    ist  schon  im 


Der  litterarische  Charakter  des  ersten  Clemensbriefes.  1S7 

vorhergehenden  hingewiesen  worden:  auf  7i  u.  02 1  f.  (oben 
i^.  172  f.)•  Zwei  weitere  Beobachtungen  reihen  sich  an.  Die  eine 
betrifft  34?,  wo  wir  lesen:  xccl  ημείς  ovv  εν  ομόνοια  επϊ  το 
<χντο  ονναχϋ-έντες  τί]  ovv£io?']Oei,  cog  εξ  ενός  Οτοματος  βοήοωμεν 
jtQog  αυτόν  εκτενώς  εις  το  μετόχους  ημάς  γενέαθ-αί  των  μεγά- 
λων καΐ  ενδόξΟίν  επαγγελιών  αυτοϋ.  Hier  sieht  man  doch  den 
mahnenden  Homileten  inmitten  der  einmütig  zum  Gottesdienste 
{επΙ  τό  αυτό  ζ.  Β.  auch  Act.  öfters,  Ι  Kor.  11 20,  Ign.  Eph.  δ  s,  13  1, 
Justin  I  67  3,  Barn.  4  10  u.  a.  St.)  versammelten  Gemeinde  stehen. 
Man  sieht  klar,  dass  der  Brief  als  ein  öffentlich  zur  Erbauung 
der  Gemeinde  vorzulesendes  Schriftstück  gedacht  ist.  Immerhin 
ist  die  Stelle,  die  einzig  im  Briefe  dasteht  und  sich  selbst  in 
dem  so  allgemein  gehaltenen  ersten  Teile  charakteristisch  abhebt, 
höchst  merkwürdig.  Wie  so  kam  der  Verfasser  dazu,  in  diesem 
Tone,  der  doch  eigentlich  nur  bei  persönlichem  Zusammensein 
am  Platze  wäre,  zu  reden?  Es  giebt  dafür  verschiedene  Er- 
klärungen. Man  kann  einmal  annehmen,  dass  er  sich  im  Geiste 
In  die  Gemeindeversammlung  der  Korinther  hineinversetzte,  und 
zu  ihnen  als  Gegenwärtigen  sprach.  Aber  dagegen  spricht,  dass 
der  Brief  ja  nicht  als  von  einem  Einzelnen  sondern  als  von  der 
grossen  Gesanitgemeinde  der  Römer  ausgehend  sich  giebt.  Von 
einer  bewussten  rhetorischen  Figur  kann  also  nicht  die  Rede 
sein.  Eine  zweite  Möglichkeit  ist  die,  dass  der  Schriftsteller 
sich  im  Augenblicke  vergass  und  in  seinem  Briefe  sich  so  aus- 
drückte, wie  er  es  wohl  des  öftern  in  der  Mitte  seiner  eigenen 
Gemeinde  that.  Dieser  Lapsus  konnte  um  so  leichter  eintreten, 
als  ja,  wie  wir  gesehen  haben,  der  ganze  Briefteil  Homilien- 
charakter  trägt.  Dies  erscheint  nur  als  der  eine  Weg,  die  Stelle 
aufzufassen.  Der  andere  ist  der,  anzunehmen,  dass  thatsächlich 
diese  Stelle  mit  ihrem  ganzen  Zusammenhange  in  einer  wirklichen 
Homilie  (oder  vielleicht  Liturgie,  vgl.  Lightfoot  z.  St.  Die 
Thatsache  der  Entlehnung  bleibt  auch  für  diesen  Fall  bestehen) 
stand  und  vom  Verfasser  des  Schreibens  einfach  übernommen 
wurde.  Entschliesst  man  sich  zu  dieser  Annahme  und  erkennt 
man  das  oben  (S.  176  f.)  gelegentlich  der  Doxologie  von  c.  20  12 
bemerkte  als  richtig  an,  dann  kann  man  unbedenklich  auch  zu 
der  litterarkritischen  These  fortschreiten:  der  ganze  erste  Teil 
des  Clemensbriefes  ist  ein  aus  kleineren  homiletischen  Aufsätzen 
und   Abhandlungen  Zusammengesetzes    Ganze.     Ich    werde   noch 


188  Knopf,  Der  erste  Cleinensbrief. 

weiter  nnteu  meine  eigene  Stellung  zu  dieser  Annahme 
darlegen. 

Die  andere  Beobachtung  betrifft  das  Gebet  am  eigentlichen 
Briefschlusse  59 — 61.  Was  hat  es  denn  für  einen  Sinn,  dass  die 
Römer  ihrem  Briefe  noch  ihr  Gemeindegebet  —  denn  als  ein 
solches  geben  sich  die  bezeichneten  Capitel  —  hinten  anfügen? 
Wollen  sie  die  Schwestergemeinde,  nachdem  sie  ihr  alles  zum 
ενάρετος  βίος  nötige  mitgeteilt  haben,  zum  Schlüsse  auch  noch 
über  die  richtige  Art  des  Gebetes  unterweisen?  Das  ist  schon 
an  sich  kaum  glaublich.  Denn  soll  man  wirklich  annehmen,  die 
Römer  hätten  jener  berühmten  alten  Gemeinde  apostolischer 
Gründung,  „gläubigen  und  bewährten  Männern,  die  eingedrungen 
sind  in  die  Tiefen  göttlicher  Lehre"  (62  3),  die  Fähigkeit  und 
die  Geistesbegabung  nicht  zugetraut,  richtig  zu  beten?  Das  Ge- 
bet ist  ja  am  Ende  des  1.  Jahrh.  noch  keine  Zauberformel  ge- 
wesen, durch  deren  wörtlich  genaue  Hersagung  man  die  Gottheit 
zwang.  Nach  den  Eingangsworten  (59  2  Anfang)  giebt  sich  das 
Gebet  zunächst  als  Fürbitte  für  alle  auserwählten  Heiligen  zu 
erkennen.  Ein  solches  hätte  ganz  guten  Sinn  an  dieser  Stelle, 
aber  es  bleibt  ja  kein  für  den  besonderen  Fall  zusammengestelltes 
Bittgebet,  sondern  weitet  sich  gleich  darauf  zu  einem  ganz  allge- 
meinen Gebete  aus. 

Wollen  wir  dem  Gebete  irgend  eine  thatsächliche  praktische 
Bedeutung  zuerkennen  und  es  nicht  bloss  für  einen  rhetorischen 
Abschluss  halten,  dann  liegt  es  nahe  —  ich  sage  nicht,  dann 
sind  wir  gezwungen  —  anzunehmen,  dass  die  Römer  ihr  Schreiben, 
weil  es  eben  im  eigentlichen  Sinne  kein  Gelegenheitsschreiben 
war,  für  öftere  kirchliche  Anagnose  herrichteten  und  ihm  darum 
das  regelmässige  Kirchengebet  anfügten,  das,  wie  wir  vielleicht 
aus  unserm  Briefe  schliessen  können,  seine  Stelle  am  Schlüsse 
der  Gemeindeansprache  hatte  und  vom  Homileten  vorgenommen 
wurde.  Dies  erscheint  als  die  wahrscheinlichste  Erklärung  für 
die  auffällige  Thatsache  dieser  Gebetsübersendung. 

Und  nun  können  wir  ja  glücklicherweise  aus  dem  Schicksale, 
das  der  Brief  in  der  korinthischen  Gemeinde  gehabt  hat,  erkennen, 
wie  die  Absicht  der  Römer  sich  thatsächlich  auch  verwirklicht 
hat.  Wir  lesen  in  dem  Briefe  des  Dionysius  von  Korinth  an 
Soter  von  Rom  (Eus.  h.  e.  IV.  23  11):  την  οήμερον  ovv  χνριαχην 
cr/ίαν  ημέραν  οί7]γάγομεν,  εν  ?}  άνέγνωμεν  νμών  την  επιοτολην,  ην 


Der  litterarische  Charakter  des  ersten  Clemensbriefes.  1S9 

ϊ^ομεν  αεί  ποτέ  άναγινώοκοντες  νονΟ-ετΰο&αι,  ως  καΐ  την 
προτέραν  ήμΐν  όια  Κλ7]μεντος  γραφεΙΟαν.  Die  Korinther  haben 
also  unseren  Brief  thatsächhch  um  170  herum  im  Kreise  ihrer 
kirchlichen  Leseschriften  gehabt  und  haben  ihn  Sonntags  ver- 
lesen. Und  wenn  man  so  in  Korinth  immer  wieder  den 
Brief  vorgenommen  hat,  dann  hat  man  ihn  sicher  nicht  immer 
ganz  vorgelesen,  —  dazu  war  er  einmal  zu  lang,  sodann  in  vielen 
Teilen  antiquiert  —  sondern  man  hat  eben  einzelne  Themen 
herausgehoben  und  mit  ihnen  die  Gemeinde  erbaut.  Nach  den 
Worten  des  Dionysius  hat  der  Brief  eine  bedeutsame  Stelle  ein- 
genommen. Der  korinthische  Bischof  will  die  Auszeichnung 
hervorheben,  mit  der  ein  jüngst  in  Korinth  eingetroffener  Brief 
behandelt  wird  und  sagt:  wir  lesen  ihn  und  werden  ihn  allezeit 
zu  unserer  Erbauung  lesen,  wie  wir  es  ja  auch  mit  dem  früheren 
von  Clemens  geschriebenen  halten  (in  dem  ην  εξ,ομεν  αεί  ποτέ 
χτλ.  hat  freilich  Höflichkeit  und  Rhetorik  den  Ausdruck  zum 
Teil  bestimmt).  Der  I  Clem.  wurde  also  um  170  verlesen, 
war  es  schon  früher  worden,  und  so  sollte  es  auch  mit  ihm  in 
der  Zukunft  gehalten  werden. 

Die  Korinther  haben  also  den  Brief  nicht  einmal,  an  dem 
Tage  als  er  ankam,  gelesen  und  ihn  dann  ins  Gemeindearchiv 
gelegt,  seine  Bedeutung  war  nicht  mit  der  Beilegung  seiner 
nächsten  Ursache  aufgehoben,  gerade  sein  allgemein  erbaulicher 
Charakter  machte  ihn  zu  einem  Mahnschreiben  für  alle  Zeiten. 
Wir  finden  ihn  ja  dann  auch  in  andern  Kreisen  unter  den  Lese- 
schriften (vgl.  die  Zeugnisse  bei  Harnack  Litteraturgesch.  I,  1. 
Seite  41  ff.),  im  Codex  Α  und  noch  deutlicher  in  der  syrischen 
Übersetzung  als  einen  Bestandteil  des  neuen  Testaments. 

Und  nun,  zum  Schlüsse,  ist  es  denn  etwas  unerhörtes,  dass 
wir  einer  Homilie  in  Form  eines  Briefes  begegnen?  Lassen  wir 
die  Frage  ganz  beiseite,  wieweit  Schriftstücke  wie  Jak.,  I  Petr., 
Barn.,  Hebr.  Homilien  und  nicht  Briefe  sind:  wir  haben  ja  eine 
ganz  offenbare  Homilie,  die  als  Brief  von  derselben  römischen 
Gemeinde  an  die  nämlichen  Adressaten  gerichtet  ist,  den  11  Clem, 
(vgl.  dazu  Harnack,  Litteraturgesch.  H,  1,  S.  438  ff.).  Wir 
kennen  die  V'eranlassung  des  „Briefes"  nicht,  weder  das  Schrift- 
stück selber  noch  die  Dionysiusstelle  bei  Euseb  giebt  uns  einen 
Anhalt.  Vielleicht  hatten  die  Römer  gar  keine  besondere  Ver- 
anlassung und  schickten  das  Schreiben  aus  freien  Stücken,  weil 


190  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief, 

ihnen  selbst  sein  Inhalt  sehr  gut  gefiel,  sicher  mit  bewogen  durch 
die  Thatsache,  dass  auch  schon  früher  einst  ein  ähnliches  Schreiben 
nach  Korinth  abgegangen  war.  Genug  indessen  daran,  dass  wir 
im  IL  Clemensbriefe  eine  Homilie  haben,  die  von  den  Römern 
zu  den  Korinthern  gesandt  wurde.  Dieselben  Beweggründe,  die 
die  Sendung  dieser  Homilie  veranlassten,  mögen  auch  die  eigen- 
tümliche Gestaltung  des  I.  Clemensbriefes  veranlasst  haben.  Die 
Römer  schickten  das  zweite  Mal  direct  eine  ihnen  besonders  zu- 
sagende Homilie.  Das  erste  Mal  hatten  sie  mit  der  Abfassung 
des  Mahnschreibens  ebenfalls  einen  tüchtigen  Homileten  betraut^ 
und  dass  sie  selber  sich  auch  wohl  gelegentlich  an  dem  von 
ihnen  abgesandten  Schreiben  erbauten,  dafür  spricht  das  Vor- 
handensein der  lateinischen  Übersetzung,  deren  Entstehung  wir 
ja  höchst  wahrscheinlich  für  Rom  im  2.  Jahrh.  anzusetzen  haben. 
So  stützen  sich  zwei  Ergebnisse,  die  ganz  unabhängig  von  ein- 
ander gewonnen  Λvurden,  gegenseitig:  der  I.  Clemensbrief,  ein 
Sendschreiben,  aber  mit  ausgesprochenem  Homiliencharakter  in 
vielen  seiner  Partien,  macht  es  begreiflich,  wie  gelegentlich  auch 
eine  reine  Homilie  der  Schwestergemeinde  übersandt  werden 
konnte.  Umgekehrt,  der  IL  Clemensbrief,  eine  Homilie  als  Brief, 
lässt  es  erklärlich  erscheinen,  dass  auch  in  einen  aus  bestimmtem 
Anlasse  geschriebenen  Gelegenheitsbrief  ausgedehnte  homiletische 
Stücke  aufgenommen  werden  können. 

Wir  sind  am  Ende  unserer  auf  den  allgemeinen  Charakter  von 
I  Clem.  bezüglichen  Ausführungen  angelangt  und  haben  nur 
noch  eine  Verwahrung  auszusprechen.  Es  soll  im  vorhergehenden 
keine  litterarkritische  These  ausgesprochen  sein,  nicht  behauptet 
sein,  dass  in  den  I.  Clemensbrief  eine  Homilie  oder  Homilien- 
fragmente  eingearbeitet  seien,  die  schon  vorher  eine  litterarische 
Sonderexistenz  besessen  hätten,  und  die  gegeneinander  abzuzirkeln 
und  herauszuschneiden,  nun  Aufgabe  der  Kritik  wäre.  Nichts  im 
Briefe,  selbst  nicht  die  oben  ihres  Ortes  besprochenen  Stelleu 
20 12  u.  34  7,  zwingen  uns  zu  dieser  Art  von  Quellenscheidung. 
Man  kann  den  Brief  sehr  wohl  als  eine  litterarische  Einheit^ 
von  einem  Manne  innerhalb  einer  bestimmten  Zeit  verfasst,  be- 
greifen. Der  Stil  ist  durchwegs  derselbe,  im  ersten  wie  im 
zweiten,  doch  sicher  erst  ad  hoc  verfassten  Teile.  Das  gleiche 
gilt  von  der  eigentümlichen  Beweisführung  mit  alttestamenthchen 
Beispielen,  Analogien  und  Citaten  (vgl.  im   2.  Teile  Stellen   wie 


Der  litterarische  Charakter  des  ersten  Clemensbriefes.  [9[ 

45  6  f.,  51 3 — 52  4  —  2  Beispiele  und  dann  Citat  —  54  4 — 55  g, 
56  3—15,  573—7).  Wir  brauchen  von  dem  Verfasser  nicht  die 
Vorstellung  zu  haben,  als  habe  er,  um  einen  umfangreichen  Brief 
zusammenzubekommen,  sich  hingesetzt  und  aus  ihm  vorliegen- 
den Homilien  passendes  und  unpassendes  zusammengestellt.  Das 
wäre  eine  hölzerne,  ungeschichtliche  Vorstellung.  Der  Verfasser 
ist  nicht  unmittelbar  abhängig  von  irgend  welchen  litterarischen 
Gestaltungen,  sondern  von  seiner  gesammten  Entwicklung,  seiner 
Vorbildung,  von  Tradition  im  weiteren  Sinne.  Nur  eine  solche 
Abhängigkeit  kann  man  bei  unserm  Briefe  entdecken,  eine  andere 
nachzuweisen  ist  unmöglich. 

Die  eben  aufgestellte  Behauptung  gilt  indessen  nur  für  die 
Frage:  lässt  sich  bei  Clemens  in  der  Wahl  und  Ausarbeitung 
seiner  Predigtthemen  litterarische  Abhängigkeit  von  gleichgestal- 
teten vorhergegangenen  Arbeiten  nachweisen?  Eine  solche  Ab- 
hängigkeit können  wir  wohl  als  unbeweisbar  und  unnötig  in 
Abrede  stellen.  Das  schliesst  indessen  nicht  aus,  dass  Clemens 
in  anderen  Punkten  von  früheren  christlichen  Schriftstellern 
abhängig  ist,  und  auf  eine  solche  litterarische  Abhängigkeit,  die 
uns  besonders  interessieren  muss,  nämlich  auf  das  Verhältnis 
von  I  Clem.  zu  I  Kor.  wollen  wir  zum  Schlüsse  die  Aufmerk- 
samkeit noch  lenken  (vgl.  zum  folgenden  Wrede,  Seite  31  fi^*. 
Clemens  ist  stellenweise  in  seinen  Ausführungen  von  verschiedenen 
früheren  Schriftstellern  abhängig,  besonders  von  Hebr.,  doch  auch 
von  Rom.  und  anscheinend  von  IPetr.  (vgl.  Lightf.  II  5 16 f.).  Doch 
in  all  diesen  Fällen  beschränkt  sich  die  Abhängigkeit  auf  ein- 
zelne Worte  und  allgemeine  Gedanken.  Aber  abgesehen  von 
der  allgemeinen  Benutzung  hochgeachteter  christlicher  Schrift- 
stücke hat  Clemens  I  Kor.  noch  in  ganz  besonderer  Art  als 
Vorlage  hergenommen.  Diese  Benutzung  lag  ja  sehr  nahe.  Im 
I  Kor.,  der  ausdrücklich  citiert  wird  (47 1),  lag  ein  vom  Apostel 
πνευματικός  (473)  verfasstes  Schreiben  vor,  das  gleich  in  seinem 
Eingange  (47-2  εν  ccQxiJ  τον  ευαγγελίου)  gegen  das  προοκλίοεις 
jToaia&ai  der  nämlichen  Gemeinde  polemisiert:  was  war  da  natür- 
licher, als  den  Brief  heranzuziehen?  Und  diese  Heranziehung 
erfolgt  nicht  nur  auf  dem  einen  Punkte,  das  Schisma  betreifend, 
sondern  auch  an  anderen  (vgl.  Wrede  1.  c).  Bewusst  oder  un- 
bewusst  scheint  bei  dieser  Benutzung  der  Gedanke  mit  hineiu- 
zuspielen:  ΛΥβηη  die  Korinther  noch  ganz  so  wie  zu  Pauli  Zei 


192  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

«in  grobes,  offenbares  Schisma  in  ihrer  Gemeinde  dulden,  dann 
wird  es  auch  vielleicht  auf  andern  Punkten,  die  der  Apostel  zu 
rügen  hatte,  nicht  seine  Richtigkeit  haben.  Die  ihm  mangelnde ' 
directe  Anschauung  der  korinthischen  Gemeiudeverhältnisse  ersetzt 
der  l^erfasser  so  durch  aus  dem  I  Kor.  geschöpfte  Kenntnisse. 
Das  ganze  Verfahren  ist  ein  so  naheliegendes,  dass  Avir  in  der 
altchristlichen  Litteratur  noch  zweimal  einen  analogen  Fall  con- 
statieren  können:  der  Epheserbrief  des  Ignatius  benutzt  den 
paulinischen  Epheserbrief  und  der  Philipperbrief  des  Polykarp 
den  paulinischen  Philipperbrief, 

Die  Hauptpunkte,  in  denen  I  Kor.  materiell  die  Ausführungen 
<les  Clemens  bestimmt  hat  —  formelle  Beeinflussung  in  Anklängen, 
einzelnen  Ausdrücken  ist  natürlich  noch  häufiger,  vgl.  Lightfoot 
a.  a.  0.  —  sind  folgende: 

c,  24  ist  abhängig    von  I  Kor.  15; 

die  Ausführungen  über  die  Einheit  und  gegenseitige  Unter- 
ordnung der  Leibesglieder  in  c.  37  ist  I  Kor.  12  entlehnt  (vgl. 
besonders  I  Kor.  12i2f.  u.  I  Clem.  37δ,  I  Kor.  122i  u.  I  Clem. 
37-t,  I  Kor.  12 29 f.  u.  I  Clem.  373); 

die  Mahnung  48  sf.  geht  zurück  auf  die  betreffenden  Mahnungen 
in  I  Kor.  12,  vgl.  besonders  I  Kor.  12 8 f.; 

der  Preis  der  Liebe  in  c.  49  f  ist  veranlasst  durch  I  Kor.  13. 

Uns  interessirt  vor  allem  die  Verwandtschaft  an  zwei  Stellen, 
nämlich  erstlich  in  den  Auferstehungscapiteln  I  Clem.  24  ff.,  ver- 
glichen mit  I  Kor.  15.  Ausser  der  allgemeinen  Thatsache,  dass 
an  beiden  Stellen  der  gleiche  Stoff  behandelt  wird,  vergleiche 
noch  im  einzelnen: 

1  Kor.  1520  I  Clem.  24 1 

j'vvl  öh  Χριΰτος  εγηγερται  εκ     ...  την   μέλλουοαν   άνάΰταουν 

νεκρών,  απαρχή  των  κεκοιμη-     εθεοϋ•αι.  ήςτην  άπαρχην  εποι- 

μένων  .  .  ηϋατο    τον   κνριον    Ίηϋονν 

ΧρίΟτον  εκνεκρώνάναΰτηοας. 

Ι  Kor.  15  36  ff.  Ι  Clem.  24 4  f. 

άφρων,    θν    υ    Οπείρεις,    ον  λάβωμεν  τονς  καρπούς' 6  οπό- 

ζωοποιείται,  εάν  μη  άποϋ^άν^]'  ρος  πώς  και  τίνα  τρόπον  γί-- 

καΐ  ο  Οπείρείς  ου  το  οώμα  το  νεται;      έξηλϋ-εν      ο     ϋπείρων 

γενηοόμενονΰπείρεις,άλλάγνμ-  (Marc.  43   u.  Par.)   καΐ   εβαλεν 

νον   κόκκον   ει  τνχοί  οίτου  η  εις    την    γήν    εκαοτον    τών 


Der  litterarische  Charakter  des  ersten  Clemensbriefes.  193 

τίνος  των  λοιπών.  6  όε  ϋ^εος  ϋπερμάτων,  άτινα  πεοόντα 
όίδωοιν  αντω  οώμα  χαΰ^ώα  εις  την  γην  ξηρά  καΐ  γυμνά 
ήϋ•έληθεν  και  Ιχάοτφ  των  διαλύεται,  είτ  εκ  της  διαλν- 
απερμάτων  ίδιον  οώμα  .  .  οεως   η  μεγαλειότης  της  προ- 

νοίας τον  δεοπότον  άνίοτηοιν 
αυτά  .  .  . 

Die  Verwandtschaft  ist  unleugbar.  Ausser  der  Annahme, 
dass  die  Auferstehung  dem  Clemens  wohl  überhaupt  ein  geläu- 
figes Thema  war,  haben  wir  so  noch  einen  zweiten  Weg,  die 
Behandlung  dieser  Frage  in  unserm  Briefe  zu  erklären. 

Die  andere  Stelle,  an  der  eine  Benutzung  von  I  Kor.  zu 
constatieren,  uns  wichtig  ist,  steht  I  Clem.  48 δ  u.  I  Kor.  12 8 ff. 

I  Kor.  128f.  I.  Clem.  485 

φ  μεν  γάρ  δια  τον  πνεύματος  δί-  ητω  τις  πιΰτός,  ητω  δυνα- 
δοται  λόγος  ϋοφίας,  άλλω  δε  τος  γνώϋιν  εξειπείν,  ητω 
λόγος  γνώοεως  κατά  το  αντο  Οοφος  εν  διακριθεί  λόγων, 
πνεϋμα,   Ιτέρω   πίοτις  εν  τω     ητω  αγνός  εν  εργοίς. 

αντω  πνεύματι άλλω 

δε   διάκριϋις  πνενμάτων  .  . 

Wiederum  ist  die  Verwandtschaft  klar,  und  sie  betrifft  eine 
wichtige  Stelle.  48 5 f.  Avird,  wie  wir  oben  sahen,  mit  Vorliebe 
neben  13 1,  38iff.  herangezogen,  wenn  es  gilt^  den  Charakter  der 
άργηγοί  darzustellen  und  ihre  Gleichartigkeit  mit  Richtungen 
und  Bestrebungen  der  apostolischen  Zeit  nachzuweisen.  Davon 
kann  natürlich  keine  Rede  seiu,  sondern  alles,  was  wir  hier  sagen 
können,  ist  dies:  Clemens  wusste  aus  I  Kor.,  dass  in  der  Gemeinde 
Spannungen  infolge  von  charismatischer  Begabung  entstanden 
waren,  und  er  hält  es,  vielleicht  auf  Grund  eigener  Erfahrungen, 
anscheinend  nicht  für  unmöglich,  dass  dergleichen  Spannungen 
auch  jetzt  noch  vorkommen  könnten,  darum  seine  Warnung,  in 
die  Worte  des  Apostels  gekleidet  (vgl.  auch  noch  466  .  .  ζητεϊν 
το  κοινωφελές  πάοιν,  και  μη  το  εαντον  mit  Ι  Kor.  ΙΟ21  μηδείς 
το  ίαντον  ζητείτ€θ,  αλλά  το  τον  ετέρου).  Somit  fällt  auch  diese 
Stelle  für  die  Charakterisierung  der  Führer  dahin. 


Das  Ergebnis    unserer  Untersuchung    ist  also  in  einer  Hin- 
sicht ein  ziemlich  negatives:  Der  Brief  gibt  uns  keine  historisch 
zuverlässige  Anschauung   von    den  Zuständen    der  korinthischen 
Texte  u.  Untersuchungen.    N.  F.  V,  l.  13 


194  Knopf,  Der  erste  Clemensbrief. 

Gemeinde.  Was  von  einzelnen  Forschern  dafür  ausgegeben  worden 
ist,  erweist  sich  nicht  als  stichhaltig.  Das  Problem,  das  sich  bei 
Betrachtung  von  Veranlassung  und  thatsächlicher  Gestaltung  des 
Briefes  aufdrängt,  ist  nicht  zu  lösen,  indem  man  eine  genaue 
Kenntnis  der  korinthischen  Gemeindeverhältnisse  beim  Verfasser 
voraussetzt,  sondern  indem  man  in  erster  Linie  berücksichtigt, 
dass  Clemens  und  die  römische  Gemeinde  der  Schwestergemeinde 
eine  auch  über  den  Einzelanlass  hinausgehende  allgemein  giltige 
Weisung  zu  christlichem  Leben  geben  wollten,  und  dass  diese 
Anleitung  naturgemäss  sich  ziemlich  eng  an  die  Formen  der 
üblichen  Gemeindeerbauung  anschloss.  Ausserdem  tritt  in  ein- 
zelnen Partien  als  Erklärung  noch  eine  litterarische  Abhängigkeit 
von  I  Kor.  hinzu,  an  den  sich  der  Verfasser  von  I  Clem.  um  so 
lieber  anschloss,  als  er  in  ihm  einen  apostolischen  Brief  an  die 
nämliche  Gemeinde  hatte,  der  durch  ein  ähnliches  Vorkommnis, 
eine  Spaltung  in  der  Gemeinde,  mitveranlasst  war. 


Druck  von  August  Pries  in  Leipzig. 


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